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M. Groß-Auheim ist Gauliga.

Die erste Entscheidung im Gau Hessen.

8m Gau Hessen standen am Pfingstsonntag die letz­ten Aufstiegspiele der Gruppe Süd auf dem Pro­gramm. Dr VfB. Groß-Auheim holte sich den zum Endsieg nötigen Punkt durch ein 1:1 (1:0) auf eige­nem Platze gegen SD. Bad-Nauheim. Wetzlars 3:0- Sieg über Elz hatte keine Bedeutung mehr. Gro- Auheäm wird nun im Herbst an den Gauliga-Meister­schaftsspielen teilnehmen, und damit schickt der Kreis Hanau nach Hanau 93 und Kewa Wachenbuchen den dritten Vertreter in die Gauliga.

Der Schluhstanb:

Punkte

Spiele

Tore

VfB. Groß-Auheim 6

13:9

9:3

SV. Wetzlar 6

17:8

8:4

SV. Bad-Nauheim 6

8:16

4:8

SV. Elz 6

10:15

3:9

Aufstiegspiele zur Bezirisklaffe.

Niedergirmes Tvahenborn-Sleinberg 4:2. Heuchelheim Offenbach 5:3.

Die Vorschau stimmte diesmal auffallend. Die Teutonen verloren in Niedergirmes mit 2:4. Nieder­girmes trat in stärkster Aufstellung an. Steinberg mußte eine Zeitlang mit zehn Spielern das Spiel bestreiten, da ein Spieler als verletzt ausschied.

Heuchelheim konnte die zwei ersten Punkte für sich buchen. Anfangs sah es nicht so aus, die Offen­bacher führten bis zur Halbzeit mit 2:0. Nach der Halbzeit änderte sich das Spiel, die Offenbacher konnten auf dem großen Platze der Heuchelheimer nicht durchhalten und verloren 5:3.

DfB.-Reichsbahn Gießen.

03 Fechenheim VfV.R. Liga 1:2 (0:2).

Die Ligamannschaft fuhr mit reichlichem Ersatz zum Spiel nach Frankfurt und konnte einen knappen, aber verdienten Sieg erringen. Für den verhinderten Meißner hütete G o d g l ü ck , der Mittelstürmer der 1. Jugendmannschaft, das Tor, er war sehr sicher und hat großen Anteil an dem Siege. Die Platz­herren lieferten ein gutes Spiel, jedoch wavsn die Grünweißen eifriger. Bereits bei Halbzeit stand der Sieg für die Grünweißen fest, Bach und Radtke waren die Torschützen. Die Frankfurter verkürzten auf 2:1, doch war G od glück nicht mehr zu schla- gen. Kurz vor Schluß schoß Bach einen zweiten Tref­fer, der Schiedsrichter gab aber das Tor nicht.

Er st er Feiertag.

Lich 1. Jgd. VfV.-R. 2. 3gb. 0:3 VfV.R. 3. Igd. Göbelnrod 1. 3gb. 17:0.

Da Großen-Linden in letzter Minute absagte, blieb die 1. Jgd. spielfrei. Die 2. Jgd. trat in Lich mit 10 Mann an, konnte aber trotzdem einen ver­dienten Sieg herausholen. Eine gewaltige Abführ holte sich die Jugend aus Göbelnrod, die gar nichts zu bestellen hatte. Die Gießener siegten nach Belie­ben.

Zweiter Feiertag.

VfV.R. 1. 3gb. Nassovia Nassau 1:1

VfV. R. 2. 3gb. Deutsche hota Frankfurt 3:2 Rodhelm 1. 3gb. VfV. R. 3. 3gb. 3:1

Eine angenehme Überraschung war die Jugend­mannschaft aus Nassau. Da im Vorspiel die Gie­ßener das bessere Ende für sich behielten, rechnete man bei dem Rückspiel wieder mit einem Siege der Gießener. Aber es kam anders, die Gäste stellten

eine Mannschaft, die zu kämpfen verstand und den Grünweißen alles abverlangte. Es war keiner Mannschaft vergönnt, zu siegen. Die Frankfurter, die sich erstmals hier vorstellten, entpuppten sich als sehr spielstark, sie zogen beim Stande von 3:0 für Gießen davon, und es hätte nicht viel gefehlt, so hätten sie den Ausgleich erzielt. Von vornherein hatte die 3. Jgd. in Rodheim wenig Chancen, doch hielten sie sich sehr tapfer.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

1900 1. 3gb. Saasen 1. 3gb. 6:0.

1900 1. 3gb. VfB. Friedberg 1. 3gb. 2:1.

Am ersten Pfingstfeiertag empfing die 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 ihren Bezwinger aus Saasen. Auf dem Sportplatz der Blauweißen ent­wickelte sich ein schöner Kampf. Schon in der ersten Minute konnten die Jungen der Spielvereinigung 1900 mit 1:0 führen. Dann wollten die Gäste keinen weiteren Erfolg mehr zulassen. Ja, sie bedrängten sogar einige Male das Tor der Platzbesitzer und wären beinahe zu einem Erfolge gekommen, wenn nicht der Tormann der Blauweißen unerschütterlich auf seinem Posten gestanden hätte. Durch diese Drangperiode ließ sich 1900 nicht aus der Ruhe bringen. In schönen Kombinationszügen warf der Sturm immer wieder den Ball nach vorne und be­drängte nun wieder unaufhörlich das Tor der Gäste. Doch die Erfolge blieben aus. Mit dem Ergebnis von 1:0 mußten beide Mannschaften in die Pause gehen. Nach dem Torwechsel sah das Spiel weit anders aus. Die 1. Jugend von Saasen konnte dem gewaltigen Ansturm der Blauweißen nicht mehr standhalten und wurde in ihre Spielhälfte völlig eingeschnürt. In Abständen konnte die 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 noch weitere 5 Tore erzielen.

Am zweiten Pfingstfeiertag trat die 1. Jugend der Spielvereinigung 1900 den schweren Weg nach Friedberg an, um ihre Kräfte mit der 1. Jugend des oberhessischen Gauliga-Vertreters zu massen. In diesem Spiel zeigte die 1. Jugend der Blauweißen deutlich, daß sie wieder als ernst $u nehmenden Gegner gerechnet werden muß und sich wieder mit jeder anderen Jugend messen kann. Die Friedberger stellten eine schlagkräftige Jugend ins Feld, die den Blauweißen teils sogar körperlich überlegen war. Von Anfang an sahen die Zuschauer einen spannen­den, harten Kampf zweier Jugendmannschaften. Hin und her wog das Spiel. Keiner wollte einen Erfolg zulassen. Obwohl die Friedberger den eigenen Platz zu ihren Gunsten hatten, war das Spiel jederzeit offen. Kurz vor Halbzeit konnten die VfBer durch eine schöne Kombination ihres Sturmes mit 1:0 in Führung gehen. Wenige Minuten darauf glich der Mittelstürmer der Blauweißen durch einen scharfen Schuß aus. Mit dem Ergebnis von 1:1 ging es in die Pause. Nach dem Wechsel hatten die Jungens der Spielvereinigung 1900 mehr vom Spiel und schufen oft gefährliche Situationen vor dem Tor der Friedberger. Die Blauweißen bedrängten im­mer wieder das Tor der Platzbesitzer und wollten absolut das Führungstor erzielen. Ihre Arbeit blieb nicht erfolglos. Der Halblinke erhielt den Ball und schoß ein. Nun zeigten die Blauweißen ein Spiel, wie man es selten zu sehen bekommt. Aber das schöne Spiel hatte früh sein Ende gefunden., Die Friedberger versuchten nun mit aller Härte, jeden weiteren Erfolg 1900s zunichte zu machen. Nachdem zwei Spieler der Blauweißen verletzt und zwei wei­tere vom Schiedsrichter des Platzes verwiesen wur­den, sah sich die 1. Jugend der Spieloereinigung 1900 gezwungen, geschlossen das Spielfeld zu ver­lassen.

Deutschland überspielt Dänemark 8:0 (4:0).

Fußballänderkampf vor 40000 Zuschauern in Breslau.

In der Schlesien-Kampsbahn des Hermann- Göring-Sportfeldes wurde am Pfingstsonntag bei herrlichem Wetter vor 40 000 Zuschauern der ad)te Fußball-Länderkamps zwischen den Nationalmann­schaften von Deutschland und Dänemark ausgetra­gen. Die deutsche Mannschaft lieferte ein ganz über­ragendes Spiel und schlug die sicherlich nicht schlech­ten Dänen mit 8:0 (4:0). Mit diesem in dieser Höhe nicht gerechneten Erfolg hat Deutschland die Bilanz mit Dänemark ausgeglichen; vier Niederlagen stehen vier Siege gegenüber bei einem Torverhältnis von 25:21 zu unseren Gunsten, das vor dem Spiel in Breslau noch für die Dänen lautete.

Die dänische Mannschaft war unserer Elf in kei­ner Weise gewachsen. Gleich vom Anstoß weg nahm Deutschland das Heft in die Hand, um es bis zum Schluß nicht mehr abzugeben. Der Gegner wurde nur vorübergehend gefährlich und konnte sich gegen Schluß etwas mehr bemerkbar machen, als die deutsche Mannschaft sich mit dem 8:0 begnügte und die Zügel nun etwas locker ließ. In der deutschen Elf befand sich kein schwacher Punkt, es kann aber auch niemand besonders heroorgehoben werden; alle Spieler waren mit großem Eifer bei der Sache und setzten sich restlos ein. Man kann nur Lob über die Spieler der deutschen Mannschaft aussprechen, die in dieser Form auch gegen stärkere Gegner gewon­nen hätten. Die Abwehr war kaum beschäftigt, sie erledigte sich dieser nicht allzu schweren Aufgabe im Verein mit den Läufern mit großem Geschick. Die Stürmer zeigten sich in Breslau erfreulicherweise in hervorragender Schußlaune, obwohl wir diesmal keinenTank" aufgestellt hatten. In Breslau er­reichten wir mit unserem Kombinationsspiel, das schon in Glasgow Eindruck gemacht hatte, viel mehr -cis mit ausgesprochenen vorgeschoben spielendem Mittelstürmer. Sifsling ist auf diesem Posten sicherlich immer noch am besten yi gebrauchen, das stellte der Mannheimer durch fünf Tore am besten unter Beweis. In die resllichen Erfolge teilten sich Lehner, Urban und Szepan.

Die Dänen mögen mit sich nicht zufrieden ge- wesen sein; denn es gab bei einigen ihrer Spieler dies oder jenes auszusetzen. In keiner Weise er­reichte die Mannschaft mit den klangvollen Namen die Leistung des sich selbst übertreffenden Gegners. Jensen im Tor tat sein Möglichstes, die Niederlage abzuschwächen. Von den Verteidigern war Hansen der schwächere. Der Mittelläufer Nielsen konnte den Durchreißer Siffling nie ganz halten. Im Angriff Zeigten der 40fad)e Nationalspieler Pauli Jürgen­sen und die Außenstürmer noch die besten Leistungen.

Schiedsrichter Christ leitete den fairen Kampf in gefälliger Weife, sein Amt wurde ihm von den Spielern 'auch nicht allzu schwer gemacht.

Den Torreigen eröffnete der Augsburger Lehner in der achten Minute. Sein Flachschuß war für S. Jensen unhaltbar. In der 34. Minute kam Deutsch- ianb im Anschluß an eine Ecke von rechts im Nach- i'chuß von Siffling zum zweiten Erfolg. Der gleiche

Spieler schoß auch die beiden weiteren Tore vor der Pause, und zwar lenkte Siffling jedesmal den dänischen Hüter S. Jensen aus dem Tor, um dann den Ball ins leere Netz einzusenden.

Nach Wiederbeginn erhöht Siffling das Resultat au/ 5:0. Urbans Flanke nahm Siffling auf, und wiederum schob der Mannheimer an dem heraus­lausenden Jensen vorbei ein. Bei weiter überlege­nem Spiel der Deutschen machte Siffling bald das halbe Dutzend voll, während Urban und Szepan für die beiden restlichen Treffer sorgten.

Dieletzten Vier" im Hockey.

Sachsenhausen-Berlin-Heidelberg-Essen.

Dr erste Pfingstfeiertag brachte die vier Zwischen­rundenspiele zur ersten deutschen Hockey-Meister­schaft, die von TV. 57 Sachsenhausen, Berliner SC. HC. Heidelberg und Etuf Essen gewonnen wurden, so daß sich diese vier Mannschaften am 23. Mai die Vorschlußrunde liefern werden, deren Sieger wie­derum am 30. Mai das Endspiel bestreiten und zum ersten Male um den TitelDeutscher Hockeymeister" kämpfen.

In der Zwischenrunde ging nicht alles ganz nach Programm. Den TV. 57 Sachsenhausen hatte man zwar als Sieger gegen Leipzig erwartet, jedoch ihm zugetraut, daß er zu diesem Siege keine Ver­längerung notwendig haben würde. Nach einem 1:1 beim regulären Ende gab es einen 3:1-Sieg (1:1, 00) der57er". Der Berliner SC. war zwar in seinem Münchener Kampf gegen Jahn die bessere Elf, er mußte sich aber mit einem schon vor Halb­zeit erzwungenen 1:0 begnügen, weil die ganz uber= ragende Münchener Abwehr weitere Treffer ntd)t zuließ. Mit 1:0 endete auch bas Treffen zwischen dem Club zur Vahr Bremen und dem HC. Hei­delberg zugunsten der Süddeutschen. Hier fiel der einzige Treffer erst nach der Pause. Die größere Härte und Kampfkraft gab hier den Ausschlag gegen das bessere technische Können. Im vierten Spiele siegte Etuf Essen sicher und verdient 4:2 (2:0) über den VfB. Jena.

Die Paarungen der Vorschlußrunde.

Das Fachamt Hockey hat die Paarungen für die beiden Spiele der Vorschlußrunde um die deutsche Meisterschaft, die am Sonntag, 30. Mai, durchge­führt wird, wie folgt vorgenommen: in Berlin: Berliner Sportklub TB Sachsenhausen 57; in Heidelberg: Heidelberger HC. Etuf Essen.

Die beiden siegreichen Mannschaften bestreiten das Endspiel um den deutschen Meistertitel am 30. Mai an einem noch festzusetzenden Ort.

SportamtKraft durch Freude".

Heute fallen sämtliche Sportkurse der NSG. Kraft durch Freude" aus.

Reichsmodellweiibewerb auf der Wafferknpve.

Die Pfingstfeiertage brachten auf der Wafferkuppe in der Rhön, der klassischen Stätte des deutschen Segelfluges, wieder den traditionellen Reichsmodell­wettbewerb in Verbindung mit dem Reichsjugend­fliegertreffen. 350 deutsche Modellbauer des Natio­nalsozialistischen Fliegerkorps und der Flugscharen der HI. traten in vier Klassen mit ihren Modellen in Wettstreit und stellten in der Bauprüfung und dem Flugwettbewerb weitere beachtliche Fortschritte in der Entwicklung des deutschen Flugmodellbauwesens eindeutig unter Beweis. An zahlreichen Neukonstruk­tionen und der Weiterentwicklung der selbgesteuerten und ferngesteuerten Modelle bewies die deutsche Fliegerjugend große Hingabe, Ideenreichtum und un­übertreffliche Präzision in der Bauweise der vielfäl­tigen, aus rein deutschen Werkstoffen hergestellten Baumuster.

Nach der feierlichen Flagaenhissung im Segel­fliegerlager Wasserkuppe in Anwesenheit der Ver­treter der Reichsführung SS., des Reichsjugendfüh­rers und der Gliederungen der Partei und einem Vorbeimarsch an Generalmajor Christiansen, dem Korpsführer des NSFK., begann am ersten Pfingstfeiertag^ morgens 9 Uhr, bei schönstem Wetter, aber böigen Windverhältnissen der 8. Reichsmodell­wettbewerb. Schauflüge einer Motorflugzeugkette und einer Reihe von Segelflugzeugen erweiterten das Wettbewerbsprogramm, dem Tausende von Zu­schauern beiwohnten. Am Abend vereinte eine Hel­dengedenkfeier die Wettbewerbsteilnehmer und Mit­glieder der Luftsporteinheiten der HI. am deutschen Fliegerdenkmal, wo Generalmajor Christiansen und im Auftrage des Reichsjugendführers Ober­gebietsführer Dr. S t e l l r e ch t (Berlin) sprachen.

Der zweite Tag war von noch besserem Wetter begünstigt, so daß der Startbetrieb mit der Hoch­

start-Methode sehr stark war; insgesamt wurden 1293 Starts erreicht. Der Korpsführer des NSFK. konnte am Nachmittag dieses 8. Reichsmodellwett­bewerbes an Generaloberst Goring folgendes E r gebnis melden: Von 304 teilnehmenden Segel- flugmodellen, davon 45 mit Selbststeuerung und 4 mit Fernsteuerung, wurden 1293 Starts durchae- führt; als Gruppenfieger ging die NSF K.- Gruppe Sachsen mit 4468 Punkten hervor. Die Einzelbeftleistung im Handstartwettbewerb betrug 10 Minuten 24 Sekunden und im Hochstart 6 Minu­ten 39 Sekunden.

Generalmajor Christiansen verkündete am Nachmittag die Sieger im Rahmen einer Feier vor dem Groenhoff-Hause. Die Ergebnisse: Hand- start-Modelle Klasse A: 1. Willy Bräuer (Lötzen, Ostpreußen), 363 Punkte. Klasse B (Modelle eigener Konstruktion): 1. Werner Saerbeck (Borghorst), 624 Punkte. Klasse C (Flugzeugmodelle): 1. Willfried Sahen (Dresden), 150 Punkte, gewann den Pokal des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt Dr. Krebs. Gruppe DS (selbstgesteuerte Segelflugmodelle): 1. Heinz Emmerich (Stuttgart), 353 Punkte. Hochstart Klasse A: 1. Erich K a st e n (Altona); Klasse B: 1. Bruno Wilken (Rostock).

Wettbewerbs-Gruppensieger wurde die N S F K.° Gruppe Sachsen mit 4468 Punkten, die den Ehrenpreis des Korpsführers des NSFK. und einen Geldpreis von 500 RM. erhielt. Den Wanderpreis des Korpsführers für die beste Einzelleiftung erhielt Heinz Emmerich (Stuttgart), der auch den Ehrenpreis des Reichsjugendführers für die beste Leistung eines Mitgliedes der Luftsporteinheiten der HI. erhielt. Den DJ.-Ehrenpreis erhielt Jochen Haas.

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iesbadener Reii- und Fahrturnier.

Das 10. Wiesbadener Reit-, Spring- und Fahr­turnier brachte am Samstag als wichtigstes Ereig­nis ein Jagdspringen um den Preis der obersten Behörde. Wie am Vortag das Adam-Herbert-Jagd- springen, so wurde auch diesmal dieses Geschicklich­keitsspringen in vier Abteilungen entschieden. Sie­ger wurde Oblt. Freiherr o. Wangenheim auf der Trakehnerin Preisliste vor Hptm. S ch u n ck auf Nelke und Rittmeister K. Hasse auf Nike. Die Entscheidung fiel bereits in der ersten Abteilung, in der Oblt. Frhr. v. Wange.nheim auf der Fuchsftute Preisliste mit 81,2 Sek. bei einem fehler­losen Ritt die beste Zeit erzielte, die später nicht mehr von den zahlreichen übrigen Teilnehmern unterboten werden könnte; wohl gab es eine Reihe von fehlerlosen und ausgezeichneten Ritten mit gu­ten Zeiten, aber der als einer der Letzten startende Hptm. Schunck auf Nelke blieb um % Sekunde geschlagen und mußte sich mit dem zweiten Platz vor Rittmeister K. Hasse auf Nike, der 83,8 Sek. erzielt hatte, begnügen. Es gab 15 fehlerlose Ritte.

Dor ausgezeichnetem Besuch erreichte das Tur­nier am Pfingstsonntag in Anwesenheit des Gau­leiters Sprenger, des Kommandierenden Ge­nerals des XII. Armeekorps, Generallt. Kreß v. Kressen st ein und des SS.-Obergruppenführers Erbprinz zu Waldeck seinen sportlichen Höhe­punkt. Aus der Fülle des Programms ragten einige Wettbewerbe klar heraus. So war die ^-Dressur­prüfung eine delikate Angelegenheit. Mit dem Olympiasieger Kronos unter Otto ßörfe gewann das Pferd, das durch feine Eleganz und die Sicher­heit feiner Bewegungen immer wieder den Bei­fall der Zuschauer hervorrief. Sehr gut ging in diesem Wettbewerb der bekannte Tantris. Bezeich­nend für die Qualität der Ko^urrenz war, daß Waldkater unter F. Stecken nur Fünfter werden konnte. In der Mehrspännerprüfung siegte Major

Stein mit den bekannten Renntrabern. Bei den Zweispännern kam mit seinen großartigen Gängern das Gespann von Rud. Schmidt (Elberfeld) zu einem schönen Erfolg, den die Richter allerdings mit den Trabern Brocken und Nordpoel, gefahren von Major Stein, teilen ließen. Für Frankfurt ehren­voll war der Sieg der SA.-Reiterstandarte 49 im Wettbewerb der Kampfpatrouille, die Jagdspringen, Keulenwerfen und Schießen in einem schnellen Ritt mit zweimaligem Auf- und Absitzen forderte, wobei insgesamt die Zeit entschied. Das sich über den gan­zen Nachmittag in mehreren Abteilungen hin- ziehende Zeitspringen brachte eine ganze Anzahl ausgezeichneter Ritte. Besonders gefiel wieder Oblt. Frhr. K. v. Wangenheim mit Preisliste, die erneut sofort in guter Zeit in Führung ging. Dies­mal schaffte aber Hptm. Schunck mit Nelke den (Sieg, nachdem er am Vortag um Vt» Sekunden un­terlegen war. Nelke ging eine windende Fahrt und brachte im Orkan des Beifalls d'er Zehntausend fast 78 Sekunden zu Wege, damit die Zeit von Preis­liste um 2 Sekunden unterbietend.

Das 10. Wiesbadener Reit-, Spring- und Fahr­turnier wurde am Pfingstmontag beendet. Die 8-Dressurprüfung für Reitpferde gewann Kronos mit Otto ßörfe vor Waldkater mit F. Stecken. Im schweren Jagdspringen um den Opel-Preis siegte im Stichkampf überraschend der rheinische SA.-Reiter W. Günther auf Aeolus vor Oblt. v. Trothas Zieverich Aljofcha, der hier drei Feh­ler machte und damit auf den zweiten Rang ge­langte. Die beiden nächsten Plätze belegten die Pferde des Hptm. Betzel, ßoki und Alexander. Rittmeister M o m m und Oblt. Frhr. K. v. Wan­genheim kamen nicht ins Stechen. In den Vie­rerzügen war Oberftlt. Ruppert einmal mehr erfolgreich. Den Sieger-Preis der Stadt Wiesbaden erhielt Hptm. Schunck mit feinem Pferde Nelke.

Hier abschneiüen!

Plüsch 877 Polier

Stickstoff eilige» Alt, der aber all­mählich aufgejaugt wird und da­her ab und zu erneuert werden

in Quecksilber) oder aus Gold. Verschluckte Plomben richten keinen Schaden an. Ausgefallene Plomben müssen bald ergänzt werden.

Plüsch, Gewebe, das ähnlich wie Samt hergestellt wird, dessen auf- rechtstehende Fadenenden aber nicht so kurz geschoren sind.

Plumeau, entbehr!, franz. Fremd­wort für Federbett, Oberbett.

Plumpuddina, engl. National­gericht. bestehend aus geriebenem Brot, Mandeln. Ochsennieren­fett, Rosinen. Sultaninen, Zuk- ker, Zitronat und Orangenscha­len, etwas Zimt, etwas geriebener Zitronenschale Eiern und etwas Rum oder Arrack. Der Plum- pudding muß drei Stunden im Wasieroad kochen, ist lange halt­bar, kann warm und kalt gegeßen werden. Kommt er warm auf den Tisch, so begießt man ihn mit Rum der mit einem Papier­schnitzel angebrannt wird.

Plus, lat. Bedeutung mehr. Beim Rechnen wird durch das + Zeichen ausgedrückt, daß eine Zahl zu einer anderen hinzuge- zählt werden soll.

Pneumothorax, .,Luftbrust", An­sammlung von Luft oder Gas in der Brustfellhöhle. Entsteht durch Verletzungen, bei Durch­bruch von tuberkulösen Hohlen in den Brustfellranm. Als Heil­mittel angewandt bei Lungen­tuberkulose, um einen erkrankten Lungenflügel von der Atmung auszuschalten. Die Luft preßt den Lungenflügel zusammen und ver­hindert ihn so an den Atembe­wegungen. Gewöhnlich wird

muß.

Pocken, schwarze Blattern, In­fektionskrankheit, die mit Eiter­pusteln einhergeht. Oft tödlicher Ausgang. Hinterläßt, wenn sie überstanoen wird, sehr häßliche, entstellende Narben. Dank der Schutzimpfung sind die Pocken aus Deutschland so gut wie ver­schwunden. Siehe auch unter Impfung.

Podagra, siehe Eicht.

Podest, entbehrt. lat. Fremdwort für Treppenabsatz.

Podium, lat., erhöhter Platz in einem Saal für Redner ober Musiker.

Pökel, Sülze, Salzbeize, eine ge­sättigte Salzlösung, um Fleisch länger haltbar zu machen. Fleisch, das nach oem Pökeln nicht geräuchert wird, muß bald gegeßen werden. Schweinerivp- chen pökelt man etwa 2 Tage, da­gegen muß Schinken, der ge­räuchert roirb, minbestens vier Wochen im Pökel liegen.

Pointer, glatthaariger, englischer Vorstehhund.

Pokal, ital., meist metallenes Trinkgefäß auf Hoyern Fuß, bas manchmal auch einen Deckel be­sitzt.

Polenta, italienisches National­gericht. dicker Maismehlbrei, der nach dem Kochen mit einem Fa­den zerteilt wird.

Polier, Palier, der Stellver­treter des Baumeister« auf der Baustelle.

Kohlen von Fischer

Gießen, Alicenstraße 4244, Telefon 3172 und 3176