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merkbar machte, große Anforderungen an dos Dienstpersonal stellten. In den Tagen vom 12., 13. bis zum 15. waren es insgesamt 90 Sonderzüge, die durch Gießen fuhren und die außer dem gerade in den letzten zwei Tagen reger als im Vorjahr auf­tretenden Verkehr noch mit bewältigt werden muß­ten. Von diesen Sonderzügen waren 8 Expreßzüge für den schnellen Güterverkehr, 3 KdF.-Sonderzüge, 11 Militärurlauber- und 2 Arbeitsdienst-Urlauber­züge und 65 Doppel- oder Vorzüge. Auch am Pfingstsonntag war, noch sehr starker Andrang an den Schaltern festzustellen, der erst am Nachmittag nachließ. Nun fällt der Reichsbahn wieder die große Aufgabe zu, den Rücktransport so zu leiten, daß der Betrieb keine Störungen erleidet. Wenn man bedenkt, daß diese Mehrarbeit, die nur durch Ver­stärkung des Stammpersonals geleistet wurde, rei­bungslos und ohne jeden Betriebsunfall getan wer­den konnte, dann vermag man die Größe dieser Arbeit zu würdigen, die unsere Eisenbahner im Dienste der Volksgemeinschaft leisten.

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 18. Mai. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, £la\\e B 10, Klasse C QVi, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, Wirsing, S kg (gelb) 15, (grün) 25, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 18 bis 20, gelbe Rüben, alte, 25 bis 30, neue, das Bündel 20 bis 60, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 12 bis 15, Spargel, 1. Sorte 45, 2. Sorte 40, 3. Sorte 30, Sup­penspargel 25 bis 30, Unterkohlrabi 8 bis 12, Erbsen 30 bis 35, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 14 bis 15, Meerrettich 60 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln, alte, % kg 5 Pf-, 5 kg 46 Pf., 50 kg 3,80 bis 3,95 Mark, neue, % kg 18 bis 20 Pf., Aepfel 40 bis 45, Zwetschenhonig 45, Blumenkohl, das Stück 60 bis 70, Salat 15 bis 25, Salatgurken 50 Pf. bis 1 Mark, Oberkohlrabi 20 bis 25 Pf-, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 10 bis 25, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf-

** Silberne Hochzeit. D^s Fest der silber­nen Hochzeit feiern heute, Dienstag, 18. Mai,

Steuerinspektor Christian Rühl und Frau Dora, geb. Ockel, Am Nahrungsberg 4; Geschäftsführer Heinrich Schmidt und Frau Luise, geb. Frie- bertshäuser, Glaubrechtstraße 14-, Pförtner Franz Schneider und Frau, Teufelslustgärtchen 8.

** Unfälle. In der Nacht zum zweiten Pfingst- feiertag stürzte im hiesigen Bahnhofsgebäude ein 18 Jahre alter Arbeitsdienstmann infolge eines Schwächeanfalls so unglücklich, daß er neben einer erheblichen Kopfverletzung noch eine Gehirnerschütte­rung erlitt. Der bedauernswerte junge Mann mußte der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. In der oberen Frankfurter Straße fiel ein neun Jahre alter Schüler beim Spielen so unglücklich mit dem Ober­körper auf einen eisernen Zaun, daß ihm eine eiserne Spitze in den Körper drang. Die Verletzung machte die Ueberführung des Jungen in die Chirurgische Klinik erforderlich. Beim Haschen nach einem Ball im Verlaufe des Spieles fiel ein 13 Jahre alter Junge aus der Bismarckstraße so unglücklich in eine Glasscheibe, daß er schwere Schnittwunden am rechten Arm erlitt. Der Junge mußte in die Klinik verbracht werden. Mit einem doppelten Kiefer­bruch wurde ein 23 Jahre alter junger Mann in die Klinik eingeliefert. Die Verletzung hatte er sich bei einem unglücklichen Sturz zugezogen.

** Kameraüschaftstrefferr ehemali - a e r Hessischer Leibgardisten m i t dem Traditions-Regiment 115 in Darrn- st a d t. Die ehemaligen Angehörigen des Leibgarde- Jnfanterie-Regiments Nr. 115 treffen sich vom 31. Juli bis 2. August in der alten Garnison zur lieber- lieferung der dreihundertjährigen, ruhmvollen Ge­schichte des ältesten deutschen Infanterie-Regiments an das Traditions-Regiment 115. Die Feier be­ginnt am Samstag, 31. Juli, mit einem Begrü- tzungsabend in der Festhalle auf dem Exerzierplatz. Der folgende Sonntatzvormittag ist für die Tradi­tionsübergabe, für eine Heldenehrung und eine größere Gefechtshandlung mit den neuesten Kampf­mitteln, ausgeführt vom Traditions^Regiment, vor­gesehen. Der Sonntagnachmittag vereinigte die alten und jungen 115er zur frohen Wiedersehensfeier auf dem Festplatz am Rheintor. Am Montag, 2. August, sindet großes Volksfest auf dem Festplatz statt. An­meldungen, auch Quartieranmeldungen, sind zu richten an den Bund Hessischer Leibgardisten in Darmstadt.

Feierabendstunde in der Arbeiter-ilnterkunst Waldeslust" in Gießen.

Als eine der ersten Städte besitzt Gießen eine Arbeiter-Unterkunft. Sie ist auf dem Gelände in der 3^ihe der Sandgrube hinter dem Trieb, mitten im Walde angelegt. Der große freie Platz, auf dessen Mitte die Fahne des Dritten Reiches weht, wird umsäumt von drei großen, langgestreckten Holz­bauten. Der obere Querbau enthält die Küchen­räume, Vorratskammern und den großen Speise­saal mit weißgedeckten Tischen, der gleichzeitig als Kantine dient. Zu beiden Seiten stehen die zwei großen Hozbauten, in denen die Belegschaft, etwa 200 Mann, untergebracht ist. Außer den schönen, hellen Schlafräumen sind noch Wasch-, Bade- und Trockenräume vorhanden. In dem Lager, unter Führung von Sturmbannführer F a u l st i ch , herrscht mustergültige Ordnung und Sauberkeit. Die Belegschaft besteht aus Arbeitern jeglicher Art aus allen Gauen Deutschlands, die hier nach jahre­langer Arbeitslosigkeit wieder in den geregelten Ar­beitsprozeß eingereiht werden.

Auf Einladung des Lagerführers weilte am Frei­tagabend der Musikzug der SA.-Standarte 116 zu einem anderthalbstündigen Platzkonzert im Lager und erfreute die Belegschaft nach ihrer harten Tagesarbeit durch seine Musikvorträge. Reicher Bei­fall belohnte die SA.-Karneraden für ihre Darbie­tungen. Nach Beendigung des Platzkonzertes richtete

Standartenführer Lutter

einige Worte an die Belegschaft des Lagers. Er be­tonte einleitend, daß der Musikzug der Standarte 116 gern gekommen sei, um durch sein Konzert den Ärbeitskameraden eine Freude zu bereiten. Denn die SA.-Männer wüßten, daß diese Kame­raden des Schwerste, nämlich jahrelange Arbeits­losigkeit, durchgemacht hätten und nun wieder mit- helfen könnten am Aufbau unseres Vaterlandes.

Wir alle seien in eine Zeit hineingestellt, in der jeder seinen Platz ausfüllen müsse, ganz gleich, wo es auch sei. Unsere Arbeit sei ja nicht allein für uns, sondern für unser Vaterland und unsere Kinder.

Sodann sprach Standartenführer Lutter zu den Arbeitskameraden über den Werdegang und die Aufgaben der SA., und daß es ihr vorbehalten ist, den neuen deutschen Menschen zu formen und zu schaffen und ihn so zu gestalten, daß er jeder­zeit einsatzbereit ist zum Wohle für fein Volk und Vaterland. Gerade bei uns in der SA., so führte er weiter aus, ist der größte Prozentsatz des deut­schen Arbeiters zusammengeschmolzen zu einem ge­waltigen Ganzen, der in treuer Pflichterfüllung feinen Dienst versieht. Für uns in der SA. gibt es nur eine Arbeit: die Arbeit am deutschen Volke.

Zum Schlüsse gedachte Standartenführer Lut­ter noch des Führers, durch dessen unermüdliche Arbeit es überhaupt erst möglich gewesen sei, Deutschland vor dem sicheren Abgrund zu retten und nun einer besseren Zukunst zuzuführen. Das von der Belegschaft des Lagers begeistert aufge­nommene Sieg-Heil und der Gesang der National­lieder waren ein erneutes Bekenntnis zum Führer und feinem Schaffen.

Ein Arbeitskamerad der Lagerbelegschaft dankte dem Musikzug der SA.-Standarte 116 für die schöne Feierabendstunde und Standartenführer Lutter für die packenden Worte, die er an die Belegschaft richtete, und forderte gleichzeitig seine Arbeitskame­raden auf, auch weiterhin im Sinne des Führers die ihnen übertragenen Arbeiten zu verrichten.

Eine anschließende Lagerbesichtigung ließ in allen Teilen erkennen, daß Belegschaft und Lagerführung eine vorbildliche Gemeinschaft zur mustergültigen Erfüllung ihrer Aufgaben bilden.

Skandal um Or. Vandergruen Boman von Hans Hirthammer.

Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S.

42 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Stefan hatte sie angesehen, bestürzt, mit irren Augen.Das verstehen Sie nicht!" hatte er hei­ser geflüstert.Wie könnten Sie verstehen, wie es einem Menschen zumute ist, der alles verloren hat!" Nichts haben Sie verloren. Ihre Schwester wird leben, in Ihnen, wenn Sie selbst an das Leben glauben!"

Da war Stefan mit der Handfläche über die Stirn gefahren, als wollte er dunkle Schatten ver­scheuchen.

Ich habe Ihr Schlafzimmer in Ordnung ge­bracht. Gute Nacht, Herr Doktor!"

In ihrem Zimmer war sie noch eine lange Zeit wach gewesen. Bis sie seine schlürfenden Schritte drunten vernommen hatte und wußte, daß er zu Bett gegangen war.

Da hatte auch sie sich ausgewogen und ihr Lager ausgesucht. Jetzt hat er die Blumen gesehen! hatte sie denken müssen.

Am Morgen, beim Erwachen, als sie ihn im Garten hantieren hörte, war sie aus dem Bett ge­sprungen und hatte vorsichtig aus dem Fenster ge­lugt. Ja, dort drunten stand er, in Hemdärmeln, hatte einen Spaten in der Hand und grub ein Beet um.

War es der Anfang seiner Gesundung? Er werkte wie ein Besessener, die Erde flog nur so.

Und plötzlich hatte er den Kopf gewandt und zu ihr heraufgeblickt. Sie fand keine Zeit mehr, sich zurückzubeugen, sie wollte es auch gar nicht tun.

Eine Weile hatte er sie reglos angeblickt, dann werkte er weiter.

Das Frühstück aber nahm er wieder in feinem Zimmer.

Als sie es ihm gebracht hatte und wieder hinaus- gehen wollte, hatte er sie mit einem kurzen Aufblick zurückgehalten.Sie sollten sich nicht so am Fenster zeigen. Die Leute vom anderen Hause drüben könn­ten Sie sehen und ich möchte nicht, daß Sie ins Gerede kommen."

Da hatte Gisch eine Helle Freude gefühlt.

Uebrigens war er immer noch nicht rasiert. Es wurde allmählich ein Vollbart.

Und nun steht sie also in der Küche und reinigt das Geschirr. Sie hat eine geblümte Schürze um, und die Aermel des Kleides sind bis über die Ellen­bogen aufgekrempelt.

Auf einmal hört sie draußen seine rufende Stimme:Fräulein Amelung! Hallo, Sie werden am Telephon verlangt!"

,jawohl," schreit sie,ich komme schon!"

Sie trocknete sich rasck die Hände ab und eilt hin­über. Er sitzt schon wieder an seinem Platz, es fällt ihm nicht ein, sie während des Gesprächs allein zu lassen.

Hallo! Ach du, Mary, lieb von dir! Du hörst es ja, ich bin immer noch da, nein, nein, er hat mir nichts getan . O ja, es geht ganz gut vorwärts, er ißt schon alles, was ich ihm zubereite, heute früh hat er im Garten gearbeitet Sein Schlafzimmer hat er ganz anständig aufgeräumt, sogar sein Bett hat er heute selber gemacht, ein bißchen unbeholfen zwar, aber für den Anfang kann man zufrieden sein ..."

Während sie in den Hörer spricht, spielt ihre eine Hand mit einem der Bücher, die vor Stefan auf dem Schreibtisch liegen. Ab und zu wirft sie einen verdeckten Blick auf den Sitzenden.

Doch, gewiß, es wird schon alles gut werden, ihr braucht euch keine Sorgen zu machen. Ja, natürlich bleibe ich da. Ich bin glücklich, Mary, sehr glücklich!"

Während sie das sagt, wendet sie Stefan ihre Augen zu, und es ist, als hätte sie es zu ihm gesagt.

Erinnerst du dich noch an unser Gespräch da­mals in dem Caf6 , als ich von Leipzig zurückge­kommen war? Ja, sieh, das ist jetzt alles einge­troffen. Ja, wir sehen uns dann bei der Beer­digung. Ob er mitkommen wird? Aber, natür­lich! Glaubst du denn wirklich, daß er der toten

Schwester die letzte Ehre versagen würde? Ich ver­stehe nicht, was ihr eigentlich von ihm denkt, es scheint, ihr halten ihn für etwas übergeschnappt. Das ist ja albern! Nein, nein, er ist so vernünf­tig wie du und ich. Daß ihn dieses furchtbare Un- glück etwas durcheinandergeworfen hat, das werdet ihr doch verstehen. Na also! Auf Wiedersehn, Mary! Einen Gruß an deinen Verlobten!"

Gisch legt den Hörer auf.Entschuldigen Sie, Herr Doktor, daß ich so lange gesprochen habe!" Bitte!"

Außerdem Herr Doktor es wird allmählich Zeit, daß Sie sich für die Beerdigung fertig­machen!"

Ja, ich ich hatte ja eigentlich die Absicht, nicht daran teilzunehmen, aber es scheint doch es dürste doch vielleicht besser sein der Leute wegen, daß ich--ja, ich ziehe mich sofort an."

Gut, Herr Doktor. Ich werde dann eine Taxe besten. Wünschen Sie allein zu fahren oder soll ich--?"

Kommen Sie nur mit, da Sie schon einmal hier sind."

Gisch legt ihr schwarzes Kleid an, das sie sich in Eisenach hat anfertigen lassen.

Sie wartet längst in der Diele, aber Dr. Vander- gruen kommt nicht. Als draußen das Auto vorfährt, klopft sie an seinem Zimmer.

Es rührt sich nichts. Da druückt sie die Klinke nieder und tritt ein.

Der Doktor sitzt auf dem Bettrand und hat den Kopf in beide Hände gestützt. Mit leeren Augen starrt er vor sich hin.

So kommen Sie doch, das Auto wartet bereits."

Während sie an der Tür lehnt, tritt er vor den Wandspiegel und bemüht sich, den Kragen utmu- binben, ein steifes Ungetüm, das feine Mucken hat.

Eine Weile sieht sie seinen fruchtlosen Versuchen zu, dann geht sie entschlossen auf ihn zu.

Kommen Sie, lassen Sie sich helfen!"

Ihre Hände wollen zu zittern anfangen, denn sie hat noch nie so nahe vor ihm gestanden, daß sein Mund fast ihre Stirn berührt.

Seine Augen sind über ihr und starren sie un-

Aus her engeren Heimat.

Hitler-Jugend Bann 116 Gießen.

Infolge des Reichsführerlaaers in Weimar wird die Feierstunde mit Ausgabe Der Führerbeförderun­gen am Mittwoch, 19. Mai, in der Aula des Gym­nasiums auf einen späteren Termin verlegt.

Tod durch schwere Brandwunden.

Geisteskranke Frau zündet ihre Kleidung an.

* Ober-Mock st adt (Kr. Büdingen), 18. Mai. Am ersten Pfingstfeiertag steckte eine hiesige, 56 Jahre alte verheiratete Frau, Mutter mehrerer Kinder, die schon seit längerer Zeit nervenleidend war, auf dem Dachboden ihres Wohnhauses ihre Unterwüsche in Brand. Die Flammen nah­men so erhebliches Ausmaß an, daß die Frau schwere Brandwunden davontrug. Die Frau wurde von den von einem Spaziergang heimkehrenden Mitbewohnern aufgefunden, jedoch verstarb sie nach einigen Stunden an den Folgen der schweren Brand­wunden. Die bedauernswerte Frau hat die Tat offenbar in einem Anfall von geistiger Um­nachtung ausgeführt.

Eine gemeine Tat.

Mehrere hundert Tulpen

im Vad-Nauheimer Kurpark abgeschnitten.

Bad-Nauheirn, 17. Mai. (Lpd.) In einer der letzten Nächte wurde hier eine gemeine Tat verübt. Von den im schönsten Blütenschmuck liegen­den Beeten der Kuranlage sind einige hundert Tulpen abgeschnitten worden. Da die Blu­men sachgemäß geschnitten wurden, nimmt man an, daß es sich bei den Tätern um Leute handelt, die die gestohlenen Blumen vielleicht in einer nahe­gelegenen Stadt verkaufen wollen. Die Polizei hat die Fahndung nach den Tätern ausgenommen. Das Hessische Staatsbad hat für die Ergreifung der Tä­ter eine hohe Belohnung ausgesetzt.

Landkreis Gießen.

$ Alten-Buseck, 17. Mai. Die hiesige Frauenschaft hatte alle Frauen, die das 65. Lebensjahr überschritten haben, zu einem gemüt­lichen Beisammensein mit den Mitgliedern der Frauenschaft und des Frauenwerkes im Saale des Gastwirts Rühl eingeladen. Die Führerin der Frauenschaft, Frau Sarg, begrüßte die Erschie­nenen mit herzlichen Worten und wies dabei hin auf die Stellung der Frau im nationalsozialistischen Staat und ihre hohe Bedeutung für das Leben un­seres Volkes. Man erfreute die Gäste mit gemein­samen Liedern und Gedichtvorträgen und verbrachte einige schöne Stunden bei Kaffee und Kuchen.

gfs. Staufenberg, 17. Mai. Auch in unserer Frauenschaft wurden die über 60 Jahre alten Mütter geehrt. Die Kranken bekamen einen Gruß ins Haus gebracht. Allerlei Lieder und Gedichte und das Anderfenfche MärchenGeschichte einer Mut­ter" wurden vorgetragen und eine Anzahl Bilder deutscher Maler von der Mutter wurden gezeigt. Nach einer Ansprache von Frau. Mittermeier fanden sich alle bei Kaffee und Kuchen fröhlich zu­sammen, gemeinsame Lieder hoben die festliche Stimmung. Am Schluß wurden die alten Mütter photographiert.

I ©aalen, 17. Mai. Die hiesige Spar- und Darlehenskasse hielt ihre Jahresschlußver- sammlung unter Leitung von Direktor Wagner ab. Die Mitgliederzahl beläuft sich auf 104. Im Berichtsjahre wurden 75 475 Mark Einlagen einge­zahlt. Für die Schulsparkasse gingen 388 Mark ein. An Dividende werden 6 v. H. verteilt. Vorstand und Aufsichtsrat wurden entlastet und wiedergewählt.

<£ Leihgestern, 18. Mai. Am zweiten Pfingst­feiertag begingen die vor fünfzig Jahren hier Kon­firmierten ihre goldene Könfirmations- feier. Unter Orgelspiel und Führung des Orts­geistlichen nahmen sie auf den beiden vordersten Bänken der Kirche vor dem mit Blumen geschmück­ten Altar Platz. Es waren 7 Frauen und 8 Män­ner, eine weitere Frau konnte, durch Krankheit ver­hindert, nicht teilnehmen. Zwei Frauen und zwei Männer waren zu diesem Tage von auswärts nach hier gekommen. Auch ihr alter Lehrer, der Rektor i. R. Jung in Bad-Nauheim, hatte sich zu der Feier eingefunden. Der Ortsgeistliche legte seiner Predigt den Text ihres Konfirmationstages Evang. Lukas 2. Kap. Vers 4150 zugrunde und gedachte auch ihrer Alterskameraden, die nicht mehr unter ihnen weilen können, deren Gräber in stillem Ge­

denken besucht wurden. Eine Nachfeier führte die Jubilare am Nachmittag nochmals zusammen.

CSD Eberstadt, 17. Mai. Am zweiten Pfingst­feiertag konnte der hiesige Einwohner'Heinr. Gär- lach in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag begehen. Der Jubilar gehört bereits 50 Jahre dem Kriegerverein an, der ihm an seinem Geburtstage eine Ehrung bereitete.

§ Hungen, 17. Mai. Am Ausgang der Stadt nach Inheiden zu wurde heute am Friedhof das 6jährige Söhnchen des Kaufmanns Hch. Schä. f e r dahier von einem Personenauto überfahren, wodurch es außer einem Waden- beinbrud) eine starke Verletzung der rechten Hand erlitt, welche die Verbringung in die Klinik nach Gießen erforderlich machte.

Kreis Friedberg.

* Münzenberg, 17. Mai. Der 27 Jahre alte Landwirt Adolf Walter erlitt bei einem Sturz schwere Sruftquetfd)ungen und einen Rippenbruch, die seine Ueberführung nach der Chirurgischen Klinik zu Gießen erforderlich machten.

Kreis Bübingen.

* Nidda, 17. Mai. Der 34 Jahre alte Monteur Willy Weber stürzte bei der Arbeit von einer Leiter und zog sich dabei neben einem Becken­bruch noch weitere erhebliche Verletzungen zu. Er mußte nach Gießen in die Klinik eingeliefert werden.

Von der Eisenbahnbrücke in den Rhein gesprungen.

LPD. Worms, 17. Mai. Wormser Fischer, die auf dem Rhein ihrem Gewerbe nachgingen, be­merkten nachts um 1 Uhr, daß eine Person von der Eisenbahnbrücke in den Strom sprang. Nack den bald darauf aus dem Wasser ertönenden Hilferufen hat es sich um einen Mann gehandelt, der aber, bevor die zu Hilfe eilenben Fischer ihn erreichen konnten, von der Strömung abgetrieben und untergegangen ist.

Jtunhfunfprogramm.

Mittwoch, 19. Mai.

6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werks­konzert. 11.15: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunach- richten. 11.50: Deutsche Scholle. 12: Aus der Stadt­verwaltung und Druckerei Sommer, Bad Ems- Werkskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sende­bezirk). Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch. 15$ Eine kleine Dosis Heiterkeit. 15.30: Volk und Wirt­schaft. 16: Das deutsche Lied des Barock. 16.30: Un« terhaltungskonzert. 18: Sport zeitgemäß belauscht. 18.30: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45; ^Funkbericht aus der AusstellungSchaffendes Volk". 20: Nachrichten. 20.10: Karl Schmitt-Walter, ein großer deutscher Sänger. 20.45: Unterhaltungskon­zert. Musik von Ludwig Siede. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Grenzecho. 22.20: Kamerad, wo bist du? 22.30: Kammermusik. 23: Unterholtungs- und Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert.

Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 321: Zweite Ausführungsverordnung (AVO. II) zur Verordnung 'über die Bildung von Preisen und Entgelten auf Dem Gebiete Der Leder- wirtschaft (LederpreisverorDnuna). 322: Dritte Ausführungsverordnung (AVO. III) zur Verordnung über Die Bildung von Preisen und Entgelten auf Dem Gebiete Der Lederwirtschaft (Lederpreisverord­nung). 323: Gebührenordnung der Heber« wachungsstelle für Kleidung und verwandte Ge­biete. 324: Zweite Ergänzung der Gebühren­ordnung der Ueberwachungsftelle für Seide, Kunst­seide und Zellwolle. 325: Gebührenordnung der Ueberwachungsftelle für Mineralöl. 326: Rege­lung der Arbeitszeit zu Pfingsten 1937. 327: Satzung der Marktvereinigung Der deutschen Forst- und Holzwirtschaft. 328: Gemeinsame Anordnung der Uederwachungsstellen für Lederwirtschaft und für Rauchwaren (Verwendung von Zickelfellen). 329: Die rumänischen Einfuhrgesuche für Die neu­kontingentierten Artikel! 330: Zahlung von Der« sorgungsbezügen an das Ausland. 331: Reisever­kehr nach Den Bädern des Memelgebiets. 332: Umsatzsteuerumrechnungssätze auf Reichsmark für April 1937.

verwandt an, scheinen sie staunend abzutasten, lebe Linie ihres Gesichtes in sich aufnehmen zu mollem

So!" sagt sie endlich aufatmend und das voll­endete Werk kritisch betrachtend.Hoffentlich habe ich's recht gemacht!"

Ganz recht!" bestätigt Stefan mit einem Blick in den Spiegel. Dann bindet er die schwarze Kra­watte um, legt Weste und Jacke an.

Beim Hinausgehen nimmt er plötzlich ihre Hand. Sie sind viel zu gut zu mir, Fräulein Anbetung! Wissen Sie Denn nicht mehr, wie häßlich ich mich gegen Sie benommen habe?"

Gisch wersucht ein Lächeln.Das hat dvch jetzt keine Bedeutung mehr!"

Die Beerdigung verläuft ohne Zwischenfall. Es sind nur wenige Leute erschienen, ein paar Be­kannte von Dr. Vandergruen, einige seine Schüler, dann Dr. Michaelis, sowie Bert Jmhoft mit Mary, das Zugehmädchen Else, etliche Leute aus des Nach­barschaft und ein paar von jenen sonderlichen Käu­zen, die an jedem Begräbnis teilzunehmen pflegen, die Trauergäste von Beruf sozusagen.

Als alles vorüber ist, tritt Bert mit Mary auf Dr. Vandergruen zu.

Nun haben Sie das Schlimmste hinter sich. Das Leben wird weitergehen, lieber Doktor, und feinen Anspruch an Sie erheben."

Gisch allein merkt, daß die Feierlichkeit den Doktor ziemlich stark mitgenommen hat. Sie gibt ihren Freunden einen Wink und beeilt sich, Stefan Vandergruen ins Auto zu bringen, worin sie neben ihm Platz nimmt.

Sie verabschieden sich von Imhoff, Gisch drückt Mary die Hand, dann setzt sich bas Auto in Be­wegung.

Als Gisch nach einer Weile zu Stefan hinüber­schaut, sieht sie, daß seine Augen feucht von Tränen sind.

Da streckt sie ihre Hand zu ihm hinüber und legt sie tröstend auf die feine.

An diesem Nachmittag schreibt Gisch an Den Notar in Eisenach. Sie bittet ihn, Den Verkauf ihres Erbes in die Wege zu leiten.

(Fortsetzung folgt!)

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