Aus aller Welt.
Oie Untersuchung der Luftschiff-Katastrophe.
Der Untersuchungsausschuß in Lakehurst prüfte am Montag die Ergebnisse der Aussagen der bisher Vernommenen über 20 Zeugen und besichtigte dann erneut das Schiffswrack. Alle drei Mitglieder des amerikanischen Ausschusses lehnten grundsätzlich jede Aeußerung darüber ab, ob das bisherige Ergebnis irgendeine der verschiedenen Vermutungen über das Unglück und seine Ursache stütze. Das gesamte in der Untersuchung bisher zutage geförderte Material wird dem Wirtschaftsminister Roper oorgelegt. Man rechnet damit, daß die Untersuchung noch mindestens acht Tage dauert.
Am Montaa vernahm der Ausschuß das Be- satzungsmitglieo Hans Freund, der das Lan- dungsmanöver als völlig normal schilderte. Er bestritt, daß die Gaszellen undicht gewesen seien. Er habe keinen Geruch wahrgenommen. Außerdem hätte die Schiffsoentilation etwaige Gasansammlungen verhindert.
Kapitän P r u ß und der Erste Offizier S a m m t wurden am Montag als außer Lebensgefahr bezeichnet. 12 Besatzunasmitalieder kehrten nach ihrer Vernehmung an Bord der „Europa" in die Heimat zurück.
Bischöfliches Knabenseminar wegen sittlicher Gefährdung geschloffen.
Weimar, 15. Mai. (DNB.) Eingehende Ermittlungen haben ergeben, daß im Knabenseminar in Heiligen st adt (Eichsfeld) unter den dort untergebrachten Jungen Zustände bestehen, die eine hochgradige stttliche Gefährdung darstellen. Homosexuelle Verfehlungen schlimmster Art waren, wie festgestellt werden konnte, seit Jahren an der Tagesordnung. Der Leitung des Seminars waren die Vorfälle nicht unbekannt. Sie hat jedoch keine Maßnahmen getroffen, dem Treiben ein Ende zu machen. Der Grund für so bedauerliche und im Interesse der Jugenderziehung so verhängnisvolle Verirrung ist in einem falschen Erziehungs- system zu suchen, was die polizeilichen Ermittlungen eindeutig ergaben. Wie aus den Vernehmungen hervorging, war nämlich unter den Jungen allgemein die bezeichnende Ansicht vertreten, daß der Verkehr zwischen Knaben nicht so sündhaft sei wie mit Mädchen. Die Geheime Staatspolizei E r f u r t hat angesichts dieses Tatbestandes die Schließung des Bischöflichen Knabenseminars in Heiligenstadt veranlaßt. Diese Maßnahme ist nicht nur gerechtfertigt, sondern auch im Hinblick auf die Ermittlungsergebnrsse unbedingt notwendig.
Wieder ein feiger t jüdischer Mordversuch auf einem polnischen Markt.
In Brest am Bug wurde am letzten Samstag der von jüdischer Mörderhand niedergestreckte Polizeibeamte beigesetzt. Zum Zeichen des Protestes gegen die Untat und die weiteren frechen Herausforderungen der Juden bleiben sämtliche polnische Geschäfte geschlossen. Die jüdischen Marktschieber und ihre Helfershelfer besaßen die unglaubliche Frechheit, einen Rabbiner und einen Sejmabgeordneten bei der Regierung in Warschau wegen der „Vorfälle auf dem Markt" Einspruch erheben zu lassen. Die Erregung der polnischen Bevölkerung in Brest hat sich noch nicht gelegt. Die Empörung ist umso größer, als inzwischen festgestellt worden ist, daß der Polizeibeamte in dem Augenblick, als er sich zur Untersuchung über einige Fleischwaren gebeugt hatte, von dem feigen jüdischen Verbrecher hinterrücks niedergeschossen worden ist. Wie jetzt bekannt wird, hat sich vor einigen Tagen in dem Marktflecken Grabow in Mittelpolen ein ganz ähnlicher Fall ereignet. Im Verlauf einer Auseinandersetzung zwischen zwei jüdischen und einem polnischen Händler stach einer der Juden feinen Gegner nieder. Der Pole mußte schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Die Kunde von dieser
feigen Bluttat löste naturgemäß überall starke Erregung aus. Die zum Markt gekommenen Bauern machten ihrer verständlichen Empörung Luft, indem sie gegen die jüdische Händlerclique oorgingen. In über 200 Geschäften und Wohnungen wurden die Scheiben zertrümmert.
Mord in der Pariser Untergrundbahn.
In der Pariser Untergrundbahn wurde am Pfingstsonntag ein bisher unaufgeklärter Mord begangen. Fahrgäste, die in einen Wagen erster Klasse einsteigen wollten, fanden eine junge Frau mit tödlichen Stichwunden in ihrem Blute liegend auf. Es handelte sich um eine 30jährige Witwe italienischer Nationalität. Der Mord muß kurz vor dem Halten des Zuges und so schnell verübt worden sein, daß niemand etwas davon merkte und der Mörder auf der Haltestelle entkommen konnte.
Geheimnisvoller Tod des ehemaligen zaristischen Polizeichefs.
Der ehemalige Chef der zaristischen Polizei Nikolaus Preobrajenfki ist in einem Pariser Heim der Heilsarmee verstorben. Die Polizei stellt über die Umstände des Todes eine Untersuchung an. Preobrajenfki ist nämlich im Verlaufe einer politischen Auseinandersetzung aus dem Fenster geworfen worden. Verdächtig ist, daß dieser Vorfall von dem Leiter des Heims, einem Major der Heilsarmee, der Polizei nicht gernel- d e t worden war.
Aulobus mit Pfingstausfluglern verunglückt.
Arn Pfingstsonntagmorgen fuhr am Gasthof in Schmorkau ein mit Fahrgästen besetzter Omnibus aus Mückeberg, der sich auf der Fahrt von Lauchhammer nach Schmorkau (Prov. Sachsen) befand, in den Straßengraben und stürzte um. Hierbei wurden 18 Fahrgäste verletzt, davon acht schwer. Drei von ihnen schweben in Lebensgefahr. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei haben ergeben, daß wahrscheinlich ein technischer Mangel an der Vorderradfederung des Omnibusses den schweren Unfall verursacht hat. Die beiden Fahrer und der Besitzer wurden in Haft genommen.
Ueberschwemmungen in Norditalien.
Die starken Regengüsse der letzten Tage haben dazu b^sührt, daß i m Gebiet von Treviso der Bidasio-Kanal aus seinen Ufern trat, wodurch 5 0 0 bebaute Felder überschwemmt wurden. Zahlreiche Familien mußten ihre Wohnhäuser verlassen. Das Wasser beginnt, sich wieder zurückzuziehen.
Erloschener Vulkan in Argentinien wieder tätig.
Der bisher als erloschen geltende Vulkan Turitari im Territorium Los Andes im Nordwesten Argentiniens ist plötzlich wieder in Tätigkeit getreten und stößt große Rauchwolken aus, nachdem schon seit einer Woche starke unterirdische Geräusche vernehmbar waren. Die Bevölke- rund der nur 160 Kilometer entfernt liegenden Prooinzialhauptstadt San Antonio de los Cobres befindet sich in größter Aufregung, da sie befürchtet, daß auch drei näherliegende erloschene Vulkane ihre verderbenbringende Tätigkeit wieder aufnehmen tonnten.
Feuersbrunst in einem polnischen Städtschen.
In dem Städtchen Miora im Wilnaer Gebiet wütete am Pfingssonntag ein R i e s e n f e u e r, das 50 Wohnhäuser und 21 Geschäfte und Läden zerstörte. Das Feuer wurde durch den starken Sturm auch auf ein benachbartes Dorf übertragen, wo neun Besitzungen niederbrannten.
Furchtbares Explosionsunglück in Hongkong.
In Hongkong ereignete sich auf einem vollbesetzten Motorboot eine Explosion, durch die das ganze Schiff zerstört wurde. Die Zahl der Menschenverluste beträgt 33 Tote und acht Schwerverletzte. Zehn Personen werden noch vermißt.
Hanna Reitsch zum Flugkapitän ernannt.
Die bekannte Segelfliegerin und Versuchspilotin des Deutschen Forschungsinstituts für Segelflug in
Darmstadt, Hanna Reitsch, ist vom Reichsluft, fahrtministerium wegen ihrer großen Verdienste um die Luftfahrtforschung zum Flugkapi.tän ernannt worden. Es ist das erstemal, daß einer Frau der Titel eines Flugkapitäns verliehen wurde.
Kunst und Wissenschaft
II. Frankfurter Konferenz für Wedizinisch- Naturwissenfchaftliche Zusammenarbeit.
Der zweite Tag der Frankfurter Konferenz brachte die Besprechung grundlegender Fragen aus Physik, Biologie und Klinik der Ultrakurzwellentherapie. Besondere Beachtung fanden die Vorträge von Dr. hab. H. Schäfer (Frankfurt), Prof. Rajewsky (Frankfurt) und Prof. Schliephake (Gießen). In der abschließenden Sitzung wurden Themen aus den verschiedenen klinischen Anwendungsgebieten der Wärmebehandlung besprochen. Prof. Bohnenkamp sprach über die Anwendung in der inneren Medizin, Prof. Müller (Berlin) über die in der Kinderheilkunde, Prof. Kulenkampff zur Chirurgie, Prof. G u t h m a n n zur Frauenheilkunde, Dozent Dr. Kühnau zur Balneologie und "Prof. Kühn zur Zahnheilkunde. Das rege Interesse, das die beteiligten wissenschaftlichen Kreise der Konferenz entgegenbrachten, läßt es erfolgversvrechend erscheinen, diese Tagungen zu einer periodischen Einrichtung zu machen.
Der Mainfränkische Kunstpreis 1937.
Vor der Geyer-Ruine in Giebelstadt fand in Anwesenheit des Gauleiters und Regierungspräsidenten Dr. Hellmuth die Verteiluna des Main- fränkischen Kun st Preises 1937 statt. Gauleiter Dr. Hellmuth überreichte den Preisträgern eine künstlerisch ausgeführte Urkunde und einen Geldpreis von je 1000 Mark. Es erhielten den Rückert-Preis für Literatur der mainfränkische Heimatdichter Nikolaus Fey (Lohr a. M.), der Verfasser des Florian-Geyer-Festspiels, den Reger-Preis für Musik Geheimrat Professor Dr. Hermann Z i l - cher (Würzburg), den Riemenschneider-Preis für bildende Kunst der Kunstbildhauer Mathias Schiestl.
Friedrich Bethge
Leiter der Deutschen Schachgemeinschaft.
NSG. Die Leitung der Deutschen Schachgemeinschaft für das gesamte Reichsgebiet hat Reichskultur - Senator, Chefdramaturg Friedrich Bethge (Frankfurt a. M.), Träaer des Staats- ireises 1937, übernommen. Pg. Betyga ist im deut- chen Schachleben kein Unbekannter, der insbesondere eine dramatische Tätigkeit immer wieder auf das Schach zurückführt. Die Deutsche Schachgemeinschaft wird in engster Verbindung mit dem Reichsamt „Feierabend" das Schachspiel in die Betriebe hineintragen. Allerdings dreht es sich nicht darum, Men- schen, die schon Schach spielen können, zu erfassen, sondern, was noch wichtiger ist, um die Gewinnung der Jugend für das Spiel. Aus diesem Grunde wird in Kürze ein Abkommen mit der Hitlerjugend auch hier dem Schach neue Wege weisen. Der Leiter der Schachgemeinschaft, Pg. Bethge, hat in seiner Rede auf der Kulturtagung der Hitlerjugend in Bochum bezüglich des Schachspieles wertvolle Ausführungen gemacht; auch die Reichsjugendführung hat ihre Mitarbeit zugesagt.
Der Deutsche Sprachverein tagt in Stuttgart.
Der Deutsche Sprachverein hält seine Reichstagung in Stuttgart ab. Diele Vertreter aus dem Reich und dem Ausland hatten sich eingefunden. Der Vorsitzende, Dr. Buttmann, führte aus, der Deutsche Sprachverein kämpfe nicht in erster Linie gegen den Gebrauch der Fremdwörter; er glaube vielmehr, ein unerläßlicher Bestandteil unseres völkischen und staattichen Aufbaues zu sein, daß er zur Pflege einer artechten Sprache ausfordere. Professor Weißgerber (Rostock) sprach dann von der Muttersprache als Schicksal des deutschen Volkes. Wilhelm Martin Esser (Düsseldorf) forderte eine Sprachpflege, die von den Ergebnissen, der Spracherziehung ausgehe und zu einer wahrhaft völkischen Redekunst emporführe. Professor Ewald Geißler (Erlangen) handelte von den Urtiefen der deutschen Sprache überhaupt.
Zeitschriften.
— Die Maifolge von Westermanns Mo» n a 15 f) e f t e n wird eingeleitet mit dem Hinweis auf den Muttertag, welche Worte dazu könnten würdiger fein, als sie Edith Winkelmann aus müt- terlichem Herzen in ihrem Beitrag „Selige Mutterschaft" gefunden hat. Wenn noch das Bild dazu sprechen soll, welche anderen Bilder kämen künstlerisch dem Ausdruck seligen Muttertums so nahe, wie die ausgewählten, darunter die „Worpsweder Madonna" von Fritz Mackensen. In einem reinen Muttertum erfüllen sich alle Voraussetzungen für die Zukunft unsres volklichen Lebens. Darum ist auch ein Aufsatz wichtig, wie „Frühehe und akademische Ausbildung". Die soziale Frage, die hier aufgeworfen ist, fordert ihre Lösung für die Jugend, die verantwortungsbewußt eingereiht ist bei dem Neubau des Dritten Reiches. Volk als Gemeinschaft wird behandelt in dem Aufsatz „Das Erzählen in einer Dorfgemeinschaft", ein Beitrag zur Formengestaltung der Sage. Mit einer wissenschaftlichen Plauderei über den „Ursprung der Sonnenwärme" mit einer Betrachtung über „Das Orakel", womit manchen geheimnisvollen Dingen das Geheimnis genommen wird, sind interessante Seiten der Wissenschaft gestreift. Beiträge über das Vogelschutzgebiet auf Norderoog und Staudenpflanzung im neuen Garten, bedeuten einen Ausflug in die Natur.
— „Der Naturforscher", vereint mit „Natur und Technik". Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde N. — Das Maiheft bestätigt aufs neue, daß die Zeitschrift die anerkennende Beurteilung maßgebender Stellen verdient, die ihr kürzlich wieder wegen ihres hochwertigen Inhaltes und ihrer ausgezeichneten Ausstattung höchstes Lob zollten. — Dr. Krumbiegel zeigt, daß die in der Zoologie bekannte Bergmannsche Regel eine allgemeine Gesetzmäßigkeit der Rassenkunde ist. Professor Dr. Spitaler behandelt die langfriftige Witterungsvorhersage. Professor Dr. Krieg gibt an Hand von guten Ausnahmen einen Ueberblitf über die Abweichungsformen beim Rehwild. Professor Dr. Rhumbler vermittelt einen verständlichen Einblick in seine Untersuchungen über die Bordflaggenstellung der Möwen und zieht Vergleiche zu den Segelfliegern. Dr. von Frankenberg veröffentlicht seine Beobachtungen über Mehrfachbildungen von Maikäferfühlern. Studienrat Gentil gibt Einblick in seine Arbeiten über die Schillerfarben der Insekten. Alex Stimmelmayr veröffentlicht beachtenswerte Forschungsergebnisse über Vogelzug und Sonnenstellung. Der Bericht von Dr. Petersen „Ein ponv merscher Frauenschuhstandort unter Naturschutz" bietet schöne Bilder von der reichen Blütenpracht dieses Orchideenvorkommens. Eine jetzt im Vordergrund des deutschenWirtschaftslebens stehende Frage behandelt Dipl.-Jng. Pachtner: „Die deutsche Benzingewinnung aus Erdöl." Forschungsergebnisse, Anregungen zur Naturbeobachtung schließen das Machest.
Sochschulnackrichten.
Professor Dr. Hermann Wiener, der emeritierte Ordinarius für Mathematik an der Technischen Hochschule Darmstadt, beging in diesen Tagen seinen 8 0. Geburtstag. Wiener habilitierte sich 1885 in Halle und war dort als Privatdozent tätig bis zu seiner Berufung nach Darmstadt 1894, wo er über 30 Jahre verdienstvoll gewirkt hat.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertteter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 37: 9657. Druck und Verlag: Brühl'sche Univeriitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich \n Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
Nach einem arbeitsreichen Leben verschied infolge kurzer schwerer Krankheit
Herr Heinrich Schmidt, Optiker
bei Vollendung seines 83. Lebensjahres.
Die trauernden Hinterbiebenen.
Gießen (Bahnhofstraße 39), den 17. Mai 1937.
Die Beisetzung findet am Donnerstag, dem 20. Mai, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuent Friedhof statt.
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Eisenbahn-Fahrbeamtenverein
Unser lieber Kamerad
Oher-Zufillilirer LR. Kallenbach ist plötzlich gestorben 8496d
Um zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung Mittwoch, den 19. Mai, 14.45 Uhr, auf dem Neuen Friedhof wird gebeten
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