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ttr.64 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (Generai-Anzetger für Oberheffen- Mittwoch, tl.März 1957

Aus dem Reiche der Krau.

Allerlei Kostüme.

Von Margot Groß-Kübener

Das Kostüm ist für die Frau das aktuellste Thema der Frühjahrsmode. Es vereinigt in sich soviel Nützliches wie Elegantes kurz es ist der Anzug, der fast allen Zwecken gerecht wird. Be­sonders in dieser Saison erscheint es in allen Varianten von der klassischen bis zu der kom­menden neuartigen, mit Garnierungen, die sich aus alles erstrecken, was aus Jäckchen oder Schoß besteht.

Die gradlinige Machart mit verbreiterten Schul­tern hat als Neuheit drei Knopflöcher an jedem Revers. Der Rock ist, der jetzigen Richtung ent­sprechend, wie bei allen kürzer und glatt geschnitten. Eine Westenbluse vervollständigt den strengen Stil. Das englische Kostüm mit angearbeitetem Cape hat insofern eine Aenderung erfahren, als die Zacke mit angeschnittenen Aermeln gebrach« wird. Diaaonalgestreift zu großkariert ist die Ten denz der sportlichen Note. Andere und bei­nahe alle Möglichkeiten haben wir in der Zu­sammenstellung des Fantasiekostüms, die farblich als auch im Stoff verschieden zum Ausdruck ge­bracht werden kann. Ein loses kurzes Jäckchen, dessen Verschlüsse sowohl ein- bzw. zweireihig ge­halten sein können, hat abweichende Kantenoorstöße oder Steppereien. Die Zahl und Form der Taschen richtet sich nach Kleidsamkeit und Figur der Träge­rin. Sehr modisch ist die dunkle Paspelierung bei Hellen Stoffen und die Einfassung der Hauptnähte mit Zierstichen in abstechender Tönung. Plissierte Harmonikablenden sind ein anderer Aufputz der kurzen rundgeschnittenen Zacke mit schmalem Gürtel. Sie werden um Hals und Saum geführt und treffen in der Mitte so zusammen, daß sie das Vorderteil der Bluse oder den Schal sehen lassen, die zu dem ganzen Eindruck abgestimmt sind.

Eine Ueberraschung der Frühjahrskolleötion ist die Verarbeitung des Rock- oder Kleidmaterials als Futter der Dreivierteljacke. Wir sehen passende Komplets: Einfarbiger Mantel mit kariertem Futter zum Karokleid und umgekehrt. Ein mit Jmprime gefüttertes Cape oder Bolero zum dunk­len Wollkleid einen braunen Tweedrock und Weste, die schottisch gemustert, beigebraun abge­füttert ift. wie die und eine ebensolche Bluse. Die Knöpfe verdienen eine besondere Betonung, denn sie sind zum Teil recht eigenartig herausge­bracht worden. Zur Sport- und Trotteurkleidung gehören die Tiermodelle aus Keramik oder Leder. Zn Leder zeigen sie übrigens noch andere Viel­seitigkeiten. Nicht nur zwei oder vierfach zum An­nähen ausgestanzte sieht man, sondern auch eine kreisrunde Verteilung von vielen kleinen Löchern in der Mitte, durch die Seide oder Kordel gezogen werden. Neu sind ebenfalls die gepreßten, die ver­schiedenartige Figuren oder Ornamente aufweisen. Schimmernde kleine Gold- und Silberkronen, zu denen eine etwas größere Gürtelschnalle gehört, schließen den anspruchsvolleren Anzug. Die Ver­bindung von Metallschnur mit Pfeil zu Stoffösen an den Reversen ist eine Lösung, mit der man sehr sparsam umgehen muß. Aber auch sie wird ihre Anfängerinnen finden. Der Ledergürtel und Knopf besteht aus vielen bunten Riemchen oder hat Bast­verzierungen, wenn er das Recht hat, eintöniges Material und Schnitt zu beleben. Ruhige Auf­teilungen find Vierecke, die durch Schnüre lose zu­sammengehalten werden und auch schräggestellte Blätter, die ineinandergreifen.

Die glatten weichen und flauschigen Stoffe, schwere Noppenwolle wechselnd mit leichtem T u ch - V i st r a bringt Musterungen und Gewebe, die jedem Geschmack gerecht werden. Gerade die Zellwolle ist es, durch die wir immer wieder unsere Phantasie in der Verarbeitung walten lassen kön­nen. Hübsche Ergänzungen und für die kalten Vor­frühlingstage gedacht, sind die gestrickten Aermel, Reverse oder Taschen zu Wollsachen. Die Farben­palette des Lenzes zeigt richtiges Dunkelbla.u und Tiefgrün. Zu ihnen kommen noch Grau und Rostbraun, die das Frühjahrsbild bestimmen werden. Für später, mit den ersten Sonnentagen und Spaziergängen, sind die lichteren Pastelle an der Reihe. Woj.

Zukost zum Brot

Von Krida Aisch, Äad-Nauheim.

Falscher Honig. 1 Liter Buttermilch wird mit 1 Kilo Zucker auf schwachem Feuer mehrere Stunden gekocht. Dabei muß häufig umgerührt werden. Nach etwa zwei Stunden hat die Masse eine dunkelgelbe, honigähnliche Farbe angenommen. Man rührt 2 Päckchen Vanillenzucker darunter. Dieser falsche Honig hält sich ebensolange wie selbst bereitete Marmelade. Wer Zentralheizung hat, braucht nicht stundenlang zu kochen, sondern kocht nur eine Viertelstunde, stellt den Topf auf die Hei­zung und rührt ab und zu um. Am andern Tag kocht man noch einmal auf, bis er die dunkelgelbe Farbe erreicht hat.

Delikateßkäse. 250 Gramm frischer Weiß­käse, 1 Eßlöffel Paprika, 1 Teelöffel Kümmel, zwei Eßlöffel Kapern, selbst gemacht aus grünen Hol­lunderbeeren, V2 Teelöffel ausgekratztes Zwiebel­mark werden gut miteinander verrührt. In 1 Eß­löffel süßer Sahne rührt man V2 Teelöffel Honig glatt und gibt dies darunter. Zum Schluß eine Prise Salz. Gut durchziehen lassen.

Grützwurst. 1 Kilo fettes Schweinefleisch, am besten Bauch, wird mit reichlich Wasser bedeckt, knapp weich gekocht. 1 Teelöffel Pfeffer- und 10 Pimentkörner, 2 große Zwiebeln und 2 Lorbeer­blätter kochen mit. Dann zieht man die Schwarte ab und dreht sie mit den Zwiebeln durch die Ma­schine. Fleisch und Fett wird in kleine Würfelchen -geschnitten. Die Brühe gießt man durch und quillt darin eine große Tasse Buchweizengrütze aus. Dann kommt Fleisch, Fett, Schwarte wieder dazu und 3/4 Liter Schweine- oder Rinderblut, oder auch bei­des gemischt. Unter sehr sorgfältigem Rühren muß die Wurst kochen, bis sich alles schwarz färbt, aber nicht so lange, daß das Blut trocken und krümelig wird. Dann würzt man nach Geschmack mit Thy­mian oder Mciran und schmeckt mit Salz und Pfeffer nach. Mit Salz muß man vorsichtig sein, diese Wurst hat leicht zuviel. Kühl aufgehoben hält sie sich sicher acht Tage. Mit wenig Fett durch­

gebraten gibt sie zu Kartoffelbrei und roten Rüben ein gutes Mittagessen.

Eine einfache Leberwurft. Das Fleisch wird wie zur Grützwurst gekocht, nur lassen wir das Lorbeerblatt weg. Anstelle des Blutes und der Grütze nehmen wir 125 bis 250 Gramm Leber, die wir roh durch die Maschine drehen, Fleisch und Fett und Schwarte folgen und zum Schluß vier in der Brühe etwas angeweichte Brötchen. Als Ge­würz gibt man noch eine Kleinigkeit Muskatblüte dazu. Mairan fällt weg, sonst alle Gewürze wie oben. Jetzt erhitzen wir 250 Gramm Schweinefett, geben den Wurstbrei dazu, rühren alles gut durch, füllen in Töpfe oder Gläser und lassen erkalten. Die Fettschicht oben auf bildet einen Schutz: hält sich kühl aufbewahrt auch etwa acht Tage

Aufstrich von Oelsardinen. 1 Teelöffel Mehl und ebensoviel Butter wird gelb geschwitzt. 2 Eßlöffel Tomatenmark und etwas fein geriebene Zwiebel hineingerührt. Eine kleine Büchse Oelsar­dinen wird durch ein Sieb gerührt und darunter gemischt.

A u f st r i ch von Bückling. Der von Haut und Gräten befreite Bückling wird ganz fein ge­hackt, mit Tomatenmark gemischt und auf geröste­tem Brot angerichtet.

Häckerling von Salzhering. Der Hering wird gewässert, von Haut, Backen und Flossen be­freit. Kopf und Gräten bleiben. Dann wird er mit reichlich Zwiebel fein gehackt. Wer's liebt, gibt noch Senf daran.

as sollen wir tragen?

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

W

F ü. die Ostenage zeigen mir yeure Drei Modelle aus farbiger W 0 llspitze.

Die schlichte Jacke links mit dem kleinen Schalkragen ist aus maisgelbem Material. Sie wird zu einem dunkelblauem Wollkleid getragen und ist daher mit dunkelblauer Seide ge­füttert. Die großen Knöpfe sind mit Spitze bezogen.

Aus maronenfarbener W 0 llspitze ist das Kleid in der Mitte. Das schräggeschnittene Blusenteil ist am Halse mit den Aermeln zusam­men stark eingelesen, die zwei Gürtelenden sind dem

Loroerieu angejcgninen unü werden hinten zu einer Schleife gebunden. Der ebenfalls schrächgeschnittene Rock besteht aus zwei Teilen.

Das Abendkleid rechts ist königsblau und wird über einem Unterkleid aus kirschrotem Satin-Krepp getragen. Kirschrot ist auch der breite Gürtel aus Velour-Chiffon. Dem Blusen­vorderteil ift eine Paffe angeschnitten, der die kurzen Puffärmel angelesen sind. Das Kleid wird hinten mit kleinen Knöpfen geschlossen. Der glockige Vier- Bahnenrock ist vorn etwas eingelesen. H.

Achtet aut die Zähne!

Der Mensch versäumt noch vieles, was er für feinen Körper tun könnte, teils aus Unkenntnis, teils aus Bequemlichkeit. Wie wichtig ist die Zahn- und Mundpflege und wie wenig Gewicht wird ihr häufig noch beigemessen! Nicht aus Eitelkeit, um blendend weiße Zähne zu haben, die beim Lachen gut aussehen, ist Zahnpflege erforderlich, sondern aus gesundheitlichen Gründen. Es ist notwendig, schon beim Kinde auf die Ausbildung des Gebisses zu achten. Gerader, guter Wuchs sämtlicher Zähne beim Zahnwechsel ergeben neben kräftiger Entwicklung jedes einzelnen Zahnes und Härte des Schmelzes erst ein späteres gesundes Gebiß. Schiefe Zähne kann der Arzt im Kindesalter leicht richten. Kalkpräparate unterstützen das Wachstum und för­dern die Festigkeit. Sauberkeit braucht der Zahn, um gesund zu bleiben.

Unter keinen Umständen darf die Reinigung des Gebisses unterlassen werden. Besonders wichtig ift das Putzen der Zähne vor dem Zubett­gehen. Das Gebiß muß gründlich von allen Speiseresten befreit werden, die sonst über Nacht ihr Zerstörungswerk beginnen. Die Zahlpflege braucht nicht kostspelig zu sein, eine Bürste und ein einfaches Putzmittel kann sich jeder leisten. Nach der Reinigung ist es notwendig, die Mundhöhle und die Zahne tüchtig durchzuspülen. Ein billiges des­infizierendes Mundwasser kann sich jeder selbst Her­stellen, indem er dem Wasser etwas Salz oder einige Tropfen Wasserstoffsuperoxyd zusetzt. Ein gelegentlicher Zusatz von zwei Tropfen Jod auf ein Glas Wasser verhütet* Entzündungen des Zahnflei­sches. Zur richtigen Zahnpflege gehört auch der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt; es darf nicht gewartet werden, bis sich Schmerzen einfteüen. Besondere Beachtung ist dem Zustand des Zahnfleisches zuzuwenden. Geringfügige An­

fangserkrankungen, welche nicht sofort behandelt werden, können schlimm ausarten, sie haben nicht selten den Verlust der Zähne zur Folge. Die ge- fürchtetste Zahnfleischerkrankung ift die Paraden- tose: Das Zahnfleisch schrumpft zusammen, so daß der Wurzelhals der Zähne frei liegt, der Zahn be­ginnt zu wackeln und fällt schließlich bei zunehmen­der Erkrankung aus. Zur Bekämpfung dieser Krankheit gibt es heute wirksame Mittel, man muß nur früh genug zum Arzt gehen! Leicht blutendes Zahnfleisch wird, wenn die Ursache nicht tiefer liegt, durch Massage mit den Fingerspitzen von unten nach oben streichend gekräftigt.

Mit der gewissenhaften Pflege der Zähne und des Mundes wird nicht nur die Erkrankung des Gebisses verhütet, sondern es werden oft andere schwere Erkrankungen vermieden. Durch einen schlecht gepflegten Mund kommt es oft genug zu Hals- und Magenkrankheiten. Vernachlässigte Zähne leisten geringwertige Kauarbeit und bilden oft die Ursache für Verdauungsstörungen und Darmkrank­heiten. Eine schlechte Pflege der Zähne rächt sich genau so wie ihre unvernünftige Beanspruchung. Ein Zahn ist kein Nußknacker, dieses ist besonders den Kindern einzuschärfen. Der schnelle Wechsel von heiß auf kalt ist dem Zahnschmelz schädlich. Es nützt nichts, die Zähne abends zu säubern, um bann im Bett Süßigkeiten zu verzehren; das ist eine Un­sitte, die großen Schaden stiftet.

Selbstverständlich gehört zur Gesundheit der Zähne auch eine richtige Ernährung, die alle für die Zähne wichtige Aufbaustoffe enthält. Immer aber muß eine ständige Pflege damit Hand in Hand gehen. Die gute ober schlechte Beschaffen­heit ber Zähne ist häufig ein Familienerbteil. Der­jenige, welcher Anlage für ein anfälliges Gebiß mitbringt, muß natürlich befonbers sorgsam sein. Bei richtiger Pflege kann aber auch in biefen Fällen das Gebiß bis ins Alter erhalten bleiben. 8. XV.

Die hauswirlfchastliche Ausbildung unserer Töchter.

V. A. Leider gab es einmal eine Zeit, da wurde alles, was mit Hauswirtschaft zu tun hatte, etwas geringschätzig beurteilt. Es wurde nicht einmal für wichtig genug erachtet, private und öffentliche Mei­nungen darüber auszutauschen Aus dem Grunde standen auch die Töchter damaliger Zeit dem Ka­pitelHauswirtschaft" meist teilnahmslos oder so­gar ablehnend gegenüber. Der Nationalsozialismus hat glücklicherweise auch der Hausfrau und ihrem Wirken wieder die ihr zukommende Ehre und Ach­tung zuteil werden lassen. Und welche Mutter des Heranwachsenden neuen Geschlechts möchte nicht zu ihrem Teil dazu beitragen, ihre Töchter für die mannigfachen Zweige des Hausfrauen-Berufes vor­zubereiten.

Erfahrungsgemäß ist es das wichtigste, jo früh wie möglich mit dem Anlernen zu beginnen. In ber Zeit, wo bas Kinb jebe Arbeit ber Erwachse­nen, bie es ausführen barf, restlos befriedigt, und glücklich macht, muß schon der Grundstein für Hilfe­leistungen gelegt werden. Spielend sollen die Pflich­ten übernommen werden, bie langsam und stetig gesteigert werden können. Die erst ungelenke und mangelhafte Ausführung der kleinen Hausarbeiten darf keine Mutter abschrecken und ihr die Geduld rauben. Das Verständnis für bie Aufgaben und Ziele einer guten Hausfrau muß ganz unmerklich geweckt und gefördert werden; damit wächst dann auch die Achtung vor der Beschaffung und Erhal­tung der Nahrungsmittel und alles, was damit zu­sammenhängt.

Manche Mutter wird wohl einwenden, daß in den höheren Schulklassen die Anforderungen des Lehrplanes so groß sind, daß für eine Betätigung im Haushalt keine Zeit übrig bleibt, ohne die Schul­arbeiten zu vernachlässigen. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn zu spät mit dem Anlernen begon­nen ift. Gerade ber frühe Anfang gibt bie Gewähr bafür, daß in den Jahren, wo bie Schulpflichten steigen, für bie häuslichen Pflichten bereits eine Gewandtheit erworben ist, die beides vereinbaren läßt.

Ein großer Faktor bei allem ist die Harmonie innerhalb ber Familie, ber ebelften und schönsten Gemeinschaft, die wir heute mehr denn je schätzen und von der Großes ausgehen kann und soll. Die Liebe treibt schon das Kind, der Mutter durch Hilfeleistung Erleichterung zu verschaffen, und die Liebe gibt ihm nach und nach das Verständ­nis, das Ordnung, Sauberkeit und treue Pflickt­erfüllung, Behaglichkeit und frohe Stimmung vei allen Familienmitgliedern erweckt. Darum, tfjr Mütter, sorgt dafür, daß unser deutsches Mädel rechtzeitig sehen lernt und weiß, worauf es heute vorwiegend ankommt. Wir erleichtern unseren Töch­tern dadurch die weitumfassende häusliche Ausbil­dung ganz wesentlich und können ihnen kein besse­res Geschenk für das Leben und die zu erreichende Selbständigkeit mitgeben.

Ein Tag im FrauenarbeMienst.

5 Uhr.Bitte aufstehen!" Die festen Schritte ber Führerin verhallen.Ach, ich bin noch sooo mübe...!"Muß man wirklich schon raus?" Schlaftrunken knurrt es aus ben Strohsäcken, boch es finb nur fünf Minuten Zeit. Schnell wirb ber Strohsack, ber leiber oft zu wiberspenstig ist, ge­lüftet, bann hurtig in ben Turnanzug unb ange­treten zur Frühgymnastik. Die frische Morgenluft macht uns vollkommen wach, hopp, hopp, hopp. Die müben ©lieber werben gelockert, zwanzig Minuten lang, bann enblich bie ersehnte Abkühlung. Jebe will bie erste an ber Pumpe sein, denn es muß Tempo gehen. Um 6 Uhr sind die Betten ge­baut das ist wirklich nicht so leicht für die, die im oberen Bett schlafen es gongt zurFahne". Wir umstehen sie im Kreis, die Arme 3um Gruß erhoben, langsam wird sie emporgezogen, unsere Augen folgen ihr, unsere Fahne mit dem Haken­kreuz unb ben Aehren sie ist uns Symbol für unser beutsches Lanb, dem wir sechsundzwanzig Wochen dienen wollen, jetzt hat sie die Höhe des Mastes erreicht, unsere Hände schließen sich fest in­einander:Sieg Heil!"

*

Ein neuer Tag hat begonnen. Nach dem Kaffee bleiben wir noch eine Weile zum Singen beisam­men, frisch und fröhlich erklingen schöne deutsche Volksweisen. Matt sieht es an den strahlenden Ge­sichtern, es tut gut, den Tag mit einem frohen Liede zu beginnen. Um 7 Uhr geht es an die Arbeit, sie teilt sich in Innen- und Außendienst. Im Haus sind die Räume in Ordnung zu halten, das Vieh muß versorgt werden, der Garten erfordert seine Pflege. Einige sind zur Waschküche abkom­mandiert, andere müssen in der Küche für die im Lager Beschäftigten kochen. In eigener Werkstatt werden die Einrichtungsgegenstände selbst geschaf­fen, in der Nähstube müssen Lagerkleidung und -wäsche angefertigt unb geflickt werben. Im Äußen- bienst sind bie einen bem Bauern zu Hilfe für bie Lanbwirtschaft abfommanbiert, bie anberen tun Sozialbienst, z. B. wenn eine Bauersfrau erkrankt ift, in ärmeren Familien für bas Wohl kleinerer Kinber zu sorgen ist ober auf bem Lanbe reißt die Arbeit ja nie ab hier und dort eingesprungen werden muß. Um 16 Uhr finden sich die Arbeits- dienstwilligen des Außendienstes wieder im Lager ein. Dem Kaffee folgt eine Erholungspause; jede ift sich selbst überlassen. Um 17 gber 18 Uhr beginnt die fast tägliche Schulung, durch bie in uns bas Verstänbnis für bie großen unb vielgestaltigen Auf­gaben unb Probleme bes neuen Deutfchlanbs ge­weckt unb vertieft wirb.

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Wir finb stolz unb glücklich, wenn beim Abenb- brot jebe einzelne mit Eifer von ihrem Tagewerk erzählt. Jebe hat gern ihre Pflicht erfüllt, wenn auch bie pralle Sonne ber Erntezeit ober ber Lager­dienst für bie Gemeinschaft boch manchen stillen Seufzer entlockten. Um 20.30 Uhr stehen wir roiebcr Hand in Hanb um bie Fahne, sie flattert leidit im Adenbwinb unb hat uns täglich mehr 311 sagen. Nun sinkt sie herabGute Nacht!" 'Bieber'ein Arbeitstag vorbei. Alles in uns ist Eifer, Begeiste­rung: Wir bürfcn unserem Volke helfen, bürfen mit unserer jungen Kraft für sein Wohlergehen mitarbeiten. A. K.