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größere Mengen Waffen und Munition in die Hände.

3n Madrid nimmt die Verwirrung angesichts des nationalen Zweifrontenangriffes immer mehr zu. Da die Bolschewisten nicht wissen, an welcher Stelle der Hauptstoß zu erwarten ist, ordnen sie unablässig Truppenoerschiebungen an. Der bolschewistische Madrider Sender fordert alle abkömmlichen Zivilisten auf, an der Instandsetzung der Madrider Derteidigungswerke eiligst mitzuarbei­ten. DerJour" meldet, daß es in der Pro­vinz Valencia zu blutigen Unruhen gekommen sei. In Panalesca habe die Bevölkerung von den Bolschewisten Brot verlangt und die Ueoergabe der Stadt an die nationalen Truppen gefordert. Die Bolschewisten hätten den Aufruhr äußerst blutig niedergeschlagen. In Burriana (Provinz Castellon), wo die Anarchisten die alleinigen Machthaber seien, sei ebenfalls eine Aufstandsbewegung gegen die bolschewistische Leitung in Valencia ausge­brochen. Eine von Valencia ausgesandteS t r a f- expedition" habe die Stadt mit Hilfe sow- setrussischer Tanks genommen. 80 Anar­chisten sollen auf der Stelle erschossen worden sein.

Kultur im Dorf.

Kraft durch Freude auf dem Lande.

Berlin, 16. März. (DNB.) Der Reichsbauern­führer hat angeordnet,daß die Feierabendgestal­tung auf dem Lande von der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" übernommen wird. Die zu­ständigen Dienststellen des Reichsnährstandes haben der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" bera­tend zur Seite zu stehen". Zu dieser Anordnung er­lassen Reichsorganisationsleiter D r. Ley und der Reichsbauernführer Darre einen Aufruf:A n das deutsche Dorf!" in dem es u. a. heißt:

Der ungeahnte wirtschaftliche und berufliche Auf­schwung des Dorfes genügt nicht, um die Gefahren der Landflucht und Entvölkerung des Dorfes zu bannen. Der deutsche Mensch will mehr als essen, trinken, wohnen und sich kleiden. Bauer und Arbeiter, alle diese schaffenden Menschen verlan­gen, daß sie der deutschen Kultur in allen ihren Sparten und Errungenschaften teilhaftig werden. Deshalb werden auch alle Maßnahmen zur Behebung der Landflucht Schönheit des Dorfes, bessere und gesündere Landarbeiterwohnungen, Ver­besserung der technischen Hilfsmittel usw. nur dann zur vollen Auswirkung kommen, wenn es uns gelingt, die deutsche Kultur in ihrer Gesamt­heit auch wieder dem Land zu erschließen. Deshalb werden wir die N S. - G e m e i n s ch a f tKraft durch Freude" mit ihren vielfachen Einrichtun­gen auf allen Gebieten des deutschen kulturellen Lebens und ihren großzügigen, fast unerschöpflichen Hilfsmitteln zum Nutzen und Segen des deutschen Dorfes voll einsetzen. Diese Maßnahmen sollen unterstützt und ergänzt werden durch eine in großzügiger Gemeinschaftsaktion durchzuführende würdige Um- und Ausgestaltung aller

Säle und Feierabendräume und durch Errichtung und Ausbau von Lesehallen, Büchereien und Sporteinrichtungen. Das deutsche Dorf war in größter Gefahr! Die wirtschaftliche Rettung ist gelungen! Jetzt gilt es, das Dorf als ewigen Jungbrunnen des Volkes auch kulturell zu erhalten und neu zu beleben. Ihr Bauern, Land­arbeiter, Handwerker und Gewerbetreibende: Er­wartet keine Wunder von draußen, faßt selber an, packt zu! Ihr Menschen der Stadt aber bedenkt, daß ihr alle einmal aus dem Dorfe gekommen seid und erweist dem Dorfe euren Dank! Helft mit!

Eine Ehrung für den Führer in München.

München, 16. März. (DNB.) Vom Frühjahr 1912 bis zu seinem Eintritt in das deutsche Heer als Kriegsfreiwilliger hat Adolf Hitler, damals noch ein unbekannter, mühsam strebender Jünger der Kunst, in München in dem unscheinbaren Hause Schleißheimer Straße 34 nahe dem Stigl- maier-Platz gewohnt. In dieser Zeit ist ihm Mün­chen zur zweiten Heimat geworden. Zur bleibenden Erinnerung hat nunmehr die Hauptstadt der Bewe­gung an diesem Hause eine Gedenktafel an­bringen lassen, die unter dem Hoheitsadler eine ent­sprechende Inschrift trägt. Die Gedenktafel wurde mit einem schlichten, würdigen Feierakt, an dem die Formationen der Bewegung mit ihren Fahnen teilnahmen, vom Ratsherrn der Stadt München Reinhard mit einer Gedenkansprache enthüllt.

Aus aller Welt.

Deutsche Gesellschaft für innere Medizin.

Im weiteren Verlauf der Wiesbadener Tagung verbreitete sich Professor Bürger (Wien) über die Behandlung der Zuckerkrankheit. Professor H e u p k e (Frankfurt a. M.) berichtete über die Ernährungserfahrungen bei Sportsleuten, bei denen trotz sehr hoher Leistungen (es waren auch Olym­pia-Sieger darunter) auf verschiedenen Gebieten des Sportes sich die Ernährungsweise außerordentlich unterscheide. Dr. Stieg le (Stuttgart) erörterte die Auffassung der Homöopathie vom Schmerz und seine arzneiliche Behandlung. Am Beispiel der Mi­gräne erörterte Professor G e ß l e r den grundsätz­lichen Unterschied, der bei der Arzneiwahl zwischen Medizin und Homöopathie besteht. Professor T h a d- d e a (Berlin) stellte Untersuchungen über den Ge­halt der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit an C-Vi- taminen bei solchen Kranken an, die längere Zeit eine bestimmte Schonkost erhalten mußten, oder die unter einer akuten Infektionskrankheit leiden.

Heue Schnellomnibusse für die Reichsaulobahn.

Mit dem Frühjahr wird die Reichsbahn auf den Reichsautobahnen neue Schnellomnibusse einsetzen, die augenblicklich im Bau sind. Diese neuen Reichsautobahnwagen werden längere Zeit Stundengeschwindigkeiten von 100 km durchhalten können, so daß es möglich sein wird, einen wirklichen Schnellverkehr durchzuführen. Größte Sicherheit

wird ntürlich auch in Zukunft oberstes Gesetz für den Kraftwagenbetrieb der Reichsbahn sein. So ist bei den Schnellverkehrswagen dauernd für tadel­lose neuwertige Bereisung gesorgt, so daß Reifen­schäden so gut wie ausgeschlossen erscheinen.

LZ. Hindenburg" nach Südamerika gestartet.

Das LuftschiffHindenburg" startete am Dienstagabend um 20.28 Uhr in Frankfurt unter dem Kommando von Kapitän Pruß zu seiner ersten diesjährigen Südamerikafahrt. Die Kabinen sind voll besetzt; außerdem befindet sich eine große Menge Post und Fracht an Bord. Dr. Eckener fährt mit nach Rio de Janeiro, um dort an der Einweihung des neuen Lustschiffhafens teil­zunehmen, der den Namen des portugiesischen Luft­fahrthelden Bartholomäo de Guzmäo erhalten wird. Das Luftschiff wird nach seiner Rückkehr für seine erste Nordamerikafahrt vorbereitet, die am 3. Mai vom Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main aus erfolgt.

Englisches Flugzeug in Westdeutschland abgestürzt.

Das englische Flugzeug G-AOVZ ist beim Forst- haus Elstorfer Bürge im Kreis Bergheim (Rhein­provinz) mit drei Insassen abgestürzt und ver­brannt. Die Leichen sind aufgefunden worden.

korruptionsfkandal in San Franzisko.

Der Präsident des Obersten Gerichtes, Steiger, hat den Bericht des zur Untersuchung der Polizei­verhältnisse in San Franzisko eingesetzten Polizei­beamten Atherton veröffentlicht, der skanda­löse Zustände enthüllt. In dem Bericht wird die Polizei beschuldigt, binnen einem Jahr eine Million Dollar Bestechungsgelder von der Unterwelt angenommen zu haben. Die Untersuchung hat bereits zum Rücktritt und zur Entlassung meh­rerer Polizeibeamter geführt.

Brandunglück in einer japanischen Goldmine.

In der südwestlich von Tokio gelegenen Goldmine Moccikoschi war ein Feuer ausgebrochen, das durch Vermauern der Grube zum Erlöschen gebracht werden sollte. Nachdem sich der Wind gedreht hatte, wurde die Grube wieder geöffnet, und 50 Berg­leute drangen in die Stollen ein, um den Brand endgültig abzulöschen. Plötzlich schlug der Wind wieder um, und die Bergleute wurden von den giftigen Rauchschwaden erfaßt. Einige wenige von ihnen konnten sich noch zum Ausgang schleppen, während die übrigen einer nach dem anderen b e - t ä u b t umsanken. Man befürchtet, daß 41 Mann den Erstickungstod gefunden haben. Eine Ab­teilung Soldaten mit Gasmasken wurde an die Unglücksstätte beordert.

Aufregende Dynamitsprengung in Kopenhagen.

Durch eine Dynamitsprengung zur Beseitigung einer alten Eisenbahnbrücke wurde ein dicht be­völkerter Stadtteil im Südwesten Kopenhagens in große Aufregung versetzt. Losgerissene Granitstücke des gesprengten Mauerwerkes von beträchtlicher Größe flogen weit über das abgesperrte Gebiet hin­aus in die Straßen. Ein Block im Gewicht von 40 Pfund fiel auf einen Platz nieder, der 600 Meter

von der Sprengstelle entfernt liegt, ein anderer zer­schlug den Führersitz eines haltenden Lastautos, dessen Fahrer sich zum Glück nicht im Wagen be­fand, und ein dritter zertrümmerte ein dickes Eisen- rohr.

Ein merkwürdigesKampfmittel".

Ein merkwürdiges Kampfmittel ist nach Berichten polnischer Blätter in Lemberg gegen die kommissa­rische Verwaltung des ruthenischenVolkshauses" angewandt worden. Unbekannte Täter übersandten der Verwaltung einen Theatervorhang aus Plüsch. Die Sendung blieb unbeachtet im Büro liegen, bis sich nach einigen Tagen ein Heer von Läusen in Möbeln, Wänden und Fußböden zeigte. Man ver­mutet, daß die Anwendung dieses Kampfmittels von ruthenischen Kreisen ausgeht, die auf feiten der früheren Verwaltung des Volkshauses stehen und in dieser Form gegen die kürzlich eingesetzte kommissa­rische Verwaltung protestieren wollten.

Weiterbericht

des Reichswetterdiensles. Ausgabeort Frankfurt.

Nach der Witterungsbesserung im Zwischenhoch hat der neu vorgestoßene Atlantikwirbel rasch seinen Einfluß bis zu uns vorgetragen. Die an seiner Vorderseite einströmende und an der vorgelagerten Kaltluft aufgleitende milde Meeresluft brachte dabei Bewölkungsaufzug und im Anschluß daran auch bereits vereinzelte Regentätigkeit. Da von Westen her weitere Störungen folgen, bleibt der Witte­rungscharakter auch für die Folge recht unbeständig, wird jedoch bei milden Temperaturen nicht durchweg unfreundlich sein.

Aussichten für Donnerstag: Gelegent­lich aufheiternd, doch im ganzen unbeständig und zeitweise auch Regen, bei lebhaften Winden um Süd mild.

Aussichten für Freitag: Fortdauer der unbeständigen, zu Niederschlägen geneigten milden Witterung.

Lufttemperaturen am 16. März, mittags 8,5 Grad Celsius, abends: 4,2 Grad; am 17. März, morgens: 3 Grad. Maximum 8,9 Grad, Minimum, heute nacht 1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. März, abends: 4,6 Grad, am 17. März, morgens: 2,6 Grad Celsius. Niederschläge 0,2 Millimeter. Sonnenscheindauer 6,7 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. II 37: 10 933. Druck- und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

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