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Der neue Jahrgang tritt an.

Nur noch wenige Tage trennen uns von Ostern. Dann kommt ein neuer Jahrgang zur Schul­entlassung. Der wichtigste Schritt im Leben wird getan: Von der Schulbank geht es in die Berufsausbildung. Der neue Jahrgang tritt an, um sich einzureihen in das Leben der Arbeit für Volk und Staat, lieber den Leistungs­willen der jungen Generation gibt der Reichsberufs­wettkampf Zeugnis. Der neue'Jahrgang wird nicht nachstehen wollen. Auch er ist erfüllt von dem Stre­ben, etwas Tüchtiges zu lernen, um einmal ganz seinen Mann stehen zu können. Seit Monaten schon haben die Eltern mit ihren jetzt zur Schulentlassung kommenden Kindern die Frage der Berufswahl durchgesprochen. Bei den meisten ist die Entschei­dung bereits gefallen. Die Berufsberatungs­stellen der Arbeitsämter standen hierbei mit Rat und Tat zur Seite. Vor einiger Zeit wurden an die Jugendlichen die Antragsformulare für die Er­teilung des Arbeitsbuches verteilt. Sobald die Berufswahl getroffen war, konnte der Antrag ge­stellt werden. Dann kommt der Junge oder das Mädel in den Besitz des Arbeitsbuches, in das ein­mal die einzelnen Etappen des jetzt beginnenden Berufsweges eingetragen werden.

Es ist das Streben fast aller zur Schulentlassung Kommenden, in einer ordnungsgemäßen Lehre den erwählten Beruf gründlich zu erlernen. Viel sind bereits in Lehrstellen vermittelt. Für die anderen, die eine Lehrstelle erstreben, aber sie noch nicht gefllnden haben, bemühen sich die Vermitt­lungsstellen weiter. Auch hierfür sind durch die er­folgreiche Wirtschaftspolitik des nationalsozialisti­schen Deutschlands die Aussichten besser geworden. Ganz allgemein ist der Bedarf an gelern­

ten Fachkräften in fast allen Berufen gestie­gen. In wichtigen Gewerben herrscht ein empfind­licher Facharbeitermangel, so daß durch die Anord­nung des Ministerpräsidenten Göring vom 7. No­vember letzten Jahres für die Metallwiri­sch a f t und das Baugewerbe die Möglichkeit geschaffen wurde, den Betrieben Mindestoerpflich­tungen zur Lehrlingsausbildung oder Ablösungs­beträge zur sonstigen Ausbildungsförderung aufzu­erlegen. In der Landwirtschaft hat die in diesem Jahr zum erstenmal in vollem Umfang wirksam werdende Ausbildungsordnung des Reichsnährstan­des für den männlichen Landarbeiternach­wuchs den entscheidenden Schritt getan, die ge­samte Landarbeiterschaft zukünftig auf die Stufe eines gelernten Arbeiterstandes zu bringen.

Ueber die Berufsberatung und Lehrftellenver- mittlung der Arbeitsämter gibt die Reichsanftalt eingehende Jahresberichte heraus. Da erfahrungs­gemäß die Lehrstellenvermittlung oder die sonstige Unterbringung der Schulentlassenen sich über Ostern hinaus hinzuziehen pflegt, ist als Berichtsjahr für die Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung die Zeit jeweils vom 1. Juli bis zum 30. Juni des folgenden Jahres gewählt. Die Berichte der Reichs­anftalt verdienen seit Ende 1935 um so größere Beachtung, als durch das Gesetz vom 5. November 1935 den Arbeitsämtern das grundsätzliche Allein­recht auch für die Berufsberatung und Lehrstellen­vermittlung gegeben wurde. Beim Vergleich der Ergebnisse der Berufsberatung und Lehrstellenver­mittlung der Arbeitsämter darf also diese Tatsache nicht ganz unberücksichtigt bleiben.

Nun aber mögen einige Zahlen die Entwicklung seit dem Berichtsjahr 1930/31 aufzeigen:

Davon

Lehr- und

Berichtsjahr

Ratsuchende

Schulentlassene

Anlernstellen

Vermittlungen

1930/31

405 542

297 663

163 378

118 653

1931/32

387 299

283 370

123 700

97 990

1932/33

394 278

303 440

428 147

102 016

1933/34

600 518

507 742

219 035

184 108

1934/35

848 371

739 035

296 085

260 381

1935/36

1077 990

941 892

394 690

355 609

Die Zahlen geben also an, wie viele Rat­suche n d e in jedem Berichtsjahr die Berufsbera­tungsstellen der Arbeitsämter aufgesucht haben, wie viele ferner von ihnen Schulentlassene wa­ren. Hierbei ist zu beachten, daß unter den Schul­entlassenen jeweils noch eine gewisse Anzahl von Entlaßschülern des Vorjahres enthalten ist, also sol­cher Schulentlassener, deren Beratung nicht durch Vermittlung in eine Lehrstelle oder anderweitige Erledigung bis zum 30. Juni abgeschlossen war. Die anderweitigen Erledigungen etwa durch Ueberwei- sung an Fachschulen, an Hochschulen, Fortsetzung der allgemeinen Schulbildung, Ueberweisung an die Ar­beitsvermittlung und so fort haben übrigens im letzten Berichtsjahr die Zahl von 563 452 Ratsuchen­den ausgemacht. Die Ziffern zeigen dann weiter die den Arbeitsämtern zur Besetzung gemeldeten offe­nen Lehr - und Anlern stellen und die Zahlen der Vermittlung in diese Stellen.

Wie schon aus den Gesamtziffern der einzelnen Berichtsjahre hervorgeht, suchen mehr Schul­entlassene die Berufsberatung auf, alsLehr -

stellen vorhanden sind. Das gilt auch für fast alle Berufsgruppen und Berufsarten. Trotzdem aber haben wir Berufsarten, bei denen die Berufswünsche Jugendlicher zahlenmäßig hinter den Lehr­stellen zurückbleiben. Ein Beispiel hierfür aus der M e t a l l w i r t f ch a f t: 7506 männliche Ratsuchende wollten Feinmechaniker werden. Nur 2153 entsprechende Lehr- und Anlernstellen waren aber als offen gemeldet. Dagegen wollten nur 60 den Beruf eines Chirurgiemecha­nikers ergreifen, während hierfür 101 Lehrstel­len offen waren. Da muß dann die Berufsberatung den Ausgleich herbeiführen zwischen Berufs­wünschen und Wirtschaftsnotwendigkeiten. So gibt es noch immer Berufe zu ihnen zählen beispiels­weise auch die Betonfacharbeiter bet denen vielfach erst die Berufsberatung die entspre­chende Berufswahl auslösen muß, um möglichst alle Lehrstellen besetzen zu können. Berufsberatung und der Wille, etwas zu lernen, werden deshalb zu Wegbereitern für unsere Jugend in den Beruf.

Dr. E. S.

Alles kann beiLloyds" versichert werden

1600 Menschen leben von riskanten Geschäften.

London, im März.

Kaum ein Name ist international so bekannt wie Lloyds" und keine Versicherungsanstalt so viel­seitig. Alles kann versichert werden, nur nicht ein Menschenleben. Diese wenig bekannte Tatsache hat ihren besonderen Grund in der Kon­struktion dieses Instituts, die vollkommen von dem üblichen Geschäftsbrauch abweicht. In Wirklichkeit besteht Lloyds aus 16 0 0 Bankiers, die sich, je nach Geschäftsinteressen, in einzelne Syndikate insgesamt 150 gliedern. Jedes dieser 1600 Mitglieder hat, umUnderwriter, Mitglied des Instituts zu werden, eine Eintrittsgebühr von 500 Pfund (rund 6000 Mark) zu bezahlen und muß nachweifen können, daß sein Vermögen mindestens 50 000 Pfund (rund 600 000 Mark) beträgt. In Wirklichkeit jedoch sind die Vermögen dieser Mit­glieder weitaus größer und jemand, der sich mit einer solchlächerlichen Summe" bei Lloyds be­tätigen wollte, würde einfach von den Direktoren ausgelacht werden.

Weshalb aber nun keine Lebensversiche­rung? An einem Beispiel wird dies klar: Wenn z. B. ein Mister A. an eines der Syndikate heran­tritt, um, zwanzigjährig, eine Lebensversicherung gegen Todesfall aufzunehmen, könnte es geschehen, daß dieser junge Mann achtzig Jahre alt wird und derSyndikalist" längst das Zeitliche gesegnet hat. Sein Vermögen dürfte jedoch nicht angerührt wer­den, solange Mister A. nicht gestorben war, denn aus diesem Vermögen mußte ja die bei der Ver­sicherung ausgemachte Summe an die Erben des Mister A. bezahlt werden. Aus diesem Beispiel wird ersichtlich, daß man eine derart komplizierte Versicherung nicht -eingehen will und zweitens die Gewinne oder Verluste bei Lloyds eben durch diese Einrichtung vonSyndikaten" mehr oder weniger persönlicher Natur sind. Die Direktoren werden von den Mitgliedern gewählt und erledigen zum größ­ten Teil verwaltungstechnische Arbeiten und be­sorgen bei besonders großen Versicherungsobjek­ten die Beschaffung der notwendigen Deckungen fettens der Firma. Zu diesem Zweck schließen sich dann mehrere Syndikate zusammen.

Bei Lloyds sind die Mitglieder der Ansicht, daß wenn man A sagt, auch B sagen müsse, daß man also, wenn man eine Art von Versicherung gelten läßt, auch alle anderen mit in Kauf nehmen müsse, soweit überhaupt ein sogenanntesDersicherungs- interesse" vorhanden ist. Nur deshalb auch ent­schlossen sich Lloyds im vergangenen Herbst, große Versicherungen gegen b t e Erhöhung der Tee st euer aufzunehmen, weil man es nur ver­ständlich fand, daß sich Teepflanzer gegen ein mög­liches Risiko zu sichern wünschten. Wenige Wochen später jedoch machte man die erstaunliche Fest­stellung, daß selbst Politiker Policen ausgenommen hatten und so kam es zu jenem riesigen Skan­dal um den Minister Brown, der selbst eine aroße Versicherung abschloß, nachdem er bei einer Kabinettssitzung erfahren hatte, daß die Teesteuer tatsächlich erhöht werden würde.

Die größten englischen Modehäuser für Damen­kleidung gehören zu den besten Kunden von Lloyds, und zwar wegen Landestrauer, die stets für einige Wochen beim Ableben eines Mitgliedes der königlichen Familie getragen wird und ein Ri­

siko beispielsweise für bunte Kleiderstoffe kann in einem solchen Fall natürlich leicht eintreten.

Man glaubt gern, daß Lloyds' Mitglieder eine abwechslungs- und überraschungsreiche Zeit ver­leben, wenn man die großen Unglücksfälle der Welt einmal von ihrem Gesichtspunkt aus betrachtet. Beim Untergang derTitani c" beispiels­weise war man für drei Tage vollkommen kopflos in London. Man kannte zwar die Versicherungs­summe des Schiffes aber wie stand es mit den Passagieren? Hunderte von ihnen hatten Hunderte verschiedener Versicherungen aufgenommen, ehe sie die Jungfernfahrt des Schiffes antraten. Wer von ihnen war gerettet worden, wer ertrunken in jener Schreckensnacht? Befand sich jene englische Dame, d'e kurz zuvor ihre Perlen für 120000 Pfund ver­sichert hatte, unter den Lebenden, jener alte Offi­zier, der seine Schnupftabaksdosen für 200000 Pfund versichert hatte, unter den Toten? Es waren katastrophale Tage, auch bei Lloyds, und verschie­dene Syndikate zerstoben in Nichts, nachdem sie ausgezahlt hatten denn ausgezahlt wird bei Lloyds, und eine Versicherung, dort aufgenommen, gilt in der gesamten englischen Geschäftswelt als A I", gleichwertig unserem deutschenBesten vom Besten".

Es mar Lloyd's Versicherungsinstitut, das auch die Regenversicherung erstmalig einführte, und zwar auf Anregung eines passionierten eng­lischen Pferdeliebhabers, des Königs Eduard VII. von Enaland. Der König versicherte sich gegen einen Regenschauer während der halben Stunde, die er sich in der königlichen Loge beim Ascotrennen auf­hielt. Das Rennen fand an einem Freitag statt, und es wurde ein schwarzer Freitag für Lloyds, denn im gleichen Augenblick, in Dem die königliche Familie ihre Rennloge betrat, ging derart plötzliche Ereignisse sind, wie jeder Reisende schaudernd zu berichten weiß, in England keine Sel­tenheit ein fürcherlicher Platzregen nieder, der wenige Minuten, nachdem der König die Loge schmunzelte er? verlassen hatte, dem schönsten Sonnenschein wich. Lloyds sahen sich um ein Bün­del Hundertpfundnoten ärmer ...

Versicherungen gegen Nebel sind heutzutage noch häufiger als Regenversicherungen. Die zuneh­mende Industrialisierung Englands bringt es mit sich, daß an nebligen Tagen im Herbst und Früh­jahr (eigentlich müßte man wahrheitsgetreu be­richten: Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter!) der Dunst aus Kaminen und Schornsteinen länger in der Luft hängt und damit nicht nur den Stra­ßenverkehr behindert, sondern für den Eng­länder viel schmerzlicher Pferderennen, Fußball­spielen und Cricketkämpfen nur zu oft ein vor­zeitiges Ende bereitet.

Es war vor nunmehr 15 Jahren, als sich Lloyds lange Zeit vergeblich fragten, woher es kam, daß ein gewisser Leopold Herris, der alle möglichen Feuerversicherungen einging, stets und früher als die Feuerwehr! wußte, wo es nächstens brennen würde, denn merkwürdigerweise hatten die von ihm versicherten Geschäftshäuser besonderes Pech. Erst nach vielen Wochen fand ein Beamter von Lloyds eigener Polizei heraus, daß man es mit einem der gefährlichsten Brandstifter zu tun hatte, den die Versicherungsgeschichte kannte.

Aehnlich lag es auch in einem anderen Fall, in dem ein großer Hausbesitzer in Cork in Irland während der Unruhen seine Geschäfte versicherte, um dann in die Rebellentruppen emzutreten und seine Häu­ser, die natürlich vorher ausgeräumt worden waren, in Brand stecken zu lassen.

Es war in jenen Jahren, in denen sich der große italienische Tenor Caruso auf dem Höhepunkt feiner Laufbahn befand, als Mister Croßbank, ein Syndikalist" bei Lloyds, von einer Bekannten hörte, daß sie den Tenor gerade im Savoy Hotel besucht habe. Er fühle sich nicht wohl und werde am Abend in der königlichen Oper kaum auftreten können. Der Versicherungsmann war bestürzt, denn gerade in seinem Syndikat hatte sich die Covent Garden Opera gegen einen solchen Vorfall ver­sichert. Da sein Vermögen auf dem Spiel stand, ging er selbst zu Caruso und beschwor den Maestro, doch aufzutreten und der Tenor sagte zu. Er wußte, was es bedeutet, bettelarm zu sein...

VersicherungenDritter Personen" können, wie aus Dem folgenden Beispiel ersichtlich wird, zu interessanten Situationen führen, und zwar nicht nur in den gewöhnlichen Autoversicherungen. Im vergangenen Jahr z. B. ließ sich eine bekannte Londoner Schauspielerin ihr rötliches Haar blond färben aber der Erfolg war ein leuchtendes Grün! Sie machte Den Friseur, einen Spezialisten in Regent Street, haftbar, aber Der hatte offenbar an Derartige Resultate beim Haar­färben gedacht und sich gegenungewünschte Farb­effekte" bei Lloyds versichert, die 1000 Pfund Schadenersatz auszahlten.

Als DieSuffragettengefahr" zunahm, wir erin­nern uns vielleicht noch Dunkel jener bewegten Jahre vor Dem Kriege, in Dem ein Teil Der eng­lischen Frauen in einer bis dahin unerhörten fana­tischen Weise für das Wahlrecht kämpfte kamen verschiedene Londoner Golfklubs auf den Gedan­ken, ihre unter großen Unkosten hergerichteten Plätze gegen Suffragetten versichern zu lassen, weil sich diese Plätze wegen ihrer weiten Ausdehnung vorzüglich zu Versammlungsplätzen für die fana­tischen Frauen eigneten und ein Golfplatz eine Massenversammlung natürlich nicht ohne Schaden verträgt. Aber auch hier befand sich unter den weißen Schafen ein schwarzer Bock, ein Londoner Golfklub versicherte sich für eine hohe Summe und verschwieg, daß Der Platz stark reparaturbe­dürftig war. Dann lud der Vereinsvorstand Die Suffragettenführerinnen ein. Den Platz ruhig als Versammlungsort zu benutzen. Und die Suffraget­ten kamen in Scharen. Nun beantragte der Klub Schadenersatzauszahlung von Lloyds 2000 Pfund und ließ den Platz für 500 Pfund neu Herrichten!

Zum Schluß sollte man noch Der größten Versicherung, Die Lloyds jemals abschloß, Erwähnung tun. Es war nicht etwa DieQueen Mary, Die vor kurzem fertiggestellt wurde, sondern Die erste große internationale Weltausstellung in Wembley, einem Londoner Vorort. Die Ver­sicherung, Die gegen Nichtstattfinden Der Ausstel­lung von Den Interessierten abgeschlossen worben war, belief sich auf achtzehneinhalb Millionen PfunD rund 225 Millionen Mark!

Man vermutet richtig, wenn man glaubt, daß, hätte Lloyds seinerzeit jene Summe auszahlen müssen, es heute dieses vielseitigste Versicherungs­institut Der Welt nicht mehr geben würde...

Chr. H. Bauer.

Englands Aekrniierungsnöie

Das ständige Expeditionskorps.

London, 16. März. (DNB.) Kriegsminister Duff Cooper brachte im Unterhaus Den Vor­anschlag für Den Armeehaushalt ein. Er wies auf Die häufigen Entsendungen von Sondertruppen nach überseeischen Gebieten hin, wo es zu Unruhen ge­kommen sei, wie z. B. in Palästina, an Der indi­schen Nordwestgrenze, in Burmah und in Aegyp­ten. Daraus ergebe sich zu jeder Zeit eine Expe­ditionsstreitkraft bereitzuhalten, die ohne weiteres nach jeder Ecke der Welt in Marsch ge­setzt werden könne. Die Fortschritte bei Der M e - chanisierung Der Armee seien befrieDigenD. Eine mobile BngaDe werbe aus einem vollmecha­nisierten Infanterie-Bataillon und zwei leichten Tank-Regimentern bestehen. Ein Panzer-Regiment werde in England, ein zweites in Aegypten statio­niert bleiben, sie würden mit einem neuen Panzer- wagentyp ausgerüstet. Sehr zufrieden sei man mit den neuen leichten Tanks. Bei den mittleren und schweren Tanks sei Die Lage nicht so befrieDigenD. Die Rekrutierung für Die Territorial­armee fei befrieDigenD, sie sei um 15 295 Mann und 861 Offiziere stärker als im Vorjahre. Die geplante Erhöhung um 20 000 Mann sei allerdings noch nicht erreicht. Für Luftabwehreinhei­ten der Territorialarmee werde ein Plan aus­gearbeitet, Der Die Mobilisierung innerhalb von zwölf StunDen vorsehe. Ferner solle Die Ausrüstung Der Territorialarmee mit moDernen Waffen im gleichen Tempo wie Die Ausrüstung Der regulären Armee vor sich gehen.

Weniger befrieDigenD habe sich Die R e - krutierung für die reguläre Armee ent­wickelt. Im vergangenen Jahr seien 23 055 Mann in die reguläre Armee eingestellt worden. Die regu­läre Armee habe am 1. März 95 914 Mann gezählt gegenüber 84 481 Mann am 1. März 1936. Den­noch weise die Rekrutierung einen niedrigeren Durchschnitt im Vergleich zum Durchschnitt der letz­ten fünf Jahre auf. Die Hauptschwierigkeit bei der Rekrutierung sei die Unsicherheit der Laufbahn aus­gedienter Soldaten. Man bilde eine Offiziers- Sonderreserve aus früheren Offizieren im Alter von 31 bis 55 Jahren.

Der konservative Abg. A m e r y fordert von der Regierung Aufschluß darüber, ob die interna­tionalen Verpflichtungen Englands soweit gingen, daß englische Truppen auch in Mitteleuropa eingesetzt werden müßten und falls ja, ob fünf Divisionen hierfür genügen wür­den. Sei Das aber nicht ausreichenD, so müsse Die Regierung Der Nation sagen. Daß sie eine allge­meine Aushebung zu erwarten habe. Auch Der Regierungsliberale M a b a n e wollte wissen, ob eine Armee zur Teilnahme an einem kontinen­talen Krieg geschaffen werden müsse

Moskau sabotiert die Behandlung der Geldfrage.

London, 16. März. (DNB.) Im Nichtein­mischungsausschuß kam als erster Punkt der Ta­gesordnung Die GolDfrage, Die Frage Des von Den Bolschewisten geraubten Schatzes Der spanischen Nationalbank, zur Erörterung. Der sowjetrus- i s ch e Botschafter, Der bisher Die BehanDlung Dieser Frage ftänDig verzögert hatte, erklärte, daß seine Regierung nicht einmal zu einer Er-

Abzeichen für die Mitglieder der iteichskulturkammer.

*

Hi

II

Für Die Mitglieder Der Reichskulturkammer ist jetzt Dieses Abzeichen geschaffen worben, Dessen Entwurf von Professor Klein (München) ausgearbeitet mürbe. (Scherl-BilDerDienst-M.)

örterung dieses Problems bereit sei. Darauf erklärten Botschafter von Ribbentrop und Botschafter G r a n D i, Daß sie nicht bereit seien, in eine Erörterung Der weiteren Fragen Der TagesorDnung einzutreten, so Dringlich Diese auch sein mögen, wenn Der Vertreter Sowjetrußlands die Erörterung eines Der Punkte verweigere. Die für Den Verlauf Der Ereignisse in Spanien von besonderer Wichtigkeit seien. Eine Ausnahme hier­von würde nur für diejenigen Punkte gemacht, die mit der sofortigen Inkraftsetzung Des Kontrollplanes für Spanien zusammenhängen.

Jüdischer Zuwachs

im Rat der Volkskommissare.

Moskau, 16. März. (DNB.) Die Sowjetpresse veröffentlicht Verfügungen Des Zentralausschusses über eine Reihe von Neuernennungen im Rat Der Volkskommissare. Danach wurde Moses Granowski, ein Jude, zum stellvertretenden Dolksjustizkom- missar ernannt. Völlig umgebildet wurde das Ge­sundheitskommissariat. Sein bisheriger Leiter Kaminski wurde wegen haarsträubender Zu­stände, Die in Den letzten Monaten in Den Kranken­häusern unD Kliniken aufgedeckt murDen, entlassen unD zu seinem Nachfolger Sergiew ernannt. Seine Stellvertreter murDen Frau Charlamoma und Kantoromitsch, ebenfalls ein JuDe. Mit Sa- oeniagin. Der in Diesen Tagen zum stellvertretenden Schmerindustriekommissar ernannt murDe, sind da­mit drei meitere Juden in den Rat der Volkskommissare eingezogen

Moskau

verstärkt die Gottlosenpropaganda.

Moskau, 16. März. (DNB.) In den letzten Tagen tauchten in der sowjetrussischen Presse wieder­holt Artikel und Aufrufe auf, in denen eine wei­tere Verstärkung der Gottlosenpro­paganda gefordert wird. Das Blatt Der Jung­kommunistenKomsomolskaja Prawda" stellt mit Entrüstung fest. DaßDer kirchliche Aberglaube eine gewisse Belebung erfahre", insbesonDere auch un­ter Den Jugendlichen. Es sei unzweifelhaft, daßAn­hänger Der Kirche, Die sich an Die Trümmer reli­giöser Vorstellungen im Volk anklammern, beson- Ders in Der letzten Zeit eine fieberhafte Arbeit zur Erhaltung ihrer GemeinDen entfalten." Es fei des­halb für die Jungkommunisten notwendig, eine syste­matische Propaganda für den Atheismus unter der Jugend Durchzuführen. Die SowjetjugenD müsse ausnahmslos von religiösen Einflüssen ferngehalten werDen.

Gegen die Boykotthetze des polnischen Westverbandes.

Kattowitz, 16. März. (DNB.) Die Boykott- Hetze Des polnischen WestverbanDes gegen den deutschen Mittelstand in Ostoberschle­sien hat sofortige Maßnahmen der deutschen Volks­gruppe ausgelöst. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Volksbundes Dr. Ulitz erläßt einen Auf­ruf an das Deutschtum Ostoberschlesiens, in Dem es u. a. heißt:Der polnische Westoerband hat mit Unterstützung von 31 polnischen Organisationen zu ,zehn PropaganDatagen für Den pol­nischen Kaufmann und Handwerker* aufgerufen. Die Sprecher des Deutschtums im Senat haben vor wenigen Tagen die Lage der deutschen Volksgruppe dargelegt. Die polnische Regierung fordert zur Sammlung aller staatsbejahenden Kräfte auf. Zur gleichen Zeit aber versucht Der Westoer­band, die Träger der deutschen Wirt­schaft vor aller Oeffentlichkeit als ,st a a t s b ü r - gerlich unzuverlässig' hinzustellen, um den polnischen Mittelstand zu stärken. Ob diese Ver- dächtigung", so heißt es in dem Aufruf weiter, gegen die Bestimmungen des Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb verstößt, möge der Staats­anwalt prüfen. Das Deutschtum selbst hat das Recht, die Pflicht und Die Möglichkeit, Die Verdächtigung des polnischen Westverbandes von sich zu wei- e n. Dem Vernichtungswillen, der aus dem Aufruf des Westverbandes spricht, setzen wir unseren Lebenswillen entgegen. Den Aufruf des Westverbandes beantworten mir mit dem Aufruf an Das Deutschtum." x

Nationale Erfolge amLarama. Erhebungen gegen den Bolschewistenterror in'Valencia und Castellon

Toledo 17, März. (DNB. Funkspruch.» 5m Jararno-Abschnitt konnten die Bolschewisten trog hef­tigen Widerstandes aus den Stellungen geworfen werden. Die Legionäre nützten in dem von Oliven- waldern durchsetzten Gelände jede Deckung aus, unD konnten auf diese Weise die eigenen Verluste auf ein gerinaes Maß beschränken. Dagegen waren die Verluste Der Bolschewisten, deren Gräben ein Handgranaten-Bombardement über sich ergehen las­en mußten, außerordentlich groß. Der Eindruck des legrelchen nationalen Angrif es war so stark, daß die Bolschewisten im Gegen atz zu ihrer üblichen Taktik keinen Gegenangriff wagten Die lieber- lebenden suchten ihr Heil in der Flucht. Außer zahl­reichen Gefangenen fielen Den nationalen Truppen