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Kameradschaft, Pflichterfüllung, Opferbereiischast!

Das Gelöbnis der Wehrmacht am Gedenktage der Wehrfreiheit.

Die Feier im Reichsluflfahrtministerium.

Generaloberst Göring spricht zu den Angehörigen der Luftwaffe.

Berlin, 16. März. (DNB.) Als am 16. März 1935 der Führer und Reichskanzler den Entschluß der Reichsregierung, die allgemeine Wehrpflicht ein­zuführen, bekannt gab, horchte die Welt auf. Deutsch­land hatte sich seine Wehrfreiheit wiedergenommen. Die Wiederkehr dieses Tages wurde von der neuen deutschen Wehrmacht an allen Standorten würdig begangen. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stand/ eine Erinnerungsseier im Ehrenhof des Reichsluftfahrtmini st eriums mit einer Rede des Generaloberst Göring. An der Feier nahmen u. a. teil: der Befehlshaber im Luftkreis II,

Das feierliche Einbringen der Truppensahnen der Luftwaffe.

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der Höhere Fliegerkommandeur im Luftkreis II und der Höhere Kommandeur der Flakartillerie im Luftkreis II, die Kommandeure der Luftkriegsaka­demie, der Lufttechnischen Akademie, der Luftkreis- schule 2 sowie der Luftkriegsschulen. Sämtliche Amtschefs, Inspekteure und Abteilungsleiter im RLM., Ofiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, Beamte, Angehörige des Jngenieurkorps und die Angestellten und Arbeiter des Ministeriums.

Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt Generaloberst Göring in Begleitung des Gene­ralleutnants Kesselring und des General­majors Stumpf die Front der Ehrenkompanie ab. Im Ehrenraum des RLM. sprach dann der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, nachdem das Mu­sikstückVater, ich rufe dich" verklungen war, zu den zur gleichen Stunde in allen Standorten ver­sammelten Angehörigen der Luftwaffe. Er führte u. a. aus:

stärker in der Not, noch stärker zu sein, wenn ein­mal das Schicksal gegen uns schlägt. Nur wer ver­zweifelt und sich selbst aufgibt, der ist verloren.

Von der Wehrmacht wird viel verlangt zu jeder Zeit. Im Frieden heißt es arbeiten und immer wie­der arbeiten, an uns selbst, an der Truppe, am Material. Dann ist diese Wehrmacht aber auch der sicherste Garant, dem Volke die Segnungen des Friedens zu erhalten. Wir haben das gewaltige Glück, daß mir heute eine Volksgemein­schaft sind, ein Volk mit einem Willen in den großen Dingen und mit einem Führe r. Tragen wir dieses kostbare Gut sorgfältig in un­seren Händen und bewahren wir es, lassen wir nie­mals das Vertrauen als die feste Bafis erschüttern. Dulden mir nie, daß auch nur von irgendeiner Seite die kleinste Sprengladung an diesen-/ granitenen Block der Volksgemeinschaft gelegt wird. So bewei­sen wir der Welt, daß wir unüberwindbar geworden sind.

Wir wollen diesen Ring aber auch um unser Volk schließen, daß kein Feind mehr wagt, seinen Fuß auf geheiligte deutsche Erde zu setzen. Wir wollen den Führer in unserem Herzen tragen voll heißer Liebe und Dankbarkeit für oll das, was er für jeden von uns getan hat, insonderheit aber für uns Sol­daten, denen er wieder das Schwert zurückgab, uns deutschen Männern wieder die erste Pflicht, für das Volk eintreten zu dürfen. Und nun fassen wir diese Verpflichtung, fassen mir die Liebe und das Ver­trauen zu ihm zusammen in dem Ruf: Unser Führer, des Deutschen Reiches Kanzler, der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht Siegheil! Siegheil! Siegheil!

Nach der Ansprache mürben die Fahnen der 14 in und um Berlin in Garnison liegenden Verbände der Luftmaffe wieder in den Fahnenraum des Reichsluftfahrtministeriums gebracht. Darauf nahm Generaloberst Göring vor dem Ministerium den Vorbeimarsch der Ehrenkompanie der

Luftwaffe ab, wobei Tausende von Berlinern, die der Feier beigewohnt hatten, dem Schöpfer der deutschen Luftwaffe begeistert zujubelten.

Seränöcrun^en in der Wehrmacht.

Berlin, 16. März. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat mit Wirkung vom 1. April 1937 ernannt: beim Heer: den General der Ar­tillerie von Brauchitsch, bisher Kommandieren­der General des I. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis I, zum Oberbefehlshaber des Grup­penkommandos IV; die Generalleutnante d. Kuch - I e r, bisher Inspekteur der Kriegsschulen, zum kommaiidierenden General des I. Armeekorps und Befehlshabers im Wehrkreis I; v. Niebelschütz, bisher Kommandeur der 11. Division, zum Inspek­teur der Kriegsschulen; die Generalmajore Volk, bisher Kommandeur der 1. Kavallerie-Brigade, zum Kommandeur der Kavallerieschule; Bader, bis­her Artillerie-Kommandeur II zum Kommandeur der 2. Division; Strecker, zum Kommandeur des Jnsant.-Regts. 4; Bock, zum Kommandeur der 11. Division; den Oberst von Mackensen, bis­her Chef des Generalstabes des X. Armeekorps, zum Kommandeur der 1. Kavalleriebrigade. Bei der Kriegsmarine: den Konteradmiral Roth er , bis­her Kommandeur des Sperrversuchskommandos, zum Inspekteur der Sperrwachinspektion. Mit dem 1. April wurden versetzt: der Generalleutnant Frhr. von Dalwigk zu Lichtenfels, bis­her Kommandeur der Kavallerieschule, zu den Offi­zieren zur Verfügung des Oberbefehlshabers des Heeres in Berlin: der Generalmajor Bertram, bisher Kommandant von Stettin, zum Reichskriegs­gericht. Mit dem 31. März 1937 ist der A b f ch i e d aus dem aktiven Wehrdienst bewilligt: dem Gene­ralleutnant Gercke, bisher Kommandeur der 2. Division.

Generaloberst Göring beim Abschreiten der Front. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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Meine Kameraden! Von all den ereignisreichen Tagen, seit der Führer in Deutschland mit kraft­voller Hand das Steuer ergriffen hat, ist der heutige Tag vielleicht der gewaltigste, denn heute vor zwei Jahren verkündete der Führer der Welt, daß Deutschland wieder eine neue Wehrmacht besitzt. Wenn ein großes Volk wie das deutsche, das mit feinen offenen Grenzen im Her­zen Europas liegt, wehrlos ist, so bedeutet dies geradezu einen Anreiz dazu, daß sich andere Völker in das Schicksal des Deutschen Reiches einmischen. Dadurch wird die größte Kriegsgefahr ge­geben. Wenn deshalb heute die Völker so oft vom Frieden sprechen, wenn in Parlamenten von Re­gierungen verkündet wird, daß bei Deutschland die Gefahr liegt, dann können wir ihnen nur erwidern: Deutschland hat sein gerüttelt Maß gegeben zum Frieden der Welt! Seine starke Wehrmacht, aus dem Volk kommend, gewillt, dem Volke zu dienen, schützt den Frieden Deutschlands. Die­ser kühne Schritt des Führers und das macht uns von der Fliegerei so besonders stolz war möglich, weil die neugeschaffene deutsche Luftwaffe in jedem Falle wieder ein großes Risiko für den Angreifer bedeutet. Unter dem Schutz dieser neuen Luftwaffe konnte der gewaltige Schritt getan wer­den: Die Verkündung der deutschen Wehrfreiheit.

Heute steht nun die junge Wehrmacht wie ein Guß vor uns: Drei Wehrmachtsteile, fest entschlossen, fest geeint in dem Willen, alles einzusetzen, noch fester geeint in dem Vertrauen zum Volk, am festesten aber zusammengeschworen in Liebe und Treue zum Führer und unserem Obersten Befehls­haber. Ein heißer Dank steigt heute aus unseren Herzen zu ihm, dem Führer empor, und voll Demut danken wir dem Allmächtigen, daß er diese Tat des Führers so gesegnet hat, und aus tiefem Herzen übernehmen wir auch wieder am heutigen Gedenk­tage die Verpflichtung, aus dem leidenschaftlichen Kampf eines Mannes, seiner Getreuen, seiner ent­schlossenen Mitkämpfer und schließlich des ganzen Volkes alles einzusetzen, was immer auch geschehen mag.

Wir wissen, daß wir einen großen Deutschen als unseren Führer und Obersten Befehlshaber haben. Wir wissen, was er in der kurzen Zeitspanne von vier Jahren uns und der Welt gegeben hat, und wir ahnen voller Vertrauen, was er noch alles seinem Volke geben und schenken wird. Was er aber auch immer von uns verlangt, Kameraden, mir werden bereit sein, bereit in allem. Bereit in der Seele und im Geist, fest entschlossen, den Weg zu gehen, den der Führer uns weist. Wo immer er unsere Fahnen als geheiligte Feldzeichen himchicken wird, da werden wir stehen wie eine Mauer von Stahl und Eisen, werden wir unsere Pflicht tun bis zum Aeußersten. Diese drei Tugenden der Soldaten: Kameradschaft, Pflichterfüllung und Opferbereit­schaft, die möchte ich jedem jungen Kameraden hineinbrennen in sein Herz; denn sie machen ihn stark gegen alles, was da kommen mag. Es ist leicht, stark im Glück, leicht, stark im Sieg zu sein. Es ist aber schwer, und es bedeutet alles, noch

Der neue Flugstühpunkt im Aordatlantik.

Taufe derFriesenland" in Kiel.

Kiel, 16. März. (DNB.) Prächtiges Sonnen­wetter lag heute über Kiel, als gegen Mittag auf der Howaldt-Werft der neue für den Nordatlantik- Flugdienst der Deutschen Lufthansa erbaute schwim­mende Flug st ütz punktF r i e s e n l a n d" ge­tauft wurde. Dabei führte Reichspostminister Dr. Ohnesorge u. a. aus: Bei den nun Mitte dieses Jahres beginnenden Flügen über den Nord- atlantif zwischen Europa und den Vereinigten Staaten soll dieFriesenland" zusammen mit der Schwabenland" für den Schleuderflug und Flugsicherungsdienst eingesetzt werden. Es wird dieSchwabenland" vor Neuyork und dieFriesenland" beiHortaaufderAzoren- i n s e l Faya 1 stationiert werden. Die zwischen diesen beiden Schiffen liegende Ozeanstrecke von etwa 4000 Kilometer muß durch die Flugboote ohne Zwischenlandung zurückgelegt werden. Ein jahre­langer Traum, die Ueberqu'erung des Nordatlantik mittels Flugbootes, wird zur Wirklichkeit. Und es gibt wohl kaum eine bessere Widerlegung des Vor­wurfes, das neue Deutschland wolle sich von den übrigen Staaten in der Welt isolieren, als die nun einmal unangreifbare Tatsache, daß diese allein der

Verbindung und der Verständigung der Völker dienende Einrichtung der Atlantikpostflüge vom deutschen Volke unter Einsatz seiner besten Söhne zuerst in Angriff genommen worden ist.

Nach der Ansprache taufte die d i e n st ä l t e st e Ange stellte der Lufthansa, Fräulein Marga­rethe Krause, das Schiff auf den NamenFrie­senland". DieFriesenland" ist ein Motorschiff von etwa 6500 Bruttoregistertonnen. Es trägt auf Deck, wie ihre drei älteren Schwesterschiffe, eine Großflugzeugschleuder, erbaut von den Heinkel-Flugzeugwerken in Warnemünde, die zum Abschuß der 16 Tonnen schweren Nordatlantik- Flugzeuge eingerichtet ist. Eine neue Einrichtung ist die an Bord befindliche Werk st atth alle zur Ueberholung der Flugzeuge. Zwei MAN.-Diesel- motoren von je 2500 PS werden derFriesenland" eine Geschwindigkeit von 16 Seemeilen in der Stunde geben. Fist die Besatzung sowie für die Flieger wurden behaglich eingerichtete Wohn- und Sporträume geschaffen. Es wird eine gute Lautsprecheranlage eingebaut, auch Tonfilmgerät, eine Bücherei und Geräte für Sport und Leibes­übungen werden vorhanden sein.

M ungesunde Spekulation ist bei uns kein Raum.

Veichsbankpräsident Dr. Schacht fordert Erhaltung des stabilen Preis- und Lohnniveaus als Vorbedingung gesunder Währungspolitik.

Berlin, 16. März. (DNB.) In der Hauptver­sammlung der Reichsbank, in der der Abschluß für 1936 wieder 12 Prozent Dividende, davon 8 Pro­zent in bar, genehmigt und die Wahlen zum Zen­tralausschuß gemäß den Vorschlägen gutgeheißen wurden, machte Reichsbankpräsident Dr. Schacht u. a. folgende Ausführungen:

Die Aufgabe, an der die Reichsbank in erster Linie mitzuwirken berufen war, ist die Finan- z i e r u n g s a u f g a b e , die in ihren Anfängen vorwiegend ein Aufbringungsproblem darstellte, die aber mit fortschreitendem Krediteinsatz an das Währungsproblem rühren mußte. Ich darf heute feststellen, daß wir, obwohl das Kreditvolumen über den ursprünglich übersehbaren Rahmen hinaus ausgeweitet werden mußte, die finanziellen Dinge diese vier Jahre hindurch auch währungspolitisch gemeistert haben. Damit haben jene Propheten außerhalb unserer Grenzpfähle unrecht bekommen, die uns schon lange den Zusammenbruch von Wirt­schaft und Währung vorausgesagt haben. Wir wis­sen sehr gut, auf welchen Gebieten unsere Mittel unerschöpflich sind und auf welchen es höchster Klugheit bedarf, um mit dem nur spärlich Vor­handenen die gesteckten Ziele zu erreichen. Das

Schwierige der deutschen Lage liegt nur darin, daß infolge von Krieg, Inflation, Reparationen und System - Mißwirtschaft die kapitalmäßige Untermauerung der deutschen Wirtschaft mangelhaft ist. Freilich wird unser Schmerz darüber, daß Deutschland nicht zu den reichen Län­dern gehört, gemildert, wenn wir bei einem" Rund­blick in Europa feststellen müssen, daß auch die reichen Länder nicht ohne Sorgen sind. Geld allein macht nicht glücklich, man muß es auch rich - tig anwenden können.

Wir wissen, daß für unsere Finanzierungspolitik hinsichtlich der Wirkungen der Kreditausweitung auf die Gesamtwirtschaft Grenzen bestehen. Die Grenzen liegen insbesondere da, wo die Kreditpoli­tik aufhört, ein wirtschaftlich gesundes Verhältnis zwischen Geld und Güter­menge als allein maßgebend gelten zu lassen. Die Reichsbank sieht es als ihre Aufgabe an, diese Grenzen einzuhalten. Innerhalb dieser Möglichkeiten jedoch haben wir versucht, alle Mittel heranzuziehen und sie so zu leiten, daß ihre Verwendung mit mög­lichst großen Nutzen erfolgen konnte. Das ganze Geheimnis, woher denn eigentlich das Geld für unsere großen Vorhaben, wie Arbeitsbeschaffung

und Wehrhaftmachung, kommt, tft m Wirklichkeit nichts anderes als finanzielle Disziplin. Nach der Machtergreifung wurden alle Faden des Geld- und Kapitalwesens in einer Hand vereinigt und damit der Geld- und Kapitalmarkt m seiner Leistungsfähigkeit entscheidend gesteigert. Obenan stand die E m i s s i o n s b e s ch r ä n k u n g , die den Vorrang der Finanzierungsbedurfmsse des Reiches sicherstellte. Hinzu kamen die Neuordnung d e s Bank- Kredit - und Börsenwesens, die nach und nach auf alle Kreditbeziehungen ausge­dehnte Zinssenkung, durch die allmählich das überhohe Zinsniveau in Deutschland abgebaut wer­den konnte, ferner die Ordnung der öffent­lichen. insbesondere der kommunalenHaus- halte.

In dem Maße, wie das Kreditvolumen in Deutschland wuchs, mußten wir die in die Wirt- schäft hinausfließenden Gelder wieder ein- fangen. Dadurch, daß wir langfristige Reichs anleihen auflegten, ferner dadurch, daß wir auch die kurzfristigen Mittel der Wirtschaft iw Wege der Solawechselaktion der DeutschenGold- diskontbank den öffentlichen Finanzierungs- oorhaben dienstbar machten und damit wahrungs­mäßig nachteilige Auswirkungen der Kreditauswei- tung ausschalteten.

Das Aufsaugen der herumschwimmenden Gelder war eine währungspolitische Notwendigkeit, da es galt, die mit der Kreditausweitung einher­gehenden Preisauftriebstendenzen hintan zu halten, um so mehr als ein Preisauftrieb von der Warenfeite her hinzuzukommen drohte. Die Preisgestaltung und die Entwick­lung der Löhne verlangt von einem jeden Unternehmer oder Verbraucher Selbsteinschrän­kung. Wenn wir ein in der liberalistischen Wirt- schaftsauffassung wurzelndes Gesetz bei uns ausschalten müssen, so ist es vor allem das, daß etwa auftretender Mangel an irgendwel­chen Gütern unbedingt zu Preisauftrieben führen müßte. Für ungesunde Speku- l a t l o n ist im neuen Deutschland kein Raum. In Einzelfällen von Preisüberschrei­tungen muhte zu drastischen Mitteln gegriffen werden. Soweit sich die Preisentwicklung als ein Währungsproblem darstellt, begrüßen wir es, wenn die Frage derPreis-undLohn- stabilität mit erneuter Energie angepackt wird. Beständiges Preisniveau ist notwendig, um Geld, Kredit und Zins beständig zu erhalten.

Die Aufgaben, die unser noch harren, sind nicht leichter geworden. Der Ernst der kommenden Jahre wird noch dadurch unterstrichen, daß wir aus der Anlaufzeit einen starken Konsolidierungs­bedarf, gewissermaßen als unerledigten Restbe­stand an Finanzierungsaufgaben, hinübernehmen in Jahre, die neue Aufgaben großen Aus­maß e s mit sich bringen Die Reichsbank wird an diese Aufgaben mit unverändertem heißen Willen, aber auch mit klarer Umsicht, mit aller gebotenen Tatkraft, aber auch mit vollem Verantwortungs­bewußtsein gegenüber dem deutschen Volke Heran­gehen.

Günstiger Abschluß der Reichs- Versicherung für Angestellte

Berlin, 16. März. (DNB.) Wie aus dem Ge­schäftsbericht der Reichsversicherungsanstalt für An­gestellte für 1936 heroorgeht, hat die Anstalt in diesem Jahr die höchste Beitragseinnahme seit ihrem 25jährigen Bestehen erzielt. Während es noch 1933 nötig gewesen ist, zur Deckung der Aus­gaben 83 v. H. der Beitragseinnahme aufzuwen­den, haben im abgelaufenen Jahr 73,9 v. H. hier­zu genügt. Der Rücklage konnten 287 Millionen (235,6 Millionen) zugeführt werden. Die Gesamt- einnahme von 406,1 Millionen (357,4 Millionen) Mark ist um 13,6 v. H. gestiegen. Die Zahl der Ver­sicherten wird auf 4,3 Millionen geschätzt. Der Ge­samtaufwand für die Rentenleistungen, Beitrags­erstattungen und Abfindungen erreichte 260,2 Mil­lionen (241,3 Millionen) Mark. Am 31. Dezember 1936 liefen 231 316 (238 633) Ruhegelder mit 27 369 (28 666) Kinderzuschüssen, 122 343 (110 884) Witwen- renten und 42 778 (40 345) Waisenrenten. Der Ge­samtaufwand für die Heilfürsorge belief sich auf 25,8 Millionen (23,6 Millionen) Mark. Es wur­den 50141 (47 542) ständige Heilverfahren durch­geführt. 5799 (6022) Anträge auf Zuschüsse für tuberkulöse und tuberkulosegefährdete und rachitische Kinder von Versicherten wurden gestellt. 1957 (948) Zuschüsse zu Erholungskuren für kinderreiche Mütter und deren Kinder wurden genehmigt. Der Woh­nungsbau wurde gefördert durch Darlehen an Län­der, Gemeinden und durch Hypothekendarlehen an Bauoereinigungen sowie private Bauunternehmen. Ferner zahlte die Anstalt 3485 (3168) Darlehen für neuerstellte Eigenheime an versicherte Angestellte. Die gesamte Neuanlage für Wohnungsbauzwecke betrug 132 (93) Millionen Mark. Seit 1924 sind für Wohnungsbauzwecke 1098 Milliarden Mark 3* Verfügung gestellt worden. Die Verwaltungs­kosten betrugen 2,27 (2,49) v. H. der Gesamtein­nahme, so daß 97,73 (97,51) v. H. der Einnahmen für die Zwecke der Versicherung verbleiben.

Die ©frafeinfragungcn in den Führerschein.

Berlin, 16. März. (DNB.) Als ein wirksames Erziehungsmittel für leichtsinnige Kraftfahrer hat sich die Eintragung von Geldstrafen über 5 R M. oder Freiheitsstrafen in den Führerschein ausgewirkt, welche die In­haber der Scheine als Führer von Kraft­fahrzeugen im Straßenverkehr erhalten haben. Darüber hinaus sind auch Strafen wegen unvor- schristsmäßiger, die Verkehrssicherheit gefährdender Beschaffenheit von Kraftfahrzeugen in den Führer­scheinen zu vermerken. Die (Eintragung von (?*ra» fern in die M i l i t ä r f ü h r e r s ch e i n e hat durch die zuständigen Stellen der Wehrmacht zu erfolgen. Don einer (Eintragung in ausländische oder inter­nationale Führerscheine ist abzusehen. Die L ö - f ch u n g der (Eintragungen wird auf Antrag durch­geführt, wenn seit der letzten (Eintragung zwei Fohre verstrichen sind, und der Bestrafte in dieser Frist keine eintragungsfähigen Strafen erlitten bat. Soweit Bestrafungen vermerkt sind, die nicht mehr eintragungspflichtig sind, können sie auf Antrag ge­bührenfrei gelöscht werden. Wenn es gelungen ist, die im ständigen Steigen begriffene Verkehrsunfall­kurve zunächst einmal abzustoppen, so ist dieser be­scheidene Erfolg zu einem wesentlichen Teil auch auf die Maßnahme der Strafeintragung zurückzuführen.