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j)anb dieser Schilderung immer wieder zu zeigen, wie weit unsere deutschen Brüder nach Süden ver­teilt sind, wie sich deutsches Denken und Handeln gerade hier rein offenbart. Aus dem ganzen Bericht erklang immer wieder die Mahnung: Seid stolz dar­auf, Deutsche zu sein, und freut euch mitzuarbeiten an der Formung deutscher Jugend.

Der Sonntagvormittag sah die Führerschaft auf dem Trieb beim Geländedienst. Nach allgemeinen Ordnungsübungen waren einige Geländeaufgaben für das HI.-Leistungsabzeichen zu lösen. Der Bann- sichrer nahm die Gelegenheit wahr, seine Kame­raden einmal wieder beim Dienst zu besuchen, und er freute sich, daß alles gut klappte.

Freiwillige für das Heer zum Herbst 1938.

LPD. Freiwillige, die im Herbst 1938 in das Heer eintreten wollen, müssen bis zum 5. Januar 1938 sich bei dem gewählten Truppenteil melden. Nach dem 5. Januar 1938 werden Freiwilligenmel- dungen nur noch für 1939 angenommen.

Die für die einzelnen Wohnsitze der Bewerber zu­ständigen Truppenteile können bei den Wehrmelde­ämtern bgw. Wehrbezirkskammendos erfragt wer­den. Auf Anforderung geben diese auch Merkblätter für den Eintritt als Freiwilliger in das Heer aus.

Bei Annahme als Freiwilliger wird die Ein­ziehung zum Reichsarbeitsdienst im Frühjahr 1938 behördlicherseits veranlaßt; besondere Schritte des Bewerbers sind hierzu nicht erforderlich.

Justus von Liebig-Schule" in Gießen.

Der Herr Reichsstatthalter in Hesien hat der bis­herigen Oberrealschule in Gießen die Namensände­rung inJustus - von - Liebig - Schule, Oberschule für Jungen" genehmigt. In einer Feier wurde am gestrigen Montag diese Na­mensänderung durch den Direktor der Anstalt, Oberstudiendirektor Leonhardt, der Schulge­meinde bekanntgegeben. Dabei wies der Direktor darauf hin, daß mit der Neugestaltung des Reichs durch den Nationalsozialismus auch eine Verein­heitlichung des Schulwesens kommen mußte, da durch die Vielheit der Schularten dem übertriebenen Individualismus das Wort geredet wurde und manche Schwierigkeit entstand, die nunmehr be­hoben ist. Es wurde aber auch ganz besonders be­tont, daß der Pate der Schule allen, die an der Schule arbeiten, als strebsamer und deutscher Mann ein Vorbild der treuen Pflichterfüllung und des ehrlichen Strebens zum Wohl von Volk und Vater­land sein soll. Die Ausführungen schlossen mit dem Dank an den Führer, der die Einheit des deutschen Volkes und damit die erforderliche Grundlage für die Neugestaltung des deutschen höheren Schul­wesens geschaffen hat. Ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer, das Deutschland-Lied und das Horst- Wessel-Lied gaben der Feier einen würdigen Aus­klang.

Nie Ortsfrauenschastsleiterinnen des Kreises Wetterau tagen in Gießen.

Am Sonntag fand imBurghof" eine Tagung der Leiterinnen der Frauenschaft und des Frauen­werks im Kreise Wetterau statt. Nach gemeinsamen Gesang und kurzer Begrüßungsansprache durch Frau Wrede hielt Polizeiinspektor Rau einen Vortrag über unberechtigte Preissteigerung und Preisüberwachung. Der Redner hob hervor, daß die Mitarbeit der Hausfrau, die durch täglichen Einkauf die Preise kennt, auf dem Gebiet der Preisüberwachung erwünscht ist. Vor allen Dingen gilt es, die versteckte unberechtigte Preissteigerung sestzustellen, die sich äußert in verschlechterter Ware oder in vermindertem Gewicht bei gleichem Preise. Sehr wichtig für die Frauen waren auch die Er­klärungen des Redners über die verschiedene Quali­tät der Ware, die den Preis bedingt, und auf die zu achten ist. So entscheidet bei Eiern die Frische und das Gewicht den Preis, bei Käse der Fett­gehalt und bei Oel, das die Hausfrau meist unter dem Sammelnamen Salatöl verlangt, das Roh­produkt, aus dem es gewonnen wird.

Frau W r ede dankte dem Vortragenden und ermahnte die Frauen, bei ihren Einkäufen aufzu- passen, aber auch nur sorgfältig geprüfte Fälle zu melden.

Nachdem eine Menge organisatorischer Fragen besprochen waren, kam Frau Wrede auf die Aus­stellung zu sprechen, die vom 25. Februar bis zum 6. März 1938 in Frankfurt a. M. stattftnden wird, und die einen Uebetblitf geben soll über das ge-

Hubertusfeier 1937.

Es entspricht altem Jägerbrauch, daß einmal im Jahr zu Novemberbeginn nach ftohem Jagdtag die Weidgesellen sich zusammenfinden, um gemeinsam den ,Hubertustag" zu begehen, Rück- und Vorschau zu halten und kameradschaftlich vereint beim Schüsseltreiben" den Humpen zu schwingen. Es war dabei vielfach zur Gewohnheit geworden, daß an diesem Tage die Trophäen des laufenden Jaad- jahres gezeigt wurden, daßStrecke gelegt" wurde, um mit dem Jäger zu reden. Und gerade dies trug dazu bei, den ,Hubertustag" immer besonders fest­lich zu gestalten. Der veränderte Charakter der durch das Reichsjagdgefetz vorgeschriebenen Trophäen­schauen, die zudem erst später im Jahre stattfinden können, hat ein Abgehen von dieser lieben Gewohn­heit zur Folge gehabt, das mancher bedauern mag.

Trotzdem kommt derH u b e r t u s f e i e r", wie der Kreisjägermeister des Jagdkreises Gießen, Gau­jägermeister Oberforstmeister Ni c o l a u s , bei der Feier seines Jagdkreises am vorigen Samstag aus­führte, auch fernerhin eine besondere Bedeutung zu. DerDeutschen Jägerschaft" ist durch das Reichsjagd- oesetz eine Form gegeben worden, die sie als ein ge­schlossenes Ganzes erscheinen läßt, als einenOr­den" mit eigenem Gesetz, das jeden femhält oder ausscheidet, der sich nicht in die Regeln einfügen will. Die Glieder dieses Ordens aber muß der Geist der Zusammengehörigkeit, der Kameradschaft ver­binden, als deren Fest die Hubertusfeier zu gelten hat. Mag bei den Appellen der Jägerschaft der Ernst zu Wort kommen, mag die Krittk mit dem Ziele des Besserns am Platze sein: heute kann der Blick nur auf die großen Fragen gerichtet sein. Hierzu gehört vor allem, so führte der Kreisjäger­meister aus, daß der Jäger sich klar wird über die ihm gestellte Aufgabe. Er soll ein Heger und Er­halter seines Wildes sein, aber wissen, daß die Er­füllung dieser Aufgabe in Einklang gebracht wer­den muß mit den Aufgaben der Land- und Forst­wirtschaft. Darum muß der Jägerschaft, wie es auf dem Hainberg durch den Reichsjägermeister wieder geschah, zur Pflicht gemacht werden, die festgesetzten Abschüsse auch durchzuführen, selbst wenn sich Her­ausstellen sollte, daß es schwer ist, weil die Wild­zählung trotz des Strebens nach einem objektiven Ergebnis in manchen Jagdbezirken offenbar doch ein falsches Bild gegeben hat. Der Kreisjägermeister bat daher seine Jäger, überall von sich aus zu tun, was nötig fei, ohne fein Eingreifen notwendig zu machen. Er richtete ferner ihren Blick auf die ge­waltige Schau der Jagd der ganzen Welt, die zur Zeit in Berlin stattfindet, eine Schau, von der zu wünschen wäre, daß sie jeder deutsche Jäger sehen könne. Sein Wunsch ging dahin, daß jeder Jäger sich in den kommenden Jahren dorthin gezogen füh­len möge, wo er mit seinen Weidgesellen denHu­bertustag" nach altem Brauche begehen kann. Sein Gruß galt dem Reichsjägermeister, dem Schirm­herrn des deutschen Weidwerks und seines Brauch­tums.

Stabsjägermeister Studienrat H ö l z e l zeigte dann eine Reihe von Lichtbildern, die der Künstler- Hand und dem köstlichen Humor eines Gießener Kindes, hes Malers G e i l f u s , zu verdanken sind. Sie behandeln in drastischer Darstellung die Folgen, die unsachgemäßes Verhalten mit der Waffe nach sich ziehen kann, eines der ernstesten Kapitel auf dem Gebiete der Jagd, hier trotz allen Schalks, der darin steckt, so eindrucksvoll behandelt, daß diese Bilder auf der Jagdausstelluna in Berlin großes Aufsehen erregten und viel Beifall fanden.

Don besonderem Interesse war die Mitteilung des Kreisjägermeisters, daß er vom kommen­den Monat an einmal, und zwar am ersten Mitt­woch, einen Jägerabend veranstalten werde, bei dem wichtige Fragen aus allen Gebieten der Jatzd, wie sie sich aus dem Jagdjahr und den Erfahrungen der Jagdbehörden ergeben, behandelt werden sollen und bei denen auch Gelegenheit zur Klärung von Zwei­felsfragen gegeben sein wird. Die Beteiligung wird freiwillig sein. Diese Ankündigung wurde freudig begrüßt, da sie den Wünschen zahlreicher Mitglieder der Jägerschaft entgegenkommt.

Daß neben alledem der frohe Sinn des Jägers zur Geltpng kam, versteht sich bei Weidmännern und nach dem, was vorher über die Aufgaben der Feier gesagt wurde, von selbst.

Winterhilfsspende

der hessischen Zägerschast.

Aufruf des Landesjägermeiskers

Gauleller Sprenger.

LPD. Der Landesjägermeister für den Jagdgau Land Hessen erläßt an die hessischen Jäger folgen­den Aufruf:

Auch in diesem Jahr hat der Herr Reichsjäger­meister einen Appell an die deutschen Jäger gerich­tet, sich an dem größten sozialen Werk unseres Führers, dem Winterhilfswerk, zu beteiligen.

Im letzten Jahr haben die Jäger meines Jagd­gaues durch ihre Spende, die die des Vorjahres noch übertraf, bewiesen, daß sie sich willig in den Dienst der Volksgemeinschaft gestellt haben und so­mit der Ehrenpflicht jedes Deutschen nachgekom­men sind.

Ich erwarte, daß auch in diesem Jahr jeder Jä­ger dem Appell Folge leistet und eine Wildmenge von mindestens 5 v. H. der Nutzwild-Jahresstrecke in der Zeit vom 1. November bis 20. Dezember abliefert. Unser Bestreben soll sein, durch Spende­freudigkeit auch als Jäger unfern Anteil an der Linderung der Not bedürftiger Volksgenossen bei­zutragen.

Die Kreisjägermeister sind angewiesen, Näheres wegen der Ablieferung des Wildes bekanntzugeben.

(4ez.) Sprenger."

famte nationalsozialistische Frauenschaffen im Gau Hessen-Nassau unter der BenennungDie Frau im Dienst des Volkes". Zur Besichtigung dieser Schau sind Fahrten der Frauen mit Sonderzug geplant.

Eine Mittagspause mit Eintopfessen brachte eine erwünschte Pause. Am Nachmittag trafen die Teil­nehmerinnen mit den neu ernannten Jugend- gruppenführerinnen des Kreises auf dem Schiften­berg zusammen. Chorgesang und Akkordionmusik schufen eine fröhliche Stimmung, und gegenseitige Aussprache vertiefte die in gemeinsamer Arbeit ge­festigte Kameradschaft. F. K.

Gau-Geflügelausstellung in Gießen fällt aus.

In der Mitgliederversammlung des Geflügel­züchtervereins Gießen am Samstag gab der Vorsitzende bekannt, daß die 3. Gau-Geftügel- ausstellung, die vom 25. bis 28. November in der Volkshalle zu Gießen ftattrinöen sollte, wegen der stellenweise aufgetretenen Maul- und Klauenseuche ausfällt. Die Schau wäre mit rund 3500 Tieren beschickt worden, eine Beschickungszahl, die bislang wohl noch keine Gaufchau aufzuweisen hatte.

An der in Kirchhain veranstalteten Kurhessen- Schau beteiligten sich die Mitglieder Bauer, Thün- ken und Orloft-Becker, Allendorf, und errangen dort die ersten Bewertungen. Die Kreisschau in Großen- Buseck wurde beschickt von Bauer, Beimborn, Becker,

Böhling, Hankel, Mayer-Meseck, Thünken und- beler. Jeder einzelne Züchter wurde auch hier mit den besten Prädikaten belohnt. Aus der Zucht des Mitglieds Thünken wurde ein Stamm Rhode- länderzwerge nach Oesterreich verkauft.

Kameradschastsabend im MTV.

Anläßlich feines 52. Gründungstages hielt der Männerturnverein in derKarlsruhe" einen Kame­radschaftsabend ab, an dem jung und alt in be­währter Vereinstreue teilnahm.

In feiner Ansprache gedachte Dereinsführer Karl Müller in ehrenden Worten der Gründer, be­sonders der noch lebenden Konrad Steinhäußer und Adalbert Bindewald, ließ die erfolgreiche turnerische und sportliche Jahresleistung der Turner und Turnerinnen in Anerkennung noch einmal lebendig werden und berichtete über die Fortschritte in der sportgerechten Ausgestaltung des Dereins- turn- und Spielplatzes. Ferner teilte er das Dank­schreiben des Reichssportführers von Tfchammer und Osten für das Glückwunfchtelegramm des Ver­eins zu feinem 50. Geburtstag mit, warb in be­geisternden Worten für das nächstjährige Turn- und Sportfest in der Grenzlandstadt Breslau und insbefonbere für die Werbeveranstaltung zu diesen großen völkischen Tagen anfangs Dezember im Gloria-Palast.

Gute Hausmusik schuf bald eine gehobene Stim- mung, die in Tanz, Spiel und Scherz froher Ge­

Mandine seht sich durch

jRoman von

Hans-Joachim Zreiherrn von Reihensteln

Copyright by Carl Ouncker

26 Fortsetzung (Nachdruck verboten.)

Dann wird es schon so sein, daß er meine Adresse vergessen hatte und dich noch fragen wollte, Hedwig."

Oder ob ihm vielleicht nicht wohl ist? Wenn ich nur wüßte, was in dem Brief steht."

Die beiden jungen Mädchen standen noch auf dem Korridor. Die Tür des kleinen Mädchenzimmers war halb geöffnet.

Wissen Sie, wo Herr Schmittke ist?" fragte Blandine.

Bei seiner Schwester." Das Mädchen, ftoh, eine Ablenkung zu haben, kam heraus.

Würden Sie wohl einen Gang für uns machen?" fragte Blandine,weyn ich Herrn Schmittke um Erlaubnis frage?"

Aber ferne."

Blandine rief Herrn Schmittke bei feine: Schwe­ster an. Er hatte nichts dagegen, daß sich Meta für eine Stunde vom Hause entfernte. Die jungen Da­men wollten ab und zu auf die Korridortür achten.

Etwas erleichtert kamen die beiden zurück. Und um die Zeit bis zu Metas Ankunft hinzubringen, fing man mit dem Abendbrot an.

Die beklommene Stimmung wich während des Essens. Man sah ja nun einer natürlichen Erklä­rung entgegen. Sie wurden sogar wieder heiter, bis auf Hedwig, die immerhin vor Aufregung nichts.

Du hast noch gar nichts von deiner neuen Stel­lung erzählt, Blandine." Sie sagte es, um sich und die andern abzulenken.

,Lch bin sehr gern da. Es herrscht ein guter Geist im Haus."

Na, Geist mußt du ja da genug haben", sagte Greta.Archäologe? Gräbt er auch selber aus?'F

Er hat es getan. Augenblicklich arbeitet er im Mufeum."

Und bann kam Meta mit dem Brief.

Hedwig las ihn. Dann ließ sie ihn kreisen.

Der Bräutigam war leider im letzten Augenblick verhindert worden zu kommen. Er mußte eine Auslandreise unternehmen. Er würde sich dazu nicht entschlossen haben, wenn es nicht eine geschäftliche Transaktion beträfe, die gerade ihrem Gelde be­sonders nützlich sein würde. So hätte er nicht das Herz gehabt, den guten Verdienst auszuschlagen, der ihr winke.

Wieder würden sie der Verwirklichung ihres ge­meinsamen Zieles durch die geschickte Anlage ihres Geldes näherrücken.

Sobald alles klar märe, gäbe er Nachricht. Sie wollten nach seiner Rückkehr froh zusammen feiern, grüfee ^^undinnen bäte er einstweilen herzlichst zu

Die drei noch Anwesenden nahmen die Sache verschieden auf. Greta fühlte erst etwas wie Neid, und bann hatte sie so einen faden Nachgeschmack, c Le-t?a5 mit Hren Angelegenheiten innerlich zu beschäftigt, um klar empfinden zu können. Aber auch ihr wurde etwas pappig im Mund. Blandine rechnete aus, ob ihre Mutter nicht bald zurück sein konnte. Sie glaubte, daß die klarer sehen würde als sie alle. Aber sie war zu einer silbernen Hochzeit eingeladen und würde nicht kommen, ehe Blon­dine zu Hause sein mußte. Der Ordnung halber hatte diese Frau Professor Diehl gesagt, baß sie zwischen zehn unb elf Uhr kommen würbe. Sie wollte in ber neuen Stellung nicht länger ausblei­ben, um den guten Eindruck nicht zu stören, ben man bort von ihr hatte.

Selbst Hebwig hatte ein unruhiges Gefühl bei bem Brief, obgleich er eine burchous plausible Er­klärung enthielt.

Jebenfalls war sich jebe einzelne darüber klar: es lag ein Obeur in der Luft, das ganz frembartig unb noch keiner in ihrem Leben begegnet war.

Acht Tage lebte Hebwig in quälenber Ungewiß­heit. Sie stürzte sich in bie Arbeit, um nicht benten zu müssen.

In diesen Tagen rief Blandine sie fast jeden Abend an. Sie fragte nicht nach Heinrich Metzler.

Aber sie bat sie zu sich ober erbot sich, selbst zu kommen.

Hebwig wehrte ab. Sie wollte nicht sprechen. Sie hatte inzwischen einen Brief an Heinrich geschrieben. Der kam als unbestellbar zurück.

Am neunten Tage machte sie sich auf unb ging zu Blanbine.

Blaß unb verelenbet saß sie da. Endlich sagte sie matt, ohne Blandine anzusehen:

Ich bin heute bei ihm gewesen."

Blondine stutzte sichtlich.

Nicht so wie du glaubst", sagte Hedwig. Sie schüttelte müde ben Kopf.Er ist ja gar nicht ba. Ich weiß noch immer nicht, wo er ist."

Dann hob sie ihre mattgemeinten Augen flehenb zu Blanbine:

Man kennt ihn dort nicht."

Um Blandines Herz legte sich eine Klammer. Die preßte, daß sie kaum noch Luft holen konnte. Sie sprang auf, weil sie glaubte, so besser zu atmen. Sie trat hinter Hebwig, weil sie ihr nicht in bie armen Augen sehen konnte. Sie streichelte ihr glanz­loses Haar.

Du willst boch nicht sagen, baß die Adresse, die er dir weißt du denn nicht seine richtige

Ich habe nur bie, die er mir gegeben hat. Dann muß er boch bort wohnen."

Du mußt bich irren. Bist bu vorher nie bage- wesen?"

Der kennt mich doch", sagte Hedwig und zuckte bie Achseln.

Blanbine lief burchs Zimmer unb riß das Fen­ster auf. Ihr war, als bekomme sie keine Luft mehr.

Ganz leise strich sie dann wieder über Hedwigs Kops.

Willst du wirklich sagen, daß daß er dir eine falsche Adresse gegeben hat?"

Hedwig nickte leise.

Dann müssen wir es mit meiner Mutter be­sprechen. Da finden wir uns nicht mehr durch."

Hebwig ging burch bie Hölle bes Hasses, bie ben am meisten brennt, ber sie angezünbet hat.

, Eamkein Brief mehr van ihm. Keine Zinsen, keine Erklärung. v 1

meinschaft ihren freudigen Ausdruck fand. Zu einem Höhepunkt gestaltete sich berGroßmütterchen-Tanz" der alten, bekannten Turnerfamilie Rentner Schmidt, deren vier Enkelinnen (Gertrud und Irmhild Schmidt mit Margret unb Else Seim) burch Maske unb reizvolles Zusammenspiel sich nicht nur begeisterten Sonberbeifall holten, sondern auch als allgemeinen Dank einen Sonder-Rundtanz zu- gesprochen erhielten.

Als Ausdruck erneuter Verpflichtung zum großen Werk deutscher Leibesübungen gingen bie Stunben kameradschaftlicher Verbundenheit nur zu rasch ihrem Ende zu.

Landsmannschaft der Hessen in Berlin lädt ein.

NSG. Am Samstag, 20. November, 20.30 Uhr, veranstaltet die Landsmannschaft der Hessen in Ber? lin im Weibenhof-Kasino am Schiffbauerdamm einen Heimatabend, der mit Vorträgen in heimi­scher Mundart, Gesang und Tanz ausgefüllt ist. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht ein Vor­trag von Professor Dr. Maurer überDie Hes­sen in Spanien vor 125 Jahren". Landsleute, die in diesen Tagen in ber Reichshauptstadt weilen, sind von ber Landsmannschaft zu diesem Abend herzlich eingeladen.

Gießener Vochenmarktprelfe.

* Gießen, 16. Nov. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, Vi kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das

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*

* * Justizpersonalie. Der Kanzlist Ludwig Firnhaber bei dem Amtsgericht Gießen wurde mit Wirkung vorn 1. November 1937 zum Justiz­assistenten befördert.

* * Wettbewerb für bie Brunnen» anlage der Stadt Gießen. Der Oberbürger­meister teilt neuerdings mit, daß sich an dem Wett­bewerb alle Mitglieder der Reichskammer der bil­denden Künste im Gau Hessen-Nassau (nicht, wie in der ersten Ausschreibung angegeben war, im Land Hessen) beteiligen können.

* * Das Gau-Sängerfest 1 938 in Gie­ßen findet nicht vom 29. Juli bis 1. August, sondern vom 8. bis 11. Juli statt.

LPD. Eine Po st karte für das Winter­hilfswerk. Die kürzlich bei der Herausgabe ber Postwertzeichen für das Winterhilfswerk des Deut­schen Volkes angekündigte Postkarte wird vom 22. November an bei allen Postämtern abgegeben. Sie ist nach einem Entwurf des Künstlers von Axster-Heudtlaß in Berlin hergestellt worden, der auch die Entwürfe zu den diesjährigen Briefmarken für das Winterhilfswerk geschaffen hat. Der Wert­stempel zeigt eine Kogge mit den Wertziffern 6 + 4.

Frau Hertel war damals sofort für sie auf das Polizeirevier gegangen, bei dem der Bräutigam zu­ständig war. Man kannte ihn nicht. Er war in der ganzen Gegend nirgends gemeldet.

Später erfuhr man nach vielen Mühen, daß ein Heinrich Metzler, neunundzwanzig Jahre alt, in Berlin geboren, in ganz Deutschland nicht vorhan­den wäre.

Die Polizei, ber man so viele Fragen gestellt hatte, stellte Hedwig Georgi nun auch eine Frage: ob sie sein Bild erkennen würde, wenn man es ihr zeigte?

Ihre armselige gelbe Haut wurde glühend rot. Sie senkte den Blick zu Boden. Und mit halbgeöff­neten Lippen sagte sie:Ja."

Und so legte man ihr bas Verbrecheralbum vor. Ihr, der Tochter des Regierungsrats Georgi. Sie wollte da nicht hineinsehen. So etwas wollte sie gar nicht wissen. Das rüttelte an den Grundfesten ihres Seins. Das ging gegen ihre Frauenehre. Nein, sie wollte dv nicht hineinsehen.

Der Polizist, dem sie leib tat, rückte ihr einen Stuhl an ben Tisch, auf dem das Album lag. Unter­abteilung Heiratsschwindler.

Mechanisch setzte sie sich. Aber sie hob die Augen nicht.

Bitte sehr", sagte der Kriminalbeamte freundlich, aber bestimmt. Und er schlug die Seiten für sie um.

Und bann fand Hedwig, die Tochter des Regie­rungsrats Georgi, in diesem widerlichen Album das Bild des Mannes, dem sie vertraut hatte.

Der Ordnung halber weißt du, daß dein Wechsel übermorgen fällig ist?" fragte Lange sei­nen Freund Engemann.

Das weiß ich seit acht Wochen", antwortete Harry.Aber was ich nicht weiß, ist, wie ich ihn bezahlen soll."

Wieviel hast bu schon?"

Gar nichts."

Wieso gar nichts."

Wenn ich was hätte, würde ich doch keinen Wechsel gebraucht haben."

Fortsetzung folgt