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Oer BerlinerHavasvertreter ausgewiesen

Deutschland entledigt sich eines notorischen Verleumders.

den Kreisen eine immer stärker werdende Richtung bemerkbar macht, die sich endgültig darauf besinnt, daß England in Europa liegt und auf Grund eines großzügigen europäischen Ausgleichs sehr wohl den notwendigen Rückhalt gewinnen könnte, im Fernen Osten eine von Washington u n a b - händige Politik zu treiben, die zugleich bessere Verständidungsmöglichkeiten gegenüber Japan böte, wie sie sich mit amerikanischen Weltmachtsbestre­bungen vereinbaren lassen.

England kann sich, nachdem es nach den napoleo­nischen Kriegen fast hundert Jahre lang dem euro­päischen Festlande gegenüber inglänzender Iso­lierung" verharrte, nur schwer daran gewöhnen, aufstrebenden Völkern diesseits des Kanals, wie Deutschland und Italien, gerecht zu werden. Das würde aber in Wirklichkeit keine größere Selbst­überwindung erheischen, als die, der sich England fähig zeigte, als es nach den nopoleonischen Kriegen die Monroe-Doktrin anerkannte, d. h., wie Canning sich ausdrückte,eine neue Welt ins Leben rief, um die alte ins Gleichgewicht zu setzen." England hat zwischen den napoleonischen Kriegen und dem Weltkriege seine Überlegenheit in der alten Welt ähnlich mißbraucht, wie die Ver­einigten Staaten die ihrige in der neuen. Während aber Onkel Sam sich reumütig von derDollar- Diplomatie" zurPolitik guter Nachbarschaft" be­kehrte, kann es John Bull nicht recht über sich ge­winnen, auf dem Wege eines Ausgleichs mit kon­tinentaleuropäischen Interessen die Rheinlinie zu überschreiten, die er als seine strategischeGrenze" anerkannt wissen möchte.

In dem Augenblick nun, wo in London dennoch die Zahl der Einsichtigen rasch zu wachsen beginnt, die diesen diplomatischen Rubikon überschritten zu sehen wünschen, treten zu beiden Seiten des großen Teichs die Verfechter einer angelsächsischen Weltdik­tatur auf den Plan, um die drohende Selbstbesin­nung Englands auf seine eigentliche Sendung als weltpolitische Vormacht Gesamteuropas zu Hinter­treiben. Auf amerikanischer Seite ist es die dem Staatsdepartement nahestehende Vierteljahrsschrift Foreign Affair s", die die Kluft, die sich zwischen Washington und London auftat. zu über­brücken sucht. Sie gab dem Publizisten Dr. Walter L i p p m a n n Raum zu Betrachtungen, in denen er erstens daran erinnert, daß das amerikanische Neutralitätsgesetz im Falle neuer euro­päischer Verwicklungen bedeuten würde, daß nur England und feine Verbündeten sich auf dem amerikanischen Markte versorgen könnten, weil nur s i e die Bedingungen desBarzahlung und Eigentransports" (cash and carry) erfüllen vermöchten; und zweitens versichert, daß die öffent­liche Meinung in den Vereinigten Staaten immer stärker dahin dränge, das eigene politische Schicksal von dem des Bestandes des britischen Imperiums abhängig zu machen.Wir brauchen uns nur unsre eigene Lage vorzustellen", beschwört Dr. Lippmann seine Landsleute,wenn die britische Suprematie unter Angriffen Deutschlands im Nordatlantik. Ita­liens im Mittelmeer, Japans im West-Pazifik zu- sammenbrechen würde! Wäre es denkbar, daß wir einer solchen Katastrophe gegenüber gleichgültig blieben? ÜRit wem würden wir dann die Idee der Flotten-Parität freundschaftlich diskutieren? Könnte es möglich fein, daß wir uns nicht darum kümmer­ten, wenn unzählige Fragmente dieser großen po­litischen Organisation verteilt würden?... Die Auf­lösung Oesterreich-Ungarns hat das Gesicht der europäischen Politik verändert; die Auflösung des britischen Weltreiches würde so unvergleichlich schwerwiegendere Dolgen haben, daß wir uns da­von keine rechte Vorstellung machen können. Man hätte ebenlogut einen Bürger von Rom zur Zeit des Augustus auffordern können, sich eine Vorstel­lung von einem Europa nach dem Zerfall des rö­mischen Imperiums zu machen." Auf englischer Seite druckt die dem Foreign Office nahestehende ZeitschriftThe R o u n d Tobte" den Artikel Livpmanns ab, um den Faden weiterzuspinnen und dabei zu betonen, daß dessen Auffassung einer die öffentliche Meinung in den Vereinigten Staaten aüfwühlendeneue Bewegung fundamentalen Den­kens" entspreche, die immer nachdrücklicher auf den bedingungslosen Anschluß Amerikas an die Front der Demokratien gegen den ..militärischen Expan- stonismus der faschistischen Mächte" dränge.

England steht am Scheidewege. Es sollte sich erinnern, daß es, um Deutschland feiner Kolo­nien berauben und alle aufstrebenden Völker Konti­nentaleuropas möglichst auf ihre kargen heimischen Hilfsquellen zurückwerfen zu können, denVettern" jenseits des Atlantik volle Flottenparität, ein immer rücksichtsloser gehandhabtes Monopol auf die west­liche Erd halste, Vorherrschaft im Pazifik, die erste Geige auf allen internationalen Konferenzen, außer einer unerbittlichen Haltung als Weltgläubiger, zu­billigen mußte. Als Preis dauernder amerikanischer Freundschaft" wird es sich baiu bergeben müssen, ein Bollwerk amerikanischer Weltherrschaft gegen den großen Rest Europas abzugeben; denn was man unterangelsächsischer" Interessengemeinschaft im Pankeelande wirklich versteht, brachte vor einigen Jahren Ludwell Denny in seinem Aufsehen erregenden Buche:America conquers Britain brutal zum Ausdruck:Wir waren", heißt es dort, einmal Englands Kolonie. England wird untere Kolonie werden, bevor feine Tone gewählt sind, nicht dem Namen nach, aber in W' 'k- lichkeit. Maschinen haben England wm fterrn der Welt gemacht. Jetzt machen bessere Maschinen Amerika zum Herrn der Welt und Englands."

Keine E nig^e't

auf der Ostasienkonser-nz

Brüssel, 15. Nov. (DNB.) Die Ostasienkonfe- renz hat die Beratungen über eine gemeinsame Er­klärung beendet. Bei der Abstimmung ergab sich keine Einmütigkeit, da Italien trotz der verschie­denen Abschwächungen des ursprünglichen Textes gegen d i e Erklärung stimmte. Schweden, Norwegen und Dänemark erklärten ihre Stimmenthaltung, da ihre Interessen in Ostasien nicht bedeutend genug seien. Die Erklärung beruht somit nicht auf einem Beschluß der Konfe­renz, sondern gibt lediglich die Auffassung gewisser dort vertretener Mächte wieder. Auf Vorschlag von Norman Davis vertagte sich die Konferenz hierauf auf Montag. Die Stimmenthaltung der skandinavi­schen Staaten ist besonders bemerkenswert, weil der chinesische Delegierte Wellington Koo in Begleitung des Generalsekretärs der englischen De­legation Cadogan noch die Vertreter der drei Staa­ten aufgesucht hatte, um sie im Sinne der Ent­schließung zu beeinflussen. Die Konferenz selbst hat durch ihre Haltung bewiesen, daß sie die Erklärung nicht als einen Beschluß betrachtet, indem sie da­von absah, den Text nach Tokio zu übermitteln oder auch nur dem japanischen Botschafter in Brüssel mitzuteilen.

Berlin, 15. Nov. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: Der Berliner Vertreter des havasbüros R a v o u x, der sich seit jeher durch eine b e - anders böswillige Berichter st altung über das nationalsozialistische Deutschland auszelch- nete und demzufolge durch seine Nachrichtenpolitik wiederholt die größte Verwirrung in den publizistischen Beziehungen zwischen Deutsch­land und Frankreich anstiftete, hat eine Meldung über die im westen Deutschlands verbreitete Maul- und Klauenseuche ausgegeben. In dieser Meldung erdreistete er sich, die Seuche mit dem Vierjahresplan und seinen vermeint­lichen Auswirkungen in Zusammenhang zu brin­gen. Er scheute auch nicht vor der Behauptung zu­rück, die deutsche Pressemüsse" als Ablenkungs­manöver einen Feldzug führen, um zu erklären, daß die Seuche aus dem Auslande einge- ch l e p p t fei!

Dabei steht fest, daß die Maul- und Klauenseuche, die im Mai 6.3. aus Afrika nach Frank­reich eingefchleppt wurde, sich dort sehr rasch verbreitet und vom Elsaß aus nach Vaden und der Pfalz übergegriffen hat. Auch die Behaup­tung des Berliner Vertreters der havas-Agentur, daß die Seuche in Deutschland besonders chwer wüte, ist vollkommen aus der Luft gegriffen. Wahr ist vielmehr, daß sie in Deutschland im Gegensatz zu Frankreich nicht bösartig auftritt und daß die Viehverlusle sich dank der sofort ergriffenen Abwehrmahnahmen in mäßi­gen Grenzen halten. Die Reichsregierung hat sich veranlaßt gesehen, den Berliner Vertreter des ha- vas-Vüros aus dem Reichsgebiet auszu- weisen. Ravoux hat das Gebiet des Deutschen Reiches innerhalb von drei Tagen zu verlassen.

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Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. H a v a s, das große Nachrichtenbüro Frank­reichs, denkt darüber anders, obwohl es eigentlich allen Grund hätte, in der Sache, die hier zur De­batte steht, den Mund zu halten. Es handelt sich um die Maul- ynd Klauenseuche, die ganz Frankreich den größten Teil Englands, Belgiens, die Westfchweiz und auch einige deutsche Westgaue heimgesucht hat. Sie wäre nicht aufgetreten und hätte vor allem den französischen Bauern nicht so schwere Verluste bereitet, wenn d i e franzö­sische Seuchenpolizei besser gearbei­tet h ä 11 e. Sie übersah jedoch, daß eine aus Nord­afrika angenommene Schafherde krank war. So ge» schah es denn, daß die Krankheit zuerst in Frankreich um sich greifen konnte, um dann auf andere Länder überzuspringen. Wenn also zum Thema Maul- und Klauenseuche etwas zu sagen wäre, dann ganz gewiß nur an die Adresse der französischen Ueberwachungsbehörden.

Scharfe Kritik amVottsfront- Reg'me in Frankreich.

Paris, 16. Nov. (DNB. Funkspr.) Arn Mon­tag tagte in Paris der Landesrat der unter Füh­rung von Louis Marin stehenden republika­nischen Vereinigung. In vier Entschließungen wird die Politik der Volksfront stark kritisiert, die die Unordnung angehäuft und nationalen Haß gesät und damit das wirtschaftliche und moralische Leben versetzt habe. Außenpolitisch werden die deut­schen Kolonialforderungen zurückge­wiesen, da jedes Zugeständnis als Zeichen der Schwäche gedeutet werden könne. (!) Frankreich müsse unverzüglich bei der spanischen Nationalregie­rung vertreten sein. Heftige Kritik wird geübt an der langsamen Ausführung von Bestellungen für die Landesverteidigung, die andern Ländern unter­legen sei, die Wiedereinsetzung der für die Kriegs­marine gestrichenen Kredite von 200 Millionen Franken für das Flottenbauprogramm 1938 wird verlangt. Eine Produktionssteigerung wird als das einzige Mittel bezeichnet, um die öffentlichen Finanzen wieder aufzurichten und die Teuerung der Lebenshaltung zu vermindern.

Der Verband der Angestellten der fran- z ö s i f ch en Eisenbahnen hat die von der Re­gierung vorgeschlagene Lebensteuerungszulage als ungenügend bezeichnet. Der Lebensindex sei von der Zeit an, zu der eine allgemeine monatliche Zulage von 150 Franken gefordert wurde, von 6 0 0 auf 657 gestiegen. Es fei kein ernster Schritt zur Verhinderung der spekulativen Preis­steigerungen unternommen worden. Die Sonderzu­lage von 150 Franken sei daher das äußerste Mini­mum. Außerdem sei der Zustand unhaltbar, daß die Eisenbahnangestellten und »arbeitet: seit Juni 1936 nicht die geringste Lohnerhöhung erhalten hätten.

Italien greift gegen kommunistische Umtriebe durch.

Rom, 16. Nov. (DNB.) Vor dem Sonder- gerichtshof für d i e Sicherheit des Staates haben sich in dieser Woche 4 5 Ange­klagte wegen kommuni st ischer Um­triebe zu verantworten. Am Montag wurde das Urteil gegen 21 Angeklagte gefällt, von denen zwei, die in Beziehungen zu der kommuni­stischen Zentrale in Brüssel standen, z eh n I a h r e Zuchthaus erhielten. 15 Angeklagte wurden zu ein bis acht Jahren Zuchthaus verurteilt, die übri­gen vier wurden freigesprochen.

Moffenverurleilung kommunistischer Hetzer in polen.

Warschau, 16. Nov. (DNB. Funkspruch.) Das Bialystoker Bezirksgericht verurteilte 31 Kommu­nisten zu Zuchthausstrafen zwischen 1 und 10 Jah­ren. Die Verurteilten stammen alle aus dem Dorfe Kajnowska, von dem aus sie die kommunistische Hetz­arbeit im ganzen Kreis Bielsk Poldaski betrieben haben. In Krakau wurden elf Hetzer aus dem Kra­kauer Kohlenrevier wegen umstürzlerischer Tätigfeit zu Gefängnisstrafen verurteilt. In Zamsc in Mit­telpolen erhielten 16 Kommunisten Zuchthausstra­fen zwischen 4 und 1 Jahr. In Kielce stehen 39 unter der Anklage kommunistischer Tätigfeit, in Lublin 32. Die füfjrenbe Rolle der Juden an der

Havas hat es indessen vorgezogen, einen Bericht seines Berliner Vertreters über die Seuche in Deutschland zu veröffentlichen. Wenn man diesen Bericht gelesen hat, muß man annehmen, daß das Vieh sozusagen rechenweise fällt und daß die enormen Verluste weniger auf die von Frankreich hergekommene Krankheit zurückzuführen, sondern eine Folge der schlechten Ernährung der Tiere in­folge des Vierjahresplanes feien, und die Regierung wolle nur die Ernährungsschwierigkeiten bemänteln. Der Schwindel der französischen Agen­tur liegt klar genug auf der Hand. Die Meldung von der schlechten Ernährung m der deutschen Vieh­wirtschaft ist offenbarer Blödsinn. Wir haben im ganzen Reich eine glänzende Futtermittelernte, an Kartoffeln und Rüben herrscht geradezu ein lieber« fluß. Wenn Frankreich seine Tiere besser ernähren kann: warum ist dort allein in der Zeit vom 1. Sep­tember bis 15. Oktober die Seuche in 38 758 Fällen verzeichnet, während Deutschland bisher insgesamt in 80 Kreisen etwa 4000 Gehöfte zu verzeichnen hat, in denen die Seuche auftrat? Das kleine Bel­gien hat bisher 4100 Fälle, also fast genau so viel wie das Deutsche Reich und auch nach Belgien ist die Seuche erst aus Frankreich hineinaetragen wor­den. Wenn die deutschen Verhältnisse so schlecht und die französischen Maßnahmen so gut wären, wie die Havas-Agentur uns glauben machen will, so erhebt sich die Frage: woran liegt es, daß die Erkrankung der Tiere in Frankreich in großem Umfange tödlich verläuft, während sie in b e r b e u t- schen Landwirtschaft bisher außer­ordentlich milde auftrat, so daß nur wenige tödliche Fälle zu verzeichnen waren?

Was soll das Ganze? Ist das Dummheit oder Bosheit? Wie wir Havas kennen sein Berliner Berichterstatter fällt nicht das erstemal unangenehm auf verfolgt diese Lügenmeldung ganz bestimmte Zwecke. Wieder einmal soll Deutschlands Ernäh­runglage schwarz in schwarz gemalt wer­den, wieder wird in tendenziöser Weise bas Gegenteil von dem gesagt, was wahr ist, nur weil man d i e eigene Schuld vertuschen möchte. Wir kennen dieses Verfahren feit langem. Aber es überschreitet die Grenze des Erträglichen, wenn nun sogar eine Seuche, unter der auch der französische Bauer schwer leidet und für deren Auf­kommen allein Frankreich verantwortlich zu machen ist, gegen uns ausgebeutet wird. D. S.

Von hier aus

wird die Seuche übertragen!

Paris, 16. Nov. (DNB.) Der Präsident des Departement Eure-et-Loire hat beschlos­sen, den jährlichen Viehmarkt von Char­tres, der am 30. November beginnen sollte, in an­betracht der im Departement und in der ganzen Normandie herrschenden Maul- und Klauen­seuche zu verbieten. Dafür wurde eine nur auf Geflügel und Pferde beschränkte Ausstellung zugelassen.

kommunistischen Agitation beleuchtet ein Prozeß in Wilna. Dort wurden drei Juden zu je IV2 Jahren Gefängnis verurteilt. Sie hatten Juden, denen we­gen ihrer kommunistischen Betätigung in Polen der Boden zu heiß geworden war, über Polens west- licke Grenze nach Sowjetrußland ge­schmuggelt.

Valencias Dank an Moskau.

Salamanca, 15. Nov. (DNB.) In Valencia hielt dasspanische Landeskomitee" der Bolsche­wisten seine Jahressitzung ab. Der Saal war mit Bildern Stalins, Lenins und Dimi - troffs sowie mit den sowjetrussischen Fahnen geschmückt. Unter den Teilnehmern be­fanden sich Vertreter der französischen Kommunisti­schen Partei sowie eine Anzahl anderer Emigran­ten. Auf der Sitzung, die unter den Klänger der Internationale eröffnet wurde, wurden als E h ren- präfibium gewählt: Woroschilow, ber französische Kommunist Th 0 rez, Thälmann, ber Parteiausschuß ber chinesischen Kommu­nisten und der französische Abgeorbnete Marty als Organisator der internationalen Brigade. Der spanische Oberbolschewist Jose D i a z sprach ber Sowjetunion noch einmal inwarmen Worten" ben Dank aus für die aktive Hilfe gegen die Natio­nalen und schob bann seinem früheren Freund Largo Caballero die Schuld an dem Verlust bes Krieges in Nordspanien in die Schuhe. Largo Caballero sei einVerräter am Proletariat". Man dürfe nicht eher ruhen, bis der letzte Trotzkist aus­gerottet sei.

Gegen Moskaus Wühlarbeit in Indien.

London, 16. Ncw. (DNB. Funkspruch.)Daily Mail" berichtet, daß die von Moskau betriebene kommunistische Wühlarbeit in Indien den Behörden von Bombay große Sorge bereitet. Die Gewalttätigkeiten, zu denen die Scho- lapur-Stämme aufgewiegelt worden seien, habe die Kongreßregierung von Bombay zu Notmaßnahmen gezwungen. Aehnliche Maßnahmen würden wahr­scheinlich bald auch in Admedabad erforderlich sein, wo 16 Mühlenbetriebe bestreikt wurden und k 0 m - munistische Formationen zweimal mit derPolizei zusammengestoßen sind. Das Ministerium habe erklärt, daß die für die Unruhen verantwortlichen Leute im Solde Moskaus stünden.

Deutsche Matrosen besuchen Vom.

Rom, 15. Nov. (DNB.) Nachdem eine Abord­nung ber Ortsgruppe ber Auslandsorganisation der NSDAP, an Bord der vor Gaeta liegenben Deutschland" und der sie begleitenden vier Torpedoboote einen Besuch abgestattet hatte, haben gegen 1 300 Mann ber Besatzung bie Sehenswürdigkeiten ber Ewigen Stabt besichtigt. Bei bem Eintopfessen, bas die beutsche Kolonie mit ihren Gästen im Deutschen Heim abhielt, begrüßte Botschafter von H a s s e l l bie Gäste. Der Erste Offizier bes PanzerschiffesDeutschlanb" Fregatten­kapitän Möllmann bankte herzlich. Die Be­völkerung Roms hat ben blauen Jungen ber beut- schen Kriegsmarine allenthalben bie herzlichste Sympathie bekundet.

Oie Gudetendeutscheu.

Ein neues Buch zur rechten Zeit.

Das subetenbeutsche Problem ist in ben letzten Jahren immer mehr in ben Vorbergrunb ber euro­päischen Politik getreten und hat in ben letzten Wochen die Allgemeinheit mehr als jemals zuvor beschäftigt. Immer klarer wirb es, baß bie be» bingungslofe Einverleibung ber Subetenbeutschen in bie Tschechoslowakei ohne jebe wirkliche Sicherheit für ihre kulturelle, wirtschaftliche und nationale Entwicklung, wie sie bas Friebens- biftat von Saint Germain dekretierte, ein unhall­barer Zustand ist. Dreieinhalb Millionen an ber Zahl sinb bie Deutschen in ber Tschechoslowakei! Es hanbelt sich also um eine Volksgruppe, bie mehr Volksgenossen zählt, als es Dänen in Dänemark, Norweger in Norwegen unb Jrlänber in Jrlanb gibt! Aber nicht nur bie Tatsache ber zahlen­mäßigen Bedeutung bes Subetendeutschtums, ordern auch ihre höhe unb alte Kultur, in Verbinbung mit ihrem ausgeprägten nationalen Bewußtsein, lassen es unmöglich erscheinen, baß bieser bebeutenbe Dolksstamm an ben Grenzen bes Deutschen Reiches nicht einmal bie geringsten Rechte irgendeiner Selbstverwaltung ausüben kann.

In den letzten Jahren hat sich eine ansehnliche Literatur über bas subetenbeutsche Problem nicht nur in beutscher, sondern auch in vielen anberen Sprachen angesammelt. Unter ben zahlreichen Bü­chern unb Broschüren, bie bisher erschienen sinb.

Sie kennen Ihre Heimat erst, wenn Sie ihre Kultur kennen. Ueberzeuaen Sie sich in der kulturellen Leistungsschau des Gaues Hessen-Nassau in der Frankfurter Festhalte.

fehlte aber eine wirklich umfaffenbe Darstellung bes Sudetenbeutschtums. Denn bie bisher erschienenen Bücher zeigten entroeber Teilausschnitte aus dem politischen, kulturellen unb wirtschaftlichen Leben bes Sudetenbeutschtums, ober aber sie haben bie Not bieser Volksgruppe geschilbert. Eine wirklich zusammenfassende Darstellung ist indessen bisher noch nicht erschienen.

Diese Lücke füllt ein Buch aus, bas im Verlag von Ebwin Runge, Berlin, unter bem TitelW i r Subetenbeutschen" zum Preis von 4,35 RM. in Seinen unb 3,20 RM. kartoniert, soeben erschie­nen ist. Den politischen unb historischen Teil bes 168 Seiten starken Banbes hat der bekannte Der» asser bes BuchesKampf in Böhmen" unb frühere Lanbesleiter ber Nationalsozialisten Deutschböhmens, Reichstagsabgeorbneter Hans Krebs geschrieben, während bie Kapitel über Art, Wesen unb Kultur des Sudetendeutschtums ber frühere Leiter bes deutschen Volksbildungs-Instituts in Reichenberg, Prof. Dr. Emil Lehmann verfaßte. Durch diese Zusammenarbeit ist ein überaus eindring­liches unb klares Bilb vom Schicksal unb Raum, von ber Geschichte, ber Art und Kultur, aber auch von Kampf unb Not bes Subetendeutschtums ent» tauben. Zum ersten Mal wirb hier ein Gesamtbild ber subetenbeutschen Volksgruppe vor bas Auge bes deutschen Lesers gestellt. Krebs bezeichnet das su- detendeutsche Gebiet mit Recht alseine lebendige geistige Provinz der deutschen Nation, deren Ruh­mestitel es ist, daß sie zu allen Zeiten zu ben Mehrern bes beutschen Volksbobens, in hartem unb oft lehr ungleichem Kampfe, gehört".

Subetenbeutscher sein, bas heißt beharrlich sein! Furchttos unb treu wie kaum ein zweites ©lieb ber deutschen Nation halten seit vielen Jahr- hunberten bie Deutschen ber ©ubetenlänber Wacht an ber Grenze bes Reiches!" Das ist in ber Tat ber schönste unb wohloerbienteste Titel, ben bie Su- betenbeutschen für sich in Anspruch nehmen bürfen.

In 19 Kapiteln wirb bie Geschichte ber Subeten­beutschen unb ihre Unterbrückung in ber Tschecho­slowakei, ihr Raum, ihre stammliche unb lcmbschaft- liche Entfaltung, bie Kämpfe in ber Husfitenzeit unb im 30jährigen Kriege, ebenso wie bie ber neue­sten Zeit bargestellt. Es folgt eine Schilberung ber innigen Beziehungen.bes Sudetendeutschtums zum Gesamtvolke, der Besiedlung bes Lanbes unb eine Darstellung ber Kultur biefes überaus vielseitigen unb stammlich reichgeglieberten Dolksteiles. In einem besonberen Kapitel werben bie kulturelle Lei­stung ber Subetenbeutschen, ihr Anteil an ber Ge- samtkultur bes beutschen Volkes unb bie großen Männer gelchilbert, bie aus bem Subetenraum ent­sprossen sind.

Den Abschluß bilbet eine Uebersicht über bie Lage bes Subetendeutschtums nach dem Weltkriege, seine gewaltsame Einverleibung in die Tschechoslowakische Republik, seine Unter­drückung auf kulturellem, wirtschaftlichen unb po­litischen Gebiet unb enblich ber Rechtskampf, ben bas beutsche Volk in Böhmen, Mähren unb Schlesien unter ben schwersten Umftänben führt. , Nirgenbs i st F r i e b e !" so heißt es am Schluß bes genannten Buches.An ber Sprach­grenze unb im subetenbeutschen Hinterlanb tobt un­unterbrochen ber tägliche, zähe und stumpfe Völker- kämpf." Aber trotz aller Unterbrückunasmatznah- men, trotz ber Auslösung ber nationalsozialistischen Bewegung im Jahre 1933, trotz Verfolgung, De- mütiaung, Not unb Elend so heißt es in ben Schlußworten steht bas Subetenbeutschtum stär- k e r unb geschlossener als jemals zu- vor in seiner Heimat. Unb so barf man mit mehr Recht als jemals sagen: Der Kampf um Volkstum unb Heimat geht im Subetenbeutschen Ge­biet unentwegt weiter! Unb wie in ben iahrhun- bertelangen, wechlelvollen Kämpfen heißt auch heute roieber bie Losung:Das Subetenbeutschtum ergibt sich nicht!" D. S.

Das englische LnKschnhaesetz.

L 0 n b 0 n , 16. Nov. (DNB.) Im Unterhaus sprach ber Innenminister Sir Samuel Hoare über bas Luftschutzgesetz. Hunberte von Tonnen Bomben könnten heute innerhalb von 24 Stunben auf einem Fleck abgeworfen werben, ein solcher Angriff könne viele Tage hindurch fortgesetzt werden. England sei für feine Zivilbevölkerung bereits mit Gas­masken besser versorgt als irgendein anderes Land in Europa. Wenn man bie Gebäube gegen direkte Angriffe aus der Luft völlig sichern wolle, so entstünden Kosten, die kein Land aufbringen könnte. Die Kosten hierfür würden in England auf 1,5 Milliarden Pfund Sterling geschätzt unb selbst bann lasse sich vielleicht kein völliger Schutz erzielen. Man müsse sich baher barauf beschränken. Unter ft änbe für bie Zivilbevölkerung zu schaffen. In ber Vergangenheit habe man ber Gefahr kleiner Branbbomben nicht genügenb Beachtung geschenkt. Mit biesen Bomben könne z. B. ein mittelgroßes Flugzeug allein 150 verschie-