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ganze chinesische 29 Armee ist mit diesen riesigen Henkersschwertern ausgerüstet, im Nahkampf eine furchtbare Waffe. Die stark gebogene, in einer brei­ten Lederscheide steckende Klinge ist etwa handbreit und haarscharf geschliffen. Der Griff muß beim Schlagen mit beiden Händen angefaßt werden ein wuchtiger Hieb auf denDeez" und die Plempe" saust bis zum Nabel durch eine Waffe, auf deren Wirkung die Chinesen beinahe abergläubische Hoffnungen gesetzt haben und die im Nahkampf von den kleinen Japanern die Nord­chinesen sind riesige Burschen auch als äußerst unangenehm empfunden worden ist Nur ... zu Nahkämpfen ist es im Zeichen des Maschinenzeit­alters bisher nur ganz vereinzelt gekommen und vielleicht sind auch deswegen diese sehr dekora­tiven Zweihandschwerter so rasch aus der Mode gekommen. Überall lagen sie herum und für einen Hen oder 70 Pfennige wurden sie meistbietend zur Erinerung an meine Feldzugserlebrusse in China" von den japanischen Soldaten verkauft.

Rutschend, gleitend, glitschend, koffer- und schwer­terschwingend arbeiteten wir uns mühsam durch den Lehm durch, vorbei an dem festgefahrenen Troß einer ganzen Armee. Artillerie und Tanks versperrten die Straßen, sie konnten weder vor noch zurück, so daß auch die Munitions- und Derpfle- gungskolonnen nicht vorbei konnten und im freien Feld zu parken begannen ...ein chinesischer Flieger! Was hätte hier ein einziger chinesischer Flieger für Wirkungen erzielen können! Aber e s gab keine Flieger an der Nordfront, auch keine schwere Artillerie, kein weittragendes Flachfeuer und wenn derGeneral Pluvius", Ex­zellenzRegen" nicht gewesen wäre, dann wären die Japaner wohl schön zu dieser Zeit bis zum Gelben Fluß" vormarschiert.

Mehr tot wie lebendig kamen wir endlich i n Liu-Kautschan an, hier führt eine breite Zug­brücke über den KaiserKanal und hier in diesem armseligen Neste waren Hunderte und aber Hun­derte von jenen wohlbekannten zweirädrigen japa­nischen Militärkarren aufgefahren, die von einem hochbeinigen Pferde gezogen die gleichen Funktionen wie unsere vierrädrigen, schweren Ko­lonnenwagen zu erfüllen haben. Das militärisch geschulte Auge erkannte sofort: Hier haust irgend­ein Etappen-Kommandant und wo die sich niedergelassen haben, da gibt es auch was zu essen und zu trinken, vielleicht sogar Be­förderungsmöglichkeiten! Ein paar Minuten spä­ter hatten wir das Quartier des Orts- oder Etap­penkommandanten erreicht, der uns etwas erstaunt, aber sehr freundlich aufnahm. Aber auf den Ge­danken, uns von seinen Schätzen etwas abzugeben, kam auch er nicht das einzigste, was er uns bieten konnte, war jener ganz dünne und in die­sem Falle lauwarme japanische Blättertee, der an sich schon nach nichts und hier im Felde erst recht nach nichts schmeckte Aber er war herb und löschte den Durst ausgezeichnet.

Rittmeister S a t o h führte unterdessen die Ver­handlungen: ob und wie uns der Kommandant auf die bequemste Art und Weise Heimbefördern könne.Tja das wußte der Etappen-Onkel auch nicht ... Pferde, Wagen und Autos hätte er nicht, leere Kolonnen gingen zur Zeit nicht nach rück­wärts ... wir sollten doch versuchen, uns auf dem Kaiser-Kanal wieder ein Schiffchen zu greifen!" Also stellten wir uns auf die Zugbrücke der Regen hatte zum Glück nachgelassen und wieder brannte die Sonne mit sengender Glut vom Himmel und warteten auf ein Schiff. Das kam natür­lich nicht, so daß wir Zeit und Muße genug hat­ten, uns die japanischen Soldaten etwas näher anzusehen.

Irgendwo lag ein Infanterie-Bataillon, Feld­artillerie stand auch hier auf den Gassen und alle Augenblicke kamen kleine Kavallerietrupps oder Meldereiter vorbei ... alles durchweg fräftige> gut­genährte, gutuniformierte Soldaten, die mit allen notwendigen Dingen, die der Krieg erfordert, bei­nahe zu reichlich ausgerüstet und ausgestattet waren. Kartentaschen, Kompasse, Taschenlampen hatte fast jeder, viele schleppten einen zum Teil recht wert­vollen Photoapparat mit sich herum und alle schie­nen recht guter Laune zu sein. Denn der Krieg hatte ja eben erst begonnen und in diesem Stadium machte er erfahrungsgemäß auch einem eingefleisch­ten Pazifisten noch Spaß. Die Uniform bestand aus einem dicken, olivgrünen Wollstoff, die einzelnen Waffengattungen unterschieden sich nach der Farbe der kleinen Kragenspiegel Infanterie rot, Artil­lerie gelb, Train dunkelblau ulw. während Regimentsnummern fehlten. Die verschiedenen Dienstgrade waren durch feste Streifen von roter Grundfarbe auf den Achseln kenntlich gemacht, diese Achselklappen saßen aber nicht längs, sondern quer wie Epaulettenträger auf den Schultern. Der Ge­freite trug einen Stern, der Unteroffizier zwei usw., bei den Portepeeträgern war ein schmaler Gold­streifen eingewebt und nach den gleichen Grund­sätze waren dieAchselstücke" der Offizierekon­struiert" Als Kopfbedeckung diente eine Art weiche Schimütze, während der braune Stahlhelm an einem langen Riemen auf dem Rücken getragen wurde. Kochgeschirre und Tornister nach deutschem Muster, ebenso die Schnürschuhe und die Wickelgamaschen erstere trugen nur die Soldaten des 2. Jahr­gangs, während die Mannschaften des 1. den Uebergangsschuh" noch trugen.

Denn der japanische Bauer und Arbeiter läuft nur auf Holzsandalen herum, die er mit der großen und der ersten Zehe festbält, durch die ein Riemen läuft. Da er das von Kindheit an tut, steht die große Zehe sehr weit ab ein untrüaliches Mittel um japanische Spione zu erkennen. Man braucht ihm bloß die Stiesel auszuziehen und sich die abge- bogene große Zehe anzusehen, um festzustellen, ob man es mit einem Chinesen oder Japaner zu tun hat eine Tatsache, die schon manchem japanischen Spion, der sich als Chinese getarnt batte, das Leben gekostet hat. Mer sein ganzes Leben auf harten, unbiegsamen Holzsandalen rumgefaafen ist und nun plötzlich eine« Kommißstiefel tragen soll, der fühlt sich darin genau so unbehaglich wie etwa die an weiche Sandalen gewöhnten anatolischen oder bulgarischen Soldaten infolgedessen haben die Japaner eine Art Uebergangsschuhkon­struiert", eine Art dicken Strumpf, nach Art der Handfäustlinge mit abgespreiztem Daumen und die­senStrumpf" mit einer biegsamen Sohle versehen, die es dem Soldaten ermöglicht, sich langsam an den richtigen Kommiß-Schuh zu gewöhnen Nur da­durch konnte die Zahl der Marschkranken sich in vernünftigen Grenzen bewegen.

Daß im übrigen der japanische Soldat im Kriege fett wird, kann man kaum behaupten, denn die Anspruchslosigkeit dieser Rasse ist erstaunlich? Kom­mißbrot gibt es nicht, dafür Reis morgens, Reis mittags und Reis abends. Dieser wird mit irgendwelchen Hgferflocken zusgmmen gekocht kalt in besonderen Fässern nachgeführt und mit ein paar Scheiben sauren Rettichs ober saurerPickels" und Gurken verzehrfertig an die Truppe ausge­geben. Marketendereien waren auf dieser Reise

nicht zu entdecken, ebenso keine Feldküchen, lediglich ein paar Kesselwagen, in denen augenscheinlich Trinkwasser destilliert wurde. Trotz des Regens war die Laune der Truppe gut und das Verhält­nis zwischen Offizier und Soldat schien Vorbild- l i ch zu fein. Nirgends hörte man schimpfen ober fluchen und die zwischen Vorgesetzten und Unter­gebenen an den Tag gelegte Höflichkeit mutete mehr als seltsam an; denn es will uns wohl schwer in den Kopf, daß der Soldat denGruß durch An­legen der rechten Hand an die Kopfbedeckung" nun auch noch durch eine mehr oder minder tiefe Ver­beugung unterstreicht. Ebenso ungewohnt ist der Gruß mit Gewehr in bedeckten Räumen". Sitzt

irgendein Soldat in irgendeinem Raum, auf irgend­einem Stuhl mit dem Gewehr zwischen den Beinen und ein Vorgesetzter erscheint ober geht vorbei, steht er auf und präsentiert mit leichter Verbeugung das Gewehr und jeder Offizier erwidert jeden Gruß des Soldaten genau so tief, wie er ihm erwiesen wurde. Ueberhaupt schien es zwischen Offizier und Soldat im Verkehr untereinander kaumdienstliche Unter­schiede" zu geben, ohne daß die Disziplin in plumpe Vertraulichkeit" ausgeartet wäre.

Und ansonsten bot dieses Etappennest den glei­chen Anblick wie alle andern, die einmal von Finn­land bis Bagdad und vom Kanal bis zur Schwei­zergrenzeEtappe" gewesen waren. Die Hühner

waren ausgestorben, das letzte wurde gerade von zwei Infanteristen gejagt. Auch von den schwarzen Schweinen, mit denen sonst die chinesischen Dörfer überreichlich gesegnet sind, war nur noch ein ein­ziges, kleines Exemplar zu entdecken, das mit ge­bundenen Füßen fein nahes Ende erwartete, überall brannten kleine Wärmfeuerchen, unterhalten mit Haus- und Ackergeräten und an allen Ecken und Enden wurden Dingeabmontiert", die der Soldat viel nötiger braucht als der Bauer. Krieg im Fer­nen Osten und Krieg im Fernen Westen genau genommen ist der Unterschied nicht allzu groß und läuft auf das gleiche hinaus.

Kreis Wetterau unter neuer Leitung.

Abschied von dem bisherigen Kreisleiter, Amtseinführung des neuen Kreisleiters - durch den stellv. Gauleiter.

In der bis zum letzten Platze besetzten Gießener Volkshalle trat am gestrigen Freitagabend die Par­tei nach langer Zeit wieder mit einer großen Kund­gebung vor die Oeffentlichkeit. Aus dem Kreise Wetterau (umfassend die politischen Kreise Gießen und Friedberg) waren viele Männer und Frauen gekommen, um gemeinsam mit den ebenfalls sehr zahlreich erschienenen Gießener Volksgenossen an dieser Kundgebung teilzunehmen. Allein rund 1500 Politische Leiter waren zugegen. Es handelte sich bei diesem bedeutsamen Ereignis um die Verab- schiedungdes seitherigen Kreisleiters Dr. Hi l d e- brandt, der vom Gauleiter zu seinem persön­lichen Adjutanten berufen wurde, und um die Amtseinführung des neuen Kreisleiters Backhaus, der als Nachfolger von Dr. Hilde­brandt die Leitung des Kreises Wetterau übernom­men hat.

Gegen 18 Uhr marschierte eine Bereitschaft der Politischen Leiter mit den Fahnen unter der Marsch­musik der neuen Kreiskapelle zur Volkshalle, der von allen Seiten die Volksgenossen in immer stärke­rem Ausmaße zuströmten. Zu Beginn der Kund­gebung war denn auch die Volkshalle so stark be­sucht, daß viele Volksgenossen nur noch einen Steh­platz in den Seitengängen einnehmen konnten.

Der feierlichen Bedeutung des Abends entspre­chend war die Bühne in besonderer Weise würdig geschmückt. In der Mitte stand auf hohem Sockel eine Büste des Führers, rings umgeben von Blatt­pflanzen und Blumen, dahinter gruppiert die Fah­nen, so daß sich den Besuchern ein festlich-schönes Bild zeigte.

Der neue Kreisleiter Backhaus

eröfnete die Feier mit der Meldung vom Antreten von rund 1500 Politischen Leitern an den stellv. Gauleiter Linder, den er als Vertreter des Gau­leiters besonders herzlich willkommen hieß. Der Willkommengruß des Kreisleiters galt ferner allen Besuchern, insbesondere den Vertretern der Wehr­macht, der Behörden und der Wirtschaft.

Stellv. Gauleiter Linder

stellte sodann in seiner Rede den Anlaß des Abends in die großen Zusammenhänge der erfolgreichen deutschen (Erneuerung unter der Führung Adolf Hitlers. Er erinnerte einleitend an die neueste große Tat des Führers durch die Verbürgung der Neutralität Belgiens und wies anschließend auf die weltpolitisch einzigartige Bedeutung des Besuchs des Duce beim Führer hin. Besonders betonte er dabei, daß hier nicht nur zwei überragende, vom stärksten Vertrauen ihrer Völker getragene Staats­männer sich getroffen hätten, sondern daß in Mus­solini und Adolf Hitler in Wirklichkeit zwei Völker zueinander gekommen seien, die aus der Vergangenheit gelernt und sich nunmehr zum gemeinsamen Marsch in die Zu­kunft gefunden hätten. Diese jüngsten welt­geschichtlichen Ereignisse zeugten erneut für die gro­ßen außenpolitischen Erfolge der Politik des Füh­rers, die nur auf der Grundlage der von ihm ge­schaffenen völligen Einheit des deut­schen Volkes möglich geworden find, einer Auf­baupolitik, durch die Deutschland wieder zu einem geachteten Faktor in der Welt wurde, durch die es frei, stark und mächtig geworden ist.

Nach diesem kurzen Hinweis auf die großartigen (Erfolge der bisherigen Außenpolitik des Führers lenkte der stellv. Gauleiter die Aufmerksamkeit der Volksgenossen auf die nicht minder bedeutsamen Erfolge der bisherigen Innenpolitik und deutschen (Erneuerung unter der Führung Adolf Hitlers. Er betonte dabei, daß der Bolschewismus in Deutschland überwunden ist durch die vom Führer geschaffene und in allen Teilen unseres Volkes tielverwurzelte Volksgemeinschaft. Auf dieser glücklichen Voraus­setzung war auch z. B. der gewaltige Erfolg des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit zu erzielen, der allen Deutschen und darüber hinaus der Welt in eindrucksvoller Weise bekannt ist. Auf der gleichen Grundlage waren die zahlreichen anderen erfolg­reichen Aufbaumaßnahmen des Führers möglich und glücklich durchführbar. Insbesondere betonte der Redner dabei die Ueberwindung des früheren Klas­senkampfgedankens durch das Bekenntnis zur Volks­gemeinschaft aller deutschen Menschen, das auch in der Deutschen Arbeitsfront in so großartiger Weise zum Ausdruck kommt.

Der Redner wies sodann auf die großen Auf­gaben hin, die der Bewegung für die weitere Auf­bauarbeit gestellt sind. Insbesondere betonte er, durch das Wirken der Partei die Herzen aller Volksgenossen zu gewinnen und dem Volke durch die Haltung der Vertreter der Partei nach jeder Richtung hin ein gutes Vor­bild zu geben. Den Politischen Leitern empfahl er, unter diesen Gesichtspunkten weiter an sich selbst zu arbeiten und sich dadurch für die Erfüllung ihrer Aufgaben immer vollkommener zu machen. Mit Nachdruck hob der stellv. .Gauleiter weiterhin her­vor, daß es eine Lüge ist, wenn der Partei vom Auslände her immer wieder die Gottgläubigkeit abgesprochen wird, während in Wirklichkeit kein Mensch gottgläubiger sein kann als gerade ein Na­tionalsozialist, denn nur derjenige könne an eine höchste Autorität glauben, der sich einer irdischen Autorität beuge und an sie glaube, und diese sei für uns der Führer Adolf Hitler.

Hierauf wies der Redner auf die Anordnung des Stellvertreters des Führers hin, daß wegen der im­mer größeren Ausdehnung der Aufgaben der Par­tei die Doppelbesetzung von Aemtern in Partei und Staat aufzuhören habe. Diese Anordnung habe auch ihre Auswirkung auf den Kreis Wetterau gebracht. Der stellv. Gauleiter verabschiedete sodann den bis­herigen Kreisleiter Dr. Hildebrandt, dem er unter starker Zustimmung der Versammlung herz­

lichen Dank und Anerkennung für sein bisheriges Wirken in der Bewegung von der Pike auf und insbesondere für seine Tätigkeit seit 1935 im Kreis Wetterau aussprach. (Er betonte dabei, daß die Volksgenossen dieses Kreises den bisherigen Kreis­leiter mit Bedauern scheiden sehen; aber hier gelte das Wort, daß der Soldat an jedem ihm befohle­nen Platze Dienst zu leisten habe, und Dr. Hilde­brandt könne in feinem neuen Amte als persön­licher Adjutant des Gauleiters sehr wertvolle Ar­beit für den Führer leisten. Der stellv. Gauleiter übergab dann den Kreis Wetterau dem neuen Kreis- leiter Backhaus, der schon seit 1925 von der Pike auf in der Bewegung für den Führer Dienst getan und sich durch sein bisheriges Wirken große Anerkennung erworben hat. In allen seinen Dienst­stellen habe er immer seine ganze Kraft für den Führer eingesetzt, und deshalb sei ihm auch ver­trauensvoll die Lösung der neuen großen Aufgaben übertragen worden, die er in seinem neuen Kreise zu erfüllen habe. Er wünschte dem neuen Kreis­leiter, daß es ihm vergönnt fein mochte, immer in Kameradschaft und vorbildlicher Gefolgschaststreue weiter zu wirken als Soldat Adolf Hitlers.

Oer bisherige Kreisleiter Or Hildebranvl

wurde von der großen Versammlung mit herzlichen Beifall begrüßt. (Er erinnerte an die Freude, die er bet der Uebernahme des Kreises Wetterau im Jahre 1935 empfunden hat, aber auch an die Weh­mut, die ihn damals beim Scheiden aus feinem früheren Wirkungsbereich erfaßte. Jetzt befinde er sich wieder in einer ähnlichen Lage. Mit stolzer Freude erfülle ihn der Ruf in das Amt des per­sönlichen Adjutanten des Gauleiters, aber leicht sei ihm der Abschied von dem Kreise Wetterau nicht geworden, denn hier habe er in den V/2 Jahren seines Wirkens in guter Kameradschaft und treuer Zusammenarbeit mit den Politischen Leitern und den Mitgliedern der Kreisleitung, wie auch mit den Führern der Gliederungen, der Wehrmacht und der Behörden dem Führer dienen bürfem Er sei dabei immer bestrebt gewesen, als guter Kamerad allen Parteigenossen und als treuer Berater auch allen Volksgenossen zur Seite zu stehen. In diesem Sinne werde er auch in seinem neuen Amte tätig sein.

Kreisleiter VE«

übernahm durch Handschlag die Kreisleitung Wet­terau von seinem Amtsvorgänger, dankte Dr. Hildebrandt für seine herzlichen Abschieds­worte, und betonte, daß Dr. Hildebrandts Wirken im Kreise Wetterau nicht vergessen werde. Nach Dankesworten an den stellv. Gauleiter Linder für dessen anfeuernde Worte sprach er die Bitte aus, mit seinem herzlichen Danke dem Gauleiter die Versicherung zu übermitteln, daß er in der Übertragung der Leitung dieses größten Kreises des Gaues Hessen-Nassau einen besonderen Ver­trauensbeweis erblicke, und daß er zu jeder Zeit alle seine Kräfte einsetzen werde für die Erfüllung der Aufgaben, die ihm bei der Leitung des Kreises Wetterau übertragen seien.

Er werde sich jederzeit bemühen, mit Rat und Tat den seiner Führung anvertrauten deutschen Menschen zur Seite zu stehen, und er werde stets sein besonderes Augenmerk darauf richten, daß die Grundsätze des Nationalsozialismus überall voll zur Geltung kommen. Er sehe die Hauptaufgabe eines Kreisleiters darin, d i e Volksgenossen seines Hoheitsgebietes zu wahren Nationalsozialisten zu erziehen, sich das Vertrauen aller deutschen Menschen zu erringen, gute Kameradschaft zu bekunden und allezeit Gerechtigkeit walten zu lassen, aber auch hart zu sein, wenn es einmal wirklich nicht anders gehe.

Mit der Bitte an alle Volksgenossen, ihn in die­ser Weise bei seiner Amtsführung zu unterstützen, und mit dem Appell an alle Volksgenossen, ihre persönlichen Interessen stets hinter die großen Ge­meinschaftsinteressen des ganzen Volkes zu stellen, schloß der Kreisleiter seine Ansprache, die er in dem von der Versammlung mit freudiger Begeisterung aufgenommenen Gruß an den Führer ausklingen ließ.

Mit dem gemeinsamen Gesang der beiden Na­tionallieder und mit dem Ausmarsch der Fahnen­gruppen schloß die denkwürdige Kundgebung.

Der neue kreisleiler Backhaus

trat am 13. Juni 1925 in die Partei ein, war bis 1928 stellvertretender Ortsgruppenleiter in Al­

tona, später Kreisleiter von Stormarn, dann Gau- amtsleiter des Amtes für Beamte des Gaues Schleswig-Holstein. Er ist Gauredner und Ober­sturmführer der SA. Seit 1932 ist er Mitglied des Reichstages.

Der neue Kreisleiter kam aus dem Postdienst. Den Weltkrieg machte er von 1914 bis 1918 an der Front mit. Er hat sich verschiedene Auszeich­nungen erworben. Kreisleiter Backhaus war Postinspektor, bann von 1933' an Amts- unb Ge- meinbevorsteher in Ahrensburg, später Bürger­meister in Pinneberg.

Aus der Stadt Gießen.

Oer Mann mit den Plänen.

Ich kenne ihn nicht anders als hoffnungsfroh. Er hat stets den Kopf voller Pläne. Das geht feit Jahr­zehnten fo Ich kannte ihn schon als Junge. Er war im Grunde damals nicht anders. Seine Worte schweiften aus, und wenn wir anderen Buben die Hosentaschen und Ranzen voll Romanheften hatten, auf deren Titelbildern Kapitän Mors auf dem blühenden Gelände des Mars landete, mitten in einer Schar beturbanter Inder, ober Klaus Störte- befer mit einem Schwert bie stählerne Kette zerhieb, bie ben Hafen von Kopenhagen abschloß, ober Texas Jack eine Farmerstochter just eben noch aus bem brennenden Blockhaus riß.

Er brauchte bas alles nicht. Ihm genügte die eigene Phantasie. Er stand im Schulhof unb hielt phantastische Ansprachen. Immer hatte er einen Kreis begeisterter Buden um sich. Er tauchte gar nichts im Rechnen unb in ber Sprachlehre, aber war sehr begabt in geographischen Dingen unb wußte frühzeitig Bescheib um bie Gepflogenheiten der Fidschi-Insulaner und die Sitten der Hereros.

Später wandte sich sein Interesse den Maschinen zu. Er war keineswegs ein hochbegabter Zeichner, und mit dem Ausrechnen von Dimensionen stand er sich nach wie vor schlecht, aber seine Maschinen waren immer durchaus umwälzender Natur Ent­weder reformierten sie grundlegend die Landwirt­schaft, oder sie machten die Schornsteine überflüssig. Nur eines war ihnen eigen: sie liefen niemals. Nicht einmal die Modelle liefen. Das lag aber stets nur an einer Kleinigkeit.

Der Kern seines Wesens war Optimismus. Die Fehlschläge entmutigten ihn nicht. Sie, die jeden anderen Menschen mürbe gemacht hätten, spornten ihn an. Er war vielseitig, und wie einst sich die Schulknaben um ihn gesammelt hatten und seinen vhantastischen Belehrungen lauschten, so sah ich den Erwachsenen später oft in Kaffeehäusern ober in kleinen Weinstuben sitzen unb um ihn sehr seriöse Leute, bie sichtlich nicht abgeneigt waren, ihr Gelb in seine Plane zu stecken. _________ __

Man muß wissen, baß er burchaus niemanben betrügen wollte. Er selbst lebte immer nur so be­scheiden. (Aber er lebte.) Ich traf ihn in diesen Tagen wieder. Er versicherte mir, daß er es nun geschafft habe. Seine neue Sache ... nein, verraten könne er diesmal wirklich nichts ... aber es sei kein Zweifel, daß sie einen ganzen Industriezweig um­wälze.

N. B. Man soll über solche Leute nicht spotten. Eines Tages fällt ihnen wirklich etwas brauchbares ein, das einzigemal in ihrem Leben, aber dies eine- mal macht dann alle Lächerlichkeiten zuvor ver­gessen. (Es ist die Geschichte von bem blinben Huhn, bas ein Korn finbet. Aber bas ist nachher ganz gleichgülttg. r. k.

Dornotizen.

Tageskalenber für Samstag.

Stabttheater: 20 bis 23 UhrDie Dorothee." Gloria-Palast (Seltersweg):Liebe kann lügen.* Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Assistenzarzt Dr. Kilber." Turnverein 1846, Gießen. 20 Uhr Turnhalle am Oswaldsgarten, Mannschafts-Gerüte- Wettkampf, anschließenb Tanz unb Unterhaltung.

Tageskalender für Sonntag.

Stadttheater: 11.30 bis 12.45 Uhr 2. Morgen- VeranstaltungWinterreise"; 19 bis 22 UhrDas kleine Hofkonzert." Gloria-Palast (Seltersweg): Liebe kann lügen." Lichtspielhaus (Bahnhof­straße):Assistenzarzt Dr. Kilder." Heimatver- eimgung Schiffenberg: 15.30 Uhr Volkshalle ZU Watzenborn-Steinberg, Festveranstaltung.