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Der Saudtmann.

Don Doz Dr. Gerh. (Scho1h,Kaupimann a. D

An der Spitze der Kompanie oder Batterie reitet der Hauptmann: der ranggleiche Rittmeister befehligt eine Schwadron bei der Reitermaffe

Seit altersher ist der überall im Volke bekannte Dienstgrad des Hauptmanns im Heere stets als die f'ch ön st e Stufe in derFöhrerlauf- b ahn neben dem Obersten und Regimentskom­mandeur eingeschätzt worden. Mit Recht, denn es ist die Führerstelle, die über dem einfacheren Rahmen erhoben ist, die Schwelle vor der Mitte in der gan­zen Laufbahn, voller Selbständigkeit und erhebender Veräntwortung, auch im öffentlichen Ansehen, und sie ermöglicht im befriedigendsten und fruchtbarsten Matze den unmittelbaren dienstlichen und rnensch» lichen Verkehr mit der Mannschaft.

Es liegt in der Eigenart des Dienstes aller höhe­ren Befehlsstellen, datz dieser persönliche Umgang später nur noch im einzelnen Gelegenheitsfalle mög­lich ist: hier ist er die Regel, der Inhalt oller Tage im Dienste. Hier ist dem Offizier das Leben als Vorbild aufgegeben, die Jugend der Ration anver­traut, und hier wird das frischeste Leben in der Front des Heeres unter den Anforderungen dreier großer Richtmaße gelebt: Strenge, Gerech» tigkeit und Fürsorge für die Mannschaft ge­hören zusammen.

Erzieher der Mannschaft, Führer bei den Waffen und Bildner und entscheidend wichtiger Mitträger der Truppe, das ist vor allen anderen Führern der Hauptmann oder Rittmeister. Die Erweckung der Dienstfreudigkeit ist seine vornehmste Aufgabe: dar­über darf der Fortschritt in der Leistung der Truppe nicht rückständig werden.

Der NameHauptmann" dem alten deutschen Sprachgute zugehörig, noch im Dreißigjährigen Kriege im Heere gebräuchlich ist erst nach dem Anfänge des 19. Jahrhunderts wieder in den Ge­brauch gelangt! Zu Zeiten Friedrichs des Großen, während der Befreiungskriege und noch danach hieß der Dienstgrad des KompaniechefsKapitän". Er hatte einst, während des Zeitalters der Landsknechte, seine Mannschaft selber um Sold geworben, er wurde noch im 18. Jahrhundert mit dieser für un­sere heutigen Begriffe eigentümlichen Aufgabe be-

tradut. Bis zur Zeit der Heeresorganisation durch Scharnhorst nach dem Niederbruche im Jahre 1806 hat der Kapitän, neben der Verwaltung der ihm in seinem Dienstbereiche zugewiesenen Gelder, noch aus der Werbung und selbständigen Beurlaubung von Teilen seiner Mannschaft besondere Einkünfte be­zogen. Erst durch eine dann eingeführte angemessene Besoldung wurden die vielfachen hieraus entstande­nen Mißstände beseitigt.

Schon um die Mitte des letzten Jahrhunderts, in den Einigungskriegen, tritt der Hauptmann als wesentlicher Träger eines neuzeitlichen Heeres her­vor und hat seitdem als Führer in der Truppe im­mer mehr Geltung erlangt. Seine Erfolge sind die Vorbedingung für jeden höheren Aufstieg in der Osfizierslaufbahn.

Die Dienstgradabzeichen des Hauptmanns sind heute zwei goldene Sterne auf dem glatten (grauen oder silbernen Achselstück des Leutnants.

Auf dem Hauptmann ruht die Manneszucht in der Truppe. Er leitet die Ausbildung des Nach­wuchses der Mannschaft persönlich: er überwacht den inneren Dienst. Er weist seinen Gehilfen den jüngeren Offizieren und den Unteroffizieren die angemessenen Dienstanteile zu und beaufsichtigt ihren Vollzug. Dazu gehört sein häufiges anleiten­des und förderndes Eingreifen. Dadurch macht er sich, wie bei jeder anderen Gelegenheit, mit dem einzelnen Manne bekannt. Sein Auge ist überall. Der Hauptmann kennt jeden einzelnen in der Kom­panie, in der Batterie, in der Schwadron. Zur Erziehung des einzelnen Mannes und zur Fürsorge ist er da. Nachdem sich der Haupt­mann vom Erreichen einer grundlegenden Stufe der allgemeinen Ausbildung in der Kompanie überteuert hat, beginnt anschließend die Schulung im geschlossenen Verband und im Ge­lände. Der Hauptmann bringt die Kompanie aus der Kaserne hinaus.

Seit Jahrhunderten bis zur Gegenwart gilt die Regel, daß der einzelne Mann auf feinen Führer angewiesen ist. Der soll der Mann sein, dem er sein Vertrauen zuwendet. Dabei muß der Mann mit der Lebens- und Diensterfahrung des Hauptmanns, mit seinem Wohlwollen und mit feinem sicheren Ver­ständnis rechnen können. Der Erzieher der militäri­schen Jugend zu ehrliebenden Soldaten kann kein Vorgesetzter" sein, er ist ihr bester Käme-

rad und ihr öffenliches Vorbild. Daran rührt die Strenge im Dienste nicht: sie muß sein. Erst dadurch kommt ein männlicher Charakter in die Lebensform und Festigkeit der inneren Haltung, wie sie dem Soldaten zjemt. Die Strenge der Man­neszucht ist die Bedingung für ein gutes Ansehen der Truppe vor der Oeffentlichkeit.

Als seinen Führer in guten und gefährlichen Ta­gen, als fein Vorbild und als feinen Helfer auch in privaten Nöten soll der junge Soldat feinen Hauptmann ansehen. Die älteren Soldaten nennen ihn zuweilenden Alten", der junge Soldat sieht aber, daß sie ihm sämtlich mit Achtung begeanen, daß sie wissen,daß er sein Handwerk versteht und daß man sich auf ihn verlassen kann.

Das Lebensalter der Hauptleute hat im Verlaufe der Wehrgeschichte sehr gewechselt. Früher war ein Großteil dieser Offiziere überaltert. Aus diesem Grunde haben im Jahre 1806 sich 60jährige Ka­pitäne den Anforderungen des Krieges nicht mehr gewachsen gezeigt. Dor dem Weltkriege hat das Lebensalter der Hauptleute zwischen dem Anfänge der dreißiger Jahre bis zur Mitte der vierziger Jahre geschwankt. Seitdem liegt das Durchschnitts­alter in der Mitte der dreißiger Jahre.

Die Hauptleute sind Offiziere, die sämtlich über eine gründliche und vielseitige Diensterfahrung ver­fügen. Das ist gegenwärtig deswegen besonders wichtig, weil die Aufgaben des Kompaniechefs gegenüber den früheren Zeiten mit einfacheren Ver­hältnissen unvergleichlich gewachsen sind. Der Kampf­einsatz einer Kompanie, einer Batterie oder einer Schwadron ist unter den neuzeitigen Bedingungen des Krieges zur Kunst geworden. Es wird mehr verlangt, als daß der Hauptmann mit geschwungenem Degen seiner Truppe voransprengt und mit dem Hurraruf auf den Lippen fällt. Die Achtung auf die Erhaltung der Truppe auch unter der feind­lichen Waffenwirkung muß mit dem Willen zum kräftigen eigenen Schlage verknüpft fein. Nach die­sem Gesichtspunkt muß der Einsatz der verschiede­nen Waffen befohlen werden, über die die Kom­panie, die Batterie, die Schwadron verfügt. In allen Lagen muß der Hauptmann die Ruhe bewah­ren: er muß so geistesgegenwärtig sein, daß er stets zweckmäßig anleiten und entscheiden kann. Die Truppe weiß sich immer unter seinen Augen und ihn immer ganz in ihrer Mitte; er teilt ihr Los,

ihre schweren und ihre erhebenden Stunden. Sie kann sich stets auf ihn verlassen. Die Anerkennung der Mannschaft findet er bann in der Mannes­zucht als freiwillig dargebrachte Gabe des Man­nesstolzes. Wer an feine Dienstzeit denkt, denkt dank­bar an feinen Hauptmann.

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Ausbildung von Meldehunden.

Der deutsche Meldehund war auf allen Kriegs­schauplätzen der Welt daheim. Er hat sich in den schluchtenreichen Vogesen, auf dem kreidigen Boden der Champagne, im sumpfreichen Flandern oder im nervenzerreißenden Trommelfeuer gigantischer Ma­terialschlachten für den Nachrichtendienst des deut­schen Heeres unauslöschliches Verdienst erworben. Wie im Westen, so tat er Dienst in den Eiswüsten des russischen Tieflandes, in den galizischen Sümpfen und in der heißen Sonne des Balkans. Er versah seinen schweren Dienst in den himmelragenden Bergen der Alpen und fand seinen Tod in der mör­derischen Sonne der afrikanischen Kolonien. Beim Sturm auf dem Damenweg 1917 waren sämtliche Fernsprechleitungen zerstört, außer Lichtsignalen waren nur die Hunde der im Kamps liegenden Regi­menter die einzigen Nachrichtenübermittler. Allein 180 längere Befehle und Meldungen von ausschlag­gebender Bedeutung übermittelten sie innerhalb dreier Wochen. Der Meldehund wurde im Krieg zum unentbehrlichen militärischen Nachrichtenmittel. Die Heranbildung und Ausbildung von Meldehunden ist eine unerläßliche Notwendigkeit. In Erkennung die­ser Tatsache hat die Fachschaft für das Schutz, und Dienstgebrauchshunde» wesen im Einvernehmen mit dem Reichskriegs­ministerium eine Meldehundprüfungsord­nung herausgegeben, die es dem Hundeliebhaber, dem deutschen Hundehalter ermöglicht, seinen Hund als Meldehund auszubilden. Unbeschadet der Rasse des Hundes soll diese Prüfungsord­nung einen sicheren Bestand an durchgearbei­teten Meldehunden gewährleisten. Die Erfassung des letzten deutschen Hundehalters ist Ziel und Aufgabe der Fachgruppen der Fachschaft für das Schutz- und Dienftgebrauchshundwefen. Durch die Arbeit auf den Abrichteplätzen wollen wir unserem Volk und Va­terland dienen. Jeder muß helfen.

Wehr und Waffen

hing.

Von den jungen Soldaten, die bei den Panzer­truppen eintreten, besitzt nur ein Bruchteil den Führerschein. Aufgabe der Ausbildung ist es, den Rekruten das Fahren beizubringen. Hier auf Der Kraftfahrkampftruppenschule wird die hohe Schule des Geländefahrens gelehrt und täg­

lich erprobt. Die Oberfähnriche müssen zuerst am ungedeckten Panzerkampfwagen lernen, schwierige Höhen zu nehmen und schwieriges Gelände zu be­fahren. Dann erfolgen die Hebungen am gedeckten Panzerkampfwagen, zuerst mit offenen, dann mit geschlossenen Luken. Die Schützen müssen lernen, vom beweglichen Objekt bewegliche Objekte zu be­schießen, und das erfordert allerlei Hebung. Die hohe Schule des Geländefahrens wird auch an den kräftigen Zugmaschinen gezeigt. Wie schwierig das ift, das kann man erst ermessen, wenn man selbst auf diesen Maschinen einmal gesessen hat und die Fahrt bergauf und talab mitmachen konnte. Gerade dieses durch tagelangen Regen aufgeweichte Ge­lände führte die Schwierigkeiten so recht vor Augen, Geländehindernisse darf es überhaupt nicht geben, und es zwingt oft zum Staunen, wenn man sieht, wie die Vorderräder manchmal hoch in der Luft stehen und wie dann die geländegängigen Wagen sich senken um weiterzufahren. Hier ift es auch am Platze, der deutschen Industrie ein Lob zu sagen, die mit der Wertarbeit ihrer Arbeiter und Ingenieure dem deutschen Heere solche Wagen an die Hand gegeben hat. Ein Sonderlob verdienen die K r a f t'r a d s ch ü tz e n, bei denen Bravour mit Fahrkunst vereint ist und die weder große Wasser- tümpel noch Höhen mit 42 Grad Steigung scheuen, um an den Feind zu kommen ober um ihre Mel­dung zu überbringen.

paiMkämpse um Den Schlruitzberg

Bilder aus der Krastfahrkampftruppeuschule Wünsdorf.

Don Karl Brammer.

Der Stab der Kraftfahrkampftruppenschule hat vor allem die Aufgabe der taktischen Aus­bildung. Dom Oberfähnrich bis zum General müssen hier alle lernen, was es zu lernen gibt. Die Vorschriften stelle Ijat die Aufgabe, das in allgemein gültigen Vorschriften festzulegen, was als taktisch richtig erkannt ist. Die Lehrtruppen der Kraftfahrkampftruppenschule bilden dazu die Grundlage. Daneben sind die Versuchsabtei­lungen am Werke, um alle Neuerungen der deutschen Wissenschaft und der deutschen Wirtschaft nutzbringend für die Wehrmacht zu gestalten. Bei den Ausbildungskompanien wird die hohe Schule des Fahrens gelehrt, in einer beson­deren Schießschulabteilung erfolgt die Schießausbildung.

Wer kommt auf die Kraftfahrkampf truppenschule? Zuerst einmal alle diejenigen, die wie hier und heute die Oberfähnriche eine taktische Ausbil­dung erfahren sollen, dann diejenigen Unter»

gleichen Jahre können höchstens zwei Auszeichnun­gen für verschiedene Leistungen erworben werden. An Stelle der bisher erworbenen alten Schieß­auszeichnungen in 10 Stufen (Aermelftreifen) sind die entsprechenden Stufen der Schützenschnur zu tragen. Das Scharfschützenabzeichen fällt dabei fort. Die 11. und 12. Stufe muß neu erworben werten. Die Schützenschnur für die Artillerie hat bei den entsprechenden Stufen statt der Eicheln Grana­ten nach besonderer Probe, auch wenn sie für Schießen mit Gewehr oder leichtem Maschinen- gewehr erworben wurde.

Hinter der neuen Kraftfahrkampftruppenschule < Wünsdorf südlich von Berlin erstreckte sich das I weite, zerfahrene Truppenübungsgelände, auf dem tagtäglich die motorisierten Truppen- ! teile unserer neuen Wehrmacht ihre Ausbildung i erfahren. An diesem regenfeuchten Morgen werden auf dem Schirnitzberg, dem Rübenberg, und der Höhe 78 Kampfbilder neue st en Stiles gezeigt. Hier wird erkennbar, welche Veränderungen die Wehrmacht von heute gegenüber den Tagen des Weltkrieges erfahren hat. Der Kommandeur der Kraftfahrkampftruppenschule Oberst Ritter von R a d e l m e y e r führt seine Lehrgänge in der Aus­bildung vor. Meist sind es Oberfähnriche, die vor ihrer Ernennung zum Leutnant den Anfor­derungen gerecht werden müssen, die die neuen Waffen an sie stellen. Niemand kann im neuen Heere ein Kommando führen, der nicht von der Pike auf gedient hat. Der spätere Leutnant muß als Melde­fahrer gefahren sein, er muß eine Panzerabwehr­kanone als erster und zweiter Schütze und als Ge­schützführer bedient haben, er muß das Maschinen­gewehr im leichten und im schweren Panzerspäh­wagen bedienen können und er muh auch als Pan­zerfahrer die Hebel des Panzerkampfwagens ge­handhabt haben. Nur wer alles selbst kann und gründlich kann, der kann und soll kommandieren. Schonung gibt es bei dieser Ausbildung nicht und darf es nicht geben. Gerade die neue Panzertruppe verlangt gründlichste Ausbildung im ganzen und im einzelnen. Hnd zu diesem Zwecke ist die Kraft- fahrkampftruppenschule gegründet wor­den. Sie soll die beste Ausbildung, die es gibt, ge­währleisten.

So sehen wir, wie die Panzerabwehrkompanie marschiert und in Stellung geht und in wenigen Sekunden gefechtsbereit ist. So wirt weiter gezeigt, wie die wendigen Kraftradschützen in kürzester Zeit, dem Gegner unsichtbar, Umgängen vor­nehmen und bann den letzten entscheidenden An­sturm auf die Höhe wagen. Ist die Höhe genom­men, so sind auch die Krafträder mit den Beiwa­gen schon wieder zur Stelle, um den weichenden Feind zu verfolgen und um ihn zu vernichten. Schnelligkeit ist hier alles. Schnelligkeit, in der Ausbildung gelernt und oft geübt, bringt auch den Erfolg. Leichte und schwere Panzerspähwagen ha­ben die Aufgabe der schnellsten Aufklärung, ge­mischte Verbände können auch in kürzester Frist einzelne kleinere selbständige Kampfhandlungen vor­nehmen. Die Krone des Kampfes aber bleibt der Panzerwagenangriff. Dieses Bild der vor­drängenden Panzerkampfwagen bezwingt immer wieder durch die ungestüme und zugleich diszipli­nierte Kratt. Den Panzern folgen in schneller Fahrt die Kraftradschützen, um den Erfolg auszu­bauen, zu erweitern und zu sichern. Alle diese neuen Waffen, die Panzerspähwagen und die Panzer­kampfwagen sind das menschenmöglich Beste, was es überhaupt gibt, um die eigenen Verluste so klein wie nur möglich zu halten und um dem Feind die größtmöglichen Verluste beizubringen. Es ist keine leichte Aufgabe für die junge Wehrmacht gewesen, diese Waffen zu entwickeln und anzuwenden. Das . Versailler Diktat verbot ja alle diese Waffen. Ge- : wiß, war es möglich, Erfahrungen anderer Län­der zu verwerten, aber in vielem mußten doch i eigene Wege gegangen werden und gerade die Fra-

Äas zweite Dlenstiahr. I!

Die Erhöhung der Dienstzeit auf zwei Jahre hat ' in der Wehrmacht und vor allen Dingen im Heer . und hier wieder in der Infanterie sehr wesentliche . organisatorische Aenderungen notwendig gemacht, besonders im Hinblick auf die Ausbildungs­vorschriften. Die neuen Ausbildungsvorschrif­ten für die Infanterie haben darauf weitgehend Rücksicht genommen und gehen gerade auf die Aus- bildung im zweiten Jahr besonders ein.

Zweck der Ausbildung der im zweiten Jahr die- nenben Mannschaften ist die Schulung zum selbständigen Einzelkämpfer und die Weiterbildung in Sonderzweigen bis zur völligen Beherrschung des Sondergebietes, für Gefreite darüber hinaus Ausbildung zum Hilfsausbilder und Hnterführer. So­weit einzelne Gefreite schon mit Beginn des zwei­ten Dienftjahres als Hilfsausbilder verwandt wer­den müssen, sind sie am Ende des ersten Dienst» jahres hierfür entsprechend vorzubereiten. Die Vorbereitung zum Hnteroffzier erfolgt im zweiten Dienstjahr. An ihr nehmen alle Ge­freiten teil Sie sollen in der Vorbereitungszeit so geschult werten, daß sie am Ende des Ausbildung»» jahres mit Erfolg als Hnterführer und Ausbilder verwandt werden können. Entwickeln der Führer­eigenschaften, Vertiefen der Kenntnisse auch auf Sondergebieten, Heben der Lehrbefähigung, ttehen hierbei im Vordergrund. Herausziehen vor die Front und Betrauen mit verantwortlichen Aufgaben fördern die Sicherheit im Auftreten als Vorgesetzter.

Im übrigen muß natürlich die Einzelaus­bildung der Mannschaften im zweiten Dienstjah,r fortgesetzt werden. Hier ift das Ziel in der Schützen­kompanie die Durchbildung als Schütze und die Ausbildung in Sondergebieten. Der Gebrauch des Marschkompasses muß erlernt werden, eine Ausbil­dung im Luft- und Gasschutz erfolgt, sowie eine Durchbildung im Feldpioniertienst. Andere wieder werden als Spielmann ausgebildet, zugleich im Blinkdienft und ebenso kann auch eine Ausbildung am Entfernungsmesser erfolgen oder auch eine Aus­bildung als Fahrer vom Bock. Die Gefreiten er­fahren neben ihrer Vorbereitung zum künftigen Vorgesetzten eine Einführung in das Zusam­menwirken aller Waffen im Gerecht und eine Ausbildung als Führer von Späh­trupps, Sicherungen und Feldposten, schließlich auch noch eine Ausbildung als Wach­habende im Standortwach dien st.

Besonderer Wert wirt auf die Ausbildung der Reserve-Offizieranwärter im zweiten Dienstjahr gelegt, die hier eine Hnterweisung in den Pflichten des Reserve-Offizieranwärters erhalten sowie eilte Hnterweisung in den Kampfgrundsätzen der Infanterie. Bei einer Panzerabwehr­kompanie erfolgt im zweiten Dienstsahr bei den Schützen eine Durchbildung als Richtschütze und eine Ausbildung am Entfernungsmesser und Scheren­fernrohr. Die Nachrichtenleute werten als Funker und mit Winkerstäben ausgebildet, einzelne auch als Nachrichtentruppführer. Im Nachrichten­trupp selbst erfolgt unter anderem eine Ausbildung im Erkunden von Baustrecken und Hnterweisung im Unterbrechen und Zerstören postalischer Leitun­gen und Aemter. So ergibt sich bei allen Gattun­gen der Infanterie eine Fülle von Ausbildunas- geqenftänben, und es bedarf auch im zweiten Dienst­jahr der ganzen Pflichterfüllung des jungen Sol­daten, um alles zu lernen, was ein Soldat lernen muß, um alles zu beherrschen, was ein Soldat be­herrschen muß, um ein tüchtiger Soldat und ein ganzer Mann zu werden.

Schiehauszeichnunq für die Artil'erie.

In einer Verfügung des Oberkommandos des Heeres heißt es u. a.: Als Schießauszeichnung für die Artillerie wird das Schützenabzeichen (Schützen­schnur") auch für die besten Leistungen im Schie­ßen mit Geschützen verliehen. Zur Auszeich­nung solcher Unteroffiziere und Mannschaften, die sich durch besondere Umsicht und Gewandheit beim Scharfschießen mit dem Geschütz ausgezeichnet haben, wird das Schützenabzeichen in 12 Stufen verliehen. Das Schützenabzeichen darf am Schluß

affigiere, die als HaNenmeister und als Schirrmeister ausgebildet werden. Denn auch Diejenigen Unteroffiziere, die künftig in der Truppe als Störtruppführer wirken sollen und hier in sechzig Tagen lernen, Störungen im Fähr­betrieb aufs schnellste zu beseitigen. Endlich aber, und das ist eine der wichtigsten Aufgaben dieser Schule, werden hier auf einer Fachschule, die die Qualifikation einer höheren technischen Maschinen­bauschule hat, bie Unteroffiziere im elften und zwölften D i e n st j a h r ausgebildet, die später dem Vaterlande in der Wehrmacht als ge­hobene mittlere Beamte des technischen Dienstes Dienste leisten sollen aber die in der Wirtschaft eine ähnliche Stellung einnehmen wol­len. Man muß schon sagen, daß der Staat an die­ser Ausbildung nicht spart und nicht sparen darf, damit diese Unteroffiziere so ausgebildet werden, daß sie später das allerbeste leisten können. Die Unterrichtssäle, die physikalischen, chemischen und elektrotechnischen Laboratorien sind derart, daß sie getrost mit jeder Technischen Hochschule konkurrie­ren können Die neuesten Materialprüfungsmaschi­nen dienen sowohl praktischen wie wissenschaftlichen Zwecken der Wehrmacht selbst als auch der Aus­bildung jener Beamten, die später in dieser Weise zu arbeiten haben. Erfreulich ist auch, daß sich die junge Wehrmacht der Lehrlingsausbildung angenommen hat, um so mitzuhelfen, den Fach­arbeitermangel zu beseitigen. Eine ganze Reihe von Berufen steht denjenigen Männern offen, die ge­lernt haben, was hier zu lernen ist. Das Arbeits­pensum ist freilich nicht gering, es erfordert strengste Pflichterfüllung, es erfordert den ganzen Mann und die ganze Kraft. Hier werden auch die M i l i - tärkrastfuihrsachver ständigen ausgebil­det, und ebenso haben hier die künftigen H e e r e s- Ingenieure wertvollste Ausbildungsmöglichkei-

gen der Taktik waren vielfach militärisches Neu­land. Auch das ist eine Aufgabe der Krastfahr- kampftruppenschule, nämlich die taktischen Möglichkeiten zu studieren und zu erproben, um bann für bie Truppen jene Vorschriften her­auszubringen, nach benen in ber Ausbilbung unb im Ernstfall gehanbelt werben muß. So ist biefe neue Schule einzig in ihrer Art, ihre Aufgaben finb jo umfaffenb wie nur möglich, ihre Ziele finb für bie gesamte Wehrmacht von allergrößter Bedeu-

bes Ausbildungsjahres bis zu 10 v. H. des Gesamt­sollbestandes jeder Batterie verliehen werden. Es können ausgezeichnet werten die besten Richtkano­niere, Geschützführer, Zugführer und Ricytkreis- unteroffiziere. Die Verleihung erfolgt durch den Batteriechef auf Grund der Leistungen beim Scharf­schießen im Verlauf des Hebungsjahres. Daneben wirt bas Schützenabzeichen auch für bie heften Leistungen im Schießen mit Gewehr ober leichtem Maschinengewehr nach ber Schießvorschrift für Handfeuerwaffen verliehen. Es gelten bie Bestimmungen für bie Gruppe B. Im

ten.

Die Versuchsabteilung ber Kraftfahr- kampftruppenjchule bient ber Wehrmacht und der Wirtschaft zugleich. Hier werden die neuen Wagen und Geräte bis auf Herz und Nieren geprüft, ehe sie an bie Truppen selbst kommen. Hier werden alle Neuerungen härtesten Strapazen ausgesetzt, bis ihre Bewährung sichergestellt ist. Kleinkrafträder werden ebenso geprüft wie die Generatorenkraft­wagen, bie später einmal ihre besondere Bedeutung haben sollen. Schneeschleudern und Schneepflüge müssen hier beweisen, ob sie für die Praxis brauch­bar sind, und im Rahmen des Vierjahresplanes sind vor allem jene Großversuche der Wehrmacht von Bedeutung, die dem künstlichen Gummi ge­widmet sind. Auch in diesem Jahr werden Buna- Versuche auf noch breiterer Basis als vordem durch­geführt. Es kann mit Stolz festgestellt werden, daß die Güte der Buna-Reifen hervorragend ist. Endlich aber hat die Kraftfahrkampftruppenschule auch einen motorisierten Rennfta11, ber schon Her­vorragendes geleistet hat und noch Hervorragendes leisten wirt. Die Männer am Steuerrad brauchen hinter ihren Kameraden im Sattel nicht zurückzu­stehen. Gerade bie Leistungen unserer motorisier­ten Wehrmachtsteile in schwierigen Gelänbefahrten, bei denen es Darauf ankommt, Das letzte aus Dem Mann unD aus Der Maschine herauszuholen, zeigen uns Den ausgezeichneten kämpferischen Geist unserer Wehrmacht. Hier auf Dieser Kraftfahrkampftruppen- schule wird eine Erziehungsarbeit geleistet, auf die wir mit vollem Recht stolz sein können.

Rosenberg vor Offizieren der Wehrmacht.

Berlin, 15. Jan. (DNB.) Im Rahmen einer Sonderveranstaltung Der Wehrmacht, bie heute in Berlin begann, sprach Reichsleiter Rosenberg, ber Beauftragte des Führer für bie gesamte gei­stige unb weltanschauliche Erziehung ber NSDAP.,