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Anschein hat.

Schüler zuBesuch in einerLustkriegsschule

herrschend.

blutii die

Herrensitze gebaut haben.

Das Gebiet, in dem Pferde für Sportzwecke ge­züchtet werden, ist nur verhältnismäßig klein, doch spielt auch im größeren Umkreis die Weide­wirtschaft eine große Rolle. Man findet auf den verhältnismäßig aroßen Farmen zahlreiche Rinderherden der Fleischrasstn. Nachdem durch die Automobilisierung und Traktorisierung der Bedarf an Pferden zurückgegangen ist, blieb die Zucht von Maultieren, die als Arbeitstiere im Südosten der Vereinigten Staaten noch völlig das Feld be-

Oie Gtreikbeweauna in LtE>A.

Seit 1933 find die Streikbewegungen in den Ver­einigten Staaten von Nordamerika gewachsen-, die Entwertung des Dollars wurde zunächst durch eine Erhöhung der Erträgnisse der Binnenkonjunktur, durch die später zusammengebrochene Nira-Gesetz« gebung und durch eine Erhöhung des Durchschnitts« einkommens wettgemacht. Die eisenverarbeitende Industrie ging ferner dazu über, jede Preis­erhöhung durch eine automatische Lohnanpassung auszugleichen. Aber trotzdem blieb die soziale Un­ruhe. In der letzten Zeit wurde sie noch geschürt durch die Kämpfe innerhalb der Gewerkschaften, wo die alte Organisation der Federation os L a b o u r unter der Präsidentschaft Greens, die etwa vier Millionen Arbeiter zählt, auf die neue und hauptsächlich politisch ausgerichtete Bewegung der sogenannten United Association stieß, die unter Führung von John L. Lewis die Zu­sammenfassung der Arbeiter in der Eisen-, Stahl- und Blechindustrie erstrebte und damit im Juli 1936 einen vollen Erfolg davontrug. Seit der Zeit ist der Mitgliederbestand der alten Gewerkschaften sehr zu­sammengeschmolzen.

Die neue Art der Gewerkschaftsbewegung hat zwar Roosevelt bei den Wahlen unterstützt, ist aber insofern bedenklich, als zum ersten Male in der amerikanischen Gewerkschaftsgeschichte den neuein­getretenen Mitgliedern dieser Organisation die Bei- träge erlassen wurden, obgleich sie eine gewaltige Propaganda betreibt und die Geldmittel dieser Pro­paganda nicht aus den Mitgliederbeiträgen stam­men können, sondern eine Quelle haben müssen, die I noch unbekannt ist. Lewis hat in allen Streikbewe- I gungen der letzten Jahre eine führende Rolle ge- I spielt, und auch der neue Riesen st reik bei General Motors, der größten Autofabrik

Das Geheimnis unserer Kraft liegt im Willen zur Volks­gemeinschaft. Täglich soll st Du diesen Willen durch Dein Opfer zum WHW. bekunden!

VIII.

Don der Dlaugraszone zum Atlantik!

Der breite Gürtel der Avpalachischen Höhenzüge Kapitalkraft glaubt, das Prinzip des Wirtfchafts- wird wie wir auf der Westfahrt bereits feststellten, mhivihualismus mit Erfolg verteidigen zu können, immer mehr zu einem Ausflugs- und Fe- 9(uf der anderen Seite steht die Arbeiterschaft, deren riengebiet. Wer es liebt, in einsamer und I Forderungen immer mehr vom rein wirtschaftlichen romantischer Gebirgslandschaft auf Entdeckungs- Gebiet auf das politische hinüberspielen. Mos- fahrt zu gehen, hat hier reichlich Gelegenheit dazu, kau arbeitet mit großen Mitteln auch in den Ver- Daß der Fremdenverkehr eine Rolle spielt, erkennt einigten Staaten, und wenn die Kommunisten bei man auch an den zahlreichencamps" den U e b e r- der letzten Präsidentschaftswahl auch nicht einmal nachtungshütten, die man übrigens in ganz eine Million Stimmen erhielten, so wird die kom- Amerika an den Automobilstraßen findet. In vie-1 munistische Richtung innerhalb der Gewerkschaften len Fällen haben die Tankstellenwärter sich eine doch durch das Verhalten der Trustmagnaten ge- Anzahl von Holzhütten gebaut, die sie an die vor- fördert! Roosevelt, der gegen den Widerstand der überkommenden Automobilisten vermieten. Trusthäupter im vorigen Jahre eine Sozialversiche-

Bevor nach zweitägiger Fahrt die Bundeshaupt- rung und Altersversorgung durchdrückte, die in stadt Washington'erreicht wird, kommen wir Deutschland seit der Bismarckzett besteht, hat zwar nach Ueberwinduna der Hauptgebirgszüge, die uns einen erheblichen Teil des Programm der Gewerk- neben den Naturschönheiten auch die Armut dieses schäften erfüllt aber naturgemäß wartet die radckall- so reichen Landes vor Augen führen, noch einmal sierte Arbeite^aft dieses Programm nicht ab, son« in eine gepflegte und wohlhabende Landschaft. Vom hem stellt d a r ü b e r h i n a u s noch Forderungen, Hudson-Fluß verläuft in südlicher Richtung zwischen die nicht ohne schwere Beemtrachtigung der amerika- den Allaqhanen und dem östlichsten Gebirgsstrang, Nischen Bmnenpro perity erfüllt werden können, der Blue Ridoe-Kette eine Senke, die man als Denn es handelt sich nicht allein um einen Streik das Große Tal" bezeichnet Hier sind wir im Sied- in der Kraftwagenindustrie, sondern be, lanaerer lungsraum der Pennsylvania Du ich. der Dauer um eine allgemein-Stockung des °m-r'ka. Nachkommen jener bäuerlichen Auswanderer, die I Nischen Wirtschaftslebens. Und das ist die grotztg bereits im 18. Jahrhundert aus der Pfalz unbl Gefahr ... fl­

ehte Viertelstunde vor dem Ablegen dürfen wir unsere Freunde und Gastgeber, die sich bei uns so zu Hause fühlen wir wir bei ihnen, noch zu einem letzten Abschiedswort und -trunk an Bord haben und mit Mützenbändern und kleinen Schiffswappen als bescheidene Zeichen unserer Dankbarkeit immer wieder große Freude auslösen. Unter schneidiger Marschmusik und Mützenschwenken wenden wir unseren Bug der Hafeneinfahrt zu, um dem nächsten

Schüler der oberen Klassen von Berliner höheren Lehranstalten hatten in diesen Tagen em besonderes Erlebnis. Sie wurden zur Besichtigung der Luftkriegsschule in Berlin-Gatow, wo der Offiziersnachwuchs ausgebildet wird, eingeladen. Selbstverstandllch erregte die Bewaffnung der Schulungsmaschinen die besondere Aufmerksamkeit der Schüler. (Scherl-Bllderdienst-M.)

Hat Amerika wieder Hoffnung?

Von Dr. Friedrich Sohn.

reichen Tag. .

29. November. Wieder ist es Sonntag, und in der Frische des frühen Morgens bringt der Wagen eines deutschen Herrn einige reitbegeisterte Offiziere und Fähnriche zu seinem idyllisch gelegenen Som­merhäuschen in Olinda. Mein lang gehegter Wunsch geht hier zum ersten Male in Erfüllung, als nach schnell im Stehen getrunkenem Kaffee Hufgeklapper und fröhliches Wiehern draußen ankündigt, daß die von der brigada militar (berittene Staatspolizei) uns zur Verfügung gestellten Pferde gesattelt sind. Und nun geht es in Reithose und Polohemd, den schattenspendenden Sombrero im Nacken, nach steilem Abstieg zum Meere in leichtem Trab am Strande nordwärts durch die leckende Brandungs­welle bis zum Rio Doce, den wir, bis zum Pferde­bauch im frischen Wasser, durchreiten, um nach einem schlanken Galopp auf schmalem Pfad weiter landeinwärts durch Dickicht und Urwald zuruckzu- reiten. Oft müssen wir, platt auf den Pferderücken gepreßt, unter üppig wuchernden Lianen und Schlinggewächsen druchbrechen, den gut zugerittenen klugen Tieren die Führung überlassend, bis sie auf dem breiteren Weg von selbst wieder in Trab fallen. Es ist eine Lust zu leben, und man denkt unwillkürlich, von leisem Neid gepackt, wie gut einer das hat, der sich das jeden Tag lösten könnte... abends beim kühlen Glas deutschen Lagerbiers auf der Schanz erzählt uns Herr Dr.... dann von dem täglichen Kampf, den das Leben hier draußen kostet, und wie schwer und aufreibend der Weg war, den seine Familie bis zu ihrem heutigen bescheidenen Wohlstand zurück­gelegt hat, fern der Heimat. Alle drei bis vier Jahre ein längerer Urlaub nachDrüben", nach der alten Heimat. Schwer der Abschied immer wieder und leicht der Beutel!

Als Gipfel der körperlichen Erholung wmkt em kühles Bad am Strand, wohin wir barfüßig durch den glühheißen Sand hinabsteigen. Gesunder Pferdeschweiß mit einer Prise Ledergeruch und Zigarettendust gemischt, dazu bie salzige Luft ttes in die Lunge gesogen von jeher eine Atmo­sphäre erhöhter Lebensfreude für mich, hier be­sonders dankbar empfunden nach den langen See­tagen voll glühender Sonnenhitze, nur Wasser ringsum, das lockt, ohne zu halten, was es ver­spricht! Denn es ist und bleibt die immer wieder tragische Ironie im Seemannsleben, daß das ihn umgebende, tragende Element ihm ewig ver­schlossen bleibt und nur zu oft fetndsich ent­gegen tritt: daß durch Jahrhunderte Seeleute ver­dursteten, wenn auf wrackem Schiff das rettende Frischwasser verbraucht, daß Dampfmaschinen sich elend festfahren, wenn Salzwasser durch Undichtig­keit einer Zelle in die Kessel dringt und ihre fernen Rohre mit Salz verstopft daß aus der Tiefe des Meeres ewig Gefahren dräuen, sei es, oatz Naturgewalten die See in einen brodelnden Hexen­kessel verwandeln, oder sei es der gähnende Schlund des Tigers Hai, dessen pure Existenz genügt, um m ungeheuren Seeräumen dem von der Hitze ausge- dörrten Menschenleib die natürlichste Erfrischung vorzuenthalten. Kehren wir zurück zu den Ereig­nissen der folgenden Tage. Ein werterer Abend verbindet Teile der Besatzung im Deutschen Klub mit der Kolonie. Das Klubgebäude, m herrlicher Lage am Ufer des Flusses, ist mit seinen wohnlichen Räumen, seinem Garten mit Tennis und Kegel­bahn längst ein ständiger Treffpunkt für unsere Soldaten mit den zahlreichen neu erworbenen

Freunden geworden. . . . .

Dienstag, 1. Dezember. Inzwischen wird in dem sehr guten, geschützten Hafen eifrig Ausbil- dungsdienst getrieben. Bootsfahrkunde, Rudern und Segeln, alle Dienstzweige der Theorie und Praxis werden wo irgend möglich an Oberdeck unter dem schattigen Sonnensegel abgehalten. In der Freizeit schwelgen wir im Fnschwasser, das die Hafenverwaltung uns an der Pier kostenlos zur Verfügung gestellt hat. So schwitzt leber von Herzen gern in dem Bewußtsein, du kannst nach dem Dienst ein erfrischendes Brausebad nehmen, ohne daß die Zuleitungabgekniffen" ist, wie so oft in See, wo mit dem kostbaren Naß gespart werden muß, dessen Ergänzung m den meisten Hälen teure Devisen kostet.

Heber Samstag-Sonntag strömen unsere Lands­leute in hellen Scharen zur S ch i f f s b e s i ch t i - g u n g an Bord, wo ihnen außerdem em deutscher Kultur- und ein Marinefilm, letzterer zur besonderen Begeisterung der Jugend, vorgeführt wird. Zah - reich sind die Bande, die unser Besuch neu geknüpft hat Viele, die seither abseits standen, ja sich kaum dem Namen nach kannten, sind plötzlich überall nut Begeisterung dabei der schönste Lohn für den unermüdlichen Amtswalter der Partei und den rührigen, jungen Vorsitzenden des Deutschen Klubs für all ihre große Mühewaltung bei der muster­gültigen Vorbereitung unseres Besuches. Alle wer­den sie jetzt wieder eifriger zu den Gemernschafts- abenden und gelegentlichen Vorträgen kommen, und wenn wir längst in anderen Gewässern sind, werden sie in gemeinsamer Erinnerung an den Besuch des stolzen Sendboten der großen deutschen Heimat über die kleinen Sorgen und die Gegen­sätzlichkeiten des Alltags zueinander finden. Dies zu wissen, ist auch für uns immer wieder die schönste Befriediaung, wenn wir unter dem letzten Winken und Mützenschwen/en des Abschiedstages wieder hinausgehen, anders Aufgaben und neuem

Die aus verwittertem Kalkstein entstandene frucht-

bare Blauqraszone bildet aber nur einen kleinen der Stahlproduktton, 72 v. H. der Scheibenglas. Teil Kentuckys. Nach der Ostgrenze zu und in firz-ugung und 75. t> S). bet

Westmrgina wird es immer ärmer. In fdjmieriger nesenhasten Werkstatt- der USA! Eine S'm ig Fuhrt muffen zahlreiche Gedirgsstränge überquert der Mutofobrita ton greift outomastsch auf alled'e Serben, die Landschaft wird wilder und schöner, Produktionszweige über, wozu noch yunder. und die Spätherbstsonne zaubert in den völlig un- taufende von Firmen und Angestellten kommen de gepsleaien Wäldern Farbtönungen hervor, wie wir sich mit der Weiterleitung dieser Erzeugnisse an die sie in gleicher Schönheit und Abwechslung aus der Kraftwagenerzeugung befassen.

Heimat nicht kennen. Freilich mit den Farmern Die Forderungen der Streikenden sind denjenigen und den Bergleuten hier gibt es viel Kohle ähnlich, die durch die Blumsche Sozialrevolution i n ist es schlecht bestellt in dieser Gegend. Wir werden Frankreich verwirklicht worden sind, ähneln in Deutschland vergeblich nach einem Gebiet suchen, I aber in anderer Hinsicht wieder den Bestrebungen, das einen gleich ärmlichen und dabei so ungepfleg- die der sozial fortgeschrittene Teil der Bevölkerimg ten Eindruck macht. Kümmerliche Holzhütten, die I der 08-^. unter ihrem Präsidenten Roosevelt durch- von zwei starken Männern mit Hilfe eines Hebels I zusetzen wünscht. Die Forderungen erstrecken sich zu- von der an den vier Ecken befindlichen Steinunter- nächst auf die Anerkennung der Gewerkschaften auf läge heruntergeworfen werden könnten und in I die Wiedereinstellung Gemaßregelter, auf Alters- behen Pappe die Stelle des Glases in den Fenster., Versorgung, Dreißig-Stunden-Arbeitswoche, S"chs- oertreten muß, sind keine Seltenheit. Aber auch Stunden-Tag, Bezahlung von Ueberftunben usw. hier sind der Schaukelstuhl und die an der Kette Diese Forderungen waren im wesentlichen auch dis ausgehängte Schaukelbank zu finden, die zu den der letzten Riesenstreiks, die die Vereinigten Staaten notwendigsten Bestandteilen derVeranden" der heimsuchten, z. B. des Textilarbeit^r- armen und reichen Holzhäuser Amerikas gehören, si r e i k s im Jahre 1934, in dem über eine Million In dem Gebirge, das den amerikanischen Osten von Arbeiter für ihre Forderungen kämpften, des H a - dem Mittelwesten trennt, gibt es abseits vom Ver- senarb eiter str ei ks in San Franzisko und kehr einsame Striche, in denen die Menschen noch New Orleans, wodurch 1934 die Gewerkschaften das so leben wie ihre Vorväter, als sie das Schicksal Recht auf Koalitionsfreiheit und Anerkennung her vor 150 Jahren hierhin verschlug. Freilich braucht Gewerkschaften grundsätzlich erreichten. Weiter kam man Zeit, wenn man diese von der Entwicklung es zu dem Streik der Elektrizitätsar« des 19. und 20. Jahrhunderts übergangenen Land- beiter, der zu erbitterten Kämpfen gegen die Na« striche besuchen und kennenlernen will. Volkstums- tionatgarbe führte. Da« Jahr 1935 war gekennzeich« forscher haben hier altschottische Balladen und Ge- net durch weiteres Aufflammen von Teilstreiks So sänge wiederentdeckt, die in den Bergen Schott- träten im Herbst eine halbe Million Braun­lands längst vergessen waren. Diese Manschen muß- kohlen arbeite r in den Ausstand, im vorigen ten sich in die unzugänglichsten Winkel eines ameri Jahre traten die Fahrstuhlführer undHei « konischen Gebirges' verirren, dort in Armut und L e r in Neuyork in die Reihe der Streikenden dann Rückständigkeit erstarren, um etwas von ihrem folgten die Hafenarbeiter auf der Westküste alten Volkstum in die neue Zeit hinüberzuretten. Amerikas. Alle diese Streibewegungen hatten die Wenn der Amerikaner das Wortpeasant ge- Forderungen, die Lewis jetzt für den großen Streik braucht, das wörtlich übersetztBauer" heißt, so m der Automobilindustrie ausgegeben hat, zum Ge« verbindet er damit den Gedanken an rückständige I genstand.

und primitive Menschen, die den hier erwähnten I Erbitterung der Arbeiterschaft ist deshalb so Hinterwäldlern" entsprechen. An diesem kleinen groß, weil die amerikanischen Trustmagnaten sich Beispiel kann man sich klarmachen, wie die Le- nur t>er Anerkennung der Gewerkschaften ge- griffe der Nationen voneinander abweichen und ^enüber ablehnend verhalten, sondern in Verbindung wie man sich aufeinander einstellen muß, wenn anderen Leitern der amerikanischen Produk- man sich wirklich verstehen will. I rl0n eine Macht im Staate bilden, die durch ihre

Erleben entgegen!

Noch ein morgendlicher Ausritt weiter ms Innere, wo es zahlreiche Flüsse und andere Hindernisse zu überqueren gilt, ein köstlich kühler Trunk ,m deut­schen Heim und ein erfrischendes Bad. Endlich das bezaubernde Gartenfest bei der liebenswürdigen Frau Gr das sind die Höhepunkte dieser letzten Tage. Nach dem großen Bordempfang für die deutsche Kolonie und zahlreiche geladene braftha- rrische Gäste bricht der Abschiedstag an. Bis

Amerikas, ist von ihm inszeniert worden.

Um sich einen Begriff von der riesenhaften Aus­dehnung der General Motors Corporation zu , machen, muß man bedenken, daß dieses Untemeh- herrschen, eine wichtige Einnahmequelle. Nur ein men in 70 Betrieben rund 275 000 Personen beschäf- Heiner Teil des Landes wird nach jahrelanger I tigt, darüber hinaus aber denn der Kraftwagen- Weidenutzung vorübergehend im Ackerbau verwen- bestand in USA. übersteigt die Ziffer von 25 Millio- det, um Tabak, Weizen und Mais hervor- nen die Autoindustrie mit der beste Abnehmer zubringen. Der Tabakbau und überhaupt der Acker- aller eisenerzeugenden Zweige der amerikanischen bau erfolgt auf den größeren Farmen in der Volkswirtschaft ist. Sie verbraucht rund 28 v. H her Hauptsache durch kleine Teilpächter, die ein Nickelproduktion, 12 v. H. der Zinnproduktion, kümmerliches Dasein führen. Man kann hier, was 35 D H. der Bleiproduktion, 17 v. H. der Kiinler- im Mittleren Westen nicht möglich ist, auf dem prduktion, 15 v H. der Zinkproduktion, 22 v H. Lande soziale Unterschiede entdecken, die in An­lehnung an britische Vorbilder einen Trennungs­strich zwischen den Landeigentümern und den kleinen Teilpächtern ziehen. Während sich weiter südlich der Teilpächterstand hauptsächlich aus Negern zusammensetzt, sind hier die weißen Pächter vor-

Schon seit Tagen befinden wir uns in dem Ge- . biet, das die Agrargeographen als dieW inter- weizen- und Maiszone" bezeichnen. Unser Weg zum Atlantik führt durch das Land, das zwischen demNorden" undSüden" gelegen ist. Wenn auch seit dem Bürgerkrieg einem der asten Geschehen der Weltgeschichte, der um Befreiung der Neger, aber auch aus wirt­schaftlichen Gründen von den Nordstaaten gegen die Südstaaten geführt wurde, mehr als 70 Jahre ins Land gegangen find, so sind doch die Gegen­sätze zwischen diesen beiden Teilen der Union noch lange nicht geschwunden. DerAlte Süden" trägt aristokrattsche Züge, seine Baumwoll- k u l t u r e n sind ohne die Herrenschicht der Grund­eigentümer und die kleinen Negerteilpächter kaum vorstellbar. Im Norden des inneren Kontinents, wo auf Grund des Heimstättengesetzes von 1862 das Land in Stücken von etwa 65 Hektar vergeben wurde, haben die Familienbetriebe der Landschaft das Gepräge gegeben, hier wurden die (Eigenarten entwickelt, die wir als typisch amerika­nisch ansehen. In der Zone zwischen dem Norden und Süden auf dem Weg zum Atlantik sehen wir gutes und schlechtes Land in bunter Folge. Auf dieser Wegstrecke wird es uns so recht klar, wie groß die Unterschiede zwischen arm und reich auch in den ländlichen Bezirken Nordamerikas sind.

Es fällt auf, daß im Vergleich zu den nördlichen Landstrecken die Diehwirtschaft wenigstens bei Schweinen und Rindvieh weniger entwickelt ist. An vielen Stellen züchtet man Pferde und vor allem Maultiere; die letzteren werden in großer Zahl in die Baumwollzone ausgeführt. Der Haupt­unterschied gegenüber der Maiszone ist aber das ziemlich starke Hervortreten des W i n t e r w e i - zens neben dem Mais, der auch hier die wich­tigste Grundlage für die Viehfütterung bildet. Die infolge der Trockenheit dürftigen Maishocken stehen noch auf den Feldern, während die Wintersaat ohne viel Vorbereitungen zwischen die Maisstoppeln ein­gedrillt wird. Dort, wo die Maishocken stehen, bleibt ein Streifen frei, oder man fährt auch mit her Drillmaschine im Bogen um sie herum. In Zentralkentucky sämt man den Weizen in die ab­geernteten Tabakfelder: wir beobachteten, wie mitten zwischen der grünenden jungen Saat die alten Tabakstrünke bei dem schönen Herbstwetter noch einmal Blätter entwickeln, denen der erste Frost ein klägliches Ende bereiten wird. Auch hier wieder ist das Streben zu erkennen, möglich st wenig menschliche Arbeit aufzuwenden. Es kommt in Amerika nicht darauf an, viel von der Fläche zu gewinnen, sondern die Erzeugungskosten auf eine möglichst geringe Höhe herabzudrücken. .

In Zentralkentticky dem Land der schonen Frauen, rassigen Pferde und des scharfen Tabaks wird noch einmal eine Pause eingelegt, ehe wir in zweitägiger Fahrt die Appalachischen Gebirgszüge durchstoßen. Um Lexington herum, in der be­rühmten Blaugraszone das Blauaras ent­spricht unserem Wiesenrispengras, hat die Zucht von Renn- und T r a b e r p f e r d e n ihre Heimstätte gefunden. Das Land mit seinen saftigen Weideflächen, wo unter schattigen Baum- gnippen die edelsten Pferde friedlich grasen, die ge­pflegten, weiß angestrichenen Umzäunungen und die vornehmen Herrensitze vermitteln den Eindruck einer schönen Parklandschaft. Die Zuchtbetriebe für Rennpferde, von denen wir einige besuchen, sind nicht Farmen im eigentlichen Sinn des Wortes, die Besitzer sind häufig Industrielle, für die Pferde­zucht und Rennsport ein Steckenpferd ist und die in her schönen Landschaft Zentralkentuckys sich ihre

Autostraße und eine Eisenbahn mit der Hauptstadt verbunden, sollte sie dazu dienen, die Truppe für die Umsturzpläne des Generals zu gewinnen. Hier brach dann auch die blutige Revolution des Jahres 19 34 aus, die aber schließlich in verhältnismäßig kurzer Zeit mit dem Sieg der regierungstreuen nationalen Truppen endete.

Der Kapitän, der mich führte, durch und durch Soldat, eine energische sympathische Persönlichkeit, hat sick, wie ich später erfuhr, bei der Rückerobe­rung oes Geländes besonders ausgezeichnet und führt heute eine der drei Kompanien des dort garnifonierten Jägerbataillons. Er erwies sich, als ich ihn mit seiner Familie bei unserem Bordempfang begrüßen durfte, als ein ebenso überzeugter Freund und Verehrer des nattonulsozialistischen Deutsch­lands, wie sein Distriktskommandeur, der nach der Niederwerfung der Revolutton mit starker Hand den Staat Pernambuco von kommunisttschen Ele­menten gereinigt hat. Seine nach deutschem Vor­bild ausgebildete Brigade heißt im Volksmund brigada Alemanha. Nach der beachtlichen Hitze hier draußen tut die rasche Fahrt im offenen Wagen herrlich wohl, und ein erfrischendes Bad am Strande von Boa Diagem beschließt den erlebnis-

brasilianischen Hasen, gut 1000 Meilen nordwärts, t den angrenzenden Gebieteri nach'

entgegen /u steuern, wo wir zwischen den unge- men und von hier aus ihre Wohchitze weiter nach beuten Urwaldusern des größten Stromes her «üben ausdehnten. Es ftanbelt f'd) J" bl? Erde des Amazonas, ankern werden. Auch sch-n, di- wahrscheinlich neben d-n Franzosen Os hier erwartet uns die klein-, nur rund 50 Kopse kauadas sich auch IN der neuen Heimat a m st a r r zahlende Deutsche Kolonie freubigen Herzens unb Uten bäuerliche Aug° bewahrten E der Seemann träumt von Urwald, Krokodilen und wäre eine lohnende Ausgabe, den Einstichen von Indianeraeicki-hten Volk und Rasse im nordamerikanischen Raum noch.

Indianergeschlchten. ________ .spüren, die größer sind, als es bei der gleich-

madjenhen amerikanischen Zivilisation zunächst Den