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Bolksfronihehe gegen Polen.

Ein nicht unerheblicher Teil der französi­schen Presse zieht wie auf ein gegebenes Signal gegen Polen vom Leder. Es sind, das sei voraufgeschickt, die Zeitungen, die sich von jeher darin gefielen, alle möglichen Lügen über Deutsch­land zu verbreiten. Diese Zeitungen gehören fast durchweg der französischen V o l k s f r o n t an. Wir wissen aber auch, daß die Verfasser all dieser Hetz­artikel recht stattliche Bezüge aus den sowjet­russischen Fonds beziehen, die für diese Zwecke gebildet worden sind. Bediente sich Moskau bisher dieser Kreaturen in der französischen Journa­listik, um die Weltöffentlichkeit mit irreführenden Nachrichten gegen uns aufzuhetzen, so versucht es jetzt das gleiche gegen Polen. Das geschieht m der Weise, daß die vom Solde Moskaus abhängige Pariser Presse aller Welt einzureden sucht, in Polen stehe ein Staatsstreich im faschistischen Sinne bevor. Selbst wenn das der Fall wäre, ginge es die Franzosen und ihre roten Bundesgenossen herz­lich wenig an. Jedes Land kann sich die Staatsform geben, die es für die richtige halt. Doch abgesehen davon, haben wir es hier mit einem infamen Trei­ben der Sowjets zu tun, das von französischer Seite bereitwillig unterstützt wird, nur um neue Un­ruhe zu schaffen und einen europäischen Staat in den Augen anderer Nationen herabzusetzen. Denn die Pressehetze gegen Polen ist darauf abgestimmt, das, was den Polen unterschoben wird, als etwas Verächtliches hinzustellen. Wenn man in Warschau über die Pressehetze im Lager des französischen Bundesgenossen verstimmt und gereizt ist, dann haben wir dafür volles Verständnis. Auch dem pol­nischen Journalisten scheint jetzt endlich ein Licht aufzugehen. Denn jbie gleichen Warschauer Zeitun­gen, die noch vor wenigen Monaten die Lügen­meldungen der Pariser Volksfrontpresse über Deutschland unbesehen in ihre Spalten aufnahmen, erfahren nun am eigenen Leibe, was es heißt, sich von den Greuelrnachern imOeuvre", Echo de Paris" undPopulaire" bedienen zu lassen. Eine schlechte Ouvertüre für die ost­europäische Rundreise, auf der Herr Selbes auch die Hauptstadt an der Weichsel mit seinem Besuch be­ehren will! D. S.

Drohendellmklammerung derChinesen vor <?>uffdiau.

Tokio, 15. Rov. (DRV. Funkspruch.) Die To­kioter Presse meldet in Extrablättern, daß die japa­nischen Truppen die Stadt T s ch a n g s h u, 40 Kilo­meter nördlich von Sutschau, an der Bahnstrecke SchanghaiNanking, eingenommen haben. Die Truppen sind auch von Osten her durch die Be­setzung der Stadt Kunschan ihrem Ziel Sutschau bis auf 30 Kilometer nahegerückt. Angesichts der Besetzung weiterer Orte wie T a i z a n g und Qui- s a n ziehen sich die Chinesen nunmehr auf Sutschau zurück und versuchen, mit allen Kräften der drohenden Umklammerung zu ent­gehen Die Stärke der chinesischen Truppen im Abschnitt nördlich der Bahn SchanghaiSutschau wird auf 40 000 geschäht.

Kunst und Wissenschast.

Ausklang der Reichsmusiktage der HI.

Die 3. Reichsmusiktage der HI., in deren Zeichen Stuttgart seit dem 11. November stand, fanden mit einem von der HI. gemeinsam mit der Wehrmacht und der NSG.Kraft durch Freude" veranstalteten Gemeinschaftskonzert ihren Abschluß. Der Chef des Kultur- und Rundfunkamtes der

Reichsjugendführung, Obergebietsführer C e r f f, überbrachte Grüße von Reichsminister Dr. Goeb­bels und Reichsjugendführer von Schirach. Der Verlauf der Reichsmusiktage habe gezeigt, daß das musikalische Leben in der HI. so vielgestaltig sein könne wie die deutschen Menschen und die deutsche Landschaft. Sie hätten auch gezeigt, daß jede Abkehr von den völkischen Gefühlswerten auf die energische Abwehr der HI. stoße. Das künst­lerische und kulturelle Schaffen sei so lange sinnlos, als es nicht gelinge, den einfach und natürlich emp­findenden deutschen Menschen dafür zu gewinnen. In diesem Sinne wisse sich die HI. auf das engste verbunden mit den der OrganisationKraft durch Freude" gestellten Aufgaben. In den mitKraft durch Freude" gemeinsam ins Leben gerufenen Musikschulen, die in den nächsten Monaten in vielen deutschen Städten eröffnet werden, werde die Jugend eine gründliche musikalische Erziehung er­fahren. Mit Bezug auf die am 15. November be­ginnende Werbewoche der HI. für den Jnftrumentalunterricht wandte sich der Redner an alle Eltern mit der Bitte, die HI. in dieser Aufgabe zu unterstützen. Falsch sei es zu glauben, daß die soldatische Erziehung in der HI. mit einer Kunsterziehung unvereinbar sei.

Oer Literarhistoriker Adolf Bartels

75 Jahre alt.

Der Schriftsteller und Literaturhistoriker Adolf Bartels in Weimar vollendet am 15. November das 7 5. Lebensjahr. Er war der Vorkämpfer des völkischen Gedankens im deutschen Schrifttum, der Feind alles fremden Wesens. Seine Literatur­geschichte war der erste Versuch, deutsches Schrift­tum von rassefremden Erzeugnissen zu trennen, zahlreiche Streitschriften dienen demselben Ziel. Bartels schrieb ein SchauspielM a r t i n L u - t h e r", er trat für Hebbel, Keller und Klaus Groth ein, lyrische Gedichte und Romane bezeichnen sein ferneres Schaffen. Auch die Heimatkunstbewegung hat ihm viel zu verdanken. Adolf Bartels stammt aus Wesselburen im Dithmarschen, wo auch die Wiege Friedrich Hebbels stand. Vom hohen Deich der Heimat aus konnte er die stolzen Worte spre­

chen:Ich fühle, ich bin vom Nibelungenstamm, und um mich her ist Nibelungenland." Jahrelang ist Bsrtels ein Einsamer gewesen, die neue Zeit hat aber auch seine Anhängerschaft vermehrt, hat

(Scherl-Bilderdienst-M.).

ihm zur Würdigung und Anerkennung verhalfen. Der Führer und Reichskanzler verlieh ihm schon früher den Adlerschild des Deutschen Reiches. Der größte Stolz dieses aufrechten deutschen Mannes aber wird in dem Bewußtsein beruhen, den An­bruch eines nationalbewußten Zeitalters durch seine geistige Unabhängigkeit und seinen mutigen Kampf mit herbeigeführt zu haben.

Die thüringische Gau- und Landeshauptstadt ver­lieh Professor Adolf Bartels in Würdigung sei­ner großen Verdienste um das Kulturleben Wei­mars zu seinem 75. Geburtstag am 15. November das Ehrenbürgerrecht. Eine weitere Ehrung erfuhr Professor Bartels durch den Deut­schen Schiller-Bund, der ihn als den Begründer des Bundes und der Weimarer Festspiele für die deutsche Jugend zu seinem Ehrenmitglied ernannte.

So entsteht ein Atlas der devtsihen Pflanzenwelt.

Eine Großtat deutscher WiffenschastSarbeit.

Wie verläuft in Deutschland die Nordgrenze der Weißtanne und wie die Ostgrenze der Eiche'? Wo kommt in unserer Heimat die Eibe vor? Finden wir sie zum Beispiel noch in Ostpreußen, Thürin­gen, im Harz, in den Sudeten oder im Bayerischen Wald? Welche Landschaften Deutschlands weisen noch zusammenhängende Buchenbestände auf? Ist das Wollgras in Westpreußen oder in anderen Ge­bieten Deutschlands seltener geworden, als es frü­her war? Das sind nur einige von den vielen Fra­gen, die selbst ein guter Kenner der Pflanzenwelt unserer Heimat nur sehr ungenau beantworten kann. Sogar die Verbreitung eines Waldbaumes, wie zum Beispiel der Kiefer, ist bisher noch nicht kartographisch genau festgelegt. Dabei gehört Deutsch­land zu den pftanzenkundlich am besten durchforsch­ten Ländern.

Um nun die natürliche Verbreitung, den Grenzen­verlauf, die innere Gestaltung der Lebensräume der die deutsche Heimat erfüllenden Pflanzen für alle Zeiten genau festzustellen, hat sich das Bota­nische Museum in Berlin-Dahlem ent­schlossen, die Pflanzenwelt Deutschlands kartographisch aufzunehmen. Die Ergeb­nisse dieser Arbeit sollen die Grundlage für einen zuverlässigen pflanzengeographi­

schen Atlas von Deutschland bilden. Die Leitung der pflanzengeographischen Kartierung Deutschlands war sich bei Beginn der Arbeit von vornherein bewußt, daß nur eine einheitliche, groß­zügige Organisation, eine auf lange Sicht angelegte Arbeit und vor allem die Erfassung und freiwillige Mitarbeit aller deutschen Pflanzenkenner das Schaf­fen eines pflanzengeographischen Atlanten von Deutschland gewährleisten können. Die Bitte zur Mitarbeit an diesem gewaltigen, aber doch so wich­tigen Werk wurde begeistert ausgenommen. Pflan­zenkenner aus ganz Deutschland boten sich als frei­willige Helfer an. Heute sind es über 1000 Volks­genossen aus allen Berufen, die sich selbstlos und unentgeltlich zu einer vorbildlichen A r - beitsgemeinschaft im Dienste der Erfor­schung unserer Heimat zusammengeschlossen haben.

Im Arbeitszimmer des Leiters der pflanzen­geographischen Sortierung hängt eine große Ueber- sichtskarte von Deutschland. Ein Blick auf die Karte läßt die bereits in Arbeit genommenen Gebiete er­kennen und gleichzeitig die noch vorhandenen Lücken feststellen. Gegenwärtig wird ein Drittel von Nord- und Mitteldeutschland kartiert. Besonders gut wer­den Sachsen, Schleswig-Holstein, Oldenburg, West­

falen und Schlesien bearbeitet. Für Ostpreußen, Mecklenburg, Brandenburg und für Süddeutschland fehlt es noch sehr an Mitarbeitern. Meldet sich ein Pflanzenkenner zur Mitarbeit, so wird ihm eine gedruckteAnweisung zur Ausführung der pflanzen­geographischen Sortierung Deutschlands" zugesandt. Gleichzeitig wird für ihn eine Karteikarte angelegt, die die notwendigen Angaben über seine Mitarbeit enthält. Auch das vom Mitarbeiter als Arbeitsbe­zirk gewählte Gebiet wird hier wie auch auf der Übersichtskarte gekennzeichnet.

DieAnweisung" gibt dem Mitarbeiter erschöp­fend Auskunft, wie er die pflanzengeographische Sortierung seines Arbeitsgebietes durchzuführen hat. Die genaueste deutsche Karte, das Meßtisch­blatt 1:25 000, bildet die Grundlage feiner Arbeit. Mit dieser Karte in der Hand ist nun der freiwillige Helfer am Werk, in seiner freien Zeit ständig unterwegs. Er beobachtet die Pflanzen der Wälder, Wiesen, Felder und Hänge, wandert durch die Heide und Moore, durchforscht Tümpel, Teichs und Seen, folgt dem Lauf der Bäche und Flüsse, notiert dabei immer alle Pflanzenarten, die er be­obachtet, und fördert so in mühseliger und zeit­raubender Arbeit die Erforschung der Pflanzenwelt unserer Heimat. 4 0 0 bis 8 00 Pflanzen- arten hat jeder Mitarbeiter zu beobachten und zu bearbeiten. Für jede im Meßtischblattgebiet vorkom­mende Pflanzenart ist ein besonderes Katalogblatt zu führen. Ein gut geführtes Katalogblatt soll eine kurze Beschreibung des Standortes und der Lebensäußerungen der Pflanze sowie Angabe ihres Volksnamens und ihre Be­ziehungen zum Brauchtum enthalten. Ueber ein Viertel des deutschen Bodens ist- mit Wald bedeckt. Unser Wissen von den einheimischen Waldgesellschaften, besonders von den Verbreitungs­grenzen der einzelnen Baumarten innerhalb Deutschlands ist aber noch sehr lückenhaft. Jeder Mitarbeiter hot daher die Waldbäume und Wald­pflanzen bei der Aufnahme besonders zu berück­sichtigen.

50 000 Katalogblätter sind bis jetzt bearbeitet und an das Botanische Museum zurückgesandt worden. Hier werden sie systematisch nach Arten geordnet, und zugleich werden für jedes Meßtischblattgebiet Verzeichnisse der in ihnen beobachteten Pflanze« angelegt. Später sollen alle Fundorte einer Pflan­zenart in eine Karte von Deutschland eingetragen werden, so daß mir, dann genaue Verbreitungs­karten aller Arten unserer Pflanzenwelt erhalte« werden. Die seit der Aufnahme der Kartierungs­arbeiten verflossene Zeit ist noch zu kurz, um schon jetzt vollgültige Ergebnisse erwarten zu können. Aber die bis heute an diesem in seinem Aufbau und seiner Organisation einzigartigen Werk geleistete Arbeit läßt erkennen, daß der Wissenschaft wie der Praxis, vor allem der Land- und Forstwirtschaft und auch der Naturschutzbewegung, in diesem pflan­zengeographischen Atlas von Deutschland eine groß­artige Hilfe ersteht. Heinrich Schulz.

Hauptschriftleiter: Dr Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Emst Blum» schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyrwt; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigen­leiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D A X. 37: 10 031. Druck und Verlag: Brühlsche Umversitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugs- preis RM 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der

Illustrierten 5 Pf mehr

Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1 September 1937 gültig

Brakn " '^chier-Besieckt. ~^s'^3efugelscheien

Hohe Belohnung zahlen wir demjenigen, der uns den oder die Täter namhaft machen kann, die in der Nacht vom 12. auf den 13. November das an unserer Außenfront befindliche Schild

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Steinbach (Ernst-Ludwig-Straße), den 15, November 1937.

Die Beerdigung findet Mittwoch, 17. November, nachm. 2% Uhr. statt.

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Am 13. November ist mein langjähriger treuer Lebens­gefährte, unser herzensguter Vater, Schwiegervater und Großvater

Herr Christoph Römer

im 87. Lebensjahre sanft entschlafen.

Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Maria Römer, geb. Wißner Familie Heinrich Römer und Kinder.

Wieseck, den 15. November 1937.

Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. Nov., nachm. 3 Uhr, vom Trauerhaus, Lichtenauerweg 8, aus statt.

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Am 14. November entschlief sanft nach längerem Leiden mein lieber, unvergeßlicher Mann, unser guter Pate, Bruder. Schwager und Onkel

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im 70. Lebensjahre.

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Die Einlösung des dritten Abschnitts der Stamm- Miete für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat an der Theaterkasse, Johannesstraße 3, zu er­folgen, und zwar: 7504C

Donnerstag, den 18. November 1937, für die Arei- tag-Mieter,

Freitag, den 19. November 1937, für die Diens- tag-Mieter,

Samstag, den 20. November 1937, für die Mitt­woch-Mieter

in der Zeit von 10 bis 13 und von 17 bis 18 Uhr.

Nach Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt am Main 37210, Kasse des Stadttheaters Gießen, erfolgt Uebersendung der Mietkarten.

Die zu zahlende dritte Rate beträgt für Dienstag, Mittwoch und Freitag:

Familienlogen mit 5 Plätzen . . 40, RM.

Familienlogen mit 4 Plätzen . . 30,

I- Ring.........12

II. Ring...... t . 8,

III. Ring . . . « . . - « b 6,

IV. Ring...... - . . 5,

V. Ring.........4,

Die Einlösung der 3. Rate muß vor der 9. Miet­vorstellung erfolgt sein.

Gießen, den 12. November 1937.

Der Oberbürgermeister.

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Gießen, den 5. November 1937.

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