Aus der Stadt Gießen
Aus den Gießener Gerichtssälen
16 rfortiefounfl
(9lad)öru(f verboten.)
Radfahrer wurden 21, für Führer von Kraftfahr« zeugen 26 und für Fußgänger 14 ausgesprochen. 20 Radfahrer, 31 Kraftfahrzeugführer und 1 Fuß- ganger wurden zur Anzeige gebracht.
Da saß einem nun Annelore Hildach wieder ge« genuber. Konnte sie dafür, daß es so war? War es nicht Torheit, sie schlechter als sonst einen belieb,gen Angestellten zu behandeln? Aber war es nicht auch Torheit, ihr mehr Interesse zuzuwenden, als unbedingt notwendig war? Und war man nicht ein ausgemachter Narr, daß man etwas so Wider- spruchsvolles und Widersinniges denken konnte?
Man hatte die zweite Flasche angebrochen, als Wolfgang o. Achenbach sich an Annelore wandte:
„Wie wär's, Fräulein Annelore, wenn Sie uns heute wieder mal ein Lied fingen würden?"
Annelore schien einen Augenblick betroffen und unentschlossen: Dor Stefan singen...? War das möglich...?
„Es ist kühl im Musikzimmer, nicht wahr?" wollte Fraulein v. Birkhammer ihr helfen.
„Oh — deswegen..."
Da hob Stefan den Kopf.
„Recht schön bitten, Großvater! Damit erweicht man Frauenherzen."
Er konnte nicht verhindern, daß leiser Sarkas- mus feine Worte durchwehte, die er im gleichen Augenblick schon wieder bereute.
Ein jähes Rot überzog Annelores Gesicht
„Das ist natürlich nicht notwendig." Sie sah Wolfgang v. Achenbach mit schwachem Lächeln an. „Ich dachte nur — weil es schon spät ist..."
„Nun, wenn Sie nicht mögen —"
„Oh, doch!"
Sie war schon aufgestanden. Wolfgang v. Achenbach und Fraulein o. Birkhammer erhoben sich gleichfalls. Es war nicht zu erkennen, ob man erwartete, daß Stefan mitkommen würde. Es schien, als dächte er nicht daran. Plötzlich aber erhob er sich ebenfalls und folgte den anderen.
Die Deckenbeleuchtung flammte gerade auf, als er das Musikzimmer betrat. Annelore ging schon
Ruhl Selersweg Nr. 67
adio Telephon Nr. 3170
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schuhes. Sie steht aber auch im Dienste des Bier- jahresplans, indem durch die Sicherstellung won Altmaterialien Rohstoffe gewonnen werden sollen. Ferner sollen Gegenstände des täglichen Bedarfs, die für ihre Besitzer wertlos oder entbehrlich sind, bedürftigen Volksgenossen Angeführt werden.
Es wird erwartet, daß Die Bevölkerung unseres Kreises ihre wiederholt gezeigte Disziplin und Ein- satzbereitschaft erneut beweist und sich restlos für die Erreichung dieser Ziele einsetzt. Die Herren Bürgermeister der Landgemeinden werden angewiesen, die Durchführung der Entrümpelung tatkräftig zu unterstützen und gegebenenfalls von ihren Befugnissen als Ortspolizeibehörde Gebrauch iU machen.
Gegen die Verkehrssünder.
Die Polizei schritt in der Zeit vom 3. bis 9. Sep. tember wieder gegen eine Anzahl Verkehrssünder ein. Zwei Führer von Fuhrwerken wurden zur Anzeige gebracht. Verwarnungen und Belehrungen für
Bro. n.cht zum -ie.nge.« von
NSG. Von welch großer Bedeutung die planmäßige Verwertung des Brotgetreides und die verantwortungsbewußte Verwertung der vorhandenen Brotmengen für die Ernährung des Volkes ist, beweisen eindringlich die vom Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, R. Walter Darrs, im Einvernehmen mit dem Beauftragten für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Hermann Göring, zur Sicherstellung des Brotgetreidebedarfs erlassenen Verordnungen. Wenn es notwendig ist, dafür zu sorgen, daß auch das letzte Pfund Roggen und Weizen für die Ernährung sichergestellt wird, so ist es mindestens ebenso wichtig, das vorhandene Brot zweckentsprechend für die Ernährung zu verbrauchen.
Um so unverständlicher und verwerflicher ist es, dieses wichtige Nahrungsmittel zur Reinigung von Tapeten und Decken in Wohnungen zu benutzen, wie es ein Malermeister in einem Gau tat. Bei der heutigen Versorgungslage darf auf keinen Fall Brot so leichtsinnig veraeudt werden, obgleich weder das Gesetz, noch die Verordnung des Reichsnährstandes und des Getreidewirtschaftsverbandes ein derartiges Verbot enthalten. Bei dem hochentwickelten Stand der chemischen und speziell unserer Farbenindustrie lassen sich genügend andere Mittel finden, um beim Reinigen von Tapeten und Decken den gleichen Erfolg wie unter Zuhilfenahme von Brot zu erreichen.
Wir nehmen an, daß ein so leichtfertiges und verantwortungsloses Umgehen mit dem für uns wichtigen Nahrungsmittel einzigartig dasteht und andere Volksgenossen den Wert des Brotes richti- ger einzuschätzen wissen. Das Verhalten des Malermeisters muß geradezu als eine Sabotage der Ernährung angesehen werden. Es wird den Kindern gesagt, daß man mit Brot nicht spielt, und die Erwachsenen werden immer wieder ermahnt, Brot nicht fortzuwerfen. Es ist bedauerlich, daß dem Malermeister noch besonders gesagt werden mußte, daß man Brot auch besser als zur Reinigung von Tapeten und Decken benutzen kann.
Der Fall dient für alle die als Warnung, die vielleicht zu ähnlichem Leichtsinn neigen.
Äornoiizen.
Tageskalender für Mittwoch.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Revolutionshochzeit". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gauner im Frack . — Herbstmarkt (Messe) auf Oswaldsgarten. BOM-undZM.-Un^erqau 11 SGießen
Dienffbefehl
Bamberg uno Nürnberg waren, wurde der Wimpel von der IM.-Untergauführerin Liefe! Göbel vor die im offenen Rechteck aufmarschierten Einheiten getragen.
Das Lied „Eine Trommel geht in Deutschland um", leitete die kurze Feier ein. Worte des Führers erklangen, und bann sprach die IM.-Untergaumhre- rin von dem Erlebnis der Wimpelweihe in Bamberg und der großen HZ.-Kundgebung im Nürnberger Stadion. Sie verpflichtete die Wimpelträgerinnen und die Begleiterinnen, in Treue zur Fahne zu stehen. 'Das Lied „Wo wir stehen, steht die Treue" schloß die Wimpelübergabe ab. Don einer Einzelsprecherin wurde ein Fahnenfpruch gesprochen. Nach dem gemeinsamen Lied „Nun laßt die Fahnen fliegen" marschierten die Gruppen-, Schar- und -Schaftswimpel, die bisher in. einem Fahnenblock bei der Einheit standen, vor und nahmen bei dem Iungmädeluntergauwimpel Aufstellung. Der Spruch: „Nun steht der Dom, nun steht er ganz im Licht ..." und ein Feierlied, gesungen von der Singschar, beschlossen die Feier, Nach dem Sieg- Heil auf den Führer marschierten alle Gruppen singend durch die Stadt, voran der IM.-Untergauwimpel, auf schwarzem Tuch der weiße Adler.
An der Dienststelle des Untergaues wurde dann der Wimpel feierlich eingebracht.
NSV., Ortsgruppe Gießen-Ost.
Ortsgruppe Giehen-Oft.
Vetr.: Lebensmittel-Opferring.
Die Sammlung wird am Donnerstag, 16., und Freitag, 17. September, von der NS.-Frauenfchaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben.
Entrümpelung in -en Landgemeinden des Kreises Gießen.
Dorn Kreisamt Gießen wird uns folgendes mitgeteilt:
In den nächsten Wochen wird in den Landgemeinden unseres Kreises von dem Reichsluftschutz, bund in Zusammenarbeit mit der NSD., den Beauftragten der NSDAP, für Altmaterialerfassung sowie den örtlichen Haus- und Grundbesitzerorgani- ationen die Entrümpelung der Dachböden und onftiger entrümpelungspflichtiger Gebäudeteile durch, geführt. Es ist die unbedingte gesetzliche Pflicht aller Volksgenossen, Gebäudeteile, die bei Luftangriffen in besonderem Maße der Brandgefahr aus- < gesetzt find, zu entrümpeln. Die Entrümpelung er« olgt in erster Linie aus Gründen des zivilen Lust- '
MMWWMU!
Roman von Bernhard Lonzer.
Urheberrechtsschutz:
Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68.
auf, den prachtvollen Flügel zu, schlug den Deckel zuruck und ließ sich nieder.
Stefan blieb an der Tür stehen und lehnte sich mit verschränkten Armen gegen den Pfosten. Sein Blick ging zu der bemalten Decke hinauf.
Annelore griff ein paar Akkorde, die weich wie em zarter Traumgedanke durch den Raum wehten.
Dann setzte ihre Stimme ein:
„Du bist die Ruh ..."
Ähre Stimme war nicht sehr groß, aber sie hatte einen warmen, bestrickend dunklen Klang. Wie ein unendlich süßer Strom klang die Melodie durch den stillen, kühlen Raum.
Atemlos lauschte Stefan. Atemlos wider Willen.
„Du bist die Nutz...!"
Ach, Ruhe, Ruhe...! Gab es die überhaupt für ihn, Stefan v. Achenbach ...?
Als das Lied verklungen war und Annelore die Hande von den Tasten sinken ließ, war er verschwunden ...
As Rettungsdienst ständig bereit, um als Rettungsschwimmer jofort einzugreifen, wenn es bei einem Unglücksfall in der ziemlich starken Strömung notwendig sein sollte. Man muß immer nur aufs neue staunen, mit welchem Schneid die Pioniere bei ihrem Bau tätig sind. Gewissermaßen im Handumdrehen wachsen die Brücken empor, und gerade in dem Augenblick, wo das Signal „Das Ganze halt" ertönt, sind die Meldefahrer der Pioniere abgebraust, um der Leitung und den für den Eder-Uebergang vorgesehenen Truppenteilen die Meldung von der Fertigstellung der Brücken zu überbringen.
Befr.: Große Führermnenbesprechung.
Die Dbergauführerin hat für Donnerstag, 16. 9., 20 Uhr pünktlich, im Studentenheim, Leihgesterner Weg, die Führerinnenschaft des Untergaue« zu einer Besprechung einberufen. Teilzunehmen haben: Sämtliche Stabsmitglieder, sämtliche M.- und IM - Gruppenführerinnen, alle M.- und IM.-Scharfüh- rerinnen des Standortes Gießen und der näheren Umgebung. Den Gruppenfozialwartinnen ist die Teilnahme freigestellt. Eventuelle Einberusungs- scheine sind sofort anzufordern. Zu der Führerinnenbesprechung sind folgende Meldungen, soweit sie noch nicht gemacht wurden, von den M.- bzw. JM- Gruppenführerinnen mitzubringen: Letzte Meldun- gen zum HÄ.-Theaterring (zahlenmäßig?). Meldun- gen zum UD.-Kurs (nur für die Gießener M.- und ÄM.-Gruppen). Stärkemeldungen. Außerdem stehen von den Gruppensportwartinnen die Leistungsabzeichen- und Geräteaufstellung noch aus, die die Gruppenführerinnen mitzubringen haben. Von den Gruppen 6, 8, 13 und 16/116 wird die Geräteaufstellung letztmalig angemahnt!
Oer geweihte Iungmädeluntergau- Wimpel wird abgeholt.
Als am Freitag, 10. September, in Bamberg, der Stadt des BDM., alle Wimpel der Iungmädel- untergaue des Reiches geweiht wurden, war auch der von 116 darunter.
21m Sonntag kehrten die 5000 Führerinnen aus Bamberg zurück. Än Gießen waren am Spätnachmittag alle vier ÄM.-Gruppen mit ihren Wimpeln am Bahnhof angetreten, um den IM.-Untergau- mimpel abzuholen. Begleitet von Führerinnen, die als Vertreterinnen des gesamten Untergaues in 1
5.
Neujahrsmorgen...
.Leuchtend ^a9 die ^^^neebebecfte Weite in ihrer blutenweißen Pracht. Die Bäume des mächtigen Waldes bogen sich unter ihrer glitzernden Last. Wie em Marchenwunder wuchs das sonst so düster mir- kende alte Schloß aus der sonnendurchleuchteten, bezaubernd schonen Winterwelt heraus. Glocken- klang stand in der silberklaren Ferne.
Auf der verschneiten Pappelallee glitt in mäßigem Tempo em hellgrauer Wagen auf das Schloß zu. Eine Dame saß am Steuer. Es war Suse Vollrath, die mit ihrem Gatten kam, um den üblichen Neuiahrsbesuch abzustatten. Noch bevor das offene Emgangsportal erreicht war, gab sie mit der Hupe ihr bekanntes Signal.
$e* *®agen in den Schloßhof einfuhr, wurde von den Wirtschaftsgebäuden her eine scharfe, etwas knarrende Stimme hörbar. Äm gleichen Augenblick trat die gedrungene Gestalt eines etwa dreißig- lübrigen Mannes heraus. Er war ohne Kopfbedeckung. Sem strohblondes Haar wirkte in der Wmtersonne fast weiß.
Er wurde aufmerksam, als Suse ihr zweites Signal Horen ließ, und musterte die Insassen des eben anhaltenden Wagens mit einem verstohlenen, aber id)arf?n Blick. D^nn ginn er mit ra'rfrn Schritten schräg über den Hof, dem südlichen Flügel zu.
** Dienstjubiläum. Der Verwalter der Verkaufsstelle Gießen, Frankfurter Straße, der Firma Schade & Füllgrade, Herr Heinr. Schmidt, kann am morgigen Donnerstag, 16. September, auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma zurückblicken.
** 40 Jahre Wagen- und Karosserie-
bau H. Spieß. Am heutigen Mittwoch kann der Inhaber der Werkstätte jür Wagen- und Karosseriebau Heinrich Spieß, Horst-Wessel-Wall 25/27, auf ein vierzigjähriges Bestehen seiner Firma zurückblicken. Das Geschäft wurde am 15. September 1897 im Hause Diezstraße 10 aegrünbet. Nach acht Jahren erwiesen sich die vorhandenen Räumlichkeiten als au klein, so daß sich Herr Spieß entschloß, die Grundstücke Horst-Wessel-Wall 25/27 käuflich zu erwerben und dort seine Werkstätte in größerem Umfange einzurichten. Der Gründer der Firma hat sich über seine berufliche Tätigkeit hinaus stets gern in den Dienst seiner Handwerksorganisationen gestellt. Er gründete im Jahre 1918 die Wagner- und Karosseriebau-Jnnung, der er seit nunmehr nahezu zwanzig Jahren als Obermeister vorsteht. Seit ebenfalls zwanzig Jahren stellt er sein umfangreiches fachliches Wissen in den Dienst der Merster-Prüfungskommission.
Kurz nach 11.30 Uhr ertönt das Signal: „D a s Ganze h a l t!" Von allen Seiten hört man es erklingen, da die Hornisten sämtlicher Truppenteile dieses Schlußsignal der Uebung aufnehmen. Die „Schlacht" ist beendet. Unter der Führung von Oberst H e r r I e i n , Kommandeur des Infanterie- Regiments 116, hat Blau auf seinem Vordringen aus dem Raume von Kirchhain und Vogelsberg her gegen die Eder alle Eder-Ueberocinge bei Frankenberg in Besitz genommen und Damit für seine (nach der Uebungsannahrne) nachfolgenden stärkeren Truppen gesichert. Rot unter Führung von Oberst Sanne, Kommandeur des Infanterie-Regiments 57, hat durch anhaltende energische Verteidigung Blau den Erfolg lange Zeit streitig gemacht, ist aber schließlich unter dem Druck der starken Waffen« und zahlenmäßigen Überlegenheit von Blau über die Eder nach Westen und weiter zurück in nord- westwärtiaer Richtung zurückgegangen. Blau hat damit das westliche Eoerufer in die Hand bekommen, muß aber in Rechnung stellen, daß seine vorgeschobenen Kräfte durch doppelte Flankierung von Rot her einem schweren Druck ausgesetzt werden können. Bei diesem Stand läßt der Leitende, Generalleutnant Oßwald, durch das Signal „Das Ganze halt!" die Uebunq abbrechen.
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Die Truppen haben während der ununterbrochenen Kämpfe von Montag früh bis Dienstag mittag und namentlich während der Nacht und des stark verregneten Dienstagoormittags hervorragende militärische Leistungen vollbracht. Es ist ein Uebungserfolg für die Truppe zu verzeichnen, auf den alle, vom Leitenden bis zum letzten Schützen, mit berechtigtem Stolz blicken können. Unsere Soldaten haben hier erneut durch ihre Einsatzbereitschaft und durch ihre Leistungsstärke offenbart, daß auch sie ein außerordentlich scharfes Instrument im Rahmen unserer Wehrmacht zum Schutze von Volk und Vaterland sind. Diese Gewißheit dürfen die Truppen als schönsten Erfolg des ersten Abschnitts der Dioisionsübung mit in ihre Ruhequartiere nehmen, die sie für den Mittwoch in der Nähe des Edersees beziehen.
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Die Zivilbevölkerung Hot allenthalben durch freu- dige Aufnahme der Soldaten und durch große Gastfreundschaft die innige Verbundenheit de.' Bevölkerung mit unserer Wehrmacht bekundet. Auch im Gelände selbst hat sie gezeigt, daß alle ihre Liebe und ihre starke Sympathie den Männern im Ehrenkleid des Soldaten gehören.
Erwähnt sei noch, daß beim Absperrungs- und Verkehrssicherungsdienst im Uebungsgelände zahl- reiche Gendarmeriebeamte aus der Gegend von Gießen und aus dem Kreise Alsfeld unter Führung von Gendarmeriehauptmann G o e b e (Gießen) Gendarmerieführer in Oberhefsen, in ausge- zeichneter Weise ihre dienstliche Pflichten erfüllten und damit an ihrem Teile beitrugen zu dem schönen Gesamterfolg der ganzen Manöver-Unter- nehmung. b.
Rundfunkprogramm
Donnerslag, 16. September.
6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fruhkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Morgenstund. 9.30: Nachrichten. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert, i 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei, i 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder, i 16: Fröhliche Weisen von Mosel und Rhein. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Das gibfs nur einmal! ! 20: Nachrichten. 20.10: Fröhliche Musik um das deut- i sche Handwerk. 21.15: Das Kleeblatt. 22: Nachrichten, < auch aus dem Sendebezirk. 22.30: Volks- und Unter- i Haltungsmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert. <
tragt, Oel zu verkaufen bzw. gegen Frucht einzutauschen. Reklamationen verschiedener Kunden ergaben, oaß die von ihnen gelieferten Mengen nicht immer an den Oelhändler abgeführt worden waren. In diesem Falle konnte der Angeklagte nicht hinreichend überführt werden, da der als Zeuge vernommene Oelhändler bekundete, daß die Abrechnung mengenmäßig immer gestimmt habe. Im übrigen bestand auch die Möglichkeit, daß während der Abwesenheit des Betriebsinhabers Frucht geliefert worden ist, >a daß eine restlose Klärung nicht mehr herbeizuführen war.
Das Urteil lautete wegen schwerer Urkundenfäl- schung in Tateinheit mit Betrug, sowie fortgesetzter Unterschlagung auf eine ©efamtgefängnis- jtrafe von zwei Monaten und zwei Wochen, wobei dem Angeklagten zugute gehalten wurde daß er bisher noch unoorbestraft ist. Im Falle der Untreue erfolgte Freispruch.
Schöffengericht Gießen.
' Testern hatte sich der G. H. aus Lingelbach vor ' dem Schöffengericht zu verantworten. Die Anklage lautete auf Betrug, schwere Urkundenfälschung und Unterschlagung.
Dem Angeklagten wurden folgende Delikte zur Last gelegt: Im Jahre 1936 war er als Reisender einer Flensburger Firma im hiesigen Bezirk tätig. Er fälschte dabei einen Bestellschein auf fünf Liter Emulsion-Lebertran auf den Namen eines Landwirts in Nieder-Gemünden, obwohl dieser den Angeklagten noch nicht einmal kannte. Daraufhin ließ er sich von seiner Firma die Provision auszahlen, die er einsteckte. Eine Firma aus Frankfurt, für die der Angeklagte ebenfalls als Reisender tätig war, schädigte er um 260 RM., indem er bei 35 verschie- denen Kunden Gelder einkassierte, die er in seine Tasche wandern ließ. Eine dritte Firma aus Marktbreit, für die er auch reifte, schädigte er um 29 RM. dadurch, daß er auch hier einkassierte Kundengelder nicht abführte. Der Angeklagte konnte in diesem Falle nachweisen, daß er eine Gegenforderung von 24 RM. hatte, die er auf diese 29 RM. verrechnete. Der Schaden ermäßigte sich somit auf 5 RM. Dies änderte jedoch nichts an der Tatsache, daß er auch hier eine Unterschlagung begangen, ba er keine Inkassovollmacht hatte. In diesen drei Fällen war der Angeklagte vollkommen geständig. In einem wei- teren Punkte lautete die Anklage auf Untreue. Der Angeklagte war von einem Oelhändler W. aus IBrauerschwend, in dessen Dienst er stand, beauf-
in dem die Herrschaftsräume lagen. Dort machte er slch in gänzlich überflüssiger Weise an Den alten, rissigen Efeustämmen in Der Nähe des Eingangs zu schaffen.
Suse betrachtete ihn interessiert, während sie mit ihrem Gatten herankam. Anscheinend war es ein Angestellter des Schlosses. Aber der Mann war ihr fremd, er konnte erst feit kurzem hier tätig fein.
„Jetzt wandte er sich um und machte eine knappe, lässige Verbeugung. Seine etwas unsteten Augen maßen Suse mit einem DurDringenben Blick, der wie eine Zudringlichkeit wirkte und ihr ein tiefes Rot des Unwillens ins Gesicht trieb.
Hochmut war etwas, was Suse nicht kannte. Jetzt aber zog es wie eisige Abwehr über ihr Gesicht. Mit einer Bewegung, die deutliche Gering- schätzung 3um Ausdruck bradjte, warf sie den Kopf zurück. Eine Geste, die dem Fremden eine nochmalige, Diesmal aber reichlich unterwürfige Verbeugung abnötigte.
Sie nahm keine Notiz davon. Die verschneiten Eseustämme schienen auf einmal nicht Das geringste Interesse mehr für Den Fremden zu haben. Mit eiligen Schritten ging er über den Hof zurück.
Wolfgang v. Achenbach und Stefan hatten ge- rade das etwas verspätete Frühstück eingenommen und waren eben dabei, die eingegangene Neujahrspost zu lesen. Nachdenklich legte Stefan ein längeres Schreiben auf Den Tisch zurück, als Suse und Vollrath eintraten.
Sufes Gesicht zeigte noch immer einen leisen Schimmer von Unwillen. Als man Die Neujahrswünsche ausgetauscht und Platz genommen hatte, begann sie denn auch gleich:
„Wer ist denn das strohblonde Exemplar von Schloßbewohner, das uns da eben auf dem Hof begegnete, Onkel?"
Wolfgang v. Achenbach muhte sich erst besinnen.
„Ach, das wird Wolfersdorfs gewesen fein, der neue Inspektor. Ich habe meinen alten Diekow für Zwei Monate beurlaubt und zur Kur fortgeschickt. Das Rheuma macht ihm sehr zu schaffen. Es wird Überhaupt Zeit, eine neue Kraft zu seiner Unter- Nutzung heranzubilden. Wolfersdorfs ist der Neffe eines Freundes von ihm, und ba alles ein bißchen rasch ging, hab' i^ mich nicht lange besonnen. Ob Dor Mann roi ) ür uns geeignet ist, muß sich erst erweisen. Zum Frühjahr wird er ja Gelegen
heit haben, zu zeigen, was er kann. Aber warum fragst du?"
Suse zog Die Lippen ein.
„Ein unangenehmer Mensch ...!"
„So? FinDest du? Eine ähnliche Bemerkung machte Fräulein Annelore neulich schon."
Suse verließ Das Thema sofort wieder.
„Annelore —? Hat sie wieDer Dienst?"
„Nein, sie ist seit gestern nachmittag zu Hause. Aber nach Tisch kommt sie wieder."
„Schade. Ich war am zweiten Feiertag oormif- tags bei ihr traf sie aber nicht an. Sie war zum Dienst befohlen worden!"
Stefan sah kurz herüber.
„Dienst ist Dienst ...!"
Seine Gedanken schienen bereits andere Wege zu gehen. Immer wieder kehrte sein Blick zu Dem schreiben zuruck, Das vor ihm auf dem Tische lag.
„Unangenehme Nachrichten?" forschte der Großvater schließlich.
„Das nicht", gab er nachdenklich zurück, „aber ich werde wirklich Daran denken müssen, den Oberarzt an Den Nagel zu hängen."
„Der Ansicht bin ich schon lange Du reibst dich ja dabei auf. Deine Privatklinik nimmt dich wahrhaftig genügend in Anspruch."
„3a, es wird mir zuviel. Ich kann es nicht möhr schaffen. Die Klinik läßt sich unschwer vergrößern, Räumlichkeiten sind ja genug da. Ich habe erst dieser Tage wieder ein paar leichtere Fälle ableh. nen müssen. Aber hier weiß ich wirklich nicht, was 'ch tun soll. Ich habe vorgestern schon abgeschrieben. Aber nun schreibt Der Mann, ein Konsul Bruckner Mieder. UnD zwar so dringend, daß ich nicht aut nochmals ablehnen kann. Seine Frau hat durch einen Autounfall das Augenlicht eingebüßt und will, wie er schreibt, von keinem anderen als von mir operiert werden, da ich ihr warm empfohlen worden sei. Das ist natürlich nicht bestimmend für mich. Aber der Mann scheint in großer Sorge Zu sein. Und wenn man vielleicht helfen kann Ich werde wohl doch eine Ausnahme machen müssen. Der Konsul will allerdings für ein paar Wochen hier mit Aufenthalt nehmen, aber das ließe sich ja leicht einrichten." ' 1 1 *
. wenn der Mann so dringend
schreibt, wirst du auch kaum anders können."
Fortsetzung folgt
Die nächste Anklage wegen schweren Diebstahls sowie Diebstahls oder Hehlerei richtete sich gegen Den mehrfach einschlägig vorbestraften A. Sohl aus Treysa. Dieser hatte im Sommer dieses Jahres eine Tanzmusik in Gleinenhain besucht und nächtigte in öer darauffolgenden Nacht in einer Scheune. Am anderen Morgen stellte ein Einwohner aus dem benachbarten Wahlen fest, daß fein Hühnerstall er- brachen war und ihm zehn Hühner fehlten. Der Verdacht richtete sich sofort gegen den Angeklagten, öer aber auch in Der Hauptoerhandlung die Tat auf das entschiedenste bestritt. Er wurde jedoch da-


