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kocht,nach dem dann das ganze Haus riecht". Wir begreifen, daß dieser häufige Fischduft unsere Nach­barin bisher davon abgehalten hat, im Gasthaus noch Fisch zu essen. Sie weiß ja nicht, daß die moderne Küche längst über diese Kinderkrankheiten in der Fischzubereitung hinweg ist. Und überzeugt sich an Hand einer Fischprobe sehr schnell davon, daß ihr Vorurteil unbegründet war. Als wir aufstehen, haben wir eine jahrelange Ver­ächterin der Fischnahrung bekehrt.

Bei den Feinschmeckern.

Vom Alexanderplatz führt uns unser Weg in die Berliner Prachtstraße Unter den Linden, wo wir ein Speiserestaurant aufsuchen. Inzwischen ist der Hauptansturm der Mittagsgäste vorüber, und wir können uns gleich- in ein längeres Gespräch mit dem Küchenmeister einlassen. Das anders zusam­mengesetzte Stammpublikum dieser Gaststätte hat auch andere Verbrauchsgewohnheiten. Wie uns der Küchenmeister versichert, ist bei seiner Kundschaft ein erhöhter Fischkonsum neuerdings nicht festzustellen, weil seine Gäste schon immer Fischnahrung bevorzugt haben. Hier weiß

man, wie hochwertig und nahrhaft der Fisch ist.

Schon seit Jahren entfallen von den 500 bis 800 Portionen, die täglich ausgegeben werden, ein Drittel auf Fisch-, ein Drittel auf Wild- und Ge­flügel- und ein Drittel auf Fleischgerichte. Der Gast, der hier verkehrt, ißt nicht nur mit dem Mund, sondern auch mit den Augen. Durch nette Garnierung und Zurichtung wird der Fisch preis­wert und in immer neuen Variationen vorgesetzt. Die Ausführungen des Küchenmeisters finden wir bestätigt durch die vorliegende Tageskarte, die allein 20 verschiedene Fischgerichte enthält.

Kleine Speisekarte kleiner Verderb.

Der Leiter des Gaststättengewerbes hat mit der

Verkürzung der Speisekarte den Kampf gegen den

Verderb wirksam unterstützen wollen. Zweifellos haben sich viele mittlere und kleinere Gaststätten durch eine unnatürliche Aufblähung der Speisekarte übernommen, besonders dann, wenn die notwen­digen technischen Voraussetzungen in der Küche f ü r Kühlung und Frischhaltung nicht gegeben waren. Für diese Gasthäuser wirkt sich die Ver­

ringerung der Zahl der Gerichte nicht nur wert­erhaltend aus, sondern auch betriebswirtschaftlich vorteilhaft. Der Umfang ihrer Speisenkarte ist wie­der auf ein gesundes Maß zurückgeschraubt worden. Die Küchenmeister in den Häusern, die über vor­bildliche Kühlanlagen verfügen, behaupten aller­dings, daß bei ihnen auch eine umfangreiche Spei­senkarte keinen Verderb im Gefolge hat. Maß- Sebend sind immer das persönliche Können und die msicht des Küchenmeisters und seiner Mitarbeiter. Und es trifft wohl den Kern der Dinge, wenn uns an einer Stelle gesagt wurde:Großer Könner kleine Reste! Kleiner Könner große Reste!"

Und in den Kantinen?

Um das Bild abzurunden, besuchen wir noch eine der 1600 Kantinen in Groß-Berlin, und zwar die einer großen Druckerei im Zentrum der Stadt, mit täglich 600 bis 700 Portionen. Im ganzen Reich haben wir etwa 19000 Kantinen mit etwa 2 Millionen Mittagsgästen. Die Werkskantinen sind somit ein außerordentlich wich­tiger Faktor für die tägliche Ernährung des schaf­fenden Volkes und spielen bei der Verbrauchslen­kung eine überaus große Rolle. Weitgehend werden hier, wie uns der Kantinenwirt versichert, neben finanziellen auch e r n ä h r u n g s w i r t s ch a f t- l i ch e Rücksichten bei der Aufstellung des Wochen-Speisezettels genommen. Als Bei­spiel dafür wird der Herbst des vergangenen Jah­res angeführt mit seinen großen Kohlvorräten, an deren Verwertung sich auch diese Kantine durch ab­wechslungsreiche Kohlgerichte beteiligte. Beim Fisch sehen die Dinge hier etwas anders aus. Der Schwer­arbeiter, der den Hauptteil der Gäste ausmacht, weiß wohl, daß der Fisch bekömmlich und nahr­haft ist. Wenn er trotzdem Fleischgerichte bevor­zuat, so deshalb, weil er der Meinung ist, daß der Fischnicht so lange vorhält". Allerdings muß un­ser Kantinier auf unsere Einwände zugeben, daß er die verschiedenen neuzeitlichen Fischgerichte in Ver­bindung mit Gemüsebeigaben bisher kaum seinen Gästen vorgesetzt hat. Wir hoffen mit ihm, daß auch er bei seinen Gästen künftig der Fischmehr vorhalten" wird, wenn erst mal wie beim Fleisch Gemüse aller Art dazu gegeben werden.

Erich Borkenhagen.

Feuerwehrtagungen in Gießen.

Der amtliche Kreisfeuerwehrtag. Der ^14. Frühjahrsverbandstag.

Aus Anlaß des gestrigen amtlichen Kreis­feuerwehrtages und des Frühjahrs­verbandstag es waren die Bürgermeister des Kreises und die Wehrführer der Freiwilligen- und der Pflichtfeuerwehren des Kreises Gießen bereits am Vormittag nach Gießen gekommen, um auch an den Vorführungen des

neuen Fuhexerzierens der Feuerwehren teilzunehmen. Punkt 10 Uhr marschierten die Teil­nehmer unter Vorantritt der Musikkapelle der Frei­willigen Feuerwehr Lollar vom Oswaldsgarten nach dem Schulhof der Pestalozzischule. Unter dem Kom­mando des Kreisfeuerwehrführers Bouffier fan­den dort die Vorführungen des neuen Fußexerzie­rens statt. Brandmeister Schwabe (Lollar) zeigte hier mit einem Drittelzug das Exerzieren nach den neuen Bestimmungen für die Feuerwehren. Alle Uebungen zeugten'von guter Disziplin und echtem Feuerwehrgeist und wurden von allen Anwesenden mit großem Beifall ausgenommen. Auch das an­schließende Exerzieren der Wehrführer und deren Stellvertreter zeugte von guter Disziplin und gro­ßem Interesse an der Sache unserer Feuerwehren, denn es gab jedem die Möglichkeit, alles praktisch selbst durchzumachen. Hierbei sei nur kurz erwähnt, daß verschiedene Kameraden, die in letzter Zeit die Feuerwehrfachschule in Mainz besucht haben, sich dort ihr Können und Wissen gut bereichern konn­ten. Nach den Exerzierübungen marschierten die Feuerwehrkameraden zur Stadt zurück, um das Mittagessen einzunehmen. Es war erfreulich, daß sich eine größere Anzahl am öffentlichen Eintopf­essen im Eafä Leib beteiligte, trotzdem sich viele schon vor längerer Zeit in heimischen Gaststätten zum Mittagessen angemeldet hatten.

Am Nachmittag fand dann im Katholischen Ver­einshaus der

amtliche Kreisfeuerwehrtag statt. Regierungsrat Grein eröffnete die Tagung und begrüßte den Vertreter des Oberbürgermeisters, Brandinspektor Lenz, den Vertreter des Kreis- amtsleiters der NSV., die Presse. Ferner übermit­telte er die Grüße der Brandversicherungskammer, die am Erscheinen verhindert sei, des Landesfeuer­wehrführers sowie der Kreisleitung.

Kreisfeuerwehrführer Bouffier als Kreis­feuerwehrinspektor erstattete nun den Jahres­bericht, der demnächst ausführlich veröffentlicht wird und dem wir vorläufig einiges entnahmen. Er ging zunächst auf die Besichtigung der Wehren ein und gab hierbei das Ergebnis bekannt. Auch die Anzahl der stattgefundenen Brände sowie Blitz- chläge sind genau angegeben. Die Kommandowech- el innerhalb der Gemeinden sind dem Kreisamt ofort zu melden, auch ist der Löschwasserversorgung die größte Aufmerksamkeit zu schenken. Ein Alarm in Lich, der ohne Kenntnis der Stadtverwaltung durch den Kreisfeuerwehrführer durchgeführt wurde, hatte einen sehr guten Erfolg. Bei dieser Gelegen­heit erwähnte Kreisfeuerwehrführer Bouffier, daß bei vorkommenden Bränden der Wehrführer immer sofort an die Brandstelle zu eilen habe, um dort die notwendigen Anordnungen zu treffen. Die Hydranten sind immer in bester Ordnung zu halten, ebenso ist der Instandhaltung der Geräte und des Gerätehauses die größte Aufmerksamkeit zu schen­ken. Die Äerleihung von Auszeichnungen für ver­diente Feuerwehrmänner ist durch Reichsbestim­mung neu geregelt, und damit fallen alle früheren Bestimmungen. Kreisfeuerwehrführer Bouffier machte noch auf den Besuch der Feuerwehrfachschule in Mainz aufmerksam, auch ging er noch einmal kurz auf den Kreisfeuerwehrtag in Lollar ein. Im Kreis Gießen bestehen nun 43 Freiwillige Feuer­wehren, die alle dem Kreisverband angehören. Mit dem Dank an alle Mitarbeiter im Feuerlöschwesen schloß er seine Ausführungen.

Regierungsrat Grein ist mit dem Feuerwehr- wesen im Kreis Gießen zufrieden und wies auf den bestehenden echten Feuerwehrgeist hin. Sein Dank galt dem Kreisfeuerwehrinspektor für seine rege Ar­beit, aber auch den Bürgermeistern für die finan­zielle Unterstützung der Wehren, sowie den Wehr­führern, deren Stellvertretern und den Wehrmän­nern für das Opfer, das sie bringen.

Zum Punkt 2 der Tagesordnung, Referat über das Gesetz über Feuerlöschwesen, nahm Regierungs­rat Grein das Wort. Er führte u. a. folgendes aus: Die Entwicklung auf dem Feuerlöschwesen hat

einen schönen Verlauf genommen. Bei der Frei­willigen Feuerwehr wurde bereits immer der Einsatz der Persönlichkeit verlangt, das, was wir heute von jedem Volksgenossen verlangen müssen. Alle Frei­willigen Feuerwehren sind als öffentliche Wehren anerkannt .und tragen das polizeiliche Hoheits­abzeichen. Das Vereinsmäßige tritt nun hinter dem Polizeimäßigen zurück. Er dankte dem Brandmeister Schwabe (Lollar) bei dieser Gelegenheit für die guten Vorführungen am Vormittag. Die Feuer­wehr ist eine Polizeitruppe, das ist natürlich so auf­zufassen, daß es nur im Sinne der Feuerlöschpolizei ist. An verschiedenen Beispielen erläuterte der Ne­uer die Möglichkeit der polizeilichen Gewalt der Feuerwehren. Heber die Satzungen gab Regierungs­rat Grein genaue Auskunft. Bei der letzten Ver­dunkelungsübung wurden Feuerwehrleute zur Re­gelung des Verkehrs verwandt, dies darf nicht fein. Ferner gab er noch ein Ausschreiben der Landes­regierung bekannt. Den Gemeinden wurde emp­fohlen, die Mittel zur Feuerwehrfachschule aufzu­bringen, auch bat Regierungsrat Grein, in den Gemeinden, in denen noch keine Freiwilligen Feuer­wehren bestehen, solche zu gründen.

Kreisfeuerwehrführer Bouffier behandelte noch einige feuerwehrtechnische Fragen. Dabei kam er auf die Abgabe der Nachweise, die Pressewarte der Wehren, die Schriftführer, die gemeldeten Uebun- gen usw. zu sprechen und verlangte von allen Pünktlichkeit. Auch die Beschaffung der notwendi­gen Geräte, die Behandlung der neuen Uniformen, die Absperrmaßnahmen bei Bränden, bie Be­nützung von neuem Schlauchmaterial, die Trocken­türme, die Anbringung von Rückstrahlern an den Fahrzeugen wurde erwähnt. Die besondere Samm­lung der Freiwilligen Feuerwehren am Tag der Deutschen Polizei fand den Dank des Feuerwehr­führers.

Es folgten noch einige Anfragen über Unterbrin­gung von Kraftfahrzeugen, Eintragung ins Ver­einsregister usw., die alle beantwortet werden. Für Unfälle wird die kollektive Versicherung empfohlen.

Nach einer kurzen Tagungspause begann der dies­jährige

14. Irühjahrsverbandstag.

Kreisfeuerwehrführer Bouffier begrüßte zu­nächst die Vertreter von Partei, Staat, Stadt und gab die Tagesordnung bekannt. Da der Jahresbe­richt bereits in der amtlichen Tagung gegeben wurde, erübrigte sich die Wiedergabe. Schriftführer B r e i t h e r verlas die Niederschrift vom 14. Herbst­verbandstag in Lollar.

Den Kassenbericht erstattete Rechner Rohrbach, ihm wurde Entlastung erteilt. Der Kreisverband zählt heute 43 Freiwillige Feuerwehren mit 2258 aktiven Feuerwehrleuten. Der Jahresbeitrag wurde auf 20 Pfennig für jedes aktive Mitglied festgesetzt. Beim Punkt Vorstandswahl dankte Kreisfeuerwehr- sührer Bouffier und im Namen des Kreisver­bandes und Kamerad Fritz Wenzel für feine Auf­opferung und für feine gute Amtsführung als lang­jähriger Kreisfeuerwehrführer. Auch gab er feine (Ernennung zum Ehrenfeuerwehrführer bekannt. Auch dem Schriftführer Kamerad Breither, der sein Amt auf Grund seines Alters niedergelegt hat, dankte der Kreisfeuerwehrführer für feine Arbeit: er wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Als Nach­folger für Kamerad Breither wurde Kamerad Schmück, Freiw. Gailfche Feuerwehr Gießen, bestimmt.

Anträge lagen von der Freiwilligen Feuer­wehr Allendorf a. d. Lda. zur Uebernahme des Herbftverbandstages 1939 und von der Freiw. Feuerwehr Watzenborn-Steinberg für 1938 vor. Für den Herbstoerbandstag 1938 wurde Watzen­born-Steinberg beftimmt. Der Herbstoerbandstag 1937 findet am 7. und 8. August in Nieder-Bessin- gen statt.

Kamerad Wenzel dankte für die freundlichen Worte und zugleich auch feinen Mitarbeitern für die geleistete Arbeit in den langen Jahren feiner Tätigkeit. Kamerad Breither dankte ebenfalls für die ihm erwiesene Ehrung. Brandmeister Münch von der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr gab noch bekannt, daß Kamerad Breither am 8. Februar dieses Jahres auf eine 25jährige aktive Tätigkeit in der Wehr zurückblicken kann.

Kreisfeuerwehrführer Bouffier gibt sodann die Kreiseinteilung bekannt. Der Führer des 1. Ab­

schnittes ist: Kamerad Schelm (Lollar), Stellver­treter Schwalm (Lollar); 2. Abschnitt: Sei­fart (Grünberg), Stellvertreter Seipp ((Ettings* hausen): 3. Abschnitt: Zimmer (Lich), Stellver­treter Köhler (Hungen).

Der Provinzialseuerwehrtag findet am 19. und 20. Juni in Büdingen statt. Als Vertreter von Büdingen war der stellvertretende Kreisfeuerwehr- führer Klein erschienen, der nachttäglich noch be­grüßt wurde.

Kreisfeuerwehrführer Bouffier gedachte der verstorbenen Kameraden, deren Gedenken mit dem von der Kapelle gespielten Liede vom guten Kame­raden in üblicher Werse geehrt wurde.

Zum Schluß dankte der Kreisfeuerwehrführer den Bürgermeistern, die am Aufbau der Feuer­wehren mitgearbeitet haben, den Vertretern der Partei, des Staates, der Stadt, der Freiwilligen Feuerwehr Lollar, dem Musikzug, dem Fußdienst mit dem Wunsche, daß das Gegebene auf frucht­baren Boden falle.

Mit dem Treuebekenntnis zum Führer und dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied schloß die Tagung.

Sparbüchsen nachsehen! Silbergeld wird aufgerufen.

Vom 1. April 1937 an gelten Silbermünzen zu 1 Mark und 1 Reichsmark, sowie 5 Reichsmark aus den Jahren 1924 bis 1932 nicht mehr als gesetzliche Zahlungsmittel. Jedermann darf nach dem 1. April

1937 diese Münzen also zurückweisen. Nur wenige öffentliche Kassen nehmen die Einwechslung nach diesem Zeitpunkt noch vor, aber auch nur bis zum 30. Juni 1937. In zahlreichen Sparbüchsen befin* den sich sicherlich noch solche in den nächsten Mona- ten wertlos werdende Silbermünzen. Jeder sollte seine Sparbüchse nachsehen und die in Betracht kommenden Münzen zur rechtzeittgen Einlösung aussondern.

Rundfunkprogramm

Dienstag, 16. Februar.

6 Uhr: Ein' feste Burg ist unser Gott. Morgen, spruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. Deutscher im fremden Land! (Eine Hörfolge. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Land­funk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musica zu Gast? Bach Beethoven d'Jndy. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Frauenfunk. 16: Unter­haltungskonzert. 17.30: Die junge Kolonne! Aus neuem, deutschem Schaffen. 18: Konzert. 19: Junger Sozialismus! 19.30: Kampf dem Verderb! 19.40: Der. Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nach­richten. 20.10: Tsching-Bumm! Wir spielen Tanz- musik! 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), Nachrichten der DAF. 22.30: Tanz- und Volks­musik. 24 bis 2: Nachtmusik.

Wirtschaft.

Rhein-Mainische Börse.

Ruhig.

Frankfurt a. M., 13. Fedr. Auch der letzte Börsentag dieser Woche brachte keine Belebung des Geschäfts, da der Auftragseingang sich in engsten Grenzen hielt. Indessen ist die Abschwächung an den Aktienmärkten zum Stillstand gekom­men, und die Haltung war so ziemlich behauptet. Die wenigen zunächst notierten Papiere wichen nach beiden Seiten um 0,25 bis 0,50 o. H. durchschnitt­lich ab, wobei mäßige Erhöhungen überwogen. Montanaktten tarnen durchweg behauptet zur Notiz, Verein. Stahl 118 (117,75), Rheinstahl 150,50 (150), Klöckner 125,50 (125,40), Ilse Genuß 143 (143,25), Hoesch unverändert 116,25. IG. Farben bröckelten leicht ab auf 167,65 bis 167,50 (167,90). Am Elek- tromarft notierten vorerst nur Siemens mit 196,75 (197,25). Maschinenattien setzten 0,25 bis 0,50 v. H. höher ein, so Muag und Moenus, aber Rhein­metall 0,75 v. H. gedrückt. Daimler Motoren gingen auf 125,50 (127) zurück, BMW. auf 141 (141,50). Sonst eröffneten im einzelnen Reichsbank mit 184,25 (185,25), Westdeutsche Kaufhof mit 55,40 (55), Ph. Holzmann mit 142,50 (142,75), Hanfwerke Füssen mit 98,50 (98) und Süddeutsche Zucker mit unverändert 199.

Der Rentenmarkt lag sttll. Während Kom- munal-Umschuldung mit 91,70, Städte-Altbesitz mit 122 und Reichsbahn-VA. mit 123,90 behauptet blie­ben, bröckelten Reichsaltbesitz auf 120,40 (120,50) ab.

Auch im Verlaufe war das Geschäft am Aktien­markt äußerst klein, die Kurse wiesen kaum Ver­änderungen zum Anfang auf. Vereinzelt ergaben sich mäßige Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 v. H., Hoesch 116,50 nach 116,25, Reichsbank 184,75 nach 184,25. Die erst später notierten Werte lagen größ­tenteils behauptet oder 0,25 bis 0,50 v. H. über gestern, nur Mansfelder 2,13 v. H. niedriger mit 158,50. Am Kassamarkt lagen einige Werte weiter fest, Rhenser Mineral 74 (71), Dürrwerke Rattngen

73 (70), Memeler Zellstoff 55 (52), Aschaffenburger Buntpapier 86 (83,50).

Renten lagen später fast geschäftslos und un­verändert. Am Pfandbriefmarkt war die Nachfrage ruhig und die Kurse wiesen kaum Veränderungen^ auf. Von Stadtanleihen notierten Darmstädter etwas schwächer 26er 95 (95,50), 28er 96 (96,25). An Auslandsrenten bröckelten Silbermexikaner weiter ab, 5 v. H. 8,75 (9), 3 v. H. 8,50 (8,75), ferner Bulgar. Tabak anleihe 8,50 (9).

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 15. Febr. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Voraufttieb: 1136 Rinder (236 Ochsen, 166 Bullen, 589 Kühe, 145 Färsen), 632 Kälber, 90 Schafe, 4093 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 45 Mk., Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 30 bis 65, Hämmel 35 bis 48, Schweine 48,50 bis 52,50 Mk. Marktverlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber, Hämmel und Schafe langsam.

Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 105: In Zukunft in Lettland Ein­fuhrgenehmigungen ohne Sonderbewilligungen des Devisenausschusses. 106: Umsatzsteuerumrech- nungssätze auf Reichsmark für die nicht in Berlin notierten ausländischen Zahlungsmittel für Ja­nuar 1937. 107: Aenderung der Tarifordnung für die Berufsbekleidungsindustrie im Deutschen Reich. 108: Unterzeichnung eines Protokolls über die Regelung des Warenverkehrs mit der Tschechoslowakei. 109: Anordnung des Reichs- Virtschaftsministers zur Herbeiführung einer ein­heitlichen Organisation im graphischen Gewerbe. 110: Anordnung ZV 9 über Spinnstoffverarbeitung für Verdunkelungsstoffe. 111: Anordnung Nr. 8 der Ueberwachungsstelle für Mineralöl (Genehmi­gungspflicht für die Regenerierung von gebrauchten Mineralölen).

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß- kurs

Schlußk. Abend» börse

Schluß- kurs

Schluß! Mittag- börse

Saturn

12-2.

13.2.

12-2.

13-2.

5% Deutsche Reichsanlethe v. 1927

101,25

101,25

101,2

101,25

4% Deutsche Reichsanl. von 1934

98,13

98,13

98,13

98,25

5y2% Doung-Anleihe von 1930 ..

103

103

103

103,1

4Yi% Hessische Bolksstaat von 1929 47i% Deutsche Reichspostschatz von

99,5

99,5

99,5

1934 I......................

4y2% Deutsche Reichsbahnschatz

100,3

100,3

von 1936 I..................

98,5

98,5

98,5

98,5

Reichsanlethe-Mtbesitz..........

Oberhessen Provinz-Anleihe mit

120,5

120,4

120,5

120,5

Auslos.-Rechten..............

47i% Hess. Landesbk. Darmstadt

133,5

133,5

133,5

Goldpfe. R. 12..............

5y*% Hess. Landes-Hyp.-Bank

98

98

Liqu. Goldpfe...............

Preuß. Landespfdbr.-Anst.

101,25

101,25

Goldpfe. R. 19..............

98

98

4%% Preuß. Gold-Komm. R. 20

4/1% Darmstädter Komm.-Lan-

96

96

96

desbankR. 6................

Deutsche Komm.-Sammel-Anlethe

95,25

95,25

Auslos.-Rechie I..............

126,75

127,25

127,13

127,5

47i% Franks. Hyp. Goldpfe. N. 15

471% Franks. Hyp. Gold-Komm.

98

98

98

98

Obl. 2 3....................

57i% Franks. Hyp. Liquidation

95,75

95,75

Goldpfe.....................

57i% Rheinische Hyp. Liquidation

101,5

101,5

Goldpfe.....................

101,65

101,65

101,9

101,9

Steuergutschein-Berrechnungskurs

110,3

110,3

110,4

110,4

5% Goldmexikaner von 1899 ....

8,75

8,5

15,3

4% Oesterreichische Goldrente....

15,3

15,3

4,2% Oesterreichische Silberrente.

1,2

-

1,3

1 ,3

47i Ungarn Staats von 1913 ....

5,25

5,25

5,25

4% Ungarische Goldrente.......

6,25

6,2

6,2

6,13

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

5,2

5,2

5% Rumänen von 1903.........

6,35

6,3

6,4

6,4

4'/r% Rumänen Gold von 1913..

9,325

9,4

9,4

5,4

4% Einheits-Rumänen.........

5,4

5,4

5,3

4% Türken Bagdad l...........

»

4% Türken Bagdad II..........

2%% I. Anatolier..............

A.G. für Verkehrswesen......6

126

126,5

126,4

126,75

Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0

42,75

42

Hamburg-Amerika Paket......0

16,4

16,13

16,5

16,13

Norddeutscher Lloyd..........0

17,25

17,25

17

17,25

Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7

123,9

123,75

123,9

124

Reicbsban!................. 12

185,25

185

185,25

185

Berliner Handelsgesellschaft ... 6

131

131

Commerz» und Privat-Bank ... 4

114,5

114,5

114,5

114,5

Deutsche Diskonto............4

117,5

117,5

117,5

117,5

Dresdner Bank..............4

106

106,25

106

106,25

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß­kurs

Schlußk. Abend- börse

Schluß- kurs

Lchlußt. Mittag« börse^

Datum

12-2.

13.2.

12-2.

13.2.

Accumulatoren-Fabrik......

. 12

195,5

195

195,5

195,25

AKU=Sunftfeibe...........

.. 0

Aschaffenburg Zellstoff......

.. 3

138,5

138,5

137

Bemberg.................

.. 0

111,25

112,25

111,5

112,65

Bekula...................

.. g

168,25

168,25

168,75

169,25

Buderus Eisen.............

.. 4

119

119

118,75

119,25

Gement Heidelberg.........

.. 7

158

158

Gement Karlstadt..........

.. 6

Ghade A.-G................

.. 9

228

228

Conti Gummi.............

. 11

173

172,75

172,75

172,5

Daimler Motoren..........

.. 5

127

126

125,25

126,13

Dessauer Gas.............

.. 4

117,25

116,75

Deutsche Erdöl............

.. 5

143

143

143

143,5

Deutsche Gold- und Silber ..

.. 9

265

265

Deutsche Linoleum.........

. 10

169

169

169

168,9

Elektrische Lieferungen......

.. 6

135,5

135,75

135

135

Elektrische Licht und Kraft...

.. 7

148,5

167,9

148

148,13

147,75

I. G. Farben-Jndustrie.....

.. 7

167,5

167,13

167,4

Felten & Guilleaume.......

.. 6

137,75

138

137,75

138

GeSfürel..................

.. 6

142

142

142,5

143

Th. Goldschmidt...........

.. 6

127

127,25

127

128

Gritzner Maschinen.........

.. 0

43,65

42,9

43,9

43,13

Harpener .................

2 71

151

151

151

152

Hoesch Eisen...............

BVt

116,25

117

116

117,25

Philipp Holzmann.........

.. 6

142,75

142,5

143,25

142

Ilse Bergbau..............

.. 6

177,5

Ilse Genüsse..............

.. 6

143,25

143

143,5

143,5

Kali Aschersleben..........

.. 5

139,25

138,75

139,5

138,5

Klöcknerwerke.............

47i

125,4

125,5

125,75

126

Kokswerke und Chemische Fabrik 6

141,75

142

Lahmeyer................

.. 6

124,75

125,25

125

Matnkraft.................

.. 4

93,75

93,75

Mannesmann.............

.. 3

117,5

118

117,13

118

Mansfelder Bergbau.......

67t

160,65

159,5

159

158,25

Metallgesellschaft...........

.. 6

153

153,5

152,5

152,75

Orenstein & Koppel........

.. 0

88,5

89

Rheinische Braunkohle......

. 12

220,25

221,25

220

221,25

Rheinische Elektro..........

.. 6

Rheinstahlwerke............

.. 6

150

150,5

150

151

Rheinisch-Westfälische Elektro

.. 6

130,5

130,75

130,25

130,9

Rütgerswerke .............

.. 6

141,5

142,5

141

142,5

Salzdetfurth Kall..........

17i

179

179,5

Schuckett & Go.............

.. 6

161

162

161,25

162,25

Schultheis Patzenhofer......

.. 4

95,25

95,5

Siemens & Halske.........

.. 8

197,25

198

197

199

Süddeutsche Zucker.........

. 10

199

199

199

199

Bereinigte Stahlwerke......

671

117,75

118

117,65

118,5

Westdeutsche Kaufhof.......

.. 0

55

56

55

56

Westeregeln Alkali..........

.. 6

136

136

137

135,75

Zellstoff Waldhof..........

.. 6

154

155

154,5

155,25

Ltavi Minen..............

. 0,6

24

23,4

24

23,65

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. DL

Buenos Aires.............

Brüssel...................

Rio de Janeiro Polen...................

Kopenhagen

Danzig...................

London ...

Helsingfors Paris....................

Holland Italien

12-Februar

13 Februar

12-Februar

1Z. Februar

Amtliche Notierung Geld | Brief

Amtliche Notierung Geld | Bries

Amtliche Nollerung Geld | Bries

Ami tiche Notierung

Geld 1 Bries

0,750

0,754

0,749

0,753

Japan....................

0,707

0,709

0,707

0,709

41,93

42,01

41,92

42,00

Jugoslawien ..............

5,694

5,706

5,694

5,706

0,151

0,153

0,151 47,04

0,153

Oslo.....................

61,16

61,28

61,13

61,25

47,04

47,14

47,14

Wien.....................

48,95

49,05

48,95

49,05

54,34

54,44

54,32

54,42

Lissabon..................

11,05

11,07

11,05

11,07

47,04

47,14

47,04

47,14

Stockholm ................

62,75

62,87

62,72

62,84

12,17

12,20

12,165

12,195

Schweiz..................

56,74

56,86

56,70

56,82

5,37

5,38

5,37

5,38

Spanien..................

17,48

17,52

17,48

17,52

11,59

11,61

11,575

11,595

Prag.....................

8,651

8,669

8,656

8,674

135,63

135,91

135,24

135,52

Budapest.................

13,09

13,11

13,09

13,11

Neuyork..................

2,488

2,492

2,488

2,492

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