Ausgabe 
15.2.1937
 
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Montag, 15. Februar 1957

187. Jahrgang

M. 58 Erster Blatt

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Einheitliche Ausrichtung der Kulturarbeit imGau Hessen-Aassau.

Auftrag an den GaupropagandaleiierMüller-Scheid auf der Gauleiieriagung in Wiesbaden

Der Anstatt am Samstag.

NSG. Die Kundgebung des Gaues Hessen-Nassau nahm am Samstag in Wiesbaden mit einer Be­triebsfeierstunde im Werk Dyckerhoff und Wicking in Mainz-Amöneburg ihren Auftakt. Dichtungen von Standartenführer Schumann und Herbert Böhme lagen der von Bruno Hellberger geschaffe­nen musikalischen Ausgestaltung zugrunde. Werk­scharkapelle, Hellertion, Landsknechtstrommeln, der Chor des Betriebes kündeten von Glauben und Gefolgschaft. Der Gebietsführer der Hitler-Jugend, Oberbannführer Brandt, sprach zu der Gefolg­schaft. Ein neues Geschlecht wächst in Deutschland heran. Schon mit 10 Jahren stehen Junge und Mädel zur Pflicht. 2Äe nationalsozialistischen Men­schen der Zukunft zu schaffen, gilt unsere Arbeit. Der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront Willy Becker zeigte das Ringen der jungen Generation auf allen Gebieten. Neue Dome werden erstehen, Dome der Arbeit, die die Arbeit in der Kultur unseres Volkes als das hinstellen, was sie sein soll. Wir sind stets ein heldisches Volk gewesen und werden es stets bleiben. Unser Führer gibt uns ein neues Arbeitsleben, ein neues sozialistisches Zu­sammenstehen, ein neues Kulturleben, das Gemein­gut des ganzen Volkes ist. Das Bild des Zu­sammenstehens der Hitler-Jugend, der Werkscharen, der Männer im Arbeitskleid, das diese Feierstunde zeigt, ist ein Sinnbild unseres Glaubens.Uns sind Altkr die Stufen der Feldherrnhalle ..."

Die Sondertagungen.

Im Kurhaus Wiesbaden setzte dann der stellver­tretende Gauleiter Staatsrat Reiner den Zweck dieser Tagung auseinander. Er betonte, daß damit keine Uniformierung geschaffen, sondern lediglich Zersplitterungen und Überschneidungen vermieden werden sollen. Gaupropagandaleiter Wilhelm MÜl­ker - S ch e l d begrüßte seine Mitarbeiter, auf dem Gebiet der Propaganda im Gau Hessen-Nassau, um zahlreiche Fragen zu klären, die sich aus der Arbeit der ihm untergeordneten Dienststellen ergeben haben. Mein die Aufzählung der Beispiele bewies, wie vielfältig die Anforderungen sind, die an die Amts­leiter der Kreispropagandaleitung gestellt werden.

In der Sondertagung der Kreisobmänner der Deutschen Arbeitsfront und der Kreiswarte der NS. - Gemeinschaft Kraft durch Freude" wies der Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront Becker auf die Zu­sammenfassung der kulturellen Arbeit durch den Gau hin. Unsere Vorfahren hatten einen einheit­lichen Kulturwillen, der durch fvemde Einflüsse zer­stört wurde. Der Führer aber will das deutsche Volk zu sich zurückführen. So wird der Aus­druck der nordischen Seele zur ewigen Voraus­setzung. Diese neue Kultur ist blut-, hoben» und gei st bedingt. Sie muß von unten herauf wachsen und verlangt die Anspannung aller Kräfte. Der Gebietsführer der Hitler-Jugend Oberbannfüh­rer Brandt schilderte, wie die Hitler-Jugend die­ses neue Arbeitsgebiet anpackt. Feierstundengestal­tung, Dorfgemeinschaftsabende, Volkstanz, Lied und Dichtung stehen im Mittelpunkt. Durch die Wertarbeit soll das Empfinden für Umgebung und Raum wiedergeweckt werden, ein Streben, das ja auch die Deutsche Arbeitsfront durch ihr Amt Schönheit der Arbeit" in ihr Arbeitsfeld einbe- zieht.

Auf der Sondertagung der HI. im Pau- linenschlößchen betonte der Kulturabteilungsleiter Bannführer Stünke, daß gerade die HI. die einheitliche Ausrichtung der gesamten Kulturarbeit im Gau aufs herzlichste begrüßt, da sie ja selbst schon in einer Vereinbarung mit der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" die Zusammenarbeit der Gliederungen begonnen hat. Die HI. will zunächst einmal in Abendsingwochen die Grundlage für große Veranstaltungen schaffen. Das Volk muß erst einmal aufgeschlossen werden, und das Lied ist dazu das beste Mittel, da es die größte Gemein­samkeit schafft. Der Tanz ist keineswegs verpönt, im Gegenteil erhofft die HI. langsam eine neue und ihr gemäße Form. Entschieden aber wandte sich Bannführer Stünke gegen die verfälschte Auf­fassung so mancherVolksapostel", die in der Wie­dererweckung alter Trachten das höchste Ziel der Dolkstanzarbeit sehen. Der stellvertretende Gauleiter umriß nochmals die Bedeutung der Zusammenfassung aller kulturellen Bestrebungen des Ga u e s. Es ist selbstver­ständlich nicht so, daß nun die eine oder die andere Gliederung bevormundet werden soll, gerade die HI., die von der Partei als Träger der Zukunft bezeichnet wird, soll selbständig arbeiten können. Die Partei will nur d i e Leistung der ganzen Kulturarbeit in die Hand nehmen. Schon längst ist der Standpunkt überwunden, der die Muskelkraft als allein entscheidend angesehen hat. Es hat sich immer gezeigt, daß der Cha­rakter entscheidend ist, und deshalb gilt es ihn zu stärken.

Feierstunde der Hitlerjugend.

NSG. Der zweite Tag der Gaukulturtagung wurde durch die Morgenfeier der Hitler- Jugend eingeleitet. Im Mittelpunkt der von Musik, Lied und Spruch umrahmten Feierstunde stand die Rede des stellv. Amtschefs Kultur der Reichsjugendführung, Obergebietsführer C e r f f.

Das Problem, das Volk der Kunst wieder zuzu­führen, so erklärte er, kann nicht durch verbilligte Eintrittskarten gelöst werden. Nur eine systema­tische Erziehungsarbeit, die die Kulturveranstaltung nicht mehr zum gesellschaftlichen Ereignis, sondern zum völkischen Gemeinschaftserlebnis stempelt, führt zum Ziel. Arbeiter und Jugend sind dazu berufen, die kulturelle Arbeit auf breitester Basis vorwärts zu treiben. Es kommt dabei nicht darauf an, dem einfachen Arbeiter sofort das Verständnis und Er­lebnis einer Beethooenschen Symphonie zu vermit­teln, sondern ihn über das einfachste und primi­tivste Kulturschaffen bis zum Erlebnis großer Kunstwerke zu lenken.

Die Haupttagung.

Inzwischen hatten die Amtsleiter der Gauleitung, die höchsten Führer sämtlicher Gliede­rungen, die Vertreter der Wehrmacht, an ihrer Spitze der Kommandierende General des XII. Armeekorps, General der Kavallerie, Freherr Kreß von Kressen stein, der Regie­rungspräsident Pfeffer von Salomon, und

die Führer des Arbeitsdienstes im kleinen Saal des Kurhauses Platz genommen. Prachtvoll stimmte sich der einfache Schmuck der leuchtenden Fahnen, das dunkle Rot hinter dem Rednerpult mit dem stilisierten Silberadler, das Grün des Pflanzenschmucks mit dem lebendigen Bild der vielen Uniformen ab. Gedämpfte Musik klang durch den hohen Raum bis der Gauleiter Platz genom­men hatte Kreisleiter Römer eröffnete die Ta­gung, die schon zu Anfang alle Anwesenden in dem gemeinsam gesungenen LiedVolk ans Ge­wehr" zusammenschloß.

Der Gauleiter

behandelte ausführlich die liberalistische Auffassung vom Wirken der Kultur innerhalb eines Volkes und bewies, daß es sich um den Kulturbol- schewisrnus handeln mußte. Besonders wies er in diesem Zusammenhang auf den jüdischen Einfluß im deutschen Kulturleben während der Systemzeit hin und erklärte am Beispiel des Füh­rerwortesder Jude hat noch keine Kultur' be­gründet, aber schon hunderte vernichtet", die Ziel­

setzung des Judentums: das geistige Chaos. Betont wandte er sich gegen die falsche Lehrmei­nung ehemaliger liberalistischer Größen, daß unsere Vorfahren keine Kultur besessen hätten. Dem steht klar gegenüber die Tat des Führers, der das deutsche Geistesleben vom jüdischen zurück zu dem Quell des artbewußten Volkstums führte. Niemals hat der Führer", so führte der Gauleiter aus,uns ein materielles Ziel gestellt, er hat uns vielmehr gelehrt, die Welt als Deutsche anzu­schauen. Darin auch ist die Gebundenheit des gei- tigen Lebens an das Leben der Nation festgelegt." Nach einer kurzen Behandlung des nationalsozia­listischen Ausbauwerkes, daß nur auf dem Boden der deutschen Kultur entstehen konnte, schloß der Gauleiter mit den Worten:Der Führer gibt uns die Weisung und Lenkung in der Kulturarbeit. Klar ergibt sich daraus auch der Weg, den wir in Hessen-Nassau zu gehen haben."

Der Gaupropagandaleiter

stellte an den Anfang seiner Rede die Verkündung der ersten praktischen Maßnahmen im Zuge einer einheitlichen Leitung und Zielrich­tung der nationalsozialistischen Kulturarbeit im Gau Hessen-Nassau. Der Auftrag des Gauleiters heißt klar: Der Gaupropagandaleiter übernimmt die Führung in allen kulturellen Fragen und betreut die einzelnen Organisationen; er trägt dem (Bauleiter gegenüber die alleinige Ver­antwortung! Zur Durchführung wird folgendes un­geordnet:

1. '

NSDAP, wird der neugegründeten Haupt- st e l l? Kultur der Gaupropagandaleitung angeschlossen.

2. Die Landesleiter der Reichskultur­kammer find vorgesehen für Interessengebiete ehrenamtlich in der Hauptstelle Kultur einge­gliedert zu werden.

3. Dem Gaupropagandaleiter wird in Zukunft ein Gaukulturrat zur Seite stehen, zusam­mengesetzt aus: den Landesleitern der Reichs­kulturkammer, Intendanten der Theater, Ver­treter der Wissenschaft, Kunst usw.

4. Der Auftrag des Gauleiters an den Gaupro- pagandaleiler wird sinngemäß auch auf die Kreispropagandleiter übertragen, denen ihrer­seits ein Kreiskulturrat beratend und informierend zur Seite steht.

Durch die Personalunion des Gaupropaganda­leiters mit dem Amt des Landesstellenleiters hat er die Belange des Reichsministers für Volksauf­klärung und Propaganda im Gau Hessen-Nassau wahrzunehmen. Der Reichsminister ist aber auch gleichzeitig Präsident der Reichskulturkammer, die für die gesamte Kulturpolitik in Deutschland ver­antwortlich zeichnet. Diese Befugnisse sind ebenfalls regional aufgeteilt und werden von den Landes- kulturwaltern, wieder in Personalunion mit dem Gaupropagandaleiter, ausgeübt.

Die Uebertragung der neuen Aufgabe gibt mir Gelegenheit vor diesem Kreise einmal eine Reihe von weiterbreiteten Unklarheiten zu beseitigen, die gerade in führenden Schichten noch sehr häufig fest- gestellt werden können"; damit leitet Parteigenosse Müller-Scheld zu einer grundsätzlichen Auseinander­setzung mit dem nationalsozialistischen Kulturwillen über. Wir haben eine Zeit überwunden, die man später einmal das Zeitalter der Begriffs­verwirrungen nennen wird. Es ist unerhört schwer, sich über die primitivsten Dinge zu einigen, sogar bei Menschen, die den gleichen Bildungsgang hinter sich haben. Diese Zeiterscheinung ist auch heute noch nicht das muß einmal ausgesprochen werden, restlos beseitigt. Wir müssen dahin kom­men, alles auf die denkbar einfachste und plausibelste Formel zu bringen. Wir haben keine Zeit, immer und immer wieder über ästhetische und ethische Begriffe uns von neuem auseinanderzusetzen. Das gibt ja u n fe r e r Wehr­macht, in der der gute Geist des alten Heeres wieder auferstanden ist, die ungeheuere Sicherheit, daß über gewisse Dinge über­haupt nicht mehr diskutiert zu werden braucht. Es gibt ein Gebiet, auf dem kein Streit möglich ist: das ist die Wissenschaft! Dort gilt nur der Beweis! Eine Reihe von philosophi­schen Schwätzern jedoch haben mit gekünstelter Kompliziertheit zahllose Anschauungen auf den Kopf gestellt. Besonders auf dem Gebiete der Kultur­politik ist die Verwirrung am schlimmsten ge­wesen. Das Wort Kultur ist in der Nachkriegszeit von diesen pilosophischen Schwätzern geradezu miß­braucht worden. Alle möglichen Kreise haben es für ihre Zwecke in Anspruch genommen, ohne daß man wirklich von Kultur hätte reden können.

Was ist nun eigentlich Kultur? Das Wort kommt von cultura, das heißt pflegen, aufbauen. Wenn man diese ursprüngliche Be­deutung zugrunde legt, kommt man am sicher­sten zum Eigentlichen hin: was ist es. ha* in einem Volk, einer Gemeinschaft der Pflege be­darf? Was ist das lebenswichtigste und schick­salsmächtigste Element? Die Gesinnung! Das heißt, das Sinnen und Trachten, losgelöst von allen Zweckmäßigkeilen, die Zielrichtung; das, was ein Wensch will und wohin er sein ganzes Leben ausrichtel.

Die Kultur wird oft verwechselt mit der Zivi­lisation, einem Begriff, der neben der Kul­tur besteht, der zu ihr kein Gegensatz ist. In diese beiden Begriffe kann man das ganze menschliche Leben einspannen, durch ihre Erkenntnis erhält man eine klare Weltanschauung, d. h. das Vermögen die Welt auf bestimmte Weise anzuschauen. Auch hier

Wechsel in der Gaupresseamts-Leitung.

G. W. Müller als Adjutant des NeichspropagandaministerS Or. Goebbels nach Berlin berufen.

NSG. Arn gestrigen Sonntag fand in Wiesbaden eine Pressekonferenz der Landesstelle des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Pro­paganda und des Gaupreffeamtes statt, auf der der Gauleiter den bisherigen Gaupreffeamtsleiter und Referenten I der Landesstelle G. W. Mül - l e r mit überaus herzlichen Worten verabschiedete und als feinen Nachfolger den Schriftleiter, SA.- Obersturmführer Uckermann einführte. Der Gau­leiter führte etwa ans: Zum ersten Mal war es der Gau Hessen-Nassau, der in einem Gaupresseamt die gesamte Presse zusammen- aßte. Dadurch wurde die Kampfkraft gleichmäßig angesetzt und Angriffe wurden zentral pariert. Die Rückschau beweist, daß damals der richtige Weg beschritten wurde, da durch das Gaupresseamt über die Ansicht einzelner die Erfordernisse des Volkes gestellt wurden. Als nach dem Scheiden des frühe­ren Gaupresseamtsleiters der Gauleiter vor die Frage gestellt wurde, einen neuen Leiter für das GPÄ. zu bestellen, fiel ihm die Wahl nicht schwer, da er den Parteigenossen G. W. Müller nicht nur als Schüler, SA.-Mann, Student und SS.- Mann kannte, sondern auch als den Referenten I der Landesstelle des Reichsministeriums für Volks­aufklärung und Propaganda. Warum sollte er trotz seiner Jugendlichkeit nicht auch ein fabelhafter Gaupresseamtsleiter werden! Damit war die Per­sonalunion zwischen Gaupresseamt und Landes stelle erreicht. Einer kurz darauf erfolgten Berufung konnte sich Parteigenosse G. W. Müller entziehen,' aber der neuen ehrenvollen Be­rufung zum Adjutanten des Herrn Reichsministers Dr. Goebbels konnte er sich nicht entziehen. So tritt er eine unerhört ver­antwortungsvolle Stellung an, die ein großes Kön­nen und ebenso hohes Wissen verlangt, Voraus­setzung ist aber d i e kämpferische Haltung. Mr sind stolz, daß er diese Berufung bekam, wenn wir ihn auch nicht gern missen. Aber auch dort wird er sich bewähren und ich bitte ihn, sich immer als einer der unseren zu fühlen. Die Nach­folgeschaft war auch schnell geklärt, da der Schrift­leiter des Frankfurter Dolksblattes, SA.-Obersturm- führer Uckermann sich ebenfalls bereits im Gau bewährt hat. Auch er hat den Kampf der Be­wegung bereits in jungen Jahren miterlebt, und zwar in Berlin, wo er im Ringen um feinen Be­ruf zumAngriff" kam. Mit dem Willkommens­gruß im Gaustab:Möge auch er in die Fußtapfen feiner Vorgänger treten und als Nationalsozialist seine Pflicht tun" und die Zusammenarbeit der Presse weiter sicherstellen, schloß der Gauleiter.

Auch der Gaupropaganda- und Landesstellenleiter Müller-Scheld dankte feinem scheidenden Re­ferenten, der ihm schon zu Anfang der Gründung der Landesstelle zur Seite gestanden hat. Partei­genosse G. W. Müller dankte dann vor allem dem Gauleiter, der ihn in so jungen Jahren mit so großer Verantwortung betraut hat. Ebenso dankte er dem Gaupropagandaleiter, für den es damals einWagnis" bedeutete, denStudenten- Müller", der so oft eigene Wege ging, zu feinem Referenten zu berufen. Besonders betonte er, daß er das Glück gehabt habe, in dem (Bauleiter einen väterlichen Berater und in dem Parteigenossen Müller-Scheld einen Freund gehabt zu haben. Nur schweren Herzens scheide er aus dem Gau, in dem er die Anfänge der Bewegung erlebt hat, wo er helfen durfte und wo zwischen Partei, Staat und Presse ein kameradschaftliches Verhältnis erreicht worden war.

Der neue Gaupreffeamtsleiter, Parteigenosse Uckermann, umriß dann ebenfalls mit ganz kurzen Worten, wie er sein Amt zu fuhren gedenkt. Als Nationalsozialist übernehme er das Amt m der gleichen Pflichterfüllung wie bisher. Die zurück­liegenden Erfolge bestimmten auch weiterhin den Weg. Auch hier komme es, wie bet aller Arbeit,

auf den Charakter an, das habe gerade die Ent­wicklung der Presse vom Geschäftssinn weg zum Einsatz für Führer und Volk bewiesen. Wegweisend sei der Einsatz des Gauleiters. Im Hinweis auf die Blutopfer der Bewegung, deren Idee vollendet werden müsse, versprach er, die Arbeit des Gau- presseamtes leiten zu wollen.

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Der bisherige Gaupreffeamtsleiter Georg Wil­helm Müller, der nunmehr einer ehrenvollen Berufung als persönlicher Adjutant des Herrn Pro­pagandaministers nach Berlin Folge leistet, ist 1909 in Konigshütte (Oberschlesien) geboren. 1929 be­stand er die Reifeprüfung am Kaiser-Friedrich- Gymnasium in Frankfurt a. M. und widmete sich dann dem Studium der Rechte an den Universi­täten Rostock, Marburg, Kiel und Frankfurt a. M- 1933 legte er ine erste juristische Staatsprüfung ab und wurde dann Pressereferent der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksauf­klärung und Propaganda. G. W. Müller gehört

um Kreise der ältesten Kämpfer des National­sozialismus im (Bau Hessen-Nassau. Schon 1924 war er Mitglied der NS.-Jugend, trat 1926 als Obersekundaner in die SA. ein, wurde 1929 Mit­glied des Nationalsoizalistischen deutschen Studen­tenbundes. Als Hochschulgruppenführer und Füh­rer der Frankfurter Studentenschaft von 1933 bis 1934 vollzog er den völligen Neuaufbau dieser Or­ganisation. 1200 Studenten wurden damals in die SA. und SS. übernommen. Seit 1930 gehört G. W. Müller der SS. an, 1934 wurde er Gauabtei­lungsleiter und Oktober 1935 Leiter des Gau- preffeamtes. G. W. Müller, der seit 1927 an den Reichsparteitagen teilgenommen hat, ist Inhaber des goldenen Ehrenzeichens der Partei, des Gau­ehrenzeichens 1923 und des Ehrenzeichens des Na­tionalsozialistischen deutschen Studentenbundes. G. W. Müller hat es als Pressereferent der Landes­stelle und Gaupreffeamtsleiter verstanden, zur ge­samten Presse des Gaues ein vertrauensvolles und kameradschaftliches Verhältnis herzustellen, das in der engen Zusammenarbeit zwischen Landesstelle und Presse die besten Früchte getragen hat.