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Aus aller Welt

Der Führer beim Jubiläumskonzerl des Berliner Lehrergesangvereins.

Das Jubiläumskonzert des Berliner Lehrergesang-- Vereins in der Philharmonie in Berlin am Don­nerstag erhielt seine besondere Note durch die An­wesenheit des Führers, der damit den bekannten und seit 50 Jahren bewährten Pionier deutscher Volkssangeskunst ganz besonders auszeichnete.

Der Führer, in dessen Begleitung sich u. a. Reichspressechef Dr. Dietrich und Oberführer Wiedemann befanden, wohnte dem Konzert mit dem Vorsitzenden des Berliner Lehrergesangoereins, Rektor Brauner, in der Ehrenloge bei.

Die Konzertbesucher bereiteten dem Führer, als er völlig unerwartet erschien, herzliche Ovationen, die sich auch in der Pause und nach Schluß des Konzertes wiederholten. Die Mitglieder des Lehrer­gesangvereins erwiesen sich an diesem Ehrenabend der 50jährigen Geschichte ihres in ganz Deutschland bekannten und geschätzten Chors würdig und boten unter Leitung des Chordirektors der Staatsoper Karl Schmidt ein auserlesenes künstlerisches Pro­gramm, das den begeisterten Beifall des ausver­kauften Hauses fand.

ReichspolowettbewerbVier Jahre Aufbau".

Die kommende AusstellungGebt mir vier Jahre Zeit", die in diesem Jahr das große politische Aus­stellungsereignis Deutschlands ist, wird nun auch alle deutschen Photoamateure zur Mitarbeit aufrufen. Im Rahmen dieses großen Reichs­photowettbewerbesBier Jahre Auf- b a u", den der Reichsbund deutscher Amateurphoto­graphen e. D. und das Reichsamt Deutsches Volks­bildungswerk der RSG.Kraft durch Freude" un­ter Förderung des Reichsministers für Dolksauf-

klärung und Propaganda veranstaltet, werden die Amateure zeigen, daß sie diese vier Jahre des Auf­baues mit offenen Augen erlebten und mit ihrer Kamera im Bild festhielten. Die Wettbewerbsbe­dingungen werden in den nächsten Tagen der Oef- fentlichkeit übergeben werden.

100. Geburtstag des Mitbegründers der höchster Farbwerke.

Am 16. Januar jährt sich zum 100. Male der Geburtstag eines der Gründer der Farbwerke norm. Meister, Lucius & Brüning, Höchst a. M. Dr. Adolf von Brüning wurde 1837 zu Ronsdorf bei Elberfeld geboren. Durch seine Verdienste um die vaterländische Industrie, durch seine mit großem Wohlwollen gegen seine Mitarbeiter gepaarte Ener­gie und durch sein offenes und soziales Wesen hat er sich ein Denkmal gesetzt. Die Tradition des von ihm geleiteten Werkes lebt noch in dem heutigen Höchster Werk der IG. Farbenindustrie fort.

Jugendliche Einbrecherbande in Kassel festgenommen.

Der Kasseler Kriminalpolizei gelang es, eine Einbrecherbande festzunehmen, die schon seit längerer Zeit ihr Unwesen treibt. Es handelt sich um vier junge Burschen, denen es darauf ankam. sich Mittel für ihr anspruchsvolles Nichtstuerleben zu verschaffen. Bei der Aushebung des Diebes­nestes ging der Kriminalpolizei auch ein berüchtig­ter Vogelfänger ins Garn, der den Vogelfang feit Jahren gewerbsmäßig betrieben hat; außerdem noch ein 20jähriges Mädchen, das seinen in Süddeutsch- land wohnenden Eltern daoongelaufen war.

Jüdischer Anwalt wegen Parleienverrals zu Gefängnis verurteilt.

Der jüdische Rechtsanwalt Hermann Kugel- m a n n stand vor der Großen Strafkammer in

Spitzbuben und böses Gesindlein

Zum Tage der Polizei: 16. und 17. Zanuar.

Don Matter Schwerdtfeger.

Wir können uns heute bei unserer gut organi­sierten Polizei kaum noch eine Vorstellung machen, wie schwierig die Aufrechterhaltung der Rechtsord­nung in früheren Jahrhunderten gewesen ist. Wir erinnern uns des bösartigen Streichs, den Till Eulenspiegel den Nürnberger Scharwächtern spielte; aber das ist nicht nur ein Schwank! Um das Jahr 1600 konnte der Rat von Berlin keine Wachleute mehr in den Dienst bekommen,da sich ihrer viele unterstehen und bei nachtschlafender Zeit lärmen, schreien, schelten, die Häuser anlaufen und stürmen, die Wache verspotten, jagen, anfallen und schlagen"! Die ganze Machtlosigkeit der Obrigkeit zeigt sich in dem Fall K o h l h a a s. Wenn wir uns frei machen von dem Bild des Rechtsbrechers aus Rechtsgefühl, das Kleist in seiner klassischen Novelle gezeichnet hat, bleibt... ein Pferdehändler, der zwei Kurfürsten den Krieg erklärt und mordend, sengend und raubend durch die Lande zieht!

Diese Zuchtlosigkeit und Verwilderung ist die Ursache für die blutigen Strafen, mit denen tief bis ins 18. Jahrhundert hinein auch geringfügige Ver­gehen belegt wurden. Neben dem Einfluß starrer theologischer Dogmen war es die Absicht der A b - s ch r e ck u n g , die zur Ahndung an Leib und Leben bewog, denn dem mittelalterlichen Staatswesen fehlte die Möglichkeit, durch eine tüchtige Polizei Gut und Leben seiner Bürger zu schützen, eine um­fassende, allgemeine Sicherheit zu schaffen. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts war die Festhaltung in Zucht- und Arbeitshäusern als Strafe unbekannt, und Friedrich der Große erst untersagte die Ver­hängung der Todesstrafe für einfachen Diebstahl. Den Dieb soll man hängen", heißt es in einem märkischen Rechtsbuch aus der Zeit Johann Ciceros, alle Mörder und diejenigen, welche Pflüge rauben oder Mühlen bestehlen, die soll man allzumal rade­brechen. Wer Gestohlenes hütet, den soll man richten wie den Täter selbst". Aus einer Aufstellung, die von 1399 bis 1448 reicht, können wir ersehen, daß in diesem Zeitraum 121 Menschen hingerichtet wor­den sind; neun Frauen wurden lebendig begraben, vierzig Räuber und Pferdediebe gehängt, ein Falsch­münzer verbrannt, sechs Kirchenräuber aufs Rad geflochten, darunter einer, der mit Pechruten ein paar Groschen aus einem Gotteskasten geangelt hatte.

Durch den Dreißigjährigen Krieg ver­wilderte das öffentliche Leben vollends, und auch die harten Rechtsordnungen der Folgezeit vermoch­ten das nur schwer zu ändern. So häuften sich unter König Friedrich I. die Diebstähle derart, daß man sich entschloß, demjenigen der zur Festnahme eines Diebes verhalf, den vierten Teil des Gestoh­lenen zu überlassen. Anläßlich der Leichenfeier der Königin Sophie Charlotte (1705) wurdedurch Trommelschlag und Affigirung" bekannt gemacht: Nachdem zu besorgen, daß viele Spitzbuben und ander böses Gesindlein sich einschleichen möchten, . wird ernstlich befohlen; das jeder Einwohner schul- big seyn soll ein Verzeichnis zu machen derjenigen Personen welche bey ihm logieren und solches dem hiesigen Commendanten einliefern" Niemand sollte sich nach zehn Uhr des abends auf der Gasse zeigen, weil man befürchtete, das schwarze Tuch könnte

mische Küche" ein. Im Jahre 1701 berichtete Leib- n i z nach Hannover von dem Lehrling eines Ber­liner Apothekers, der einige Mariengroschen in Gold verwandelt haben sollte, dann aber verschwun­den sei. Dieser Apothekerlehrling war I. F. Bött- ge r, der später dadurch berühmt wurde, daß es ihm gelang, aus einem Ton der Meißener Gegend weißes Porzellan zu brennen. Den Goldmacher C a j e t a n ließ Friedrich I. an einem mit Gold­papier beklebten Galgen aufhängen. Selbst Friedrich der Große bezahlte vorübergehend eine Goldmache­rin, die Frau Nothnagel, und machte sogar Aufzeichnungen über die Regimenter, die er mit dem alchemistisch gewonnenen Gold errichten wollte! Ganz verschwunden ist diese Gattung heute noch nicht. 1931 erläuterte einer vor dem Münchener Schöffengericht seine Theorie der Schwingungen, die dietransmutatio metallorum" ermöglichen sollte; wenige Monate vorher hatte ein Färbergeselle bei Düsseldorf vom Kartoffelhändler bis zum Neuyorker Bankier Gläubige gefunden, denen er mit Hilfe eines Akkumulators und einer Hand voll Garten­erde Blech in reines Gold zu verwandeln versprach.

Doch das sind Ausnahmen. Das Ansehen der hohen Kunst" ist geschwunden, seitdem nur bet­telnde Zigeuner alten Leuten ein paar Markzur Bezauberung" abschwatzen. Sebastian Brants kluges Wort mag noch immer richtig fein: ,chie wellt die will betrogen seyn", aber dasdrum werde sie betrogen!" endet heute fast immer auf der Anklagebank.

gestohlen werden, mit dem die Straßen, durch die der Trauerzug gehen sollte, ausgeschlagen waren.

Daß derartige Befürchtungen ihren Grund hat­ten, zeigt die Tatsache, daß dem König selbst ein­mal das Bettzeug gestohlen wurde.Weiß man sich fast nicht zu hüten führ die Diebe!" schrieb er seiner Schwiegermutter,aber dieses ist von Weibes­leuten geschehen". Sein Nachfolger, der Soldaten­könig Friedrich Wilhelm I. ging mit aller Strenge gegen das Verbrecherunwesen vor und spielte zu­weilen in Berlin selbst den Polizeimeister, Trunken­bolde, Bettler, liederliches Gesindel eigenhändig ver­prügelnd; einen adeligen Rat, der für die Salz­burger bestimmte Gelder unterschlagen hatte, ließ er kurzerhand vor der Tür des Sitzungssaales aufhän­gen. Dennoch mußte er erleben, daß von ungetreuen Schloßbeamten für 100 000 Taler Münzen aus sei­nem Medaillenkabinett entwendet wurden.

Eine Gruppe von Betrügern, die damals das Land unsicher machten, ist heute fast verschwunden: die Goldmacher. Eine Straße im Norden Ber­lins erinnert noch an Thurneysser, den Adep­ten Johann Georgs. Der Große Kurfürst richtete Johann Kunckel auf der Pfaueninsel eine , chy-

Kassel unter der Anklage, bis zum 24. September 1934 als Anwalt in einer Rechtssache beiden Par­teien gedient zu haben. (Vergehen nach § 356 Abl.1 StGB.) Die Große Strafkammer verurteilte den An- walt entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts wegen Parteienverrats zu acht Monaten Gefängnis.

Heues Wasserflugzeug der französischen Kriegsmarine.

Dieser Tage wurden die ersten Flugversuche mit einem neuen französischen Wasserflug­zeugLateccoere 582" erfolgreich abgeschlossen. Dieses Wasserflugzeug ist für die französische Kriegs­marine bestimmt. Der Apparat ist mit drei Mistral- Meyer-Motoren ausgestattet, hat einen Aktions­radius von 2000 Kilometer und kann zwei Tonnen Nutzlast bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 280 Stundenkilometer befördern.

Französisches Militärflugzeug abgestürzt.

Ein Wasserflugzeug des französischen Militärflug­hafens Hourtin stürzte aus unbekannter Ursache über einem See ab. Don den vier Insassen wurden zwei getötet, die beiden anderen leicht verletzt.

Hochwasserschäden in USA.

Wolkenbrüche verursachten in den Staaten Illi­nois, Missouri. Indiana und Ohio Hochwasser und Ueberschwemmungen. Mehrere Ortschaften sind durch die Fluten vollkommen abgeschnitten. Viele Wohnhäuser, Fabriken und andere Gebäude, die in der Nähe von Flüssen liegen, wurden zer­stört oder beschädigt. Zahlreiche Farmen mußten geräumt werden.

Kirche und Schule.

Landkreis Gletzen.

I Hausen, 11. Jan. Die Kirchen st ati st it für die Kirchengemeinde Hausen vom Jahre 1936 weist folgende Zahlen auf: Getauft wurden 13 Kin­der, konfirmiert 10 Kinder. Getraut wurden sechl Paare. Kirchlich beerdigt wurden 9 Gemeindemit­glieder. Die Gottesdienste waren besucht von 159t Männern und 3193 Frauen. Am heiligen Abend* mahl nahmen 320 Männer und 393 Frauen teil An freiwilligen Gaben wurden 716 Mark aufge» bracht. Wie in den vergangenen Jahren fanden auch in 1936 Familienabende statt. Der Frauenchor be­teiligte sich eifrig bei allen kirchlichen Veranstaltun­gen. So wirkte er auch wieder bei dem Himmel­fahrtgottesdienst auf dem Schiffenberg mit. Auf seine Anregung fand am ersten Weihnachtsfeiertag­nachmittag ein Weihnachtskinderbeschergottesdienst statt, der in der Gemeinde großen Widerhall fand. Auch im vergangenen Jahre wurden gemeinsame Abende zwischen Frauenschaft und Frauenhilfe ge­halten. Am 3. März hatte Dekan Schmidt (Grün­berg) eine Einsichtnahme in den Religionsunterricht vorgenommen.

SporiamiKraft durch Freude".

Heute folgende Kurse:

Allgemeine Körperschule (für Männer und Frauen gemeinsam): Lyzeum, Dammstraße, nur für Mitglieder der DAF. 18.15 bis 19.15 Uhr, offener Kursus 20.30 bis 21.45 Uhr.

Schwimmen (für Männer und Frauen ge­meinsam): Volksbad, Seltersweg, 20.30 bis 21.30 und 21.30 bis 22.30 Uhr.

Reiten (für Männer und Frauen gemeinsam): Reitinstitut, Brandplatz, 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr.

Wilhelm Damm

im 28. Lebensjahre plötzlich von unserer Seite gerissen.

Emmy Blum.

265 D

Gießen, Gau-Odernheim, den 14. Januar 1937.

0215

Herrn Jakob Reuschling

Herr Wilhelm Damm

Die Beerdigung findet Sonntag, den 17. Januar, nach­

mittags 3 Uhr statt.

267 D

Verkäufe

Gießen, 14. Januar 1937.

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mit Handelsschulbild. Schrift­liche Angebote unter 262 D an den Gießener Anzeiger.

Für 1. Februar nicht zu junges, zuverlässiges

Betriebsführung und Gefolgschaft der Firma Gg. Heinr. Schirmer.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, meinen lieben, treusorgenden Vater. Schwieger­vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel

Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom liebsten, was man hat. muß scheiden.

Am 13. Januar 1937 wurde nach Gottes Ratschluß unser innigstgeliebter Sohn, Bruder, Schwager und Bräutigam

Am 13. d. M. verschied nach schwerer Krankheit mein treuer Mit­arbeiter, unser lieber Arbeitskamerad

Der Verstorbene war fast 14 Jahre für unsere Firma tätig und hat sich durch seinen Fleiß und seine vorbildlichen Charaktereigen­schaften unser aller Anerkennung und Sympathien erworben. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

tiefer Trauer:

Konrad Damm Christian Kasper Karl Damm

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