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Die Parolen der Erzeugungsschlacht
Hofball in der albanischen Residenz
Von unserem ständigen W.E.Ä.-Serichierstaiier.
siche, es bedurfte größten Kraftaufwandes, um einen der sechsarmigen Tischleuchter vom Platze <yu rücken!) Der König begrüßt die Mitglieder der Regierung, die Vertreter der fremden Staaten, seine Unterhaltung ist lebhaft, seine Bewegungen schnell.
Um Mitternacht beginnt der eigentliche Ball. Er ist für viele eine große Ueberraschung. Zuerst tritt ein volkstümliches Orchester auf, später die Gardekapelle, aber keine moderne Tanzweise ertönt, es wird ausschließlich albanisch gespielt und getanzt! In der Mitte des mit kostbaren Teppichen belegten Saales ist eine Tanzfläche ausgespart, auf der duld der erste Rundtanz, zunächst nur von Herren ausgeführt, beginnt. Die Tanzschritte haben viel mit den Nationaltänzen der übrigen Balkanvölker gemein, erinnern an den serbischen Kolo oder den bulgarischen Horo. Mitunter glaubt man Schritte und Bewegungen zu finden, die an den westanato- lischen Zeybektanz anklingen. Alle Tänze zeugen von verhaltener männlicher Kraft, oft bricht der Tanz mit rhythmischem Klatschen der Hände und jähen Rufen ab. Es folgen Rundtänze in bunter Reihe, Paartänze; bald mischen sich auch Herren im Frack in den Kreis der Tanzenden; man reiht sich ein, indem man Bedacht darauf nimmt, nicht einen bereits mit einer Dame tanzenden Herrn von seiner Partnerin in der Kette zu trennen. So will es die Sitte, die auf dem ganzen Balkan üblich ist und besonders auf dem Dorf noch immer ein kniffligster Punkt des tänzerischen Ehrenkodex ist!
Auf den Gedanken zu kommen, ein richtiger „Ball" müsse mit allgemeinem Tanz verbunden sein, kommt man an diesem Abend im Schloß von Tirami gar nicht. Das Bild der tanzenden Albaner und Albanerinnen ist so ungemein fesselnd, besonders durch die Fülle der Nationaltrachten, die wohl das schönste dieser Art sind, was überhaupt auf dem Balkan zu finden ist. Jede Stadt, jeder Bezirk hat seine eigene Tracht, ja sogar nach den verschiedenen Religionsbekenntnissen, muselmanisch, orthodox und katholisch unterscheiden sich die weiblichen Trachten der Vergangenheit. Der König will, daß dieses kostbare Kulturgut des Volkes gepflegt wird, zusammen mit Tanz und Musik. Die Polittk neuzeitlichen Fortschrittes wird dadurch nicht berührt; es ist offensichtlich, daß man in Albanien bestrebt ist, nicht nur „modern" zu werden. Das Brauchtum des Volkes soll weiter seinen Ehrenplatz behalten, im Alltagsleben und auch im Schloß des Königs.
Dabei verlangt eine solche Art nationaler -Re- präfentatton auch Opfer: die Trachten sind meist teurer in ihrer Beschaffung als ein Erzeugnis der modernen Kleiderkunst. Die weiten seidenen, gebauschten oder gefältelten Pluderhosen und Reifröcke der Damen, die mit goldenen und silbernen Fäden bestickten Mieder und Jäckchen und Ueber- würfe, der Kopfputz mit und ohne Schleier, die gestickten Tanzpantöffelchen, die bunten Steine, die aufgenäht sind, ergeben auch ein stattliches Gewicht, an der die mitunter recht zierlichen Albanerinnen gewiß nicht leicht zu tragen haben. Ueberdies gehört zu dieser Festgewandung eine mehrfach gewundene Kette, an der echte, goldene Münzen, meist Mariatheresientaler und Franz-Josefs-Taler hängen. Fünfzig und mehr solcher edlen Münzen zu tragen, ist hier keine Seltenheit, und man kann sagen, daß manche der albanischen Damen ein kleines Vermögen in Gold zum Tanze führt. Die Kleidung der Männer ist nicht weniger „gewichttg" und nach den verschiedenen Gebieten Albaniens unterschiedlich.
Der Höhepunkt des Festes, das bis zum frühen Morgen dauert, begann, als sich die Prinzessinnen am Tanz beteiligten und, in bunter Reihe mittanzend, andauernd und graziös, begeisterte Zurufe des Beifalls hervorriefen.
Während im großen Saal Albaniens Tänze, Melodien und Trachten das -^eü) beherrschten — im Scheine der Jupiterlampen der ausländischen Filmleute, die hierbei zugelassen wurden, als beredtes Zeichen für den Geist der Aufgeschlossenheit» der
Landwirts sind. In den Städten findet sich noch manaje Arbeitskraft, die auf dem Lande zu einer oesseren Entfaltung kommen könnte und sich dort auch wesentlich glücklicher fühlen würde. Es muß übrigens in diesem Zusammenhang immer wieder ra ch werden, daß das Leben besonders in der • • durchaus nicht so paradiesisch ist, wie es sich diejenigen vorstellen, die dem Lande den Rücken kehren, ihrer Lebensbestimmung untreu werden und nun irgendwo ihre vielseitige und auf reichen Kenntnissen aufbauende landwirtschaftliche Tätigkeit mit der einförmigen und mechanischen Arbeit an einer' Maschine vertauschen oder gar einen Arbeitsplatz zugewiesen erhalten, der bei Licht bekochtet sie nicht beliebigen kann. Wer auf dem Lande geboren und in der Landwirtschaft groß geworden ist, für den kann es eben nichts anderes geben, als feine Arbeitskräfte dem Nährstand zu weihen.
ist es richtig, daß der Landarbeiter eine Tätigkeit ausübt, die mit einem erheblichen Aufwand an körperlichen Kräften verbunden ist. Aber auch hier kennt das Leben keinen Stillstand. Wir haben die neuen landwirtschaftlichen Maschinen, ihr verstärkter Einsatz wirkt arbeitserleichternd und vor allem auch leistungssteigernd. Gerade auf dem Gebiete des Maschineneinsatzes liegt eine Fülle neuer Arbeitsmöglichkeiten. Wer einigermaßen äus= reichende Fähigkeiten besitzt, für den stehen staatliche Mittel bereit, die es ihm ermöglichen, sich Maschinen zuzulegen. Mit Hilfe dieser Maschinen kann er als selbständiger Unternehmer überall auf ben Bauernhöfen helfend einspringen und zu einem Leistungselement erster Ordnung werden.
Wir gehen jetzt in das Wirtschaftsjahr 1937/38 hinein. Die Erfolge der Erzeugungsschlacht sind um neue Erfolge im nächsten Jahre zu vermehren. Wie das im einzelnen geschehen soll, hat Reichsminister Darrs dargelegt. Er fordert Steigerung des Ertrages gleicher Fläche, Verstärkung der eigenen Futterhaltung, Verbesserung der Viehhaltung, richtige Sortenwahl bei den Saaten, noch bessere Behandlung des Bodens. Er gibt eine Fülle von Anregungen. Und wenn man sich ansieht, mit welchem Eifer das deutsche Landvolk seit 1933 der nationalsozialistischen Führung folgt, wie es Leistungssteigerung an Leistungssteigerung reiht und aus dem deutschen Boden Erntemengen herausholt, die man früher für unmöglich hielt, dann wissen wir, daß der deutsche Nährstand auch in Zukunft das erfüllen wird, was die Nation von ihm verlangt. Umgekehrt aber kann der Bauer von der nichtländlichen Bevölkerung mit Recht erwarten, daß sie ihm feine Arbeit erleichtern hilft. D. S.
Für den deutschen Bauern und seine Helfer auf Oem Lande gibt es kein Ausruhen, keine Pause kein Verschnaufen. Ist die Ernte eingebracht, bann ■ hrTle Reubarbeitung bes Bodens ein. Und auch <m Winter sind die Stunden der Ruhe und der Rast nur knapp bemessen. Denn auf dem Hof sind Arbeiten aller Art zu verrichten, für die man in ben voraufgegangenen Monaten keine Zeit hatte, unb die infolgedessen dem Winter vorbehalten bleiben
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Tirana, Ende November 1937.
Auf dem Tisch in dem bescheidenen, aber sauberen »immer bes Hotels „International", dem Haupt- yuartler der zur Feier bes 2 5. Jahrestages der Unabhängigkeitserklärung Albaniens zusammengekommenen Pressevertteter, liegt ein Briefumschlag, geziert mit dem Bilde eines mittelalterlichen, von einem Ziegenbock gekrönten Helmes. Im Umschlag eine Karte, das gleiche Wappenbild tragenb, mit der in wohlgesetztem Französisch abge faßten Mitteilung, daß „Auf Befehl Seiner Majestät des Königs der Erste Flügeladjutant General Sereggi die Ehre hat, Herrn Brell )u bitten, am Abendempfang im Königlichen Schloß teilzunehmen". Ein Hofball in der kleinsten Königs- residenz Europas! Die Uniform, der Frack, die Orden sind vorgeschrieben, die albanische Hofetikette unterscheidet sich in nichts von derjenigen anderer Höfe. Tiranas Hauptregenzeit liegt im November, und mit Kübeln gießt es am Abend des großen Hoffestes. In den — übrigens betonierten ober asphaltierten — Straßen, die zum Schloß führen, flauen sich bie Kraftwagen, bie Pferbefuhrwerke, die bie geladenen Gäste heranbringen. Vor der Einfahrt zum Schloßpark, bie von zwei gelbgestrichenen Beton-Schilberhäusern flankiert ist, herrscht wirres Gebränge, in bas Polizisten Ordnung zu bringen sich bemühen. Nur Meter um Meter schieben sich die Wagen die schmale Allee entlang, die vor einem Treppenaufgang mündet, dem Eingang zum Wohnhaufe des Königs, das von außen mehr einer geräumigen, modernen Villa, denn einem Palais gleicht. Dunkelrot gekleidete Gardisten mit schwarzen Filzkalpaks auf den kühn geschnittenen Soldatenköpfen halten Wache, Diener reichen den Damen Schirme, damit sie möglichst wenig vom triefenden Regen behelligt werden.
In der Halle empfängt der Erste Kammerherr des Königs, in goldgestickter Uniform, den Galanteriedegen an der Seite, den befiederten Zweispitz unter den Arm geklemmt. Rechts eine Kleiderablage, in der sich sprachen kundige Zofen um Mäntel und Hüte bemühen. In den Räumen herrscht dichtes Gedränge. Für die albanischen Damen ist die Weisung ausgegeben worden, nicht etwa in „europäischer" Balitoilette zu erscheinen, sondern im National- foftüm, und auch zahlreiche Albaner haben für diesen Abend ihre prächtigen Tradittonsgewänder dem Frack vorgezogen. Das Diplomattsche Korps ist vollzählig versammelt. Alle überragt um Haupteslänge der Gesandte des Reiches Dr. von P a n n - Witz, der ben blauen Chiffre-Frack trägt, ihm zur I Seite der deutsche Militärattachs aus Rom, Oberst von Rintelen, der soeben in dieser Eigenschaft bei der albanischen Regierung beglaubigt wurde. Stark ist das italienische Element unter den Aus- I ländern oertreten, an der Spitze der Finanzminister Italiens, Thaon de Revel, der die faschisttsche Regierung als Sondergesandter bei den albanischen Staatsfeiern vertritt. ,, .
Pünktlich um elf Uhr wird bas Erscheinen bes Königs ber Albaner angekündigt. Raschen Schrittes , betritt eine gertenschlanke Männergestalt ben Saal. König Zogu I., im Frack, ohne Drben unb Abzeichen, burchmißt bie Empfangsräume, gefolgt non den sechs königlichen Prinzessinnen, seinen Schwestern, bie ebenfalls Nationaltracht trogen, auf beu kohlschwarz gelockten Köpfen reizend gestickte Kappen. Händeklatschen begrüßt ben Eintritt ber Königlichen Familie; bie albanischen Herren unb Damen erweisen ben vom König eingeführten albanischen Gruß, indem sie mit zackiger Bewegung bie rechte Hanb zur linken Brust führen. ,, .
In einem ebenerbigen Saal ist ein Bufett ausgestellt, bas einem erstklassigen Großstabthotel alle Ehre machen würbe. Mehr noch aber tyaftet ber Blick an ben Kandelabern, den Platten, den Tellern und den Bestecken: sie sind aus purem Gold! (Einige vorwitzige Presseleute haben es nicht unterlassen lönnen, eine Gewichtsprobe zu unternehmen, und
Der Reichsbauernführer Darre hat nun eine dieser wenigen Stunden winterlicher Pause benutzt um die neuen Parolen an das deutsche Landvolk auszugeben. Ein Beweis dafür, daß der Bauer auch wenn sich eine dichte Schneedecke über seine Felder hinzieht, immer wieder zu ben Aufgaben zurückkehrt, die ihm sein Schicksal gestellt hat unb bie er heute freubiger denn je erfüllt. Das hat auch Minister Darre in seiner Rundfunkrede einleitend zum Ausdruck gebracht. Er Hat bie Lei st ungen und Erfolge unseres Nährstandes gepriesen bie unter wirklich nicht leichten Verhältnissen emielt worben sinb. Das deutsche Volk hat in ber Tat allen Anlaß, bem Bauern unb dem Landmann für bas dankbar zu sein, was er in anstrengender Arbeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang für feine Ernährung erreicht unb sichevgestellt hat
Die neuen Parolen sind zwar direkt dem Bauern gegeben sie verdieneni aber -aud) stärkste Beachtung beim Stadtvolk, das die Arbeit des Landvolks wesentlich erleichtert wenn es mit den Früchten bes Ackers haushälterisch umgeht, unb wenn €s alle nun einmal unvermeidlichen Abfälle sofort der Wiederverwertung zuführt. Sieht ber Landwirt, Scheibe Brot wie eine Kostbarkeit behandelt, und nichts umkommen läßt, dann verbindet sich damit für ihn das erhebende Gefühl, im Stadter einen verständnisvollen gunb€5gßnoffcn zu wissen, der durch sein Verhalten dafür sorgt, daß die Ernteerträgnisse auch die Lucken ausfullen, die nicht zuletzt durch einen Verbrauch entstehen, der nicht mehr als Verbrauch < anzusprechen ist und gegen den wir mit der Parole -Kampf dem Verderb zu Felde ziehen. Es ist also in erster^!nre die Hausfrau, die mitzuhelfen hat, den Ertrag schwerer bäuerlicher Arbeit pfleglich teilen Qn'öeIn UtTÖ ÜbcT ganze Jahr zu ver-
Wenn sich unter ben Leitsätzen für bas nächste üabr der Erzeugungsschlacht auch diejenigen befin- ven, die sich mit der fi a n b a r b e i t e r f r a g e unb mit dem verstärkten Maschineneinsatz beschäfti- , flen, so haben wir es auch hier wieder mit Problemen zu tun, die nicht ausschließlich Sache des
Ml T UND OHNE MUNDSTÜCK
Reich an Aroma — Arm an Nikotin
Kein künstlicher Nikotin- entzug. Keine chemische Behandlung. Darum: Für alle Fälle — „Asira"
So gut schmeckt die „Astra", daß es schwer zu glauben ist, sie sei nikotinarm. Dabei ist ein Nikotingehali von weniger als l°/0 beglaubigt. Auch Ihnen wird die „Astra" helfen. Sie ist eine echte Kyriazi, vollmundig im Aroma und von hoher Bekömmlichkeit. Ihre Nikotinarmut ist eine gewachsene Eigenschaft der Tabakblätter, die zur Herstellung Verwendung finden.
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