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den

von mnb sechs Milliarden Reichsmark

Der frühere französische Ministerpräsident Flan- din traf am Montag zu einem Besuch in der Reichshauptstadt Berlin ein. Er hatte mit Reichs­propagandaminister Dr. Goebbels eine zweistündige Unterredung. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Auslands- Gegenwert auf einen

sersatzfrage erwäge.

Manische Entschuldigung in Washington.

eine Unterredung zwischen Delbos und Stojadino- witsch statt, die etwa eine Stunde dauerte.

Landin in Berlin.

Ergebnis abgeschlossen worden.

Der Gesamtumfang der durch die jährlichen Kreditabkommen geregelten deutschen kredite ist seit Oktober 1931 von einem

Der Fall AankiW.

Der militärische Druck auf Tschiangkaischek wird verstärkt fortgesetzt

Japanisch-britische Zwischenfälle auf dem Jangtse

Gefecht zwischen japanischen Klugzeugen und britischen Kriegsschiffen bei Wuhu.

Erklärung Edens im Unterhaus.

DieBersenkung desKanonenboots!,Panay"

Washington, 13. Dez. (DRB.) Präsident Roosevelt ließ durch Staatssekretär Hüll dem japanischen Botschafter in den Vereinigten Staaten, Saito, erklären, er sei von dem Bombardement auf amerikanische und andere nichtchinesische Schiffe auf dem Jangtse sehr betroffen und darüber besorgt. Er bitte, das auch dem Kaiser mitzu­teilen. Er sei noch damit beschäftigt, sich Einzelheiten über den Vorgang zu beschaffen, inzwischen aber erwarte er eine formelle Bedauerns­kundgebung der japanischen Regierung und die Zusicherung einer voll en Entschädi- gun g. Ferner erwarte er, daß Vorsorge gegen eine Wiederholung solcher oder ähnlicher Zwischenfälle getroffen werde.

Im Auftrage seiner Regierung sprach Botschafter Saito dem Staatssekretär Hüll das ti e fste Be­dauern über die Versenkung des Kanonenbootes

Delbos in Belgrad.

Belgrad, 12. Dez. (DRB.) Der französische Außenminister Delbos traf am Sonntagvormit­tag in Belgrad ein. Am Bahnhof wurde Del­bos von Ministerpräsident Dr. Stojadino- witsch begrüßt. Delbos schrieb sich im Hofmar­schallamt in die Besuchsbücher der königlichen Fa­milie ein, worauf er Stojadinowitsch rm Außen­ministerium einen Besuch abstattete. Mittags wurde Delbos vom Prinzregenten Paul empfangen. Hieran schloß sich ein Frühstück.

Stojadinowitsch gab am Sonntagabend zu Ehren des französischen Außenministers ein Galadiner, an dem die Regierung sowie die ausländischen diplo­matischen Missionen teilnahmen. Stojadinowitsch erklärte: Der Wunsch nach einer freundschaftlichen und konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Jugoslawien stelle die Grundlinie der jugoslawischen Außenpolitik dar. Die jugosla­wische Regierung wolle die bestehenden Freund­schaften erhalten und pflegen, anderseits im Rah­men ihrer unmittelbaren Interessen alle Ursachen von Konflikten und Mißverständnissen beseitigen und so ihren Beitrag zur Erhaltung des allgemei­nen Friedens leisten. Delbos erinnerte in seiner Erwiderung an das gemeinsame französisch-jugo­slawische Kriegserlebnis und führte weiter aus, daß der jugoslawisch-französische Freundschaftspakt vom Jahre 1927 die Uebereinstimmung der Gefühle und Interessen dex beiden Völker besiegelt habe. Der Wert eines Paktes hänge freilich auch von dem guten Willen der Partner ab und von den zwischen ihnen bestehenden Beziehungen, wes­halb diese durch wirtschaftlichen und geistigen Aus­tausch, durch den Kontakt zwischen den zivilen und militärischen Chefs weitergetrieben werden müßten. Die beiden Staaten böten die besten Grundlagen für eine breite und solide Zusammenarbeit.

Der französische Außenminister begab sich Mon- tagvormittaa nach T o p o l a, 80 Kilometer südlich von Belgrad, wo er am Grabe des Königs Alexander I. von Jugoslawien einen Kranz niederlegte. Dr. Stojadinowitsch gab mittags ein Frühstück in engerem Kreise. Nachmittags fand

solchen von etroas unter einer Milliarde Reichsmark zurückgeHanaen, wobei zur Ver­minderung zwar auch die Abwertung aus­ländischer Währungen erheblich beigetragen hat, ein wesentlicher Teil des Abbaues jedoch durch die deutschen Zahlungen in Reichs­mark auf Registerkonto erfolgt ist. Die R e i s e m a r k, als welche die Registermark vor­wiegend verwendet wird, hat sich für den aus­ländischen Reiseverkehr in Deutschland als sehr förderlich erwiesen. Ihre bisherige Handhabung ist auch für das 1938er Abkommen vorgesehen.

Während im wesentlichen das Abkommen unver­ändert fortgesetzt wird und eine Rückführung der Kredite durch Devisenzahlung wiederum unterbleibt, enthält es insbesondere zwei Neuerungen. Die eine ist der allmähliche Ersatz von Krediten, die den Erfordernissen des internationalen Kredit­verkehrs nicht so entsprechen, wie es für den deut­schen Kredit und die ausländischen Bankinstitute er­wünscht ist, durch regelrechte Rembours - Kre­dite. Der Beginn dieser Umwandlung wird durch die Ausdehnuna des deutschen Außen­handels ermöglicht, der wiederum eine allmäh­lich steigende Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Rembours-Krediten verlangt. Dieser Entwick­lung wird Grenzen vor allem dadurch gesetzt, daß ein großer Teil des deutschen Außenhandels unter Clearingverträgen stattfindet und dadurch dem Rembours-Wechsel nicht zugänglich ist. Schon jetzt besteht ein bedeutender Teil der im Abkommen behandelten Kredite aus solchen Rembours-Krediten.

Eine weitere Aenderung bedeutet es, daß u n - benutzte Kredite von Banken an Ban­ken nicht gestrichen werden, auch wenn sie schon seit längerer Zeit nicht in Anspruch genommen worden sind. Die Erfahrung zeigt, daß bei ent­sprechender Entwicklung des Auslandsgeschäftes der Kunden der Bank eine Wiederbenutzung sehr wohl in -Frage kommen kann. Dagegen kann man an­nehmen, daß seit längerer Zeit nicht benutzte direkte Kredite eines einzelnen industriellen oder kommerziellen Schuldners tatsächlich keine Ver­wendungsmöglichkeit mehr haben; diese Kredite werden, wenn seit zwei Jahren dauernd nicht mehr benutzt, als erloschen betrachtet.

Der neue Oberfinanzpräsident in Kassel.

NSG. 2lm 14. Dezember wird in Kassel in An­wesenheit von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger der neue Oberfinanzpräsident, Pg. Voß, durch den Reichsminister der Finanzen ein» geführt. Voß wurde 1886 in Birnbaum (Provinz Posen) geboren. Er studierte Rechts- und Staats­wissenschaften. Im August 1914 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger. 1920 trat er in die Reichsfinanz­verwaltung ein. Von 1922 bis 1923 war er Ge- schäftsführer des Ständigen Ausschusses beim Reichsentschädigunasamt. Nach längerem Wirken am Finanzamt Teltow wurde Voß im Juli 1933 in das Reichsfinanzministerium einberufen, wo er am 1. Septemder 1933 zum Oberregierungsrat und f935 zum Ministerialrat befördert worden ist. Er hatte hier die Personalangelegenheiten bearbeitet. In die NSDAP, ist Voß am 1. Dezember 1930 eingetre­ten; er hat die Mitgliedsnummer 410 725.

Wallenstein den Kaiser verraten habe oder nicht, ob er sein politisches Spiel aus egoistischen Motiven ober im Interesse bes Reichsfriebens getrieben habe, begann schon mit bem Tobe bes Feldherrn und ist bis zum heutigen Tage nicht verstummt. Daß das Interesse an seiner Person dauernd erhalten blieb, verdankt er der Schillerschen Trilogie Aber auch die Gelehrten sahen sich getrieben, das geheimnisvolle Leben und Sterben des seltsamen Mannes zu er­forschen. Leopold von Ranke, Max Lenz und Heinrich von Srbrik stellen als Ergebnis chrer Untersuchungen fest, daß Wallenstein sich in der Hauptsache von idealen Beweggründen letten ließ, trotz vieler Unzulänglichkeiten in seinem Wesen, während der tschechische Historiker Josef P e k a r s ch, dessen Wallenstein-Biographie in deutscher Ueber- setzung jüngst erschien, nur den bösen, ichsüchtigen Geist erkennt, dem alle sittlichen Grundsätze als bloße Vorwände seines unsittlichen Tuns dienten. Schillers Urteil inWallensteins Lager" trifft also heute wie vor 150 Jahren zu:Von der Parteien Gunst und Haß verwirrt, schwankt sein Charakter­bild in der Geschichte".

Die tiefere geschichtliche Wahrheit liegt im Falle Wallensteins wie auch sonst oft auf einer anderen Ebene, auf einer Ebene, die nur noch dem gestalten­den Künstler, nicht mehr dem Wissenschaftler zu­gänglich ist. Sie ist nicht mehr imobjekttven" Sinne faßbar. Denn wo schon die lückenhaften histo­rischen Quellen zu so verschiedener Auslegung füh­ren, da kann wohl nur diesubjektive" Wahrheit helfen, die der Dichter verkündet. Deshalb begrüßen wir den Roman Bohlmanns. Er schenkt uns ein ganz neuartiges und wie uns scheint gerechtes Bild jenes Mannes, der, selber zwischen Gut und Böse stehend, auch nicht die Kraft aufbringt, eine klare Trennungslinie zwischen seinem romhörigen Habsburgkaiser und seiner deutschen Umwelt zu ziehen. Der Riß der Zeiten geht mitten durch ihn hindurch, spiegelt sich in Taten und Gedanken wider.

Bilder von einer unerhörten Eindruckskraft ziehen an unserem Geiste vorüber und bleiben für immer im Gedächtnis haften: die unheimliche Fahrt des schwarzen Kaiserschiffes von Wien nach Regens­burg die nächtliche Begegnung Wallensteins mit Gustav Adolf zwischen den Schlachfeldern die modrige Atmosphäre oben in den kalten Prunk­gemächern der Hofburg das Feilschen der Für­sten die unermüdliche Niedertracht der Jesuiten die Verschwörung der Generale das Ende in Eger. Unvergeßliche Szenen und unvergeßliche Gestalten, doppelt stark empfunden deshalb, weil auch in den schwärzesten Seelen noch ein Fünkchen menschlichen Anstandes glimmt, weil auch in den trübsten Stunden die Hoffnung auf das Reich nie­mals vergeht. Aus der schuldhaften Verstrickung führte freilich noch kein Weg ins Freie. An und in Wallenstein vollzog sich die deutsche Tragödie.

Heinricn Evers.

Das neue Abkommen fiirAufrechterhaitnngderbankmaßtgen Ausiandskredite.

London, 13. Dez. (DNB.) Die Verhandlungen über ein neues Abkommen für Aufrechter­haltung der bankmäßigen Auslands­kredite Deutschlands (Stillhalteabkommen) für die Zeit nach dem 1. März 1938 sind nach zweiwöchigen Besprechungen mit befriedigendem

DerArbeitsemsaH im November.

Berlin, 13. Dez. (DNB.) Wie die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung mitteilt, hat sich die im Herbst und Winter alljähr­lich übliche Zunahme der Arbeitslo­sigkeit im. November in engen Grenzen gehalten. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um rund 71 000. Zu dieser erfreulichen Entwicklung hat neben der Fortdauer der allgemein lebhaften Wirtschafts­tätigkeit die im November in den meisten Reichs­gebieten noch recht günstige Witterung wesentlich beigetragen. Ende November wurden rund 573 000 Arbeitslose gezählt gegenüber rund 1 197 000 am 30. November 1936, also rund 624 000 weniger. Voll einsatzfähig und auch zwischenbezirk­lich ausgleichsfähig waren Ende November 1937 rund 117 000 Arbeitslose gegenüber rund 87 000 Ende Oktober. Eine besonders erfreuliche weitere starke Abnahme der Arbeitslosenzahl ergab sich bet den Angestellten (minus rund 7300), teils unter der Auswirkung der 5. Anordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes, teils durch ver­stärkte Anforderungen von Aushilfskräften für bas Weihnachtsgeschäft.

Die deutsche Volksgruppe in Rumänien vor der Wahl.

Bukarest, 13. Dez. (DNB.) Die Deutsche Volks­gemeinschaft Rumäniens hat mit ber Regierung Tatarescu ein Wahlübereinkommen ge­schloffen, bas insbefonbere in kultureller Hinsicht wesentliche Z u g e ft ä n b n i \ f e für bie beutsche Volksgruppe Rumäniens enthält. In seinen Aus­wirkungen bebeutet bas Uebereinfommen bie A n - erkennung bes beutschen Volkstums als aufbauendes Element im staatlichen Leben Rumäniens. Die Verwirklichung biefes Zieles ist sei langem von der gesamten beutschen Volks- gruppe angestrebt worben. Daß eine Sonbergruppe bes rumänischen Deutschtums bem Wahlübereinkom­men nicht beigetreten ist, wirb unter biesen Umftän- ben ben Wahlerfolg kaum beeinträchtigen können. Der Sonberliste werben keine Erfolgsaussichten zu- gesprochen.

bandmaterial und Aerzten an Bord sei ebenfalls auf geboten worben.

Die Beschießung bes Kanonenbootes löste im Bunbessenat eine längere Debatte aus. Der Vorsitzenbe bes Auswärtigen Ausschusses, Senator P i 11 m a n , erklärte, baß bas Stacttsbepartement bemüht sei, alle Einzelheiten bes Zwischenfalles schnellstens festzustellen. Mehrere Senatoren ver­langten bie sofortige Zurückziehung aller noch in China verbliebenen Staats­angehörigen ber Vereinigten Staaten unb ihre umgehenbe Fortschaffung aus ber Gefahrenzone. Senator S h i p ft e a b von der Farmerpartei ver­langte zur Vermeibung weiterer Zwischenfälle sogar bie Zurückziehung aller amerikani­schen Streitkräfte aus China. Währenb ber republikanische Senator Borah erklärte, baß er keinen Grunb zu einer brastischen Aktion sehe, be­zeichnete ber bemokrcttische Senator Copeland bie Lage alssehr ernst". Senator R e y n o l b s (Demokrat) äußerte, es sei nun enblich an der Zeit, baß USA. aufhöre, ben Polizisten ber Welt zu spielen. Man habe im eigenen ßanbe genügenb Gelegenheit, Polizei­funktionen auszuüben. Der Chef ber Bundesgeheim­polizei, Edgar Hoover, habe ja erst kürzlich fest- gestellt, baß in ben Vereinigten Staaten über vier Millionen Verbrecher auf freiem Fuß lebten.

London, 13.Dez. (DNB.) Nach einer Reuter­meldung hatte der Kommandierende ber japanischen Truppen in Wuhu oberhalb von Nanking ben Befehl gegeben, alle Schiffe, bie sich in ben nächsten Tagen auf bem Jangtse bewegten, unter Feuer zu nehmen. Dar­aufhin waren auch die britischen Kriegs­schiffe angewiesen worben, Angriffe ber japa­nischen Flugzeuge sofort mit Artillerie - unb Maschinengewehrfeuer z u beantwor- t e n.

Am Sonntag haben nun zum ersten Mal bri­tische Kriegsschiffe in Abwehr eines Angriffes das Feuer auf japanische Flugzeuge er­öffnet. Gegen 13.30 Uhr warfen drei ja­panische Flugzeuge acht Bomben auf die Kanonenbootedriquet" unbSca - r a b" ab. Beide Kriegsschiffe eröffneten hierauf sofort das Feuer mit Maschinengewehren. Die ja­panischen Flugzeuge griffen hierauf, nach dem Reu­terbericht, eine Ansammlung britischer Han­delsschiffe an unb warfen mehrere Bomben ab. Die britischen Kriegsschiffe eröffneten daraufhin zum zweiten Mal bas Feuer mit Maschi­nengewehren Unb würben erneut von ben japa­nischen Flugzeugen angegriffen, bie sechs mittlere Bomben abwarfen. Die britischen Kanonenboote brachten hierbei auch ihre Flugzeug­abwehrkanonen in Tätigkeit, woraufhin die japa­nischen Flugzeuge verschwanben. Um 14.30 Uhr würbe die Ansammlung britischer Schiffe erneut mit Bomben beworfen, woraus die Ka­nonenboote wiederum Abwehrfeuer mit Flugzeugabwehrkanonen gaben. Keines der engli­schen Kriegs- und Kauffahrteischiffe wurde ge­troffen.

Der britische Flottenoffizier, der in Nanking bas Kommando führt, Kapitän Ashby, legte hierauf Protest bei ben japanischen Behörben ein und verlangte Sicherheitsgarantien für bie britischen Schiffe. Er gab - erneut ben Befehl aus, daß das Feuer aus jedes Flugzeug zu eröffnen sei, sobald es mit Sicherheit als a n g r e i = fenbes erkannt wird. Am Nachmittag sand ein dritter Angriff auf bie britischen Schiffe statt, den die beiben Kanonenboote erfolgreich ab­wehrten. Die Zwischenfälle haben sich auf bem Jangtse auf ber Hohe von Wuhu abgespielt.

Im Unterhaus erklärte Eben, baß verschiedene japanische Angriffe auf britische Schiffe erfolgt seien, unb baß bie britischen Schiffe bas Feuer er= roibert hätten.Es bedarf keiner nachbrücklichen Hervorhebung, wie ernst diese Zwischen­fälle sind; aber in Anbetracht ber ernsten Fra­gen, die aufgeworfen wurden, hoffe ich, daß das Haus von mir keine weiter ins einzelne gehende Erklärung erwarten wird. Die britische und die amerikanische Regierung berieten über die An­griffe auf englische und amerikanische Schiffe mit­einander." Eden betonte weiter, daß er die Scha-

maliger chinesischer Minister angehören sollen, wirb von bem jetzt 65jährigen Wangkomin geleitet werben, ber Präsibent ber Chinesischen Zentralbank unb im Jahre 1917 Finanzminister war.

In einer von ber neuen Regierung vorbereiteten Erklärung heißt es u. a., baß bie Erneuerung Chinas unter Beseitigung ber Willkür­herrschaft ber bisherigen Regierung unb ber Kuomintang (Einheitspartei") burchgeführt werben solle. Das Hauptziel ber neuen Regierung fei bie Ausrottung bes Bolsche­wismus. Mitglieder ber Kuomintang, bie an ber Erneuerung Mitarbeiten wollten, seien willkommen. Alle bisherigen Verträge mit ßänbern, die mit China aufrichtig befreundet feien, würden geachtet werden, während neue Verträge von ber künftigen Einstellung ber Länber zu China unb zu ber Pe­kinger Regierung abhängig gemacht werben. Als vorläufiges Programm fei enge freunbfchaft- I i cf) e Zusammenarbeit mit Japan unb Manbschukuo, Entwicklung von Jnbustrie, Ge­werbe unb Lanbwirtschast sowie planmäßiger Aus­bau der Selbstverwaltung vorgesehen.

WarumberichtetZapansoschnell?

Wenn in Japan ober in China sagen wir beispielsweise am Vormittag bes 14. Dezember irgenb etwas geschah, so lesen wir ben Bericht z u betreiben Zeit, wo sich das Ereignis abge­spielt hat. Dieses Wunber erklärt sich leicht. Die Japaner sind mit der Sonne aufgeftan» den, die von Osten nach Westen ihre schein­bare Bahn zieht und die die Japaner deshalb früher mit ihrem Licht beglückt als uns. Oder weniger poetisch gesagt: In Japan stehen die Leute früher auf, weil ihre Uhr unsererMitteleuropä­ischen Zeit" um geschlagene acht Stunden vorangeht. Wir haben einen ähnlichen Vorteil gegenüber den Nordamerikanern; wenn wir zu Mittag essen, stehen die Neuyorker erst auf. Manchmal kann dieser zeitliche Vorsprung, den wir haben, allerdings auch zu einer leichten Unbequem­lichkeit werden, wenn nämlich etwa S ch m e I i n g in Neuyork boxt und unsere Sportgemeinde den Bericht über die Taten ihres Lieblings zu der für uns ganz unmöglichen Zeit von 4 Uhr mor­gens abhören muß; in Neuyork aber ist ber vor­herige Tag noch nicht zu Enbe gegangen unb nach Neuyorker Zeit boxtMaxe" um 10 Uhr abends.

Panay" aus. Botschafter Saito versicherte bem Staatssekretär, daß bie japanische Regierung sich um die Ueberlebenben desPanay"-Zwischenfalls kümmern wolle; diese Fürsorge werde allerdings durch die Tatsache erschwert, daß die Landung der Ueberlebenben im Kriegsgebiet erfolgt sei. Amerika­nischen Pressevertretern erklärte er, baß ber Zwi­schenfall bie Folge eines außerorbentlich schweren Versehens gewesen sei. Irrtümlich hätten japa­nische Flieger bas amerikanische Kanonenboot für ein chinesisches Schiff mit flüchtenden chinesisch en Soldaten an Bord gehalten. Das japanische Außenamt erklärte, daß japanische Flugzeuge 20 Meilen oberhalb von Nanking zehn Schiffe bombardierten, die als chine­sische Transporter angesprochen worden seien. Später habe sich herausgestellt, daß sich unter diesen Schiffenxd r e i Dampfer ber Stan­dard Oil unb bas amerikanische Kanonenboot Pana y" befanden. Die japanische Regierung bedauere diesen Vorfall tief. Sowohl Außen­minister Hirota wie die japanischen Botschafter Saito in Washington unb Kawagoe in Schang­hai unb ber Chef ber japanischen Chinaflotte hätten offiziell das Bedauern ber japanischen Regie­rung über diesen unglücklichen Fall ausgesprochen. Die Japaner hätten trotz Minengefahr Kriegsschiffe an den Ort des Zwischenfalls zur Hilfeleistung entsandt. Ein japanisches Flugzeug mit Ver-

Tokio, 13. Dez. (DNB.) Die japanische Nach­richtenagentur Somei meldet, daß Nanking von ben japanischen Truppen voll­kommen besetzt worben ist.Der Fall Nan­kings leitet eine neue Aera in Oftafien ein und ist von roeittragenber politischer unb militä­rischer Bebeutung für Japan unb bie Nachbar­staaten", so fassen bie zustänbigen Kreise Tokios ihr Urteil über die Bebeutung bes Ereignisses zu­sammen. Das Hauptquartier betont in einer länge­ren. Erklärung, baß die Feindseligkeiten solange weiter gehen würden, wie Tschiangkaischek ben Widerstanb nicht a u f g e b e. Die japanische Armee würde ben mili­tärischen Druck auf bie japanfeindliche chinesische Re­gierung unb ihre Truppen verstärkt fort­setzen. Außenpolitisch müßten internationale Aktionen aufmerksam beobachtet werben. Das japa­nische Volk würbe nunmehr seine Kräfte ver- b o p p e l n, um feindliche Operationen enbgültig unmöglich zu machen.

Das BlattAsahi Schimbun" schreibt, ber, Fall Nankings mache bie internationale Stellung bes japanischen Kaiserreiches bebeutenber unb einfluß­reicher. Das Blatt kündigt eine Sonderkonfe­renz des Hauptquartiers und der Regierung unter Vorsitz des Kaisers an, um Richt­linien für die Festlegung des politischen unb mili­tärischen Friedens in Fernost auszustellen. Das Hauptquartier, die Regierung und ber Beraterstab seien barüber einig, daß auch weiterhin Enffchlossen- heit not tue.

Neue Negierung füll in Peking gebildet werden.

Gegen die Kuomintang.

Tokio, 13. Dez. (DNB.) Während Marschall Tschiangkaischek sein Hauptquartier nach der Hauptstadt der Provinz Kiangsi, N a n t s ch a n g, ver­legt hat unb bie Zentralregierung bereits vor einiger Zeit nach Hankau bzw. nach T s ch u n g k i n g, ber Hauptstadt ber Provinz Szetschuan, übergesie- belt ist, soll, wie bie AgenturDomei melbet, nach bem Fall von Nanking in Peking eineVorläu­fige Regierung ber Republik China" gebildet werben. Die neue Regierung, ber bie frü­heren chinesischen Bunbespräsibenten T s a o k u n unb Hsuschihtschang sowie eine Anzahl ehe-