den
von mnb sechs Milliarden Reichsmark
Der frühere französische Ministerpräsident Flan- din traf am Montag zu einem Besuch in der Reichshauptstadt Berlin ein. Er hatte mit Reichspropagandaminister Dr. Goebbels eine zweistündige Unterredung. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Auslands- Gegenwert auf einen
sersatzfrage erwäge.
Manische Entschuldigung in Washington.
eine Unterredung zwischen Delbos und Stojadino- witsch statt, die etwa eine Stunde dauerte.
Landin in Berlin.
Ergebnis abgeschlossen worden.
Der Gesamtumfang der durch die jährlichen Kreditabkommen geregelten deutschen kredite ist seit Oktober 1931 von einem
Der Fall AankiW.
Der militärische Druck auf Tschiangkaischek wird verstärkt fortgesetzt
Japanisch-britische Zwischenfälle auf dem Jangtse
Gefecht zwischen japanischen Klugzeugen und britischen Kriegsschiffen bei Wuhu.
Erklärung Edens im Unterhaus.
DieBersenkung desKanonenboots!,Panay"
Washington, 13. Dez. (DRB.) Präsident Roosevelt ließ durch Staatssekretär Hüll dem japanischen Botschafter in den Vereinigten Staaten, Saito, erklären, er sei von dem Bombardement auf amerikanische und andere nichtchinesische Schiffe auf dem Jangtse sehr betroffen und darüber besorgt. Er bitte, das auch dem Kaiser mitzuteilen. Er sei noch damit beschäftigt, sich Einzelheiten über den Vorgang zu beschaffen, inzwischen aber erwarte er eine formelle Bedauernskundgebung der japanischen Regierung und die Zusicherung einer voll en Entschädi- gun g. Ferner erwarte er, daß Vorsorge gegen eine Wiederholung solcher oder ähnlicher Zwischenfälle getroffen werde.
Im Auftrage seiner Regierung sprach Botschafter Saito dem Staatssekretär Hüll das ti e fste Bedauern über die Versenkung des Kanonenbootes
Delbos in Belgrad.
Belgrad, 12. Dez. (DRB.) Der französische Außenminister Delbos traf am Sonntagvormittag in Belgrad ein. Am Bahnhof wurde Delbos von Ministerpräsident Dr. Stojadino- witsch begrüßt. Delbos schrieb sich im Hofmarschallamt in die Besuchsbücher der königlichen Familie ein, worauf er Stojadinowitsch rm Außenministerium einen Besuch abstattete. Mittags wurde Delbos vom Prinzregenten Paul empfangen. Hieran schloß sich ein Frühstück.
Stojadinowitsch gab am Sonntagabend zu Ehren des französischen Außenministers ein Galadiner, an dem die Regierung sowie die ausländischen diplomatischen Missionen teilnahmen. Stojadinowitsch erklärte: Der Wunsch nach einer freundschaftlichen und konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Jugoslawien stelle die Grundlinie der jugoslawischen Außenpolitik dar. Die jugoslawische Regierung wolle die bestehenden Freundschaften erhalten und pflegen, anderseits im Rahmen ihrer unmittelbaren Interessen alle Ursachen von Konflikten und Mißverständnissen beseitigen und so ihren Beitrag zur Erhaltung des allgemeinen Friedens leisten. Delbos erinnerte in seiner Erwiderung an das gemeinsame französisch-jugoslawische Kriegserlebnis und führte weiter aus, daß der jugoslawisch-französische Freundschaftspakt vom Jahre 1927 die Uebereinstimmung der Gefühle und Interessen dex beiden Völker besiegelt habe. Der Wert eines Paktes hänge freilich auch von dem guten Willen der Partner ab und von den zwischen ihnen bestehenden Beziehungen, weshalb diese durch wirtschaftlichen und geistigen Austausch, durch den Kontakt zwischen den zivilen und militärischen Chefs weitergetrieben werden müßten. Die beiden Staaten böten die besten Grundlagen für eine breite und solide Zusammenarbeit.
Der französische Außenminister begab sich Mon- tagvormittaa nach T o p o l a, 80 Kilometer südlich von Belgrad, wo er am Grabe des Königs Alexander I. von Jugoslawien einen Kranz niederlegte. Dr. Stojadinowitsch gab mittags ein Frühstück in engerem Kreise. Nachmittags fand
solchen von etroas unter einer Milliarde Reichsmark zurückgeHanaen, wobei zur Verminderung zwar auch die Abwertung ausländischer Währungen erheblich beigetragen hat, ein wesentlicher Teil des Abbaues jedoch durch die deutschen Zahlungen in Reichsmark auf Registerkonto erfolgt ist. Die R e i s e m a r k, als welche die Registermark vorwiegend verwendet wird, hat sich für den ausländischen Reiseverkehr in Deutschland als sehr förderlich erwiesen. Ihre bisherige Handhabung ist auch für das 1938er Abkommen vorgesehen.
Während im wesentlichen das Abkommen unverändert fortgesetzt wird und eine Rückführung der Kredite durch Devisenzahlung wiederum unterbleibt, enthält es insbesondere zwei Neuerungen. Die eine ist der allmähliche Ersatz von Krediten, die den Erfordernissen des internationalen Kreditverkehrs nicht so entsprechen, wie es für den deutschen Kredit und die ausländischen Bankinstitute erwünscht ist, durch regelrechte Rembours - Kredite. Der Beginn dieser Umwandlung wird durch die Ausdehnuna des deutschen Außenhandels ermöglicht, der wiederum eine allmählich steigende Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Rembours-Krediten verlangt. Dieser Entwicklung wird Grenzen vor allem dadurch gesetzt, daß ein großer Teil des deutschen Außenhandels unter Clearingverträgen stattfindet und dadurch dem Rembours-Wechsel nicht zugänglich ist. Schon jetzt besteht ein bedeutender Teil der im Abkommen behandelten Kredite aus solchen Rembours-Krediten.
Eine weitere Aenderung bedeutet es, daß u n - benutzte Kredite von Banken an Banken nicht gestrichen werden, auch wenn sie schon seit längerer Zeit nicht in Anspruch genommen worden sind. Die Erfahrung zeigt, daß bei entsprechender Entwicklung des Auslandsgeschäftes der Kunden der Bank eine Wiederbenutzung sehr wohl in -Frage kommen kann. Dagegen kann man annehmen, daß seit längerer Zeit nicht benutzte direkte Kredite eines einzelnen industriellen oder kommerziellen Schuldners tatsächlich keine Verwendungsmöglichkeit mehr haben; diese Kredite werden, wenn seit zwei Jahren dauernd nicht mehr benutzt, als erloschen betrachtet.
Der neue Oberfinanzpräsident in Kassel.
NSG. 2lm 14. Dezember wird in Kassel in Anwesenheit von Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger der neue Oberfinanzpräsident, Pg. Voß, durch den Reichsminister der Finanzen ein» geführt. Voß wurde 1886 in Birnbaum (Provinz Posen) geboren. Er studierte Rechts- und Staatswissenschaften. Im August 1914 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger. 1920 trat er in die Reichsfinanzverwaltung ein. Von 1922 bis 1923 war er Ge- schäftsführer des Ständigen Ausschusses beim Reichsentschädigunasamt. Nach längerem Wirken am Finanzamt Teltow wurde Voß im Juli 1933 in das Reichsfinanzministerium einberufen, wo er am 1. Septemder 1933 zum Oberregierungsrat und f935 zum Ministerialrat befördert worden ist. Er hatte hier die Personalangelegenheiten bearbeitet. In die NSDAP, ist Voß am 1. Dezember 1930 eingetreten; er hat die Mitgliedsnummer 410 725.
Wallenstein den Kaiser verraten habe oder nicht, ob er sein politisches Spiel aus egoistischen Motiven ober im Interesse bes Reichsfriebens getrieben habe, begann schon mit bem Tobe bes Feldherrn und ist bis zum heutigen Tage nicht verstummt. Daß das Interesse an seiner Person dauernd erhalten blieb, verdankt er der Schillerschen Trilogie Aber auch die Gelehrten sahen sich getrieben, das geheimnisvolle Leben und Sterben des seltsamen Mannes zu erforschen. Leopold von Ranke, Max Lenz und Heinrich von Srbrik stellen als Ergebnis chrer Untersuchungen fest, daß Wallenstein sich in der Hauptsache von idealen Beweggründen letten ließ, trotz vieler Unzulänglichkeiten in seinem Wesen, während der tschechische Historiker Josef P e k a r s ch, dessen Wallenstein-Biographie in deutscher Ueber- setzung jüngst erschien, nur den bösen, ichsüchtigen Geist erkennt, dem alle sittlichen Grundsätze als bloße Vorwände seines unsittlichen Tuns dienten. Schillers Urteil in „Wallensteins Lager" trifft also heute wie vor 150 Jahren zu: „Von der Parteien Gunst und Haß verwirrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte".
Die tiefere geschichtliche Wahrheit liegt im Falle Wallensteins wie auch sonst oft auf einer anderen Ebene, auf einer Ebene, die nur noch dem gestaltenden Künstler, nicht mehr dem Wissenschaftler zugänglich ist. Sie ist nicht mehr im „objekttven" Sinne faßbar. Denn wo schon die lückenhaften historischen Quellen zu so verschiedener Auslegung führen, da kann wohl nur die „subjektive" Wahrheit helfen, die der Dichter verkündet. Deshalb begrüßen wir den Roman Bohlmanns. Er schenkt uns ein ganz neuartiges und — wie uns scheint — gerechtes Bild jenes Mannes, der, selber zwischen Gut und Böse stehend, auch nicht die Kraft aufbringt, eine klare Trennungslinie zwischen seinem romhörigen Habsburgkaiser und seiner deutschen Umwelt zu ziehen. Der Riß der Zeiten geht mitten durch ihn hindurch, spiegelt sich in Taten und Gedanken wider.
Bilder von einer unerhörten Eindruckskraft ziehen an unserem Geiste vorüber und bleiben für immer im Gedächtnis haften: die unheimliche Fahrt des schwarzen Kaiserschiffes von Wien nach Regensburg — die nächtliche Begegnung Wallensteins mit Gustav Adolf zwischen den Schlachfeldern — die modrige Atmosphäre oben in den kalten Prunkgemächern der Hofburg — das Feilschen der Fürsten — die unermüdliche Niedertracht der Jesuiten — die Verschwörung der Generale — das Ende in Eger. Unvergeßliche Szenen und unvergeßliche Gestalten, doppelt stark empfunden deshalb, weil auch in den schwärzesten Seelen noch ein Fünkchen menschlichen Anstandes glimmt, weil auch in den trübsten Stunden die Hoffnung auf das Reich niemals vergeht. Aus der schuldhaften Verstrickung führte freilich noch kein Weg ins Freie. An und in Wallenstein vollzog sich die deutsche Tragödie.
Heinricn Evers.
Das neue Abkommen fiirAufrechterhaitnngderbankmaßtgen Ausiandskredite.
London, 13. Dez. (DNB.) Die Verhandlungen über ein neues Abkommen für Aufrechterhaltung der bankmäßigen Auslandskredite Deutschlands (Stillhalteabkommen) für die Zeit nach dem 1. März 1938 sind nach zweiwöchigen Besprechungen mit befriedigendem
DerArbeitsemsaH im November.
Berlin, 13. Dez. (DNB.) Wie die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung mitteilt, hat sich die im Herbst und Winter alljährlich übliche Zunahme der Arbeitslosigkeit im. November in engen Grenzen gehalten. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um rund 71 000. Zu dieser erfreulichen Entwicklung hat neben der Fortdauer der allgemein lebhaften Wirtschaftstätigkeit die im November in den meisten Reichsgebieten noch recht günstige Witterung wesentlich beigetragen. Ende November wurden rund 573 000 Arbeitslose gezählt gegenüber rund 1 197 000 am 30. November 1936, also rund 624 000 weniger. Voll einsatzfähig und auch zwischenbezirklich ausgleichsfähig waren Ende November 1937 rund 117 000 Arbeitslose gegenüber rund 87 000 Ende Oktober. Eine besonders erfreuliche weitere starke Abnahme der Arbeitslosenzahl ergab sich bet den Angestellten (minus rund 7300), teils unter der Auswirkung der 5. Anordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes, teils durch verstärkte Anforderungen von Aushilfskräften für bas Weihnachtsgeschäft.
Die deutsche Volksgruppe in Rumänien vor der Wahl.
Bukarest, 13. Dez. (DNB.) Die Deutsche Volksgemeinschaft Rumäniens hat mit ber Regierung Tatarescu ein Wahlübereinkommen geschloffen, bas insbefonbere in kultureller Hinsicht wesentliche Z u g e ft ä n b n i \ f e für bie beutsche Volksgruppe Rumäniens enthält. In seinen Auswirkungen bebeutet bas Uebereinfommen bie A n - erkennung bes beutschen Volkstums als aufbauendes Element im staatlichen Leben Rumäniens. Die Verwirklichung biefes Zieles ist sei langem von der gesamten beutschen Volks- gruppe angestrebt worben. Daß eine Sonbergruppe bes rumänischen Deutschtums bem Wahlübereinkommen nicht beigetreten ist, wirb unter biesen Umftän- ben ben Wahlerfolg kaum beeinträchtigen können. Der Sonberliste werben keine Erfolgsaussichten zu- gesprochen.
bandmaterial und Aerzten an Bord sei ebenfalls auf geboten worben.
Die Beschießung bes Kanonenbootes löste im Bunbessenat eine längere Debatte aus. Der Vorsitzenbe bes Auswärtigen Ausschusses, Senator P i 11 m a n , erklärte, baß bas Stacttsbepartement bemüht sei, alle Einzelheiten bes Zwischenfalles schnellstens festzustellen. Mehrere Senatoren verlangten bie sofortige Zurückziehung aller noch in China verbliebenen Staatsangehörigen ber Vereinigten Staaten unb ihre umgehenbe Fortschaffung aus ber Gefahrenzone. — Senator S h i p ft e a b von der Farmerpartei verlangte zur Vermeibung weiterer Zwischenfälle sogar bie Zurückziehung aller amerikanischen Streitkräfte aus China. Währenb ber republikanische Senator Borah erklärte, baß er keinen Grunb zu einer brastischen Aktion sehe, bezeichnete ber bemokrcttische Senator Copeland bie Lage als „sehr ernst". Senator R e y n o l b s (Demokrat) äußerte, es sei nun enblich an der Zeit, baß USA. aufhöre, ben Polizisten ber Welt zu spielen. Man habe im eigenen ßanbe genügenb Gelegenheit, Polizeifunktionen auszuüben. Der Chef ber Bundesgeheimpolizei, Edgar Hoover, habe ja erst kürzlich fest- gestellt, baß in ben Vereinigten Staaten über vier Millionen Verbrecher auf freiem Fuß lebten.
London, 13.Dez. (DNB.) Nach einer Reutermeldung hatte der Kommandierende ber japanischen Truppen in Wuhu oberhalb von Nanking ben Befehl gegeben, alle Schiffe, bie sich in ben nächsten Tagen auf bem Jangtse bewegten, unter Feuer zu nehmen. Daraufhin waren auch die britischen Kriegsschiffe angewiesen worben, Angriffe ber japanischen Flugzeuge sofort mit Artillerie - unb Maschinengewehrfeuer z u beantwor- t e n.
Am Sonntag haben nun zum ersten Mal britische Kriegsschiffe in Abwehr eines Angriffes das Feuer auf japanische Flugzeuge eröffnet. Gegen 13.30 Uhr warfen drei japanische Flugzeuge acht Bomben auf die Kanonenboote „driquet" unb „Sca - r a b" ab. Beide Kriegsschiffe eröffneten hierauf sofort das Feuer mit Maschinengewehren. Die japanischen Flugzeuge griffen hierauf, nach dem Reuterbericht, eine Ansammlung britischer Handelsschiffe an unb warfen mehrere Bomben ab. Die britischen Kriegsschiffe eröffneten daraufhin zum zweiten Mal bas Feuer mit Maschinengewehren Unb würben erneut von ben japanischen Flugzeugen angegriffen, bie sechs mittlere Bomben abwarfen. Die britischen Kanonenboote brachten hierbei auch ihre Flugzeugabwehrkanonen in Tätigkeit, woraufhin die japanischen Flugzeuge verschwanben. Um 14.30 Uhr würbe die Ansammlung britischer Schiffe erneut mit Bomben beworfen, woraus die Kanonenboote wiederum Abwehrfeuer mit Flugzeugabwehrkanonen gaben. Keines der englischen Kriegs- und Kauffahrteischiffe wurde getroffen.
Der britische Flottenoffizier, der in Nanking bas Kommando führt, Kapitän Ashby, legte hierauf Protest bei ben japanischen Behörben ein und verlangte Sicherheitsgarantien für bie britischen Schiffe. Er gab - erneut ben Befehl aus, daß das Feuer aus jedes Flugzeug zu eröffnen sei, sobald es mit Sicherheit als a n g r e i = fenbes erkannt wird. Am Nachmittag sand ein dritter Angriff auf bie britischen Schiffe statt, den die beiben Kanonenboote erfolgreich abwehrten. Die Zwischenfälle haben sich auf bem Jangtse auf ber Hohe von Wuhu abgespielt.
Im Unterhaus erklärte Eben, baß verschiedene japanische Angriffe auf britische Schiffe erfolgt seien, unb baß bie britischen Schiffe bas Feuer er= roibert hätten. „Es bedarf keiner nachbrücklichen Hervorhebung, wie ernst diese Zwischenfälle sind; aber in Anbetracht ber ernsten Fragen, die aufgeworfen wurden, hoffe ich, daß das Haus von mir keine weiter ins einzelne gehende Erklärung erwarten wird. Die britische und die amerikanische Regierung berieten über die Angriffe auf englische und amerikanische Schiffe miteinander." Eden betonte weiter, daß er die Scha-
maliger chinesischer Minister angehören sollen, wirb von bem jetzt 65jährigen Wangkomin geleitet werben, ber Präsibent ber Chinesischen Zentralbank unb im Jahre 1917 Finanzminister war.
In einer von ber neuen Regierung vorbereiteten Erklärung heißt es u. a., baß bie Erneuerung Chinas unter Beseitigung ber Willkürherrschaft ber bisherigen Regierung unb ber Kuomintang („Einheitspartei") burchgeführt werben solle. Das Hauptziel ber neuen Regierung fei bie Ausrottung bes Bolschewismus. Mitglieder ber Kuomintang, bie an ber Erneuerung Mitarbeiten wollten, seien willkommen. Alle bisherigen Verträge mit ßänbern, die mit China aufrichtig befreundet feien, würden geachtet werden, während neue Verträge von ber künftigen Einstellung ber Länber zu China unb zu ber Pekinger Regierung abhängig gemacht werben. Als vorläufiges Programm fei enge freunbfchaft- I i cf) e Zusammenarbeit mit Japan unb Manbschukuo, Entwicklung von Jnbustrie, Gewerbe unb Lanbwirtschast sowie planmäßiger Ausbau der Selbstverwaltung vorgesehen.
WarumberichtetZapansoschnell?
Wenn in Japan ober in China — sagen wir beispielsweise — am Vormittag bes 14. Dezember irgenb etwas geschah, so lesen wir ben Bericht z u betreiben Zeit, wo sich das Ereignis abgespielt hat. Dieses Wunber erklärt sich leicht. Die Japaner sind mit der Sonne aufgeftan» den, die von Osten nach Westen ihre scheinbare Bahn zieht und die die Japaner deshalb früher mit ihrem Licht beglückt als uns. Oder weniger poetisch gesagt: In Japan stehen die Leute früher auf, weil ihre Uhr unserer „Mitteleuropäischen Zeit" um geschlagene acht Stunden vorangeht. Wir haben einen ähnlichen Vorteil gegenüber den Nordamerikanern; wenn wir zu Mittag essen, stehen die Neuyorker erst auf. Manchmal kann dieser zeitliche Vorsprung, den wir haben, allerdings auch zu einer leichten Unbequemlichkeit werden, wenn nämlich etwa S ch m e I i n g in Neuyork boxt und unsere Sportgemeinde den Bericht über die Taten ihres Lieblings zu der für uns ganz unmöglichen Zeit von 4 Uhr morgens abhören muß; in Neuyork aber ist ber vorherige Tag noch nicht zu Enbe gegangen unb nach Neuyorker Zeit boxt „Maxe" um 10 Uhr abends.
„Panay" aus. Botschafter Saito versicherte bem Staatssekretär, daß bie japanische Regierung sich um die Ueberlebenben des „Panay"-Zwischenfalls kümmern wolle; diese Fürsorge werde allerdings durch die Tatsache erschwert, daß die Landung der Ueberlebenben im Kriegsgebiet erfolgt sei. Amerikanischen Pressevertretern erklärte er, baß ber Zwischenfall bie Folge eines außerorbentlich schweren Versehens gewesen sei. Irrtümlich hätten japanische Flieger bas amerikanische Kanonenboot für ein chinesisches Schiff mit flüchtenden chinesisch en Soldaten an Bord gehalten. Das japanische Außenamt erklärte, daß japanische Flugzeuge 20 Meilen oberhalb von Nanking zehn Schiffe bombardierten, die als chinesische Transporter angesprochen worden seien. Später habe sich herausgestellt, daß sich unter diesen Schiffenxd r e i Dampfer ber Standard Oil unb bas amerikanische Kanonenboot „Pana y" befanden. Die japanische Regierung bedauere diesen Vorfall tief. Sowohl Außenminister Hirota wie die japanischen Botschafter Saito in Washington unb Kawagoe in Schanghai unb ber Chef ber japanischen Chinaflotte hätten offiziell das Bedauern ber japanischen Regierung über diesen unglücklichen Fall ausgesprochen. Die Japaner hätten trotz Minengefahr Kriegsschiffe an den Ort des Zwischenfalls zur Hilfeleistung entsandt. Ein japanisches Flugzeug mit Ver-
Tokio, 13. Dez. (DNB.) Die japanische Nachrichtenagentur Somei meldet, daß Nanking von ben japanischen Truppen vollkommen besetzt worben ist. „Der Fall Nankings leitet eine neue Aera in Oftafien ein und ist von roeittragenber politischer unb militärischer Bebeutung für Japan unb bie Nachbarstaaten", so fassen bie zustänbigen Kreise Tokios ihr Urteil über die Bebeutung bes Ereignisses zusammen. Das Hauptquartier betont in einer längeren. Erklärung, baß die Feindseligkeiten solange weiter gehen würden, wie Tschiangkaischek ben Widerstanb nicht a u f g e b e. Die japanische Armee würde ben militärischen Druck auf bie japanfeindliche chinesische Regierung unb ihre Truppen verstärkt fortsetzen. Außenpolitisch müßten internationale Aktionen aufmerksam beobachtet werben. Das japanische Volk würbe nunmehr seine Kräfte ver- b o p p e l n, um feindliche Operationen enbgültig unmöglich zu machen.
Das Blatt „Asahi Schimbun" schreibt, ber, Fall Nankings mache bie internationale Stellung bes japanischen Kaiserreiches bebeutenber unb einflußreicher. Das Blatt kündigt eine Sonderkonferenz des Hauptquartiers und der Regierung unter Vorsitz des Kaisers an, um Richtlinien für die Festlegung des politischen unb militärischen Friedens in Fernost auszustellen. Das Hauptquartier, die Regierung und ber Beraterstab seien barüber einig, daß auch weiterhin Enffchlossen- heit not tue.
Neue Negierung füll in Peking gebildet werden.
Gegen die Kuomintang.
Tokio, 13. Dez. (DNB.) Während Marschall Tschiangkaischek sein Hauptquartier nach der Hauptstadt der Provinz Kiangsi, N a n t s ch a n g, verlegt hat unb bie Zentralregierung bereits vor einiger Zeit nach Hankau bzw. nach T s ch u n g k i n g, ber Hauptstadt ber Provinz Szetschuan, übergesie- belt ist, soll, wie bie AgenturDomei melbet, nach bem Fall von Nanking in Peking eine „Vorläufige Regierung ber Republik China" gebildet werben. Die neue Regierung, ber bie früheren chinesischen Bunbespräsibenten T s a o k u n unb Hsuschihtschang sowie eine Anzahl ehe-


