Ausgabe 
14.9.1937
 
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Nr. 214 Erstes Blatt

187. Jahrgang

Dienstag, 14-September |057

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Der Bolschewismus stört die europäische Kulturgemeiuschast.

Der Führer warnt erneut die Völker Europas in seiner Schlußrede auf dem Nürnberger Parteikongreß.

für Jahr an dieser Stätte der lebendige Beweis für die gelungene Lösung dieser nationalsozia­listischen Aufgabe sein!

Damit aber wird erst die endgültige Widerlegung dessen eintreten, was von so vielen auch unter uns, besonders aber von fast allen heute noch Außen- tehenden dahergeredet wird: Daß nämlich dieses neue Deutschland eine Wiedergeburt des alten sei. Sie alle, meine Volksgenossen, die Sie bas Gluck hatten, diese vergangenen acht Tage in Nürnberg miterleben zu dürfen. Sie müssen es zumindest un­bewußt empfunden haben: Daß bas, was sich hier vor unseren Augen abspielte, früher noch nie­mals war. Nicht eine Wiedergeburt ist es, sonbern etwas Neues, in der deutschen Geschichte noch nicht bageroefenes Einmaliges. Denn noch niemals ist bie geistige Zielsetzung und Willensbildung un- erer Nation so ibentisch gewesen mit den natürlichen Pflichten zur politischen Selbstbehauptung wie heute. Noch niemals ist im deutschen Volk die Weltanschauung gleich gewesen mit den ewigen Lebensgesetzen der Natur unb bamit auch ber Nation unb ihren ßebensbebingun- gen. Noch niemals war die weltanschauliche Aus­richtung so ausschließlich eingestellt auf ben Ge­danken ber Forterhaltung unseres Vol - k e s wie heute, unb noch niemals war eine so klare Übereinstimmung gefunben worden zwischen ber geistigen Ausrichtung und ber körperlichen Ge- taltung wie jetzt im nationalsozialistischen Staat!

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entsteht die innere Wiedergeburt.

Erhalten Sie nicht alle, meine Volksgenossen, ge­rade angesichts dieser demonstrativen Schau der Stärke und Kraft unserer Bewegung und damit des deutschen Volkes die Empfindung, daß eine solche Mobilisierung des Geistes und des Körpers doch nur das Ergebnis und die Folge eines zwin­genden Anlasses sein kann?

Wie off überdenkt nicht mancher von uns die Frage, was wohl aus Deutschland geworden wäre, wenn uns das Schicksal im Jahre 19 14 einen leichten schnellen Sieg geschenkt haben würde. Was wir damals alle mit hei­ßem Herzen erstrebten, wäre vermutlich von einer höheren Warte aus gesehen für unser Volk nurein Unglück gewesen. Dieser Sieg hätte wahrscheinlich sehr traurige Fol­gen gehabt. Denn im Innern wären wir ge­rade durch ihn von jenen Erkenntnissen fern­gehalten worden, die uns heute zurückschau­dern lassen vor dem Weg, auf dem sich das damalige Deutschland schon befand. Die weni­gen einsichtsvollen Warner aber wären der Lächerlichkeit verfallen. Der nur auf den äuße­ren militärischen Wachlmitteln fußende und durch sie getragene Staat wäre in gänzlicher Unkenntnis der Bedeutung der blutmäßigen Quellen der Volkskraft früher ober später z u m Vernichter feiner eigenen Existenz

Der Bolschewismus selbst behaupiel feinen wellrevolnüonären Charakter.

Wer hat dieses Wunder vor zehn ober zwanzig Jahren in Deutschland für möglich gehalten, außer den damaligen wenigen Gläubigen unserer Bewe­gung? hat nicht diese Entwicklung alle, aber auch jene kühnsten Hoffnungen weit überrannt ober zu- rückgelassen, die in den sogenanntenvaterländi­schen Kreisen" einst ausgesprochen worden sind? Wer aus diesen Reihen von damals muß nicht heute mit tiefster Befriedigung zugeben, daß unserem Volke eine Kraft zuteil wurde, die weit außer und über allen früheren Vorstellungen liegt? Allein auch wir müssen einsehen, daß eine solche Mobilisierung der höchsten geistigen und körperlichen Streitkräfte einer Nation nur möglich ist in einer dafür geeigneten geschichtlichen Zeit und Umwelt. Es gehört zu den Aufgaben einer so wahrhaft großen Bewegung auch die Pflicht, jene Bedingungen zu begreifen, Die für sie selbst Ursache der Entstehung waren unb bie Voraussetzung für ihre Entwicklung abgaben. In den trägen Zeiten des deutschen bürgerlichen Weltliberalismus wäre niemals eine so gigantische Steigerung der Stärke und des Bewußtseins einer solchen Mission in un­serem Volke möglich gewesen. So, wie der Körper feine höchste Lebenskraft entwickelt im Augenblick ber Abwehr einer ihn bebrohenben Krankheit, so werden auch die Völker zu den höchsten Steigerun­gen der in ihnen schlummernden Energien erst dann getrieben, wenn sie in ihrem Dasein be - droht, ja gefährdet sind!

und Lebensgrundlagen geworden! Er­scheinungen, die wir in den vielen anderen Län­dern nach ihrem vermeintlichen Siege zu be­obachten Gelegenheit haben, hätten uns er­griffen. Statt durch eine katastrophenmähige Erschütterung vor dem Abgrund zurückgerissen zu werden, wären wir den schleichenden Giften der inneren Volkszersehung allmählich um so sicherer erleben. Für uns kann wirklich die Richtigkeit eines weisen Spruches als erwiesen gelten: Manches Wal äußert sich die tiefste Liebe der Vorsehung zu ihren Geschöpfen auch

durch eine Züchtigung!"

Der Not des damaligen Zusammenbruches ent­stieg bie nationalsozialistische Idee unb damit bas politische Glaubensbekenntnis der inneren Regene­ration des Volkes. Und nicht der nur äußerlichen Wieberausrichtung eines Staates in der Form einer Restauration! Dieser Not verdankte die national­sozialistische Bewegung aber auch ihre einzigartige Organisation. Nur in einer Umwelt von Feinden konnte sich die Partei zu jener kämpfe­rischen Erscheinung entwickeln, bie einmal befähigt war, auch ben Entscheidungskampf um die Macht zu führen. Und nur dank der fortgesetzten Verfol­gungen und Unterdrückungen fand in ihr der erste und beste Ausleseprozeß statt, der der Na­tion an Stelle der früheren Politiker die Fana­tiker einer Volksbewegung schenkte.

Nürnberg, 13. Sept. (DNB.) Im abendlichen Dämmer liegt bie erleuchtete Kongreßhalle. Sie ist schon seit Stunben überfüllt, aber immer noch strö­men auf allen Anmarschwegen neue Massen herein, um den Höhepunkt des Parteitages mitzuerleben. Hinter dem Rednerpult hat wiederum das Füh - rerkorps der Partei, vor ihm haben die Reichs- und Staatsminifter, die Staatssekretäre, die Generralität und Admiralität, der persönlichen Gäste des Führers, bie Vertreter der fremden Mächte, die Ehrenabordnungen der Faschistischen Partei Italiens, der nationalen Bewegung Spaniens, die führenden Männer aus Wirtschaft, Kunst unb Wissenschaft Platz genommen. Als der Musikzug der Leibstandarte den Badenweiler Marsch intoniert, erhebt sich alles von den Plätzen, unb ein einziger Jubelschrei empfängt den Führer, der mit den Reichs- und Gauamts­leitern den Mittelgang der Halle herunter zum Po­dium schreitet. Festlicher Ausklang zu der letzten Tagung des Parteikongresses ist Richard Wagners Vorspiel zu den Meistersingern. Rudolf Heß tritt an das Podium:Der Kongreß findet seinen Ab­schluß durch die Rede des Führers." Von er­neuten Heil-Rufen begrüßt beginnt der Führer die große Schlußrede des Parteikongreffes.

Der Führer spricht.

Parteigenossen und Parteigenossinnen! Nationalsozialisten!

Wenige Stunden noch und der neunte Par­teitag der nationalsozialistischen Bewegung fin­det sein Ende. Acht Tage lang stand die deutsche Nation wieder unter den Eindrücken ihres größ­ten F e st e s. Was Hunderttausende selbst erlebten ober mit eigenen Augen verfolgen konnten, beglei­teten Millionen Deutsche in- unb außerhalb des Reiches mit nicht weniger ergriffener Aufmerksam­keit. Wann gäbe es auch eine bessere Gelegenheit, sich von der Wirklichkeit des neuen deut­schen Staates so überzeugen zu können, als in dieser Woche seiner größten und demonstrativsten Bekundung? Immer wieder gleitet der Blick zurück auf das Erlebte und sucht nach Vergleichen in frü­heren Zeiten. Und immer wieder wird jeder ein­zelne von der Feststellung überwältigt, daß diese Kundgebungen so sehr aus dem Rahmen alles bis­her Erlebten in ihrer Gestalt und Eindringlichkeit herausfallen, daß sie nur unter f i ch selbst miteinander verglichen werden können. Sie sind nach keinem früheren Vorbild gestaltet worden, son­dern bilden ideell und organisatorisch das aus­schließliche Eigentum der nationalsozialistischen Par­tei. Schon in der Zeit des Ringens um die Macht hatte sie diesen Kundgebungen die wesentlichsten Züge ihres heutigen Charakters verliehen und sie seitdem zu einer Hohe und Tiefe weiter entwickelt, daß jedesmal eine weitere Steigerung unmöglich zu fein schien. Und dennoch glauben wir, am Reichs­parteitag der Arbeit wieder einen Fort­schritt feststellen zu können gegenüber dem des Jahres 1936. Noch mehr als früher trat gerade auf diesem Parteitag die Größe der erzieherischen Mis­sion des Nationalsozialismus in Erscheinung. Jene oft geforderte Synthese zwischen Kraft, Schönheit und Geist strebt nach ihrer Verwirklichung.

In dieser Woche, die hinter uns liegt, wurde der Nation ein ebenso konzentriertes Bild einer gigan­tischen geistigen und sachlichen Arbeit der letzten zwölf Monate gegeben, wie ihr aber auch schon die ersten Resultate der neuen körperli­chen Ausbildung des neuen deutschen Men­schen gezeigt werden konnten. Der Rhythmus dieser großartigen Demonstration volklicher Kraft und Geschlossenheit, geistiger Zucht und Ordnung ist ein sa hinreißender, daß sich ihm wohl niemand ent­ziehen kann, der aufgeschlossenen Herzens diese Tage miterlebte ober auch nur verfolgte.

Dies hat wahrhaftig nichts mehr zu tun mit jenem oberflächlichen seichten Patriotismus, der in vergangenen Jahrzehnten leider so oft als na­tionale Stärke gewertet werden wollte und dabei doch nur hohler Schein war.

Was uns in dieser Woche manches Wal fast erschütterte, war das weltanfchautich- volkliche Glaubens-Bekenntnis einer neuen Generation, und öfter als einmal standen hier wohl hunderttausende nicht mehr unter dem Eindruck einer politischen Kundgebung, sondern im Banne eines tiefen Gebetes, wer wollte behaupten, daß eine solche Wirkung nur in der Form liegen konnte? Rein, was sich hier an Formen zeigt, ist nur die äußerlich organisatorische Auswertung einer Idee. Diese Auswertung aber ist für uns alle um so beglückender, als sie allmählich beginnt, der Große unseres Ideals ebenbürtig zu werden. So wie der Rationalsozialismus eine geistige Revolutionierung unseres Volkes verursachte, so revolutioniert er auch das Bild der Erscheinung und des Auftretens des deut­schen Wenschen. In wenigen Jahrzehnten schon wird diese Tagung den letzten Erwartungen unseres neuen polittschen Bekenntnisses genü­gen. Die zur Ergänzung des rein Weltanschau­lich-Geistigen angegliederten K a m p f f p i e t e werden mithelfen, den neuen Typ des deutschen Wenschen zu formen: hart gestählte Wanner und anmutschöne Frauen sollen in den kommenden Jahrhunderten Jahr

Dank dieser Not wieder gelang es der Bewegung, nicht nur bie Macht im Staate zu erobern, sondern seitdem alle jene Kräfte zu finden und ein­zufetzen, die zur erfolgreichen Durchführung chrer Gedanken und Absichten erforderlich waren. An bie Stelle der Nationalsozialistischen Partei ist das von der Nationalsozialistischen Partei geführte deutsche Volk getreten. Dieses steht nun den gleichen Ein­wirkungen gegenüber wie einst die Partei. Der gleiche Feind, der uns zuerst ms Leben rief unb uns dann im Laufe dieses Kampfes immer wieder stärkte, bedroht uns auch heute. Er arbeitet mit jeder Lüge und mit jeder Gewalt, um fein Ziel zu erreichen Dies ist aber kein Kampf mehr um dürftige dynastische Interessen oder um die Korrek­tur von Landesgrenzen oder wegen kleiner Wirt- schaftsinteressen. Nein, dies ist der Kampf gegen eine wahre Weltkrankheit, die die Völker zu verpesten droht eine Völkerverseuchung, deren besonderes Merkmal die Internationalität ihrer Erscheinung ist Wir kennen den Grund dafür, denn es handelt sich nicht um eine russische Krankheit, oder um eine lvanische, ebensowenig als es 1918 eine deutsche, 1919 eine ungarische oder eine bayerische war! Weder Russen noch Deutsche oder Ungarn und Spa­nier waren oder sind die Erreger dieser Krank- beit sondern es ist jener internationale 'lkerparasit, der sich seit vielen Jahrhun­derten in der Welt verbreitet, um in unserer Zeit wieder zur vollen zerstörenden Auswirkung seines Daseins zu gelangen. (Stürmischer langanhaltender Beifall.)

Nur ein Befangener kann das Auge gegenüber der Tatsache verschließen, daß zwischen den viel­fältigen Erscheinungen der Erschütterung des ge­sellschaftlichen unb politisches Gefüges unb Lebens

ber Volker unb ber ihrer Volkswirtsckaften ober ihrer überlieferten Kulturen ein unbestreitbarer innerer Zusammenhang vorhanben ist. Nur wer mit Gewalt den Vogel Strauß nachahmen will, kann aber vor allem das übersehen, was von den eigentlichen geistigen Inspiratoren dieser Völker­erkrankung doch selbst offen und ungeniert zuge­geben wird.

Es erfordert eine gesegnete Raivität, dem Bol­schewismus jenen internationalen Charakter, unb zwar revolutionären Charakter abzustreiten, in einer Zeit, in der gerade der Bolschewismus selbst kaum einen Tag vergehen läßt, ohne feine weltrevolutionäre Wission a l s A unb 0 seines Programms unb da­mit als bie Grundlage feiner Existenz zu be­tonen. Rur ein bürgerlich-demokratischer Poli­tiker kann es nicht wahr haben wollen, was doch bie proklamatische Grundlage dieser roten Weltbewegung ist, unb was sich aber auch in der Wirklichkeit als der entscheidende We­senszug dieser Weltbewegung erweist. Richt der Rationalsozialismus hat zuerst die Behaup­tung aufgestellt, daß der Bolschewismus inter­national sei, sondern der Bolschewismus selbst hat sich als die konsequenteste Aus­legung des Warxismus feierlich zu seinem in­ternationalen Charakter bekannt!

Wenn aber nun einer unserer Westeuropäer trotz­dem bestreitet, daß der Bolschewismus internatio­nal sei, d. b, mit international einheitlichen Mit­teln und Methoden ein international gleiches Ziel verfolge, dann allerdings bleibt nur noch zu be­fürchten, daß wir aus dem Munde eines solchen

Weltweisen analog dessen demnächst vernehmen werden, daß der Nationalsozialismus entgegen sei­nem Programm gar nicht für Deutschland und ent­gegen seinem Programm gar nicht für Deutschland und entsprechend dem des Faschismus auch nicht für Italien einzutreten beabsichtigen. Ich würde es aber dennoch bedauern, wenn man uns das nicht glauben wollte. Es tut mir allerdings ebenso leid, daß man dem Bolschewismus nicht einmal das glaubt, was er nun selbst zu wollen be­hauptet und zu sein proklamiert. (Bei­fall.)

Allerdings, wer von der Größe dieser Weltgefahr keine Ahnung hat und wer vor allem aus innen* oder außenpolitischen Gründen meint, an diese Ge­fahr nicht glauben z u dürfen, der wird dann nur zu leicht alles das mit Absicht über­sehen, was vielleicht doch als Beweis für das Vorhandensein biestr Weltgefahr sprechen könnte. Der wird es dann z. B. auch nicht sehen, daß zur Zeit über die ganze Erde fortgesetzt revolutionäre Erschütterungen laufen, er wird es nicht sehen, weil er es nicht sehen will, unb er wird vor allem nicht wahrhaben wollen, daß diese Erschütterungen von einer Zentrale ausgelöst und diri­giert werden. Er wird vielleicht gar nicht bestrei­ten können, daß alle diese Revolutionen unter derselben Fahne und unter dem glei­chen Stern marschieren, daß sie sogar das Tuch ihrer Revolutionssymbole von Moskau geliefert be­kommen. Aber er wird es trotzdem ablehnen, an­zunehmen ober gar offen zuzugeben, baß dies von dort aus vielleicht mit Absicht geschehen könnte.

So ein bürgerlicher Politiker wird die Tatsache fortgesetzter internationaler Wirtschafts­kämpfe nicht bestreiten können, die allmählich zu einer vollkommenen Zerrüttung der Pro­duktionen und damit der Lebensgrundlagen der Staaten führen müssen. Er wird auch nicht die Tatsache wegbringen, daß alle diese Kämpfe nach einem einheitlichen Schema verlaufen, ja daß alle diese Hetzer durch eine Schule ge­gangen sind, und daß ihre finanzielle Förderung immer durch einen Staat erfolgt, allein er wird es trotz alledem nicht wahr haben wollen, daß dahinter etwa gar eine planmäßige Absicht stecke, denn das paßt nicht in das Schema des Begreifens und Denkens einer solchen politischen bürgerlichen Bequemlichkeit hinein. (Erneute Zu­stimmung.)

Solche Politiker werden auch nicht in der Lage sein, wegzustreiten, daß der Dimitroff, der plötzlich in Spanien auftaucht, mit dem Herrn Dimitroff, der in Moskau die 3. Internationale mitdirigiert, sowie mit jenem Herren Dimitroff, ber in Berlin die bolschewistische Revoluton anzu- zetteln sich bemühte, und endlich mit einem Herrn Dimitroff, der in Sofia die bolschewistischen Attentate machte, identisch ist. Daran ist nicht zu zweifeln. Allein der bürgerliche Politiker unserer Demokratien sieht darin nur ein zufälliges Zu­sammentreffen Der verschiedenen politischen Aben­teuer eines reiselustigen privaten Herren, der sich mal da, mal dort betätigt, aber keineswegs in einem höheren Auftrag ober gar nach einem einheitlichen Plan. (Heiterkeit unb Beifall.) Denn eine solche Annahme würde weder in die Wirrnis der Gedanken solcher Politiker, noch in das saubere Konzept ihrer Weltanschauung infoferne von so etwas geredet werden kann hin­einpassen.

Parteigenossen und Parteigenossinnen! Als Natio­nalsozialisten sind wir uns über die Ursachen unb Bedingungen des die Welt heute in Unruhe ver­setzenden Kampfes vollkommen klar. Vor allem aber erfassen wir das Ausmaß und den Um­fang dieses Ringens. Es ist ein gigantischer weltgeschichtlicher Vorgang! Die größte Gefahr für die Kultur und Zivilisation der Menschheit, die hier seit dem Zusammenbruch der antiken Staaten jemals gedroht hat. Diese Krise kann nicht ver­glichen werden mit irgendeinem der sonst üblichen Kriege ober irgenbeiner ber so oft ftattfinbenbejx Revolutionen! Nein, es hanbelt sich um einen allumfassenben Generalangriff gegen bie heutige Gesellschaftsorbnung, gegen unsere Geistes- unb Kulturwelt. Dieser Angriff wirb ebenso geführt gegen bie Substanz ber Völker an sich, gegen ihre innere Organisation unb bie rasseeigenen Führungen biefer Volkskörper, gegen ihr Geistesleben, ihre Trabitionen, gegen ihrs Wirtschaft unb alle sonstigen Institutionen, die das Wesens-, Charakter- und Lebensbild dieser Völker ober Staaten bestimmen. Dieser Angriff ist so um- faffenb, baß er fast sämtliche Funktionen bes LebenS in ben Bereich seiner Aktionen zieht. Die Dauer biefes Kampfes ist nicht abzusehen. Sicher aber ist, baß seit bem Aufkommen bes Christentums, bem Siegeszug bes Mohammedanismus ober feit ber Reformation ein ähnlicher Vorgang auf ber Welt nicht ftattfanb. So wie' aber in biefen vergangenen Zeiten bie großen, bamals aller- bings von vornherein auf religiösem Gebiet statt- finbenben Weltanschauungskämpfe bas gesamte Leben beeinflußten unb in ben Bann ihrer Kämpfe gezogen haben, so geschieht bies heute burch bie bolschewistische Weltrevolution!

Sie wirkt dabei wie ein schleichendes Völker gift und macht nicht Halt vor einer Ab­lehnung! So wenig als sich in anderen Zeitläufen einzelne Menschen ober Völker nur gegen anbere Auffassungen unb Absichten aus solchen Katastro­phen ober roeltbemegenben Revolutionen heraus­halle n konnten, jo wenig kann sich heute jemand