Ausgabe 
14.8.1937
 
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Kameradschaft in die freie Tageshälfte gelegt, so daß also während der gejamten Dauer der Einfachst- schulung dieser feste Plan durchgeführt werden konnte. Dadurch war die Unterbringung der doppel­ten Belegschaft, gemessen an der Zahl der vorhande­nen Arbeitsplätze, möglich.

Für jeden Jungen führte der Ausbilder einen Beurteilungsbogen, auf dem für jede verrichtete Ar­beit die Genauigkeit, Sauberkeit und Ausführung, der Fleiß und die Einsatzbereitschaft festgehalten wurde. In diesen Disziplinen wurde nun nicht etwa mit Noten, wie in der Schule, bewertet, sondern der Ausbilder mußte in kurzen Worten den Zustand der Arbeit schildern. Ferner hatte der Ausbilder jeweils die besonders gute oder schlechte Leistung des Jun­gen in einer Arbeit zu vermerken. Ebenso mußten hier Beobachtungen im Hinblick auf eine besonders gute ober schlechte Veranlagung festgehalten werden. Die Summe dieser Beobachtungen an den einzelnen Werkstoffgruppen ergab bann ohne Zweifel ein ab- gerunbetes Bilb barüber, wie bie Haltung, Leistung, Neigung unb Eignung bieses Jungen an bestimmten Werkstoffen waren. Mit biefer Feststellung war je­doch die Beurteilung der Jugendlichen nicht erschöpft. Der Ausbilder hatte vielmehr seine Beobachtungen über den grundsätzlichen Arbeitscharakter in den ersten zwei, den darauf folgenden zwei und in den letzten zwei Monaten niederzulegen. Dabei wurde besonderer Wert auf folgende Feststellungen gelegt: körperliche Leistungsfähigkeit, Ausdauer und Ste­tigkeit, Geschicklichkeit unb Wenbigkeit, praktische Fähigkeiten (Arbeitsausführung), geistige Regsam­keit (Arbeitsoerstehen). Wenn sich auch bei ben meisten Jugenblichen ber Arbeitscharakter in ben ersten zwei Monaten genau so offenbarte wie in ben folgenben, so sollte doch durch eine aufmerk­same Beobachtung festgestellt werden, ob etwa eine durch die Entwicklung des jungen Menschen be­dingte Aenderung im Arbeitscharakter vorgekom- men sei. Diese Maßnahme diente also dazu, eine möglichst objektive Beurteilung sicherzustellen.

Es ist kein Geheimnis, daß die Arbeitsleistung jedes Menschen auch durch die häuslichen Verhält­nisse beeinflußt wird. Das gilt insbesondere für die Entwicklungszeit. Zweifellos wird ein Junge, der sich in einer Villa mit einem großen Garten bewegen kann, ausgeruhter und mit frischeren Kräften an die Arbeit gehen, als etwa ein junger Mensch, der zu Hause mit sieben Geschwistern m zwei Zimmern zusammengepfercht ist und gar noch mit drei Geschwistern in einem Bett zusarnrnen- schlafen muß. Diese überspitzt bargestellten Verhält­nisse waren zwar nicht allzu häufig festzustellen, sie sollen auch nur bazu bienen, ben Grundsatz zu er­läutern. Jedenfalls ist bie Kenntnis solcher Ver­hältnisse, aus benen ber Junge zur Arbeit kam, für bie Ausbilber von außerordentlichem Wert ge­wesen. Für jeben Jungen würbe daher dieser So- zialbefunb festgestellt. Erst das Vertrautsein mit oiefen Umständen hat den Ausbilder in bie Lage versetzt, bie Haltung unb ben Charakter, bie Auf­geschlossenheit und Arbeitsfreudigkeit des jungen Menschen zu verstehen und dem gerecht zu werden. Die einzelnen Bewertungen im Hinblick auf die handgeschickliche Ausführung der Arbeiten, den Ar­beitscharakter und ben sozialen Befunb mürbe für jeben Jungen auf einen Gesamtauswertungsbogen übertragen, ber im übrigen auch Aufschluß gibt über bie Leistungen im werkskunblichen Unterricht ber Werkstatt unb ber Berufsschule. Er enthält fer­ner ben vom Arzt festgestellten allgemeinen Ge- sunbheitszustanb unb befonbere Anlagen, etwa Un­terernährung, körperliche Schwächen usw. Ebenso ist seine weltanschauliche, charakterliche und sport­liche Haltung durch die HI. festgehalten worden. Dieser Gesamtauswertungs-Bogen kann als die abgerundete und voll­endete Beurteilung des jungen Men­schen angesehen werden, soweit sie in diesem Entwicklungsalter überhaupt möglich ist. Anormale Entwicklungen, die nie­mals vorauszusehen sind, können diesem Beobach­tungsergebnis keinen Abbruch tun. Die nach solcher Beurteilung für die Metallverarbeitung als geeig­net befundenen Jungen fanden im Anschluß an die Einfachstschulung Aufnahme in einer Metallvvr- lehre. In diesen Dorlehren erfuhren sie eine Aus­richtung in den grundlegenden Arbeitsverfahren eines metallverarbeitenden Berufes. Solche Werk­stätten entstanden bzw. wurden weitergeführt in Frankfurt a. M., Darmstadt unb Wiesbaden. In dieser ein Vierteljahr dauernden Vorlehre konnte die sehr wesentliche Erfolgskontrolle vorgenommen werden, ob die in der Einfachstschulung festgestellte Veranlagung und Eignung richtig war. Es hat sich um nur Frankfurt a. M. herauszugreifen erwiesen, daß die hier aufgenommenen 250 Jungen auch in dieser Vorlehre ihre Eignung unb auch ihre Neigung für einen metaüoerarbeitenben Beruf wei­ter unter Beweis stellten. Mit Hilfe des Arbeits­amtes konnten dann auch diese Jungen restlos Lehr­stellen in dem metallverarbeitenden Handwerk oder der Industrie erhalten.

Aus all dem ist zu ersehen, daß die Einfachst­schulung bie ihr gestellten zwei Aufgaben:

1. fürsorgerisch eine Verlotterung ber Jungen zu verhüten;

2. neue Wege in ber Berufsfindung unb Berufs­lenkung aufzuzeigen,

durchaus erfüllt hat. Sie hat vor allem was bie zweite unb wesentlichste Aufgabe anbelangt unter Beweis gestellt, baß sie zweifellos in hervor- ragenber Weife geeignet ist, ben grunbsätzlichen Arbeitscharakter bes jungen Menschen aufzudecken, bie hanbwerkliche Geschicklichkeit festzustellen unb bie bementsprechenbe beste Berufseignung herauszu- finben.

Eine planvolle Berufslenkung muß wurzeln in ber Feststellung ber Berufseignung bes Menschen und des volkswirtschaftlichen Bedürfnisses nach Nachwuchs in den einzelnen Berufen. Es steht fest, daß der Berufswunsch des Jugendlichen nicht im­mer zusammenfällt mit der Berufseignung und daß noch öfter ein Gegensatz zwischen Berufswunsch und dem Bedarf der Volkswirtschaft an Nachwuchs für die einzelnen Berufe besteht. Hier hat die Berufs­lenkung ausgleichend zu wirken.

Diese notwendigen Möglichkeiten sind in der Ein- fachstschulung gegeben. Sie werden allerdings erst völlig wirksam, wenn die Einfachstschulung bereits im letzten Jahre der Volksschule und in den dem­entsprechenden Jahrgängen der mittleren und höhe­ren Lehranstalten durchgeführt wird. Der Reichs­leiter der DAF., Pa. Dr. Robert Ley, hat bereits vor einiger Zeit Die Durchführung dieser Maß. nähme angekündigt, mit deren Verwirklichung der Beginn einer organischen und planvollen Berufs­findung unb Berufslenkung gesichert ist. Im G a u Hessen-Nassau wirb mit Unterstützung ber Hessischen fianbesregierung bereits im Jahre 1937 in einigen Schulen bie Einfachstschulung versuchsweise im letzten Schuljahr burchgeführt. Die hier zu sammelnden Erfahrungen werden dann sicherlich zum Gelingen dieser außerordentlich wert­vollen Ausgabe beitragen. Hans Eilers.

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Spielvereinigung 1900 Gießen.

1900 Naunheim.

Die sechswöchige Fußballpause neigt sich ihrem Ende entgegen. Am morgigen Sonntag beginnt die neue Spielserie 1937/38. Bis zum Beginn der Ver- bandsspiele hat es Zwar noch einige Zeit. Doch auch die Gesellschaftsspiele vor diesem Termin sind insofern interessant, da sie Aufschluß geben, in wel­cher Form bie einzelnen Mannschaften bie Ruhe­pause überftanben haben. Bei ben Blauweißen hat man bie Zeit nicht ungenützt verstreichen lassen. Eifriges unb gutbesuchtes Training würbe durch­geführt. Man Darf deshalb gespannt sein, in wel­cher Form sich bie Platzbesitzer in ihrem ersten Spiel gegen ben Turn- und Sportverein Naunheim präsentieren. Daß es keine leichte Aufgabe ist, liegt klar auf der Hand. Waren es doch gerade die Naun­heimer, die alle Aussichten der Blauweißen auf den Verbleib in der von-Tschammer-Pokalrunde zunichte machten, obwohl die Gäste wenige Sonntage vor­her mit 6:0 eine deutliche Schlappe erlitten. Im Sages der Blauweißen hofft man dafür Vergeltung zu üben. Mit der Mannschaft Rahn, Zeiler, Lip­pert, Erhard, Sack, Lehrmund, Bergmann, Schell- haas, Löbsack, Koch, Heilmann, sollte dies auch möglich sein. Auf der anderen Seite ist zu berück­sichtigen, daß die Gäste ebenfalls über beachtliches Können verfügen.

1900 II Robheim I.

Die Reserve ber Blauweißen empfängt den Turn- unb Sportverein Rodheim ebenfalls zum Rückspiel. Hier gilt fast das gleiche. Im Vorspiel blieb Rod­heim hoch mit 5:0 siegreich. Diesmal wollen bie Platzbesitzer ben Spieß umbrehen.

Die neuaufgestellte Dritte, die aus den aktiv ge­wordenen Jugendlichen gebildet wurde, beteiligt sich an den Pokalspielen in Wieseck.

VfB -Reichsbahn Gießen.

Sporfö. Obermörlen VfB.Reichsbahn.

Die erste Mannschaft des DfB.-R. hat mit dem neu zur Bezirksklasse aufgestiegenen Sportv. Ober­mörlen ein Freundschaftsspiel abgeschlossen. Von dem Gastgeber weiß man wenig. Für die Grün- weißen ist das Spiel eine Kraftprobe für die kom­menden Verbandsspiele. Leider müssen Bach, Serie«

bad) und Krämer ersetzt werden, doch sollte die Mannschaft in der Aufstellung: Ruppel, Möhl, Kramer, Fenster, Thron, Sauer, Szponick, God- glück, Heß, Hofmann, Schmidt stark genug fein, dem Gegner ben Sieg schwer zu machen.

Leihgestern I vfB.-Reichsbahn II.

Bei biesem Spiel treffen zwei Mannschaften zu­sammen, bie auch in ber Verbanbsserie gegeneinan­der spielen.

Heuchelheim 1.3gb. VfB.Reichsbahn 1.3gb.

Dieses Spiel beginnt bereits vormittags, bie Grünweißen, bie mit einer neuen Mannschaft an­treten, werden ihre Last haben, das Spiel zu ge­winnen.

,,§C.Teutonia" Watzenborn-Steinberg

Watzenborn-Steinberg I Sfeinbotf I.

Am kommenden Sonntag wird die neue Fußball- saifon mit einem noch für den Aufstieg zur Bezirks­klasse restlichen Spiel gegen die in den Aufstieg­spielen mit einem Punkt Vorspruna liegenden Stein- dorfer eröffnet. Das Spiel ist insofern äußerst wich­tig, als sich die Teutonen mit einem Sieg über diese Mannschaft an die Spitze der Aufstiegspiele setzen können und somit beweisen würden, daß sie den Auf­stieg auch wirklich verdient haben. Das Vorspiel in Steindorf endete 1:1. Die Teutonen fuhren damals mit Ersatzleuten nach Steindorf. Diesmal ist mit einer besseren Mannschaftsaufstellung und auch mit einem Sieg zu rechnen.

Die 2. Mannschaft empfängt die 1. Mannschaft von Staufenberg zum Gesellschaftsspiel. Das Vorspiel endete in Staufenberg mit einem 3:1-Siege für die Watzenborn-Steinberger. Es dürfte auch hier einen Sieg der Einheimischen geben.

Spielvereinigung 1926 Leihgestern.

Zum ersten Spiele in der neuen Saison hat sich die Spielvereinigung 1926 Leihgestern die 2. Mann­schaft des VfB.-R. Gießen verpflichtet. Da die Ein­heimischen ihre Mannschaft wesentlich verjüngt haben, darf man auf ein günstiges Ergebnis hoffen. Allerdings find die Gäste aus Gießen, die durch die Soldaten wertvollen Zuwachs bekommen haben, nicht zu unterschätzen. Man erwartet zum Auftakt der neuen Spielzeit 1937/38 ein schönes und faires Spiel.

Die Reichswellkämvse der SA in Berlin.

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Auf dem Reichssportfeld wurde am Freitag der 3000-m-Lauf des Modernen Fünfkampfes ber SA.-Männer burchgeführt. Reichssportführer von Tschammer unb Osten begleitet bie Läufer auf einem Fahrrad. (Scherl-Bilberbienst-M.)

Vorkämpfe in der Leichtathletik.

Riefenfelder gab es in Den sportlichen Einzel- fämpfen auf ber Aschenbahn unb im Jnnenraum bes Olympia-Stadions. Die Teilnehmer am 100= Meter-Lauf wurden in zehn Vorläufen gesiebt, die beiden Schnellsten kamen jeweils in die Zwischen­läufe. Obwohl auch hier nur Turnschuhe benutzt werden durften, gab es im Durchschnitt recht schnelle Zeiten. Schöne Vorrennen gab es am Vormittag noch über 1500 Meter, ferner wurden die Aus­scheidungen im Kugelstoßen und Hochsprung abge­wickelt, wobei die Spitzenleistungen bei 14 Meter und 1,85 Meter lagen.

Die Grundausbildung der SA. verkörpert der deutsche Wehrwettkampf, Klasse B, der mit fast 800 SA.-Männern am Start eine der größten Prüfungen der Reichswettkämpfe über­haupt ist. Zu diesem Mannschaftskampf stellt jede SA.-Gruppe einen Führer und 36 Mann, die einem Sturm angehören müssen! In Sturmeinheiten ha­ben sie ihre Hebungen 100-Meter-Lauf, 3000- Meter-Lauf, Hindernissprung, Handgranatenweit­werfen unb Kleinkaliberschießen zu erfüllen. Ab- seits ber Hauptkampfstätte traten sie zu den ersten vier Wettbewerben dieses Fünfkampfes an. Es gab leuchtende Beispiele ber Kamerabschaft.

Schuhen am Wannsee.

Auf ben Schießständen ber Versuchsanstalt für Handfeuerwaffen in Wannsee wurde am Freitag- morgen der Mannschafts-Fünfkampf mit dem Kleinkaliberschießen eingeleitet. Die 21 SA - Gruppen sind hier durch je eine Mannschaft, be­stehend aus einem Führer unb elf Mann ver­treten. Geschossen würbe liegenb freihändig auf die 50 Meter entfernte Kopfscheibe; 36 Treffer wurden als 50 Punkte gewertet und für jeden Fehler ein Punkt in Abzug gebracht. Nach ber ersten Hebung setzte sich bas HW Norbwest vor ben Gruppesi Sudwest und Ostland an bie Spitze. Gleichzeitig würben die Einzelkämpfe im Pistolenschießen und Kleinkaliberschießen ausgetragen. Die Ergebnisse müssen in jeder Beziehung als ganz ausgezeichnet angesehen werden.

0er Moderne Fünfkampf.

Am Freitagvormittag bereits stellten sich bie Teilnehmer am Mobernen Fünfkampf zum Ge- fänberitt. Der im Gesamtergebnis an erster Stelle liegende Obersturmführer Bollenrath belegte hier den vierten Platz und führt damit weiter vor Ober­scharführer Pink-Niedersachsen, ber in 8:27 den Geländeritt gewann unb sich durch diese vorzügliche Leistung auf den zweiten Platz vorschob

Von der Möglichkeit, beim Modernen Fünfkampf den Geländeritt durch eine Motorrad-Geländefahrt

zu ersetzen, machten nur wenige SA -Männer Ge­brauch. Ihnen wurde eine Geländeprüfung vorge­setzt, die alles enthielt, was einem Geländefahrer zugemutet werden kann Die Strecke war aber kei­neswegs zu schwer. 7,5 Kilometer ging es bergauf unb bergab. Von ben brei Fahrern schieb einer aus.

3m Mittelpunkt: SA.-Kührerkanipf.

Aus bem großen Programm, bas am Freitagvor- mittag abgewickelt würbe, ragt besonders ber Füh­rerkampf der SA. hervor. 23 Teilnehmer stellten sich zum Kampf. Handgranatenweitwurf, Weitsprung unb zum Abschluß ber leichtathletischen Hebungen ein 3000-Meter-Lauf wurden am Freitagoormittag durchgeführt. Ein ungewohntes Bild bot der Hand­granatenwurf, traten' doch die SA.-Führer in vol­lem Dienstanzug an. Es gab durchaus gute Lei­stungen. Der beste Wurf ging über 60 Meter. Zum Weitsprung mußten sich die SA.-Führer umziehen, doch durften keine Nagelschuhe benutzt werden; beide leichtathletischen Prüfungen mußten in Turnschuhen bestritten werden. Anstrengend war der 3000-Me- ter-Lauf. Die Sonne brannte heiß hernieder. Immerhin blieben die Besten unter der Zehnminu­tengrenze. Als vierte Hebung des Führerkampfes der SA. brachte das 100-Meter-Kraulfchwimmen, das Sturmhauptführer Neundorf in 1:23,5 über­legen gewann. In der Gesamtwertung führt nach den vier ersten Hebungen Oberscharführer Bock- mann von ber Gruppe Niedersachsen mit 289 Punkten vor Sturmführer Menn von ber Gruppe Hessen mit 273,5 Punkten.

Gruppe Hessen im Handball-Endkampf

Einen fpannenben Kampf gab es im Handball. Die Mannschaften der Gruppe Berlin-Brandenburg und Hessen kämpften 139 Minuten lang um den Eintritt in die Schlußrunde, den sich schließlich die Männer der Gruppe Hessen nach dreimaliger Ver­längerung mit 10:9 sicherten. Nach Schluß der regu­lären Spielzeit stand es 8:8 (4:4) Zweimal 10Mi- nuten betrug die erste Verlängerung, in der die ^ielchshauptstädter in Führung gingen. Aber fast gIcid)3eitig mit dem Schlußpfiff stellten die Hessen den Gleichstand von 9:9 her. Eine zweite Derlän- r*Ur<^ Don äweimal fünf Minuten war erforder- lich. Kemer Partei gelang ein Treffer. Auf Anord- nung des Reichssportführers wurde schließlich eine Dritte Verlängerung begonnen, bei der der erste Treffer entscheiden sollte. Noch einmal gingen die Dis 3um Umfallen ermüdeten Kämpfer ins Spiel. Und letzt waren die Männer der Gruppe Hessen D0*P begünstigt. Ihr Mittelst rmer sandte nach 139 Minuten langem Kamps den 10. und Siegestreffer ein.

Damit hat die Gruppe Hessen die Berechttgung erkämpft, am Sonntag das Entscheidungsspiel gegen die Elf ber Gruppe Schlesien zu bestreiten.

Kampfball der $21.

Im Rahmen ber Reichswettkärnpfe führte bie SA. auch ihr neues unb eigens für bie SA. be­stimmtes Spiel, bas Kampfbällspiel, vor In einem Wettspiel standen sich die Gruppen Westfalen unb Schlesien gegenüber. Mit 7:2 blieben bie West» deutschen siegreich.

Wasserball im Olympia-StaDion.

Zur gleichen Zeit wurden im Olympischen Schwimm-Stadion Dorkämpfe zum Wasserball- Turnier durchgeführt. Den schönsten Kampf lieferten sich bie Gruppen Niederrhein unb Sachsen; Nieder- rhein gewann schließlich mit 8:2 (5:1 Toren.

Fechter ber SA.-Gruppe Hessen am besten.

Für bas Mannschafts-Säbelfechten gingen zehn Meldungen ein. Vier Mannschaften kämpften sich durch bie Vor- unb Zwischenrunbe bis zur Ent­scheidung durch. Einen Triumph ber hessischen Fech­ter bebeutete es, baß alle brei Mannschaften sich durchsetzen konnten. Am weitaus besten schnitt bie 1. hessische Mannschaft ab, bie mit ben bekannten Sportfechtern Obertruppführer Jacob, Gruppen­führer B e ck e r l e, Scharführer Wahl unb SA.- Mann S. Martin antrat. Neben ben brei hessi­schen Mannschaften steht noch bie Vertretung ber Gruppe Kurpfalz im Enbkarnpf.

Schwieriger 10-kilomeler-Gelcinberitl.

Aeußerst schwierig gestaltete sich ber 10-Kilorne- ter-Geländeritt, ber über 20 Hinbernisse führte unb große Anforderungen an Reiter unb Pferbe stellte. Da sich 70 Bewerber eingefunben hatten, zog sich bie Prüfung über ben ganzen Nachmittag hin. Die Leistungen waren ganz hervorragenb.

Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900.

Besuch ber Oranienkampfspiele in Diez.

Der VfB. Diez (Lahn) veranstaltet am kommen­den Sonntag feine traditionellen Oranienkampf­spiele. Wie seither, so wird die Veranstaltung auch diesmal durch die westdeutschen, mainischen und Lahn- oereine ausgezeichnet beschickt werden. Die Leicht­athletik-Abteilung der Spielvereinigung 1900 kann infolge der Reichswettkärnpfe der SA. in Berlin nur eine kleine Expedition entsenden. Arthur Kilo bestreitet das Diskuswerfen und Hans Peters startet im 800- und 1500-Meter-Lauf. Es kom­men auch einige Frauenwettbewerbe zum Aus­trag, für die Margret Lösch, Elfriede Werner und Elly R i ch t b e r g gemeldet sind. Eine 4X100= Meter-Staffel wird ebenfalls gelaufen.

Auch Tv. Heuchelheim in Diez.

Zu ben leichtathletischen Jubiläumskampfspielen nach Diez entfenbet ber Tv. Heuchelheim eine kleine Mannschaft, bie aber in ber Lage fein sollte, zu guten Erfolgen zu kommen. Erwin N e i b e I läuft 800 Meter unb 1500 Meter. Nach feinem Lauf vom vergangenen Sonntag zu urteilen, müßte er einen Lauf gewinnen. H. Krämer läuft 100 Meter Klasse 2, für ihn wäre ein Platz schon ein Erfolg. K. Stahlhut bestreitet ben 200-Meter-Lauf ber Klasse 2, ben 110-Meter-Hürbenlauf unb ben Hoch- sprung. Er Dürfte bestimmt unter ben Ersten zu finden sein. E. Rinn beteiligt sich am Hoch- unb am Weitsprung. Weiter ist noch die 4X100-Meter- unb bie Olympische Staffel gemeldet. Bei der Olym­pischen Staffel geht es um den Wanderpreis des Prinzen der Niederlande.

Handball im Kreis Gießen.

Nachdem nun die Spielsperre wieder vorbei ist, beginnt auch wieder das Leben auf den Handball­feldern, wenn auch das Programm für den ersten Sonntag nicht allzu umfangreich ist, so stehen doch immerhin einige interessante Kämpfe auf dem Plan, deren Ausgang mit äußerster Spannung erwartet wirb. Da ist es vor allem

Tv. Hörnsheim I Tv. Dornholzhau- s en I. Von bem Neuling ber Bezirksklasse Tv. Hörnsheim erwartet man in ber bevorstehenden Verbandsrunde viel. Die Mannschaft bilbet eine Einheit, sie ist durchschlagskräftiger unb flink; aber auch in der Elf des To. Dornholzhausen, die noch nicht allzulange den Spielbetrieb wieder angenom­men hat, stehen Kräfte, die zu kämpfen vermögen.

Tv. Niedergirmes ITv. Münchholz­hausen I. Der Ausgang dieses Spieles beider Bezirksklassenvereine sollte für die derzeitige Spiel­stärke beider Mannschaften manchen Ausschluß geben. Im letzten Treffen in Niedergirmes mußte sich der Platzverein knapp aber verdient geschlagen bekennen, allerdings trat Niedergirmes damals mit Ersatz an. Wie das sonntägliche Spiel ausgehen mag, bleibt abzuwarten.

Tv. DutenhofenI Tv. Garbenheim I. Beide Mannschaften werden auch in der kommenden Derbandsrunde einer Staffel der ersten Kreisklasse angehören Ihre Leistungen waren vor der Sperre etwas schwankend, so daß für beide Mannschaften Siegesaussichten bestehen; Dutenhofen wird den Vorteil des eigenen Platzes geschickt auszunutzen verstehen.

Tv. Niederairmes Jgd. Tv. Münch­holzhausen Jgd.

Tv. Dutenhofen Jgd. Tv. Garben­heim Jgd.

Nundfunkprogramm.

Sonntag, 15. August.

6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Deut­sche Scholle. 8.45: Morgenmusik. 9: Christliche Mor­genfeier. 9.45: Lob der kleinen deutschen Stadt. Von Hans Willi Linker. 10: Morgenfeier. 10.30: Chor- gefang. 11:Ewige Fahne". Funkfolge. 11.30: Kan­tate von I. S. Bach.Christ unser Herr, zum Jordan kam".12: Musik am Mittag. Als Einlage: 700-Jahr- Feier der Reichshauptstadt. 14: Für unsere Kinder. 14.30: Bunter Operettenreigen und heitere Klein­kunst. 15.15: Deutsche Scholle. Rund um die Dorf­linde. 16: Nachmittagskonzert. Als Einlage 17 bis 17.15: Sport des Sonntags. 18: Das Herz in der Botanisiertrommel. Ein Freiluftkabarett. 19.40: Sportspiegel des Sonntags. 19.45: Von Budapest: Europa-Wasserball-Turnier: Deutschland Ungarn. 20: Aus dem Kurhaus Wiesbaden: Opernabend. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk.

Montag, 16. August.

6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7. Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.30: Nachrichten. 10.30: Haus­frau, hör zu! 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Offene Stellen. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Ein Strauß Vergißmeinnicht". 15: Volk und Wirtschaft. Was macht der Hausbesitzer mit der Miete? 15.15: Für unsere Kinder Was gibt es jetzt in unserem Gärtchen ZU tun. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im ftunf. 19: Stuttgart spielt auf. 21: Nachrichten. 21.15: Der Meister der deutschen Spieloper: Albert Lortzing. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk.