Ausgabe 
14.8.1937
 
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Nr.188 viertes Blaff

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Zamstag, 14. August 1957

(Bilder:

Maßgerecht Arbeit bei der Flächenberechnung.

Eisenarbeiten nehmen alle Aufmerksamkeit der Jungen in Anspruch.

(Nachdruck verboten.)

24 Fortsetzung.

Sie

feit und Ausdauer ge­nossen hatten. Nach den bereits vorher gesammel-

Ersahrungen haben solche psychologisch arbeitswissenschaft- vorgebildete ßaien Erfolge. Diese Er-

ten auch und lich gute

tig aber sollten diese jungen Menschen arbeitserzie­herisch beeinflußt und bei den ihnen gestellten Ar­beitsaufgaben beobachtet und gelenkt werden. Um eine reibungslose Gestaltung und Durchführung sicherzustellen, wurden in fast allen größeren Orten des Gaues Hessen-Nassau gemeinsame Besprechun­gen mit den Dienststellen der Partei und der Hit­ler-Jugend, mit den Stadtverwaltungen, der Schul- und Fürsorgeämter, Arbeitsämtern und Berufs­schulen gepflogen. In all diesen Besprechungen war die einmütige' Bereitwilligkeit der Beteiligten fest­zustellen, .unsere Jugend den richtigen Weg zum Einsatz für die Volksgemeinschaft zu weisen und zu ebnen. Trotz dieser grundsätzlichen Einmütigkeit war es durchaus nicht immer leicht, die notwendi-

zur Verfügung. Aus solchen Geldern wurden vor allem die notwendigen Werkbänke beschafft und zum Teil auch die kostenlos bereitgestellten Räume menschenwürdig hergerichtet.

Unter den als Ausbilder eingesetzten Volksgenos­sen befinden sich Ingenieure und Handwerksmeister, Metallfacharbeiter, Schreiner und Lederarbeiter, Volksschullehrer, Gewerbelehrer und auch ein Jurist. Da der Aufbau und die Durchführung der Einfachst­schulung unter arbeitspsychologischen Gesichtspunk­ten stand, brauchten die Leiter der Kameradschaf­ten keine im Handwerk vollständig geschulten Fach­lehrer zu sein. Allerdings konnten nur solche Volks­genossen in Betracht kvmmen, die in ihrem Berufe eine Erziehung zur Uebersicht, Genauigkeit, Sauber-

Mich? Das ist mit wenigen Worten gesagt: wenn ich je einen Menschen gehaßt habe, so ist es Michailow. Er ist ein Abenteurer, er tritt nach unten, und er katzbuckelt nach oben. Er nutzt aus, wen er gerade erwischt. Er lügt und betrügt und schwimmt doch immer noch oben auf dem großen Wasser, während unsereins"

Das alles", sagt Irina langsam,ist kein Grund, daß Sie sich zu mir gesellen. Wenn Sie wissen, daß ich nicht seine Kusine bin, werden Sie auch wissen, daß ich ihn liebe. Was soll also gerade ich mit einem Menschen, der ihn so haßt, wie Sie es tun?"

Renz lächelt mit einem Anflug von Hochmut: Klug gefragt, Irina Kontschakowna, und Sie sol­len Antwort haben, so gut es geht. Sehen Sie: un­sere Gründe, warum wir dies Spiel gegen Michai­low in Szene setzen, mögen vielleicht verschieden sein, aber das Ziel ist doch dasselbe: Michailow darf diese Sabine nie und nimmer haben. Stimmts? Ist das Ihr Ziel?"

Meines vielleicht. Aber wieso Ihres?"

Weil ich einen Narren gefressen habe an dem Mädel. Nein, lachen Sie nicht, ich weiß, ich bin ein alter Mann, ein Trinker, ein Landstreicher, es wäre ein Witz, bildete ich mir ein, daß--aber

trotzdem hab' ich einen Narren an ihr gefressen. Und ich will nicht, daß sie einem Michailow in die Hände fällt, denn er ist ein Schuft, Irina Kontscha­kowna!"

Und das sagen Sie mir ..."

ihn glücklich?"

Irina senkt betroffen die Augen:Vielleicht ..

Renz betrachtet sie eine Weile voll tiefen Mit­leids.

Susannes Tochter.

Vornan von Hedda Westenberger.

Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin W 35.

Dann hebt Irina plötzlich den Blick, sieht ihn an und sagt forschend:Aber so, wie Sie mit mir reden, spricht schwerlich ein Knecht."

Ich bin auch kein Knecht", antwortet er ernst. Von Haus aus war ich's nicht."

Sondern?"

Noch ist's nicht an der Zeit, das zu gestehen." Alles ist voll Geheimnis ..." sagt Irina leise. Ich kann sie nicht zu meinem Werkzeug machen, so wie ich dachte, denkt Renz. Sie ist zu gut dazu. Und nicht nur Sabine muß vor diesem Russen be­wahrt bleiben, sondern auch sie. Noch ist es Zeit.. Wenn es aber zu spät wäre? Wenn sie die ganze Klarheit über den Russen nicht ertrüge? Wenn dar­über kein Haß in ihr aufloderte, der sie aufrecht hält, sondern wenn sie einfach darunter zusammen­bräche? Gewaltsam steift er sich das Rückgrat. Fort mit diesen Gedanken! Sabine steht ihm näher. Um Sabine geht es!

Dann sagt er:Wir müssen nun gut überlegen, was wir tun. Ich denke, ich mache Sie zuerst mit Sabine bekannt, damit Sie sie warnen können. Und inzwischen ich habe allerlei Verdacht, dem ich nachgehen will. Wissen Sie nichts davon, daß Michailow Jungfüchse für sich beiseite geschafft hat?

Aber nein! Das kann ich nicht glauben! Wie kommen Sie darauf? Und was wollen Sie da­mit?"

Oh, nichts weiter, als ihm gelegentlich sagen, daß ich es weiß. Und daß an dem Tag, da er Sa­bine zu nahetreten wird, auch Herr Lyk es wissen wird."

Aber ich glaube so etwas nicht."

Das spricht für Sie und ist Ihr gutes Rechts Bleiben Sie vorläufig nur ruhig dabei."

Vorläufig wie Sie das sagen?"

Renz faßt flüchtig ihren Arm:Für Sie, Irina Kontschakowna, würde ich fast wünschen, daß alle meine Vermutungen falsch wären."

Und was täten Sie dann?"

Sabine und Michailow trotzdem mit allen Mit­teln voneinander fernhalten. So und jetzt zei­gen Sie ein freundliches Lächeln, gnädiges Fräu­lein, gleich sind wir angelangt, und da steht mein Freund, der Gärtner, der mir dies Gespräch mit Ihnen ermöglicht hat." Und mit einem ironischen Lächeln:Ich bin nämlich verliebt in Sie, das müssen Sie wissen. Es gab kein größeres Glück für mich, als Ihnen die Pakete zu tragen und neben Ihnen herzugehen."

Fortsetzung folgt.

Fertige Arbeiten (im Vordergrund) unter sachverständiger Aufsicht hergestellt.

fahrung wurde bei der im vergangenen Jahre durchgeführten Einfachst­schulung in jeder Hinsicht bestätigt. Natürlich wur­den alle als Ausbilder Vorgesehenen, ehe sie ih­ren Dienst antraten, an mehreren Tagen mit den hauptsächlichsten u. grund­sächlichsten Pflichtarbeiten der Einfachstschulung ver­traut gemacht. Sie selbst mußten die Schwierig­keiten einer Arbeit mit den einfachsten Werkzeugen kennenlernen, wenn sie in die Lage versetzt werden

gen Räume für die Ein­fachstschulung zu erhalten. Das war besonders in der früher entmilitarisierten Zone festzustellen.

Die Reichsanstalt fürAr- beitsvermittlung und Ar­beitslosenversicherung er­klärte sich durch den Er­laß ihres Präsidenten vom 13. Mai 1936 bereit, für jeden in der Einfachst­schulung erfaßten Jungen eine Beihilfe von 20 Pf. pro Wochentag zu ge­währen und damit die fi­nanzielle Trägerschaft zu einem Teil zu überneh­men. Diese Beihilfe der Reichsanstalt reichte na­türlich nicht aus, die anfal­lenden Kosten zu decken. Die Handwerkskammern, mehrereLandräte u. Stadt­verwaltungen und auch einzelne Firmen stellten für diese Arbeit Mittel

Robinsonerzog".

lieber die Einfachstschulung in den richtigen Beruf.

Zu allererst Ihnen. Und ich sage dazu, daß auch Sie ihn eines Tages nicht mehr lieben, son­dern hassen werden, wenn Sie erst wissen, was ich alles zu wissen glaube."

Wenn es so ist, müßte ich ja froh sein, ihn auf gute Art los zu werden!" lächelt Irina ironisch. Ich müßte dankbar sein, daß er sich dieser Sa­bine zugewendet hat, ich müßte diese Verbindung befürworten, ich müßte kuppeln helfen!"

Renz zuckt die Achseln:Ja aber können es nicht."

Wissen Sie das so genau?

Ich kenn' doch euch Frauen! bricht es da aus Renz heraus.Lieber bringt ihr ihn doch um, als daß ihr den Mann eurer Liebe einer anderen laßt selbst wenn ihr wißt, daß er em Schuft ist und daß auch die andere nicht glücklich wird! Werden Sie nicht lieber mit Michailow unglücklich, als ohne

Papparbeiten mit einfachstem Handwerksgerät. DAF., Gauwaltung Hessen-Nassau.)

Renz bemüht sich eifrig um eine Unterhaltung und hat das Thema bald da, wo er es haben will: bei dem Gut und seinen Bewohnern. Es sei schade, sagt er treuherzig, daß das Fräulein so selten Zeit finde, hinüberzukommen. Wo es doch jetzt so lustig zuginge. Den ganzen Tag Gelächter und vergnügte Gesichter und immer etwas los. Dor allem der Herr Michailow trage zur allgemeinen Belustigung bei, er sei rührend bemüht, es den Sommergästen behaglich zu machen, besonders dem Fräulein Lo­renz. Das Mädel passe auch wirklich ausgezeichnet zu ihm, ja, das müsse man schon sagen... Und wer weiß, ob es da nicht noch eines Tages eine Verlobung geben würde; verliebt jedenfalls feien beide bis über die Ohren, es fei direkt rührend, das mit anzusehen...

Renz wirft einen Blick auf Inna und sieht, daß sie krampfhaft lächelt.

Aber da rede er, fährt er dann fort, und gewiß werbe das Fräulein dies alles viel besser wissen, seine Verwandte werde doch der Herr Michailow zuerst von allem unterrichten Uebrigens sei diese kleine Sabine ja auch keine schlechte Partie, Herr Lyk habe sie väterlich ins Herz geschlossen, und si­cherlich werde da allerhand abfallen, wenn sie ein­mal heirate, und das werde Herr Michailow ja wohl auch wissen.

Ja, natürlich", sagt Irina mühsam freundlich und ein wenig gepreßt,natürlich muß mein Det­ter darauf sehen. Fragt sich nur ob Herr Lyk ihn als den geeignetsten Mann für die Kleine an­sieht."

Herr Lyk?" Renz macht eine abfällige Bewe­gung,Herr Lyk wird so weit noch gar nicht deck­ten. Der hat ja so viel im Kopf, als Geschäfts­mann und vielleicht hat er auch nicht so den Ueberbücf über alles, was geschieht, wie unser­einer, der man doch schließlich mehr in Haus und , Hof beobachtet und zuweilen na, ich darfs ja wohl ehrlich sagen, gnädiges Fräulein. also zu­weilen stöbert man doch Das junge Volk mal auf, im Stadl ober in einem heimlichen Winkel im Haus. Dann tut man zwar so, als ob man nichts sieht.

Wieder ein Seitenblick und wieder das ver­krampfte Lächeln Irinas,

Jugendliche für die Dauer von 26 Wo­chen erfaßt. Sowohl m den Großstädten als auch auf dem Lande und im stillen Westerwald wurde nach dem gleichen einheitlichen Plan gearbeitet. Die Jungen wurden an die wesentlichsten Werkstoff» gruppen Papier und Pappe, Textil, Holz und Eisen planvoll herangeführt. Es handelte sich nicht darum, die erfaßten Jugendlichen für einen bestimmten Be­ruf auszubilden, sondern ihnen eine hand­werkliche Schulung angedeihen zu lassen. Dafür wur­den ihnen nur die einfachsten Werkzeuge in die Hand gegeben. Die Einfachstschulung soll zu zäher und kämpferischer Auseinandersetzung mit den Werk­stoffen erziehen. Es war nicht wesentlich, daß die Jungen möglichst schnell die ihnen übertragenen Ar- beiten an den vorher bezeichneten Werkstoffen fer­tigten. Sie waren vielmehr gehalten, mit der pein­lichsten Sauberkeit und der größten Genauigkeit die Arbeitsstücke zu gestalten. So wurde also für ein ganzes Wirtschaftsgebiet eine ausgezeichnete Der- gleichsmöglichkeit der Arbeitsergebnisse und der Be­obachtungen erreicht.

Der Aufbau der Einfachstschulung erfolgte derart, daß jede Werkstatt mit 70 bis 80 Jungen, in zwei Kameradschaften unterteilt, von einem Ausbilder be­treut wurde. Die Kameradschaft I wurde von Mon­tag bis Freitag vormittag zum Werkstattdienst an- gesetzt, während die Kameradschaft II an denselben Tagen nachmittags praktisch zu arbeiten hatte. Ins­gesamt standen also für die arbeitspraktische Unter- Weisung in den Werkstätten wöchentlich 20 Stunden zur Verfügung, die eine eindringliche Behandlung des vorgesehenen Erziehungsstoffes sicherten. Am Samstag fand für alle Kameradschaften die sport­liche Ertüchtigung statt. Der Berufsschulunterricht und die weltanschauliche Schulung wurden für jede

sollten, ein objektives, gerechtes Urteil über die Leistungen der ihnen anvertrauten Jungen zu fällen. Es Erin gesagt werden, daß dieser' angestrebte Erfolg erzielt wurde.

Im Einvernehmen mit den Schulämtern und mit den Gewerbelehrern wurden für die in der Ein­fachstschulung erfaßten Jungen fast aller Maßnah­men Sonderklassen in den Berufsschulen eingerichtet. Der Lehrplan der Berufsschule wurde für diese Klassen dem Ausbildungsplan der Einfachstschulung angepaßt, so daß werkstattpraktische Arbeit und werkskundliche Unterweisung n einen harmonischen Gleichklang mit dem Berufsschulunterricht gebracht werden konnten Die weltanschauliche Ausrichtung und die sportliche Ertüchtigung standen unter der Mitwirkung der Hitler-Jugend. Als eine der we­sentlichsten Ergänzungen der Beobachtungen im Hinblick auf tue Berufslenkung war die ärztliche und zahnärztliche Untersuchung aller Jungen anzu­sehen.

So kam es der Deutschen Arbeitsfront in der Einfachstschulung nicht darauf an, die Jugendlichen an handwerkliche Arbeiten heranzuführen, sondern sie wurden gleichzeitig in der Berufsschule theoretisch auf die arbeitspraktische Tätigkeit vorbereitet. In der weltanschaulichen Schulung entstand das Bild über die charakterliche und kameradschaftliche Hal­tung. Der Sportunterricht sorgte für eine Leibes­ertüchtigung und ergab ein Urteil über die diesbe­zügliche körperliche' Leistungsfähigkeit. Der Arzt stellte die konstitutionellen Voraussetzungen für einen später zu ergreifenden Beruf fest, so daß also nach Beendigung der Einfachstschulung eine Beur­teilung der gesamten Veranlagung und Leistungs­möglichkeit möglich war.

Unter diesen Gesichtspunkten wurden i m G a u Hessen-Nassau an 22 Werkstätten 2500

Die nachstehenden Ausführungen gewinnen für unsere Leser insofern besonderes Interesse, als dieEinfachstschule Robinson erzieht" durch Gemeinschaftsarbeit der Deutschen Arbeitsfront und des Stadtschul- amtes Gießen in einer 8. Volksschulklasse und einer Tertia der Gießener Schulen dem­nächst versuchsweise in Gießen auf ein Jahr zur Einführung kommt.

Die wirtschaftliche Wehrhaftmachung unseres Vol­kes hängt nicht allein ab von der Schaffung heimi­scher Rohstoffe und der Sicherung der Ernährung. Sie ist wesentlich mit abhängig davon ob es ge­lingen wird, jeden schaffenden Deutschen auf den Arbeitsplatz zu stellen, auf den er entsprechend der

in ihm wohnenden Leistungsmöglichkeit Anspruch hat. Die wahre Gemeinschaft in den Betrieben wur­zelt in der inneren Befriedigung, die der schaffende Mensch in seiner Arbeit empfindet. Diese Genug­tuung und Befriedigung über der Hände und des Geistes Arbeit kann sich aber nut dort einstellen, wo eine planvolle Betriebsführung danach trachtet, jeden Betriebsangehörigen nach feiner Eignung und Leistung auf den Platz zu stellen, der dieser Voraussetzung entspricht. Demgegenüber ist festzu­stellen, daß die Zahl der schaffenden Menschen, die nicht die berufliche Tätigkeit ausüben die ihnen Berufung" zu dieser Arbeit bedeutet, heute noch unermeßlich ist. Ungeheure Volkskraft geht dadurch der deutschen Volkswirtschaft verloren, denn eine mangelnde Befriedigung in der Arbeit schmälert auch den Arbeitserfolg. Zu dieser Tatsache trat be­sonders im vergangenen Jahre der Umstand, daß tausende hoffnungsfreudiger Jungen, der Schulbank entwachsen, keine Lehr- oder Arbeitsstelle erhalten konnten. Die Wirtschaft war nicht in der Lage, die­sen überaus starken Geburtenjahrgang der unmit­telbaren Nachkriegszeit völlig aufzunehmen. Das hätte eine weitere Vermehrung der in der Arbeit fehlgeleiteten oder überhaupt nicht angefetzten Kräfte bedeutet, wenn nicht von der Deutschen Arbeitsfront die Einfachstschulung (oder auch Robinson-Erzie­hung genannt) für diese Jungen entwickelt worden wäre. Der Gau Hessen-Nassau, der seit dem Jahre 1934 neue, richtungsweisende Wege in der Berufserziehung und Betriebsführung beschritten hat, leistete auch mit der Entwicklung dieser Ein­fachstschulung vorbildliche Arbeit für das gesamte Reichsgebiet.

Die Deutsche Arbeitsfront schuf diese E > n f a ch st s ch u l u n g zur Erfüllung zweier Aufgaben. Zunächst kam es, fürsorge- risch gesehen, daraus an, die in den Großstädten und mittleren Plätzen besonders gefährdeten Jugend­lichen vor der Verlotterung zu bewahren. Gleichzei-

Aber müßten Sie nicht Herrn Lyk auf all das aufmerksam machen?" fragt sie dann vorsichtig. Ich bin zwar Igors Kusine und will sein Bestes, aber schließlich, er ist ein wenig leichtsinnig, und Herr Lyk könnte eines Tages unangenehm über­rascht sein. Wer weiß denn, was für Pläne Herr Lyk mit dem Mädel hat."

Ja", sagt Renz unverhältnismäßig laut und lachend,die hat er sicher!"

Irina verlangsamt den Schritt. Sie hat den la­chenden Renz kurz und scharf angesehen, nun halt sie den Kopf gesenkt. Eine bedeutsame Stille ent­steht. Irina hat Das dumpfe Gefühl, vor einer Entscheidung zu stehen. Renz, an ihrer Seite, fühlt ähnlich. Jedes von ihnen wartet, daß vom anoeren das Stichwort falle für den Fortgang der Unter­haltung.

Wenn ich ihn bitte, mich mit Sabine bekannt zu machen, denkt Irina.

Wenn ich ihr verrate, was für Pläne Lyk mit Sabine hat. denkt Renz. Aber plötzlich, wie unter einem sremden Beseht, sagt er mit spröder Stimme: Sie sind ja gar nicht seine Kusine. Und ,m Augenblick, da er das sagt, suhlt er au,atmend, daß er ins Schwarze getragen hat.

Irine ist stehengeblieben. wie vom Donner ge­rührt. Auch Renz ist stehengeblieben. Sie starren sich an und lächeln verloren, konventwnel, sie -Vis­en qar nicht, daß sie lächeln Sekundenlang sieht es aus als wolle Irina ausbegehren und leugnen und sich solche Unverschämtheiten verbitten. Aber nnn, nlöklicb erlischt ihre Empörung, und in ihr Gesicht kommt eine beinah Jlrut?Lef F"1 schlossenheit:Ja", sagt sie rauh,ich bm nicht seine

R°"nz" stndet in seiner Freude über diese Bestä­tigung noch nicht die rechten Worte für seinen Bund- nisvorschlag: sie gehen schweigend nebeneinander her und finden Zeit, darüber nachzudenken, was nun werden soll, nachdem dies Schwerwiegendste schon 9e?,Unb'froarum erzählten Sie mir das alles von Michailow, wenn Sie doch wußten, daß ich nicht [eine Kusine bin?" tastet Irma sich schließlich vor.

Weil Sie es dann doppelt angeht.

Älso nehmen Sie an, daß ich

Renz winkt ab:Ersparen wir es uns doch, dar­über zu reden, lieberlegen wir doch lieber, was nun geschehen soll. Oder wollen Sie dulden, daß der Mann sich das Mädel nimmt?" . .

Irina lacht bitter auf: ..Was da: dulden. Aber Sie was geht das alles eigentlich Ste an/