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M.16I Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Mittwoch,U.Zuli

vollbringen. Auch in reinen Kraftübungen sind wunderbare Leistungen zu verzeichnen, und ganz besonders sind im Schwimmen und Tauchen die Südseeinsulaner nicht zu überbieten. Daß von ihnen das Crawlen stammt, mit denen auch unsere Schwimmer die größten Schnelligkeiten erzielen, ist bekannt. Bei der Jahrhunderte alten engsten Verbundenheit der Südseeinsulaner mit dem Meere ist es verständlich, daß sie an Schnelligkeit, Geschick­lichkeit und Ausdauer alle anderen Völker über­treffen. Von ihren außerordentlichen Leistungen im Tauchen wird berichtet, daß auf Tonga Taucher einen schweren Stein drei Meter unter Wasser über eine Strecke von 70 Meter zu tragen hatten.

Zeitschriften.

Alles, was die junge Mutter über die künst­liche Ernährung des Säuglings und über die Zu­bereitung der Nahrung wissen muß, findet sie in einer Artikelfolge der- ZeitschriftMutter und Kind" (Verlag Staude, Berlin W 30). Das neue Heft enthält außerdem interessante Beiträge wie Das neue Brüderchen",Unsere Ernährungsge­wohnheiten und die deutsche Nahrungsfreiheit", Eine Hühnerfarm entsteht",Neuerungen an Holz­waschgefäßen" usw. Zahlreiche hübsche Bilder ver­anschaulichen den Text.

Im Juliheft der MonatsschriftVolk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 15, Einzelpreis 0,70 3JIEJ bespricht u. a. Joachim Römer an Hand von 36 Photos die Zigeunerfrage. Alle Versuche, die Zigeuner in Deutschland durch An­siedlung zu nützlichen Gliedern der Volksgemein­schaft zu machen, haben sich als verfehlt erwiesen, weil die rassische Veranlagung der Zigeuner ein Einfügen in ein geordnetes und arbeitssames Leben nicht gestattet. Ein sehr interessanter Aufsatz Die Bedeutung der Erbkrankheiten bei unseren Haustieren" von Dr. W. Koch zeigt, daß in der Haustierzucht heute Fragen im Vordergrund stehen, die mit denen der Nassenhygiene des Menschen ver­gleichbar sind. Dr. H. Brandt gibt wertvolle An­regungen zur Frage:Wie sorgen wir für aus­reichenden akademischen Nachwuchs?" Die Kurz­berichteAus Rassenhygiene und Bevölkerungs­politik" sowie Buch- und Zeitschriftenbesprechungen beschließen das Heft.

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Professor Dr. Gustav Schwankes, Extraordi­narius' für Vorgeschichte an der Universität Kiel, ist zum Ordinarius ernannt worden. Sein Werk Deutschlands Vorgeschichte" ist in mehreren Auf­lagen verbreitet.

Und dabei über­aus gründliche Reinigungskraft,, ^Schonung des 'Zahnschmelzes, angenehm mil-n der u. erfrischen-, der Geschmack^

58 Vf. die geoüe Tube.

25 pf.Öie Meine

Oie Fremdenverkehrswerbung in Gießen im Dienste der Allgemeinheit.

Der Fremdenverkehrsverein Gießen hielt am gestrigen Dienstagabend im Hotel Schütz seine Jahres-Mitgliederversammlung unter Leitung seines Dorsitzenden Prof. Dr. Hamm ab. Wie immer bei Diesen Versammlungen, so war auch die gestrige erfüllt von einer Reihe von Anregungen und Ge­danken, die für unsere Gießener Fremdenverkehrs- werbung wertvoll sind.

Bürgermeister Prof. Dr. Hamm gedachte zu Be­ginn der Versammlung des verstorbenen Geheim­rats Prozessor Dr. Sommer, den er sowohl als Vereinsmitglied wie auch als außerordentlich reg­samen und in der produktiven Kommunalarbeit sehr schöpferischen Menschen würdigte, dem er über das Grab hinaus den Dank des Verkehrsoereins und der Gießener Bevölkerung abstattete. Das Andenken an den Verstorbenen wurde in üblicher Weise ge­ehrt. Sodann erstattete er den Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 1936/37, den wir in feinen wesentlichen Grundzügen imGießener Anzeiger" Nr. 152 vom 3. Juli 1937 bereits veröffentlicht haben. Er wies in großen Zügen auf die Haupt­kapitel des Geschäftsberichtes hin, der in seiner Gesamtheit

ein sehr fruchtbares Wirken des Vereins zum Besten der heimischen Wirtschaft

offenbart. Im Zusammenhang mit der Frage der Mitgliederwerbung und damit der Verteilung der Werbeunkosten auf die interessierten Wirtschafts- kreise teilte Dr. Hamm mit, daß München jetzt auch eine Fremdenverkehrsabgabe auf alle irgendwie an der Fremdenoerkehrswerbung interessierten Wirt- jchaftskreise eingeführt habe. Nach einer Mitteilung von Oberbürgermeister Ritter plane der Gau­leiter die Einführung einer gleichen Abgabe in allen Fremdenverkehrsorten seines Gaues, um da­durch zu erreichen, daß alle an der Fremdenver­kehrswerbung interessierten Kreise bei der Ver­keilung des Kostenaufwandes für die Werbung er­faßt werden und nicht nur die Mitglieder der Ver- kehrsoereine allein diese Lasten zu tragen haben. Welche Bedeutung die Fremdenverkehrswerbung in Gießen hat, konnte man aus einer weiteren.Mit- keilung des Vereinsvorsitzenden ersehen, nach der ein Vergleich der Fremdenverkehrs- und lieber« nachtungsziffern von Darmstadt, Marburg, Gießen, Worms und Wetzlar für die Zeit von Januar bis Juni 1937 folgendes Bild ergeben:

Darmstadt 18 171 Fremde, 33 209 Uebernachtungen Marburg 11 767 21578

Gießen 11295 14 777

Worms 6 276 7 225

Wetzlar 3 478 7 903

Aus dieser Zahlengegenüberstellung zog Dr. Hamm die Schlußfolgerung, daß unsere Stadt Gießen sich mit ihrer Stellung in der Fremden­verkehrswerbung durchaus sehen lassen kann und der Erfolg dieser Arbeit jedenfalls über­zeugend zutage liegt.

Weiter wies er noch auf verschiedene erfolgreich Iurchgeführte Veranstaltungen der letzten Monate hin, die gleichfalls zu dem guten Ergebnis der Fremdenoerkehrswerbung erheblich beigetragen vaben.

Der Rechnungsbericht von 1 9 3 6/37 wurde, nachdem die Rechnungsprüfer die ausge­zeichnete Kassenführung mit Worten der Anerken­nung betont hatten, einstimmig genehmigt und Zugleich dem Vorsitzenden Dr. Hamm, sowie dem Geschäftsführer, Verwaltunqsoberinspektor Mül­ler in gebührender Weise Dank ausgesprochen.

Der Voranschlag für das Geschäfts­jahr 19 3 7/38 schließt in Einnahme und Aus- ,abe mit 11 000 Mark ab: Er enthält eine Reihe »on Aufwendungen, die für die Verkehrswerbe-

arbeit und zugleich für die Verschönerung des Stadtbildes fruchtbar zu werden versprechen.

Werbemaßnahmen.

Der Vorsitzende brachte anschließend eine Reihe oon Werbemaßnahmen zur weiteren Steigerung des Fremdenverkehrs unserer Stadt zur Sprache. Neben den allgemeinen Bemühungen auf diesem Gebiete ist von besonderem Interesse der Plan, etwa im Herbst das Abfischen des Teiches an der Schlageteranlage mit einem großen Volks­fest zu verbinden und bei dieser Gelegenheit auch die Werbung für den Verbrauch deutschen Weins durchzuführen. Der Termin dieser Veranstaltung steht aber noch nicht fest. Im Verlaufe des Dezem­ber soll eine große Lichtwoche durchgeführt werden, um dadurch den Weihnachts-Fremdenver­kehr für unsere Stadt besonders zu beleben. Es sind für diese Veranstaltung zahlreiche Einzelmaßnah- men vorgesehen, die die Erwartung rechtfertigen, daß hierbei eine großzügige Veranstaltung zustande kommt. In anerkennenswerter Weise hat sich auch die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel bereit erklärt, durch ein sehr beachtenswertes finanzielles Opfer ihrer Mitglieder zu den Kosten dieser großen Werbemaßnahme beizutragen. Im Verlaufe der regen Aussprache, die oon allen Seiten volle Billi­gung und erfreuliche Unterstützung dieses Planes erkennen ließ, machte u. a. Kaufmann Winter- Hoff den Vorschlag, daß nicht nur die Mitglieder des Einzelhandels sich an den Kosten dieser Wer­bung beteiligen sollen, sondern auch andere interes­sierte Wirtschaftsgruppen, z. B. das Gastwirtsge­werbe, Handwerksgeschäfte mit offenen Läden, die Brauereien usw. in gleicher Weise ihre finanzielle Beisteuer zu dieser Unternehmung liefern müßten, denn auch diese Gruppen hätten ja von dem Erfolg dieser Werbeveranstaltung Vorteile und müßten sich infolgedessen auch an den Kosten beteiligen. Diese Anregung fand die einheitliche Zustimmung der Versammelten, und sie wird sicherlich zu entspre­chenden Schritten des Vereins führen.

Die Anbringung eines neuen Stadt­plans auf dem Bahnhofsplatz hat sich infolge starker Ueberlastung des städtischen Vermessungs­amtes leider etwas verzögert, sie wird aber in Kürze erfolgen. Für die Mitglieder des Verkehrs- vereins ist ein M i t g l i e d e r - A b z e i ch e n in Vorbereitung, das die Geschäftsleute, soweit sie Mitglieder sind, in ihren S ch a u f e n st e r n an­bringen sollen, um sich dadurch auch äußerlich als Vereinsmitglieder auszuweisen.

Die Schaffung eines großen Netzes von Reitwegen in der Umgebung unserer Stadt ist im Zusammenwirken mit den beteiligten Sport­ämtern in Vorbereitung, ebenso wird eine Kom­mission, bei Dr. Meesmann und die Oberforst­meister Nicolaus und Lipp angehören, prak­tische Vorschläge für den Ausbau von Fuß­gängerwegen in der Umgebung unserer Stadt ausarbeiten, so daß auch nach dieser Richtung hin für den Fremdenbesuch eine erfreuliche Einrichtung geschaffen wird. Für die Schaffung von Radfah­rerwegen sind Mittel in den städtischen Voran­schlag eingestellt worden, damit mehr noch als bis­her die Radfahrer von der allgemeinen Fahr­straße herunterkommen und sich in größerer Sicher­heit auf eigenen Wegstrecken bewegen können.

Zur Frage der Badean st alten wurden Kla­gen vorgebracht über die jetzigen Badeverhältnisse an der Lahn, zugleich auch interessante Mitteilungen gemacht, über die geplante Schaffung eines neuen Freibades. Zwei Projekte, von denen eines für das Wiesecktal und das andere für das Nizza unter Benutzung der Wieseck bzw. des Klingelbachs vor­gesehen waren, lassen sich aus bestimmten Gründen

nicht verwirklichen. Es wird nunmehr ein anderes Projekt bearbeitet, das die

Schaffung eines Freibades in der Nähe der Bergschenke

unter Benutzung von einwandfreiem Wasservor­kommen aus dem Gebiete des Bergwerksgeländes vorsieht. Jedoch ist auch diese Angelegenheit noch nicht spruchreif, da das Projekt noch stark im Stadium der Vorbereitungen steht, es außerdem erst noch dem Sportbeauftragten für Hessen zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt werden muß.

Verschönerung des Stadtbildes

Hinsichtlich der Schaffung von Zierbrun­nen wurde mitgeteilt, daß vor dem Stadttheater an der Stelle des jetzigen großen Blumenbeetes ein solcher Brunnen entstehen soll, für den der Ver­kehrsverein aus seinen Mitteln den Betrag von 1000 Mark zur Verfügung stellt. Die Firma H. W. Rinn hat einen Brunnen für den Platz in der Verlängerung der Georg-Philipp-Gail-Straße in Richtung Tannenstraße, ungefähr an der Ecke der Fröbelstraße, gestiftet. Die Baufirma Abermann hat sich bereit erklärt, den Jughardtsbrun- nen in der Frankfurter Straße herzurichten. Diese Pläne zur Verschönerung unseres Straßenbildes verdienen alle Anerkennung, zugleich auch wäre der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß noch weitere Verschönerungsmaßnahmen dieser Art zur Durchführung kommen werden.

Die Verschönerung unseres Stadtbildes hat auch einen Plan zum Ziele, den der Gartenbauarchitekt Schwarz und der Gärtnereibesitzer Weber ver­traten. Die Vorschläge gingen dahin, die öffentlichen Anlagen einer gründlichen Durchforstung zu unter­ziehen, um dadurch mancherlei Kümmerlinge im Busch- und Baumwuchs, die nur geeignet sind, das Gesamtbild zu stören bzw. das Wachstum der ge­sunden Bäume und Sträucher zu behindern, zu be- .fettigen. Ferner soll erstrebt werden, eine Zentral- Gartenanlage, etwa in der Gegend der Schlageter­anlage oder dergleichen, als Volkspark zu schaffen, um auf diese Weise neben dem Anlagenring im Innern der Stadt noch eine weitere schöne Garten- Erholungsstätte der Bevölkerung zur Verfügung zu

NSG. Der Reichsleiter der Deutschen Arbeits­front hat zur Auszeichnung vorbildlicher Arbeits­stätten den Leistungskampf der deutschen Betriebe verkündet. Aus diesem Leistungskampf sollen jene Betriebe als Sieger hervorgehen, die durch vorbildliche Förderung der Betriebsgemein­schaft, Sorge um die Volksgesundheit, Sorge um die Berufserziehung und Erhaltung der Arbeits­plätze usw. mustergültiges geleistet haben.

Das Eintreten eines Betriebes in den Leistungs­kampf beginnt mit dem Antrag des Betriebsführers, der folgenden Wortlaut hat:

Ich bewerbe mich für meinen Betrieb um die Verleihung der AuszeichnungNational­sozialistischer Musterbetrieb" und melde mich hiermit zum Leistungskampf der deutschen Be­triebe für das Arbeitsjähr ..."

Dem Antrag ist eine eingehende Begründung bei­zufügen, die darlegt, inwieweit in dem Betrieb der Gedanke der nationalsozialistischen Betriebsgemein­schaft verwirklicht ist, und aus Grund welcher Lei­stungen und Tatsachen der Betrieb würdig erscheint zur Auszeichnung alsNationalsozialistischer Mu­sterbetrieb". Der Antrag ist bis zum 1. August des Arbeitsjahres beim Gauobmann der Deutschen Ar­beitsfront einzureichen. Er muß von dem Betriebs-

stellen. Gartenarchitekt Schwarz wird auf Wunsch des Vereinsvorsitzenden ein diesbezügliches Projekt ausarbeiten. In diesem Zusammenhänge wurde auch über den

Blumenschmuck

in den Straßen gesprochen. Dabei machte Gärtnerei- besitzer Weber darauf aufmerksam, daß mancher Volksgenosse sicherlich gerne seine Wohnungsfen­ster schmücken würde, wenn ihm nicht die Frage der Blumenkasten Hemmnisse bereitete; im Falle eines Wohnungswechsels stünden nämlich dann manche Blumenkasten, die wegen ihrer räumlichen Ausmaße in der neuen Wohnung nicht verwandt werden könnten, als unnützer Ballast herum. Herr Weber machte die von der Versammlung sehr be­grüßte Anregung, daß schon beim Bau neuer Häuser feste Blumenkasten von dem Archi­tekten in den Bauplan und in die Gestaltung der Fensterreihen eingegliedert bzw. e i n k a l k u- liert werden sollten, damit jede Wohnung ihre dauernden Blumenkasten hat, unbeschadet der Frage, wer zeitlich Inhaber der Wohnung ist. Derartige Blumenkasten als dauernde Einrichtung lassen auch die Zucht und Pflege der Blumen noch besser ge­lingen als bisher. Der Vereinsvorsitzende wird dem Stadtbauamt Mitteilung zukommen lassen, in die­sem Sinne auf die Baulustigen künftig einzuwirken.

Mehr £id)f in den Geschäsisflraßen.

Sehr beachtenswerte Vorschläge zur Vermehrung des Lichts in den Geschäftsstraßen machten die Kaufleute Röder und W inte rhoff. Sie be­tonen, daß bisher in der dunklen Jahreszeit abends nach Geschäftsschluß die meisten Schaufenster unbe­leuchtet sind, weil sich die Kosten für den elektrischen Strom zur abendlichen Schaufensterbeleuchtung zu hoch stellen. Herr Röder, unterstützt von Herrn Winterhosf, machte den Gedanken geltend, die Ladenbesitzer dadurch zu vermehrtem Stromver­brauch für die abendliche Schaufensterbeleuchtung anzureizen, daß man ihnen für den gleichen Geld­aufwand wie im Vorjahre des kommenden Winters vom Elektrizitätswerk eine größere Strommenge durch Verbilligung des abendlichen Stromver­brauchs zur Verfügung stellt. Wenn dieser Vorschlag verwirklicht würde, sei mit Sicherheit darauf zu rechnen, daß die abendliche Beleuchtung in den Ge­schäftsstraßen erheblich besser sein wird als bis­her. Herr Winterhosf ergänzte diesen Vorschlag da­hin, daß bei dieser Maßnahme alle die Lampen berücksichtigt werden müssen, die in dem Rahmen der für die Steigerung der Lichtmenge dienenden Beleuchtung benutzt werden. Bürgermeister Dr.

führer und dem Betriebsobmann unterzeichnet sein. Nichtarische Betriebe sind von der Bewerbung aus^ geschlossen.

Im Anschluß an diesen Antrag wird der Betrieb durch die zuständige Dienststelle der DAF. über­prüft. Auf Grund der Gesamtüberprüfung schlägt der Gauobmann die ihm geeignet erscheinenden Be­triebe dem Gauleiter der NSDAP, zur Auszeich­nung vor. Der Gauleiter verleiht den Betrieben das Gaudiplom für hervorragende Leistungen". Die Auszeichnung erfolgt vor der Gauarbeitskammer am 1. Mai.

Aus der Reihe der ausgezeichneten Betriebe schlägt der Reichsorganisationsleiter dem Führer Betriebe zur Auszeichnung alsNationalsozialisti­scher Musterbetrieb" vor. Für das,Arbeitsjahr 1938 können Anträge bis zum 1. August gestellt werden.

Wer kann NE.-Musterbetrieb werden?

Aussuchen, kommst du in deinem Leben um solchen Tisch voller Leckerbissen nicht herum, denn ehe du recht weiterkommst, hat das Gelüst des Gaumens schon deinen Teller vollgefüllt.

Aber du darfst auch wieder von Tische aufstehen, niemand wird dir mißbilligend nachsehen, du darfst wieder hingehen und wieder holen, was du möch­test, Sardinen, Sardellen, Sprotten und allerlei Salate in allen Farben, die der Regenbogen hat, rote Rüben, grüne Gurkensalate, weißleuchtende Rettiche, Kaviar, Käse und alle Arten Weich- und Hartbrot, wie es dir immer um die Zähne und Zunge ist. . .

Ja, und dann dann kommt nun eine andere Sache. Du willst zu alledem ja gerne etwas Gutes trinken. Es wird bir gut tun, dazu zu trinken, aber du bist in Schweden, wie du weißt, und Schweden hat Gesetze. Und diese Gesetze befassen sich, falls du es nicht wissen solltest, auch mit deiner Lust zu trinken. Soundsoviel darfst du trinken, und was darüber ist, das ist verboten.

Dor 11 Uhr gibt es keinen Schnaps, gar keinen. Mittags dann darf der Herr zum Essen (aber nur zum Essen) 7,5 Zentiliter trinken, die Dame 2,5 Zenti­liter. Die Gesetze Schwedens sind, wie man sieht, von Männern gemacht. Abends gibt es etwas mehr: für Herren 15 Zentiliter, für Damen 7,5.

Aber wenn du klug bist, und wenn du nebenbei das Geld dazu hast (das hast du vielleicht, wenn du klug bist), dann kannst du, wenn du absolut noch etwas trinken willst, den Gesetzen em Schnipp-

Du^ast gegessen und getrunken, und bann rufst du nun dem Kellner und zahlst. Du stehst von deinem Tische auf, gehst einen Schritt und setzt dich sogleich an den Nebentisch, rufst den Kellner wieder und bestellst von neuem zu essen -- und zu trinken (Denn nur zum Essen darfst du trinken.) Du bist nun hier am Nebentisch sozusagen eine andere und aanz neue Person geworden vor. dem Gesetz, em Mensch der mit dem anderen, der eben nebenan und trank, nichts zu tun hat, du bist ein ganz neuer Gast, der essen und trinken will. Man kann es in Schweden erleben, daß sich so m einem Ole« ftaurant eine ganze Gesellschaft erhebt und dann am Nebentisch Platz nimmt, um von neuem hier die gleiche gastronomische Schlacht zu schlagen, die sie eben schon einmal schlug. Am selben Ti|ch darf man nichts mehr trinken nun, dann tut man s am Nebentisch und nimmt es m Kauf, daß man noch einmal dazu essen muß.

2lber der Schnaps ist vomSmoregasbord nicht zu trennen, er gehört dazu, und bei Festen wird br erste Schnaps, nicht mit Unrecht, unter Gesang

Go ißt man in Schweden.

Von Christian Bock.

Wer je einen schwedischen Frühstückstisch sah, der weiß, welche Verführung er fürs Auge ist: und >as eben will er sein. Der Appetit soll nicht gemäch- äch erst beim Essen kommen: vorher schon soll er >a sein, vorher schon soll die Zunge theoretisch »chwelgen in allem, was sie nun gleich schmecken wird.

Zum ersten Frühstück am Morgen, zumFrokost", gibt es noch nicht ganz so vielerlei: die dicke Hafer­grütze mit Sahne gibt es, Kaffee oder Tee und ein IZebäck, das wir hierWiener Brot" oderPlunder­gebäck" nennen.

Aber dann zum zweiten, das dann gegessen wird, wenn wir, ein wenig südlicher, zu Mittag essen.

Dem Schweden kommt es ja reichlich aus nächster Nähe auf den Frühstückstisch. Fische und Krusten- liere von der Küste: Steinbutt, Tarbutt, Heilbutt, Notzunge, Seezunge, Sandzunge, Schollen, Kabliau, Schellfisch, Dorsch, Aal, Heringe, Makrelen wenn man dies alles nur eins unters andere schreibt, ist is ein Gedicht. Darunter stehen natürlich noch: Hummer, Taschenkrebse, Seekrebse, Krabben und der Schwede weiß nicht nur das eine vom andern mit der Zunge gut zu scheiden: unter den Heringen cllein kennt er 40 Arten auf 40 Arten zubereitet.

Auch in nächster Nähe seines Frühstückstifches scnd die großen Wälder, aus denen Nehe, Elche, Renntiere und Hasen kommen, Birkhühner, Schnee­hühner, Rebhühner, Fasanen, Schnepfen, Wild- mten und Eidergänse.

Und der Schwede versteht es, mit dem, was er in feiner Heimat bekommt, etwas anzufangen. Sem ,6möregasborb" ist, ich sagte es schon, eine einzige Verführung für das Auge.

Du nimmst dir selbst von einem Nebentisch im Restaurant Teller und Bestecke und gehst damit zu : en Herrlichkeiten hin, die ausgebreitei» liegen. Ein gehendes" Smöregasbord nennt man das oei :emsitzenden" steht alles vor dir auf dem Tisch. Uber diesesgehende" Smöregasbord ist wenigstens o beliebt wie das andere. Wer möchte das auch icht, mit Teller und Besteck um so einen großen Usch rundherum wandern und nehmen was ihm iehagt. Nicht nach gedruckten Speisekartenvokabeln i bnbern aus dem Vollen: ein Stuck Schweinsrucken in Gelee nimmst du oon hier, ein PE Scheiben Nenntierschinken dazu, und einen Schritt weiter !ch°n versllhrt dich ein lartarbeefftcat, wieder dem besteck zu bewegen, eine Lammkeule vielleicht oder l«salzene Gans in bibberndem

Ich sage dir, wenn du nicht geübt bist m solchem

getrunken. Und wer jemals dieses Schnapslied mit­sang, wer jemals in Schweden war, dem wird es bei diesem WortSmöregasbord" wie ein Rieseln über die Zunge laufen.

Sportliche Rekorde bei den Naturvölkern.

In den Tagen der Olympischen Spiele wurde in einer Sonderausstellung im Museum für Völker­kunde zu Berlin der Sport der außereuropäischen Völker gezeigt. An diese anknüpfend gibt Leon­hard Adam in derDeutschen Rundschau" eine Uebersicht über die Leibesübungen und sport­lichen Spiele, die es außerhalb des heutigen Sport­betriebes der Kulturvölker in der Welt gibt. Er zeigt darin, daß nicht nur in einigen Fällen wie beim Kajak der Eskimos und Kanu der Indianer die Urformen beinah unverändert von Naturvölkern übernommen wurden, sondern daß sich zu fast allen Sportarten gleichartige oder doch sehr ähnliche Bei­spiele bei ihnen finden. Dabei haben es einige Naturvölker in manchen Sportformen zu Leistun­gen gebracht, die die Sportleute der kultivierten Völker auch in ihren Höchstleistungen nicht erreichen. Wir greifen einige solche Fälle heraus.

Wenn bei den Olympischen Spielen der Mara­thonlauf einen der Höhepunkte bildete, so zeigt sich, daß die besten Läufer der Welt, die an Aus­dauer auch den Olympia-Sieger übertreffen, die Tarahumara-Jndianer im Norden Mexikos find. Hier veranstalten Mannschaften mehrerer Dörfer miteinander Wettspiele, bei denen die Läufer mit ihren bloßen Füßen einen Holzball vor sich hin­stoßen. Dieser Holzball ist ein Sinnbild der Sonne, und er soll die Ausdauer und Geschwindigkeit der Läufer magisch beeinflussen. Und so bewältigen diese Indianer im Dauerlauf ohne Pause Strecken von 273 Kilometer, mehr als das sechsfache des Marathonlaufes! In der Nacht beleuchten Frauen und Mädchen ihren Weg mit Fackeln, und es bie­tet sich dem Beobachter ein zauberhafter Anblick. Nicht minder großartige Leistungen werden vom Springen bei Eingeborenen erzählt. Bei den Wa- tussi im ostafrikanischen Ruanda find die Sprung­leistungen verblüffend: aus kurzem Anlauf erreichen die Männer nicht selten Höhen von 2,50 Meter, während bei den Spielen der Neger Johnson mit 2,08 Meter den Sieg davontrug.

Der Pferdesport ist in irgendeiner Form bei fast allen Völkern verbreitet, die sich des Pferdes über­haupt bedienen, und manche Völker verbinden mit meisterhaftem Reiten bei festlichen Anlassen Reiter­kunststücke, wie sie bei uns nur die besten Akrobaten