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Aus aller Wett.

Bernd Rosemeyer in Berlin begeistert empfangen.

Dem großen Erfolg, den die deutschen Rennfah­rer im größten, schwersten und interessantesten ame­rikanischen Automobilrennen erringen konnten, ent­sprach der Empfang, den die begeisterten Berliner Sportfreunde den Fahrern und ihren Helfern, vor allem dem Gewinner des Vanderbilt-Pokals Bernd Rosemeyer und dem Rennleiter Dr. Feuer­eisen bei ihrer Ankunft auf dem Bahnhof Zoo bereiteten. Hunderte hatten sich vor dem Bahnhof eingefunden. Als der Sonderzug des Norddeutschen Lloyd einlief, mußten Bernd Rosemeyer, seine Gattin Frau Elly Beinhorn - Rosemeyer und die anderen Auto-Union - Fahrer eine Salve der Begeisterung über sich ergehen lassen. Im Nu war Rosemeyer von Blumenspenden überschüttet. Vor lauter Händedrücken und Glückwünschen kam er nicht dazu, von seinen Eindrücken zu erzählen. Statt seiner berichtete Elly Beinhorn den Ver­tretern der Presse über das große Auftreten des deutschen Automobil-Rennsports in der neuen Welt. Der Empfang in Amerika sei außerordentlich herz­lich gewesen. Die Amerikaner hätten gute Fahrer, die mit ihrer Fahrweise das Rennen zu einem phantastischen Spiel gestalten halfen.

Explosion einer Azelylenslasche.

Auf dem Betriebsbahnhof des Dortmunder Haupt­bahnhofes platzte aus bisher noch nicht geklärter Ursache eine Azetylenflasche Dabei erlitten zwei Schlosser und ein Werkmeister so schwere Brand- wunden, daß sie ins Krankenhaus geschafft wer­den mußten und noch nicht vernehmungsfähig find. Unmittelbare Lebensgefahr soll jedoch nicht bestehen. Durch den Luftdruck zersprangen zahlreiche Fenster­scheiben der großen Betriebsbahnhofshalle. Im übrigen ist der Sachschaden aber nur gering. Der Betrieb hat keine Störung erlitten.

Wädchenmörder Kretschmer legt ein Geständnis ab.

Der dieser Tage festgenommene H. Kretsch­mer hot nach längerem Leugnen eingestanden, die elfjährige Schülerin Margot Böttger in Magde­burg in der Nacht zum 6. Juli ermordet zu ha­ben, nachdem er an dem Kind ein Sittlichkeitsver­brechen begangen hatte. An der Tat sind weitere Personen nicht beteiligt. Der regen Mitarbeit der Bevölkerung ist es zu verdanken, daß der Mörder von einem Gendarmeriebeamten nach verhältnis­mäßig kurzer Zeit festgenommen werden konnte.

Eisenbahnunglück bei Budapest.

In der Nähe vom Budapest bei der Bahnstation Veeses ereignete sich ein E i s e n b a h n Zusam­menstoß. Ein Personenzug fuhr in voller Fahrt in einen Güterzug hinein, der in zwei Teile zer­rissen wurde. Hierbei wurden zwei Personen ge­tötet und acht schwer verletzt. Ein Hilfszug, der unverzüglich zur Hilfeleistung aus Budapest entsandt worden war, hatte ebenfalls einen Unfall.

Er überfuhr einen Bauernwagen, dessen zwei In­sassen auf der Stelle getötet wurden.

Französisches Militärflugzeug abgestürzt.

In der Nähe von Valence sur Rhone stürzte ein französisches Jagdflugzeug auf dem Fluge von Per­pignan nach Dijon ab. Der Flugzeugführer wurde auf der Stelle getötet.

28 Kinder bei einem Autounfall in Litauen verletzt.

In der litauischen Kreisstadt Utena ereignete sich ein Kraftwagenunfall, bei dem 28 Kinder verletzt wurden. Die Kinder sollten zur Teil­nahme an einer sportlichen Veranstaltung mit Last­kraftwagen in einen Nachbarort befördert werden. Als ein mit 90 Kindern besetztes Auto eine Kurve durch fuhr, löste sich eine Seitenwand des Wagens, so daß fast alle Kinder auf die Straße stürzten. 28

Lpd. Frankfurt a. M., 13. Juli. Vor der gro­ßen Strafkammer begann am Dienstagvormittag die Verhandlung gegen den 27jährigen Otto Risch und seinen 29jährigen Angestellten Anton Stock­hausen, die beide der fortgesetzten ge­meinschaftlichen Urkundenfälschung und des Betrugs, Risch auch des Konkurs­vergehens beschuldigt werden. Risch ist gestän­dig, seit Dezember 1936 435 Wechsel über 150 000 Mark gefälscht und seinen Gläubigern oder Ban­ken zur Diskontierung weitergegeben zu haben.

427 Unterschriften hat er selbst gefälscht, in acht Fällen lieh er Unterschriften auf Wechsel von dem Mitangeklagten fälschen.

Der Angeklagte Risch war seit Jahren im Holz­handel tätig und übernahm seinerzeit den Filial­betrieb einer Berliner Firma in Kelkheim im Tau­nus. In den letzten Jahren befaßte er sich mit der Herstellung von Halbfertigfabrikaten und auch fer­tigen Möbelwaren. Anfänglich ging das Geschäft gut, es wurden monatlich Umsätze von 50 000 bis 70 000 Mark erzielt; die Belegschaft betrug 80 Köpfe. Durch Zahlungseinstellungen und Konkurse von Schuldnern und die Uebernahme von Liefe­rungsaufträgen für schlechtstehende Firmen, die ihre Wechsel am Fälligkeitstag nicht einlösen konn­ten, geriet der Angeklagte in Schwierigkeiten. U m s i ch über Wasser z u halten, wurden die Wechselfälschungen begangen. Im Februar d. I. kündigte Stockhausen seine Stellung, und bald danach kümmerte sich Risch in seiner ver­zweifelten Lage nicht mehr um den Betrieb und dachte an Selbstmord.

Die gefälschten Wechsel hatte man durch Striche gekennzeichnet. Risch wird auch der Gläubiger­benachteiligung bezichtigt, weil er Barbe-

von ihnen wurden verletzt, die meisten trugen Arm- unb Beinbrüche davon.

60 Flugzeuge suchen Amelia Earhart.

Obwohl die Wahrscheinlichkeit, die vermißte ame­rikanische Fliegerin Amelia Earhart noch lebend aufzufinden, äußerst gering ist, ist das amerikanische FlugzeugmutterschiffLexington" zur Durchführung einer letzten großen Suchaktion in der Nähe der Howland-Jnsel eingetroffen. 60 Flugzeuge sind auf- geftiegen, um das ganze in Frage kommende Ge­biet von insgesamt 93 250 Quadratkilometern noch einmal gründlich abzusuchen. Offenbar hält man es nicht für ausgeschlossen, daß sich die Fliegerin unter Umständen auf eine der zahllosen unbewohnten Inseln oder Korallenriffe retten konnte und dort ohne Möglichkeit einer Verständigung mit der Außenwelt auf Hilfe wartet.

träge von 7500 Mark und 6400 Mark an Ver­wandte gab, als es mit dem Unternehmen zu Ende ging. Außerdem soll er als Arbeitgeber einbehaltene soziale Versicherungsbeiträge der An­gestellten und Arbeiter in Höhe von 7000 Mark nicht abgeliefert haben.

In der Verhandlung spielte hauptsächlich die Frage eine Rolle, wie sich die Schuld zwischen den beiden Angeklagten verteilt. Risch behauptete, daß der bei ihm seit Jahren tätige Mitangeklage 60 bis 70 Wechsel gefälscht habe, während dieser bekundete, daß er lediglich acht Wechsel mit einem gefälschten Akzept versehen und eine Anzahl anderer nur aus­gefüllt habe. Risch behauptete, daß die Anregung, Wechsel zu fälschen, von S. ausgegangen sei, aber S. erklärt, daß bei Besprechungen über die Lage Risch zuerst von Wechselfälschungen gesprochen habe und daß er, S., dann zustimmend geäußert habe:

Dann müssen wir eben Wechsel machen."

Ais die Zustände drückend wurden, wollte Risch den Mitangeklagten als Teilhaber gewinnen, aber S. lehnte ab.Wenn ich etwas Glück habe, werden wir durchkommen", meinte Risch, der bald danach dem S. mitteilte, daß er sich auf eine Unterbilanz von 120 000 Mark gefaßt machen könne. Es kam zwischen beiden Angeklagten damals zu harten Aus­einandersetzungen, und als Risch S. einen Idioten nannte, trat dieser von seiner Stelle zurück. Allein konnte Risch die Lage nicht mehr meistern; er be­kümmerte sich von Anfang März nicht mehr um das Geschäft. S. führt den Zusammenbruch zum Teil auch darauf zurück, daß Risch vielen Kunden bedeutende Nachlässe gewährt habe.

In der Beweisaufnahme wurde die Frage be­rührt, ob Risch ein luxuriöses Leben führte; es er­gaben sich aber hierfür keine Anhaltspunkte. Ein mit der Konkursverwaltung betrauter Zeuge be-

Für 150000 Mark Wechsel gefälscht!

421 falsche tlnierschnsten.

kündete, daß der Konkurs am 12. März d. I. er» öffnet wurde, zwei Tage nachdem sich Risch der Polizei gestellt hatte.

Es werden etwa noch 40 000 Wart hereinzube- kommen sein bei einer Schuldenlast von 300 000 Mark. Die Außenstände von 50 000 Wart sind abgetreten. Die Buchführung war nicht in Ord­nung.

Das Gericht verurteilte beide Angeklagte wegen fortgesetzter gemeinschaftlicher Urkundenfälschung und Betrugs, Risch auch wegen Konkursverbrechens nach § 239 des Konkursgesetzes, Risch zu drei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust, S. zu neun Monaten Gefängnis. Beiden Ange­klagten wurden je vier Monate der Untersuchungs-. haft auf die Strafe angerechnet. In der Urteils­begründung wurde u. a. darauf hingewiesen, daß sich die Möbelfabrik in eine Wechselfabrik verwan­delt habe. Angesichts des Umfangs der Fäfchunoen, durch die die kaufmännische Ehre erheblich in Miß­kredit geraden sei, hätten Risch keine mildernden Umstände bewilligt werden können. Beide Ange­klagten nahmen die Strafe an.

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des Reichsivelkerdienstes. Ausgabeort Frankfurt

lieber Westeuropa hält, besonders in der Höhe, die Zufuhr feuchter Meereswarmluft weiter an. Da sie über der über dem Festland liegenden kühleren Luftmasse zum Abgleiten gezwungen wird, stellt sich stärkere Bewölkung ein, wobei die Niederschlags­tätigkeit aber gering bleiben wird. Mit dem späte­ren Nachströmen wieder kühlerer Luft ist mit Ueber= gang zu Schauerniederschlägen zu rechnen.

Aussichten für Donnerstag: Anfangs meist noch heiter, dann zunehmende Bewölkung und zeitweise teils gewittrige Niederschläge, warm und schwül, südliche bis südwestliche Winde.

Lufttemperaturen am 13. Juli: mittags 24,2 Grad Celsius, abends 20,2 Grad; am 14. Juli: morgens 18,3 Grad. Maximum 25,2 Grad, Minimum heute nacht 8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Juli: abends 22,1 Grad; am 14. Juli: mor­gens 18,6 Grad. Sonnenscheindauer 7,9 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Emst Blum- schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), Vertreter: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Hans Thein D. A. VI. 37: 9104. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr Einzelverkaufspreis 10 Ps und Samstags

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Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

Balthasar Bierau

ist am 12. Juli im 79. Lebensjahre entschlafen.

Gießen (Dammstraße 27), den 14. Juli 1937.

Die Beisetzung findet am Donnerstag, dem 15. Juli, nachmittags

2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt

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Der A-H.-Verband der Landsmannschaft

Chattia

betrauert das Ableben seines lieben Bundesbruders

Heinrich Kliehm

Studienassessor am Realgymnasium zu Gießen,

aktiv 1928-1933.

l. A.: Dr. Boeck.