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Galavorstellung Ver Volksfront
Hochwasser im Erzgebirge
daß sich Afghanistan ihm über kurz oder lang an- schließen würde. Das ist jetzt geschehen. Der Pakt von Saadabad vom 8. Juli 1937 faßt einen neuen Viermächteblock zusammen, der sowohl nach Jnnerasien wie nach Arabien einen wichtigen Brückenschlag bedeutet und da die angeschlossenen Staaten den Orientalismus modern abgewandelt haben, ein Zeichen dafür ist, daß die mohamedani- schen Staaten unbeeinflußt von europäischen Groß- staaten ihre Politik und ihre Wirtschaft entwickeln werden. Nach den Schwierigkeiten, die die Franzosen in Syrien hatten, und der Opposition nicht nur der Juden, sondern auch der Araber Palästinas gegen das von den Engländern beibehaltene System der Zerteilung dieses arabischen Landes kommt die Bildung dieses Viermächteblockes zur rechten Zeit, um dem Widerstand der Araber gegen die britische Palästinapolitik den nötigen Rückhalt durch vier mo- hamedanische Großmächte zu geben.
Das stille Ringen um die wirtschaftliche Beherrschung der Rohstoffquellen, wie um die politische Sicherung der Landbrücke zwischen Europa und Indien, Afrika und Asien ist damit in eine neue Phase getreten. Es ist unwahrscheinlich, daß die britische Politik in diesen Auseinandersetzungen schon ihr letztes Wort gesprochen hat.
dem sich das Pemen-Land anschloß. Saudi-Arabien wieder näherte sich den Aegyptern und machte durch seinen Vertrag den beiderseitigen Streitigkeiten em Ende.
Neben diesen zweiseitigen Verträgen wurden Nichtangriffspakte konstruiert. Im Jahre 1935 wurde zwischen der Türkei, Iran und dem Irak ein solcher Vertrag paraphiert, und es hieß.
Das Ziel -er österreichischen Politik
Eine Vede des Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg.
Optimismus über die künftige Entwicklung Europas
Ausdruck, indem er erklärt, daß seiner Ueberzeugung nach der Gedanke der notwendigen Erhaltung des Friedens in allen europäischen und außereuropäischen Regierungen fest verwurzelt sei.
Kunst und Wissenschaft.
Begeisterung in Köln über den Besuch der deutschen Kriegsschiffe.
Seit 25 Jahren sind zum erstenmal wieder deutsche Kriegsschiffe, und zwar die 1. Räumbootflottille der Kriegsmarine, den Rhein heraufgekommen. Viele Zehntausende Zuschauer verfolgten mit jubelnder Begeisterung die Auffahrt der Flottille, und in Köln umsäumten riesige Menschenmengen die Rheinufer, um der Ankunft beizuwohnen. Hier sieht man das Räumboot-Begleitschiff „Ziethen" nach dem Festmachen in Köln; im Hintergrund der Kölner Dom. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Herbst-Neuerscheinungen im Berrnühler-Verlag.
Der Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde kündigt folgende Neuerscheinungen für den Herbst 1937 an: Eugen Schuhmacher: Unter Sabel- schnäblern und Seeschwalben. Beobachtungen und Naturkunden aus der Vogelwelt der deutschen Nordseeküste. 104 Seiten mit 92 Bildern nach wundervollen Naturaufnahmem In deinen gebunden 3,90 Mark. - Werner Siebold. Mi offenen Augen. Drei Jungen und em Madel entdecken ihre Waldheimat. Etwa 140 Seiten Text und acht Tafeln mit Naturaufnahmen. Gebunden
3 Mark. — Professor Dr. G. Hinze. Das Biber-Buch. Etwa 80 Seiten Text und ■etroa ßfi UKbildunaen nach Natururkunden des deutschen BiberuaterG^mtmann Behr. In Seinen g^nben etwa 3 Mark. — Neuauflagen: Reichsstelle für Naturschutz: Taschenbuch de rin D_e u t schänd aeschützten Pflanzen. Mit 72 mehr- farbigen Tafeln und 160 lederten. 2. Auslage In Leinen gebunden 7,50 Mark, m Mappe (tafeln lofe) 7,M Mark. - Margarete Bo,e: Serien, t a a eauf Sylt. Mit 20 Abbildungen nach Zeichnungen von Helene Sarges, 82 Seiten. 3 °er- beHerte Auflage. Karton. 0,90 Mark Halbleinen- band 1 35 Mark. — Martin Sahes: Elche zwi- icken'Me er und Memel. 3. Auflage (8. bis 12 Tausend). Insgesamt 120 Seiten mit 82 hervorragenden Naturaufnahmen des Verfassers. In Leinen gebunden 3,60 Mark.
Goethe-Medaille für den Dichter Eberhard König.
Der Führer und Reichskanzler hat durch Erlaß nnm 29 Juni 1937 dem Dichter Eberhard K o n l g in Berlin-Frohnau die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.
einige Fälle zur Sprache, die zwar inzwischen verjährt, aber für das lasterhafte Treiben des Angeklagten typisch sind. Aus den Bekundungen eines früheren Mitbruders ging hervor, daß der Angeklagte schon im Jahre 1927 ein „V e r h a l t - nis" mit einem Barbier hatte, der zeitweilig im Kloster beschäftigt war. Dieser wurde damals nach jedem Besuch im Kloster von Konetzki reich mit Schinken und Wurst versehen.
Don besonderer Sitten- und Gewissenlosigkeit zeugte ein Fall, in dem der „Barmherzige Bruder sich einen Mann als Opfer seiner widerlichen Neigungen ausgesucht hatte, der durch eine Rückenmarkquetschung schwer gelähmt war und sich nur im Rollstuhl fortbewegen konnte.
Zur weiteren Anklage zählte ein Vergehen an einem ehemaligen Mitb rüder der erst 24 Jahre alt war, als er Konetzki in die Hande fiel. Dieser junqe Mann wurde als Zeuge vernommen, und es war erschütternd zu hören, wie er das Verhalten des Angeklagten schilderte. Der Zeuge erklärte, daß er damals sehr verwirrt gewesen fei und den Angeklagten gefragt habe, was er nun nach der unzüchtigen Handlung machen solle, da er doch am anderen Tage zur Kommunion gehen wolle. Daraus habe ihm der Angeklagte gesagt, das , sei nicht so schlimm. Er brauche nur früher aurzu- stehen und vorher noch einmal zur Beichte zu gehen. Der Zeuge schloß seine Darstellungen damit, daß er durch diese zum Himmel schreiende Einstellung veranlaßt worden sei, die ewigen Gelübde nicht abzulegen und aus dem Orden auszutreten. Bemerkenswert ist wiederum -i)ie Tatsache, daß die Ordensoberen von den Verfehlungen des Angeklagten Kenntnis hatten und ihm auch zweimal schriftlich mit der Ausstoßung aus dem Orden gedroht haben. Es wurde aber dennoch keine ernstliche Maßnahme ergriffen, sondern man beließ es bei „Strafversetzungen" in andere Niederlassungen.
Das Gericht erkannte wegen Verbrechens gegen 8 174 Ziffer 3 in zwei Fällen und wegen Verbrechens gegen § 175 in zwei Fällen auf zweieinhalb Jahre Zuchthaus und drei Jahre Ehrverlust unter Anrechnung von zwölf Monaten Untersuchungshaft.
Die schweren Regengüsse in den letzten Tagen haben alle Flüsse und Bäche des Erzgebirges in reißende Wasser verwandelt. Unsere Aufnahme zeigt den Zusammenfluß der Zschopau und Flöha bei Flöha, der einem riesigen See gleicht. In dem tiefer gelegenen Ort stehen d^e Häuser zum Teil so weit unter Wasser, daß ein Notverkehr eingerichtet wurde Die Getreide elder und Wiesen sind weithin überschwemmt und überall ist großer Schaden (Setreioefeioer entstanden. - (Scherl-Bilderdienst-M.)
wilder Ehe zusammengelebt habe. Dieser „sittliche Notstand" hat aber tatsächlich zur Erfüllung der Konkordatsbestimmung überhaupt nicht vorgelegen — es waren z. B. keine Kinder vorhanden —. und das bischöfliche Ordinariat äußerte auch deshalb Bedenken, als der Angeklagte sich an diese Stelle wandte. Bezeichnend war aber wiederum die Taktik, die von feiten des Ordinariats hier ein- geschlagen wurde. Auf die telephonische Anfrage, wie er sich zu verhalten habe, brachte der zuständige Sachbearbeiter zwar seine Bedenken zum Ausdruck, erklärte aber schließlich, daß er dem Angeklagten selbst die Verantwortung überlassen müsse und stellte ihm anheim, so zu handeln, „wie er es mit seinem Gewissen vereinbaren" könne. Pater Kaiser schloß darauf nach dieser jesuitischen Auskunft die Ehe
Der Staatsanwalt betonte, daß der Angeklagte von Glück sagen könne, daß sich der Fall nicht nach dem Inkrafttreten der Nürnberger Gesetze zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre ereignet habe. Denn sonst hätte er sich vor einem anderen Gericht wegen B e i h i l f e z u r R assen- schände verantworten müssen, die er ja tatsächlich geleistet habe. Er habe dadurch entgegen dem Geist des neuen Staates gehandelt, und deshalb müsse ihn die höchstzulässige Strafe treffen Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten wegen Vergehens gegen das Personenstandsgesetz drei Monate Gefängnis. Das Gericht verurteilte ihn zu dieser Strafe.
Gelahmter als Opfer eines „Barmherzigen Bruders".
2 V2 Jahre Zuchthaus
für einen verkommenen Frater
Breslau, 13. Juli. (DNB.) Dor der Großen Strafkammer fand am Dienstag ein weiterer Prozeß wegen Sittlichkeitsverbrechens gegen einen früheren Angehörigen des Ordens der Barmherzigen Brüder statt. Die Anklage richtet sich gegen den 1897 geborenen Franz Konetzki, genannt Frater Gallikanus, der dem Orden im Jahre 1921 beigetreten ist. Zuerst kamen in der Hauptverhandlung
„Manager Blum“ führt die reizenden Steuergirls vor.
Ein böser Tanz, der vor dem französischen Volk in diesen Tagen auf geführt wird. In langer Reihe marschieren die neuen Steuererhöhungen auf, und Blum fuhrt sie an. Erhöhte indirekte Steuern auf Tabak, Streichhölzer ufw., neue schwere Lasten, die gerade den Arbeiter treffen, dem durch das ganze Theater der Volksfront Sand in die zlugen geftreut wird. Der Karikaturist der französischen Zeitung „Dictoire" läßt vor dem Publikum die „fiskalischen" Girls, die „Steuergirls", auftreten. Leon Blums wirtschaftliche und soziale Experimente im Volksfrontkabinett waren es ja auch, die die neuen Lasten erforderlich machten. Er ist es, der mit der Volksfront dafür die Verantwortung tragt. — (Scherl-M.)
Die mohammedanischen Staaten von Kabul bis i Kairo haben sich durch Pakte nach dem europäischen Muster der Beistands- und Nichtangriffspakte geeinigt, und zwar bezwecken diese Pakte unter Wahrung der vollen Souveränität jedes einzelnen Staates die Aufrechterhaltung einer einheitlichen Front in der Außenpolitik. Am Donnerstagabend wurde in Schloß Saadabad der Nichtangriffspakt zwischen Afghanistan, Iran, Irak und der Türkei unterzeichnet. Diese letzt bei Teheran unterzeichneten Vertragsabschlüsse gehen schon auf eine feit langem erprobte gemeinsame Linie in der Außenpolitik zurück, die im wesentlichen die erwachenden mohammedanischen Staaten von dem Einfluß Europas distanzieren möchte. Denn der hauptsächliche Einfluß wurde in Afghanistan sowohl durch S o w j et- ruß l a n d wie durch England, in Iran durch beide Mächte, bis zum Eintritt Persiens in die Reihe der modernen Staaten, ausgeübt, während die moderne Türkei sich zunächst mehr Sowjetrußland anschloß und das Irak als das Land der Euphrat und Tigris hauptsächlich zunächst unter britischem Einfluß gestanden hat. Alle diese vier Staaten bekunden mit den Nichtangriffspakten, daß sie sich jeder Einflußnahme einer auswärtigen Macht auf ihre Geschicke entziehen. In London, das so oft die Rivalitäten der arabischen Länder gegeneinander ausnutzte, macht man gute Miene zu einem doch dem englischen Prestige abträglichen Spiel, weil den Engländern nichts anderes zu tun übrig bleibt. .
Die erste Anregung ging von der Türkei aus, die im Jahre 1921 unter Kemal Pascha gerade im Unabhängigkeitskampf auf die Feindschaft der Versailles-Mächte gestoßen war. Damals war Moskau das politische Mekka dieser Staaten. Vertreter der Türkei, Afghanistans und Irans trafen sich dort und schlossen zweiseitige Freundschaftspakte. Aber der europäische Westen hielt den Bestand der Mächte, die sich aus den alten mohamedanischen Reichen mit neuen Männern gebildet hatten, für durchaus unsicher und legte diesen Freundschaftsbündnissen kein besonderes Gewicht bei. Die Türkei und das Irak waren zunächst so verfeindet, daß jede Berührung unmöglich schien, bis im Jahre 1926 dennoch ein Freundschaftsvertrag zustande kam und 1928 dieser Vertrag durch einen Wirtschaftspakt über enge Zusammenarbeit ergänzt wurde. Gleichzeitig schloß das Irak im Jahre 1931 einen Vertrag mit Transjordanien und tm Jahre 1936 einen Pakt mit Ibn Saud von Arabien,
Von Kabul bis Kairo.
Das vorderasiatische Bündnisnetz.-Ein neuer Viermächteblock.
Wien 13. Juli. (DNB.) Die Union der Korrespondenten der auswärtigen PresseWien gab zu Ehren des Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg ein Frühstück, an dem Staatssekretär für Aeußeres Dr Schmidt, der Leiter des Bundespressedlen- stes Oberst Adam und zahlreiche Presseattaches, darunter der Pressebeirat der deutschen Gesandt-
°Trink,pruch des Präsidenten der Union Reed (London), ergriff
Vmideslamler Dr. Schuschnigg das Wort. Er erklärte, daß man von der österreichischen Politik keine u? b ° r r a s ch u n g ° n zu erwarten brauche. Das Ziel Jer
die Erhaltung des Staates und die Besserung der Lebensmöglichkeiten der Bevölkerung. Die Aus- faffuna so erklärte Dr. Schuschnigg weiter, oatz man s^ch zum Neuaufbau des Staates aus irgen - einer Kollektion ein Rezept her ausgesucht habe, fe falsch Es sei falsch, wenn man behauptet Die Enzyklia Quadragesimo 2hmo das Rezept Neuaufbaues des österreichischen Staates.
Das, was in Oesterreich unternommen werde, sei der Versuch, die Demokratie und den Parlamentarismus zu reformieren.
In diesem Zusammenhang kam der Bundeskanzler auch auf die Forderung nach W a h len in Oe st erreich zu sprechen und sagte, "^ttacy £ eäKssm «ÄS SAFäääsAs Äege?Än. Ich weiche bte= ?em Wunsch nicht aus. Natürlich w l r f mb f ür Im n M e n aber nicht isoliert für einen Sektor, Adern für alle, nicht nur für einen Teil, sondern auch für bie anderen, für alle Berufsstande gleich-
Erst wenn die neue B e rfa s su n g endgültig fertiaaefteüt sei werde, so erklärte Dr. Schuschnigg w- ?? der Augenblick gekommen sein, zu beurteilen was sich bewährt habe und was resormbedurstig sei. Der Bundeskanzler gab dann noch seinem
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