Die entwichenen Zuchthäusler wieder emgefangen
Große Razzia im Walde bei Lich. — SA., Polizei und Arbeitsdienst gehen gemeinsam vor.
Die Kriminalpolizei Gießen teilt mit: Wie bereits berichtet wurde, sind am 9. Juni 1937 aus dem Zuchthaus Marienschloß die Strafgefangenen Heinrich H u n st o ck , Jakob K a f f i tz und Otto Nagel entwichen. Als geistiger Urheber und Organisator der Flucht darf zweifellos Hunstock angesehen werden, der noch über 15 Jahre Zuchthaus wegen schweren Raubs zu verbüßen hat. Schon in der ersten Nacht nach der Entweichung wurden Einbruchsdiebstähle in Lich und Birklar gemeldet, di- man, wenn auch unter Vorbehalt, auf das Konto der Ausreißer schreiben konnte. Als aber in der Nacht vom 10. auf den 11. Juni wieder Wohnungseinbrüche in Mufchenheim gemeldet wurden und der Verdacht der Täterschaft auf die ausgerückten Verbrecher fiel, wurde die Kriminalabteilung Gießen von der Staatsanwaltschaft Gießen mit den Ermittelungen beauftragt.
Am Freitagabend konnte als erstes Ermittelungsergebnis festgestellt werden, daß die drei Verbrecher an diesem Tage, in aller Frühe von Mufchenheim kommend, in Richtung Wald—Kloster Arnsburg— Lich marschiert sind. Mit dem Sturmbannführer der Licher SA. wurde noch am Freitagabend die Vereinbarung getroffen, in den frühen Morgenstunden des Sonntags eine
gemeinsame Razzia
mit Angehörigen der Stürme 23 und 26/116 Lich und Gendarmerie- und Kriminalbeamten in den Waldstücken zwischen Lich und Kloster Arnsburg durchzuführen, da bestimmt anzunehmen war, daß sich die Verbrecher dort verborgen hielten. Diese Annahme wurde auch bestätigt, denn in der Nacht zum Samstag wurden in Lich wieder einige Wohnungseinbrüche verübt, wobei den Tätern außer einer größeren Menge Wurst und Räucherwaren eine große Anzahl Flaschen mit Wein in die Hände fielen. Als noch im Laufe des Sonntagvormittags festgestellt worden war, daß einer der vermutlichen Täter in der Wirtschaft des Klosters Arnsburg Rauchwaren ankaufte, wurde die für Sonntag festgelegte Razzia im Einvernehmen und im Auftrage des Herrn Oberstaatsanwalts auf Samstag nachmittag unter Hinzuziehung eines größeren Aufgebots von Angehörigen der Reichsarbeitsdienstabteilung 223 Gießen oorverlegt.
Die Kriminalabteilung, die mit der Leitung der Aktion von der Staatsanwaltschaft beauftragt worden war, legte als Versammlungspunkt den Park- und Wagenplatz der Brauerei Jhring-Melchior in Lich fest. Don dort wurde der größte Teil der Polizei-, Gendarmerie- und Kriminalbeamten mit dem Reichsarbeitsdienst nach dem in allernächster Nähe des Klosters Arnsburg gelegenen Waldstück, das sehr schwierig wegen des dichten Unterholzes zu durchstöbern war, abgeordnet, da zu vermuten war, daß sich die Verbrecher gerade hier verborgen hielten. Den SA.-Stürmen wurde der Auftrag zuteil, mit einigen Gendarmeriebeamten das Waldstück von der Brauerei nach dem Kloster Arnsburg durchzukämmen.
Roch ehe das Waldstück bei Arnsburg völlig abgesucht war, kam die Meldung von der S2L- Abteilung, daß die Täter auf dem Hardtberg ergriffen worden seien. Diese Mitteilung fand alsbald ihre Bestätigung.
Ein Teil der SA.-Leute fand die Verbrecher in einem Waldstück liegend vor, die auf Anruf sofort aufsprangen. Während zwei davon flüchtig zu gehen suchten, die aber alsbald von berittenen Gendarmeriebeamten eingeholt und gestellt werden konnten, ging der dritte , und zwar H u n st o ck, mit einem schweren Prügel bewaffnet auf seine Verfolger los und v e r l e tz t ss den SA.-Mann Wirth aus Birklar, der furchtlos auf den Verbrecher zu
ging, nicht unerheblich am Kopfe. Durch das mutige Verhalten des Sturmbannadjutanten Wahl aus Lich und des Bürgermeisters Müller von Birklar, konnte Hunstock nach kurzem Kampfe unschädlich gemacht werden. An der Verfolgung der Verbrecher nahmen außer den Angehörigen der vorerwähnten Verbände, der Direktor des Zuchthauses Marienschloß mit einigen seiner Beamten und eine große Anzahl Einwohner von den umliegenden Ortschaften teil, die sichtlich über die Festnahme der Verbrecher erfreut waren, die in den letzten Tagen viel Unruhe und Aufregungen über die Ortschaften gebracht hatten. Die Verbrecher wurden zunächst nach dem Kloster Arnsburg verbracht. Nachdem dort eine gründliche Durchsuchung der Wiederergriffenen vorgenommen und Hunstock, der bei der Festnahme eine kleine Verletzung am Kopfe erhielt, verbunden worden war, erfolgte ihre Ueberführung unter starker Bewachung in das Zuchthaus Marienschloß.
An dem Lagerplatz der Ausreißer konnte ein großer Teil der in Lich in der Nacht zum Samstag gestohlenen Wurstwaren und Flaschenweine oorge- funden werden. Die Vernehmungen der Verbrecher über die einzelnen Einbruchsdiebstähle usw. erfolgen in der kommenden Woche.
Rockenberger Zuchthäusler an der holländischen Grenze festgenommen.
LPD. Butzbach, 12. Juni. In der Nacht zum Donnerstag hielten motorisierte Zollbeamte einen Motorradfahrer an, der ein Mädchen auf dem Sozius mitführte, um den Inhalt von drei Koffern zu untersuchen. Der Motorradfahrer, der unter Bedeckung nach Borken fuhr, riß aber plötzlich aus und suchte in Richtung Gemen die holländische Grenze zu erreichen. Die Beamten gaben mehrere Schüsse auf ihn ab, die aber nur die Koffer trafen. In Gemen verfehlte der Flüchtling die Richtung, verfuhr sich, so daß es gelang ihn fest zunehmen. Die Polizei stellte fest, daß der Mann im April dieses Jahres aus dem Zuchthaus Marienschloß bei Rockenberg entwichen war.
Aus der engeren Heimat.
3m Bergwerk verschüttet.
Alsfeld, 13. Juni. (LPD.) Auf der Gewerkschaft „Luise" in Mücke wurde bei Ausschachtungsarbeiten ein Bergmann verschüttet und getötet. Bei der Ausschachtung eines neuen Stollens waren große Erdmassen in Bewegung geraten und hatten die dort arbeitenden Bergleute verschüttet. Zwei der Verunglückten konnten sich selbst retten, während der Bergmann Karl Feldmann aus Nieder-Ohmen vollständig von den Erdmassen begraben wurde. Man machte sich sofort an seine Rettung und konnte ihn nach einiger Zeit lebend teilweise fteibekommen. Es lösten sich aber neue Erdmassen, die den Unglücklichen wieder verschütteten. Nach großen Anstrengungen konnte der Mann nur als Leiche geborgen werden.
Landkreis Gießen.
< Heuchelheim, 14. Juni. Die jüngste Wanderung des VH C. - Zweigvereins Heuchelheim ging morgens früh von hier aus nach Krofdorf, wo einige Teilnehmer in dem schönen Krof- borfer Schwimmbad ein erfrischendes Bad nahmen. Don hier aus war das Wandern eine Lust, denn der Weg ging fast ununterbrochen bis zur Rück
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börfe.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskoni 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
Frankfurt a. M.
Berlin
Schlußkurs
Schluß!. Abend- börse
Schluß» fürs
Schluß! Mittag börse
Datum
11.6.
126
11.6
12.6.
6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927
101,65
101,75
—
101,65
4% Deutsche Reichsanl. von 1934
99
99
4V>% Deutsche Reichsschatzanwei-
4%% Deutsche Reichsschatzanwei-
jungen von 1935, II. Folge ...
—
99,13
4y2% Deutsche Reichsschatzanwei-
jungen von 1936, III. Folge ..
—
99
E»’/2% Doung Anleihe von 1930 ..
105
104,75
—
4Vi% Hessische Volksstaat von 1929
99,75
99,75
—
4/2% Deutsche Reichspostschatz von
1934 I......................
100,75
100,85
101,1
101
4yz% Deutsche Reichsbahnschatz
von 1936 I..................
99.13
99,13
99,13
99,13
Reichsanleihe-Altbesih..........
126,25
126,25
126,3
126.3
Lberhesjen Provinz-Anleihe mü
Ohiilnf «^Rechten............
135
136
— —
134
4yt% Hess. Lan desbk. Darmstadl
Goldpfe. R. 12..............
99.25
99,25
99,25
—
5y2% Hess. Landes-Hyp.-Banl
Pfau (MolbDfe...............
101
101
> 1
—
4y2% Preus,. Landesvfdbr.-Anst.
(Mpibnfc R. 19 .............
99
99
■ —
4y.% Preuß. Gold-Komm. R. 20
98
98
98
98
4>/2% Darmstädter Komm.-Lan.
97,9
97,9
—
Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe
133,4
133,13
133,25
41 .% Franst. Hyp. Goldpfe. R. 15
99,5
99,5
99,5
99,5
4'2°;. Franks. Hyv. Kolb-Komin
98,25
98,25
—
——
5y°„ 'ranlf. Hyp. Liquidation
Goldpfe....................
100,9
100,75
—
—
5' Rheinische Hyp. Liquidation
Goldpfe.....................
101,13
101,25
101
101,13
S' lieraulichein'Verrechnnngäkiir
110.9
110,7
110,8
—
9l.Oj. jiir •-!<erlet)rviue|in ... <>yt
126
125,75
126
| 126,25
Hamburg-Südam. Dampsschifi 0
—
—
46,25
45,75
He.mvurg-Amerika Palet...... 0
18
18
18
! 18,25
Norddeutscher Lloyd.......... 0
18,9
18,65
18,9
18,9
Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7
125,4
125.5
125,4
1 125,4
RenN: baut...........1-
I 213,75
—
213
212
B rimer Handelsgesellschaft . 6%
—
131,5
130,25
131
Commerz- und Prioat-Bank ... 5
113,25
113,25
113,25
113,25
Deutsche Diskonto............ 5
118,75
118.75
118,75
118,75
Dresdner Bank.............. 4
I 105
105
105
105
Frankfurt a. M.
Berlin
Schluß- kurs
Schlutzk. Abendbörse
Schluß- kurs
Schlutzk.
Mittag, börse
Damm
11 6.
12-6.
11.6.
12-6
Accumulatoren-Fabrik......
14
—
234
235
234
Aschaffenburg Zellstoff......
. 6
140
139
139,25
139
Bemberg.................
. 0
132,75
132
132,5
132,25
Bekula...................
. 8
165
165,5
165,75
165,75
Buderus Eisen.............
. 5
128
128
128,75
128,5
Gement Heidelberg.........
Gement Karlstadt ..........
. 7
. 6
157,5
156,5
Conti Kummt.............
12
187,5
189,5
188
189,25
Daimler Motoren..........
6'/r
137,5
137,5
137,65
137,5
Dessauer Gas .............
. 4
—
—
119,75
119
Deutsche Erdöl ............
.. 5
156
156,5
156
156,5
Deutsche Gold- und Silber ..
.. 9
263
262
—
—
Deutsche Linoleum.........
10
164
163,5
164
163,75
Elektrische Lieferungen......
.. 6
135.5
135,5
135,25
135,5
Elektrische Licht und Kraft...
.. 7
154,4
154
154,75
154
I. K. Färben-Industrie.....
.. 7
163 5
164,75
163,5
165
Felten & Guilleaume.......
.. 6
138
137,5
138,5
137,25
Gessürel..................
.. 7
154,5
153,75
154,65
154,5
Th. Goldschmidt...........
.. 6
140,5
141
140,65
141,5
Gritzner Maschinen.........
.. O
61,65
63
62
62,65
Harpener.................
3'A.
171,5
——
171,75
173,65
Hoesch Eisen...............
3y,
126
126
126,25
126
Philipp Holz mann.........
.. 8
149
149,25
149
149,25
Ilse Bergbau..............
.. 6
—
—
175
—
Ilse Genüsse..............
.. 6
141,5
141
142,13
141,25
Kali Aschersleben..........
.. 4
115,25
115,25
115
115
Klöcknerwerke .............
4'/-
137,75
137
137,75
136,5
Kokswerke und Ehemische Fabru 7
—
——
156
156
Lahmeyer ................
.. 6
125
124,5
125
124,25
Mainlraft.................
.. 4
98,25
99
—
—
Mannesmann.............
4'/r
123,75
126,5
123,9
123,5
Mansfelder Bergbau.......
.. 7
—
156,5
158
157
Metallgesellschaft...........
.. 6
—
153
154,25
152,5
L renstein & Koppel........
.. O
—
—
108,65
107.65
Rheinische Braunkohle......
. 12
—
—
232
231
Rheinische Elektro..........
.. 6
136
—
136
135,5
Nheinstahlwerke............
.. 6
157,5
157,5
158
157,75
Rheinisch-Westfälische Elektro
.. 6
132 75
131,5
132
131
Rutgerswerke .............
.. 7
148
147
146,5
146,75
Salzdetfurth Kali..........
.. 6
154
154
153,75
154
Schuckert & Go.............
7
170,5
169,65
170,9
170,25
Schultheis Patzenhofer......
.. 4
—
—
102,5
102,75
Siemens & Halske.........
.. 9
217
—
217.5
2 i 7
Süddeutsche Zucker.........
. 10
1 203,5
203
203,75
203,5
Vereinigte Stahlwerke......
4‘/2
122
122
121,75
121,75
Westdeutsche Kaufhof.......
.. O
62
61,5
62
61,25
Westeregeln Alkali..........
.. 4
115,25
115
115,5
116
Zellstoff Woldhof..........
.. b
161
161
160,75
160,5
Ltavi Minen..............
. O,b
31.65
1 -
31,5
31,5
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M.
11.Jun
12. Juni
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Gelt
Btte>
Gelt
Stiei
0,761
0,765
0,762
0,766
iQr'iiiei...................
42,12
42,20
42,13
42,21
Rio oe Janeiro............
0,165
0,167
0,165
0,167
47,10
47,20
47,10
47,20
54,98
55,10
55,00
55,12
47,10
47,20
47,10
47,20
12,315
12,345
12,32
12,35
5,445
5,454
5,45
5,46
11,105
11,125
11,11
11,13
137,26
137,54
137,29
137,57
13,09
13,11
13,09
13,11
11 • Juni
12. Juni
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Brie
Geld
Briet
Japan....................
0,717
0,719
0,717
0,719
Jugoslawien ..............
5,694
5,706
5,694
5,706
Oslo ...................
61.89
62,01
61,91
62,02
Wien.....................
48,95
49,05
48,95
49,05
Lissabon..................
11,185
11,205
11,19
11,21
Stockholm .. .............
63,50
63,62
63,52
63,64
Schweiz..................
57,08
57,20
57.14
57,26
16,98
17,02
16,98
17,02
Prag.....................
8,671
8.689
8,671
8,689
Budapest.................
-
-
—
——
Neuyorl..................
2,497
2,501
2,498
2,502
kehr am Abend durch Wald. Man ging das schöne Fohnbachtal aufwärts, um dann die Richtung nach Krumbach einzuschlagen. Die erste Rast erfolgte am Fuße des Dünsberges. Diesen südlich umgehend, gelangten die Ausflügler zur Obermühle im Biebertale. Nach einer ausgedehnten Rast erfolgte der Heimweg über Hof Haina und dem Himberg in bester Stimmung. — Um die weitere Umgegend kennenzulernen, unternimmt der Zweigverein dem
nächst eine Autobusfahrt nach Gladenbach, Laasphe, Lahnquelle, Herborn, Wetzlar.
Kreis Alsfeld.
<£ Deckenbach , 13. Juni. In unserem Orte sind, hauptsächlich unter den Schulkindern, die Masern stark aufgetreten, so daß der Lehrer den Schulunterricht auf einige Tage ausgesetzt hat.
Zum ersten Male Weidig-Bergfest.
Auf dem Schrenzer bei Butzbach.
* Butzbach, 14. Juni. Butzbach, die alte hessische Turnerstadt, in der der neue Reichsbundgedanke in freudigem Zusammenschluß von Turnen und Sport schon vor einigen Jahren seine Verwirklichung fand, trägt festlichen Schmuck und zeigt frohe Menschen. Führende Männer in der deutschen Leibesübung haben in der alten wehrhaften hessischen Garnisonstadt gewirkt und immer die Jugend begeistert und begeisternd hingeführt zu Turnen, Sport und Spiel als einem nie versiegenden Quell wahrer Freude. Allen voran ist Fr. L. Weidig zu nennen, der Zeit- und Gesinnungsgenosse Jahns und Arndts, der als ein Streiter für deutsche Einheit und Freiheit vor 100 Jahren einen tragischen Tod fand. Leibesübung war ihm ein wichtiges völkisches Erziehungsmittel, und so führte er schon 1814 bei seinen Butzbacher Schülern das Turnen ein und schuf auf dem nahen Schrenzer einen der ersten deutschen Turnplätze. M. Kuhl, ein Schüler Weidigs, gründete 1846 die Turngemeinde Butzbach (heute T. u. Spv. Butzbach). Später trat der Butzbacher Vereinsführer Prof. Albert Wämser über die Grenzen der engeren Heimat im Mittelrheinkreis hervor.
Butzbach-Stadt und DRL.-Ortsgruppe — wissen, was sie diesen Pionieren deutscher Leibesübung zu danken haben. Fr. L. Weidig zu Ehren wurde vom
Gau XII Hessen ein neues hessisches Bergfest geschaffen, und in den Wanderpreisen dieses Festes leben auch die Namen Kuhl und Wämser weiter.
Von der Stadt steigt man langsam an zum Schrenzer, diesem nordöstlichsten Ausläufer des Taunus, empor. Weithin schweift von „diesen frohen Höhen" der Blick auf ein schönes und gesegnetes Stück deutscher Heimaterde. Der Berg selbst ist wie geschaffen für ein deutsches Bergfest. In Stufen ab» gesetzt bietet er in kleineren Hochflächen geeignete Kampfstätten für volkstümliche Wettkämpfe. Boden- denkmäler aus frühgermanischer Kampfzeit machen die Höhe zu einem einzigartigen Freilichtmuseum.
Ein schöner, erfolgversprechender Anfang wurde mit dem 1. Weidig-Bergfest auf dem Schrenzer gemacht. Jahn hat einmal gesagt, daß man am Vorabend von Volksfesten auf den Höhen frohe Feuer abbrennen und damit anknüpfen solle an heiliges Brauchtum unserer Altvordern. So fand auch das Weidig-Bergfest Samstag abend mit einem
Deutschen Bergabend
einen würdigen, eindrucksvollen Auftakt. Unvergeßlich wird allen Besuchern die nächtliche Feierstunde auf dem Schrenzer bleiben. Das Weihespiel, das in seiner Entstehung und in seiner Darbietung eine beachtliche Gemelnschaftsleistung darstellt, läßt drei
Wirtschaft.
Erste Auslosung der 414 Prozentigen steuerfreien Heichsbahnanleihe 1931.
Am 9. Juli 1931 wird erstmalig ein Fünftel des Gesamtnennbetrages der 4,5prozentigen Schuldverschreibungen der Deutschen Reichsbahn von 1931 (steuerfreie Reichsbahnanleihe) ausgelost. Die Auslosung geschieht nach dem Endnummernverfahren, und zwar werden zwei Endziffern gezogen. Als ausgelost gelten demnach alle Schuldverschreibungen jeden Wertabschnitts, deren Drummern in der letzten (Einer-) Stelle eine der gezogenen Ziffern Haden. Die ausgelosten Stücke werden vom 1. Oktober 1937 an zum Nennwert zurückgezahlt. Im Umlauf sind 262,7 Millionen Goldmark, wovon erstmalig ein Fünftel, d. h. 52,5 Millionen Goldmark aus- gelost werden. Ein Rücklauf von Schuldverschreibungen durch die Reichsbahn hat nicht stattgefunden.
Rhein-Mainische Börse.
Tendenz: still.
Frankfurt a. M., 12. Juni. Wie nicht anders erwartet, laa die Börse zum Wochenschluß überaus ruhig. Kundschaft und Kulisse hielten sich weitgehend zurück. Am Aktienmarkt war die Tendenz nicht unfreundlich, die Kursentwicklung aber weiterhin ungleichmäßig bei im ganzen nur sehr kleinen Veränderungen. Die Befestigung der Farben-Aktie auf 164,40 (163,50) gab eine gewisse Anregung. Von Montanwerten notierten Klöckner mit 137 (137,75), Verein. Stahlwerke unverändert 122 und von Kaliaktien Salzdetfurth unverändert 154. Am Elektromarkt erhöhten sich Bekula auf 165,50 (165),
Mainkraftwerke auf 99 (98,25), dagegen Felten 137,50 (138). Maschinen- und Motorenwerte lagen behauptet, Daimler 137,50, Moenus 118. Schwächer lagen Reichsbank mit 212,25 (213,75), Rhein- metall-Borsig mit 149,50 (151), Bemderg mit 132 (132,75) und Westdeutsche Kaufhof mit 61,50 (62). Etwas fester Hanfwerke Füssen mit 117 (116,50). Im Freiverkehr blieben einige Werte gesucht, so Beck & Henkel mit 74,50 (73), Rastatter Waggon mit 42,50 (41,50), Adlerwerke Kleyer schwankten zwischen 115,25 bis 115,75.
Der Rentenmarkt lag ruhig. Reichsaltbesitz unverändert 126,25, dagegen Kvmmunal-Umschul- dung 94,10 (94,15).
Auch im Verlaufe blieb das Geschäft klein und die Kursveränderungen waren unbedeutend. Weitere Nachfrage fanden jedoch IG. Farben mit 164,75 nach 164,40, ebenso Hanfwerke Füssen bei einigen Umsätzen 118 nach 117. Die erst später notierten Papiere bröckelten größtenteils etwas ab, etwas mehr Zement Heidelberg auf 156,50 (157,50), RWE. auf 131,50 (132,75) und Mansfelder auf 156,50 (157,50), dagegen Conti Gummi 189,50 (187,50). Am Einheitsmarkt waren Rhenser Mineralbrunnen auf den Dioidendenausfall (i. V. 4 v. H.) stark an» geboten und ohne Taxe (l. K. 89,50), dagegen erhöhte sich die Schätzung für Kalter Brauerei auf 57 bis 58 nach 55 und einem letzten Kurs von 49.
Am Kassarentenmarkt bröckelten Liquidations- Pfandbriefe der Gemeinschaftsgruppe 0,13 v. H. ab, Rheinische 0,13 v. H. höher mit 101,25. Goldpfand- briefe, Kommunal-Obligationen und Stadtanleihen unverändert. Don Provinzanleihen Oberhessen 136 (135), Dekosama I nach Pause 133,40 (132,40). — Tagesgeld unverändert 3 o. H.
Hier abschneiden!
Namenehe 331
Kindern seiner Frau, deren ! Vater er nicht ist, durch in öffent- i lich beglaubigter Form abgegebene Erklärung vor dem Standesbeamten, der die Geburt des Kindes beurkundet hat, feinen । Namen geben (s. auch Ehelich- > keitserklärung). Mutter und ' Kind müssen einverstanden sein und die Einwilligungserklärung ; ebenfalls in öffentlich beglaubigter Form dem Standesamt vorlegen. — Adoptivkinder bekommen den Familiennamen der Adoptiveltern, können aber ihren Familiennamen an den Adoptivnamen anhängen. Ist die Adoptierende eine Krau, so erhält das Kind den Mädchennamen derselben (s. Kinder). — Wer sich einer Behörde gegenüber eines falschen ; Namens bedient, wird bestraft. Wegen Änderung des Namens kVor- oder Familienname) erkundige man sich bei der Polizei , oder beim Standesamt.
Namenehe. Eine Ehe, die ausschließlich oder hauptsächlich zu oem Zweck geschloßen Sird, der Frau die Führung des Familiennamens des Mannes zu ermöglichen, ohne daß die eheliche Lebensgemeinschaft (Zusammenleben) begründet werden soll, kann als nichtig angesehen werden. Haben aoer Die Ehegatten nack der Eheschließung fünf Jahre lang oder falls ein Ehegatte früher stirbt, bis zu dessen Tod jedoch mindestens drei Jahre als Ehegatten zusammengelebt, so ist die Ehe trotzdem gültig, außer wenn im Augenblick des Todes die Nichtigkeitsklage bereits erhoben ist.
Narkose
Namenstag, der Kalendertag des Namenspatrons, d. h. des Heiligen, dessen Namen man als Vornamen führt, wird bei Katholiken statt des Geburtstages gefeiert.
Napfkuchen, ein in geriefter Kuchenform. die innen eine Art Zylinder besitzt, gebackener Kuchen, der je nach der Gegend verschiedene Namen trägt, wie Aschkuchen, Topfkuchen, Bund usw.
Naphtalin, aus Steinkohlenteer gewonnener Kohlenwasserstoff mit eigentümlichem kampferartigem Geruch, in kleinen weißlichen Blättchen und Kugeln gehandelt, wird als Vorbeugungsmittel gegen Motten benutzt.
Narben sind diejenigen Gewebe, die aus dem derb und glänzend gewordenen Granulationsgewebe (s. d.) der geheilten Wunde entstanden sind.' Nach schweren Verbrennungen bleiben meist sehr entstellende Narben zurück. Die Haut über dem Narbengewebe ist sehr empfindlich da sie nicht genügend ernährt ist, muß daher vor Verletzungen besonders geschützt werden.
Narde, laoendelartiger, pflanzlicher Rohstoff, der bei der Parfümherstellung verwendet wird. Narkose. Man versteht darunter einen Zustand allgemeiner Empfindungslosigkeit, verbunden mit Bewußt- und Bewegungslosigkeit, der erreicht wird durch Einatmung gewißer Gase (Luft mit Äther, Chloroform usw. vermischt). Die N. dient bei Operationen und erleichtert dem
Backen Sie Napfkuchen?
Dann brauchen Sie auch eine Napfkuchenform. Bei Hauser gibt es gute, schwere Formen, die bei richtiger Behandlung ein ganzes Leben lang halten. Lassen Sie sich auch die mehrteilige Springform zeigen. Sie hat drei auswechselbare Böden.
3« B. Häuser, Gießen, am Oswaldsgarlen, Fernsprecher 2145/2146.


