Küpper, bet einem Erprobungsflug mit einem Scgelilugzeug aus bisher nicht geklärten Gründen ab. Das Flugzeug wurde zerstört, der Flugzeug- sührer erlag im Krankenhaus feinen schweren Verletzungen.
Schweres Unglück
bei einem Drachenbootrennen auf dem JJanglfe.
Ein aus Anlaß des am Sonntag in ganz China feierlich begangenen „Drachenboot-Festes" auf dem Yangtse in der Nähe von Nanking veranstaltete Drachenbootsrennen fand ein tragisches Ende. Eine von zahlreichen Zuschauern besetzte
Gerade zehn Jahre sind in diesen lagen verstossen, seit Lindbergh mit seinem „Spirit of St. Louis" von Neuyork nach Paris flog und für diese schneidige Leistung von der ganzen Welt begeistert gefeiert wurde. Ein noch kürzerer Zeitraum trennt uns von den Pioniertaten, die Köhl, H ü h n e f e l d und Gronau vollbrachten. Damals, als die Atlantiküberquerung einzelner kühner Piloten die Gemüter erregten, knüpfte man große Erwartungen an einen, so meinte man, nun handgreiflich nahe gerückten Luftverkehr über die Weltmeere und war sehr bald enttäuscht, als sich diese Hoffnungen nicht so rasch verwirklichen ließen, wie man geglaubt hatte.
Aber von der Einzelleistung, für die selbstverständlich die in jeder Hinsicht günstigsten Voraussetzungen abgewartet werden können, bis zum planmäßigen Luftverkehr ist es ein weiter und oft recht schwieriger Wea. Trotzdem kann der deutsche Luftverkehr in diesen Tagen ein Jubiläum begehen, das nicht nur einzig in feiner Art ist, sondern zugleich auch Zeugnis ablegt von der Leistungsfähigkeit unserer Handelsluftfahrt, vom heldenmütigen Einsatz unserer fliegenden Besatzungen und der Güte unserer Flugzeuge und Motoren: am 12. Juni wurde auf dem Flughafen Frankfurt a. M. der 2 5 0. Postflug d e s Transatlantikdienstes Deutschland — Südamerika der Deutschen Lufthansa beendet.
Durch den stürmischen Rhythmus unserer Zeit und die sprunghaften Fortschritte gerade auf dem Gebiet des Verkehrs find wir verwöhnt und nehmen Zahlen und Rekorde hin, ohne uns oft klar zu machen, was sie bedeuten. Wenn wir einen Brief in unseren Händen halten, der aus Santiago de Chile an der Küste des Stillen Ozeans oder aus Rio de Janeiro im fernen Brasilien kommt und der nur dreieinhalb oder zwei Tage brauchte, che er uns erreichte, bann denken wir kaum daran, daß dieser unscheinbare Bries von deutschen Flugbooten über den Südatlantik getragen wurde, daß er über Afrika, Spanien und Frankreich an Bord der
Brücke brach plötzlich auseinander. Mehrere hundert Menschen st ü r z t e n ins Wasser. Die Zahl der Opfer ist noch nicht ermittelt. Bisher wurden sechs Leichen geborgen.
Zwei italienische Emigranten in Frankreich ermordet.
Zwei italienische Emigranten, die Brüder Carlo und Ello R o s s e l l i, sind in Bagnoles de L'Orne (Nordfrankreich) ermordet aufgefunden worden. Die Italiener, die sich in Frankreich schriftstellerisch betätigten, gehörten einer jüdischen Familie an, die in Florenz ansässig war.
Schnellpostflugzeuge hinwegraste ... Tag und Nacht, ohne jede Pause. Wir sollen auch darüber nicht Nachdenken, denn die Männer des Luftpostdienstes Deutschland—Südamerika, die einmal wöchentlich von Deutschland nach Chile und wieder zurück fliegen, betrachten ihre große und schwere Ausgabe als selbstverständliche Pflichterfüllung.
Dennoch scheint es angebracht, in diesen Tagen dieses einzigartigen Jubiläums einmal von der Größe und der Bedeutung dieser Leistung für Deutschland und für die ganze Welt zu sprechen. Die 15 300 Kilometer lange Strecke zwischen Frankfurt am Main und der chilenischen Hauptstadt Santiago ist wohl eine der schwierigsten Luftverkehrsverbindungen überhaupt. Daß sie zugleich auch der schnellste aller bestehenden Großluftverkehrswege der Welt ist, wie die ausländische Presse anerkennend feststellte, darf uns mit Stolz und Genugtuung erfüllen, muß man doch immer berücksichtigen, daß sich der deutsche Luftverkehr nicht auf koloniale Besitzungen zu stützen vermag, sondern in fernen Erdteilen ganz auf sich allein angewiesen ist.
Trotzdem sind Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit des am 2. Februar 1934 eröffneten Dienstes so groß, daß er sich in kürzester Frist das restlose Vertrauen aller südamerikanischen und europäischen Länder errang, die ihm ihre eilige Post zur Beförderung übergeben. Auf 250 Postflügen sind bisher insgesamt rund 13 Millionen Luftpo st - b r i e f e befördert worden, eine Zahl, die neben der wirtschaftlichen auch die politische Bedeutung der Strecke dokumentiert. Denn durch diesen Dienst sind zwei Erdteile einander näher gerückt worden, wurden menschliche, politische und wirtschaftliche Fäden gesponnen, wurde im besten Sinne des Wortes eine Brücke von der Alten Welt zum lateinamerikanischen Kontinent geschlagen.
Deutschland konnte als erste Nation einen planmäßigen Transozeanluftverkehr eröffnen. Bald folgte Frankreich, das schon vorher einen kombinierten Schiffs- und Flugzeugdienst nach Südamerika unterhielt. Die verständnisvolle
Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Lufthansa und £er französischen Luftverkehrsgesellschaft Air France, die dahin übereinkamen, sich nicht zu bekämpfen, sondern vielmehr durch eine Abstimmung der Flugpläne die zweimal wöchentliche Lustpost- verbindung zwischen Europa und Südamerika zu schaffen, zeigte durch ihren Erfolg, wie stark die Beziehungen zwischen den beiden Erdteilen sind. Das alte Wort „Verkehr schafft Verkehr" erwies wieder einmal feine Richtigkeit: durch den zweimal wöchentlich in beiden Richtungen durckgeführten Dienst fliegen die Postmengen beider Gesellschaften beträchtlich an, und man darf ohne Uebertreibung feststellen, daß der Lustpostverkehr über den Süd- atlantik zu einem wirtschaftlichen Faktor geworden ist, den weder die europäische noch die südameri- kanische Wirtschaft missen können.
Zweihundertundfünfzig Ozeanflüge! Dor wenigen Jahren noch wurde jeder einzelne gefeiert. Heute gib es Flugkapitäne, Flugmaschinisten und Funker, deren Namen wir kaum kennen und die doch viele Male über den Atlantik flogen. Da ist — um nur einige zu nennen — der Flugkapitän Blankenburg, der 45mal über den Südatlantik flog, da ist Kapitän A l i s ch , der auf 39 Flüge zurückblickt, da sind der Oberflugmaschinist G r u s ch w i tz mit 37, sein Kamerad Wtenke mit 32 und die Funker D e i ck e und Günther mit je 27 Flügen. Dabei muß man noch berücksichtigen, daß viele dieser Männer auch an den Nordatlantik-Erkundungs- slügen beteiligt waren, so daß Flugkapitän Blankenburg zum Beispiel fast 90 Ozeanflüge hinter sich hat. Es ist unmöglich, die Namen aller derjenigen zu nennen, die ihr Können und ihr Leben eingesetzt haben für den Fortschritt des Luftverkehrs, ihnen jedoch zu danken, muß an diesem Ehrentage unsere Pflicht sein.
Allwöchentlich werden in der Nacht zum Donnerstag in Frankfurt die aus Deutschland und Europa zusammenströmenden Luftpostsendungen gesammelt, und im Morgengrauen startet die Heinkel He 111 zum Fluge nach Marseille, wo die französische Post hinzukommt. Dann geht es weiter nach Lissabon, nach Las Palmas und längs der westafrikamschen Küste nach Bathurst an der Mündung des Gambia- Flusses. Hier ist der schwimmende Flugstütz- punkt „O st m a r f" stationiert, die Post wird im Dornier 10-Tonnen-Wal oder jetzt auch im Flugboot Dornier Do 18 verladen, das startbereit auf der Flugzeugschleuder steht, um für den Ozeanabschnitt bis nach Natal in Brasilien ab geschossen zu werden. Sechzehn bis siebzehn Stunden dauert der Flug über die weite Wasserwüste des Atlantik. In Natal übernehmen die Junkers-Flugzeuge des der Lufthansa eng verbundenen brasilianischen Condor-Syn- dikats die Post, um sie ins Innere Brasiliens oder entlang der Küste über Rio de Janeiro nach Buenos Aires zu bringen. Von hier geht es dann über Mendoza und über die mehr als 7000 Meter hohen Anden bis nach Santiago. Auf dem Wege nach Europa erfolgt der Start zum eigentlichen Ozeanflug von Bord des Flugstützpunktes „W e ft - falen", der bei der Insel Fernando Noronha vor der brasilianischen Küste seine Position hat.
Tag und Nacht, im Sommer und hn Winker, donnern die Motoren unserer Flugzeuge und Flugboote über Länder und Gebirge, über Wüsten und Küstengebiete und über das Weltmeer als Mittler friedlichen Verkehrs, als Helfer der Wirtschaft aller Nationen. Wir haben das Recht, auf die 250 Transozeanluftpostflüge stolz zu sein, die zugleich aber auch eine Verpflichtung für die Zukunft sind. Noch besser und noch schneller soll und wird der Dienst werden, der ein überzeugender Beweis für Öen Willen des neuen Deutschland ist, mitzuarbctten an der friedlichen Annäherung der Volker untereinander und mitzuschaffen an dem großen Werk des völkerverbindenden Luftverkehrs.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Der gestrige Sonntag brachte bei kräftiger Sonneneinstrahlung neue Wärmezunahme, so daß Örtlich wieder 30 Grad im Schatten überschritten wurden, und schuf die Vorbedingung für einen Einbruch frischerer Meeresluft. Dieser ließ es in der Nacht zum Montag von Westen nach Osten zu gewittriger Tätigkeit kommen, die sich aber nur vereinzelt in stärkeren Regenfällen auswirkte. Die Feuchtezunahme bedingt jedoch allgemein erhebliche Schwüle, so daß am Montag, begünstigt durch zeitweilige Sonneneinstrahlung, weitere gewittrige Störungen zur Entwicklung kommen werden. Die Großwetterlage läßt jedoch anschließend bei westlicher Luftzufuhr etwas frischeres und unbeständigeres, aber keineswegs unfreundliches Wetter erwarten.
Aussichten für Dienstag: Wolkig bis aufheiternd und auch Auftreten vereinzelter teilweise gewittriger Schauer. Nicht mehr ganz so warm, westliche Winde.
Aussichten für Mittw o ch : Vielfach heiter, doch nicht störungsfrei.
Lufttemperaturen am 13. Juni: mittags 27,3 Grad Celsius, abends 21,6 Grad; am 14. Juni: morgens 18,5 Grad. Maximum 29,2 Grad, Minimum heute nacht 17,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Juni: abends 27 Grad; am 14. Juni: morgens 22,3 Grad. — Sonnenscheindauer 9,6 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptfchriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 37: 9326. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
Ozeanflüge am laufenden Band.
13 Millionen Lustsportbriefe. - Ein Jubiläum des Transatlantikdienstes Deutschland - Südamerika.
Don Kurt A. St. Ientkiewicz.
Frau Friederike Bonarius, geb. Müller
itn 79. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit heimgeholt
Großen-Buseck, den 13. Juni 1937
4114 D
Unsere heißgeliebte
sucht.
411?D
In tiefer Trauer:
Heuchelheim, den 12. Juni 1937
(Messisto Kuoslmein
4113 D
vom 13. bis 27. Juni 1937.
Besuchszeiten:
sagen wir hierdurch unseren herzlichsten Dank
4116 D
Sonntags von 11 bis 1 Uhr, Werktags von 17 bis 19 Uhr.
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GerichtUbeeidigter Taxator f.d.Landgerichtsbezirkd.Prov.Oberbess»


