Ausgabe 
14.6.1937
 
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Moskau zittert nach -er Hinrichtung Tuchatschewffis Em Rechtfertigungsversuch Woroschuows.

Moska«, 12. Juni. (DJIB.) Amtlich wird be­stätigt, daß alle acht vom Sondermilitärgericht des obersten Gerichtshofes zum Tode ver­urteilten Sowjetgenerate heute, am 12. Juni, hingerichtet worden find.

Einige Stunden nach der amtlichen Bestätigung der Urteilsvollstreckung wurde ein Armeebe­fehl des Kriegskommissars Woroschi­low veröffentlicht. Woroschilow gibt darin bekannt daß vom 1. bis 4. Juni ein Oberster Kriegs­rat im Beisein der Regierungsmitglieder getagt habe. In der Sitzung wurde, so sagte Woroschilow mein Dortrag angehört und einer Erwägung un terzogen über die durch das Jnnnenkommissariat (die GPU.) erfolgte Aufdeckung einer oer räterischen, konterreoolutionärenmi- litärischen Organisation, die in streng konspirativer Form eine lange Zeit bestanden und eine feige destruktive Schädlings­und Spionagetätigke i t in der Roten Armee durchgesührt hat." Jetzt, nachdem die Verräter" erschossen seien, könne die Rote Armee, so heißt es in dem Armeebefehl weiter, wieder erleichtert aufatmen". Im weiteren will Woroschilow die Hingerichteten Generale zu den be­reits früher durch denschonungslosen Urteilsspruch des proletarischen Gerichts erschossenen Schuften aus der Bande Sinowjew-Kamenew-Trotzki" zählen. Das Endziel dieser Bande war", so heißt es in dem Armeebefehl,um jeden Preis, und mit allen Mitteln das Sowjetregime in unserem Lande zu liquidieren, die Sowjetmacht zu vernich­ten und in der Sowjetunion das Joch der Guts­besitzer und Fabrikanten wiederherzustellen." Die Er­schossenen hätten dieErmordung der Lei­ter der bolschewistischen Partei und der Sowjetregierung" vorbereitet. Sie hät­ten ferneralle nur mögliche abscheuliche Schäd­lingsarbeit in Wirtschaft und Landes­verteidigung getrieben", sie hättendie Macht der Roten Armee zu untergraben und deren Nie­derlage im künftigen Krieg vorzubereiten versucht; ferner hätten die Verurteiltenden Feinden der Sowjetunion" militärische Geheimnisse verkauft und überhaupt alles getan,um den Ueberfall des äußeren Feindes auf die Sowjetunion zu beschleunigen". Für den Kriegsfall hätten sie ge­plant,durch direkten Verrat und durch Sabotage der technischen und materiellen Versorgung der Front die Niederlage der Sowjetunion zu erreichen und die Sowjetunion zu stürzen".

Das icksal der deulschen Kommumstenhauptlmge.

Warschau, 13. Juni. (DNB.) lieber bas Schick­sal der früheren kommunistischenFührer", die seinerzeit aus-Deutschland nach Sowj et- rußland emigrierten, werden jetzt aus Moskau im Zusammenhang mit den bolschewisti­schen Massenschlächtereien nähere Einzelheiten be­kannt, die mit Sicherheit darauf schließen lassen, daß sie allerdings in aller Stille fast aus­nahmslos das gleiche Schicksal ereilt hat wie alle jene, die bisher vom sowjetrussischen Moloch verschlungen wurden. Max Hölz z. B., von dem ursprünglich angenommen wurde, er sei ertrunken", hat ebenso wie Heinz Neumann durch den üblichen Revolverschuß ins Ge­nick in den Kellergewölben des GPU.-Palastes am Moskauer Lubljanka-Platz geendet. Elf weitere ehemalige Reichstagsabgeordnete wer­den seit langemvermißt" Es kann heute mit Sicherheit angenommen werden, daß sie das gleiche Schicksal erlitten haben. Sie sind eingegangen ins Sowjetparadies" aber anders als sie es sich vorgestellt und einst dem deutschen Arbeiter vorgegaukelt haben.

Organisierter Volkszorn." Unsicherheit und Entsetzen die wahre Bolksmeinung.

Das bei solchen Anlässen hierzulande übliche Trommelfeuer der Propaganda hat bereits einge­setzt, das den blutigen Urteilsfpruch bei den Massen zu popularisieren hat. In allen Fabriken und Aemtern, in allen Betrieben und Regimentern der Roten Armee wurden in aller EileM assen- versammlungen" einberufen, wo die Ver­sammelten für den Tod de rAnge klagten, die noch vor wenigen Wochen ihre Führer waren, zu stimmen hatten. Dieses grauenhafte Spiel geht soweit, daß der so organisierteVolkszorn" nicht nur dieVertilgung der faschistischen Schlangen", denHundetod der Hunde", dieschonungslose Ver­nichtung der Verräter und Spione" zu fordern hat, sondern auch noch dieDankbarkeit" gegenüber dem erhabenen Vater Stalin" unddem herrlichen Jeschow" zum Ausdruck bringen muß (!!).Wir fordern die restlose Vernichtung der toll gewordenen Köter",Vertilgt die Schlange des Faschismus und die übrigen von der Sowjeterde",Erschießt die Spione und Hochverräter" dies sind die Ueber- schriften der Resolutionen der Massen, die heute zu hunderten in den Blättern erscheinen. Die Sol­daten der Militärbezirke und Garnisonen, die noch vor einem Monat der Befehlsgewalt der jetzt zum Tode Verurteilten unterstanden, haben jetzt in Massenversammlungen für die Erschießung ihrer bisherigen Führer zu stimmen. Sofordern" z. B. die Schüler der Moskauer Militärakademie die schonungslose Vernichtung der faschistischen Spio- nenbanbe". Die MoskauerDivision" fordert den Hundetod" für die Verräter, eine' Moskauer Fliegerformation feiert in ihrerResolution" die herrliche GPU." undfordert" diepsychologische Vernichtung ber Landesverräter". Auch nach der Urteilsvollstreckung geht ber von oben befohlene Feldzug zur Organisierung des Volks- z o r n e s gegen dieniederträchtigen Verräter" weiter. - Es zeugt dafür, wie sehr die zentralen Stellen bemüht sind, sich ein Alibi für d e n zynischen Urteilsspruch gegen die acht Generäle zu beschaffen, daß Arbeiter und Bauern, Armeeangehörige und Beamte, ja selbst Wissen­

schaftler und Künstler überall immer wieder zu­sammengetrommelt werden, um ihre Ergeben­heitstelegramme an die Regierung und an Stalin persönlich zubeschließen". Es versteht sich von selbst, daß diese unter besonderer Kontrolle von Vertrauensleuten abgefaßten Tele­gramme einerseits von Liebe zur Partei und zu Stalin,unserem geliebten Vaterland und dem weisen Führer der Menschheit" geradezu triefen, wie sie sich andererseits in ber Anhäufung von aum wiederzugebenden Verbalinjurien gegenseitig ;u überbieten trachten. Verräter und Betrüger, aschistische Kettenhunde, neunmal verfluchte Schweine- unbe, verächtliche Kriechtiere das sind noch die jahmsten Ausdrücke, mit denen man die gestern noch allgewaltigen Führer der Roten Armee heute oelegt. Das Echo, das das Urteil im Auslande

auslöste, hat bei amtlichen Moskauer Stellen gro­ßen Eindruck gemacht. Einen Beweis dafür bildet der Leitartikel berPrawda", bie feststellt, baß bie Auslandspresse sich einhellig gegen diese menschenfressenden Methoden des revolutionären Despotismus Stalins ausgesprochen hat.

Trotz aller dieser fieberhaften Bemühungen, das Bluturteil alsV o l k s w i l l e n" auszugeben, ist ber Eindruck dieses Prozesses in allen Schichten der Bevölkerung geradezu vernichtend. Die all­gemeine Unsicherheit hat durch die plötzliche Ver­nichtung der gefeierten militärischen Führer von gestern ihren Höhepunkt erreicht. Niemand ist im­stande, die Hintergründe dieser blutigen Tragödie zu deuten. Verblüffung und Entsetzen steht auf den Gesichtern der Moskauer Bevölkerung geschrieben.

Dämmernde Erkenntnis in Paris.

Wachsende Zweifel an der Bündnisfähigkeit der Roten Armee.

Paris, 13. Juni. (DNB.) Die Exekution des Marschalls Tuchatschewski und der rnitoerurteilten hohen Generäle der Roten Armee füllen bie Spal­ien ber Pariser Sonntagspresse. Für bie französische Öffentlichkeit ist bie Erschießung bes Marschalls Tuchatschewski, ber noch vor kurzem in offi­zieller Mission in Paris weilte, und bem vom französischen Oberkommando die tiefsten Mi­litärgeheimnisse mitgeteilt wurden, besonders pein­lich, vor allem im Hinblick auf den fran­zösisch-russischen Pakt. Unter dem Ein­druck des Todesurteils gegen den Mann, den man mit Vorliebe als denroten Napoleon" be­zeichnete, hat eine lebhafte Diskussion über den Wert des französisch-sowjetrussischen Bündnisses ein­gesetzt. Selbstverständlich ist, daß die Antisowjet- blätter noch energischer als bisher gegen diesen gefährlichen Pakt Sturm laufen. Noch bezeichnen­der ist jedoch die Tatsache, daß sogar das radikale O e u v r e", das bisher zu den eifrigsten Verfech­tern des Bündnisses mit Sowjetrußland gehörte, ernsthaft die Frage aufwirft, was unter diesen Um­ständen ein solches Bündnis überhaupt noch für einen Wert habe. Das Blatt stellt fest, daß die neuen Hinrichtungen das internationale Prestige Sowjetrußlands kompromittierten. Der offiziellen Moskauer Lesart zufolge sei bie Rote Armee, bie bisher als gefunb unb bem Regime völlig ergeben erschien, von bem Bazillus bes Ver­rats verseucht. Wenn es wahr sei, baß alle biefe hohen Generäle Verräter gewesen seien, was müsse man bann von ber Kampffähigkeit unb ber Wider st andskrast ber Roten Armee im Falle eines europäischen Konfliktes halten? Moskau müsse wissen, baß bie letzten Er­eignisse in politischen und militärischen Kreisen Frankreichs große Bestürzung hervorgerufen haben. General U b o r e w i t s ch habe im Septem­ber 1936 bie großen Manöver in Weißrußland unb General Iakir bie Manöver in ber Ukraine geleitet. Bei diesen Manövern seien die fran­zösischen Generäle Schweißguth und Villemin zugegen gewesen. Hätten sie damals annehmen können, baß sie ihre Hanb in bie Hände vonVerrätern" legten? Frank­reich habe einen gegenseitigen B e i st a n b s p a k t mit Sowjetrußland unterzeichnet. Was sei dieser Beistandspakt noch wert? Auch bie Tschecho­slowakei werde sich fragen müssen, was. nun dies diplomatische Schriftstück wert sei. Das Oeuvre" sagt weiter, man wisse in Moskau, baß diese Pakte ernsthafte Gegner hätten. Diese würden durch bie neuen Hinrichtungen berechtigt, ihren Feldzug zu verschärfen. Auf jeden Fall hätten bie Ereignisse von Moskau, bie eine starke innere Krise enthüllten, bem internationalen Ansehen Sowjetrußlands einen schwerwiegenben Schlag ver­setzt... Soweit dasOeuvre"!

In dem neugegrünbeten rechtsstehenden Blatt Epoqu e" schreibt Henry be Kerillis u. a.: Sta­lin erhalte sich nur durch Terror. Wie lange aber noch? Es sei offensichtlich die Furcht, gepaart mit Irrsinn, bie ihn zum Verbrechen treibe. Aber alles habe ein Enbe. Es fei nicht baran zu zweifeln, baß bie Stunbe herannahe, in ber auch biefer rote Götze zusammenbrechen werbe. Pierre Dominique überschreibt seinen Artikel in berR e - publique":Stalin hat einen hoppelten Streich geführt; inbem er feine Genossen tötete, hat er auch das Militärabkommen tot ge­macht (!)". Jetzt sei also bie prosowjetrussische Rich­tung in Frankreich von den Kommunisten rabikal geschlagen worden und zwar sei es Stalin sel­ber, ber sie geschlagen habe. Im übrigen habe der französische General st ab bereits einen Stellungswechsel vorgenommen. Denn seitdem gerade der General, dem man alles gezeigt unb alles anoertraut habe, Tucha­

tschewski, nun von Stalin als Verräter ange­klagt worben sei, wolle man, baß bas Militärab­kommen mit dem Nachfolger Tuchatschew- skis unterzeichnet würbe, ber vielleicht über­morgen auch wegenVerrats" an die Wand gestellt würde?Journal" sagt, die Ereignisse in Sowjetrußland bewiesen, daß das Regime, bas den Franzosen immer als einMo- bell bes bemokratischen Fortschritts" hingestellt worben sei, in Jndustriesabotage, politischer Unorb- nung unb wildem Kampfe rioalifierenber Klüngel bestehe. Zum andern sei bewiesen, daß die vielge­rühmte Rote Armee, die man sogar zurwe­sentlichen Stütze der französischen Sicherheit" ma­chen wollte, zumindest recht angekränkelt sei. Der Beweis sei erbracht, daß die kommunistische Diktatur in einem Zu st and tatsächlicher Anarchie enbe. Die Gebrechlichkeit bes sowjet­russischen Militärorganismus werbe in biesem Pro­zeß offensichtlich, besten klarstes Ergebnis gewesen sei, bie Chefs ber Roten Armee auszuschalten. Schließlich habe man noch nicht ben letzten Hin­richtungskarren fahren sehen.

Die Tragödie beginnt erst."

Die britische Presse meldet Unruhen und Ncvolten.

L o n b o n, 13. Juni. (DNB.)Der Glaube, daß Revolution und Bürgerkrieg in Sowjet- rußlanb brohen", so schreibt berP e o p l e",wirb burch Geheimberichte bestätigt, bie soeben in Groß­britannien von verläßlichen Agenten in Moskau eingegangen finb. Diese Berichte melden daß bie Sowjetunion sich vor bem A u s b r u ch einer Krise befinbet, bie so schwer ist wie biejenige, bie zum Sturze bes zaristischen Regimes von 1917 geführt hat, und baß Stalins Tage als Diktator gezählt find."Sunbay Chronicle" melbet aus War­schau, baß nach ber Verurteilung ber acht russischen Generäle Hinrichtungen in ganz Sow­jet r u ß l a n b ftattgefunben hätten. Hunderte von Soldaten, Anhänger der zum Tode verurteilten Generäle, seien ab geschlachtet worden. Stalin krank, furchterfüllt unb einsam in seinem schwer- bewachten Quartier im Kreml, entledige sich schon seiner Feinde, bevor sie sich seiner entledigen. Ruß­land stehe heute der größten Krise seit ber Revo­lution von 1917 gegenüber. Tuchatschewski unb seine Kameraben hätten geplant, bas gegenwärtige tyran­nische System zu stürzen, Stalin zu ermorben unb selbst bie Macht zu ergreifen. Jeschow, ber neue Jnnenkommissar habe jeboch einen Geheimakt ent- beckt, ber Beweismaterial über ein großzügiges Komplott enthalten habe. Tausenbe von Beamten unb Armeeoffizieren seien verhaftet worben. Sie seien auf ber Stelle erschossen worben.

Sunbay Expreß" berichtet, baß Sowjetruß- l a n b zittere. In ber Ukraine hätten 3 Regimen­ter revoltiert, bie aufgelöst unb nach Sibirien verschickt worben seien. 900 Solbaten seien in Kiew unb 300 weitere in Charkow verhaftet worben.

Sunbay Pictorial" berichtet über Warschau, baß bereits an vier Stellen in ber Sowjetunion U n - ruhen ausgebrochen seien. In ber Westukraine hätten sich 3000 Solbaten in Priluki empört. Schwere Zusammenstöße hätten sich weiter in Pe- tropawlowsk ereignet, wo sich Solbaten unb Bauern gegen Stalin verbünbet hätten. In Moskau sei bie Lage ä u ß e r st gespannt. Die Arme werbe zweifellos Stalin bie Hinrichtungen niemals ver­gessen. Die Tragöbie in Sowjetrußlanb beginne e r st. Das' Blatt weiß weiter zu berichten, baß man es nicht gewagt habe, bie Generäle von einem Exe­kutivkommando erschießen zu lassen, sonbern daß ein Henker sie einzeln erschossen habe.

Aus aller Well.

Beisetzung der Opfer der Katastrophe bei Edesheim.

In Anwesenheit des Reichsjugendführers von Schirach wurden die zehn Jungmädel des BDM., die Opfer der Naturkatastrophe bei Edes­heim, unter Teilnahme Tausender von Volks­genossen in Rhodt und Rietburg b e i g e s e tz 1. Sämtliche Dienststellen der HI. und der SS. hatten im ganzen Reiche die Flaggen auf Halbmast gesetzt. Nach ber Grabrede des evangelischen Geistlichen ergriff der Jugendführer des Deutschen Reiches von Schirach im persönlichen Auftrage des Führers und Reichskanzlers das Wort und führte u. a. aus:Wenn es bei solchen Unglücken überhaupt etwas Tröstliches gibt, so das Bewußt­sein, daß eure Kinder unter der Fahne der Hitler- Jugend und des Reiches ruhen und heute ber Füh­rer, Partei und Volk mit euch an diesem offenen Grabe stehen, mit euch fühlen unb mit euch wirk­lich ergriffen finb. Das Schicksal hat nicht nur bie

Familien, sonbern bas ganze beutsche Volk be­troffen." Schirach ehrte bie toten Jungmäbel burch ben Kranz bes Führers, ber, wie er sagte, ber letzte Gruß Deutschlands fei.

Oeutsch-sranzösische Zusammenarbeit nn Ozean-Luffverkehr

Berlin, 12. Juni. (DNB.) Bereits seit Jahren besteht bezüglich bes beutschen und französischen Luftpost dien st es nach Südamerika zwischen ber Air France unb ber Deutschen Luft­hansa eine kameradschaftliche und erfolgreiche Z u - fammenarbeit. Die beiden Luftverkehrsgesell­schaften haben auch die Frage der Tarife, ber gegenseitigen Po st Zuführung und der Un­terstützung, insbesonbere bei Zwischenfällen, in vorbilblicher Weise geregelt. Diese Zusammenarbeit soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werben. Sie soll sich vornehmlich auch auf bie Si­cherung und auf eine gemeinsame Werbung erstrecken. Auf dem Nordatlantik, der jetzt

dem Luftpostverkehr erschlaffen werden soll, wird eine ähnliche Übereinkunft erstrebt. Für einen Vertragsentwurf, der zur Zeit der französischen Gesellschaft vorliegt, soll das Einverständnis des deutschen unb bes französischen Luftfahrtministeri­ums eingehvlt werben.

Betriebsausflug des Iieichspropagandaministeriums.

Berlin, 12. Juni. Die Beamten, Angestellten unb Arbeiter bes Reichsministeriums für Volksauf- tlärung unb Prvpaganba waren äm Samstag im Rahmen eines Betriebsausfluges Gast von Reichsmini ft er Dr. Goebbels An ber Straßenseebrücke ging zusammen mit bem Minister unb seinem Staatssekretär Funk bie Gefolgschaft an Borb ber geschmückten MotorschiffeKurmark" und Zehlenborf". Nach einer genußreichen Fahrt über bie Havel würbe in einer Gaststätte am Luftschisf- hasen in Pvtsbam ber Nachmittagskaffee einge­nommen. Daran schloß sich gegen Abenb eine fröh­liche Wasserfahrt auf den Seen unb Kanälen rings um Potsbam, bie sich bis nach Werber erstreckte und bei Musik unb Gesang ber Gefolgschaft Stunben wohl oerbienter Erholung und Entspannung brachte. Von Tisch zu Tisch gehenb, nahmen der Minister unb sein Staatsekretär Gelegenheit, auch außer- bienstlich mit ben Betriebsangehörigen einen Abend zu verleben. Erst gegen Mitternacht fanb die Fahrt ihr Enbe. Sie war nach einem Jahre hingebungs­voller und verantwortungsbewußter Arbeit ein Aus- bruck ber vorbilblichen Kamerabschaft, bie bas Reichsministerium für Volksaufklärung und Propa- ganba feit je in besonderem Maße auszeichnet.

Feuersbrünste überall.

In den Staatswaldungen des Unterwesterwalb- kreises brach ein Walbbrand aus, ber große Tannenbestände vernichtete. Arbeitsdienst, Feuer­wehren und Zivilbevölkerung hatten mehrere Stuic- ben Arbeit, ehe es gelang, ben Branb einzudämmen. Bei den Aufräumungsarbeiten wurde bie vollstän­dig verbrannte Leiche eines Mannes gefunden, der eine Tonpfeife neben sich liegen hatte. Offen­bar ist der Brand auf den verbrecherischen Leicht­sinn dieses Mannes zurückzuführen, > ber feinem eigenen Vernichtungswerk zum Opfer gefallen ist. Ein warnenbes Beispiel!

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In den Fortbeständen des Fürstlich Solmschen Besitzes bei Klitschdorf (Kreis Bunzlau) brach ein Waldbrand aus, der infolge der großen Hitze und Trockenheit mit rasender Geschwindigkeit um sich griff, und wertvolle hundertjährige Althozbe- stände erfaßte. Den Flammen fielen schätzungsweise 300 Morgen Wald, hauptsächlich Kiefernbestände, auch Laub- und Fichtenwaldungen zum Opfer.

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Die feit Tagen in Polen andauernde Hitze hat mit 36 Grad Celsius im Schatten am Sonntag ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. Aus allen Teilen des Landes laufen Meldungen über Scha­denfeuer in Ortschaften und Wäldern ein. Bei Kielce brannten in einem Dorf 23 Wohnhäuser und 50 Scheunen nieder. In einem anderen Dors kam bei einem Brande ein Kind ums Leben. Der Was­serstand ber Weichsel sinkt täglich um rund 4 Zenti­meter. Die Schiffahrt von Warschau aus weichsel­aufwärts ist nicht mehr aufrechtzuerhalten.

Schwere Unwetter im tippet Lande.

lieber weite Teile bes Lipper ßanbes ging ein schweres Unwetter nieder. Ein orkanartiger Sturm entwurzelte viele Bäume, richtete an ben Gebäuben und auf ben Felbern großen Schaben an. Durch Blitzschlag würben in Mosebeck ein gro­ßer Bauernhof, in Barntrup ein Haus eines Mau­rers und in Gehrenberg Wohnhaus und Stallungen eines Händlers eingeäschert. In Stemmen brachte der Blitz ein Haus zum Einsturz. Die Stadt H a - mein unb eine Anzahl Nachbarorte wurden unter Wasser gesetzt, Gärten unb Felber schwer verwüstet. Die Exter würbe zu einem reißenden Strom, der große Steinbrücken hinwegriß. Die Exter-Bahn mußte ihren Verkehr einstellen. Vieh und Vorräte konnten nur mit Mühe gerettet werden. Ein schwe­res Unwetter suchte auch bie Ortschaften an ber Porta Westfalika, insbesondere die -Stadt Hausbergen am Fuße des Jakobsberges, heim. Von den Weserbergen ergossen sich Sturzbäche durch die Ortschaften.

Schwere Bluttat in Köln.

In einem Hause der Kölner Altstadt kam es zu einer furchtbaren Bluttat. Ein 47jähriger Mann brachte seinem 15jährigen einzigen Sohn mit einem Brotmesser eine schwere Schnittwunde an der rech­ten Hals feite bei, an deren Folgen der Junge auf bem Wege ins Krankenhaus verstarb. Der Mörder flüchtete, konnte aber balb gestellt und ber Polizei übergeben werben. Es handelt sich um einen Mann, ber in sehr schlechtem Ruse steht und als notorischer Säufer bekannt ist. Noch am Tag zuvor hatte er wieder bie Löhnung bes Jungen, dem allgemein das beste Zeugnis ausgestellt wirb, vertrunken. Die Mutter befindet sich zur Zeit im Krankenhaus. Die näheren Umstände ber furchtbaren Tat sind noch Gegenstand eingehender Untersuchung.

Giftmörderin zum Tode verurteilt.

Vor dem Nürnberger Schwurgericht stand die Katharina Leupvld von Fürth, bie beschuldigt ist, ihren Mann, mit bem sie seit 1923 in unglück­licher Ehe verheiratet war, vergiftet zu haben. Obgleich bie Angeklagte in ber Voruntersuchung mehrmals bie Tat eingestanben hatte, leugnete sie vor bem Schwurgericht hartnäckig. Das Schwur­gericht sprach die Leupolb schulbig bes Verbrechens bes Mordes und verurteilte sie zum Tode und lebenslänglichem Ehrverlust.

Vollstreckung eines Todesurteils.

Am 12. Juni ist ber Mathias Schirra aus Als- borf hin gerichtet worden, der von bem Schwurgericht in Aachen wegen Mo r bes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Schirra, ber wegen zahlreicher Rohheitsdelikte, unter anderem wegen Totschlags, vorbestraft ist hat am 2. Sep­tember 1936 seine Vermieterin, die feine Annähe- ungsversuche abgelehnt hatte, aus Rachsucht er­mordet.

Tödliches Segelstugzeugungtück.

lieber dem Flugplatz Johannisthal stürzte der Abteilungsleiter der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Berlin-Adlershof, Diplomingenieur