Nr.'35 Erstes Blatt
187. Zahrgang
Montag, 14. Zum 1937
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Die Neichsiheaterwoche in Köln feierlich eröffnet.
Herzliche Begrüßung des Schirmherr« der deutschen Kunst. —Die repräsentativste Veranstaltung unseres Theaterlebens.
Dreßler-Andreß dann mit, daß die gesamte KdF. -Flotte 1 940 eine Weltreise unternehmen und Tausende von deutschen Schaffenden zu den Olympischen Spielen nach Tokio führen werde. „So erobert die kdF.-Reifebewegung im friedlichen Angriff die Welt, dort wo sie am schönsten ist (Starker Beifall.) und wir können unsere Arbeiter ruhig
Köln, 13. Juni. (DNB.) Die Reichsthea - ter woche 1937 ist am Sonntag im Beisein ihres Schirmherrn, Reichsministers Dr. Goebbels, mit einer Vorstellung des „Fliegenden Holländers" im Kölner Opernhaus feierlich eröffnet worden. Sechs Städten im deutschen Westen, Köln, Düsseldorf, Bochum, Duisburg, Essen und Worms, ist die Freüde zuteil geworden, der Schauplatz einer bunten Reihe von Festoorstellungen, Kundgebungen und Arbeitstagungen zu sein'; sie haben keine Mühe gescheut, der Reichstheaterfestwoche als der größten und repräsentativ st en Beran st altung des deutschen Theaterlebens einen glanzvollen Rahmen zu geben und mit einer überzeugenden Leistungsschau einen Querschnitt durch das volksnahe Bühnenschaffen der Gegenwart zu geben.
Köln erlebte den festlichen Auftakt. Die führenden Vertreter sämtlicher Zweige des deutschen Theaterlebens mit dem Präsidenten der Reichstheaterkammer, Ministerialrat Dr. Schlösser, an der Spitze, waren vollzählig versammelt, als der Schirmherr der deutschen Kunst, Reichsminister Dr. Goebbels, auf dem Flughafen eintraf. Zum Empfang hatten sich zahlreiche Vertreter der Partei, des Staates und der Kunst eingefunden; sie hießen den Minister aufs herzlichste willkommen. Die Bevölkerung jubelte Dr. Goebbels bei der Fahrt in die Stadt stürmisch zu.
Die vom Institut für Theaterwissenschaft an der Universität Köln aufgebaute Ausstellung „Theater am Rhein im neuen Deutschland" wurde durch Ministerialrat Schlösser eröffnet. Der Leiter des Instituts und des Kölner Theatermuseums, Prof. Dr. N i e f f e n , gab einen Ueberblick über die Ent» Wicklung des Museums.
Ministerialrat Dr. Schlösser kennzeichnete den Wesensunterschied zwischen Museum und Ausstellung. Das Museum erhalte, aber die Ausstellung unterhalte. Sie wolle zeigen, wie dieses rheinische Theater ein Stück des großen deutschen Theaters sei, das sich und die Verwirklichung des deutschen Nationaltheaters bemühe. Gerade in dem Augenblick, wo wir uns bemühten, ein volksverbundenes Theater zu schaffen, sei keineswegs mehr der Wunsch vorhanden, ein nur volkstumgebundenes Theater zu besitzen. Jene Zeit sei vorbei, wo kulturelle Steuerungen allein aus der Landschaft und für die Landschaft entstanden und oon dorther hätten verstanden werden können.
Heule ähnelten sich alle in Deutschland spielenden Theater im Grundsätzlichen vollkommen und in den Einzelheiten soweit wie möglich. Darüber hinaus aber bestehe noch jene ty-
I pifche deutsche Färbung, die den einzelnen Stätten der Landschaften eigentümlich sei und die die unerhörte Farbigkeit und den Reichtum deutschen Lebens ausmache.
Genau wie man jahrzehntelang die breiten Mittelschichten des deutschen Volkes als Spießertum zu bezeichnen und ihre politischen Interessen einzuschüchtern versucht habe, so habe man im Kulturellen vom „total platten Lande" gesprochen. Es sei vielleicht einer der schönsten und bedeutendsten Züge der nationalsozialistischen Weltanschauung, daß sie in dem Augenblick, wo sie die strengste Einheitlichkeit des deutschen Lebens fordere, sogleich auch das größte und tiefste Verständnis für das einzelne Besondere in Deutschland habe.
Denn es gebe auch auf dem Gebiet des' kulturellen einen Nationalsozialismus, der bedeute, daß die kleine idyllische Stadt uns ebenso lieb fei wie die große lärmende Metropole, die bescheidene Romantik des weltabgeschiedenen Winkels ebenso wertvoll wie die stählerne Romantik der Industriezentren. Das alles gehöre in Deutschland zusammen und sei im Sinne des neudeutsche Sonzialismus gleichberechtigt.
Dann eröffnete der Präsident der Reichstheater- fammer die Ausstellung. Man solle verstehen, daß der nationalsozialistischen Kulturpolitik und ihrem
Leiter, Anreger und Förderer, Reichsminister Dr. Goebbels, nichts daran liege, eine uniforme Kultur zu schaffen und ein einfarbiges Theaterleben zu entwickeln, sondern daß es vor allem darauf an- komme, aus dem Besonderen das Allgemeine organisch erwachsen zu lassen und das Eigentümliche zu erhalten, damit das große Ganze wahrhaft reich und lebendig werde. Die große Idee eines deutschen 'Nationaltheaters lasse sich nur dann verwirklichen, wenn jedes einzelne Teilchen fest in seinem Boden verwurzelt sei und den Zusammenhang mit feiner Luft, feinem Himmel und den Menschen, für den es da fei, nicht verliere.
Die festliche Vorstellung im Opernhaus gestaltete sich zu einem großen künstlerischen Ereignis. Unter den Ehrengästen sah man an der Seite des Ministers u. a. Staatssekretär Funk, den Gauleiter Staatsrat G r o h e, Oberbürgermeister Dr. Schmidt, die Ministerialräte Schlösser und Gutterer, den Generalintendanten der Kölner Städtischen Bühnen, Spring, sowie zahlreiche führende Vertreter der Partei, des Staates und des künstlerischen Lebens. Richard Wagners Oper „Der Fliegende Holländer" in der ausgezeichneten Inszenierung des Generalintendanten Spring und unter der sicheren Stabführung von Karl Elmendorfs vom Nationaltheater Mannheim fand den begeisterten Beifall des überfüllten Hauses.
Oie Kulturausgaben Oer HL.
Eröffnung Oer Reichskulturtagung der HL. in Weimar.
Weimar, 13. Juni. (DNB.) Auf dem Hof des Weimarer Refidenzschlosses versammelten sich am Sonntagvormittag im Beisein von Vertretern des Staates, der Partei und der Wehrmacht die Teilnehmer an der Reichskulturtagung der Hitler- Jugend.
Der Leiter des Kulturamtes der Reichsjugendführung, Obergebietsführer Cerff, führte aus, die erste Aufgabe des Kulturamtes fei es, die deutsche Jugend für die Kulturwerte aufgeschlossen zu machen. Die Wege seien verschieden. Vor allem müsse man die Jugend hinstellen vor die höchsten Werke, die unsere Geschichte hervorgebracht hat. Der Idealismus sei die stärkste Kraft eines Landes überhaupt. Dabei müsse aber bei den kleinen Dingen angefangen werden, bei der Kleidung, der Gestaltung des Heims und der Geselligkeit, was dann weiterführt zur Feier und zu den höchsten Werten. Denn alle zusammen müssen eine Ganzheit bilden. Es dürfe keine Kluft bestehen zwischen Dienst und Privatleben. Die zweite Aufgabe
des Kulturamtes bestehe in der Erziehung zum K ü n ft l e r. Es gebe viele Talente, die von der Hitler-Jugend entdeckt werden könnten. Diese sollten aber nicht einsam in der Dachkammer ihrem Studium obliegen, sondern es müsse ihnen zunächst einmal das Gemeinschaftserlebnis vermittelt werden. Denn auch das künstlerische Werk fei nur fruchtbar, wenn es wirklich im Volke lebe. 2)en Einsatz der Kunst im Leben der H I. bezeichnete Obergebietsführer Cexff als die dritte Aufgabe. Der Redner beschäftige sich dann weiter mit der Musikerziehung und setzte sich stark für den Musikunterricht ein. Als Vorstufe nannte er die Spielschar, für die eine Spielscharordnung des Reichsjugendführers erwartet werde. Zum Schluß beschäftigt sich Obergebietsführer Cerff mit der Kulturarbeit auf dem Lande und wandte sich gegen die Verpflanzung von ländlichem Brauchtum in die Stadt, denn Volkstum fei immer verwurzelt.
hinausfchicken in die Well. Unsere Reisen nach Lissabon und Madeira haben bewiesen, dah der deutsche Arbeiter überall ein würdiger Repräsentant seines Volkes ist. Darum werden wir die Auslandspläne der NSG. „Kraft durch Freude" immer weiter ausbauen, denn von hier aus kann ein wesentlicher Beitrag zur Befriedung der Wel gegeben werden."
Das Amt Feierabend der NSG. umfaßt die mannigfaltigsten Arbeitsgebiete. Die Veranstaltung von Werkkonzerten in den großen deuschen
Dr. Ley begrüßt ausländische Trachtengruppen. (Presseamt der DAF. — Scherl-M.)
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Betrieben ist eine der bemerkenswertesten Aufgaben dieses Amtes. Konzerte, Volksmusik, Opern und Operetten, Theater, Variete, Film, bunte Abende, Ausstellungen der bildenden Kunst in den Betrieben, Führungen durch Museen und Gedenkstätten, Reichs- autobahnbühne usw., das sind bis 1936 186 000 Veranstaltungen, die von über 64 Millionen Volksgenossen besucht wurden. Das entspricht einer Steigerung der Leistungen von 9 Millionen im Jahre 1934 auf 31 Millionen im Jahre 1936.
Oie Reichstagung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude".
Neue weitgreifende plane für Auslandsreisen der KdF.
H a m b u r g, 12. Juni. (DNB.) Die Reichstagung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude in Hamburg wurde am Samstagvormittag mit der großen Arbeitstagung in der Musikhalle fortgesetzt. Das nationalsozialistische Reichssymphonieorchester unter Leitung von Reichsmusikmeister Franz Adam spielte als Auftakt das Vorspiel zu den „Meistersingern". Dann begrüßte der Leiter des Organisationsausschusses der Reichstagung, Rentmeister, die Erschienenen. Anschließend nahmen vier der ausländischen Delegationen das Wort zu kurzen Begrüßungsansprachen. Für die ungarische Nation sprach Minister a. D. Exz. Dr. Andreas v. Czill 6 ry. Der Generaldirektor der Opera Nazionale Dopolavoro, Commendatore P u c c e 11 i, Vizepräsident des vorjährigen Weltkongresses und Präsident des Exekutivkomitees des Kongresses 1938, überbrachte die Grüße des Schaffenden Italiens. Als Vertreter der südamerikanischen Staaten hielt Professor G a l o e z (Chile) eine Ansprache, in der er sich begeistert über das neue Deutschland äußerte. Sodann nahm der Reichsamtsleiter der NSG. „Kraft durch Freude",
Ministerialrat pg. Horst Orehler-Andreß,
das Wort zu einem Gesamtüberblick über die gewaltigen Erfolge, die in allen Aemtern der N>v.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zu verzeichnen waren. Die schlagartige Hebung des Lebensstandards der breiten Masse unseres Volkes seit 1933 ist so gewaltig, wie sie in der Geschichte des deutschen Volkes nie zuvor beobachtet worden ist. Hinter den nüchternen Millionenzahlen, die Zeugnis von den Leistungen der NSG. „Kraft durch Freude" ablegen werden, steht die Lebens-undSchaf- fensfreude eines ganzen Volkes. „Kraft durch Fseude" ist zum Symbol des Lebensgefühls deutscher Menschen geworden.
Am 5. Mai lief der erste der von uns in Auftrag gegebenen Ozeanriefen in Anwesenheit des Führers in Hamburg vom Stapel. In wenigen Mo
naten wird der Stapellauf des zlyeiten Schiffes folgen, das ebenfalls 25 000 Tonnen groß fein wird. Dieser Schiffsbau ist ein Symbol deuffcher Volksgemeinschaft, das in der deuffchen Geschichte einzigartig dasteht. Ebenso verhält es sich mit den riesigen Seebäderanlagen, die für „Krast- durch-Freude"-Urlauber auf Rügen gebaut werden. Die Entwicklung der „Kraft-durch-Freude"-Reisebe- roegung oon 2 Millionen Reifenden auf 3 Millionen
und im letzten Jahr auf 6 Millionen zeigt die Größe der Aufgaben, die zu bewältigen sind.
Wir werden schon im kommenden Winter unsere kdF.-Flotte zu großen W i 11 e l m e ersah r t e n einsehen. (Stürmischer Beifall.) Der deutsche Arbeiter wird Venedig, Neapel und Rom kennenlernen. Unter dem stürmischen Beifall aller Anwesenden teilte Reichsamtsleiter
Schöne deuffche Volkstänze im Hamburger Hafen, r- (Scherl-Bilderdienst-M.)
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Das Sportamt hat die Aufgabe, durch die Organisierung des Massensportes den volkshygienisch so wichtigen Gedanken der Leibesübungen auf breitester Grundlage durchzusetzen. Wir wollen möglichst alle schaffenden Volksgenossen körperlich ertüchtigen, um so ihr Lebens- und Leiftungsalter hinaufzusetzen. Daher wird auch der Ehrentitel „Nationalsozialistischer Musterbetrieb" mit von der vorbildlichen Führung des Betriebssportes abhängig gemacht werden (Beifall). Die Zahl der Teilnehmer an den Sportveranstaltungen ist von rund 5 Millionen im vergangenen Jahr auf 7,5 Millionen im letzten Jahr gestiegen. Volkstümlichkeit, Einfachheit und Billigkeit sowie beste Uebungs- 1 eiter: Das find die Prinzipien, die den Erfolg unseres Sportamts sichern.
Das Amt Schulung und Volksbildung soll die Menschen in ihrer Freizeit betreuen, die in ihrem Streben nach neuen Erkenntnissen auf allen Gebieten des Wissens und der Lebenserfahrung eine sinnvolle Feierabendgestaltung erblicken. In 200 Volksbildungszentren wird vorbildliche Arbeit auf allen Gebieten geleistet.
Das Amt „Schönheit der Arbeit" hat wesentlich dazu beigetragen, daß die Freude am Schaffen heute zu den stärksten und schönsten Gefühlen gehört, die der deutsche Arbeiter empfindet. Die Leistungssteigerung bei diesem Amt vollzog sich wie folgt: 1934: beanstandete Betriebe 2975, verbesserte Betriebe 2037. Die aufgewendete Summe dafür betrug 12 505 269 Mark. Im Jahre 1935 stieg diese Summe auf 99 389 398 Mark. Im Jahre 1936 waren es bereits 6185 Betriebe, die verbessert wurden. Da aber die ärgsten Mißstände bereits in den Doroergangenen Jahren beseitigt worden waren und vom Amt selbst vorbildlich Emheitsaus- rüftungen für die verschiedensten Sachgebiete entwickelt worden waren, konnten die aufgewendeten Beträge auf 79 288 498 Mark inzwischen gesenkt werden. Das Endziel des Amtes ist nicht der schöne Betrieb allein, sondern die feste und gesicherte, über alle Hindernisse hinwegschreitende Betriebsgemeinschaft.
Reichsorganisationsleiter Or. Ley gab bann eine grundlegende Darstellung des weltanschaulichen Wollens der NSG. „Kraft durch Freude". „Alles, was wir in Deutschland haben und sind, sind wir allein durch Adolf Hitler!" stellte er unter jubelndem Beifall fest. „Und wenn man mich fragt, nach welchem Rezept die NSG. ,Kraft durch Freude" arbeitet, so antworte ich: Unser Rezept heißt Adolf Hitler! Wir haben kein anderes. (Stürmischer Beifall.) An der Spitze


