Ausgabe 
14.5.1937
 
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rechnung zum ersten Male ausgeglichen, und mit geordneten Finanzen und einer hohen Leistungs­fähigkeit kehrt die Reichsbahn unter die unmittel­bare Hoheit des Reiches zurück. Die Einnahmen find gegenüber dem Höchststand 1929 noch um an­nähernd) o. H. zurückgeblieben, wahrend die Ler- kehrsleistung bereits wieder 92 o. H. des damaligen Standes erreichen konnte. Wenn trotz der starken Anregungen aus dem Personenverkehr die Einnah­men noch unter dem Höchststand von 1929 Zurück­bleiben, |o liegt das zum Teil daran, daß die Reichsbahn beträchtliche Sondertarife und Vergünstigungen eingeführt hat. Wie weit diese Vergünstigungen gehen, geht aus der Tat­sache hervor, datz 1936 6 8,4 o. H. a l l e r Rei­senden zu ermäßigten Tarifsätzen befördert den. Angesichts der großen volkswirtschaftlichen Aufgabe, die das Unternehmen besonders im lau­fenden Jahre zu erfüllen hat Mitwirkung an großen Bauvorhaben und an der umfassenden Um­stellung auf roh- und werkstofflichem Gebiet ist die Besserung der finanziellen Lage der Reichsbahn von hervorragender Bedeutung.

Im Einklang mit der allgemeinen Wirtschasts- entwicklung zeigen die Berichte der Gesellschaften des Allianz-Konzerns für 1936 sowohl un Sach- wie im Lebensoersicherungsgeschäft einen weiteren AnsUeg. Unter den einzelnen Versicherungs­zweigen ist die Kraftfahrzeugversiche­rung mit einem Prämienaufkommen von 35 Mil­lionen RM. zum größten Versicherungszweig ge­worden, ein Erfolg, der nicht zuletzt auf den Erlaß des Verkehrsministers zurückzuführen sein dürfte, daß einem Kraftfahrer der Führerschein zu ent­ziehen ist, der mangels einer Haftpflichtversicherung nicht in der Lage ist, einen von ihm angerichteten Schaden wieder gut zu machen. Während Trans­port-, Unfall- und M aschinenv er siche- r u n g in gesteigertem Maße für Schäden aufzu­kommen hatten, war der Schadenanfall in der Feuerversicherung günstig. Bei Ein­bruch-, Diebstahl- und Glasoersiche- r u n a war ein leichter Prämienrückgang zu ver­zeichnen. Bei der Allianz und Stuttgarter Lebens­versicherung AG. war das Jahr 1936 durch eine wesentliche Steigerung des Einzelne rsiche- rungsgeschäfts und einen starken Rückgang der Gruppen-Sterbegeldversicherung gekennzeichnet. Die starke Zunahme der Lebensver­sicherungsabschlüsse beweist, daß der Gedanke der Vorsorge, der der deutschen Auffassung von Fami­lienbetreuung und Verantwortlichkeitsgefühl für die Eigenen entspringt, sich immer stärker durchsetzt.

Am 9. Mai jährte sich zum hundertsten Male der Geburtstag des Gründers der größten Automobil­fabrik Europas, der Opelwerke, in Frankfurt am Main-Rüsselsheim, Adam Opel. Er wurde als Sohn eines Schlossers geboren. Nach seinen Lehr- und Wanderjahren, die ihn u. a. auch nach Paris führten, widmete er sich zunächst der Näh­maschinenherstellung. Sodann folgte der Fahrrad­bau und schließlich der Automobilbau, der das Un­ternehmen auf die heutige Höhe geführt hat. Im Jahre 1924 ging Opel al, erste deutsche Kraftwagen­fabrik zur Arbeit am laufenden Band und zum Grohserienbau über und schuf in dem bekannten arünenLaubfrosch" den ersten volkstümlichen deut­schen Wagen zu einem niedrigen Preise. Seitdem wurden in Rüsselsheim über 600 000 Kraftwagen hergestellt und damit nicht nur in Deutschland, son­dern in ganz Europa jeder Prvduktionsrekord Über­boten. Mehr als 300 000 Wagen wurden vom Laub­frosch bis zum heutigen P 4 gebaut. In den letzten Jahren konnte auch die Autoausfuhr wesentlich gestei­gert werden. Heute beschäftigt das Werk Adam Opels mehr als 21 000 Arbeitskräfte und stellt täglich im Durchschnitt mehr als 450 Kraftwagen her. Der D a i m l e r - B e n z - A G. ist es im Jahre 1936 ge­lungen, mit einer Umsatzsteigerung von rund dreißig vom Hundert umsatzmäßig den ersten Platz in der deutschen Auto- und Motorindustrie zu erringen. Diesen Erfolg verdankt sie großenteils dem starken Vordringen im privaten Jnlandgeschäft und der nochmaligen Ausweitung des Behördengeschäfts. Insgesamt wurde ein Umsatz von 295 Millionen Mark erzielt. Dabei hat Daimler-Benz auch die Ausfuhr wieder gut vorwärtsbringen können. Die diesjährige Automobil- und Motorenausstellung hat wesentlich dazu beigeiragen, die Arbeit an der Wei­terentwicklung des Kraftwagens und Motors vor aller Welt zu zeigen und an den guten Umsätzen, die sowohl auf der Breslauer Süd-Ostmesse als auch auf der Posener Messe von der deutschen Automobil­wirtschaft erzielt wurden, dürfte auch Daimler-Benz beteiligt sein.

Die R u n d f u n k w i r t s ch a f t ist einer der be­deutendsten Wirtschaftszweige überhaupt. Die Zahl der Rundfunkhörer und damit der Absatz an Rund­funkgeräten ist in beständigem Steigen begriffen. Um aber einer Ueberalterung der Rundfunkgeräte vorzubeugen, die durch die gute Qualität der deut­schen Rundfunkgeräte durchaus gegeben ist, hat sich die Rundfunkwirtschaft im Einvernehmen mit der Reichsrundfunkkammer wie im vorigen Jahre ent­schlossen, eine sogenannte Umtauschaktion für alte Rundfunkgeräte in die Wege zu leiten. In der offiziellen Verlautbarung hierzu heißt es, daß in der Zeit vom 3. Mai bis 15. Juli einschließlich gebrauchte Empfangsgeräte und Lautsprecher in den Rundfunkgeschäften gegen ein neues Gerät umgc- tauscht werden können. Bei den umzutauschenden Geräten ist es gleichgültig, aus welchem Baujahr sie stammen oder ob die Herstellerfirmen noch be­stehen oder nicht. Gegen Rückgabe des alten Gerätes oder Lautsprechers kann ein neuer Empfänger oder Lautsprecher zu e i n e m u m 1 5 v. H. v e r b i l l i g - t e n Preis, auch gegen Teilzahlung, bezogen wer­den. Ueber alle weiteren Einzelheiten gibt jeder Rundfunkhändler, bei dem auch die Liste der zum Umtausch freigegebenen neuen Gerätetypen ausliegt, genaueste Auskunft. Es besteht kein Zweifel, daß die Rundfunkhörerschaft von diesem Angebot weitgehend Gebrauch machen wird, so daß die deutsche Rund­funkindustrie einen neuen Auftrieb erhalten dürfte.

Vom 5. April bis 7. Mai tagte in London unter Vorsitz von Ramsay MacDonäld die Interna­tionale Zuckerkonferenz, die zunächst nur bekanntgab, daß das Abkommen unterzeichnet sei, aber Einzelheiten würden nicht veröffentlicht. Trotzdem ist nachträglich die Festsetzung der Aus­fuhrquoten für den freien Markt be­kanntgegeben worden. Sie belaufen sich auf 3 622 500 Metertonnen Davon erhält Kuba mit 940 000 Metertonnen den Hauptanteil, Holland mit Java zusammen geht noch darüber hinaus, und Deutschland darf 120000 Metertonnen ausfllhren. Das Kernstück der neuen Weltzuckerwirt­schaft bildet derfreie Markt", der praktisch durch eine laufende internationale Ueberwachung der Weltzuckerwirtschaft verwirklicht wird. Die Haupt e i n fu h r länder für Zucker sind Groß­

britannien, die Vereinigten Staaten und China. Die Konvention bestimmt Produktionsbindungen zu­nächst für die Hauptverbraucher, dann enthält sie eine preispolitische Empfehlung, nach der die Mit­glieder der Zuckerkonferenz aufgefordert werden, zu verhindern, daß eine Steigerung des Zucker­preises entweder zu einer Mehrerzeugung oder zu einem Verbrauchsrückgang führt, und schließlich wurde unter Anerkennung der Tendenz der Groß­raumwirtschaft ein neues Gleichgewicht am Welt­markt gesichert und der Ferne Osten als Gefahren­quelle möglichst ausgeschaltet, d. h. China als Ver­braucherland wurde in engere Verbindung zum Haupterzeugerland Java gebracht. Die Weltzucker­wirtschaft kann jetzt gegen weitere Störungen als gesichert gelten.

Nachklänge zur Krönungsfeier

GrotzerErnpfang auf der derttschenBotschaft.

London, 14. Mai. (DNB. Funkspruch.) Anläß­lich der Anwesenheit der deutschen Abordnung zu den englischen Krönungsfeierlichkeiten hatten der deutsche Botschafter und Frau v. Ribbentrop am Donnerstagabend zu einem Empfang in der deutschen Botschaft geladen. Als Ver­treter des Königs von England konnte der Botschaf­ter sowie der Reichskriegsminister Generalfeldmar­schall von Blomberg den Herzog von Kent und dessen Gemahlin begrüßen. Mit ihnen waren f a st alle Abordnungen der bei der Krönung vertretenen mehr als 60 Nationen, der englischen

Kronländer und Kolonien, zahlreiche Mitglieder des englischen Kabinetts und führende englische Poli­tiker sowie fast das gesamte Diplomatische Korps und namhafte Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben der englischen Hauptstadt erschienen. U. a. Prinz und Prinzessin T s ch i t s ch i b u von Japan, Kronprinz Paul von Griechenland, der Graf von Flandern, Prinz Kyrill von Bulgarien, der Kron­prinz von Saudi-Arabien, der französische Außen­minister Selbes, der französische Generalstabs- chef G a m e l i n , der polnische Außenminister Beck, der türkische Ministerpräsident General I n a n ü , der tschechosloawische Ministerpräsident H odza, der ungarische Außenminister v. K a n y a und der kana­dische Premierminister Mackenzie King.

Von den Mitgliedern des englischen Kabinetts und führenden englischen Politikern sah man u. a. den Schatzkanzler Neville Chamberlain, den Außenminister Eden, den Lordsiegelbewahrer Halifax, den Kriegsminister Duff-Cooper, den Unterstaatssekretär im Foreign Office Sir Ro­bert Vanfittart, den Ersten Seelord Chat­fi e l d, Lord Londonderry, Lord Derby, den Bischof von London, den Lordmayor, den Herzog und die Herzogin von Marlborough, Lord Rothermere, den Herzog von Suther­land, den Reichsgeneralstabschef Sir Cyril De- v e r e l l, den Luftmarschall Lord Ellington, Lord Allen of Hurtwood, Sir Geoffrey Daw - s o n von derTimes".

Von deutscher Seite nahmen an dem Empfang u. a. teil: Reichsleiter Bouhler, der Adjutant des Führers, Hauptmann a. D. Wiedemann, der persönliche Adjutant des Ministerpräsidenten Göring, Oberst Vodenschatz, der persönliche Adjutant des Stellvertreters des Führers, Leit­gen, der persönliche Adjutant des Reichspropa­gandaministers Dr. Goebbels, Ministerialdirektor Hanke, der Adjutant des Stabschefs Lutze, Grup­penführer Reimann. Den künstlerischen Höhe­punkt des Abends bildete ein erlesenes musikalisches Programm, an dem die Kammersängerin Frida Leider und Margarete Klose sowie der Kammersänger Rudolf Bockelmann, sämtlich von der Berliner Staatsopfer, mitwirkten. Sie san­gen, feinsinnig begleitet von Professor Michael R a u ch e i s e n , Lieder von Wagner, Schubert, Schumann, Brahms, Gluck und Wolf.

Großer Erfolg derAheingold^-Auffühmng.

In der Covent Garden Oper wurde am Donners­tagabend im Rahmen des Krönungsprogramms WagnersR h e i n g o l d" aufgeführt, dem in den nächsten Tagen die weiteren Opern des Ring- Zyklus folgen werden. Die Aufführung unter der musikalischen Leitung von Wilhelm Furt­wängler gestaltete sich zu einem großen Erfolg, an dem auch die führenden deutschen Sänger Ru­dolf Bockelmann (Wotan), Paul Schäffler (Don­ner), Fritz Wolff (Loge), Fuchs (Alberich), Erich Zimmermann (Mime), Ludwig Weber (Fasolt) und Margarete Klose (Fricka) einen starken Anteil hatten. Die Zuhörer zeigten ihre Begeisterung durch stürmische Beifallskundgebungen. Die Morgenblätter äußern sich mit größter Anerkennung zu der Auf­führung.Daily Telegraph" schreibt, daß die Oper wundervoll und ohne irgendeinen Mangel wieder- gegeben worden sei. DieTimes" spricht von einer idealen Aufführung.

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Nachdem der König den Reichsapfel, den Krönungsring, das Zepter mit dem Kreuz und das Zepter mit der Taube erhalten hatte, nahm der Erzbischof von rrinterburn die Edwards-Krone vom Altar und fetzte sie dem König aufs Haupc. (Asfoeiated-Preß-M.)

Deulsch-ilalienische Zusammenarbeit an der Befriedung Europas

Außenpolitische Neve Graf Cianos.-Die Achse Nom-Berlin.-Spanien.-Der Westpatt. Italien und der Islam.

Rom, 13. Mai. (DNB.) Außenminister Graf Galeazzo C i a n o hat in der Kammer zu den außenpolitischen Hauptproblemen Stellung genom­men. Ausgehend von der Gefahr, daß sich Europa in zwei entgegengesetzte Lager spalten könnte, unter- trich der Minister die Tatsache, daß Mussolini seit der Uebernahme der Leitung der Außenpolitik im­mer hartnäckig das Ziel im Auge hatte, zu ver­meiden, daß Europa sich in zwei feindliche La­ger teilt und daß der Graben zwischen den Groß­mächten, den der Vertrag von Versailles schon tief genug gezogen hatte, unüberwindbar wird. 15 Jahre lang hat Italien versucht, eine Politik des Ausgleiches und der Zusammenarbeit zwischen jenen Ländern zu erleichtern, die der Krieg getrennt hatte, und hat zu diesem Zweck Europa wiederholt auf die Notwendigkeit hingewiesen, den materiellen und moralischen Bedürfnissen Deutsch- l a n d s entgegenzukommen, das im Rahmen des europäischen Wiederaufbauwerkes den ihm ge­bührenden Platz wie der einnehmen mußte. Man konnte vom deutschen Volk keine auf­richtige Mitarbeit erwarten, solange es unter der Last der Reparationen zerdrückt und in seiner Tä­tigkeit als souveräner Staat beschnitten blieb. Nie­mand kann in unserer Politik die Absicht sehen, gefährliche und bedrohliche Spaltungen herovrzu- rufen. Bei mehr als einer Gelegenheit hat die Po­litik Italiens und Deutschlands auf zwei parallelen Linien sich entfaltet. Besonders deutlich in bezug auf den Westpakt, in der Frage der Sicherheit Bel­giens, in der österreichischen und in der Donau­politik, ferner in der antibolschewistischen Stellung­nahme, in den spanischen Angelegenheiten und be­sonders in der Nichteinmischungsfrage, in bezug auf die territoriale Integrität Spaniens und auf die Anerkennung der nationalen Regierung des Ge­nerals Franco.

Wir haben feinen Block gebildet. Das politische System, das von Rom nach Berlin geht, ist eine Achse und nicht eine Scheidewand. Die Praxis hat bewiesen, daß die parallele Politik der beiden großen autoritären Staaten Europas einen höchst nützlichen Sicherheits- und Friedens- f a k t o r darstellt, einen Ausgangspunkt, auf den sich alle Kräfte, die die von der bolfche- wiftifchen Gefahr bedrohte Kultur retten und eine wirksame und dauerhafte Aufbauarbeit leisten wollen, In natürlicher Entwicklung ein- stellen werden ober bereits eingestellt haben.

Die italienisch-deutsche Freundschaft hat die sozia­len Schichten der beiden Länder bereits tief durch­drungen. Sie wird auch auf wirtschaftlichem Gebiet überall da, wo die beiden großen Natio­nen ihr wachsames internationales Verantwortungs­gefühl beweisen können, durchgeführt werden.

Bei der letzten Zusammenkunft in Venedig hat Italien seine Freundschaftspolitik gegenüber

Oesterreich befestigt, das seinerseits die Proto­kolle von Rom und die deutsch-österreichische Ver­einbarung vom 11. Juli 1936 als unabänderliche Hauptgrundlage seiner internationalen Tätigkeit beibehält. Mithin hat sich in der Freundschaft zwi­schen uns und Oesterreich nichts geändert. Wer diese Freundschaft in antideutscher Funktion sehen wollte, mag diese Hoffnung fahren lassen.

Dem Faschismus liegt die Politik derExtra­touren" nicht. Wenn wir vor der Wahl einer Straße mit viel Umsicht und bedenklicher Ueberlegung vorzugehen pflegen, fo lassen wir uns, wenn die Entscheidung gefallen ist, nicht leicht vom Wege abbringen. Die Freundschaft mit Ungarn schlägt mit der Zeit und mit dem Gange der Er­eignisse immer tiefer und stärker Wurzeln in den Herzen der beiden Völker, und in wenigen Tagen wird die ungarische Hauptstadt dem König und Kaiser begeistert zujubeln können.

Nach einer kurzen Aufzählung der Gründe, die Italien zur formellen Anerkennung der Re­gierung des Generals Franco veranlaßt haben, erklärte Graf Ciano es für seine Pflicht, auf die schweren Gefahren hinzuweisen, die von den periodisch wiederkehrenden Angriffen einer gewissen internationalen Presse, die gegenüber dem faschistischen Italien sich dauernd nur von einem Gefühl des Verärgert­seins, des Hasses und von der Lüge leiten läßt, ausgehen. Wenn die jüngsten Wechselfälle einmal von der objektiven Geschichtsschreibung und nicht aus dem engen Gesichtswinkel einiger Zeitungen ausgezeichnet werden, dann wird man in endgül­tiger Form dokumentiert erhalten, daß die Lei­stungen des italienischen Freiwilli­gen in Spanien im Kampfe gegen die rote Tyrannei überall ganz auf der Höhe seines traditionellen Heldenmutes gewesen sind."

Aebergehend zur Frage eines neuen ID e ff - Paktes erklärte Graf Ciano die Bereit­schaft Italiens,den Pakt zu er­neuern und die alten Garantieverpflichtun­gen zu übernehmen, vorausgesetzt, daß b i e ursprüngliche, richtunggebende Struktur eine wesentliche Aenberung nicht erfährt. Das ist ber praktische Vorschlag, ben wir ben Mächten gemacht haben: Anstatt sich in doktrinären und vielleicht uferlosen Aus- einandersehungen über die Struktur neuer Sicherheitspakte zu verlieren, den alten Vertrag aufzunehmen, der sich be­währt hat, und ihn so zu modernisieren, daß er den Verhältnissen, die seit 1925 entstanden sind, entspricht. Das erste Ziel müsse darin lie­gen, ein Sicherheitssystem für Westeuropa wie­deraufzurichten, das einen bestimmten Zweck und einen klar umriffenen Charakter haben

müsse, um dauerhaft zu fein.3n dieser Rich­tung werden wir Weiterarbeiten. Wir erklären jedoch, daß wir der Einberufung einer Konferenz solange nicht zustimmen wer­den, als nicht sorgfältig durchgeführte Vor­arbeiten die unbedingte Gewähr für posi­tive Resultate derselben geben.

Der Minister bezeichnete das i t a l i e n i s ch - s ü b - slawische Abkommen als einen neuen Be­weis für ben Anteil, ben Italien am Werke bes Wiederaufbaues nehme. Er erinnerte an feinen Be- juef) in Albanien, an bie Klärung, die in ben Beziehungen mit ber Türkei ftattgefunben habe, unb an die Herzlichkeit ber mit Griechenlanb, Rumänien unb Bulgarien bestehenben Be- Ziehungen.

r der arabischen mohammebani- Ichen Welt unterhalte Italien bie besten unb freunbschastlichsten Beziehungen, was auf einer natürlichen Notwenbigkeit beruhe, ba bie arabischen x ^Ler-t$u Ler Entwicklung bes Mittelmeerlebens durch ihre fruchtbare unb intensive Tätigkeit bei­trugen.In unserer Jslampolitik braucht man nicht Elemente einer brvhenben Störung unb Untergrabung ber Stellung anderer Staaten zu suchen. Denjenigen aber, die behaupten, baß biefe

öer Beziehungen mit ben Arabern emen Mangel an internationaler Solibarität be­deuten, kann man leicht antworten, baß einige obenbländische Mächte einen ganz an bereit Mangel an internationaler Soliba- rität bewiesen haben, als sie sich zur Vertei­digung eines Sklavenhänblerregi- mesgegen bie Kultur Roms zusammen- schlossen.

Das Echo in Paris.

Paris, 14. Mai. (DNB. Funkspruch.)Matin" kennzeichnet bie Rebe bes Grafen Ciano als ge­mäßigt, ruhig unb ausgereift, sowie als neue Be­teuerung bes aufrichtigen Friebenswillens ber römischen Regierung.Petit Parisien" schreibt, durch bie Bemerkung, baß bie beutsch-italienische Annäherung keiner Staatenblockdilbung gleichkomme, habe Graf Ciano Englanb unb Frankreich über ben Zweck ber heutigen beutsch-italienischen Füh­lungnahmen beruhigen wollen. Die Rebe zeigte ben offenfunbigen italienischen Wunsch, aus ber k ü h- len Atmosphäre herauszukommen, bie bie französisch-italienischen Beziehungen in ben letz­ten Monaten gekennzeichnet habe Insofern könne bie Rebe mit Genugtuung unb Sympathie aufge­nommen werben. DasJournal" bemerkt, Graf Ciano habe sorgfältig alles vermieden, was bie Mißverstänbnisse mit Lonbon unb Paris verschär- fen könnte. Man könne einen Wunsch nach Rückkehr zu ben guten Beziehungen von 1935 herauslesen.