Ausgabe 
14.5.1937
 
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llr.UO Erster Blatt

187. Zahrgang

5rettag.14.Mai 1957

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Oie Aufgabe der NG.-Giudeuieukampfhilfe.

Reichsstudeniensührer Scheel spricht in München: Oie alten studentischen Ideale sind heute Bekenntnis der ganzen Nation.

München, 13. Mai. (DNB.) Im Kongreßsaal des Deutschen Museums veranstalteten der N S D. - Studentenbund und die NS. -Studen- tenkampshilfe eine Kundgebung. Reichsstuden- tensührer Scheel erklärte, der wesentlichste Zweck der Kundgebung sei, die Stellung oon Partei und Staat zur studentischen Erziehung klarzustellen, um so den Weg zur Mitarbeit aufzuzeigen. Dabei müsse festgestellt werden, daß die Korporationen zu ihrem Teil an der Erhaltung des deuftchen Vol­kes wertvoll st e Mitarbeit gelei st e t hät­ten. Im nationalsozialistischen Reich aber seien d i e alten Formen zu eng geworden.Wenn wir aber erkennen, daß das Alte zu eng geworden ist und das neue Leben, das der Nationalsozialis­mus heraufführt, auch neue Formen braucht, so wollen wir heute feierlich erklären: Die alten For­men mußten weichen, aber die alten Ideale, die über ein Jahrhundert lang als feierliches Be­kenntnis im deutschen Studententum lebten, die IdealeEhre, Freiheit, Vaterland" Einigkeit, Recht und Freiheit" sie sind heute nicht mehr Ideale einzelner kleiner Ge­meinschaften, sondern durch die Kraft und die Er­ziehungsarbeit des Nationalsozialismus Bekennt­nis des ganzen deutschen Volkes gewor­den.

Wir achten und ehren das Streben des deutschen Studententumes nach einem einigen Deutschen Reich. Wir achten und ehren die Kämpfer der Freiheits­kriege. Wir achten und ehren die Barrikadenstürmer von 1848, und wir achten und ehren euch, ihr Lange- marck-Studenten und Freikorps-Kämpfer und be­kennen uns zu all denen und fühlen uns mit ihnen verbunden, die in den dunkelsten Zeiten der deut­schen Geschichte als deutsche Studenten nie den Mut verloren haben, sondern sich selbst unermüdlich und beharrlich im Glauben an die deutsche Zukunft der großen Idee des Vaterlandes und des Reiches in ihrem Handeln und Tun verpflichtet haben. Heute ist euer Wollen und Streben verwirklicht. Mögen die alten Formen vergehen, die Ideale sind geblie­ben, denn sie entsprechen unserer völkischen Art.

Es gilt nicht, die Bünde und Verbände zu zerschlagen, sondern sie einzuschmelzen in den Schmelztiegel der deutschen Volksgemeinschaft. Das aber ist kein deutscher Mann, der heute sich persönlich von den vergangenen Auseinandersetzun­gen getroffen fühlt und daher meint, untätig und grollend beiseitestehen zu dürfen. Wer immer die Liebe zum deutschen Volk und zu seiner Ehre zum Leitstern seines Handels gemacht hat, wird nie­mals feine Mitarbeit an den Aufgaben des deut­schen Studententumes von persönlichen Gesichts­punkten abhängig machen können.

Die junge Generation des deutschen Stu- dentums fordere nun von den Alten Herren, daß sie sich mit in die Front e i n r e i h e n. Es komme dabei keineswegs nur auf die finan­zielle Unter st ützung der Altakademiker an, sondern man erstrebe die idelle lebendige Verbindung zwischen den jungen Kamerad­schaften und den Alten Herren und damit ihre Be­teiligung an den Aufgaben, die dem deutschen Stu­dententum heute gestellt sind. Die bisher von den ein­zelnen Verbänden betreuten Arbeitsgebiete würden von der Studentenkampfhilfe über­nommen und insbesondere die Volkstums­und Grenzlandarbeit in vertiefter Weise weitergeführt. Nach den Grundsätzen der Partei sei es nicht möglich, geschlossene Alte-Herrenmannschaf- ten aufzunehmen, sondern die Bewegung erwarte von jedem einzelnen ein Bekenntnis zur Idee. Die Bewegung mit ihren Gliederungen be­grüße den Einbau der Alten Herren in die Gesamt­ausgaben des studentischen Lebens. Die junge stu­dentische Mannschaft, vereinigt mit den Kräften des deutschen Hochschul- und Studentenlebens, die nicht in der Freundschaft und Geselligkeit allein die verpflichtende Grundlage ihres Studententumes er­blicken, habe den Weg gefunden, auf dem sie mar­schieren werde. Das Ziel aber fti eine national­sozialistische Hoch- und Fachschule und eine nationalsozialistische Wissenschaft im Dienste der Nation.

Zum Schluß verlas der Relchsstudenlenführer unter lebhafter Zustimmung der Studenten und Altherren einen Erlaß des Stellvertre­ters des Führers vom 13.Ulai, nachdem die NS.-Studentenkampfhilfe die Aufgaben der bisher bestehenden Zusammenschlüsse und Ver­einigungen an den deutschen hoch- und Fach­schulen übernimmt und sprach im Kamen der gesamten deutschen Studentenschaft dem Stell­vertreter des Führers den Dank für diese und die anderen in der Verordnung getroffenen Entscheidungen aus. Die gesamte deutsche Stu­dentenschaft. getragen von dem Bewußtsein einer stolzen Tradition studentischen Kampfes um ihre Freiheit und ihr Vaterland, gelobten dem Führer und der nationalsozialistifchen Be­wegung. daß sie immer unter den ersten zu fin­den sei. wenn es gelte, für die Grundlagen des heutigen Reiches, für die Ehre und Größe des deutschen Ansehens und der deutschen Wissen­schaft einzutreten.

Glückwünsche an den Relchsstudeittensijhrer.

Reichsstudentenführer Pg. Dr. Scheel erhielt fol­gende Grußtelegramme führender Männer von Par­tei und Staat:

Hühnlein, Korpssührer des NSKK.: Ich be­glückwünsche Sie zu der nunmehr im nationalsozia­listischen Geist und auf der Grundlage guter studen­tischer Tradition vollzogenen Einigung des deutschen Studententumes und der Alt-Herrenschaft. Das NSKK. wird auch weiterhin Ihre Bestrebungen unterstützen.

Himmler, Reichsführer SS., ftüherer Alter Herr der Burschenschaft Apollo: Zu der Großkund­gebung des NSD.-Studentenbundes und der NS.- Studentenkampfhilfe übersende ich meine aufrich­tigsten Grüße und wünsche, diese Kundgebung möge ein Zeugnis des äußeren und inneren Zusammen­wachsens des alten und neuen Studententums sein.

Dr. Lammers, Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei: Den auf der heutigen Kundgebung der Nationalsozialistischen Studentenkampfhilfe ver­sammelten alten und jungen Studenten entbiete ich meine kameradschaftlichen Grüße. Möge nunmehr das große Eintgungs- und Befrie­dungswerk gelingen, dem gegenseitigen Verstehen und freudiger Mitarbeit die wertvollen, einsatzbereiten und im Nationalsozialismus verwur­zelten Kräfte in den Alt-Herrenschaften der alten waffenstudentischen Korporationen mit der im NSD.-Studentenbund geeinten neuen studentischen Jugend zu gemeinsamer Arbeit für das deutsche Volk und das Dritte Reich zu verschmelzen. In diesem Sinne wünsche ich der Kundgebung vollen Erfolg.

Dr. Robert Ley: Zu Ihrer der Einigung dienen­den Kundgebung sende ich Ihnen meine Grüße und die besten Wünsche zum Erfolg im Sinne national­sozialistischer Gedankengebung

Bo uhler, Chef der Kanzlei des Führers: Ich danke Ihnen für Ihre Einladung zur Teilnahme an der Kundgebung des deutschen Studententumes. Die Teilnahme an den Krönungsfeierlichkeiten in London verhindert meine Anwesenheit. Ich wünsche Ihnen und Ihren Kameraden bei der Durchfüh­rung Ihrer Arbeiten für die Bewegung und für Sie persönlich einen vollen Erfolg.

Sitzung des Altakademiker-Ausschusses

Anläßlich der Kundgebung der NSD.-Studenten- kampfhilfe fand eine Sitzung des Altakade­miker-Ausschusses der Reichsstudentenfüh­rung statt. Nach der Eröffnung durch den Amts­leiter der Reichsstudentenführung Dr. Dörfler sprach der Leiter des Ehrenausschusses, Pg. Trumpf, über die neue studentische Ehren- und Zweikampfordnung. Der Beauftragte für Ver­fassungsfragen und Studentenrecht, Dr. Sand- b e r g e r , erläuterte die neue studentische Diszipli­narordnung, die in Kürze in Kraft gesetzt wird. Anschließend berichtete Reichsstudentenführer Dr. Scheel über seine erfolgreichen Verhandlungen mit den Führern der Altherrenoerbände der ehe­maligen Korporationen, die hoffen lassen, daß sehr bald alle ehemaligen Korporationsstudenten wieder die Verbindung zur jungen studentischen Mannschaft bekommen werden. Sämtliche Mitglieder des Aus­schusses, der zum größten Teil aus ehemaligen Korporationsstudenten besteht, die heute rückbaltlos hinter dem Führer stehen, zeigten sich sehr r freut über die bisher von der Studentenkampfhilse ge­leistete Arbeit.

Oer Krönungszug in der Westminster-Abtei.

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Der feierliche Zug des Königs nach der Krönung durch die Westminsterabtei in die St.-Edwards-Kapelle. Der König (im Vordergrund) trug die Staatskrone, den Reichsapfel in der Linken und das Zepter in der Rechten. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Wie sieht es in der Wirtschaft aus.

Die Länder der großen Kapitalien, England und Frankreich, haben in der letzten Zeit mit ihren Staatsanleihen ausgesprochenes Pech. Die innerpolitischen Verhältnisse in Frankreich mögen dafür die Ursache sein, daß der Sparer mit einem Gelde zurückhält, und die großen Schwierig­keiten bei der Unterbringung der letzten französischen Anleihe haben sogar die Regierung Blum davon abgeschreckt, das Experiment zu wiederholen. Aber auch London ist heute sehr zugeknöpft. Nach allem, was verlautet, ist höchstens ein Drittel der ersten Tranche der englischen Rüstungsanleihe von privater Seite gezeichnet worden. Es mag fein, daß die Königskrönung und deren psychologische Folgen die Zeichnungen in der City beschleunigt, auf jeden Fall kommt aber sogar der englischen Regierung diese Zurückhaltung der kapitalkräftigen Kreise voll­kommen Überraschend. In Deutschland haben wir dagegen in ganz kurzer Zeit wieder an den Geldmarkt herantreten können, damit er neue Reichsanleihe zeichne. Die zweite Reichsan­leihe in diesem Jahr wurde ab Donnerstag gezeich­net, sie beträgt wieder 600 Millionen Mark, von denen 100 Millionen bereits gezeichnet wurden. Die Bedingungen dieser Emission sind unverändert ge­blieben, nur die Laufzeit dieses Papieres geht bis zu 15 Jahren, sie nähert sich also den l a n g fri­st i g e n Anleihen. Da der Geldmarkt außerordent­lich flüssig ist und der deutsche Staatskredit nach und nach das überflüssige Geld abschöpft und nicht plötzlich mit großen Forderungen an die kapitalkräftigen Kreise herantritt, da ferner im Ver­lauf des zweiten Vierjahresplanes die Wirtschaft blüht und immer mehr die staatliche Initiative sich auch privat auswirkt, so daß wir z. B. neue Werk­stoffe schaffen konnten, bedeutet die Zeichnung dieser Anleihe eine sehr günstige Kapitalanlage, da das Papier beleihungsfahig und mündelsicher ist. Wie prompt der binnendeutsche Kapitalmarkt arbeitet, geht aus einer Kleinigkeit hervor: Die letzte Reichs­anleihe wurde im März aufgelegt; ihre Einzahlungs­fristen laufen zur Zeit noch; aber tatsächlich ist die Einzahlung (vielleicht bis auf einige wenige Klein­zeichner) schon längst beendigt, weil jeder Zeichner den natürlichen Wunsch hatte, sein Geld zu der höheren Verzinsung der Reichsanleihe anzulegen, als es zu billigerem Zinssatz bei den Geldinstituten stehen zu lassen. Wir verzeichnen noch, daß trotz irer 'Auflegung der neuen Anleihe die Standard­papiere des deutschen Rentenmarktes weiter ansteigen. Kommunal - Umschuldungsanleihe und Reichs-Altbesitzanleihe haben gerade in diesen Tagen neue Rekordkurse erzielt, so daß also keine Ver­käufe alten Rentenbesitzes erfolgt sind, um Reichs­anleihe zeichnen zu können.

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Verschiedentlich konnten wir schon in unseren Wochenübersichten darauf Hinweisen, welch zuver­lässiges Barometer des Wirtschaftsaufstieges die monatlichen Ausweise der Sparkassen über d i e Spareinlagen darstellen. Der Mensch fängt gemeinhin erst dann mit Sparen an, wenn er seine sonstigen Lebensbedürfnisse voll befriedigt hat. In Zeiten der Not und der Krise reichen die durch­schnittlichen Bezüge des arbeitenden Volkes hierzu aber nicht aus. Ein einleuchtendes Beispiel für diese Vorgänge bildet der soeben herausgekommene Aus­weis der Spareinlagen für den März 19 3 7. Insgesamt haben sich die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen im März um 81,2 Millionen auf 14,838 Mill. RM. erhöht. Von dem Einlagen­zuwachs entfallen 33 Mill. RM. auf den Einzah­lungsüberschuß, 35 Mill. RM. auf Zinsgutschriften und 13,1 Mill. RM. auf sonstige Buchungsvor­gänge. Der Einzahlungsüberschuß von 33 Mill. RM. berechnet sich aus Einzahlungen in Höhe von 462 Mill. RM. und Auszahlungen im Be­trage von 429 Mill. RM. Im Vergleich zum Vor­monat find die Einzahlungen um 0,1 Mill. RM. und die Auszahlungen um 72,4 Mill. RM. g e» stiegen. Saisonmäßig konnte man nicht nur mit einer Zunahme der Auszahlungen, sondern auch mit einem Rückgang der Einzahlungen rechnen. Diese Entwicklung ist bedingt durch die Früh­jahrsanschaffungen aller Bevölkerungs­kreise und durch den zusätzlichen Geldbedarf der Landwirtschaft anläßlich der Frühjahrsbestellung. Im März d.J. hätte diese Entwicklung eigentlich verschärft in Erscheinung treten müssen, da im Gegensatz zu den beiden Vorjahren das Osterfest, das stets besondere Ausgaben mit sich bringt, in den Berichtsmonat fiel und überdies die Spartätigkeit durch die Auflegung der neuen Reichs­anleihe in gewissem Maße oon den Sparkassen auf den Wertpapiermarkt abgedrängt wurde. Wenn dennoch die Auszahlungen von Spareinlagen nur wenig über den saisonmäßigen Rahmen hinaus ge­stiegen und die Einzahlungen fast unverändert ge­blieben sind, so kann man daraus zweifellos er« kennen, daß sich die Spartätigkeit wieder auf einem höheren Stande bewegt als im Vor­jahr.

Aus den großen Geschäftsberichten dieser Woche fallen einige besonders ins Gewicht. Das Jahr 1936 war für die Reichsbahn das zwölfte und letzte Geschäftsjahr unter der Geltung des mit inter­nationalen Bindungen ausgestatteten Reichsbahn­gesetzes. Durch die Erklärung des Führers vom 30. Januar 1937 und durch das Gesetz vom 10. Fe­bruar 1937 ist sie wieder restlos unter die unbe­schränkte Hoheit der Reichsregierung zurückgekehrt. Der Start, den sie als freie Reichsbahn in das neue Geschäftsjahr nimmt, ist glücklich, weist sie doch für das Jahr 1936 einen Betriebsüberschuß aus, der ausreicht, um die Ausgaben der Ertragsrech­nung einschließlich der notwendigen Rücklagen und Abschreibungen zu decken. Damit ist die Ertrags-