Ausgabe 
14.4.1937
 
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Englische Kritik am Völkerbund.

Sie Gefährlichkeit automatischer Militärsanktionen gegen einenAngreifer".

der Kopenhagener erhielt zu seinem 30. Geburstag, der auf diesen Kampfabend fiel, einen großen Blumenstrauß und teilte ihn sofort mit dem Deut­schen. Der deutsche Olympiameister war großzügig genug, sich mit einer Art Vorführung zu begnügen und nach «iner für den Dänen schlimmen ersten Runde den Kampf ganz leicht undungefährlich" zu gestalten. Diese Fairneß wurde ihm übel ver­golten: die drei dänischen Punktrichter bekamen es tatsächlich fertig, den ganz überlegenen Sieger Runge zum Verlierer zu erklären eine Entscheidung, die beim Publikum und in der Presse gewaltige Empörung heroorrief.

Für diejenigen, die möglicherweise dem Boxsport immer noch nicht die viel gerühmten erzieherischen Eigenschaften zuerkennen wollen, wäre die An­wesenheit bei der anschließenden internen Feier für die deutschen' und dänischen Boxer lehrreich ge­wesen. Obwohl Runge und alle Deutschen im Saal vor Wut und Aerger schäumten" eine Haltung, die jeder aktive Sportsmann gut verstehen wird, erhob sich der junge Elberfelder an der Tafel, be­glückwünschte feinen Gegner zumSieg" und zum Geburtstag und forderte die deutschen Sports­lameraden auf, ein dreifaches Hurra auf den Dänen auszubringen. DiesesHoch" war eine Geste von überwältigendem Eindruck, der Deutsche wurde stürmisch gefeiert, und ein früherer däni­scher Boxmeister pries in feiner Weise den deut­schen Olympiasieger als den großen Boxer und den hervorragenden Sportsmann, als der er sich er­wiesen habe. Solange deutsche Sportsleute solche Niederlagen im Auslande so hinnehmen können, braucht uns um Siege nicht bange zu sein.

London, 14. April. (DNB. Funkspruch.) Die Times" veröffentlicht eine von mehreren bekann­ten Politikern verschiedener Parteien unterzeichnete Zuschrift, in der zur Frage der Reform des Völkerbundes Stellung genommen und hier­bei besonders das Sanktionsproblem berück- ichtigt wird. Die Unterzeichner erklären, die gegen­wärtige internationale Spannung sei zweifellos in der Hauptsache darauf zurückzuführen, daß der Völ­kerbund nicht in der Lage gewesen sei, irgendeines der gegenwärtigen Weltprobleme zu lösen. Er sei unfähig gewesen, die Grenzen, die zugegebener­maßenungesund" seien, abzuändern, denwirt- chaftlichen Nationalismus" zu mildern ober die Rüstungen zu begrenzen. Er sei ebenso unfähig ge­wesen, Deutschland, selbst als dieses noch eine Republik gewesen sei, die Gleichberechti­gung zu gewähren, die sein natürliches Recht sei. Die Forderung, England solle sich nicht nur auf wirtschaftliche, sondern auch auf automa­tische militärische Sanktionen festlegen, anstatt den Völkerbund zu einem Faktor der Ge­rechtigkeit unter den Nationen auszugeftalten, be­deute daher lediglich, die Gefahr einer-Ex­plosion zu vergrößern. Eine solche Politik müsse unvermeidlich die Welt in zwei militä­rische Bündnissysteme aufteilen, von denen das eine den Status quo unterstützen, das an­

dere aber seine Revision fordern würde. Eine Reform des Völkerbundes könne nicht darin be­stehen, ihn in ein internationales Kriegsministerium zu verwandeln. Sie müsse vielmehr darauf abzie­len, zu beweisen, daß der Völkerbund ein wirk­sames Instrument für die Beilegung internationaler Streitigkeiten durch friedliche Mittel und die Beseitigung von Kriegsursachen sei.

DieTimes" schreibt dazu u. a., daß sich die uni­versalen Verpflichtungen der Völkerbundssatzung auf die Annahme gestützt hätten, daß der Völker­bund auch eine universale Mitgliedschaft besitze. Unter den heutigen Umständen würde em unbegrenzter Versuch, die Strafklauseln in Kraft zu fetzen, den Krieg garantieren. Die Maßnahmen gegen einen Angriff könnten nicht für jeden Einzel- faÖ und im voraus feftgelegt werden. Es könne lediglich gesagt werden, daß ein Angriff alle dem Frieden verpflichteten Nationen an­gehe. Genf sei nicht ein Kriegsministerium, sondern ein Außenministerium, das über außer­gewöhnliche Mittel und Möglichkeiten für eine Aus­söhnung verfüge. Ihre Anwendung und Ausschöp­fung werde nicht leicht fein, aber es bestünden gute Gründe, um den Völkerbund als ein Instrument zu behandeln, das durch friedliche Mittel für fried­liche Zwecke eingefetz't werden könne.

Wo steht das deutsche Zugendherbergswerk?

Ein Fahrtenbericht von süddeutschen Jugendherbergen.

i.

Dr. Rudolf Vogel hat für uns an der Jugendherbergsbesichtigungs­fahrt der Reichsjugendführung teilgenom­men und schildert hier feine Eindrücke.

Jugendherbergen darf man im Grunde genom­men nichtbereifen". Man muß sie sich eben so erwandern wie die Berge. Mit dem Auto und allen modernen Bequemlichkeiten, geschützt vor Wind und Wetter, reichlich versehen mit allem, was eine lie­benswürdige und erfahrene Reifeleitung an Be­quemlichkeiten ausdenken kann, das konnte eigent­lich nur Mittel zum Zweck fein, in einem möglichst kurzen Zeitraum, Schriftleitern einen umfassenden Einblick in die Neuschöpfungen des deut- chen Jugendherbergswerkes zu geben. Bei dieser Gelegenheit: die Veranstaltung von Pressefahrten großen Stils ist eine Kunst, eine Be­währungsprobe. Zu bekennen, daß sie in vollem Umfange bestanden wurde, ist eine mehr als ange­nehme Pflicht.

Wenn man in Tübingen, am Walchen - e e, in Berchtesgaden, den drei Hauptpunk­ten unserer Fahrt, leider nur für kurze Stunden das frohe Treiben der Pimpfe, der Mädchen und Jungens beobachten kann, packt einen die Sehn- ucht wieder nach jenen Zeiten, da man selbst mit dem Tornister durch die deutschen Landschaften pilgerte und abends um einen billigen Schlafplatz kämpfte. Was die ältere Generation des Wander­vogels, die hündische Jugend sich mühsam erftritt in tausend kleinen Einzelgefechten mit widerstreben­den Gastwirten und Bauern, das ist heute durch die kraftvolle Energie und den zielbewußten Ein- atz der Hitler-Jugend zu einem Werk des deut- ch e n Volkes geworden, ja geradezu zu einem Symbol des Strebens der deutschen Jugend.

Der Autobus rollt in die Hölderlinstadt Tübingen, durch die engen Gassen an der Universität vorbei, das Neckartal hinunter, vor einen schönen, geräu­migen Bau. Die Terrasse des Hauses umspült der Fluß, den soviel deutsche Dichter befangen. Der Blick geht hinauf zum Hohen-Tübingen, zur Kirche, zu den schönen Villen am Bergeshang, den leicht geschwungenen Brücken über das Wasser, den eben aufbrechenden Knospen der Bäume. Alles das, was unter dem Begriff deutscher Romantik zusammen­gefaßt werden lärm an Eindrücken auf empfängliche Gemüter, wirkt hier auf uns ein, und täglich auf die vielen hundert Jungen und 'Mädchen, die nicht nur als Wandergäste einzeln oder in Gruppen über­nachten, sondern in diesem kombinierten I u - gendheim und Jugendherberge den Mit­telpunkt ihres Lebens sehen.

Und dann die Fahrt bei .lichtem Sonnenschein im Vorfrühling durch die Rauhe Alb mit ihren dunk­len Wäldern, durch das alte Ulm, wo der Ober­bürgermeister die Gäste in der historischendürfti­gen Stube" empfängt, quer durch das Allgäu, bis am Horizont, in den roten Schein der Abendsonne phantastisch eingehüllt, die schneeigen Gipfel der Alpenkette vor uns auftauchen. Dunkle Seen, be­häbige Dörfer. Tausend neue Bauten unterwegs, Moorkolonien im Wachsen, frische Gräben dllrch das Ried, ein einziges Bild eines mächtigen A u f b a u w i l l e n s bis ins letzte Dorf hinein spürbar. Blinkende Fläche des Kochelsees, nächtliche Fahrt die Serpentine der Kesfelbergftraße hinauf über den Paß hinweg zum Walchensee! Die zweite

Station ist erreicht: Jugendherberge Ur­feld am Walchensee.

Sie haben uns an diesem Abend in Urfeld ge­zeigt, wie diese prächtigen Jungens und Mädels in der HI. und im BDM. heimisches Brauchtum pflegen. Es waren die Jungen aus der Bergwerks­stadt Penzberg. Sie fangen und spielten unbeküm­mert mit jener den Oberbayern eigenen Sicherheit und Begabung fürs Theaterspielen. Frisch, freudig und mitreißend. Und wem lachte bas Herz nicht bei den immer neuen Schnaderhüpferln und Schuhplatt­lern?

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Wer wird von den Teilnehmern den ersten Aus­blick bei Sonnenaufgang in den allerersten Morgen­stunden von der Galerie rings um die Stockwerke der Jugendherberge über den stillen See, die weißen Nebelwolken darüber, die dunklen Wälder der Vor­berge und die leuchtenden Schnee- und Eismassive in der unbeschreiblich klaren Lust vergessen? Für Großstadtmenschen, in deren Herz doppelt die Sehn­sucht nach der verlorenen Nähe der Natur wühlt, eine unvergeßliche Stunde der Andacht und der Beglückung. Um wieviel größer der Wunsch, möglichst vielen deutschen Kindern, Mädchen und Jungens, in den empfänglichsten Jahren des Lebens dieses Glück der Stunden tiefster und reinster Freude und Naturverbundenheit zu wünschen. Wir kennen keine Jugendherberge, die sich an Schönheit der Lage, an Unmittelbarkeit der Berührung mit der Natur mit dieser vergleichen ließe, die erst im ver­gangenen Jahr unter schwierigen Umständen erstellt wurde und heute eine Zierde nicht nur des deutschen Jugendherbergswesens, sondern überhaupt Deutsch­lands ist.

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Durch einen lachenden Morgen bei strahlendem Sonnenschein durch das Alpenvorland an den gro­ßen Seen vorbei auf der unvergleichlichen Auto­bahn mit dem steten Blick auf die neuschneebedeck­ten Alpenketten nach Reichenhall und Berchtes­gaden zu brausen, ist in jedem Falle ein Erlebnis, dessen Wucht in den engen Schluchten, die die herr­liche deutsche Alpenstraße zwischen Rosenheim und Berchtesgaden durchläuft, unvergleichlich gesteigert wird.

An der Strub, ein wenig über Berchtesgaden selbst, schaut die neu erbaute Adolf-Hitler- Jugendherberge in Berchtesgaden über die­ses Tal, ohne das sich niemand, der es einmal ge­sehen, Deutschland ferner denken kann. Es ist hier anders als am Walchensee: geräumiger, repräsen­tativer, sozusagen die Visitenkarte des Jugendher­bergswerkes und einer neuen Leitung der Reichs­jugendführung:Seht her. So stellen wir uns im Endziel deutsche Jugendherbergen und -Heime vor". Mustergültig in der Lage und in der Ausstattung, ein Weg ins Neuland. Es ist die unvergleichliche Lage zu Füßen des Watzmann inmitten der grü­nen Ueppigfeit von Wiesen und Wäldern und strö­menden Quellen und Bächen, die diesem Platz seine besondere Bedeutung gibt. Es fährt niemand nach solchen Eindrücken gern wieder die Alpenstraße zurück, die Autobahn nach München in die Groß­stadt, ohne den heißen Wunsch und die Sehnsucht im Herzen: einmal muß du wieder zurück. Einmal werden unsere Kinder all dies erwandern und er­leben, was das neue Deutschland bahnbrechend in der ganzen Welt als unvergleichliches Geschenk seiner Jugend geschaffen hat. (Ein zweiter Bericht folgt.)

KvMeßmMMu-aberohlielMs

In der Hauptstadt Sowjetrußlands soll Ende Juli ein Internationaler Geologen- kongreß stattfinden. Die Preußische Geo­logische L a n d e s a n st a l t, die zur Teilnahme an dieser Tagung aufgefordert worden mar. hat es abgelebt, ihre Vertreter nach Moskau zu schicken. Man braucht über diese selbstverständliche Tatsache eigentlich nicht viel Worte zu verlieren, da aber die Handlungsweise von Einrichtungen des nationalsozialistischen Staates im Ausland nur allzi? gern und allzu oftmißverstanden" wird, sei hier ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Deutsch­land selbstverständlich eine internationale geologische Zusammenarbeit in keiner Weise ablehnt. Die vergangenen vier Jahre seit d/r Machtergrei­fung dürften ja auch in hinreichendem Maße be­wiesen haben, wie sehr dem Nationalsozialismus an einer wissenschaftlichen Aussprache zwischen den Gelehrten und Forschern aller Nationen gelegen ist. Niemals zuvor wurden im Reiche so viele wichtige Kongresse und Tagungen internationaler Art abge­halten, und niemals haben sich die Vertreter deut­scher Wissenschaft geweigert, an internationalen Tref­fen auf fremdem Boden tätig teilzunehmen. Auch an dem Internationalen Geologenkongreß würde die deutsche Wissenschaft teilgenommen haben, wenn er nicht ausgerechnet in der Sowjetrepublik abgehalten würde, jenem Lande, in dem noch kurz zuvor eine Anzahl Angehöriger des Deutschen Reiches unter falschen Beschuldigungen und völlig grundlos von der GPU. eingekerkert wurde. Man kann uns schlechterdings nicht zumuten, diese völkerrechts­widrigen und jedem internationalen Anstand hohn­sprechenden liebergriffe durch die Entsendung einer offiziellen Delegation gewissermaßen noch zu sanktio­nieren. Kein Volk, das etwas auf feine Ehre hält, würde eine solche Verhaltungsweise verstehen. Dies zur Klarstellung für übereifrige Kritiker im Aus­land. Ev.

Erfolge bolschewistischer Propaganda in England.

London, 13. April. (DNB.) Der Dekan von Canterbury, Dr. Johnson, dessen Spanienreife in englischen Regierungskreisen als durchaus uner­wünscht bezeichnet worden war, befindet sich augen­blicklich in Madrid. Er hat es nicht für notwen­dig gefunden, auf seiner Informationsreise durch Spanien auch die durch die nationalen Truppen befreiten Gebiete zu besuchen, in denen gerade auch nach dem Urteil englischer Reisender Ruhe und Ord­nung herrscht und wo er auf Grund unwiderleg­lichen Materials das Wüten des bolschewistischen Untermenschentums hätte studieren können. Statt­dessen hat er sich nach einem kurzen Aufenthalt bei den baskischen Bolschewisten in Durango direkt nach Madrid begeben und über den dortigen bolschewistischen Rundfunksender eine Ansprache gehalten, die eine einzige Lobes­hymne auf die Peiniger öe's spanischen Volkes dar­stellte. Er erklärte, daß er das Programm der Bol­schewisten hinsichtlich der Schulen, der Hospitäler, der Landwirtschaft usw. fürbewunderns­wert" halte und daß die bolschewistische Herrschaft in Spanien die Verwirklichung einer sozialen Ord­nung verspreche,die den Absichten Christis näher komme".

Daily Expreß" weist darauf hin, daß der sog. Internationale Friedensfeldzu g", eine neue Organisation unter der Leitung von Lord Cecil, ein enges Bündnis mit dem Bolschewismus unterhalte. Die Organisation erhalte monatlich 100 Pfund von der Sowjetunion und werde außerdem von der kommunistischen In­ternationale unterstützt, Lord Cecil behauptet je­doch, daß ihm von den kommunistischen Hinter­gründen nichts bekannt sei. Im Vorstand der Or­ganisation seien keine Kommunisten. Der englische Volkerbundsverband, dessen Präsident Lord Cecil ebenfalls ist, wird demnächst in der Londoner Albert-Halle eine Massenversamm­lung abhalten, um deninternationalen Friedens- feldzug" zu propagieren.

Der japanisch-englische Zwischenfall beigelegt.

London, 13. April. (DNB.) Im Unterhaus konnte Außenminister Eden erklären, daß der sog. Keelung-Zwischenfall zwischen Eng­land und Japan b e i g e I e g t sei. Es handelte sich um Mißhandlung britischer Matrosen durch japa­nische Polizeibeamte. Eden erklärte, daß der Gene­ralgouverneur von Formosa den unerfreulichen Zwischenfall bedauert und gleichzeitig Schritte an­gekündigt habe, um eine Wiederholung zu verhin­dern. Der Generalgouverneur habe den beteiligten Polizisten einen Verweis erteilt, weil sie Hand an einen in Untersuchung befindlichen Matrosen gelegt und einerrt britischen Offizier gegenüber eine unan­gebrachte Sprache geführt haben. Der britische Kon­sul habe dem Generalgouverneur versichert, daß er auf die Mitarbeit britischer Behörden bei der Verhinderung ähnlicher Zwischenfälle in Zukunft rechnen könne. Eden schloß, er nehme an, das Haus stimme mit ihm darin überein, daß man mit der Beilegung dieses Vorfalls zufrieden fein könne.

Aegyptens Kapitulationen.

Die beteiligten Mächte zum Verzicht bereit. Das Uebergangsregime.

Montreux, 13. April. (DNB.) Die Kapitula­tionskonferenz hielt eine zweite öffentliche Sitzung ab, in der der englische Delegierte Captain Wal­lace erklärte, die britische Regierung sei seit Jah­ren der Ansicht, daß die Kapitulationen a u f ge­hoben werden müßten. Das Endziel sei ein Zu­stand, in dem die ägyptische Regierung gegenüber den Ausländern auf gesetzgeberischem und gericht­lichem Gebiet die gleiche Handlungsfrei­heit wie die Regierungen anderer Länder genie­ßen. Niemand könne sich jedoch vorstellen, daß so weitgehende Veränderungen sofort einträten. Die natürliche Lösung wäre es, ein Uebergangs- regime einzuschalten. Nach englischer Auffassung sollte dieses von angemessener, wenn auch nicht un­gebührlicher Länge sein.

Der französische Vertreter de T e s s a n erklärte, Frankreich freue sich aufrichtig darüber, Aegypten von den seine Souveränität noch beengenden Schran­ken befreit zu sehen. Man würde aber der Wirklich­keit nicht Rechnung tragen wollen, wenn man nicht sorgfältig den Rahmen umschreibe, in dem die Aus­länder die Aufgabe fortsetzen könnten, die ihnen im Leben Aegyptens zukomme. Dies setze gewisse Ele­mente voraus, die, vollkommen vereinbar mit der vollen Souveränität Aegyptens, den Interessierten die Gewißheit gäben, daß ihre Bemühungen Nicht

vergeblich seien. Solche Elemente seien das Per­sonalstatut, Handel und Schiffahrt, gewisse Bestim­mungen strafrechtlicher und steuerlicher Art, freie Ausübung des Kultus und Statut der Schulen und Krankenhäuser. Schließlich müßten auch die wohl­erworbenen Rechte gewahrt bleiben.

Der Vertreter Italiens, Graf Aldrovandi M a - r e 5 c o 11 i, erklärte, die italienische Regierung ver­stehe die Bestrebungen des ägyptischen Volkes, das stets unter der Führung einer aufgeklärten Dyna­stie und weiser Staatsmänner gestanden habe. Die italienische Kolonie in Aegypten hoffe, daß das neue Regime die geschichtlich begründete Zusammen­arbeit zwischen Italien und Aegypten noch fördern werde.

Nachdem sich noch eine Reihe weiterer Vertreter durchweg zugunsten der ägyptischen Forderun­gen geäußert hatte, nahm die Konferenz eine Anzahl von Vorschlägen zur Geschäftsordnung ohne Aussprache an. Bis auf weiteres wird die Konfe­renz nur Kommifsionsfitzungen abhalten unter dem Vorsitz des Norwegers Hanssons zur Prüfung der Frage der Gerichtsorganisation.

Marxistischer Gewerkschastsierror in Frankreich.

Paris, 14. April. (DNB. Funkspruch.) Auf Veranlassung des Bürgermeisters einer Ortschaft bei Paris ist die streikende Belegschaft eines Jndustriewerkes aufgefordert wor­den, über den von den Marxisten im Werke ange-

2?otbereitungen für den Nationalen Feiertag des Deutschen Volkes Samstag, den 1.2Hai 1937.

Die in den vergangenen Zähren liegen Vorbereitungen und Durchführung zum Nationalen Feiertag des deutschen Volkes in der Hand der Kreisleitungen der NSDAP.

Die Kreisleiter haben ihre Kreispropa­gandaleiter mit den Vorbereitungsarbei­ten beauftragt. Die Kreispropagandaleiter haben zusammengesetzt aus allen in Frage kommenden Stellen einen Ar­beitsausschuß gebildet.

Sondervorbereitungen für den 1.7Nai durch Betriebe oder Organisationen kön­nen nur nach Rücksprache mit den Kreis­propagandaleitern der NSDAP, durch­geführt werden.

Die Stunde der Übertragung der Rede des Führers wird rechtzeitig bekannt­gegeben.

Es sind verschiedentlich Anträge bei mir eingegangen mit der Bitte, am 1. 2Nai Betriebsausflüge nach auswärts machen und die Rede des Führers irgendwo bei einer fremden Ortsgruppe anhören zu können. 3d) bitte dringend darum, ge­meinsame Ausflüge nach auswärts erst nach dem Gemeinschaftsempfang der Führerrede antreten zu wollen, da sonst die Harmonie der gemeinsamen Aufmärsche gestört wird.

Die Einzelprogramme der 36 Kkeise des Gaues Hessen-Nassau werden durch die zuständigen Kreisleitungen der NSDAP, rechtzeitig in der örtlichen Presse bekannt- gegeben.

Gez.: Müller-Scheid Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichs- minifteriums für Volksaufklärung und Propaganda.

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zettelten Streik a b z u st i m m e n. Das Ergebnis war bezeichnend. Don den abgegebenen 172 Sum­men Haden 171 gegen den Streik und nur einer für den Streik gestimmt. Die 600 Mann starke Belegschaft einer.Papierfabrik in Schweig­hausen bei Straßburg ist wegen neuer Lohnforderungen in den Ausstand getreten und hat die rote Fahne auf dem Werkgebäude gehißt. Die Arbeiter der Schlachthöfe von Bordeaux find ebenfalls in den Ausstand getre­ten. In Lori ent streiken die Angestellten und Arbeiter der Städtischen Gaswerke. Sie haben das Werk besetzt und erklären, daß, wenn ihre For­derungen nicht bewilligt würden, die Stadt abends ohne Gas sei.

ReichsorganifallonsieiterDr.Ley znni Dankopfer der Ration.

Berlin, 14. April. (DNB. Funkspruch.) Zur Durchführung des zweiten Dankopfers der Nation, dessen Listen in diesen Tagen von der SA. öffent­lich aufgelegt wurden, hat, wie die NSK. meldet, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley einen Aufruf erlassen. Darin heißt es u. a.: Es ist wie im Vor­jahre der Wille des Führers, daß sein Geburts­tagsgeschenk auch in diesem Jahre wieder zum Ausdruck nationalsozialistischen Ge­meinschafts- und Aufbauwillens wer­den soll. Die Spenden, die jeder Volksgenosse Adolf Hitler zu seinem Geburtstag in die Hand legt, sol­len Bausteine werden, schaffenden deutschen Menschen würdige und schöne Heimstät­te n zu geben und sie mit der Heimaterde zu ver­wurzeln. So wird der Dank der Nation an den Führer zugleich zum vornehmsten und edelsten Aus­druck auch'des Dankes und opferbereiter Kamerad­schaft gegenüber den Männern, die im Kriege Blut und Gesundheit opferten, weiterhin denen gegen­über, die im Kampf um das Dritte Reich in der vordersten Front standen, und schließlich gegenüber den kinderreichen Familien, die mit die wichtigsten Träger deutscher Zukunft sind.

Dr. Ley in Nom.

Mit dem Grotzkrenz des Kronenordens ausgezeichnet.

Rom, 13. April. (DNB.) Reichsleiter Dr. Ley traf am Dienstag, wenige Minuten vor 12 Uhr, auf dem römischen Flughafen Littorio ein. Präsident Gianetti und Vertreter sämtlicher Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände waren zugegen. Nach dem Abschreiten der Ehrenkompanie überreichte eine Ar­beiterabordnung dem Reichsleiter einen Rosen­strauß. Der erste Nachmittag war Besuchen beim Außenminister Grafen Siano, beim Partei­sekretär Starace und beim Korporationsminister ßantini gewidmet. Dr. Ley besichtigte die Waf­fenfabrik Breda. Beim Rundgang wurde Dr. Ley überall unter stürmischen Heil-Rufen auf den Führer, auf den Duce und die deutsch-italieni­sche Freundschaft begrüßt. Dr. Ley ist vom König von Italien das Großkreuz des Kronen­ordens verliehen worden. Parteisekretär Starace gab seiner großen Genugtuung über die Verleihung dieser seltenen Auszeichnung Ausdruck, mit der der Leiter der Deutschen Arbeitsfront und ihre so erfolgreiche Tätigkeit von ganz Italien geehrt werde. Dr. Ley legte an dem Ehrenmal der für die faschistische Revolution Gefallenen einen mit den Farben der Bewegung geschmückten Lorbeerkranz nieder.

Der Heichsbarikpräsident in Brüssel.

Brüssel, 13. April. (DNB.) Reichsbankpräsi­dent Dr. S ch a ch t ist mit einem Sonderflugzeug in Brüssel eingetroffen. Er wurde auf dem Flugplatz von dem deutschen Gesandten Frei­herrn von Richthofen und dem Landesgrup­penleiter der NSDAP, begrüßt. Zu seinem Emp­fang war auch der Gouverneur der Belgischen Na- Uonalbank, Franck, erschienen. König Leo­pold empfing den Reichsbankpräsidenten in Audienz. Im Anschluß daran erstattete der Reichs­bankpräsident dem Gouverneur der Nationalbank, Franck, einen Besuch ab, der den beiden Notenbank-