die mit geschultertem Gewehr im Zuge marschierten. Ihnen folgte Kompanie um Kompanie der britischen Territorialarmee, ferner Abteilungen der erst im letzten Jahre geschaffenen Ergänzungsreserve in blauen Uniformen und Kontingente aller Regimenter der regulären Ar- m e e, unter denen besonders die schneidigen Schotten mit ihren bebänderten Mützen und bunten Röcken hervorstachen. Der militärische Zug wurde schließlich durch Abteilungen der Artillerie, die Feldgeschütze mit sich führten, und durch die berittenen Truppen, darunter Ulanen, Husaren und Leibkürassiere, abgeschlossen.
Ihnen folgte die Wagenprozession der Minister aus den Dominien und Kolonien sowie der eingeborenen Fürstlichkeiten. Brausender Beifall erhob sich, als der Wagen mit Ministerpräsident Baldwin erschien. Nach den Mitgliedern der königlichen Familie, die in prächtigen, goldverzierten Glaskutschen und nunmehr mit ihren Kronen geschmückt dahinrollten, kamen die berittenen Adjutanten des Königs, zahlreiche kommandierende Generäle, Admiräle und zwei Feldmarschälle der britischen Armee. Als schließlich die goldene Staatskutsche mit dem neugekrönten Herrscher- p a a r den Zug abschloß, erhob sich in der Menge ein unbeschreiblicher Jubelsturm.
Volksfest im Hegen.
Gegen 16.30 Uhr langte das Herrscherpaar wieder im Buckingham-Palast an, und langsam zerstreuten sich die Menschenmassen. Der ununterbrochen niederströmende Regen zwang Tausende, die gern aus den Straßen weitergefeiert hätten, zur Rückkehr nach Hause. Aber viele Unentwegte, die sich selbst durch den Regen nicht abschrecken ließen, verblieben im Stadtinnern, wo das Volksfest bis Mitternacht fortgesetzt wurde. Die deutsche Kolonie hatte die Gelegenheit, von der Terrasse der Botschaft auf Einladung des Botschafters den ersten Teil des Krönungsumzuges mitzuerleben.
Ganz ohne Unfälle ist der Krönungstag nicht vorübergegangen. In rund 10 000 Fällen mußte das Rote Kreuz Hilfe leisten. 87 Zuschauer wurden von den Krankenwaben in die nächstliegenden Hospitäler gebracht. Ein Zuschauer, der die Nacht im Freien verbracht hatte, ist in dem Augenblick, in dem sich der Krönungsumzug näherte, einem Schlaganfall erlegen. Biel Mitgefühl hat in London der Unfall eines Mädchens erweckt, das in einen 20 Meter tiefen Aufzugsschacht fiel und kurz darauf in den Armen seiner Eltern, die aus der Westminster-Abtei gerufen werden mußten, im Krankenhaus verschied.
König Georg an alle britischen Völker.
Die Rundfunkansprache des neugekrönten Herrschers.
Bevor der neu gekrönte König sich mit feiner Rundfunkansprache an alle Völker des britischen Weltreiches wandte, brachten die leitenden Männer der Dominien und der britischen Kolonien dem König über den Rundfunk ihre Huldigung dar. Einige befanden sich in London und sprachen von hier aus, die Stimmer anderer aber kam über Tausende von Kilometer von der anderen Erdhälfte. Als erster sprach Generalleutnant Hildyard von den Bermudas-Inseln. Ihm folgten der Vertreter Neufundlands, dann die Premierminister Kanadas, Neuseelands, A u st r a l i e n s und Burmas. Darauf huldigte der'V i z e k ö n i g von Indien dem neuen Königspaare und versicherte ihm von Indien aus die Ergebenheit der indischen Völker. Als letzte Empire- Ministerpräsidenten sprachen dann die von Süd- Rhodesien und von Südafrika. Den Abschluß bildete Baldwin mit einer Huldigung der enasten Heimat.
Anschließend sprach der König vom Buckingham-Palast zum ganzen Empire. Er wies darauf hin, daß vor ihm niemals ein englischer König die Gelegenheit gehabt habe, an seinem Krönungstage mit all seinen Völkern in deren Heimat zu sprechen. Niemals habe diese Zeremonie aber auch eine so große Bedeutung gehabt; denn die Dominien seien jetzt freie und gleiche Partner des Weltkönigreiches. Für viele Millionen sei die Krone das Symbol der Einigkeit. Auf ihm, dem König, laste jetzt die Aufgabe, die Ehre und Unantastbarkeit des Weltreiches aufrechtzuerhalten. Das sei eine schwere Verantwortung. Aber die Tatsache, daß die Vertreter des Empire ihm in der Westminster-Abtei zur Seite gestanden hätten, gebe ihm Vertrauen. Die älteren Formen der Krönung, so fuhr der König fort, stammten von fernen Zeiten, der innere Gehalt sei aber immer neu. Seine Aufgabe erhalte ihren Adel im Dienste für andere. Er habe sich zusammen mit der Königin an seiner Seite mit Worten höchster Feierlichkeit dieser Aufgabe gewidmet. Mit Gottes Hilfe wollten beide, König und Königin, ihre Pflicht erfüllen. Die Schlußworte König Georgs VI. waren: „Ihr werdet dann hoffentlich sehen, wie viel unser freier Zusammenschluß für uns bedeutet, wie sehr unsere Freundschaft untereinander uns mit allen Nationen der Erde der Sache des Friedens und des Fortschritts dienen kann. Die Königin und ich werden den heutigen Tag immer im Herzen tragen. Wir wollen uns des Vertrauens würdig erweisen, das uns beim Beginn unserer Regierung umgibt. Ich bitte euch von ganzem Herzen! Gott segne euch alle!"
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Der Platz vor dem Buckingham-Palast war trotz des schlechten Wetters den ganzen Tag über von Menschenmassen umlagert geblieben, die immer wieder die Nationalhymne sangen und in Sprechchören den neuen König zu sehen verlangten. Im Laufe des Nachmittags und Abends traten der König und die Königin mehrmals, gefolgt von der gesamten königlichen Familie, in vollem Krönungsornat auf den Balkon, was unbeschreiblichen Jubel der Menge auslöste.
Der Austlana.
DieBevötterung bis in die frühen Morgenstunden auf den Beinen.
London, 13. Mai. (DNB. Funkspruch.) Das große Volksfest der englischen Königskrönung ist zu Ende. Trotz des schlechten Wetters und der zeitweiligen Regenschauer feierte die Menschenmenge noch bis indie frühen Morgen st unden des heutigen Donnerstag unter freiem Himmel und die Straßen und Plätze der englischen Hauptstadt boten ein Bild ausgelassensten Treibens. Das Zentrum Londons war am Mittwochabend für den F a h rz e u g v e r k e h r völlig abgesperrt, so daß die Massen freie Bahn hatten und sich zwanglos aus den Straßen vergnügen konnten.
Das Bildtelegramm zeigt den Krönungszug beim Verlassen des Buckingham-Palastes zur Krönung in der Westminsterabtei. Acht Windsor-Schimmel zogen die goldene Staatskarosse. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
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Singend und jubilierend mit bunten Bändern und Abzeichen in den englischen Nationalfarben ge- chmückt und mit Lärminstrumenten aller Art ver- ehen, zogen sie durch die Straßen. Jmprovi- ierte Kapellen und Straßenmusi kan- t e n spielten zum Tanz auf, an dem sich arm und reich, Zivilisten und Soldaten, alte und junge Leute, beteiligten.
Als besonderes Zugeständnis hatten die Behörden gestattet, daß die Stehbierhallen, die sonst chon um 23 Uhr geschlossen werden, bis Mitternacht geöffnet blieben, während in zahlreichen Hotels und Gaststätten noch die ganze Nacht gefeiert wurde. Die Polizei ließ dem Treiben
freien Lauf und nur in vereinzelten Fällen waren berittene Polizisten zum Einschreiten genötigt. Viele Lichtspieltheater waren bis 4 Uhr g e - öffnet und zeigten die Filmaufnahmen von der Krönungsfeierlichkeit.
Auch in den Provinzen, bis in die entlegensten Städte und Ortschaften, wurde der Krönungs- tag durch große Volksfeste abgeschlossen. Auf den Hügeln und Berggipfeln in ganz England und Schottland wurden Freudenfeuer entzündet und Fackelzüge bewegten sich durch die Straßen und Städte. In einigen Städten wurden ganze Ochsen auf einem öffentlichen Platz geschlachtet und das Fleisch unter die Bevölkerung verteilt.
Bildtelegramm von der goldenen Staatskarosse mit dem König und der Königin auf dem Wege zur Krönung. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
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Pressegesinnung bei uns und bei den Andern.
Hannover, 12. Mai. (DNB.) In einer von den drei niedersächsischen Landesstellen des Reichspropagandaministeriums in Zusammenarbeit mit dem Landesverband der nordwestdeutschen Zeitungsverleger veranstalteten Tagung sprach der Leiter des Reichsverbandes der Deutschen Presse SA- Gruppenführer Wilhelm Weiß über Tagesfragen der deutschen Presse. Es sei in ausländischen Pressemeldungen wiederholt zu lesen, daß es der deutschen Presse nicht mehr möglich sei, eine objektive Meinung zum Ausdruck zu bringen. Zur charakteristischen Beleuchtung dieser Behauptung beschäftigte sich Pg. Weiß mit der bekannten Greuel- geschichte, die der Vertreter des Reuterbüros über die angebliche Zerstörung Guernicas durch deutsche Bomben in die Welt gesetzt hatte Kennzeichnend für die Auffassung von Pressefreiheit, die in außerdeutschen Redaktionsbüros herrscht, sei ein Schreiben des Reuterbüros an den „Völkischen Beobachter", in dem sich folgender Satz findet: „Nach englischer Auffassung hat der Korrespondent in Bilbao und der in Salamanca gleicher
Weise die Pflicht, die Ansichten der zuständigen Behörden auf beiden Seiten weiterzugeben, ganz gleich, ob diese Pflicht seinen eigenen privaten Ansichten entspricht." Der Redner wies darauf hin, daß es einmal eine Zeit gegeben habe, in der die englische Presse noch nicht die Verpflichtung gespürt habe, „objektiv" die Ansichten beider Seiten ihren Lesern bekanntzugeben. Das war im Weltkrieg, als Deutschland gegen eine Welt von Feinden, aber zugleich auch gegen den gewaltigsten Verleumdungs- fel'dzug kämpfen mußte, den die Welt jemals erlebt hat. Zweitens sei es sehr interessant, daß das Reuterbüro in dem Augenblick eine besondere Verpflichtung zur Objektivität zu haben glaubt, in dem es darum geht, die europäische Kulturwelt vor der Vernichtung durch den Bolschewismus zu schützen. Ein französischer Politiker habe offen erklärt, daß ihm eine entartete Presse lieber wäre als eine „gefesselte". Dieses Bekenntnis sei die beste Rechtfertigung für die nationalsozialistisch Pressereform, die die Gesinnung und die Idee in den Vordergrund der Pressearbeit gestellt habe. Die deutsche Presse könne heute schon mit Stolz auf die Leistungen der letzten Jahre zurückblicken, sie habe mit Erfolg dazu beigetragen, daß der nationalsozialistische Staatsaufbau' so rasch und so wirksam habe durchgeführt werden können.
Die deutsche Presse lebt! Und darum hat sie auch eine Zukunft. Wir wollen in diese Zukunft hineinmarschieren mit der Idee Mols Hit« lers im Herzen, über und vor uns aber die Fahne des neuen Reiches!
Heue Attentatspläne der Marseiller Königsmörder?
Paris, 12. Mak. (DNB.) Die Verhaftung eines der engsten Mitarbeiter des kroatischen Ustachi- Terroristen Fawelitsch namens Stephan Ma- r u s i t s ch , der bald eine zweite Verhaftung eines bisher noch nicht namentlich bekannten Mithelfers folgte, hat die französische Sicherheitspolizei augenscheinlich auf die Spur eines geheimnisvollen Attentatsplanes gebracht. Die Polizei hat bei den Verhafteten 9 Höllenmaschinen ge- funden. Die Presse fragt nun, ob neue Attentate der kroatischen Terroristen auf französischem Boden vorbereitet werden sollten. Man weist auf den bevorstehenden Besuch des Prinzregenten Paul von Jugoslawien hin. Das Attentat von Marseille steht plötzlich wieder in trauriger Er- innerung. Auch der bisher unaufgeklärte Bombenanschlag auf den Schnellzug Bor- beäug — Marseille, der sich vor einigen Tagen ereignete, taucht wieder auf. Man [ragt, ob die Ustachis vielleicht die „Brauchbarkeit" ihrer neuen Höllenmaschinen ausprobieren wollten. Der Mann, bei dem die neun Bomben gefunden wurden, ist im Besitz eines argentinischen Passes. Seine wirklichen Personalien sind noch unbekannt. Er hielt sich bei Freunden verborgen. Die Polizei kam ihm dadurch auf die Spur, oaß sein Name i n einem Notizbuch des Stephan Maru- s i t s ch verzeichnet war. Wegen der bevorstehenden Ankunft des Prinzregenten Paul sind bereits zahlreiche jugoslawische Geheimpolizisten in Paris. Die Verhaftung Marusitsch soll auf Grund einer „Der- dächtigenliste" der juaoflawifchen Polizei erfolgt sein. Der „Paris Soir,Y will wissen, daß neben den Ustachis noch eine zweite Gruppe von Attentätern, eines balkanischen Geheimbundes, einen Anschlag vorbereitet hatte.
Schwere politische Zusammenstöße in Dublin.
Dublin, 12. Mai. (DNB.) Am Vorabend der englischen Königskrönung kam es in Dublin zu schweren Zusammenstößen zwischen der Polizei und irischen Republikanern, die trotz eines vom irischen Justizminister erlassenen Verbotes Protestkundgebungen gegen die Krönung veranstalteten. Obwohl große Polizeiaufgebote in der Stadt zufammengezogen ro arbeit waren, versuchten die Republikaner Kundge- b u n g e n zu veranstalten. Als die Polizei einfchritt, kam es im Stadttnneren zu Straßengefechten. Die Polizei war verschiedentlich genötigt, Schüsse über die Köpfe der Menge abzugeben und mit dem Gummiknüppel vorzugehen. Der irische Landtag, in dem am Dienstagabend die Aussprache über d i e neue irische Verfassung stattfand, war von einer dichten Polizeitruppe umgeben. Die Aussprache über das Gesetz, durch das praktisch die Oberherrschaft der englischen Krone über Irland abgeschafft und der Freistaat zu einer Republik erklärt wird, würde am heutigen Krönungstag fortgesetzt.
Spaniens nationale Miliz.
Salamanca, 12. Mai. (DNB.) Der Staats- ches und Parteiführer General Franco hat 3 u m Befehlshaber der nationalen MiliZ General Monasterio ernannt. Zu Unterführern der nationalen Miliz sind die bisherigen Obersten des Heeres R a d a und G a z a p 0 ernannt worden. Die nationale Miliz stellt die Kampfgruppe der neuen Einheitspartei dar, die aus den Kampfgruppen der ehemaligen Bewegungen der Falangisten und R e q u e t e s heroorge- gangen ist. Oberbefehlshaber der nationalen Mil'Z bleibt General Franco. Gleichzeitig hat Genera Franco angeordnet, daß alle im Hinterland Dienst tuenden Ordnungs- und Hilfstruppen, deren Mitglieder den alten Parteien angehörten, der nationalen Miliz unterstellt werden sollen.
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