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Facharbeiter in der Bauwirtschast gesucht

6m aussichtsreicher Beruf mit neuzeitlichem Ausbildungsgang.

General Faupel übeneichte sein SeglaMungsschreiben

UNS, ein im Kriege schwer verletzter Offizier sein goldgefaßtes Einglas, das an einem Kettchen hing, hervorzog und einklemmte, was den Massais uner­hört bewundernswert oder komisch erschien. In jedem Fall, plötzlich standen sich die beiden Welten in ihrem vollen inneren Abstand gegenüber.

So stöberten wir herum in dem Massai-Kraal, geschützt vor den immer lebendigen Räuberinstink­ten der Gesellschaft nur durch ein paar ferne Mi­litärflugzeuge in Nairobi oder vielleicht auch nur durch die Scheu vor unseren Kameras, und außer dem gegenseitigen Begaffen konnte man eigentlich nicht viel miteinander anfangen. Für die Augen gab es genug zu tun. Die Männer waren gut ge­wachsen, das togaartige, auf der einen Schulter zusammengeknotete Gewand ließ das deutlich er­kennen. Die Frauen, etwas sorglicher eingehüllt, waren ebenfalls nicht übel von Gestalt, und trugen ihren Schmuck, Spiralen aus Eisen- oder Messing­draht um die Arme, die Beine und den Hals wie das Natürlichste von der Welt und anscheinend gar nicht geniert durch das Gewicht. In ihrer Hal­tung aber lag trotz entstellende" Schmuck, trotz Gestank und Schmutz und trotz der Fliegen, die mit rührender Unparteilichkeit zwischen ihren Wirten und uns wechselten, etwas Schönes, Natürliches und Freigeborenes, das die Tiere der weiten Steppe ja auch in so hohem Maße an sich haben.

Wir aber ließen uns gern wieder auf die Polster unserer Autos fallen, froh, daß die europäisch-afri­kanische Zivilisation uns wieder hatte und ohne Bedürfnis nach weiterer afrikanischer Indianer- Romantik.

Nach der Uebergabe des Beglaubigungsschreibens des deutschen Botschafters General Faupel an den spanischen Staatsches General Franco im Rathaus zu Salamanca. Rechts: der spanische Außenminister Sangrones. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Bummel durchs Suaheli-Land.

Don unserem E.R.K.-Äerichierstatter.

und aufgeregt eine große Sache mit dem Schnabel herauszerrt. Warum nur schluckt dieses blöde Huhn die nicht sofort herunter? Doch statt dessen beginnt es erschreckt zu rennen, und die weiche Geschichte schlenkert um seinen Schnabel.

Da werden plötzlich die beiden Weißen aus den freudigen Schreck der Glücklichen aufmerksam und verfolgen sie mit grimmiger Hartnäckigkeit. Alle drei laufen ziemlich lang. Vielleicht zehn Minuten lang. Wie die Sache zu Ende geht, kann ich hier von der Tür des Heimes aus nicht deutlich erkennen. Tatsache aber ist, daß das weitere Zusammenleben der drei Hühner sich in keiner Weise veränderte.

Abends. Aber am schönsten ist es bei uns im Heim, wenn der Ofen bullert, die Petroleum-

Wenn man sie so, im Vorüberrasen, einen Augen­blick lang gemustert hat, diese Gestalt mit dem Schimmer von stolzem Kriegertum, versteht man sehr wohl, daß die Massai Eindruck machen; und jenes kribbelnde Gefühl der Neugier, auch mal dabei gewesen zu sein, ist da. In der Nase glaubt man den Geruch ihrer Lagerfeuer zu spüren, man denktDonnerwetter!" und mit dem Beschlüsse: die mußt du mal in ihren Ritterburgen, fälschlich Kraal genannt, besuchen, ist der Anschluß an Karl May erreicht. v

Wo es war in der Steppe, ist gleich und inter­essiert keinen Menschen in Europa. Die Massai- steppe ist meiner unmaßgeblichen Schätzung nach etwa so groß wie Bayern.Dort drüben ist ein Massai-Kraa l", rief der Expeditionsleiter, als unser Auto den vorderen Wagen erreichte und wir fragend die Köpfe herausstecken. Denn unver- verabredetes Anhalten bedeutet meistmatata", zu Deutsch in diesem Falle: Panne. Wir rafften un­sere Apparate zusammen und trabten los. In einer Entfernung von etwa einem Kilometer erhob sich in der Graßsteppe ein Etwas, was zwar keine Ritterburg mit ragenden Zinnen war an eine so wortwörtliche Verkörperung romantischer Vor­stellungen hatte niemand gedacht was aber doch einem amorphen Haufen weit ähnlicher sah als menschlicher Behausung. Es war ein kreisrundes Etwas, bestehend aus einem Dornoerhau, dessen Breite einem Löwen schon Schwierigkeiten gemacht hätte. Gleich dahinter waren halbkugelige, dunkle Haufen zu sehen, die die Hütten darstellten. Ihre Höhe betrug höchstens 1,50 Meter, so daß man nicht darin aufrechtstehen konnte. Nirgends in Afrika hatte ich bis dahin so primitive und unbe­queme Negerhütten gesehen. In der Mitte des ersten Kreises befand sich ein zweites, kreisrundes Dornverhau, für das Vieh in der Nacht Solcher­gestalt war die Burg der ritterlichen Massai.

Zu sehen war kein Mensch, obwohl man uns längst bemerkt hatte. Man trieb Politik, tat vor­nehm und machte sich rar. Und wir hatten, wäh­rend des Eintretens, zunächst auch mit anderem reichlich zu tun. Es stank. Nach dem frischen Kuh­mist und nach dem alten, aus dem die Hütten ge­baut waren. Die Frage, warum die Leute so woh­nen, wo sie doch Häute im Ueberfluß hatten, denn mancher Stamm besitzt Tausende Stück Rind­vieh, stand uns auf dem Gesicht. Zugleich stür­zen sich ganze Legionen der ortszuständigen Flie­gen auf uns, die eine geradezu verliebte Begeiste­rung für die Augen und die Mundwinkel bezeigten, nachdem sie vorher sicherlich auf sämtlichen frischen Kuhfladen herumspaziert waren. Die bange Frage entstand in mir, wie Menschen nur so leben mögen und warum sie, wenn sie schon so lebten, nicht als­bald an Dreck und Fliegen und Krankheiten kaputt gingen. Aber sie lebten dort, wie sich zeigen wird, sogar recht munter und gediehen sogar zu körper­licher Schönheit, und das ist wohl das größte Wun­der an den Massais.

Zunächst aber war es mal allein der Iumbe, der Führer dieser Horde, der sich zeigte, ein magerer, verknitterter Lakl mit riesengroß ausgeweiteten Ohr­läppchen. Er war des Kisuaheli mächtig, was er dazu benutzte, um den Preis des Backschisch, den wir für das Photographieren boten, hinaufzutteiben. Denn so unzivilisiert ist auch ein Massai heute nicht mehr, daß er nicht wüßte, was man sich für Geld alles in den Städten der Weißen kaufen kann. Während der Verhandlungen über das Backschisch nun waren auch die übrigen Bewohner des Kraals erschienen, sie hatten die Zeit benutzt, um sich zu schmücken, besonders die Männer. Einer von ihnen glänzte mit einem Schmuck von mottenbenagten Straußenfedern, ein anderer hatte sich das Gesicht weiß bemalt und beide waren sichtlich stolz und vornehm. Sie scharten sich zwanglos um uns, und es war nicht ganz klar, welche der beiden Parteien nun das größere Vergnügen an der anderen hatte. Der eindrucksvollste Anblick war, als einer von

Gibt es denn heute überhaupt «snen regel­rechten Facharbeiterberuf im Baugewerbe, mit einer geregelten Ausbildung wie in anderen Branchen, mit Lehrwerkstät­ten, einem geregelten Prüfungswesen usw.? Ihre Frage und anderweitige Erfahrungen zei­gen mir, daß das Vorhandensein eines oder fog-ar mehrerer geordneter Ausbildungsgänge mit drei­jähriger Lehrzeit in der Bauindustrie leider noch zu wenig bekannt ist und gewürdigt wird. Es gibt in der Bauindustrie drei Facharbeiterberufe, deren Ausbildung vom Deutschen Ausschuß für Technisches Schulwesen bis ins einzelne geregelt ist: es gibt den Maurer-, den Zimmerer- und den B e t o n b a u e r beruf. Alle drei Berufe find für tüchtige junge Leute sehr aussichtsreich. Stellen Sie sich eine moderne Baustelle vor! Was gibt es da nicht alles an interessanter und kompli­zierter Arbeit zu leisten, die nicht nur geschickte Hände, sondern auch einen hellen Kopf verlangt! Die Verwendung neuzeitlicher Maschinen, wie Be­tonmischer, Gießtürme, Förderbänder, Bagger, Auf­züge, das Umgehen mit den verschiedenartigsten Werkstoffen, nicht nur mit den Baustoffen im engeren Sinne, sondern auch mit Eisen, Stahl und Holz, die schöne Verbindung von exakter Hand­arbeit und modernem Hilfsgeräteeinsatz, die Tätigkeit in der frischen Luft, der Wechsel von Baustelle zu Baustelle und vieles andere, dies alles gestaltet das Berufsbild des bauindustriellen Facharbeiters zu einem der interessantesten und befriedigendsten überhaupt.

Man hat früher des öfteren in Eltern- und Erzieherkreisen Bedenken gegen den Bau­arbeiterberuf geäußert, aus der Erwägung heraus, daß der von Ihnen erwähnte Wechsel der Baustellen und die verhältnismäßig große Ungebundenheit des Baulehrlings überhaupt gewisse Gefahren für die charakterliche und fachliche Ausbildung in sich bergen?

Darauf ist zu erwidern, daß solche Bedenken heute absolut unberechtigt sind. Die Wirtschafts­gruppe Bauindustrie hat dafür Sicherungsmaßnah­men ergriffen, daß dem Lehrling nicht nur eine her­vorragende fachliche, sondern auch charakter­liche Ausbildung zuteil wird. Bei Beschäfti­gung auf auswärtigen Baustellen wird der Lehrling einem zuverlässigen Bauführer oder Polier über­geben, der sich verantwortlich seiner annimmt. Fer­ner wird er von seinen HJ.-Karneraden in dem be­treffenden Ort ausgenommen und evtl, in deren Heime untergebracht. Finanzielle Belastungen ent­stehen dem Lehrling oder den Eltern durch eine aus­wärtige Beschäftigung nicht: diese Kosten trägt der Lehrherr. Schließlich müssen die sechswöchigen Kurse in den Lehrwerk st ätten der Wirt­schaftsgruppe erwähnt werden, in denen der Lehr­ling nationalpolitisch, theoretisch und praktisch in Verbindung mit der DAF. und HI. geschult wird. Diese Lehrwerkstätten oder vielleicht besser gesagt Lehrbaustellen sind nicht vorwiegend lchul- mäßig aufgebaut, sondern möglichst getreu den Ver­hältnissen einer Baustelle angepaßt. Sie sind ge­wissermaßen die Exerzierplätze der Berufssparten des Baugewerbes.

daoontragen, die im Laufe der Jahre in der Groß­stadt das Kernige verloren hatten, das sie einmal - wie jene Bauernjungen durch ihre Vorfahren als Bauernerbmaffe mitgebracht hatten. So bildete denn der frische Zustrom des Bauernblutes in die Stadt einen Gesundborn für die Nation und ihre Führer­schaft. Da war z. B. der Sohn des alten Amts- Vorstehers vor mehr als zwanzig Jahren frisch non der Universität hinweg in die Reichshauptstadt ge­kommen. Ein mühseliges Ringen, so erzählte er bei seinem Ferienaufenthalt, habe für ihn begomcn. Stück für Stück mußte eine Stellung erobert wer­den. Das Parkett ist glatt für einen Bauernjungen, der es gewohnt ist, mit beiden Füßen die braune Erde zu durchschreiten. Dennoch hielt er eines Tages feine Berufungsurkunde für ein führendes Amt eines Ministeriums in Händen. Und heute konnte er, der Unverbrauchte, selber an der Gestaltung des Vaterlandes mitarbeiten.

Viel bewundert haben wir auch jenen Mann, der es zum Direktor einer Metallwarenfabrik brachte und durch dessen Hände alljährlich Millionen deut­schen Volksoermögens gingen. Er wurde ein Wohl­täter seines Dorfes und vergaß nie, daß er, bevor er feinen 100-?8-Wagen fuhr, auf der zweirädrigen Karre schwere Kornsäcke zur Mühle fahren mußte.

Auch der Sohn des Müllers hatte so seinen Weg gemacht. Er war durch die harte Schule des Mili- tärs gegangen. Und als das Korpsmanöver sich um das Dorf abspielte, da sahen wir ihn als jungen Major mit den Earmoifinroten Streifen des Generalstäblers an den Beinkleidern von dem Mühlenhügel aus mit vielen anderen Offizieren das Gefecht beobachten. Er ruht nun schon lange in Flandern, aber in der Stube des Müllers hängt noch immer eine Urkunde, aus der ersichtlich ist daß der Bayernkönig ihm mit dem Mar-Joseph-' Orden zugleich den Adel verliehen hat. Der alte Muller soll damals gesagt haben.-Höheres als Vauernsohn zu fein, kann es nicht geben. Mein Junge wird seinen Namen weiter tragen ohne ein von !"

Aber zu dem mir am meisten aufsahen, war der, der in einer Landarbeiterhütte geboren wurde. Er mar unter Hungern und Verzicht Lehrer geworden und seit langem Schulrat in einer großen Stadt des Lestens. Cr sprach viel mit uns Knaben, und wohl manchem Bauernjungen, der als dritter ober vierter ?odn geboren war, hat er den Glauben an seine Zukunft tief in die junge Seele gesenkt

Unvergessen ist uns auch der seltsame Mann qe- n bQUViner deinen Bauernstelle gekom- öraufeen gegangen und nun ein be- Sähnprn?r^i!er2115 eines Tages einer seiner w?n ^inctr?t un'b die rote Primanermütze cmf den Erdboden warf und tagte: h« rJR? T $amer werden und nichts als das!", bh, TOnnn»nbeS DOr ®Iürf die Tränen über er Gr h°t es später sehr oft erzählt, wie

er fernem Zungen gesagt habe:Ich danke dir. Du en ®efunber geblieben und trägst das Blut hmn al51rn?.bnen unverbraucht in Dir!" Dieser I inge Keusch s'tzt nun schon lange auf einem ?°u°rnh°f, sät und erntet und ist noch ,mmer sto^ darauf, ein Bauer zu fein. 6

So schließt sich auch in diesem kleinen Dorfe der de??n <?Ve?n do-Hinaus« und an

Zurück" steht. In diesem ewigen

5 aUJ Iegen blß besten Kräfte des völkischen Lebens der ganzen Nation begründet. H. H.

lampe einen Hellen Lichtkreis an die Decke zirkelt und rundherum an den Wänden unsere großen Schatten malt. Wenn der Sturm um das Heim fegt, mit Läden und Schindeln klappert und unsere Stimmen sich dämpfen. Das ist die Zeit, in der man das Heim und die Kameraden anders sieht als sonst. Es tritt alles so nahe an einen heran, daß man sich wundert, wie zusammenhanglos und fern man an allem vorbeigelebt hat. Und wenn man singt, singt man ganz anders, die Worte klin­gen ganz anders, man lauscht mit ganz anderen Ohren der Erzählung eines Kameraden. Der Ofen bullert. Der Wind klappert mit Läden und Schin­deln. Es ist uns allen der schönste Feierabend.

frajof.

Ein Mitarbeiter hatte Gelegenheit mit Ge­neraldirektor Dr. ing. e. h. E Bögler, dem Leiter der Wirtschaftsgruppe Bauindustrie über die Nachwuchsfrage in der Bauwirt­schaft als einer der wichtigsten Schlüssel­industrien zu sprechen Er fragte: Zu Beginn der Frühjahrsbelebung in der Bauwirtschaft ist es für die Öffentlichkeit von Interesse zu erfahren, in welche Richtung die bauwirt­schaftliche Entwicklung gehen wird und welche besonderen Aufgaben der Bauwirt­schaft damit erwachsen.

Die bisherige Entwicklung der deutschen Bauwirt­schaft seit 1933 ist durch einen beispiellosen Auf­schwung gekennzeichnet, dem allerdings auch ein beispielloser Tiefstand voraufgegangen war. Dank der staatlichen Initiative, die folgerichtig bei dem Baugewerbe alsSchlüsselindustrie" ansetzte, ist die Beschäftigung von 18,8 v. H. i. I. 1932 auf 69,7 v. H. der Arbeiterhöchstbelegfchaft geftiegen. Somit wird man also in der Bauwirtschaft von einer Arbeitslosigkeit praktisch nicht mehr sprechen können, wohl aber vom Gegenteil: einem Man- g e l an tüchtigen Fachkräften. Anfang 1933 hatten wir in der Bauwirtschaft noch fast 1 Million Arbeitslose, heute dagegen nur einen Rest, der sich zum überwiegenden Teil aus den jahreszeitlichen Beschäftigungsschwankungen und aus der für das Gewerbe kennzeichnenden dauern­den Fluktuation der Arbeitskräfte erklärt.

In welchem Ausmaß müssen Maßnahmen zur Behebung des Facharbeitermangels in der Bauwirtschaft getroffen werden, und wel­cher Art werden diese fein?

Das hängt natürlich wesentlich von dem Beschäf­tigungsstand des Gewerbes ab, von dem Alters­aufbau der deutschen Bevölkerung und von ande­ren Faktoren. Die Wirtschaftsgruppe Bauindustrie, für die ich spreche, rechnet so: Nach einer Erhebung per 15.10. 36 waren bei ihr rund 90 000 Facharbei­ter beschäftigt. Um diesen Stand halten zu können, muß diese Facharbetterschaft jährlich um 4,2 v. H. ergänzt werden. Das bedeutet in Lehrlings­zahlen umgerechnet, daß der Bestand an Lehr­lingen auf etwa 8 bis 9 v. H. von obigen 90 000 Facharbeitern gehalten werden muß, das sind also rund 7500. Gegenwärtig haben wir im Bereich der Wirtschaftsgruppe Bauindustrie rund 3000 Lehr­linge, das find zu wenig. Was ist zu tun, da­mit diese Zahl in absehbarer Zeit mindestens ver­doppelt wird? Einmal müssen wir die Baufirmen zu verstärkter Lehrlingshaltung be­wegen, oyne damit einer sinnlosen Lehrlingszüchte­rei das Wort zu reden; die Wirtschaftsgrupüe Bau­industrie hat im Einvernehmen mit dem Präsiden­ten der Reichsanstnlt für Arbeitsvermittlung hierzu die ersten grundlegenden Schritte unternommen, um in ihrem Bereich das Nachwuchs- und Fach­arbeiterproblem im Wege der Selbstverwaltung zu lösen. Zum zweiten aber muß von der deutschen Jugend erwartet werden, daß sie sich mehr als bis­her einem b a u g e w e r b l i ch e n Berufe zu­wendet.

Von der Krast des Blutes.

Ein Beitrag zu demHilf mit!". WettbewerbVolksgemeinschaft Blutsgemeinschaft", den der NS.- Lehrerbund gemeinsam mit dem Rassenpoli­tischen Amt der NSDAP, und dem Propa­gandaministerium durchführt.

Wer auf dem Lande groß geworden ist und in Jemen Adern Bauernblut trägt, ließ sich als Kind gar gern auf Beispiele verweisen, an denen es sicht­bar wurde, wie einfache Bauernjungen sich in der weiten Welt zu Führern der Politik, des Mirt- chaftslebens und der Kultur durchgerungen hatten Man sah bann um die Zeit der großen Ferien hin und wieder solche Bauernsöhne ins Heimatdorf zu- ruckkehren. Auf dem Hofe ihrer Väter, den der Ael- tefte der Sippe bewirtschaftete, kehrten sie dann ein Sie trugen für unsere kindlichen Begriffe herrliche Titel, Ministerialrat, Direktor oder auch Professor nannten sie sich. In stummer Verehrung zogen wir wenn sie mit dem Zweigespann des Bruders von der Bahn in das Dörfchen fuhren, unsere Mützen und waren gar sehr enttäuscht, wenn wir die würdigen Herren am nächsten Tage in Hemdsärmeln, angetan mit einer alten Bauernhöfe, fleißig bei der Ernte jelfen sahen. In diese äußere Enttäuschung mischte ich dann aber sehr bald der Stolz. Denn sie waren noch immer wie wir, hatten dieselben kräftigen Bauernschadel und den festen Griff, als hätten sie nie, mit Federhalter und Tinte bewaffnet, in ir­gendeinem Büro der Wilhelmstraße zu Berlin große Politik gemacht.

Unser Dorf hat eine Reihe alter Erbhöfe, und a|t von jedem Anwesen hatte der zweite ober auch dritte Sohn seinen Weg so in die Stadt gesunden. Das gesunde Blut konnte leicht den Sieg über jene

IV.

EinKapitel afrikanischer Romantik

Don unserem E. K.-Berichterstaiter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Daressalam, Februar 1937.

Von allen Erdteilen hat Afrika heute am meisten noch das an sich, was man die Jndianerromantik nennt, die ganze echte ä la Karl May. Letzte ver­wehte Nestchen von Abenteuer, von kriegerischen Begegnungen mit wehrhaften Eingeborenen geistern noch immer über die Steppen im Osten des großen Erdteils, zwischen der Küste des Indischen Ozeans und den großen zentralaftikanischen Seen. Aber es sind Erinnerungen an Gewesenes, an denen auch schon, wie in Amerika, die Eisenbahnzüge und die Autos vorbeirasen. In Amerika sind besonders die Sioux diewunderbaren Kerle"; schon Schiller hat sie in Nadowfsiers Totenklage besungen. So um 1876 herum glückte es ihnen sogar, ein ganzes amerikanisches Reiterregiment in die Pfanne zu hauen. Und hier in Afrika sind es d i e Mas - s a i, deren kämpferische Wesensart zur Kenntnis einer breiteren Öffentlichkeit gelangt ist und ihnen eine Art Berühmtheit verschafft hat. Eine Berühmt­heit, die es verdient, beim Lichte einer wenn auch nicht eben sehr intimen Bekanntschaft mit ihnen besehen zu werden.

Die Massai, die ja übrigens auch einer ande­ren Rasse angehören wie die übrigen Neger, sind die Spartaner Afrikas", erklärte mir hier ein deut­scher Großwildjäger, und ich zitiere absichtlich die­sen und nicht die wissenschaftlichen Bücher.Bis zum 30. Lebensjahr sind sie ausschließlich Krieger und nichts als das, den Speer in der einen Hand, den Schild an der andern und über der Schulter am kurzen Riemen das Schwert. Ihre Tage ver­gehen mit Hebungen im Waffengebrauch und in Kampfestaktik. Sie haben keinerlei Privatbesitz, nicht einmal eine eigene Hütte, und der rechts vom Eingang zur Hütte eines der Mädchen gesteckte Speer bedeutet, daß ein Krieger dort wohnt und daß das Betreten der Hütte für jeden anderen Mann lebensgefährlich ist. Wenn sie bann später Hausstand und Familie gründen und sich um den Besitz, die Herden kümmern, tragen sie, gewisser­maßen als Abzeichen ihres Philistertums, nur noch Pfeil und Sogen.

Meine Ueberzeugung, daß die Massaifeine Kerle" seien, wuchs nach diesen Darlegungen. Außerdem wird jedem, der durch Afrika fährt, als­bald klar, daß die Massai der europäischen Zivili­sation mit keinem Schritt entgegengekommen sind. Uebestechlich, starr und stolz bleiben sie bei ihren Lebensgewohnheiten, bleiben sie Nomaden, die we­der den Boden bebauen noch pflanzliche Nahrung zu sich nehmen. Beim Europäer für Geld zu ar­beiten, kommt für sie natürlich überhaupt nicht in Frage, und Europa hat nachgegeben, indem es grofje Reservate in der Massaisteppe und sogar einen Staudamm für sie schuf, damit ihre Herden das ganze Jahr hindurch Wasser haben. Und oft sieht man, wenn das Auto durch eine der oben afrikanischen Steppen schnurrt, plötzlich eine bunfle, mit einer Art von Toga befleibete Gestalt am Wege stehen; lang aufgeschossen, kräftig und zah und sehr ebenmäßig gewachsen steht sie da, schaut unbewegten Gesichts, fast mit einem Ausdruck von herablassender Gleichgültigkeit den seltsam schnellen Wagen an und die Europäer darin, die es so eilig haben. Vielleicht benkt sie auch mal darüber nach, wodurch sich das Ding wohl bewegt, aber sie ist weit davon entfernt, es zu bewundern oder mitfahren zu wollen. Es fällt ihr nicht einmal ein, die rechte Hand zum Gruß zu erheben und ein mehr oder minder unterwür­figes ..Jambo Bwana! Guten Tag, Herr!" zu rufen, wie es die überwiegende Mehrzahl aller anderen Neger tut.