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el-Arab, des Zusammenflusses von Euphrat und Tigris in den Persischen Goli Sowohl in Genf als auch anläßlich eines Besuches des irakischen Außen­ministers im Sommer 1935 in Teheran gelang es nicht, diese Differenzen auf dem Vertragswege aus der Welt zu schaffen. Ein deutliches Zeichen für den guten Willen, eine Einigung unter sich direkt zu­stande zu bringen, war nur die Tatsache, daß der Streit, dessen Beilegung bereits der Schlichtungs­maschinerie des Völkerbundes überantwortet wor­den war, diesem zwecks unmittelbarer zweifeitiaer Regelung wieder entzogen wurde Auch für > Kenner der Verhältnisse überraschend ist es nun Ende Juni in Bagdad gelungen den so lange ver­geblich versuchten Ausgleich herbeizuführen, wo­bei der türkische Außenminister, der vor seinem Teheraner Besuch sich in Bagdad aufhielt, wobl gute Vermittlerdienste geleistet haben mag. Nach­dem Anfang Juli der iranische und der irakische Außenminister ein die Zwistigkeiten am Schatt-el- Arab angeblich begrabendes Abkommen unterzeich­net hatten, war auch endlich das Gesamtwert des Diererpaktes abschlußreif geworden

Es erhebt sich nun die Frage, welche praktisch­politische Bedeutung dieser neu erstandenen Inter­essengemeinschaft für die Erhaltung des Friedens zukommt. Gewiß müssen vom Ueberschwang der vom orientalischen genius loci beflügelten Tisch­reden, die den Vertrag von Saadabad als ein Er­eignis von weltgeschichtlicher Tragweite priesen, Abstriche gemacht werden, wenn seine tatsächliche Bedeutung objektiv ergründet werden soll. Auf der anderen Seite ist es wirklich ein politisches Ereig­nis, das die Beachtung der Welt verdient, wenn sich vier Staaten, die einen Flächeninhalt von über 3,5 Millionen Quadratkilometer einnehmen, was der Oberfläche Europas ohne Rußland, die Randstaa­ten, Skandinavien und die britischen Inseln ent­spricht, zu einemBlock des Friedens" zu- sammenschließen. Mögen diesem Gebilde auch zwei­fellos geopolitisch, weltanschaulich und rassenmäßig starke widerstrebende Kräfte lnnewohnen, und stellt es auch keine einheitliche islamische Blockbildung gegenüber dem Westen dar, die manche Leute darin erblicken wollen, so bedeutet die schließliche Besie­gelung des Ausgleiches manchmal bedrohlich gewe­sener Spannungen doch ein moralisches Instrument, das, wenn es geschickt gespielt wird, ähnlich wie die B a l k a n u n i o n, die ebenfalls der türkische Außenminister zustande brachte, sich möglicherweise einmal nützlich erweisen kann; und zwar nicht nur in Einsicht auf das Verhältnis der vier Länder untereinander, die an den verschiedenen gegenseitigen Grenzen nicht ungefährliche Pulver­fässer stehen hatten, sondern vielleicht auch in grö­ßerem raumpolitischen Rahmen, da ähnlich wie der Balkan auch der vordere Orient von jeher als eine der Wetterecken der Weltpolitik betrachtet wer­den kann. Es würde deshalb ungerecht sein, allzu sehr nach Schönheitsfehlern zu fahnden und darüber das darin beschlossene unstreitige Verdienst zu über­sehen, daß auf Vorschlag der klugen und verant­wortungsbewußten Leitung der iranischen Außen­politik vier Staaten das Opfer der Beteuerung brachten, nicht mehr an alten Zwist denken zu wollen und damit ein neues Sicherheitsventil an dem Kessel anzubringen, in dem die politischen .Leidenschaften der Welt brodeln.

Viel wird auch darum gerätselt, welche Groß- imächte wohl hinter dem Pakt stehen und ob man Inun im Kreml oder im Foreign Office dies Ereig- inis auf die Habenseite des Hauptbuches schreiben ldürfte. Eine solche Fragestellung ist müßig. Mag es «auch wahr sein, daß Rußland nach dem Weltkriege Durch Zusammenschluß der asiatischen Mächte einen won der Ägäis bis an die chinesische Grenze reichenden neutralen Gürtel zwischen sich und die britischen Jnteressenzonen zu legen bestrebt war, miag sich vielleicht auch England lange Zeit gegen Die Geburt dieses Paktes gesträubt und nun nach- zgegeben haben, weil es empfand, sich nicht länger Dem Zwang der Entwicklung widersetzen zu kön- men, so war es doch das ureigene Kind der unab­hängigen vorderasiatischen Staaten, das in Saada- 8bab aus der Taufe gehoben wurde. Das höchste »Gut, das sich diese Länder nach dem Weltkrieae iiteilweise mit der Waffe in der Hand erkämpften, ist ihre Unabhängigkeit und man wünscht sie sich um jjeden Preis». auch den von tragbaren Opfern, zu erhalten, vor allem hofft man, nie wieder wie m früheren Zeiten zu Schachfiguren im Spiel der ^Großmächte herabzusinken, welche die Feindschaften iimb Eifersüchteleien ber Orientstaaten untereinan­der oft genug als Faktoreü in ihre eigene Rechnung i sinsetzten Gerabe auch, um biefe Gefahren in alle | Zukunft zu bannen, zog man ben magischen Kreis 1 Des Paktes von Saadabad. Gleichzeitig ist er ein [ leuchtendes Zeichen für bie starken Kräfte, bie in i Dem jungen orientalischen Nationalismus lebenbig I i'inb. Was vorausschauende Staatsmänner im Laufe i Der Zeiten stets vergeblich versuchten, nämlich b i e I gegenseitigen Spannungen ber brei Rassengruppen, der Türken, Jranier und Araber des Zweistromlanbes, bie unter ben gleich- gearteten geographischen unb geopolitischen Lebens- vebingungen Vorberasten bevölkern durch Sammlung unter bem allen gemeinsamen grü­ßen Banner des Propheten zum Ausgleich zu «ringtn, ist nun ben nationalistischen Regierungen dieser Völker gelungen, bie jedes von ihnen in sich selbst stark machten. All diese Erfolge waren Grund I ijenufl, ben Abschluß des Paktes, ber ein Vertrag iad) mobernem westlichen Muster ist, mit frohem Mäserklingen und schönen Frauen, die ihre Kind- eit noch im Dunkeln des Harems verbrachten, in linem orientalischen Schloß auf westliche Art zu ®iern.

Sie Londoner Lustmanöver.

Die Verteidigung blieb erfolgreich.

London, 12. Aug. (DNB Funkspruch.) In London und Umgebung fand am Mittwochabend «er zweite Teil die wegen ungünstiger Witterungs- ''erhältnisse verschobenen Flieger-Abwehr- ibungen statt An diesen Hebungen nahmen 340 Flugzeuge teil, und zwar dienten 200 der Verteidi­gung und 140 bem Angriff Neun Angriffsziele aaren ben angreifenden Fliegern aufgegeben. 42 Luftangriffe sind im Gebiet ber ßonboner Dock- inlagen durchgeführt worben Die Mehrzahl ber ungreifenben Flugzeuge näherte sich Lonbon aus restlicher unb nordwestlicher Richtung in einer löbe von 3000 Metern, um bann beim Angriff auf Äe Ziele auf 300 bis 600 Meter nieberzugehen. "labet kam es zu 37 Luftkämpfen. Soweit "nan bis jetzt festgestellt hat, sollen bie v e r l e i - Ngenden Streitkräfte im Ausmachen ber Angreifer einen vollkommenen Erfolg er= ; -:elt haben Allerbings würben sie von einer aus- <Lzeichneten Sicht bis zu 10 Kilometer Entfernung imb von wenig bewölktem Himmel begünstigt. Die <jord) tätig feit soll sich als sehr wirksam erwiesen haben.

Berlin einst und jetzt.

Der Berliner Spittelmarkt als östlicher Enbpunkt ber berühmten Leipziger Straße sah vor noch nicht zwei Menschenaltern im Jahre 1868 wesentlich anbers aus als heute. Damals stand noch die kleine Spittelkirche auf dem Platz, nach der dieser Markt seinen Namen erhalten hat. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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Der heutige Spittelmarkt stellt einen Mittelpunkt des Verkehrs dar. Diese Auf­nahme zeigt ihn von genau derselben Stelle, wie das alte Bild aus dem Jahre 1868. Die verhältnismäßig niedrigen Häuser sind verschwunden, die Kirche ist nicht mehr vorhanden, und besonders zu den Anfangs- unb Schlußzeiten ber Büros unb Geschäfte herrscht hier ein überaus lebhaftes Treiben. (Scherl-Bilderdienst-M.)

ben dortigen Konsul Drubbe beauftragt, Erhe­bung e n anzustellen. Wie dieser nach Rücksprache mit der Grazer Polizei feststellte, sind tatsächlich Trupvs junger Leute in mehrere Buchhandlungen eingedrungen und haben die Entfernung des FührerbuchesM ein Kampf" verlanat. Die Polizei schritt sofort ein und stellte die Perso­nalien der Leute fest, gegen die von Amts wegen vorgegangen werden wird.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer und Reichskanzler hat an ben bayerischen Ministerpräsidenten Siebert an­läßlich des 40jährigen Dienstjubiläums ein Handschreiben aerichtet, worin er ihm seine auf« richtigen Glückwünsche ausspricht und damit seinen tiefempfundenen Dank und seine herzliche Anerken­nung für all die Dienste verbindet, die der Jubilar in seiner amtlichen Arbeit, wie in seinem Wirken für die Bewegung während dieser langen Zeit dem deutschen Volke geleistet habe.

Um alle Arbeitskräfte zur Einbringung der Hackfruchternte sicherzustellen, hat der Beauftragte für den Vierjahresplan angeordnet, daß die Dienstzeit des Reichsarbeits­dienstes für den Sommerhalbjahrgang 1937 bis zum 24.Oktober 1937 verlängert wird.

Die Gesamtzahl ber Rundfunkempfangs- a n I a g e n im Deutschen Reich betrug am 1. August 1937 8 229 890, gegenüber 8 274 727 am 1. Juli. Im Laufe des Monats Juli ist mithin eine Abnahme von 44 837 Rundfunkteilnehmern (minus 0,5 v. H.) eingetreten, wie sie erfahrungsgemäß im Haupt­urlaubsmonat des Jahres zu beobachten ist. Unter der Gesamtzahl vom 1. August befinden sich 581 326 gebührenfreie Anlagen.

Bald nach Eintreffen des stellvertretenden Mi­nisterpräsidenten unb Finanzministers der chinesi­schen Regierung, Dr. K u n g, in Berlin, empfing er im Hotel Bristol einen Besuch von Reichsbank­präsident Dr. Schacht. Anschließend an diese Un­terredung war Minister Kung der Gast Dr. Schachts in dessen Landhaus.

Die Internationale Homöopathische Liga beschloß, die Tagungen alljährlich in einem anderen Lande durchzuführen, um dadurch den Stand der Homöopathie in den einzelnen Ländern besser feftstellen zu können. Zum nächsten Tagungs­ort wurde Monte Carlo bestimmt. Zum Prä­sidenten wurde erneut Dr. Gangliaroi (Rom) gewählt.

Nack zuverlässigen Nachrichten ist der sowjetrussi­sche Außenkommissar Litwinow-Finkelstein in Wien eingetroffen und in ber sowjetrufsischen Gesandtschaft abgestiegen. Auf telephonische Anfrage teilte die Gesandtschaft mit, daß sie die Nachricht weder dementieren noch bestätigen könne. Ueber ben Zweck biefer plötzlichen Reise Litwinows war bis­her nichts Näheres zu erfahren.

Nach längerer Krankheit ist der Kardinal- erzbifchof von Sevilla Dr. Jlundain ge­storben. Die Aufbahrung erfolgte im erzbischöflichen Palast, wo der Chef der nationalen Südarmee, General Queipo de Llano, sowie die Spitzen der Behörden dem Toten die letzte Ehre erwiesen. Staatschef General Franco hat ein in warmen Worten gehaltenes Beileidstelegramm an das Dom­kapitel von Sevilla gesandt.

Wieviel Beamte gibt es?

Oer Kampf um den Nankau-Paß.

Tokio, 12. Aug. (DNB. Funkspruch, Ostasien- dienst des DNB.) Die Agentur Domei berichtet über bie ersten Zusammenstöße japanischer Truppen mit ber Central-Armee am Nankau-Paß, baß bie chinesischen Kräfte aus brei Regimentern ber 89. Division bestäuben, bie in ausgebauten Feldstellun- gen eingenistet seien. Die Bewaffnung ber chinesi­schen Truppen sei gut; sie seien sogar mit Artillerie- unb Minenwerfern ausgerüstet. Andere Teile ber 89. Division marschierten ostwärts ber Eisenbahn in Richtung nach ber Dschehol-Grenze vor. Die Ge­samtstärke ber chinesischen Truppen im Gebiete Kal- gan-Tschachar wirb auf vier Divisionen an­gegeben. Die japanische Nordchina-Garnison teilt mit, baß es ihren Truppen gelungen sei, im Ver­lauf ber Kämpfe um Nankau den Bahnhof etnzunehmen. Weiter wird ein Gegenan­griff chinesischer Truppen mit Panzerzug unb Minenwerfern bei Lianghsiang 40 Kilo­meter südlich von Peiping gemelbet..Nach heftigem Kampf sei der Angriff von den japanischen Trup­pen zurückgeschlagen worden.

Wie Domei weiter berichtet, ist bie Ausräumungs­aktion ber japanischen Norbchina-Gamison in Pei­ping unb in Tientsin im vollen Gange. Alle Hauptverbindungswege seien von versprengten Gruppen ber 29 Armee gesäubert Allerbings seien unzugänglichere Gebiete noch mit versprengten Tei­len bieser Armee burchsetzt. In ber vergangenen Nacht versetzte ein lebhafter Feuerwechsel mit ver­steckten Resten ber 38. Division bie Bevölkerung von Tientsin erneut in Erregung

In Schanghai herrscht so berichtet Domei weiter, trotz ber augenblicklichen Stille ä u ß e r st e Spannung, ähnlich wie am Dorabenb ber Kämpfe von 1932. Stänbige Bewegungen chinesi­scher Sicherheitstruppen um bas Gebiet ber inter= nationalen Niederlassung, bie Aushebung von Be­festigungsanlagen bei Wusung, sowie bie Flucht ber chinesischen Bevölkerung aus angeblich bedroh­ten Stadtteilen würben eine gefahrenschwere Atmo­sphäre Hervorrufen. In einer dreistündigen Unter­redung mit bem Oberbürgermeister Schanghais, Pul, stellte ber japanische Generalkonsul Oka- moto am Mittwochnachmittag zwei Forderungen, beren Durchführung er als Vorbedingung einer Re- qelung für unumgänglich hielt. Er verlangte bie Zurücknahme der chinesischen Gendar­merie und die Beseitigung aller Dort ihr angelegten B e r t - i d i g u n g s w e r k e. Yui er- widerte, daß die Gendarmerie bereits ,n der au, den Zwischenfall folgenden Nacht aus den Stadt, teilen die eine starke japanische B-oolkerung au,, weisen, freiwillig zurückgezogen worden lei um weitere Zusammenstöße zu oermeibem Auch eien zur Beruhigung der oerängstigt-n Beoo kerung die Sandsackbarrikaden und Spanifchen Reiter die die ©enbarmerie angelegt habe, bereits besei­tigt worben. Eine weitere Zurücknahme der Gen­darmerie lehnte der Oberbürgermeister ab.

Domei berichtet: bie Forberung der japanischen Behörden nach Zurückziehung ber chinesischen Si­cherheitstruppen unb nach Zerstörung aller Befesti­gungen von chinesischer Seite feien bisher noch ü

nicht erfüllt worden. Der Generalkonsul forderte neuerlich die Zurückziehung ber Gendarme­rie unb betonte, baß bie entgegenfommenbe Er­klärung ber Stabtverwaltung vom Vortage durch bie Tatsachen wiberlegt werbe. Mittwoch sind im ganzen 14 japanische Kriegsschiffe, vier Kreuzer unb zehn Zerstörer, in Schanghai ein ge­laufen. Ein weiteres Lanbungskorps würbe ausgeschifft unb in ber japanischen Kaserne und japanischen Schule untergebracht. Außerdem liefen auch ein amerikanisches und zwei franzö­sische Kanonenboote sowie ein englischer Zer­störer in Schanghai ein.

Die durch bie Lanbung von japanischen Soldaten erhöhte Spannung in Schanghai veranlaßt die Fluggesellschaften, 's amtliche Verkehrsflug­zeuge von Schanghai nach Nanking zu über­führen. Auch bie Lokomotiven unb Eisen­bahnwagen mürben aus Schanghai zurückge­zogen, so baß der Eisenbahnverkehr nach Nanking und Hangtschau ein ge ft eilt ist.

Wieder 72Trotzkisten" ins wahre Gowjetparadies geschickt.

Moskau, 11. Aug. (DNB.) Wie die ostsibirische Prawda" vom 5. August aus Irkutsk berichtet, hat dort vor bem Obersten Militärtribunal der Sowjetunion ein neuer Monstreprozeß gegen 72 Funktionäre der Ostsibirischen Eisen­bahnen ftattgefunben. Alle 72 Angeklagten, die wie üblich desTrotzkismus, der Sabotage, ber Spionage zugunsten auswärtiger Mächte unb ber böswilligen Organisierung von Eisenbahnun- sällen" bezichtet würben, finb vom Gericht zum Tobe verurteilt worben, das Urteil ist be­reits voll st reckt. Mit diesem neuen Bluturteil, bas von ber Moskauer Presse, wie in allen voraus­gegangenen Fällen, verschwiegen wirb, erhöht sich die Zahl ber allein im sowjetischen Fernostge­biet unb allein unter ben Eisenbahnangestellten vor­genommenen Hinrichtungen auf 311.

Ucbergnffe der Vaterländischen Front in Graz.

Wien, 11. Aug. (DNB.) Von zuverlässiger Seite wirb aus Graz gemelbet, baß es bort zu bebauer- lichen Uebergriffen ber Vaterländischen Front gekom­men ist. Auch in Graz hatten die Buchhändler AdolfHitlersM e i n K a m p f" in den Schau­fenstern ausgelegt, nachdem die behördliche Erlaub­nis dazu oorlag. Ein Sturmtrupp der Vaterlänbi- slchen Front drang nun in verschiedene Buchläden ein, riß wahllos Bücher und Zeitschriften aus den Regalen und demolierte die Einrichtun­gen. Der Trupp soll von einem Funktionär der Vaterländischen Front und einem deutschen Emi­granten namens Gleßner, der beim klerikalenGra­zer Volksblatt" angestellt ist, angeführt worden sein. Es ist zu erwarten, daß die österreichische Regierung gegen diese Uebergriffe scharf voraehen wird.

Botschafter von Popen hat sofort, nachdem er über die Vorfälle in Graz verständigt worden war,

Diese Frage wird von derN S. - Beamten- z e i t u n g" auf Grund der Berufszählung von 1933 untersucht. Damals wurde in Deutschland eine Gesamtbevölkerung von 65,2 Millionen festgestellt. Unter ihnen befanden sick 32,3 Millionen Erwerbs- Personen, also 49,5 v. H. Der Bevölkerung. Darunter befanden sich 2 520 000 Personen, d«e in der öffent­lichen Wirtschaft angestellt sind, und zwar: 1 193 000 Beamte, Angestellte und Arbeiter der Hoheitsver­waltungen des Reiches, der Länder, der Kämmerei­verwaltungen bei Gemeinden und Gerneindeverbän- den. Das sind 4,5 v. H. der Erwerbstätigen. Hinzu kommen noch 1332 000 Beamte, Angestellte und Arbeiter der Reichsbahn, Reichspost, der Staats­und Gemeindebetriebe, der übrigen Körperschaften des öffentlichen Rechts, der Sozialversicherung, der Industrie- und Handelskammern, der Innungen, Zweckverbände, Kirchen usw. Das sind 5,1 v. H. der Erwerbstätigen, beide Hauptgruppen 4 zusarn- gerechnet also 9,6 v. H. Innerhalb der genannten Zahlen bilden die Beamten in leitender Stellung eine Gruppe von 28 100. Mit ihren Familienange­hörigen bilden Personen der öffentlichen Wirtschaft eine Bevölkerungsgruppe von 3 781 000 Volksge­nossen, also 5,8 v. H. der Gesamtbevälkerung von 65,2 Millionen. Anteilsmäßig ist jeder zehnte Er­werbstätige in der öffentlichen Wirtschaft beschäf­tigt, jeder 19. ist Beamter, aber erst jeder 36. Deut­sche ist Beamter in der öffentlichen Verwaltung. Diese Zahlen haben sick im Laufe der letzten Jahre durch die wachsenoen Aufaaben der staat­lichen Einrichtungen etwas verschoben, an dem Ge­samtbild wird sich aber nicht viel geändert haben.

Aus aller Well.

Deutsche ZHiffionsffafion in China durch Erdbeben zerstört.

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Der Leiter der deutschen Missionsstation i n Tsaotschaufu teilt mit, daß die Station durch ein Erdbeben, das am 1. August das Gebiet zwi­schen Nanking und Tientsin heimgesucht hatte,