Einzelbild herunterladen

Alle 53 Teilnehmer unserer Hamburger Expedi­tion sind pünktlich und wohlbehalten in Hamburg angekommen. Auf dem Bahnsteig erwartete uns eine größere Abordnung der NSDAP., um uns Hilfskräfte für den Transport unseres Gepäcks, so­wie Führer für die Auffindung unserer Quartiere und spätere Begleitung durch die Stadt und ge­planten Veranstaltung zur Verfügung zu stellen. In der Bahnhofshalle empfing uns zu unserem Willkommen eine SS.°Kapelle mit alten preußischen Militärmärschen. Die Organisation klappte vorzüg­lich. Alle Mitglieder der Trachtengruppen sind mit ihren Quartieren sehr zufrieden und loben einstim­mig die Gastfreundschaft ihrer Quartiergeber.

Nachdem sich alle Teilnehmer mehr oder weniger ausgeruht hatten (die meisten Jungens und Mädel zogen allerdings einen sofortigen Spaziergang durch die schönen anliegenden Straßen vor) versammel­ten wir uns am vereinbarten Treffpunkt, um zum Essen zu fahren. Das Essen:Richtige Hamburger Küche", d. h. gut und reichlich.

Anschließend unternahmen wir eine Rundfahrt durch das im blendenden Sonnenschein liegende, herrliche Hamburg, selbstverständlich die weltbe- rühmte Alster nicht vergessend. Was ich hier gleich oorwegnehmen möchte ist, daß das doch sonst als kalt" verschriebene Hamburger Publikum unsere verschiedene Trachten mit dem allergrößten und wärmsten Interesse begrüßte, ich möchte sogar sa­genbejubelte". Es gab ein lebhaftes Hin- und Herwinken. Die Sympathie der Hamburger steigerte sich noch (wenn überhaupt möglich), als wir nach

Bei herrlichem Sommerwetter begann am Sonn­tagnachmittag mit Volksbelustigung auf derHelle" das diesjährige Ausschuß fest, das sich eines sehr guten Besuches auch von auswärts erfreute. In der kommenden Nacht spielte sodann die Kapelle des Mufikvereins die üblichen Ständchen vor den einzelnen Häusern. Am Montagvormittag wurden auf dem Marktplatz 34 in Frankfurt a. M. woh­nende Laubacher, die dem dortigen Oberhessen-Ver­ein angehören, durch Bürgermeister H ö g y und Ausschußhauptmann Heinrich K r e i ck e r II. mit herzlichen Begrüßungsworten empfangen. Anschlie- zend versammelten sich die 13 Sektionen ebenfalls auf dem Marktplatz und marschierten unter Vor­antritt der Kinder und Gabenträger in den Schloß­hof, wo der vom Grafen gestiftete Hammel und die Hammelsgabe der Gräfin abgeholt wurden. Haupt­mann Kreicker dankte in seiner-Ansprache für die Stiftungen und lud die gräfliche Familie zur Teilnahme an dem Feste ein. Der Graf wies in seiner Erwiderung auf die tiefere Bedeutung dieses Heimatfestes hin.

Darauf bewegte sich der stattliche Festzug durch die von vielen Zuschauern umsäumten Stra- ßen der Stadt. .

Nach dem Würstchen-Frühstück auf dem Festplatz begann das H a m m e l s ch i e ß e n, an dem 426 Mann teilnahmen. Den Hammel gewann Landwirt Friedrich Frank II., die Hammelsgabe Flurschütz Hermann Göbel.

Die Preisträger auf dem Gabenstand wa­ren: 1. Friedrich Gramm (Frankfurt); 2. Karl Poth; 3. Friedrich Hofmann, 4. Heinrich Kopp; 5. Christian Lauth (Grünberg); 6. Friedrich Spuck III.; 7. Georg Franz; 8. Ernst Mönnig; 9.

Georg Heß schreibt aus Hamburg.

Oie ersten Erlebnisse der hessischen Trachtengruppen an der Wasserkante.

derAlsterrundfahrt" den Hafen mit der berühmten Elbbrücke" besichtigten. Zur körperlichen Stärkung beehrten wir bei dieser Gelegenheit einerichtige Hamburger Hafenkneipe mit unserem Besuch. Die Stimmung war sofort derartig, daß alle Welt tanzte.

Der Intelligenz eines unserer Stadtbegleiter ver­danken wir auch den eingehenden Besuch, resp. Be­sichtigung, der schwimmenden NS.-Jugendherberge Hein G o d e w i n d" und hatten gleichzeitig den wunderbaren Anblick des gerade zur Abfahrt be­reitliegenden KfF.-SchiffesMonte Sarmiento".

Die Fortsetzung dieser Hafenrundfahrt brachte uns zumElbtunnel". Dieses gigantische Meister­werk deutscher Technik hatte noch ein besonderes Interesse für uns, weil einer unserer Landsmän­ner am Bau beträchtlich beteiligt war.

Eine kurze Fahrt über die Reeperbahn (St. Pauli) führte uns dann wieder durch die Innen­stadt zu unserem bereits liebgewonnenen Stamm­lokalZum goldenen Kegel", Spadenteich, zurück, wo wir uns von den angenehmen Strapazen des Tages erholten.

Alles in Allem: Ein herrlicher Tag, in Sonnen­schein gebadet! Die gewonnenen Eindrücke wird kein Teilnehmer so leicht vergessen.

Wie häufig wir von den begeisterten Hamburgern geknipst wordrn sind, weiß ich nicht. Ich bin aber überzeugt, daß Aufnahmen unserer Gruppen mor­gen in allen Hamburger Tageszeitungen stehen.

Jetzt aber heißt esschlafen". Die Eindrücke des ersten Tages waren zu groß.

Laubacher Ausschuß 1937.

Arnold Enders; 10. Hch. Aug. Stengel; 11. Hch. Melchior; 12. Hch. Röder; 13. Horst Franz; 14. Friedrich Göbel; 15. Jöh. Friedrich Wagner; 16. Christoph Högel; 17. Friedrich Stotz; 18. Karl Kir­cher; 19. Otto Schneidt; 20. Karl Konradi (Langs­dorf); 21. Jcchs. Dörnis; 22. Aug. Palitsch I.; 23. Otto Emmelius; 24. Hans Wahl; 25. Karl Gromm (Frankfurt); 26. Franz Kraft; 27. Wilhelm Becker (Grünberg).

Den siegreichen Schützen wurden gegen Abend die Gaben in das Haus gebracht, während der Hammelschütze von dem Vorstand der Ausschuß- Gesellschaft und den Sektionen vor das Schloß be­gleitet wurde, wo ihm der Graf die Hammel­münze überreichte. Eine zweite Münze übergab der Graf, da der Hammel nur einem in Laubach wohnenden Schützen übergeben wird, dem besten Schützen des Tages, Wilhelm H o r n y aus Gießen, dem in Anbetracht seiner Verdienste um das Aus- fchußfest von der 10. Sektion ebenfalls ein Ham­mel gestiftet wurde. Am Abend und noch während der Nacht herrschte wie am Vortage auf derHelle" frohes Volksfesttreiben.

Der dritte Ausschußtag (Dienstag) begann wie alljährlich mit Ferkel- und Krämer markt. Es waren insgesamt 160 Tiere aufgetrieberr die zu den Durchschnittspreisen von 18 bis 30 Mark, je nach Alter, abgesetzt wurden. Am Nachmittag versammelten sich die Kinder vor dem Hause des Hauptmanns und zogen mit ihm sowie dem ge­samten Vorstand der Ausschuß-Gesellschaft nach dem Festplatz, wo bei Volksbelustigung und Kin­derspielen wie Hahnenschlag, Wettlauf, Hammel­schießen der Jungschützen-Sektton usw. das schöne Fest seinen Ausklang fand.

Bänke am See, Liegestühle auf den Altanen und Terrassen laden ein' zum Ausruhen. Für sechzig Frauen ist Platz in den schönen Tagesräumen und in den großen Schlafsälen. Vier Wochen lang in dieser schönen Luft, bei guter Verpflegung, in fro­her Kameradschaft genießen hier die Mütter eine ungewohnte, aber sehr wohltätig empfundene Ruhe. Unter der verständnisvollen Obhut der NS.-Schwe­stern werden gemeinsame Spaziergänge unternom­men, es wird geturnt, gespielt und gesungen. Die eine Hälfte des Tages ist so der gemeinsamen Un­terhaltung gewidmet, die andere Hälfte darf jede Mutter tun und lassen, was sie will. Da wird ge­schrieben oder gelesen, oder man überläßt sich ein­mal ganz seinen Gedanken und freut sich an der herrlichen Natur.

Manche, die sich erst nicht eingewöhnen konnten, die durch Trauer und überstandene schwere Schick­salsschläge seelisch zu sehr belastet schienen, haben im fröhlichen Kreis wieder Lachen und Froh­sinn gelernt, sie kehren heim, neu belebt an Körper und Geist, dankbar und voller neuem Lebensmut.

Die leitende Schwester zeigte den Gästen aus Gießen und Umgebung die praktische Einteilung der Tages- und Eßräume und in den oberen Stock­werken die luftigen Schlafsäle mit den Waschräu­men. Alle Mütter, die aus- und eingingen, hatten frohe, glückliche Augen, man sah es ihnen an, daß sie sich wohl und heimisch fühlten. F. K.

'1X Die deutsche Arbeitsfront

M ,

tl.9.=0cmeinfchaftfiraft durch frcuöc

Omnibusfahrl nach dem Nürburgring 13.6.37.

Abfahrt nach dem Nürburg erfolgt %4 Uhr am Haus der DAF. Für die Fahrt sind noch 2 Plätze frei. 40790

Lollar. 40560

Erwerbung des Reichssporlabzeichens. Der ange- kündigte Kursus der NSG.Kraft durch Freude" für die Erwerbung des Reichssportabzeichens be­ginnt am Sonntag, dem 13. Juni, vormittags 10 Uhr, auf dem Waldsportplatz. Der Kursus wird für Männer und Frauen gemeinsam durchgeführt. Die geforderten Uebungen sind absolut mittelmäßig. Zu ihrer Erreichung ist keine ausgesprochen sport­liche Veranlagung erforderlich. Der Kursus stellt ein fachgemäßesTraining" dar, vermittelt die Tech­nik der einzelnen Uebungen und steigert die Sei* stung, damit es allen Interessenten möglich sein wird, den geforderten Uebungsstoff zu beherrschen. Anmeldungen werden bei demKdF."-Wart Pg. Bender, Buderus-Werke, entgegengenommen.

Echachverein Alsfeld gegen Schachklub Gießen 2:6.

Obwohl Gießen nach dem schachstarken Alsfeld vier junge, in Turnieren noch nicht erprobte Nach­wuchsspieler gesandt hatte, konnte der hiesige Schach­klub die Reihe seiner Triumphe doch fortsetzen. Es wurde am vergangenen Sonntag in Alsfeld an acht Brettern gespielt. Gießen gewann fünf Partien, zwei wurden remis und eine ging verloren. Für Gießen siegten: Röhricht, Grimm, Mayer, van S t o k u m und S ch w a a b. O r n i n g und Dr. G e rh a rd , erzielten je ein Unentschieden. Damit wurde wieder einmal gezeigt, daß Gießen die füh­rende Rolle, die es immer im oberhessischen Schach­leben einnahm, auch heute beibehält.

8910 Futter- und Kartoffel-Silos in Heffen-Naffau.

LPD. Die einfachste, billigste und selbstverständ­lichste Art der landwirtschaftlichen Produktionsstei­gerung besteht darin, die Verluste an bereits ge­wonnenen Produkten zu verhindern. Nach Berech­nungen desReichskuratoriums für Technik in der Landwirtschaft" gingen bisher rund 19 Millionen Doppelzentner Futterkartoffeln für die deutsche Schweinemästerei jährlich bei den üblichen Mieten­lagerungen verloren. Würden alle Futterkartoffeln eingesäuert, so könnten rund zwei Millionen Schweine mehr gemästet werden. Darum hat der Reichsnährstand eine seiner größten Aufgaben darin gesehen, den Bau von Behältern zur Einsäuerung von Grünfutter und Kartoffeln zu fördern. Seine Maßnahmen haben zu dem Erfolg geführt, daß sich am 1. Januar 1937 die Anzahl der Silos gegenüber dem Stande vom 1. Januar 1936 um 55,8 v. H. und der Fassungsraum um 34,5 v. H. erhöht hat, so daß zu Beginn dieses Jahres im Reiche 238 500 Silos mit einem Fassungsraum von 5 322 700 cbm vorhanden wären.

In Hessen-Nassau wurden im Jahre 1935 3027 Futtersilos neu errichtet, die ein Fassungs­vermögen von 23 046 cbm hatten. Im Jahre 1936 stieg die Zahl der neu erbauten Silos dann auf 4852 mit einem Fassungsvermögen von 39 499 cbm. Insgesamt waren am 1. Januar 1937 in der Pro­vinz Hessen-Nassau 8910 Silos für Grünfutter und Kartofseln vorhanden, deren Fassungsraum 83 676 cbm betrug.

Neben der Anzahl der Behälter und dem Fas­sungsraum ist auch die Zahl der Betriebe, in denen Silos ermittelt wurden, von Bedeutung. Don 162 267 landwirtschaftlichen Betrieben über 0,5 ha Gesamtfläche waren in Hessen-Nassau zu Beginn des Jahres 5187, das sind 3,2 v. H. der Betriebe, Hoch- und Grubensilos eingerichtet, und zwar wa­ren bis zum Jahre 1934 in 540 Betrieben Gär­futterbehälter errichtet, im Jahre 1935 wurden in 589 und im Jahre 1936 in 4058 Betrieben neue Silos gebaut.

Gießener Wochenmarktpreise.

* G i e ß e n, 12. Juni. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10%, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, Winsing, Vz kg 12 bis 15, Weißkraut 12 bis 15, gelbe Rüben, das Bündel 15 bis 20, rote Rüben 12, Spinat 18 bis 20, Römisch­kohl 12 bis 15, Bohnen, grün, 25 bis 30, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 40 bis 60, Zwiebeln 15 bis 18, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln, alte, kg % 5 Pf., 5 kg 46 Pf., 50 kg 3,85 bis 3,95 Mark, neue, % kg 11 bis 15 Pf., Kirschen 35 bis 50, Stachel­beeren 30, Erdbeeren 30 bis 65, Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 20 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 15 bis 50, Oberkohlrabi 10 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 5 bis 15 Pf.

** Der Skagerrak-Platz, das Ehrenmal für die Helden der See, das am vergangenen Sonn­tag geweiht wurde, soll für alle Zeit unserer Stadt zur Ehre gereichen. Es sollte deshalb keiner be- sonderen Aufforderung bedürfen, dieses Ehrenmal, seine Grün- und die Wasserfläche, stets in un­

tadeligem Zustande zu halten. Leider besteht be- rechtigter Anlaß zur Klage darüber, daß gedanken­lose Volksgenossen den Platz durch Scherben, Blech­dosen und Papier bereits verunzierten. Es wäre zu wünschen, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um diesem Uebelstande Abhilfe zu schaffen.

** Tränkt die Tiere. Die außergewöhnliche Hitze dieser Tage gibt Veranlassung, ein gutes Wort an die Tierhalter zu richten. Tränkt während des Tages die Pferde! Ein Schluck frisches Wasser er­frischt die erschöpften Tiere genau wie die Men­schen. Vergeßt auch die Kettenhunde nicht! Es ist eine bekannte Tatsache, daß Hunde, besonders im Sommer, sehr leicht von der Tollwut befallen wer­den, wenn sie nicht täglich frisches Wasser erhalten. Leider wird das gerade in der heißen Jahreszeit besonders auf dem Lande vielfach übersehen. Es ist Pflicht jedes Hundebesitzers, besonders den an­gefetteten Hofhunden stets frisches Wasser in den Trog zu schütten. Die Stallhasen brauchen ebenfalls Erfrischung. Die Hasenställe bringe man möglichst in den Schatten und setze sie nicht der glühenden Sonne aus. Durch das gutgemeinte dichte Verhän­gen der Ställe ist die Ausdünstung desto drücken­der. Habt auch Erbarmen mit dem Geflügel. Vögel in Käfigen brauchen Wasserbad, besonders wenn diese Naturgeschöpfe bei Platzmangel in die Küche gebracht werden.

** Bestrafung von Schwarzhörern. In der Zeit von Januar bis März sind 224 Fälle der Errichtung und des Betriebs nicht genehmigter Funkempfangsanlagen strafrechtlich verfolgt wor­den. Verurteilt wurden 170 Personen, davon 163 zu Geldstrafen von 5 bis 200 RM. und sieben zu Gefängnisstrafen von einer Woche bis zweieinhalb Monaten. Weaen Beihilfe oder Mittäterschaft wur­den zwei Personen beftraft.

** Kein Ballspiel auf der Straße. Die Klagen über Belästigungen von Fußgängern und Verkehrsteilnehmern durch Kinder und Halb­wüchsige, die sich öffentliche Straßen und Plätze zum Ballspielen und anderen Spielen aussuchen, mehren sich, ehe noch die großen Sommerferien be­gonnen haben. Don der Hessischen Polizeidirektion wird daher nachdrücklich darauf hingewiesen, daß diese Unsitte nicht nur unzulässig, sondern in hohem Grade gefahrbringend ist. Ungezählte Todesfälle und gesundheitliche Beeinträchtigungen sind bereits dadurch entstanden, daß in ihr Spiel vertiefte Kin­der jede Aufmerksamkeit verloren und Opfer des Straßenverkehrs in den Städten und Dörfern wur­den. Die Eltern werden daher dringend an . ihre Aufsichtspflicht gemahnt, bei ihrer Aufsicht über ihre Kinder ernstlich an diese Gefahren zu oenten und zugleich ihre Kinder zu der erforderlichen Rücksicht auf die Straßenpassanten anzuhalten. Es geht auch nicht an, daß Kinder, Halbwüchsige und' gar Er­wachsene auf unbebauten Grundstücken Ball usw. spielen, wenn in unmittelbarer Nähe von Wohn­häusern dadurch unzumutbare Ruhestörungen für die Anwohner entstehen. Alle Ball- und sonstigen Spiele gehören auf die von der öffentlichen Hand in entgegenkommender Weife geschaffenen Spiel- und Sportplätze, nicht aber auf Straßen, Plätze und solche Grundstücke, die in der Nähe von Wohn­stätten liegen. Die Polizeibehörden sind angewiesen

worden, gegen Verstöße mit allem Nachdruck vor­zugehen.

** Kriegerkameradschaft 1874 Gie- ß e n. Die Führerschaft hatte die Kameraden für Dienstagabend in den Burghof zu einer Monats- vevsammlung eingeladen. Neben einigen geschäft­lichen Besprechungen (Reichskriegertag am 26. und 27. Juni in Kassel) stand im Mittelpunkt des Abends ein Vortrag von Kamerad Dr. Kaufmann über aktuelle Fragen im Orient, bef. in Palästina und Aegypten. De.r Vortragende hat lange Jahre als Pionier für das Deutschtum im Orient gewirkt. In mehr als einftünbiger Rede gab er den Kameraden einen Einblick in die Verhältnisse des Morgen­landes vor und nach dem Weltkrieg und schilderte besonders die heutigen Kämpfe zwischen Arabern und Juden in Palästina. England habe in Palästina in jeder Hinsicht wichtige Aufbauarbeit geleistet, doch mache es ihm jetzt viel Sorge, wegen seiner Versprechungen, die es im Weltkriege sowohl den Arabern, als auch den Juden gegeben habe. Wenn ihm auch das Mandat über Palästina deswegen zur Zeit viel Sorge bereite, so könne es doch wegen des Charakters des Landes als Brückenland zum Suezkanal und nach Aegypten nicht auf sein Man- bat verzichten, auch nicht wegen seiner Vormachts­stellung im Mittelmeer und seines Verhältnisses zu Italien. Ganz mit Recht betonte der 1. Kamerad- schaftsführer, daß dieser Vortrag die aktuellen Fra­gen des Orientes von höherer Warte behandelt habe, und daß darnach manche Vorgänge im Mit­telmeer und Orient verständlicher erschienen. Er­wähnt sei noch, daß zur Zeit das Deutschtum in Palästina in hohem Ansehen stehe. Mit dem Dank an den Vortragenden schloß der 1. Kameradschafts­führer die anregende Versammlung in der üblichen Weise.

Seefisch a h o i!" Dem Seefischverbrauch, dem ungenutzt schwimmenden Millionenkapital, wird große Beachtung wegen seiner volkswirtschaftlich und hauswirtschaftlichen Bedeutung beigeniessen. Nachdem es gelungen ist, die Arbeitslosigkeit an den Küsten zu beheben, müssen nun alle Kräfte eingesetzt werden, um das Kapital aus dem Meere dem Volke dienstbar zu machen. Diesen Bestrebun­gen diente der Aufklärungsabend im CafL Leib, bei dem der Gießener Seefischeinzelhandel aemein- sam mit der Gas-Gemeinschaft Gießen-Wieseck den Nachweis dafür erbrachte, daß bei den modernen Errungenschaften in der Küche die Pavole:Zwei­mal in der Woche Fisch auf den Tisch!" auch in die Tat umgesetzt werden kann. In einem anschau­lichen Lichtbildervortrag schilderte Werbeleiter E. W. Müller (Waldeck'-Wesermünde) den Umfang und die Bedeutung des deutschen Hochseefischfanges. Durch einige Zahl'enbeispiele wurde der Wert dieses Kapitals verständlich gemacht, das auszunutzen, nun Sache der deutschen Hausfrau ist. Der 1936 mit rund 67 Millionen Mark errechnete Wert des Fisch­fanges illustriert am deutlichsten die aussichtsreiche Erhöhung unseres Dolksvermögens. In sehr ein­gehender und interessanter Weift zeigte Fräulein Mertens den Männern und'Frauen, wie mit Hilfe der modernen Eiskühlschränke und der Koch­herde, die die Gas-Gemeinschaft in ausreichender Anzahl zur Benutzung und zur Ansicht überlassen

hatte, der reiche Segen dem ganzen Volke nutzbak gemacht werden kann. Sie zerstreute damit die Be­denken der Großmütter, daß Fisch nur im Mutter verwendet werden könnte und beseitigte die Be­fürchtungen der Hausfrau, daß Fischspeisen nicht ge­nügend vorhalten. Durch einige sehr leckere yv\d); gerichte unter reichlicher Verwendung von allerlei Gemüsen und auch als Einopfessen ging die aus- gezeichnete Köchin den Hausfrauen nicht nur mit praktischen Raschlägen zur Hand, sondern bewies überzeugend, das die richtige Zubereitung auch dem einfachen Haushalte eine gesunde und angenehme Abwechslung des Speisezettels ohne große Kosten sein kann. Von den reichlich bargebotenen viel­fältigen Fischgerichten wurde reger Gebrauch ge­macht.

Amtsgericht Gießen.

Der W. B. von Treis an ber ßumba entwenbete im Herbst vorigen Jahres bis in die neueste Zeit in Treis an der Lumda, Mainzlar und Lollar in zwölf Fällen Hühner im Gesamtwerte von etwa 300 Mark. Die Hühner hat er zum Teil geschlachtet ür sich verbraucht und zum großen Teil auf dem Wochenmarkt zu Gießen zu den üblichen Preisen verkauft. Das Gericht verurteilte ihn zu einer G e ängnisftrafe von fünf Monaten.

i

Aus der engeren Heimat.

Schadenfeuer durch Blitzschlag.

* Rödgen, 12. Juni. Das Gewitter, das gestern nachmittag lange Zeit drohend über unserer Land­schaft stand, hat in unserem Dorf erheblichen Schaden angerichtet. Ein Blitz schlug in die Scheune des Landwirts Karl Rocker, Bahnhofstraße 11, ein und zündete. Innerhalb kurzer Zeit ging die Scheune, die mit Heuvorräten aefüllt war, in Flammen auf und wurde vollständig ver­nichtet. Die örtliche Feuerwehr, die sofort nach ber Brandstelle ausrückte, mußte sich darauf be­schränken, die umliegenden Gebäude zu schützen. Nach etwa einftünbiger Arbeit war die Gefahr be- seittgt. Das Vieh konnte gerettet werden. Die her­beigerufene Kreismotorspritze von Gießen brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Der entstandene Schaden ist erheblich.

Das Licher Walvschrvinunbad vor der Vollendung.

<D L i ch, 11. Juni. Das Waldschwimmbad der Sttdt Lich geht seiner Vollendung entgegen. Am vorigen Sonntag wurde es, obwohl noch nicht ganz fertiggestellt, für die öffentliche Benutzung frei-ge­geben. Ein Bademeister maltet seines Amtes und trägt Sorge dafür, daß der Badebetrieb in geord­neten Bahnen verläuft. Der Andrang am Sonntag bei der Eröffnung war sehr stark, das Bad zählte an dem Tage etwa 600 Besucher. Täglich wird es von Einheimischen und Fremden, namentlich auch von Gießen aus, aufgesucht, die sich an einem er­quickenden Bad erfrischen wollen.

Den Besuchern, die von der Gießener Straße kommen, bietet das zwischen Bäumen gelegene Waldschwimmbad ein ganz reizvolles Bild. Der große Baderaum für Schwimmer hat eine Länge von 100 Meter und eine Breite bis zu 80 Meter mit Schwimmbahnen von 50 und 100 Meter. Fer­tiggestellt sind ebenfalls der große ßauffteg und die beiden Becken für Nichtschwimmer; das größere mißt 15 mal 8 Meter bei einer Tiefe von 1,20 Me­ter, das kleinere 10 mal 8 Meter bei einer Tiefe von 0,80 Meter, die Fußböden sind gedielt. Die noch anzulegenden Brausen werden in den nächsten Tagen eingerichtet.

Auf der Ostseite des Seedammes befindet sich die große ßiegemiefe mit einem Planschbecken von etwa 6 mal 6 Meter für die Kleinsten. Die Aus- unb Ankleideräume werden gegenwärtig aufge­baut. Für einen Parkplatz für Fahrzeuge jeglicher Art wird ebenfalls gesorgt.

Die gesamte Anlage steht kurz vor ber Voll­endung und verspricht eine der schönsten Badean- lagen der näheren und weiteren Umgebung zu wer­den. Die Einweihung, zu der auch die Vertreter der Behörden kommen werden, soll Anfang Juli in Gestalt eines Schwimm- und Volks- f e ft e s vorgenommen werden.

Ralsherrensitzung in Alsfeld.

-l- Alsfeld, 11. Juni. In der letzten abgehal­tenen Sitzung befaßte man sich mit dem Nach­tragshaushaltsplan für das Rech­nungsjahr 1937 und ber Festsetzung ber Steuerhebesätze. Bürgermeister Dr. Völ- sing gab einleitend einen Ueberblitf über die Realsteuerreformgesetzgebung vom 1. Dezember 1936 und insbesondere über die Neuregelung der Ge­werbesteuer unter besonderer Berücksichtigung des Uebergangsjahres 1937. Die Gesamtumlage ein­schließlich der Umlagen für das ßanb Hessen, Pro­vinz, Kreis und Stadt Alsfeld beträgt für das Rechnungsjahr 1937 218 167 RM. Hiervon ver­bleiben als Umlage für die Stadt 136 310 RM., während 81857 RM. als Umlage an die seitheri­gen Steuergläubiger abzuführen sind. Der Haus­haltsplan der Stadt Alsfeld schließt hiernach in Abteilung I und II mit 554 500,38 RM. ab. Die Hebesätze wurden wie folgt festgesetzt: für Gebäude und Bauplätze von seither 41,4 Rpf. auf 42,3 Rps-, für den land- und forstwirtschaftlichen Grundbesitz von seither 62,4 Rps. auf 62,7 Rpf. Der einheit­liche Hebesatz für die Gewerbesteuer wurde auf 273 v. H. festgesetzt. Die Zweigstellensteuer wurde auf 355 v. H. festgesetzt. Der Hebesatz für die Son­dergebäudesteuer wurde wie im Vorjahr auf 54,9 Rpf. von den Steuerwerten bis 7000 RM., und auf 47,9 Rpf. von den Steuerwerten über 7000 RM. festgesetzt. Unter Zugrundelegung dieser Steuersätze wird mit einem Gesamterträgnis von 218 167 RM. gerechnet, welches, wie oben bargelegt, verteilt wirb. Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende eine Auskunft über die von privater Seite angeregte Errichtung einer Groß- tank st eile in Alsfeld. Nach einer Mittei­lung der Obersten Bauleitung Frankfurt ber Reichs­autobahnen wird voraussichtlich an der Anschluß­stelle Alsfeld von der Reichsautobahn eine Tank­stelle errichtet. Die geplante Tankstelle innerhalb Der Stadt dürfte daher nach Ansicht der Obersten Bauleitung nicht in Betracht zu ziehen sein. Außer­dem würde sie der Genehmigung des Generalinspek­tors für das deutsche Straßenwesen bedürfen.

3n die Heugabel gestürzt

ßpb. Alsfeld, 11. Juni. Ein 12jähriger Junge in Ohmes wollte auf dem Fahrrad zwei Heugabeln auf das Feld bringen. Er stürzte dabei vom Rad, wurde durch die Gabeln schwer verletzt und erlitt außerdem eine Gehirnerschütterung.