Ausgabe 
12.5.1937
 
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Mittwoch, 12.MNM

187. Jahrgang

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An der Jahre der Opfer der ,,Hmdenburg"-Kalastrophe.

öer Geist der Toten gibt uns die Stärke, weiter zu wirken für Deutschlands Lustfahrt."

Neuyork, 12. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Für sämtliche Opfer des Lakehurster Luftschiffunglücks fand am Dienstagabend auf dem mit Flaggen und Blumen geschmückten Pier 86 des Hapag- Lloyd eine ergreifende Trauerfeier statt. Angehörige des SA.-Marinesturms des Dampfers Hamburg" hielten vor den 28 fahnentuchbedeckten Särgen mit den für Europa bestimmten Toten, vor­wiegend Reichsdeutschen und einem Schweden, die Ehrenwache.

Als Vertreter des amerikanischen Bundesheeres waren für General McCoy Oberst Baired, für die Morine Konteradmiral L a n i n g , für die Luft­waffe Commander Rosendahl erschienen. Alle drei Waffengattungen hatten Ehrenwachen gestellt. Auch der frühere amerikanische Botschafter in Ber­lin, Schurmann, war gekommen, ferner der österreichische Generalkonsul F i s ch a u e r , der schwedische Generalkonsul K a st e n g r e n, sowie der italienische Generalkonsul Vechiotti, eine Ab­ordnung des amerikanischen Frontkämpferverbandes American Legion", sowie Generalkonsul Borchers, der deutsche Militär- und Lustfahrt- attachö Generalleutnant von Bötticher, Ma­rineattache Admiral W i t t h o e f t, Emden, und zahlreiche deutsche und amerikanische Trauergäste. Nachdem die Fahnenabordnungen der deutsch-ame­rikanischen Verbünde an den Särgen vorbeidefiliert waren und ein evangelischer und ein katholischer Geistlicher gesprochen hatten, hielt

Botschafter Luther

im Namen der deutschen Reichsregierung eine An­sprache. Er widmete allen Toten Worte des Ab-

Berlin, 11. Mai. (DNB.) Reichswirtschafts­minister Dr. Schacht sprach im Berliner Sport­palast gelegentlich einer Einschreibung^ und Frei­sprechungsfeier für Lehrlinge der handwerklichen, kauf­männischen und industriellen Betriebe. Der Minister führte u. a. aus: Seitdem der Führer mir die Ver­antwortung für die deutsche Wirtschaftspolitik auf­erlegt hat, erfüllt mich die Sorge um die Auf- rechterhaltun g und Steigerung des fachlichen Könnens unserer Heran­wachsenden Jugend. Die vielfachen Lücken in dem technischen Lehrkörper unserer Hochschulen, der erhebliche Rückgang in der Anzahl unserer Stu­denten auf dem Gebiete der exakten Wissenschaften, die derzeitige überstürzte Nachfrage für alle Arten Handarbeiter drohen die qualifizierte fachliche und berufliche Ausbildung zu vernachlässigen, die die deutsche Wirtschaft in den letzten 60 Jahren groß gemacht hat. Wenn Deutschland im Wettbewerb mit den übrigen Nationen seine Stellung behalten will, wenn es durch seinen Export die mangelhafte Roh­stoff- und Ernährungslage wettmachen will, so darf es die technische Ueberlegenheit, die es vor anderen Nationen voraus hat, nicht d e r * koren gehen lassen. Mit ihr steht und fällt die deutsche Wirtschaft. Es ist klar, daß eine solche Ausbildung nicht nur theoretisch erfolgen darf, sondern im praktischen Betriebe unter ver­antwortungsvollen Betriebsführern erfolgen muh. Das gilt für den handwerklichen und kaufmännischen Lehrgang genau rote für das Hochschulstudium.

Die verschiedenen vom Führer ermächtigten Verordnungen tegen die gesamte fachliche Be­rufsausbildung der gewerblichen Wirtschaft ein­deutig in die Hand des Reichswirt, f ch a f t s m i n i ft e r s, der sich dazu nach dem Dillen des Führers der I n d u ft r i e - und Handelskammer einerseits, der Hand­werkskammern und Innungen an­derseits bedient. Die Berufsausbildung ist ein fo lebensnotwendiges Element der deutschen Wirtschaftspolitik, daß hier jedes Aus ein- anderklaffen unter allen Umständen ver­mieden werden muß. Ich freue mich, fest­stellen zu können, daß der Führer und Reichs­kanzler der fachlichen und beruflichen Ausbil­dung unseres gewerblichen Rachwuchses seine sorgfältige Aufmerksamkeit zuge­wandt und mich beauftragt hat, ein um­fassendes Gesetz über die fachliche und berufliche Ausbildungimhan- del und Gewerbe beschleunigt vorzulegen. In diesem Gesetz werden alle bisherigen Ein­zelmahnahmen zusammengefaht und einheitlich im nationalsozialistischen Geiste ausgerichtet werden.

Da nicht jeder Jugendliche geeignet ist, eine ge­regelte Lehre durchzumachen und da für bestimmte Lehrberufe besondere Eignungen vorliegen müssen, habe ich seinerzeit angeordnet, daß innerhalb der Reichsgruppe Industrie die von der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung durchgeführte Berufs­beratung als geeignete Maßnahme einer ord-

schieds und gedachte in tiefer Anteilnahme auch der Nichtdeutschen, die unter den Opfern seien, sowie der Tatsache, daß auch Amerika nicht von diesem Schick­salsschlag verschont geblieben sei. Er wisse, so sagte er, aus dem Geist der Ueberlebenden und der noch an das Krankenbett Gefesselten, daß der Geist der Toten voller Mut und Manneszucht ge­wesen sei. Nie werde man alle die Heldentaten er­fahren können, die in dem kurzen Zeitraum nach dem Ausbruch des Feuers vollbracht wurden. Es seien Taten der größten Tapferkeit und der größten Liebe gewesen. Das schreckliche Unglück habe ungeheure Kräfte des Guten und Starken in den Menschen ausgelöst. Sein wärmster Dank gelte allen denen, die auf amerikanischem Boden alles einsetzten, und ihre Hilfsbereitschaft be­wiesen.

Botschafter Luther gedachte dann besonders der deutschen Besatzung, die in höchster vaterländischer Pflichterfüllung gestorben ist, und deren Besten einer Kapitän Lehmann war. In ihm sei ein Stück Geschichte der deut­schen Luftfahrt dahingegangen, aber die Kraft, weiterhin Luftschiffe zu bauen, weiter den Kampf mit den Elementen aufzunehmen, sei geblieben.

Die deutschen Nationalhymnen, die nun gesungen wurden, wollten nicht nur die deutschen Toten ehren, sondern durch sie wurde auchdenOpfern der anderen Nationen, die in dem gemein­samen Schicksal den Tod sanden, gehuldigt. Dann gedachte

nungsmäßigen Berufslenkung vorgeschaltet wird. Da weiterhin eine gedeihliche Entwicklung der Wirtschaft nur zu erreichen ist, wenn Be­triebsführer und Gefolgschaft mit brauchbaren Lehrmitteln hie Weiterbildung betreiben, so habe ich bereits 1935 den Ausschuß für technisches Schulwes en damit beauf­tragt, als Beratungsorgan für die Gestaltung des technisch-wirtschaftlichen Ausbildungswesens zur Ver­fügung zu stehen. Um ferner fachlich und sozial ord­nungsmäßige Lehrverhältnisse zu schaffen, hat die Reichswirtschaftskammer ein Lehrver - tragsmufter herausgegeben. Ich habe die In­dustrie- und Handelskammern angewiesen, nur solche Lehrlinge in die Lehrlingsrolle einzutragen, deren Lehrvertrag auf Grund dieses Lehroertragsmusters abgeschlossen ist. Die L e h r l i n a s r ol l e n geben zusammen mit den Ergebnissen Der Gehilfen- und Gesellenprüfung die Unterlagen für die sachkundige Überwachung der Berufsausbildung in den Betrie­ben und ermöglichen eine vlanmäßige Lenkung un­seres beruflichen Nachwuchses. Die Eintragung eines Lehrlings in die Lehrlingsrolle ist Voraussetzung für die Zulassung zu den gesetzmäßigen Prüfungen der Industrie- und Handelskammern. Diese gesetzlich ver­ankerten Prüfungen der Kammern und Innungen dürfen keinesfalls in den Tages st reit hineingezogen werden. Ich bin als zuständi­ger Minister jederzeit bereit, Anregungen und Wünsche sorgfältig zu prüfen, wie ich ebenso für mich in Anspruch nehme, die in meinen Zuständig­keitsbereich fallenden Gesetze und Verordnungen hinsichtlich der Zuständigkeiten und des Aufbaues der mir nachgeordneten Stellen verbindlich auszu­legen.

Meine lieben jungen Freunde! Ihr erlebt es täg­lich, daß Ihr am Beginn einer neuen^eit steht. Mit heißem Herzen und jugendlichem Heben schwang sollt ihr euch dieser Zeit freuen, aber ver-

Commander Rosendahl

der deutschen Kameraden in herzlichen Worten. Aus der Asche des LuftschiffesHindenburg" würden, so sagte er, bessere und sichere Luftschiffe entstehen. Der schwedische Generalkonsul Kastengren drückte dann sein und seiner Landsleute Mitgefühl mit der Trauer der deutschen Nachbarn aus. Er gab der Heberzeugung Ausdruck, daß die deutsche Luftfahrt auf dem Gebiete des internationalen Ver­kehrs, aus dem LZHindenburg" die Bewunderung der Welt besaß, zu noch größeren Leistun­gen angespornt werde.

Für die gerettete Mannschaft richtete Kapitän

Bauer Worte des Abschieds an seine toten

Kameraden und an die Fluggäste.Unsere

Kameraden haben ihr Leben gelassen, aber ihr Gei st gibt uns die Stärke, wei­ter zu wirken für Deutschlands

Luftfahrt!"

Das Lied vom guten Kameraden geleitete die Toten zur letzten Heimfahrt, die die meisten noch heute an Bord des DampfersHamburg" antreten. Die sterblichen Ueberrefte des Kapitäns Lehmann werden noch bis zur Ankunft feiner Frau in Neuyork bleiben. Außenminister Hüll hatte als seinen Vertreter den Chef des Pro­tokolls zur Trauerfeier entsandt.

geßt nicht dabei, daß schwer Errungenes nur der bewahren kann, der d u r ch w ir k - liche dauernde Leistung in der täglichen Ar­beit seinen Mann steht.

Fachliches und berufliches können ist die Voraussetzung jeder Leistung. Talent und selbst Genialität bedürfen innerer Zucht und eisernen Fleißes, um mehr als Eintags­erfolge zu erreichen. Und ein Zweites möchte ich euch ans herz legen, kein Gemeinwesen und vor allem kein Staat gedeiht, der nicht auf Gesetzlichkeit, Ordnung und Disziplin aufgebaut ist. Recht und Gesetz sind die Voraussetzungen jeder Disziplin, keine Ordnung kann bestehen, wo Ungerechtigkeit herrscht. Und endlich ein Letztes: habt Ach­tung vor dem können anderer. Dankt euren Lehrern und Meistern dafür, daß sie das können, das sie selbst sich angeeignd haben, euch übermitteln. Sie geben euch von dem Besten, was sie im Leben errungen haben. Aus dieser Tradition des voran­schreitenden Schassens beruht die große soziale Gemeinschaft und das Gemeinwohl eines Volkes. Nirgends kommt diese Gemeinschaft so zum Ausdruck wie in dem Verhältnis zwischen Lehrling und Lehr­herrn.

An euch aber, ihr Lehr Herren und ihr Eltern dieser deutschen Jugend, die wir heute in unserem Kreise feierlich empfangen, richte ich die Mahnung, nicht müde zu werden in der Erziehungs­aufgabe, die wir unseren Kindern schuldig sind. Führen Sie sie und unterrichten Sie sie im Geiste der Wahrheit, des Rechtes und der Gemeinschaft!

lose ausdrückt, entfällt in erster Linie auf die Be­rufsgruppe Bergbau (minus 24 000), Beklei- dun g s - und Spinn ft offwerke (insgesamt minus 22 000) und M e t a l l g e w e r b e (minus 8000). Im April war in allen Berufsgruppen eine weitere Abnahme der Arbeitslosigkeit zu verzeich­nen. Ein starker Entlastungsimpuls ging dabei wei­terhin von den Arbeitsmöglichkeiten in den Außen­berufen aus; Arbeitslose, die in ihrem Beruf noch keine Beschäftigung gefunden haben, konnten dadurch in großem Umfange in Arbeit und Brot gebracht werden.

*

Die Tatsache, daß zum erstenmal seit dem Wirt­schaftszusammenbruch unter dem Nooembersystem die Zahl der Arbeitslosen wieder unter d i e Millionengrenze gesunken ist, darf wohl als ein besonders markanter Erfolg der deutschen So­zialpolitik unter Adolf Hitler bezeichnet werden. Ge­wiß stellt die Millionengrenze nur einen mehr zu- fälligen und äußerlichen Abschnitt in der Entwick­lung der Arbeitsschlacht dar. Aber der außer­ordentlich starke Rückgang der Erwerbslosenziffer um 285 000 während des vorigen Monats hat dar­über hinaus auch eine wesentlichere Bedeutung, weil er den gesunden und fortdauernden Charakter unserer werteschaffenden Politik unterstreicht. Wäre das, was die nationalsozialistische Wirtschaftsfüh­rung aufgerichtet hat, nur ein künstliches Konjunk­turgebäude, das durch rein finanzielle Manipu­lationen, durch Lohn- und Preismanöver aufrecht­erhalten werden müßte, so hätte die Arbeitslosen- Statistik wohl schon längst den Rückschlag jenes sagenhaften Konjunktur-Rhythmus spüren müssen, den die liberalen Wirtschaftstheoretiker erfunden haben. Statt dessen reiht sich in Deutschland ein Arbeitssieg an den andern. Mit dem allgemeinen Aufschwung der Weltkonjunktur hat die deutsche Beschäftigungskurve nichts anderes gemein, als daß sie zeitlich parallel zu ihm verläuft. Ein Vergleich etwa mit England zeigt dies sehr deutlich, denn ttotz des großen nationalen Reichtums und trotz der angekurbelten Rüstungswirtschaft gibt es dort noch immer fast doppelt so viel Arbeitslose wie in Deutschland, obgleich das Jnselreich rund um ein Drittel Einwohner weniger zählt.

Bei der Betrachtung der deutschen Arbeitslosen­kurve muß außerdem daraus hingewiesen werden, daß die Unterbringung bisher brachliegender Ar­beitskräfte um so schwieriger wird, je mehr sie sich dem Bodensatz der nicht mehr Verwen- dungsfähigen nähert. Es ist verständlich, daß die Eingliederung derjenigen, die jahrelang jeglicher Arbeit entwöhnt waren oder niemals etwas Rechtes gelernt haben, besonderen Schwierigkeiten begegnet. Denn die komplizierte Struktur der deutschen Volks­wirtschaft und der Hochstand der deutschen Technik verlangt nun einmal sehr viele Arbeitskräfte von überdurchschnittlichem Können. Der Mangel an Facharbeitern in gewissen Industriezweigen ist ja eine bekannte Erscheinung. Es kommt also darauf an, aus dem Reservoir der Rest-Arbeitslosen noch möglichst viele Menschen auf jene Stellen zu setzen, die heute noch von Facharbeitern besetzt gehalten werden. Wenn nun die erste Sprosse jener Stufen­leiter, die vom einfachsten Notstandsarbeiter zum hochqualifizierten Facharbeiter hinaufführt, wieder­um von Hunderttausenden von Erwerbslosen be­treten wurde, so ist das ein hoffnungsvolles Zeichen dafür, daß der Ruf zur Mobilisierung auch der letzten Kräfte im Dienste des Vierjahresplanes nicht ungehört verhallt ist. Denn sicherlich hat nicht nur die günstige Wetterlage im Vormonat zu dem plötz­lichen Absturz der Arbeitslosenkurve beigetragen, sondern es machen sich auch die Wirkungen staat- licher Maßnahmen bemerkbar, die z. B. in der Frage der Einstellung von Lehrlingen und älteren Angestellten den Beschäftigungsgrad mit gehoben haben. Ev.

Sitzung des Aeichskabinetts.

Berlin, 11. Mai. (DNB.) Das R e i ch s k a b i - nett fetzte in feiner heutigen Sitzung die Beratun­gen über den Entwurf eines neuen Straf­gesetzbuches fort. Angenommen wurde ferner ein Gesetz über das P a ß -, d a s Ausländer-Po­lizei- und das Meldewesen sowie über da§ Ausweiswesen. Durch dieses Gesetz soll eint klare und einwandfreie Rechtsgrundlage geschgffen werden für Neureglungen, die dem Gedanken der Einheit des Reiches Rechnung tragen und alle Be- lange berücksichtigen, die sich vom Standpunkt der inneren und äußeren Sicherheit des Reiches ergeben.

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Der S'ückwukM des Führers zur Königskrönung.

Berlin, 12.Btai. (DBB.) Der Führer unb Reichskanzler hat Seiner Majestät dem König Georg VI. von Großbritannien zur Krönung fol­gendes Glückwunschtelegramm übersandt:

Eurer Majestät bitte ich meine und der deutschen Reichsregierung herzlichen Glückwünsche zur Krönung, verbunden mit den besten Wün­schen für Euerer Majestät und des Königlichen Hauses ferneres Wohlergehen entgegenzunehmen. Möge Euerer Majesttät eine lange und glück­liche Regierungszeit beschieden sein zum Wohle Großbritanniens, Irlands, der überseeischen britischen Lande und Indiens sowie Im Interesse der Erhaltung des Friedens der Welt."

Oie Arbeitslosenzahl unter die Millionengrenze gesunken.

Berlin 11. Mai. (DNB.) Nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsoermittlung und Arbeitslosenversicherung sank die Arbeitslosigkeit im April unter die Grenze von 1 Million: le Zahl der Arbeitslosen nahm um 285 000 ab und erreichte damit einen Stand von 961 000. 3 n feinem Jahre seit Beginn der Arbeitsschlacht war die Entlastung im April fo kräftig wie in diesem Jahr. Die Größe und Nachhaltigkeit der diesjährigen Frühjahrsbelebung kommt auch darin zum Aus­druck, daß die Zahl der A r b e l t s l o s e n i n den er st en drei Monaten nach dem winter­lichen Höchststand um insgesamt 893000 zurückging gegenüber 740 000 bzw. 758 000 m den beiden Vorjahren. Dabei lag der winter­liche H ö ch st st a n d in diesem Jahr nur noch bei 1,85 Millionen gegenüber 2,5 Millionen im Jahre 1936 und 3 Millionen im Jahre 1935. Die starke Verminderung der Arbeitslosigkeit im April ist um

so bemerkenswerter, als in diesem Monat auch die Eingliederung des neuen Jahrgan­ges Schulentlassener erfolgte. Durch die Entwicklung konnte der günsttchte Stand des Vor­jahres, der im September mit 1035 000 Arbeits­losen erreicht wurde, schon jetzt überholt werden. Im April 1937 sind bereits 74 000 weniger Arbeits­lose vorhanden als im vorigen Herbst.

Die Zunahme der Arbeitslosigkeit seit dem Herbst vorigen Jahres war eine rein saison- mäßige. Ende März waren in den Saison- Außenberufen noch 178 000 Arbeitslose mehr vor­handen als im Herbst 1936. Diese Heberlagerung ist im April auf 11000 z u s a m m e n g e s ch m o l - 3 en; die winterliche Arbeitslosigkeit kann damit also prakttsch als überwunden bezeichnet wer­den. Der seit dem Herbst vorigen Jahres erzielte Fortschritt in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, der sich in der Dermittderung um 74 000 Arbeits-

M dem fachlichen Können steht und fällt die deutsche Wirtschast Reichswirtschafisminifter Dr. Schacht kündigt ein Gesetz über die Berufsausbildung in Handel und Gewerbe an.