Ausgabe 
12.4.1937
 
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Wirtschaft

(Nachdruck verboten.)

14. Fortsetzung.

Nun, für heute hat man genug getan. Ueberhaupt ein verrückter Tag war das!

Kaum aber tasten seine sehnenden Gedanken an das Bild jenes jungen Mädchens, das m der vori­gen Nacht unter seinem Dache geschlafen hatte, da wird die hübsche Erinnerung verzerrt durch den grellen Mißklang jenes telephonischen Anrufes. Schau, schau, schon verlobt also, sie haben es eilig, die jungen Mädchen. Und welch eine Lümmelhaf­tigkeit von dem Kerl, solch plumpe Verdächtigungen zu äußern! . . .r,

Dr. Vandergruen verwahrt das japanische Schrift­stück im Schreibtisch, zündet sich eine letzte Zigarette an und schlendert, ohne das Licht in der Diele an­zudrehen, ins Schlafzimmer hinüber. Dort rumort er noch eine Weile herum, und dann wird es still im Haufe. . /_i v

Maria hat sich schon vor einer Stunde zuruckge-

Heimatabend der Odenwälder Heimatvereinigung.

Samstag abend trafen sich die gebürtigen Oden- wälder unserer Stadt und ihrer Umgebung m statt­licher Zahl zu einem wohlgelungenen Heimatabend im blumengeschmückten Saal desHindenburg'. Der ganze Abend entwickelte sich in zwangloser Folge zu einer schönen Gemeinschaftsleistung aller Landsleute.

Leitgedanke des Abends war die Treue zur ge­meinsamen Heimat und ihrem Volkstum. Der stell­vertretende Führer der Heimatvereinigung erinnerte in seiner Ansprache seine Landsleute an ihre Ju- aendjahre in den Bergen und Tälern des Oden­waldes, wo sie ihren Eltern in ihrem harten Kampf ums tägljche Brot beistehen mußten und dadurch

werten?"

Behaarte Finger mit schmutzigen Nagelrandern bemächtigten sich des Aktenstückes, gleiten hastig über die senkrechten Zeilen.

Ah, ist Geschäftsvertrag von große Firma in Tokio und Firma in Berlin. Ist eine ganz--"

In diesem Augenblick klingelte das Telephon. So­fort erlöscht das Licht. Dann ein unterdrücktes Räuspern. Der Hörer wird abgehoben.

Hallo, hier Vandergruen!"

Aus der Hörmuschel quillt eine laute, aufgeregte Stimme.Ah, ausgezeichnet! Gut, daß Sie noch nicht zu Bett gegangen find. Hier spricht Koltschew, jawohl, da staunen Sie, was? Hören Sie, Doktor, ich habe Ihnen eine außerordentlich wichtige Mit­teilung zu machen. Hören Sie noch?"

Ja, gewiß!"

Also, um mich kurz zu fassen: ich erfahre so­eben durch einen Zufall, daß in dieser Nacht bei Ihnen eingebrochen werden sott, und zwar will man sich Einblick in ein Dokument verschaffen, das in Ihrem Besitz ist. Das darf unter keinen Umstän­den geschehen, hören Sie? Es steht ungeheuer viel auf dem Spiel. Ich rate Ihnen dringend, sich sofort mit der Polizei in Verbindung zu setzen und Ihr Haus bewachen zu lassen Wollen Sie mir das ver­sprechend r.,

Die Hcmd, die den Hörer hält, krallt sich zusam­men.Es klingt zwar reichlich phantastisch, was Sie

In diesen Tagen ist der Merkur so bequem zu finden, wie im ganzen Jahre nicht Wieder. Stern- freunde seien darauf hingewiesen! Er stehl in der Nähe der Venus. Diese findet man bet Sonnen­untergang (S.-U. heute für Gießen 19.18 Uhr) im NNW Bei Eintritt der Dämmerung wird der Merkur westlich von der Venus sichtbar, links oben non il)r. q-At- gesellt sich zu den beiden P aneten die gerade wieder erschienene Mondsichel. Auf der Verbindungslinie MondVenus verhält sich der Abstand MondMerkur zu dem Abstand Merkur- Venus wie etwa 1:2. Der Merkur tritt etwas links aus dieser Linie heraus. Um 20 Uhr ist er, falls klarer Himmel, als Stern erster Größe sichtbar.

Hbg.

Skandal umDr.Vandergmen Roman von Hans Hirthammer. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S.

** Schulpersonalien. Versetzt wurden in gleicher Diensteigenschaft die Studienräte Adolf Schad vom Lyzeum in Gießen an das Realgym­nasium, Dr. Otto Steiger vom Realgymnasium an das Lyzeum in Gießen. Aus dem Mt|d)en Schuldienst entlassen wurde auf Antrag die Leh­rerin Eleonore von Salewsky. geb. Frank, zu Wieseck (Kreis Gießen).

** Arbeitsjubiläum. Am 8. April konnte Herr Karl Gräfingholt als Schlossermeister bei der Firma Bänninger G.m.b.H. auf eine 25jähriger Tätigkeit zurückblicken. Um 8.30 Uhr versammelten sich der Leiter der Firma und die Arbeitskameraden an dem festlich geschmückten Arbeitsplatz des Jubilars zu einer schlichten Feier. Es wurden hierbei Herrn Gräfingholt durch den Betriebsführer, Herrn Carl Bänninger, Dank und Anerkennung für die in 25 Jahren der Firma geleisteten Dienste ausgesprochen. Außerdem wurden noch von vier Vertretern der Gefolgschaft tn schonen Worten Glückwünsche dargebracht. Dem Jubilar wurden sowohl von der Firma, als auch von der Gefolgschaft wertvolle Geschenke überreicht.

NSG. Kampf den Erbkrankheiten. Ab 16 April wird in sämtlichen Filmtheatern des Gaues Hessen-Nassau der FilmOpfer der Vergangenheit" im Tagesprogramm vorgeführt. Der Film behan­delt das Problem des erbkranken Nachwuchses und zeigt, eindringlich die verheerende Wirkung der Erb­krankheiten. ...

** Erhöhung der Wertgrenze für unversiegelte Wertpakete. Die Wert- grenze für unversiegelte Wertpakete wird nut Wir­kung vom 15. April an von 300 RM. auf 500 RM. erhöht. Die Gebühr bleibt unverändert.

Kleine Strafkammer Gießen.

Auderus'sche Eisenwerke Wetzlar.

Der Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 1936 verzeichnet einen Rohgewinn von 3 653 848,19 Mk. Die Abschreibungen auf Anlagen belaufen sich aus 1953 950,26 Mk., fo daß sich ein Reingewinn von 1 699 897,93 Mk. ergibt. Im Vorjahre betrugen der Rohgewinn 3 081 117,85 Mk., die Abschreibungen auf Anlagen 1878 727,79 Mk. Der Vorstand schlagt vor, den Reingewinn des Jahres 1936 in Höhe von 1 699 897,93 Mark wie folgt zu verwenden: 500 DUO Mark Zuweisungen zu einer neu zu bildenden Rück­lage für Aufgaben des Vierjahresplanes 5 vH. für oolldioidendenberechtigte Aktien - 1 084 660 Mark, 5 o. H. für die gemäß > Goldbilanzierungs- qefetz behandelten Aktien == 3272,31 Mk., zur Til­gung und Verzinsung von Genußrechten für auf­gewertete Jndustrieooligationen = 63933,67 Mk., Gewinnanteile an den Aufsichtsrat 32 955,20 Mk., insgesamt 1 184 821,18 Mk. Der verbleibende Rest von 15 076,75 Mk. soll zusammen nut dem Vortrag aus dem Jahre 1935 in Höhe von 193 028,96 Mk., zusammen also 208 105,71 Mk., aus neue Rechnung vorgetragen werden. Auf allen Werken herrschte im Berichtsjahre rege Betriebsamkeit. Das Ge­schäftsergebnis gestattet die Verteilung einer Divi­dende von 5 v. H. Die Stahlwerke Rochttng- Buderus verteilen für 1936 eine Dividende von 4 v. H.

Rhein-Mainische Börse. .

Fest.

Frankfurt a. M., 10. April. Die Börse hatte zum Wochenschluß feste Tendenz. Die Umsätze wa­ren teilweise recht lebhaft. Neben einigen Publi­kumskäufen nahm auch der berufsmäßige Handel kleine Anschaffungen vor, teilweise erfolgten auch

Deckungen. _ .

Der Aktienmarkt hatte emige Spezialbewe­gungen, die allgemein anregten. Hinzu kam der Abschluß der AEG., ebenso wirkte die Einberufung des Auffichtsrates bei IG. Farben zum 14. April weiter fort. Auf Dividendenerwartungen hatten Ph. Wolzmann lebhaftes Geschäft mit 153 (150,40), aus gleichem Grunde Daimler Motoren nut 131,50 dis 132,75 (130). Größeres Geschäft verzeichneten ferner AEG. mit 42,25 (42), IG. Farben mit 167,50 bis 168,50 (167). Gement Heidelberg gewannen auf die Abschlußziffern 1 v. H. auf 164. Stärker be­festigt waren auch Allg. Lokal & Kraft mit lo4 (152,50). Montanwerte lagen recht ruhig, aber ebenfalls 0,25 bis 0,50 v. H. fester. Auch auf den übrigen Marktgebieten überwogen Besserungen von 0,50'bis 1 d. Sy, etwas schwächer lagen aber Be- kula mit 165 (166), Westdeutsche Kaufhof mit 59,25 (59,50) und Deutscher Eisenhandel mit 156 (156,50).

Der Rentenmarkt blieb weiter fest und leb­haft, später wurde das Geschäft in den variablen Werten ruhiger. Kommunal-Umschuldung 93 (92,70), Altbesitz 122,25 (122), Städte-Altbesitz 125,50 bis 126 (125) und Wiederaufbauzuschläge 79,50 (79,25). Am Pfandbriefmarkt hielt die lebhafte Nachfrage an. Kommunal-Obligationen zogen teilweise weiter 0,13 bis 0,25 v. H. an, auch Goldpfandbriefe waren zum Teil etwas höher.

Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktien­markt lebhaft, besonders in Autowerten war der

zogen.

Kurz vor zwei Uhr macht sich am Schloß der Haustur ein leises, scharrendes Geräusch bemerkbar. Dann gibt es einen Knacks, die Tür öffnet sich lang­sam zu einem Spalt, schließt sich wieder. Plötzlich ist auf dem Boden ein greller, kreisrunder Lichtfteck, der sich langsam vorwärts bewegt. Manchmal macht er einen Sprung nach rechts oder links, manchmal klettert er huschend an der Wand eines Schrankes oder eines Pfeilers hoch, und dann kehrt er wieder auf den Boden zurück, feinen gespenstischen, laut­losen Weg durch die Räume verfolgend.

Nun ist der kleine Lichtkobold in Dr. Vander- gruens Studierstube angelangt. Leise klappt die Tür hinter chm ins Schloß.

Der Lichtschein tastet sich an den Schreibtisch heran, jagt dann plötzlich, als sei er von irgend etwas aufgeschreckt worden, kreuz und quer durch

Kameradschastsabeud der Gießener Polizeibeamten.

Am Samstag veranstallete der Kameradschasts- bund deutscher Polizeibeamten, Ortsgruppe Gießen, imBurghof" einen gut besuchten Kumeradschafts- obenb, zu dem auch Die Familienangehörigen ge­laden waren. , ri f v

Eine nur aus Polizeibeamten bestehende Kapelle, die sich in uneigennütziger Weise zur Verfügung ge­stellt hatte, leitete den Abend mit flotter Musik ein. Nach herzlicher Begrüßung durch den Ortsgruppen* wart Lösch wurde ein FilmUnsere Erholungs­heime" vorgeführt, der zuerst einen Einblick gaib, wie durch sparsame Wirtschaftsführung die Polizer- erholungsheime geschaffen wurden. Der Film zeigte weiter, in welch' schönen Gegenden diese Erholungs­heime liegen und wie gut sie ausgestattet sind. Pg. Pitzer forderte auf, diese Erholungsheime im Uv- laub aufzusuchen.

Am Schluß des offiziellen Teils richtete der der- zeittqe Leiter der Polizeidirektion Gießen, Polizei­oberinspektor B e a t e, die Bitte an die Kameraden, ihre Verbundenheit mit der SA. dadurch zu bekun­den, daß sich alle in die Ehrenliste für das L-ank- opfer der Nation eintragen, denn dieses DanEopfer soll als Geburtstagsgeschenk des ganzen deutschen Volkes dem Führer den einmütigen Dank für feine fruchtbringende Arbeit bezeugen. Das deutsche Volk sei durch dieses Opferwerk, das von der SA. ge- tragen werde, in der Lage, die nationalsozialistische Forderung nach würdigen Heimen für die deutschen Arbeiter zu verwirklichen. Hieraus wurde der Ka­meradschaftsabend von dem Ortsgruppenwart Pg. f ch in üblicher Weife geschloffen.

In echt kameradschaftlicher Weise verblieben die Beamten der Polizei dann noch einige Stunden bei­sammen.

den ganzen Raum, um schließlich an der langsam sich öffnenden Schublade des Schreibtisches haften zu. bleiben. _ ,

Zwei Hände tauchen aus dem Dunkel, gierige Finger beginnen im Inhalt der Schublade zu wüh­len, greifen nach dem japanischen Schriftstück.

Eine flüsternde Stimme:Hier, das ist es.

Schwein gehabt. Schnell den Apparat!"

Jetzt liegt das Dokument oben auf der Schreib­tischplatte. Hell ruht der Lichtschein über den gro­tesken, mit schwarzer Tusche gemalten Zeichen.

Das Objektiv eines kleinen Photoapparates senkt sich über das Papier.

Dann gleitet das Schriftstück wieder an feinen Platz in der Schublade zurück.

Ein grellgelber Aktendeckel erregt die Neugierde der wühlenden Finger. ,Was ist das hier? Ueberfetze mal den Anfang! Vielleicht läßt sich die Sache ver-

Wegen Uebertretung der Neichsstraßen-Verkehrs- ordnung war ein Mann von dem Amtsgericht Gie­ßen zu einer Geldstrafe von 10 Mark ver­urteilt worden. Gegen dieses Urteil hatten der An­geklagte und der Verletzte, der als Nebenkläger auf­trat, Berufung eingelegt. In der Berufungsverhand­lung stellte sich auf Grund der eingehenden Be­weisaufnahme heraus, daß der Angeklagte am 21. 4. 36, gegen 19 Uhr, die Kreuzung Hindenburg- wall-Goethestraße nicht mit der erforderlichen Sorg­falt befahren hatte. Er hatte es verabsäumt, sich

zu vergewissern, ob er beim Einfahren in bte Kreu­zung nicht andere Verkehrsteilnehmer behindern würde. In diesem Verhalten des Angeklagten er­blickte das Gericht eine Fahrlässigkeit, denn wenn der Angeklagte die nötige Sorgfalt angewandt hatte, so hätte er unbedingt erkennen müssen, daß em Oie Hauptverkehrsstraße fahrender Motorradfahrer (der Nebenkläger) mit ziemlich hoher Geschwindigkeit an­gefahren kam. Der Zusammenstoß zwischen dem Motorradfahrer und. dem Nebenkläger hatte dann vermieden werden können. Weiter stellte das Ge­richt fest, daß auch der Nebenkläger sich nicht richtig verhalten hatte. Das Gericht verwarf die beiden eingelegten Berufungen. Die Kosten der Berufungs­instanz wurden dem Angeklagten auferlegt. Die Kosten des Nebenklägers in der Berufungsinstanz hat der Nebenkläger selbst zu tragen.

Tragisches Ende eines Kinderstreits.

* Nied er -Bessin gen (Kr. Gießen), 11. 21priL Ein Streit um Maikäfer, der hier zwischen einem 5 Jahre alten und einem 6 3 ab re alten Buben entstand, nahm emen sehr be­dauerlichen tragischen Ausgang. Die beiden Buben

Fwd. Der Reichskommissar für die Preisbildung hat zu der Verordnung über die Verbilligung von Stickstoff- und Kalidüngemitteln vom 23. März 1937 bekanntlich eine vorläufige Anordnung erlassen, die der Vorbereitung einer Ausführungsverordnung dient. Die vorläufige Anordnung regelt Fragen der in der Verordnung über die Verbilligung von Stick­stoff- und Kalidüngemitteln vom 23. März 1937 vor­geschriebenen Nachlieferung von stickstoffhaltigen Düngemitteln. Sie bestimmt, daß nur die Stickstoff­sorten deutscher Erzeugung der Preissenkung unter­liegen, mit Ausnahme des Kalistickstoffes. Im übrigen werden alle Stickstoffsorten gleichmäßig von der Preissenkung von 30 v. H. betroffen. Die Misch­dünger, die mehrere Pflanzennährstoffe enthalten, sind ebenfalls an der Preissenkung beteiligt, und zwar im Verhältnis ihres Stickstoffanteils. Die Preise fürBalkondüngemittel" werden erst ab 1. Juli 1937 gesenkt.

Anspruch auf unentgeltliche Nachlieferung haben alle Empfänger von Stickstoff, der in der Zeit vom 1. Januar bis 23. März zu Januar-, Februar- und Märzpreisen geliefert und in Empfang genommen worden ist. Die Erstattung der Vergütung erfolgt in Form von Nachlieferung der entsprechenden Dunger- mengen. Hierbei soll nach Möglichkeit den Wünschen der Abnehmer entgegengekommen werden. Bei Mangel an einzelnen Sorten steht es den Lieferanten frei, ein anderes Stickstoffdüngemittel, das für die Frühjahrsdüngung in Frage kommt, zu liefern. Die nachträglich gelieferten Düngermengen müssen unbe­dingt zur Frühjahrsbestellung oder der späteren Kopf­düngung benutzt werden. Das Bezugsrecht auf Liefe­rung der Vergütungsmenge erlischt, wenn es nicht bis zum 10. Ium 1937 geltend gemacht wird.

Die Industrie, und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 263: Postbeförderung mit dem Luft­schiffHindenburg" nach Nordamerika. 264: An­ordnung Nr. 8 der Ueberwachungsstelle für Edel­metalle (Einschränkung des Goldverbrauchs für Por- zellanerzeugniffe). 265: Anordnung Nr. 9 der Ueberwachungsstelle für Edelmetalle (Regelung der Herstellung echter Silberwaren).

wollten gegenseitig in die Sammekktsten gucken, uni festzustellen, wieviel Maikäfer der einzelne habe. Dabei kam es zu einem Streit, bei dem sich beide zunächst schubsten. Plötzlich ergriff Der fünf Jahre alte Bub einen dicken Bohnen« ftangentnüppel und schlug damit dem sechs Jahre alten Jungen so heftig a u f d en Ko p f, daß eine schwere Aderverletzung mit an fließender Gehirnblutung entstand. Etwa IV2 Swnden später verstarb der Kleine an dieser schweren Verletzung.

Mit einem Vieh-Schießapparat erschaffen.

* Ruttershausen (Kreis Gießen), 12. April. Ein 15 Jahre alter junger ®ann aus einem Nachbarorte, der hier in der Lehre war ent­fernte sich vor einigen Tagen von seiner Lehrstatte und wurde seitdem vermißt. Nunmehr fano man ihn am Samstagnachmittag abseits vom Orte lie­gend tot auf. Er hatte mit einem Vieh - Schießapparat Selbstm 0 rd durch Er­schießen begangen.

Maria hingegen ist sofort wach. Sie springt aus dem Bett, eilt ans Fenster und blickt hinab.

Polizeiautos?

Hallo, was was ist denn los?"

Der Offizier greift grüßend an den Rand des Tschakos..Es soll eben in ihrem Hause eilige« brachen worden sein. Sie haben wohl gar nichts da­von gemerkt?"

Einen Augenblick, ich wecke meinen Bruder! Sie schlüpft in den Morgenrock, aber während sie die Zimmertür aufklinkt, muß sie doch eine jähe Angst überwinden. Wer weiß, ob die Einbrecher nicht noch im Hause sind und nun, in die Enge ge­trieben, das Aeußerste wagen!

Dann greift sie entschlossen nach dem Lichtschalter. Die Lampen flammen auf, tauchen Diele und Treppe in Licht, beherzt eilt Maria ins Erdgeschoß.

Schließlich gelingt ihr das Kunststück, Stefan wach zu bekommen. Er blinzelt, reibt sich die Augen, fährt sich mit gespreizten Fingern durchs Haar.

Ich erhebe schärftten Protest!" beginnt er zu krächzen.Allerschärfsten Protest!"

Die Polizei ist hier, Stefan!"

Die Polizei? Wieso? Hast du was angestellt? Sollen wir hingerichtet werden? Sag mal, richtig­gehend die Polizei, in Uniform und so?"

Aber ja doch! Sie sagen, es soll bet uns ein­gebrochen worden fein!"

Nun geht mir der Spaß aber zu weit!" Im Augenblick ist Stefan aus dem Bett und, in den Hosen, nur an den Haarschopf denkt er nicht, der sieht toll aus.

Die Polizisten betreten die Diele. Der Offizier stellt sich vor.-Sie gestatten doch, daß ich sofort die Räume durchsuchen lasse. Vielleicht haben Sie in­zwischen die Freundlichkeit, nachzusehen, ob Sie irgend etwas von Wert vermissen."

Ja, gewiß, natürlich!" stottert Dr. Vandergruen und macht entschiedene Anstrengungen, De,n Schlaf von sich abzuschütteln.

Mit Maria zusammen stapft er von einem Zim­mer ins andere, aber überall herrscht die gewohnte Ordnung.

In einem Schubfach des Küchenschrankes ver­wahrt Maria ihr Wirtschaftsgeld. Es liegt unbe­rührt an feinem Plötze.

(Fortsetzung folgt!)

Umsatz sehr groß. Daimler stiegen auf 134,25 nach 132,75 und Bay. Motoren auf 143,50 nach 142 (141,50), ferner im Freiverkehr Adlerwerke Kleyer 114,50 bis 115,50 (114). Mäßig belebt waren spater auch Montanwerte bei Erhöhungen bis 0,75 v. H., Harpener plus 1 v. H. auf 159. Ruhiger lagen AEG., Holzmann und IG. Farben bei unverändert ten Kursen. Die später notierten Werte kamen meist höher zur Notiz, stark erhöht Rheag Stamm mit 135 (131) Etwas rückläufig waren Kaliaktien. Am Einheitsmarkt kamen Mainzer Aktien Brauerei nach Geldstreichung mit 79,50 (70 am 7. April), Hartmann und Braun mit 119 (zuletzt 115) zur Notiz. .

Renten lagen auch im Verlaufe ruhig, die Haltung blieb aber fest. Liquidationspfandbriefe notierten zumeist unverändert, ebenso Stadtanlei« hen bei ruhigerer Nachfrage. Von Jndustrie-Obli« gationen fliegen 5 v. H. Eisenbahn-Bänk auf 88 (87,50).

Nachlieferung

von stickstoffhaltigen Düngemitteln.

SchausammlungWildkrankheiten" des Vetennar- Pathologischen Instituts der Universität Gießen. Eine weitere Sonderschau wird dem unentbehrlichen Gehilfen des Jägers, feinem Hunde, gerecht. Daneben werden Wege zur Hebung der Wildbestände in unfern Niederjagden gezeigt werden. Besonderes Interesse werden die Ausstellungen verschiedener Firmen aus Gießen und Wetzlar finden, die Erzeugnisse Der jagdlichen Optik, der Jagdwafferherstellung und Der Bekleidungsindustrie zeigen. Das Interesse her Jager- fchaft, das sich in den Voranmeldungen äußert, ist daher begreiflicherweise sehr groß. Neben der 2oger- schaft wird die gesamte Beamtenschaft der ob erpe 1)1= schen Forstämter am 17. April in Gießen versammelt sein.

NSLB., Bezirk Gießen-Land.

In der Versammlung des Bezirks-Vereins Gie­ße n - L a n d am Samstag begrüßte Der Obmann, weltor Siegfried (Großen-Linden), die zahl­reich Erschienenen und wünschte allen Arbeiteln im neuen Schuljahre den besten Erfolg. Im übrigen waren die Verhandlungen fast nur geschaftticher Natur. Besprochen wurde der Aufenthalt in Den Schullandheimen, der Gautag in Mainz (am 17. und 18. April), die Abfassung der Entlassungsseug- niffe, eine im Herbst stattfindende Ausstellung von Schülerarbeiten, die von dem Bezirk Gießen-Land «Beiträge über den Wehrgedanken und die Schul­landheime bringen fall, die Austauschlager des NSLB. usw. Darauf wurden die Lieder geübt, die auf dem Gautag in Mainz gesungen werden satten. Zum Schluß gab der Vorsitzende noch einige be­herzigenswerte Ratschläge über die Gestaltung von Elternabenden, die nicht nur ein buntes Durchein­ander bringen sollten, sondern einem bestimmten Zwecke untergeordnet sein müßten, damit ein fofer Abend eine gewisse Weihe ausstrahle. 2ie Ver­sammlung wurde in der üblichen Weise geschlossien.

da erzählen, aber ich werde natürlich Ihren Rat sofort befolgen. Ich muß Sie allerdings bitten, mir morgen nähere Aufklärungen zu geben."

Das wird selbstverständlich geschehen. Uebngens Ihre Stimme klingt so sonderbar?"

Etwas heiser, lieber Koltschew, etwas heiser!" Heiser? Davon war aber heute im Kolleg noch nichts zu merken. Es klingt auch gar nicht wie" Plötzlich überschlägt sich die Stimme, wird zu einem hysterischen Schrei:Jeffers, du Hund, du ver­dammter Teufel, jetzt erkenne ich dich! Du bist also schon bei der Arbeit! Ah, wenn ich dir bloß eine Kugel durch die Leitung jagen könnte!"

Warum so mordgierig, Brüderchen? Leg dich schlafen, bald ist die Nacht zu Ende, und der Tag wird starke Nerven von dir fordern."

Ah, wir werden ja sehen! Freue dich nicht zu früh, verfluchter Schurke!" Die Stimme bricht ab.

Jeffers legt den Hörer auf, hebt ihn wieder ab, wählt eine Nummer.Den Dertragstext muffen wir noch photographieren. Dann aber schleunigst Hatto, dort Jot Eff? Jeffers! Ich erfahre so­eben, daß Koltschew von unseren Planen unter­richtet ist. Er wollte Dr. Vandergruen warnen. Wahrscheinlich verständigt er in diesem Augenblick die Polizei. Koltschew ist sofort unschädlich zu machen, wenigstens bis übermorgen früh, bis un­sere Aktion beendet ist. Schön, wir treffen uns m zwei Stunden wie vereinbart. Ich erwarte dann deinen Bericht."

Wenige Minuten später ist der Text des japa­nisch-deutschen Vertrages auf den Filmstreifen ge­bannt. rr

Die Schublade wird wieder geschlossen, und der Lichtfleck wandert den Weg zur Haustür zurück.

Es sind kaum zwei Minuten verstrichen, da jagen zwei Autos um die Ecke und halten mit abgeblen­deten Scheinwerfern vor dem Hause Dr. Vander- gruens. r .

Ein Polizeileutnant springt ab, postiert seine Leute mit kurzen Befehlen um das Haus und türmt die : Stufen zur Haustür empor.

Die Klingel läutet Alarm.

Aber wenn Dr. Vandergruen einmal schläft, dann schläft er, und nicht einmal die Posaunen von Je- : richo wären in der Lage, ihn aufzuwecken.

von Kindesbeinen an zu nimmermüder, rastloser Arbeit erzogen wurden. Dieser unverdrossene Ar­beitswille ist das Erbteil, das die Bergheimat ihren Söhnen fürs Leben mitgegeben hat. Im Bekenntnis zu Volk und Vaterland kam zugleich die Liebe zur angestammten Heimat zum Ausdruck.

Wie einst in der Jugendzeit erklangen dann die Odenwälder Volkslieder vomBaum im Odenwald , von derSchönen Schäferin" und vomHäuschen, wo Die Brenneffeln zum Fenster hineinwachfen . Jung und alt tanzten-wieder die alten Odenwalder Volkstänze, die Der Volkstanzkreis des Landschafts­bundes Volkstum und Heimat jeweils unter Den Klängen der Ziehharmonika vortanzte. Und dazwi­schen klangen immer wieder die Töne Der heimi­schen Mundart in Prosa und Dichtung durch. Auch die oberhessische Mundart kam zu ihrem Recht tn verschiedenen Vorträgen unseres Heimatdichters Georg Heß, der als Kreisringleiter des Land­schaftsbundes Volkstum und Heimat dem Abend beiwohnte und besonders mit feinerOdenwald­fahrt" regsten Beifall fand.

Erfreulich war auch, daß unsere Feldgrauen ver­treten waren und sich rührig an der Gestaltung des Heimatabends beteiligten. Der Odenwalder Hermat- Dereinigung ist es durch diesen Heimatabend wie­derum gelungen, die Verbundenheit unter den Odenwälder Landsleuten unserer Stadt neu zu

f 9" Merkur sichtbar!