Nr. 84 Zweites Blatt
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Montag, U.April ^937
Auslande verlegt, soweit wir sehen ganz dem ernsten
in ein Gebiet also, das bisher, können, der Operette fremd und Schrifttum Vorbehalten war.
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der Chef gleich nach Dienstbeginn zu einem Ae- richt befohlen.
Ein Wunder .übrigens, daß der Friseur, beeinflußt von den üblen Strahlen seines Pechtages, ihm nicht die Kehle anschnitt. Aber erstaunlicherweise geschah nichts Böses mehr. Denn die ganze Tücke des Schicksals wartete noch, was Frau Ku- naths Mieter nicht ahnen konnte. Sonst wäre er wohl nicht so elastisch, in beinahe aufkommender guter Stimmung, über die Straße geeilt. Auf der Brücke griff er nach seinen Handschuhen, um sie anzuziehen. Es waren schöne Handschuhe, sein ganzer Stolz: gelbes Schweinsleder, Weihnachtsgeschenk von einem hübschen blonden Mädchen. Das heißt: es waren zwei schöne Handschuhe gewesen Denn nun fand sich nur noch einer. Obwohl Frau Kunaths Mieter sich deutlich erinnerte, beim Friseur alle beide in die rechte Tasche seines Ulsters gesteckt zu haben.
Und hier geschah es, daß der junge Mann zum drittenmal lästerlich fluchte. Er fluchte so inbrünstig und laut und sah so bösartig dabei aus, daß zwei ältere Damen verängstigt einen großen Haken um ihn schlugen. Aber dann überkam ihn ein herrlicher, lodernder Zorn. Man sollte nun etwas entzwei- schlagen! dachte er entfesselt. Irgendwie seine ohnmächtige Wut auf diese Kette von Mißgeschicken austoben. Und er griff den Hinterbliebenen Handschuh, packte ihn wie der Diskuswerfer feine Scheibe und jagte das hellgelbe Leder unter höhnischem Auf- lachen im Bogen in den Kanal.
„So!" sagte er wunderbar erleichtert. In diesem Augenblick tippte jemand gegen seine Schulter, und eine zarte Stimme bemerkte freundlich: „Sie haben etwas verloren!" Was aber lag hinter Frau Kunaths Mieter urtb hatte alle fünf gelben Leder- finger vorwurfsvoll von sich gereckt:' der andere Handschuh!
Mit dem nächsten Autobus fuhr ein niedergeschlagener junger Mann in sein Büro.
Die Handlung — Text von Hermecke — spielt zunächst in einem eleganten Nachtlokal in Bukarest, später auf einem deutschen Bauernhof und in einem Dorf in Siebenbürgen. Das treibende und eigentlich dramatische Element der Handlung bildet der Kampf um den Besitz des Hofes, welcher der deutschen Bauerntochter Dorothee gehört. Ein land- hungriger, reicher rumänischer Grundbesitzer sucht den Hof in seine Hand zu bekommen, indem er die Verlobung seines Sohnes mit Dorothee betreibt. Die Heirat, die ein ausgesprochenes und übles Geschäft sein würde, scheitert schließlich am Willen und dem Verantwortungsbewußtsein des deutschen Verwalters, der den Rumänen entgegenarbeitet, den Hof dem Deutschtum erhält und die Dorothee für sich gewinnt.
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Ein Thema, wie man sieht, das an sich eher wie ein Romanstoff anmutet und für ein Libretto nur brauchbar gemacht werden konnte, indem das volkspolitische Thema mit einer Liebesgeschichte verknüpft und mit dem episodischen und figürlichen Beiwerk der Operette alten Stils ausgeschmückt wurde. Zugleich erhielt das Ganze — am glücklichsten und ausgeprägtesten im Mittelakt — einen volksstückmäßigen Einschlag.
Ebenso wie sich das Buch aus der Gegensätzlichkeit der Parteien entwickelt, ist auch die Partitur ganz auf der Kontrastwirkung zwischen der deutschen und der rumänischen Sphäre aufgebaut; daß sie der reinen Sprechszene für Operettenbegriffe verhältnismäßig viel Raum gibt, mag in der neuartigen Themenwahl und in dem Bestreben begründet sein, den im Stofflichen gegebenen, ernsten Unterton im operettenhasten Intrigenspiel und der aus-.
Gießener Gtadttheater.
Hermann Hermecke und Arno Betterling: „Die Dorothee".
Die beiden Verfasser der neuen Operette haben den Versuch unternommen, einer theatralischen Gattung, die in viel ausgeprägterem Maße als etwa das Schauspiel in einer festgefügten und schwer zu durchbrechenden Tradition verfangen ist, neues Blut zuzuführen. Das äußert sich weniger in der musikalischen Gestaltung und im dramaturgischen Schema
Hauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Gießen
Zeitschnffen.
— In dem Artikel „Umhüllung und Kleidung des Säuglings", der vierten Folge der Artikelserie „100 Worte Säuglingspflege", der im April-Heft der Zeitschrift „Mutter und Kind" (Verlag Staude, Berlin W 30) erschienen ist, werden alle Fragen der Säuglingsbekleidung eingehend behandelt. Auch der übrige Inhalt des Heftes, das reich bebildert ist, bringt allerlei Interessantes und Wissenswertes für die junge Mutter.
Aus der Stadt Gießen.
Das Orakelblümchen.
Zu den ersten Frühlingsboten aus dem Blumenreich, die unser Auge entzücken, gehört das Gänseblümchen, jenes reizende Wiesenblümchen, dessen weiße oder rot-weiß abschattierte Blütenblättchen die gelbe Mitte strahlenförmig umkränzen. Es zählt zu beji Lieblingen ber Menschen überall, wo es sie mit seinem unermüblichen Blühen vom ersten Sonnenstrahl bis tief in den Herbst hinein erfreut. Schon in der Vielfalt der Namen, die das Blümchen trägt, zeigt sich diese Vorliebe für den kleinen Frühlingsboten. Tausendschönchen, Augenblümchen, Maßliebchen, Winterkrönchen, Maiensüß, Konrädchen — sie alle bezeichnen das gleiche Blümchen, . dessen volkstümlichster Name Gänseblümchen heißt. In Schweden nennt man es „prästkrage" = Priesterkragen und vergleicht damit den Blütenblätterkranz mit einer feingefältelten Spitze, wie sie die Kragen der Chorherren umsäumen In England trägt es den Namen „daisy", d. h. Tagesauge. Unfern germanischen Vorfahren galt das „matelief" — auf diesen Namen geht unsere Bezeichnung Maßliebchen zurück und bedeutet: Blümlein, daß die mate, das Grasland, liebt — als der Göttin Ostara geweiht. Beim festlichen Mahl zu Ehren der Göttin wurden die Becher mit einem Kranz von Maßliebchen geschmückt.
Außer seinem Liebreiz wurden dem Blümchen von jeher besondere Zauber- und Heilkräfte zugesprochen und besonders als Liebesorakel hat es von altersher eine wichtige Rolle gespielt. Im 13. Jahrhundert hieß die Blume um dieser Bedeutung willen „Driedelsauge" (Auge des Geliebten). In Volksliedern des 16. Jahrunderts erklingt bereits das Orakel, nach dem das Blümchen auch heute noch befragt wird, während man ihm Blättchen um Blättchen auszupft: „Er liebt mich, von Herzen, mit Schmerzen, über alle Maßen, kann nicht von mir lassen, ein wenig, gar nicht." Im bayerischen Alpenlande hört man die Worte: „Ledig sein, Hochzeit hau, ins Klösterle gan, schwarzer Schrein", womit sehr knapp und charakteristisch menschliche Le-, bensläufe hergezählt werden.
Die Volksmedizin schrieb dem Gänseblümchen besondere Heilkräfte zu. Namentlich gegen Brust- und Lungenschmerzen sollte es gut fein, fei es, daß man einen Absud von Gänseblümchen trank, sei es daß man ein Beutelchen getrockneter Blüten auf der Brust trug. Ein altes Kräuterbuch sagt von ihm: „Das Maßlieb ist ein gut Leber-, Milz-, Brust-, Wund- und Gichtkräutlein, so immer feine Wirkung tut." Weiter heißt es: „Blüten im Juni zwei Tage vor Vollmond in der Abenddämmerung eingesammelt, geben einen Tee, der gut ist gegen hitziges Fieber und Darmentzündung." Waren die Blumen aber mitsamt den Wurzeln „mitten im Mayen" gesammelt und getrocknet, so sollte ein aus ihnen hergestellter Aufguß nicht nur die Eßlust anregen, sondern sogar — zerbrochene Rippen heilen. Der Glaube an diese Heilwirkung trug dem Maßlieb noch die Namen „Beinwell" ober ,^Knochenheil" ein. Auch als „Augentrost" entwickelte es besonbere Heilkraft — vom Weinen mübe unb schwach geworbene Augen sollte ein Abguß von getrockneten Maßliebchen neuen Glanz unb neue Sehstärke geben. Zu biesem Zweck zu verwenbenbe Blümchen dursten aber nur im Zeichen ber „Waage" gepflückt werden.
So trägt das kleine unb unscheinbare Blümchen eine Fülle menschlicher Zuneigung unb menschlicher Hoffnung auf seinem zarten Stenael Eine Wiese voll blühender Maßliebchen aber ist jedenfalls ein Augentrost für den Betrachter, auch wenn er darauf verzichtet, sie als Augenwasser anzuwenden.
Vornotizen
Tageskalender für Montag.
Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP.: 20 Uhr Zellenabend für Zellen 1 bis 5 im „Frankfurter Hof", für Zellen 6 bis 10 im Restaurant „Gam- brikrus", Wetzsteingasse. — Stadttheater: 20 Uhr
des Aktbaues als in der Stoffwahl. Die Fabel, an sich frei und phantasievoll erfunden, ist in den Lebenskreis des Deutschtums im
Pech.
Von Edith Züberi.
Man soll feinen Tag nicht mit einem greulichen Fluch beginnen! Klar, daß sich solche Entgleisung ms Sündhafte rachen muß. Immerhin hatte Frau Kunaths Mieter, ein von Hause aus wohlerzogener und besonnener junger Mann, für diese Tempera - mentsaufwallung am frühen Morgen einen einleuchtenden Grund. Als er, noch umfangen von einem sanft verdämmernden Schlummer, blind und verstört nach seinem unfein aufbrüllenden Wecker Astete, krachte und klirrte es auf dem Tisch. Gleich darauf polterte es dumpf zu Boden. Und was Frau Kunaths Untermieter, nunmehr völlig wachen Blicks, kontrollieren durfte, waren die Splitter von zweimal Uhrenglas: das vom Wecker, der unverdrossen weiter lärmte, und das von der Taschenuhr, die ihr Ticken unter ber Wucht des ersteren eingestellt hatte.
Durch solche ärgerlichen Geschehnisse am frühen Morgen pflegen sich Pechtaqe anzukündigen. Und deswegen fluchte Frau Kunaths Mieter' auch so laut und so lange. Als er gleich darauf, immer noch brabbelnd und murrend, über den finsteren Korridor zum Badezimmer stolperte, griff der böse Zufall abermals nach seinem Opfer. Frau Kunaths Mieter stieß nämlich mit dem Schienbein schmerzhaft gegen etwas Hartes, tückisch mitten in den Weg Gebautes, brach in die Knie und brachte den Auf- wischeimer zur Strecke, dessen eiskaltes Wasser sich sogleich über den empört aufschreienden jungen Mann ergoß. Daß ein Mensch nach solchem Auftakt für die ohnehin leidige Prozedur des Rasierens keine ruhige Hand mehr mitbringen kann, ist schließlich überzeugend. Ein herzhafter Schnitt in die rechte Wange veranlaßte den zum zweiten Male fluchenden jungen Mann seine linke unrasierte Gesichts- halfte nunmehr dem Friseur anzuvertrauen.
Um dem Büro nahe zu sein, hatte Frau Kunaths Untermieter den Friseur in der Stadt auserkoren. Leider schwankte der Autobus gerade um die Ecke und kehrte dem Heranstürmenden schadenfroh ein sowieso überfülltes Hinterteil zu. Dann also auf zum Friseur in der Seitenstraße! So früh am Morgen würde doch wohl kaum jemand auf Bedienung warten.
So früh am Morgen harrten indessen bereits mehrere des Rasierens und maßen sich gegenseitig mit finsteren Blicken. Ergeben ließ sich der nervöse junge Mann in -einen Rohrsessel und hinter eine Auto-Zeitschrift sinken. Zu spät kam er nun doch! Pech über Pech! Denn ausgerechnet heute hatte ihn
Nachdem der bisherige Vorsitzende Dr. Tempel infolge Persetzung unsere Stadt verlassen hat, mußte der langjährige Vereinsoorsitzende Universitäts- gartenmspektor a. D. Rehnelt wieder die Füh- run9 der im Obst- und Gartenbauverein zusammen- ge chlossenen Gießener Obst- und Kleingärtner übernehmen.
Für die diesjährige Hauptversammlung am gestrigen Sonntagnachmittag im Hopfeld hatte der Verein Gartendirektor Lange (Frankfurt a. M.) für einen aufschlußreichen Vortrag über die „Früh- lahrsarbeiten im Garten" gewonnen. Ausgehend von dem Grundgedanken eines solchen Beginnens, besprach der Vortragende zunächst die sehr wichtige Bodenbehandlung. Der Redner machte verständlich, daß jede neue Ernte dem Boden Kräfte entzieht, die ersetzt werden müssen, wenn der Boden nicht an Wachstumswerten verlieren soll und wenn von ihm neue Erträge erwartet werden. Neben den künstlichen Düngemitteln, ohne die ein Gartenbesitzer kaum auskommt, sind es insbesondere die natürlichen Dünger, die den Boden der Gärten ertragreich gestalten. In erster Linie sind es pflanzliche Dungstoffe, die der Boden haben muß und die zu bereiten der Redner aus feiner praktischen Erfahrung viele wertvolle Anregungen gab. Sehr eingehend schilderte der Redner das Änbringen des Düngers im Boden, damit der Boden den ihm zu- gedachten Nutzen empfängt. Sodann besprach er ausführlich die Maßnahmen zur Herstellung der Bodengare eines durchlüfteten Gartenbodens, der durch richtige Behandlung ausreichende Nährstoffe anreichert, die wieder den Pflanzen zum Vorteil sind. Sehr anschaulich machte Direktor Lange verständlich, wie notwendig es ist und wie einfach es fein kann, dem Boden Humus zuzuführen. Ex sprach davon, daß der Boden keine tote Masse ist,
„Der Opernball" (NSG. „Kraft durch Freude"). — Gloria-Pafast, Seltersweg: „Der Herrscher". —- Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Rächer". — Kaufmännischer Verein: 20.30 Uhr Hauptversammlung im Vereinshaus.
westdeutsche Erstaufführung „Stille Gäste".
Am Freitag, 16. April, findet im Stadttheater Gießen die Erstaufführung der Komödie „Stille Gäste" von Richard Billinger statt. Diese Ausführung ist die westdeutsche Erstaufführung der Komödie. Die Spielleitung führt Wolfgang Kühne.
Gießener konzerkverein.
An Stelle des erst vorgesehenen Konzertes bringt der Konzertverein am nächsten Sonntagabend als neuntes Abonnementskonzert den polnischen Violinvirtuosen Vasa Prihoda. Das Konzert findet in der Neuen Aula der Universität statt.
NSDAP, und NGD Gießen-Ost.
Die Geschäftsstelle der Ortsgruppe Gießen-Ost befindet sich jetzt
K a i s e r a l l e e 2.
Dienststunden: Dienstags und Freitags von 20 bis 22 Uhr, und Sprechstunden des NS.-Beraters jeden ersten und dritten Freitag im Monat van 20 bis 22 Uhr.
Delr. Lebensmittel'Opferring.
Die Sammlung wird Dienstag, 13., und Mittwoch, 14. April, von der NS.-Frauenfchast durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarte zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen ist außen sichtbar anzugeben.
Ich mache ausdrücklich darauf aufmerksam, daß die Pfundspenden während des Sommerhalbjahres dem Hilfswerk „Mutter und Kind" zugute kommen sowie für die Unterstützung der Zeltlager Verwen-
gelassenen Volksstück-Lustigkeit mitschwingen zu lassen. Während sich die musikalische Einkleidung der Bukarester Gesellschastsszene durchaus etwa im Stil der älteren Wiener Operette bewegt, ist die Instrumentierung des auf dem Siebenbürger Hof der Dorothee spielenden zweiten Aktes in bewußtem Kontrast hierzu auf die schlichte Sangbarkeit und unkomplizierte Melodieführung von Volkslied und Trachtentanz gestimmt. Mit dem Duett „Marie, Marie" ist dem Komponisten Vetter ling etwas wirklich Hübsches gelungen: ungefähr auf dieser Linie könnte sich auch kompositionell ein neuer Operettenstil herausbilden.
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Herrn W r e d e s Spielleitung arbeitete die Gegensätzlichkeit der Handlungsträger kräftig heraus und fand theatralisch einen gerechten Ausgleich zwischen den ernsthaften und den ungebunden heiteren Elementen, vor allem im Mittelakt, dessen helle Farbigkeit durch Herrn Löfflers Bühnenbild und die Kostümentwürfe (Buchner und E n d r i ch) sinnfällig unterstrichen wurde. Die Partitur stellte der Musizierfreudigkeit des von Herrn Hampel sauber dirigierten Orchesters dankbare Aufgaben und brachte auch die frisch und exakt arbeitende Tanzgruppe (Einstudierung: Frl. Zenner) zur Geltung.
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Fräulein Laskus sang die Dorothee mit temperamentvollem Einsatz in der Gesellschaftsszene, später mit herzlicher Schlichtheit, die innere Wandlung der Gestalt auch darstellerisch geschickt entwickelnd. Herr Waltz gab dem Gutsverwalter einen über das übliche Opexettenmaß hinausreichenden Charakterumriß und stützte die von der Rolle ausgehende Wirkung auch gesanglich recht ansprechend. Die volkstümlichsten Figuren des Stückes stellten Frl. Gerhardt (Ursula) und Herr Hub (Bemm- rich), der in abenteuerlicher Verkleidung als sächsischer Weltreisender erschien, mit „Holzgas" die Bühne zu vernebeln drohte und die ernsteren Probleme des Stückes auf drastisch-erfolgreiche Weise ehestifterisch in Angriff nahm; die Komik feiner Worte und Gebärden war von unmittelbarer Wirkung. Frl. F o r n a l l a z und Herr Lindt fanden in Dialog, Gesang und Tanz Gelegenheit zur Entfaltung eines parodistisch-grotesken Humors. Herr Ku en spielte den Maniu angenehm verhalten, auch musikalisch sehr gepflegt. Vom großen Ensemble seien noch die Herren Forstner, Geiger und Walter genannt.
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Die Neuerscheinung wurde mit allen Zeichen eines ausgesprochenen Publikumserfolges entgegengenommen. Hans Thyriot.
düng finden, und ich bitte, die Mitgliedschaft während des ganzen Jahres aufrechtzuerhalten.
Ortsgruppe Gießen-Mitte.
Vetr. Pfundsammlung.
Arn Mittwoch, 14. April, werden die Spenden (Pfundsammlung) durch die NS.-Frauenschaft ein- aesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarten zur Einzeich- nung bereitzuhalten.
70. Militciriubiläum.
Am morgigen 13. April kann der in Gießen, Keplerstraße 7, wohnende Oberst a. D. Naumann, der älteste der ehemaligen 116er - Offiziere, die 70. Wiederkehr des Tages feines Diensteintritts in die deutsche Armee begehen. Der heute fast 88 Jahre alte Herr wurde am 13. Juli 1849 geboren und trat am 13. April 1867 im Großh. Hess Arttllenekorps in den Militärdienst ein. Er wurde dann zu dem damaligen 2. Hess. Infanterie-Regiment, den späteren 116ern, versetzt und machte 'in diesem Verbände den Krieg von 1870/71 mit. Er wurde als Fähnrich in der Schlacht bei Gravelotte- St. Privat bei der Erstürmung der Ferme Cham- penvls durch einen Schuß in den rechten Oberarm schwer verwundet. Die Erstürmung dieser Ferme zeigt ein Schlachtengemälde im Gießener Offizier- Heim, em Geschenk unseres alten Gießener Regiments für das Offizierheim. Am 25. August 1870 wurde er zum Leutnant befördert. Am 16. Oktober 1879 kam er alh Premier-Leutnant zum Jnf.-Regt. 88, spater war er Kommandeur des L and wehr- bezirks Mainz. Im Weltkrieg stellte sich Oberst Naumann sofort dem Vaterland zur Verfügung, das ihn als stellvertretenden Vezirkskommandeur in Gießen und als Gießener Bahnhofskommandant wiederum für das deutsche Volk wirken ließ Das
sondern ein lebendiger Bestandteil, in dem der Kampf der Natur ausgetragen wird. Deshalb muß die Behandlung des Bodens derart fein, daß sie sich einfügt und anpaßt an feine Lebensbedingungen. Nur durch pflegliche Behandlung des Bodens wird es gelingen, den Anteil des Gartenbauers an dem Vierjahresplan bedeutend zu erhöhen.
Namens der Versammlung dankte Herr Reh- nelt dem Vortragenden für seine ausgezeichneten Ausführungen. Gerichtsvollzieher a. D. Junker berichtete von guten Erfolgen bei der Bekämpfung der Kohlhernie und der Obstmaden.
Anschließend wurde die Hauptversammlung fortgesetzt, wobei Universitäts - Garteninspektor a. D. Rehnelt dem nach Neustadt a. d. Haardt berufenen ersten Vorsitzenden Dr. Tempel, der zugleich außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg wurde, Dank und Anerkennung für seine Arbeit im Interesse des Vereins aussprach. Der vom Vorstandsmitglied Löwer vorgetragene Kassenbericht wies geordnete Verhältni'sse aus. Kassenprüfer Glagow hob die Aufwendungen für die Erhaltung der unter Denkmalschutz' stehenden Enzianwiese bei Rödgen anerkennend hervor und verband damit werbende Worte für den Verein. Schriftführer Ampt erstattete den Jahresbericht, aus dem u. a. hervorging, daß der Verein etwa 200 Mitglieder zählt. Dersainmlungsführer R e h n e l t verwies noch einmal auf die besondere Aufgabe der Erhaltung und Betreuung der Enzian- wiese bei Rödgen, die die einzige in ganz Hessen ist und nur aus den Mitteln des Vereins unterhalten werden kann.
Dr. Görres sprach anschließend über das „Biohum" der städtischen Werke. Eine Verlosung die viele praktische Gegenstände und Pflanzensamen aller Art enthielt, beschloß die Hauptversammlung.
Wiedererstehen unserer starken deutschen Wehrmacht urid seines lieben alten Regiments 116 hat er mit großer Begeisterung begrüßt. Der Jubilar genießt nicht nur bei den ehemaligen Offizieren unseres alten 116er-Regiments, sondern weit darüber hinaus auch in der Bürgerschaft, insbesondere bei den alten Soldaten, hohe Wertschätzung. Er kann seinen morgigen Ehrentag als Offizier in bewundernswerter geistiger und körperlicher Frische begehen und auch an diesem Tage die Gewißheit haben, daß die herzlichen Wünsche vieler Volksgenossen in Stadt und Land ihm gelten.
Dienst-Jubiläum bei der Polizei.
Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt:
Am 11. April konnte Herr Polizeiverwaltungs- oberasfistent Konrad B e r ft auf seine 25jährige Tätigkeit im Polizeidienst zurückblicken. Nach über 5jähriger tadelloser Militärdienstzeit trat Herr B e r st am 11. April 1912 als Schutzmann bei der Polizeidirektion Mannheim ein. Dann kam er nach elma einjähriger Dienstzeit in gleicher Eigenschaft zur Polizeidirektion Worms, um von dort am 1 Dezember 1928 als Polizeiverwaltungsoberassistent zur Polizeidirektion Gießen versetzt zu werden. Herr B e r st hat sich in seiner langen Polizeidienstzeit durch seinen Fleiß, seine guten Fähigkeiten und sein freundliches, jederzeit zuvorkommendes Wesen das Vertrauen seiner Vorgesetzten und der Volksgenossen erworben. Für die fernere Zukunft wird ihm alles Gute gewünscht.
Die Zeichnungen für das Dankopser der Nation.
Am Samstagnachmittag haben in unserer Stadt die Einzeichnungen in die Listen für das Dankopfer ber Nation in reger Weise begonnen. Unsere (Siebener SA. hat die Werbung für diese Opferspende wirkungsvoll gestaltet, indem sie die Eingänge zu den ZeichnungMellen in schöner Weise schmückte und auch dafür besorgt war, daß die Tische mit den Einzeichnungslisten in einer würdigen Umgebung stehen. Doppelposten der SA. vor den Hauseingängen der Zeichnungsstellen, sowie quer über die Straße gespannte Spruchbänder machen auf die Zeichnungsstellen noch besonders aufmerksam.
Am gestrigen Sonntag war der Zuspruch zu den Zeichnungsstellen weiterhin gut im Gange, ein erfreuliches Zeichen dafür, wie sehr unsere Gießener Volksgenossen zur Mithilfe bei dieser von der SA. getragenen Opferspende zur Schaffung von Siedlungswohnungen für alte Kämpfer der SA., für Frontkämpfer und für kinderreiche Familien mitzu- helfen bereit find.
Die Einzeichnungen können weiterhin an jedem Tage bis zum 1. Mai einschließlich in den bekannten Einzeichnungsstellen vorgenommen werden.
Die Gautrophäenschau 1936/37.
Die Vorbereitungen für die Gautrophäenschau des Jagdgaues Oberhessen, die vom 17. bis 19. April in der Volkshalle in Gießen stattfindet, sind in vollem Gang. Die Schau wird mit etwa 2500 Rehgehörnen, 36 Hirschgeweihen und 12 Damschauflern beschickt sein, zu denen sich noch die Gewehre von etwa 20 Keilern gesellen. Ein besonderer Anziehungspunkt wird die Ausstellung von Jagdgemälden unserer ersten Jagdmaler sein, die dankenswerterweise van einer größeren Zahl von privaten Besitzern zur Ver- fugung gestellt wurden. Einzig in ihrer Art ist die „Lebende Werkzeuge“
.. _ wieviel für
feine Leistung vom Zustand seiner Werkzeuge ab. hängt. Auch der Körper besitzt unentbehrliche Werk- zeuge, wie die Zähne. Sie müssen deshalb nicht nur geschont, sondern, wie jedes Wecheug, auch sorgfältig behandelt werden. Vor allem sind sie sauber zu halten und richtig zu pflegen. Für die regelmäßige Pflege des kostbaren Werkzeugs „Zähne" sollte man eine Qualitätszahnpaste wie Chlorodont verwenden.


