Oer erste Globus der Welt.
Das germanische Nationalmuseum in Nürnberg stellt anläßlich des diesjährigen Parteitages den ersten Weltglobus aus Er ist erst neuerdings von dem Museum mit Unterstützung des Führers erworben und von dem Schmutz der Jahrhunderte gereinigt worden. Es ist eine sinnvolle Ausstellung, die dem nachdenklichen Deutschen bei der Betrachtung einigermaßen ans Herz greifen mag. In
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demselben Jahr, in dem Kolumbus Amerika entdeckte, überreichte Martin B e h e i m, auch Böheim, der sich lateinisch Martinus de Boemia nannte und aus altnürnberger Patriziergeschlecht stammte, dem Stadtrat seinen „Erdapfel". Es gab schon früher Versuche einer Gesamtdarstellung der bekannten Erdoberfläche. Aber alle diese Darstellungen, von denen die des Ptolemäus am berühmtesten ist, gingen von der Voraussetzung aus, die Erde sei eine Scheibe. Martin Beheim stellte als erster die Erde in Kugelform, als „Erdapfel", wie er sagte, also als Globus, wie wir sagen, dar. Und das geschah nicht von ungefähr.
Schon als junger Mann kam Beheim 1481 nach Lissabon, wo er in die Junta dos mathematicos berufen wurde. Er vermittelte den Portugiesen die Kenntnis des sogenannten Jakobstabes, auch Gradstock oder Kreuzstab genannt, der damals ein von
einem Landsmann Beheims wesentlich verbessertes nautisches Hilfsmittel zur Feststellung des Kurses bei Hochseefahrten war. Ein Johannes Müller, nach seinem Geburtsort Köenigsberg in Franken Regio- montanus genannt, hatte die Verbesserung erfunden und außerdem astronomische Jahrbücher geschaffen, in denen die Stellung von Sonne, Mond, Planeten und der wichtigsten anderen Gestirne für die einzelnen Tage im voraus berechnet war. Beheim schenkte den Portugiesen die Kenntnis der Werke dieses seines Lehrers, der zugleich als erster in Deutschland die Algebra und Trigonometrie in den Dienst der Erdphysik stellt und dank der Großzügigkeit eines Nürnberger Patriziers die erste deutsche Sternwarte schuf. Beheims Wissenschaft erleichterte Fahrten Vascos da Gama, Kolumbus' und Magal- haes'. Beheim selbst nahm an einer Expedition des portugiesischen Admirals Diego Cao teil, bei der die Mündung des Kongo entdeckt und sehr wahrscheinlich sogar das spätere Deutsch-Südwest-Afrika erreicht wurde. Wie so viele der großen Entdecker, zog Beheim aus seiner Wissenschaft keinen großen materiellen Nutzen. Er starb in ärmlichen Verhältnissen 1506 in Lissabon.
Daß Beheim eine so große Rolle spielen konnte, ist nicht reiner Zufall. Zunächst führte vor den großen Entdeckungen der Handelsweg vom Norden (der Nord- und Ostsee) über Burgund und Süddeutschland nach Italien. Nürnberg und auch Augsburg waren um die Wende des 15. Jahrhunderts die großen Ausfalltore nach Böhmen, Oesterreich, Polen und Ungarn. So wurden die großen Mathematiker Regiomontanus und Beheim von dem Zuge der Zeit getrieben, auch Astronomen und Erdkundler zu werden. Regiomontanus blieb noch im mitteleuropäischen Raum; der jüngere Beheim spürte bereits weit über die europäischen Grenzen den neuen großen Handelswegen über den Atlantik nach. Diese herrlichen Ansätze, zu denen auch das weltweite Wirken der königlichen Kaufmannsfamilien der Fugger und Welser gehörte, scheiterten an der politischen Zerrissenheit des damaligen Deutschlands, die durch die einsetzenden konfessionellen Reibungen und das Zusammenspiel der französischen Könige mit den Türken noch verschärft wurde.
Kunst und Wissenschaft
Eine Ehrung Wilhelm holzamers.
Der im Alter von 37 Jahren im Jahre 1907 verstorbene Volksdichter Wilhelm Holzamer ist lange Zeit fast unbekannt geblieben. An seinem 30. To
destay, dem 28. August d. I., werden die Reichs- s ch r l f t t u m s k a m m e r, Landesleitung Hessen- Nassau, und der Wilhelm-Holzamer-Bund in dem Geburtsort Holzamers Nieder-Olm (bei Mainz) eine öffentliche Ehrung für den Dichter veranstalten, um ihm und seinem aus Volkstum und Landschaft seiner rheinhessischen Heimat erwachsenen Werk, dem reichen Schatz von Romanen, Novellen und Kurzgeschichten, das gebührende Ansehen im deutschen Volk verschaffen zu helfen. Der Gießener Anzeiger wird demnächst in seiner „He i m a t im Bild" einen bebilderten Gedächtnisaufsatz veröffentlichen.
Aus aller Wett.
Europarundflug
eines Messerschmitt- Uugzeuaes.
Die Bayerischen Flugzeugwerke veranstalten am 10. und 11 August mit der Messerschmitt- Maschine M G 10 9 „Taifun" einen Europarundflug. Am ersten Tage wurde die Strecke Berlin — Riga — Helsinki — Oslo — Hamburg — Paris zurückgelegt und am zweiten Tage soll die Strecke Paris — Mailand — Rom — Belgrad — Warschau — Berlin zurückgelegt werden. Das Flugzeug soll keinen Rekordflug durchführen, sondern zeigen, wie mit einer solchen Maschine große Strecken auch für den Privatmann sicher und bequem zurückgelegt werden können. Mit anderen Verkehrsmitteln benötigt man für die erwähnte Reise 11 Tage. Die oiersitzige Reisemaschine startete Dienstag morgen um 3.40 Uhr am Tempelhofer Flugfeld und traf programmäßig um 7.05 Uhr in Riga ein. Nach Aufnahme neuen Brennstoffes setzte das Flugzeug um 7.30 Uhr seine Reise nach Helsinki fort, wo es um 9.07 Uhr eintraf. Es startete nach Oslo um 9.29 Uhr. Kurz nach 12.30 Uhr ging die „Taifun" auf dem Osloer Militärflughafen nieder, um bereits um 13 Uhr zum Weiterflug nach H a m b u rg zu starten. Nun wurden weniger günstige Witterungsverhältnisse angetroffen, lieber dem Skagerrak und Kattegatt wurde es sogar recht ungemütlich. In nur 50 Meter Höhe mußte bis Flensburg geflogen werden. Von da an war dann das Wetter bis Hamburg wieder einwandfrei. „Taifun" ist um 16 Uhr im Hamburger Flughafen eingetroffen und sofort zum Weiterflug nach dem Pariser Flughafen Le Bourget gestartet, wo sie Dienstag um 19.36 Uhr glatt gelandet ist. Die Besatzung machte trotz des langen Fluges einen sehr frischen Eindruck. Die „Taifun" hat damit am ersten Tage ihres Europafluges, die in der Luftlinie rund 3550 Kilometer betragende Strecke von Berlin über Riga, Helsinki, Oslo und Hamburg nach Paris
ohne jeden Zwischenfall mit größter Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit zurückgelegt.
Ein fünfjähriger Junge verursacht den Laufacher Brand.
Der Brand, dem am Samstag in Laufach bei Aschaffenburg zwei volle Scheunen und zwei Holzhallen zum Opfer fielen, wurde, wie die Polizeibehörde meldet, von dem 5jährigen Söhnchen des Brandgeschädigten Jos. Imhof verursacht. Der Junge holte sich aus dem Küchenschrank Streichhölzer und zündete einen in der Nähe der elterlichen Scheune gelegenen Haufen Abrechsel eines Stoppelackers an, um sich angeblich darin Kartoffeln zu braten. Das Feuer, das in dem ausgetrockneten Stroh reiche Nahrung fand, nahm sofort größeren Umfang an, so daß es der Junge mit der Angst zu tun bekam und d a v o n l i e f.
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Der Durchzug einer schwachen Störungsfront brachte auch unserem Gebiet am Dienstagnachmittag Bewölkungszunahme und vereinzelt etwas Niederschlag. Auch für die Folge muß mit dem zeitweiligen Eingreifen von Westen heranziehender Tiefdruck- störungen gerechnet werden, so daß bei überwiegend freundlichem Charakter kein durchaus beständige; Wetter zu erwarten ist.
Vorhersage für Donnerstag: Morgens vielfach dunstig, sonst zeitweise aufkommende stärkere Bewölkung und Neigung zu teilweise gewittrigen Niederschlägen, im ganzen jedoch noch freundlich, warm, meist westliche Winde.
Lufttemperaturen am 10. August: mittags 27,4 Grad Celsius, abends 19,3 Grad; am 11. August: morgens 16,1 Grad. Maximum 28,3 Grad, Minimum heute nacht 12,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. August: abends 24,7 Grad; am 11. August: morgens 20,4 Grad.
Hauptfchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Bilm, schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder, Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thymi (beurlaubt), i. V.: Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck (beurlaubt). Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VII. 37: 9076. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs« preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit bet
Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
Anna Wagenbach
im Alter von 25 Jahren.
Bersrod, Frankfurt a. Main, den 9. August 1937.
Heuchelheim, den 10. August 1937.
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Heute abend 7% Uhr entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit meine liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante
Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 12. August, nachmittags 2% Uhr, zu Bersrod statt
Die Beerdigung fand in aller Stille statt. Beileidsbesuche dankend verbeten.
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Heute morgen verschied in der Klinik zu Gießen nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Schwägerin
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Die Beerdigung findet Donnerstag, den 12. August, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehaus, Gießener Strabe 74, aus statt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Philipp Kutscher IV. Familie Karl Artus.
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Familie Gregor Hill
Familie Konrad Hausrath.
Gießen, den 11. August 1937.
Die Beerdigung fand in aller Stille statt — Für die herzliche Anteilnahme bei dem schweren Verlust unseres lieben Entschlafenen sagen wir innigen Dank.
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In tiefer Trauer: Wilhelm Wagenbach Wwe. Familie Theodor Volkmann Robert Englert.
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Nach langem schweren Leiden entschlief am 7. August 1937 mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel
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im Alter von 65 Jahren.
Für die trauernden Hinterbliebenen: Sophie Lüll und Kinder.
Gießen, den 11. Agust 1937.
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