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des Zufalls zu entreißen und es durch eine geniale I ü h r u n g s a u s l e fe mit menschlicher Vernunft zu lenken.

Die beste Staatsauffassung und Staatsform ist diejenige" so sagte der Führer, mit na­

türlicher Sicherheit die besten Köpfe der Volks­gemeinschaft zu führender Bedeutung und zu lei­tendem Einfluß bringt." Nicht die parlamentarische Demokratie wie unsere Kritiker frech behaup­ten, sondern umgekehrt der nationalso­zial i st i s ch e Führer st aat ist der Boden, auf dem die Persönlichkeit gedeiht. Nur ein autoritäres Volksregime wie das unsrige, dessen Führung von oben bestimmt wird, kann Genies heroorholen und Genies ertragen.

In dieser großartigen organischen Enlwicklungs- idee der Persönlichkeit aus der Gemeinschaft liegt auch die Lösung des sozialen Problems eingeschlossen. Die Menschen sind von Natur nicht gleich, sondern ungleich. Nicht die Har­monie der Interessen unter Gleichen, sondern unter Ungleichen herzustellen, das ist das Problem? Der Nationalsozialismus hat nicht den Sozialismus der Nichtskönner,' sondern den Sozialismus der Leistung pro­klamiert. Dieser Sozialismus, der jedem Volks­genossen, woher er auch kommen mag, und was er auch sei, die gleiche Chance zum Empor st ieg gibt, ist die sinnvollste und höchste Form des sozialistischen Lebens über­haupt, weil auf ihm die Nation immer wieder die Kräfte zu neuer Blüte entwickeln kann. Die Schöpfung des klassenlosen Staates, In dem das gleiche Leistungsprinzip für alle gilt, hat zum ersten Male dem Wort Sozialis­mus einen praktischen, lebensstarken Inhalt und damit der sozialistischen Sehnsucht von Jahr­hunderten Erfüllung gegeben.

Das ProblemGemeinschaft und Persönlichkeit" ist durch die nationalsozialistische Idee grundsätzlich gelöst. Seine praktische Lösung für uns hängt da­von ab, inwieweit wir diese Idee in ihrer wahren Bedeutung erfassen und so verwirklichen, wie es dem Willen des Schöpfers entspricht. Deshalb müssen wir uns auch darüber klar sein, daß ein System, dessen oberstes Prinzip Persönlichkeits­auslese durch Leistung ist, keinerlei Kon­zession an die»Unfähigkeit machen darf. Wie wir auf der einen Seite die Gemeinschaft und das Wohl der Gemeinschaft auf den Thron unseres Denkens erhoben haben, so dürfen wir auf der an­deren Seite nicht dulden, daß durch Persönlich­keit s f e i n d l i ch e Neidkomplexe von Nichtskönnern das tragende Prinzip der Ge­meinschaft, das Persönlichkeitsprinzip, verleugnet wird. Das wäre ein Rückfall in individualistisches, marxistisches Denken, den der National­sozialismus niemals dulden wird. Aber um jede Möglichkeit eines Mißverständnisses hier auszu- schließen, möchte ich hinzufügen: Zur Persönlichkeit gehört nicht nur Können, sondern auch Charak­ter! Er ist ihre unabdingbare Voraussetzung.

Diese neue Grundlegung des Denkens, die uns der Nationalsozialismus gibt, ist der archimedische Punkt, mit dem wir eine Welt, die Welt des Individualis­mus, des Liberalismus, des Maxismus aus den Angeln heben werden! Das, meine studentischen Ka- meraden, wollte ich Ihnen heute hier in diesem Saale sagen. Wenn Sie alle, die Sie an Deutschlands Hohen Schulen wirken, mit Ihrem ganzen Sinn und Wesen Besitz ergriffen haben von dieser gewaltigen, wahrhaft schöpferisch revolutionären Idee, die uns der Genius des Führers schenkte, dann wird die deutscheAlma mater, dann werden die Hallen unserer Universitäten wieder zu Domen deut­schen Gei st es werden. Dann werden, wie da­mals in jener Zeit deutscher Erhebung, in der ein Fichte der deutschen Jugend predigte, die Studenten wieder zu den Füßen ihrer Lehrer sitzen, ergriffen von der Glut jener ewigen Wahrheiten, die in der Unvergänglichkeit unseres Volkes ruhen und aus ihm immer aufs neue geboren werden! Dann wird von hier aus den jungen deutschen Geschlechtern von Generation zu Generation die Flamme des Geistes entzündet werden, die unser Führer im deutschen Volke so herrlich entfacht hat!"

Neues Denken - neues Handeln!

Die Rede des Reichspressechefs Dr. Dietrich vor den Berliner Studenten zeichnet sich einmal durch ihren Ideenreichtum, zum andern aber durch das Grundsätzliche aus, das er zum Dorttag brachte. Zwar sprach er nur vor den Studenten, seine Worte sind aber an die Adresse der ganzen Nation gerichtet. Denn was er forderte, läßt sich auf eine ganz kurze Formel bringen: Völlig neues Den­ke n , um die Gegenwart und auch die Zukunft ver­stehen, aber zugleich das eigene Handeln unseren völlig veränderten Verhältnissen anpassen zu können. Neues Denken ist nichts anderes als ein Verstehen und Begreifen der nationalsozialistischen Gesetze, Ziele und Absichten, mögen sie auf politischem oder auf wirtschaftlichem, auf sozialem oder auf kulturel­lem Gebiete zu suchen sein. Wie diese Gesetze aus­sehen, hat Dr. Dietrick) im einzelnen kurz umrissen: nur aemeinschastsbewußtes Denken kann die Welt des menschlichen Zusammenlebens er­

schließen. Daraus ergeben sich dann wieder von selbst die Antworten auf viele Fragen der Jetztzeit, Fragen, die selbstverständlich aus einer in der Vergangenheit verwurzelten Anschauung basieren und auf die die Gegenwart die Antwort erteilt. Nehmen wir nur die Begriffe der Freiheit und der Persönlichkeit heraus, die heute einen anderen Gehalt besitzen. Die Freiheit ist mit der Pflicht gegenüber der Gemeinschaft auf das engste verbunden, und innerhalb der Gemeinschaft kann nur der Anspruch auf den TitelPersönlichkeit" erheben, der sich durch seine Leistungen für diese Gemeinschaft auszeichnet. So hat Dr. Dietrich ein Problem unserer Zeit nach dem anderen vorgenom­men, hat sie gedeutet und erläutert. Wir dürfen daher seine Rede als einen wertvollen Beitrag im Kampf um da? Verstehen des Nationalsozialismus, seines Trachtens und Wollens hinnehmen. D. S.

Oer Leistungskampf deutscher Betriebe.

33 Betriebsführer auf einer Kundgebung der nationalsozialistischen Muster­betriebe zu Werkscharführern ernannt.

Berlin, 9. Dez. lDNB.) Die Deutsch« Ar. b e i t s f r o n t veranstaltete am Donnerstagabend in der Deutschlandhalle eine eindrucksvolle Kund­gebung für den Leistungstamps der deutschen Betriebe, an der als Ehrengäste die Betriebsführer und Obmänner sämtlicher dreißig nationalsozialistischen M u st e r b e t r i e b e aus dem ganzen Reich mit ihren goldenen DAF.-Fahnen teil­nahmen. Im Laufe der Veranstaltung wurde be- kanntgogeben, daß Dr. Le3 3 Betriebs­führer und verantwortliche Männer der Organi­sation der gewerblichen Wirtschaft in Anerkennung ihrer erfolgreichen Bemühungen um engste Verbin­dung von Sozial- und Wirtschaftspolitik zu Werk- scharsührern ernannt hat.

z Nachdem Gauobmann Spangenberg namens der Deutschen Arbeitsfront die Kundgebung eröffnet hatte, meldete Reichsamtsleiter Dr. H u p f a u e r als Beauftragter für die Gesamtdurchführung des Leistungskampfes der deutschen Betriebe dem Reichsorganisationsleiter, daß sich am ersten Lei- stungskamvf der deutschen Betriebe 8 4 5 6 7 B e - triebe freiwillig beteiligt haben.

Reichspostminister

Or.-Ing. e. h. Ohnesorge

teilte mit, der Leistungskampf sei auch bei der Reichspost freudig aufgenommen wor­

den. Nach seinem Empfinden müsse es der Stolz jeder nationalsozialistischen Staatsverwaltung sein, unter dem Schutze der Bewegung in Reih und Glied mit den übrigen Teilen der großen Volksgemein­schaft den Zielen der Bewegung entgegenzumar- schieren.

Reichsorganisationsleiter Or.Ley,

der zur Teilnahme an dieser Kundgebung das Kran­kenbett verlassen hatte, dankte allen, die an der Durchführung des Leistungskampfes beteiligt sind, und besonders auch denjenigen Betriebsfüh­rern, die es schon in der Verganaenbeit als eine Selbstverständlichkeit ansahen, die L e i - st u n g in stetem Bemühen zu steigern. Mit der Zeit werde ein gewaltiges und nutzbringendes Werk aus diesem Leistungskämpf hervorgehen, der nun Jahr für Jahr und Jahrzehnt für Jahrzehnt im edlen Wettstreit der Betriede untereinander durchgeführt werden solle.Ich sehe prophetisch voraus , so er­klärte Dr. Ley unter stürmischem Beifall. ,chaß die Zeit kommen wird, wo die gesamte deutsche Wirtschaft erfüllt sein wird von einem einzigen edlen Wettkampf der Menschen untereinander, und daß man in Zukunft alles das, was wir heute noch als neuartig empfinden, als eine glatte Selbstverständlichkeit ansehen wird."

Der Volschewismus in der Tschechoslowakei.

Mit dem Tage, an dem der Beistandsvertrag zwi­schen der Tschechoslowakischen Republik und der Sowjetunion in Kraft trat und damit die freund­schaftlichen Gefühle der Prager Regierung zu den bolschewistischen Gewalthabern in Moskau vor der Weltöffentlichkeit zugegeben wurden, setzte in der Tschechoslowakei schlagartig eine äußerst rege bol­schewistische Wühlarbeit ein. Die bolschewistischen Agitatoren konnten die Ueberzeugung hegen, daß eine Regierung, die mit den Vätern der bolschewisti­schen Weltrevolution einen Freundschaftsvertrag aus Gedeih und Verderb abzuschliehen bereit ist, un­möglich etwas einweben könne, wenn die Lehren und Grundsätze des nunmehr befreundeten Staates im eigenen Lande verkündet werden. Und die Pra­ger Regierung hatte auch nichts einzuwenden. Un­gehindert von den staatlichen Behörden oft sogar mit deren Förderung, nahm die bolschewistische Agi­tation besonders in den nichtdeutschen Gebieten for­men an, die die benachbarten Staaten der Tschecho­slowakei veranlaßten, aus die immer größer wer­dende bolschewistische Gefahr im Herzen Europas mit allem Nachdruck aufmerksam zu machen und

ernste Warnungen an die Prager Regierung zu richten.

Diesen Vorhaltungen konnten sich die tschechischen Staatsmänner doch nicht ganz verschließen. Wäh­rend sie offiziell eine fortschreitende Dolschewisie- rung der Tschechoslowakei leugneten, blieb dem auf­merksamen Beobachter nicht verborgen, daß die allzu laute bolschewistische Agitation sichtlich abge- ftoppt wurde. Die offiziösen Prager Reaierungs- blätter veröffentlichten fortan weniger häufig wohl­wollend gefärbte Schilderungen sowjetrussischer Ver- bältnisse. Äustauschexpsditionen und Studienreisen Hoher Militärs, Leyrer, Wissenschaftler und Künstler wurden nicht mehr an die große Glocke gehängt. Auch die Veranstaltungen mit ausgesprochen sowjet­freundlicher Tendenz wurden eingeschränkt.

All diese, für das argwöhnisch gewordene Aus­land berechneten Maßnahmen, änderten jedoch an der grundsätzlichen Einstellung der Prager Regie­rungskreise, wie auch weiter tschechischer Bevöike- rungsschichten zum bolschewistischen Blutregime nicht das Geringste. Moskau und der Bolschewismus mit seinen Kultur und Volkstum zerstörenden Auswir­

kungen blieben das Ideal tschechoslowakischer Par­teien und Staatsmänner. Dies hat in allerjüngste! Zeit die Anwesenheit desSing - und Tanz« chors der Roten Arme e^ in der Tschecho» slowakei gezeigt, der nicht nur am Grabe des ver» storbenen Alt-Präsidenten und Staatsgründers Masaryk eine Gedenkfeier veranstaltete, sondern auch von den höchsten Spitzen der tschechischen Re­gierung empfangen und gefeiert wurde. Dies hat in ähnlicher Form der jüngsteM a n e s"-S k a n- d a l gezeigt, der durch die Ausstellung scheußlicher Machwerke bolschewistischer Kunstentartung, die ihre Hauptaufgabe in der Verhöhnung fremder Staatsoberhäupter erblickt, um ein Haar internatio­nale Konflikte heraufbeschworen hätte. Und es trat weiter auch bei der 20-Iahrfeier der Sow- etunion in Erscheinung, die in fast allen grö­ßeren tschechischen Städten unter Teilnahme der taatlichen Behörden festlich begangen wurd^.

0,8.

DieTimes" berichtet.

DieTimes" hat zum nicht geringen Schmerz der Tschechen einen Sonderberichterstatter in das sudetendeutsche Geoiet geschickt, Ein Artikel dieses Engländers ist bereits erschienen. Was er enthält, ist für die Tschechen höchst uner­freulich. Er bestätigt alles, was wir immer wieder über die tschechische Unterdruckungs- und Aus- beutungspolittk gesagt haben. Die nüchternen Fest­stellungen desTimes"-Berichterstatters sind aber mehr als eine Aneinanderreihung von Tatsachen. Sie sind eine scharfe und schwere Anklage der Tschechen wegen ihrer Minderheitenpolitik. Wir halten es für außerordentlich nützlich, daß ein Blatt wie dieTimes" einmal die Dinge beim richtigen Namen nennt und sich auch nicht scheut, an Hand der Mißhandlung der Sudetendeutschen, denen man das Brot, die Arbeit, die Sprache und vieles andere nimmt, die Rückwirkungen auf die ge­samtpolitische Situation, vornehmlich auf das Verhältnis des tschechischen Völkerstaates zu feinem Nachbarn, dem Deutschen Reich» aufzuzeigen. Das geschieht übrigens zu einer Zeit, die voll des tschechoslowakischen Getöses über einen angeblich beabsichtigten Ueberfall Deutschlands auf seinen süd­östlichen Nachbarstaat ist. Dor kurzem wurden in London Dorttäae in diesem Sinne gehalten, bann wurden englische Beziehungen benutzt, um den Halifax-Besuch in den Schatten eines deutschen Ueberfallkneges xu rücken, jetzt weiß die französische Presse zwischen dem Londoner Besuch des Außen­ministers und seiner Weiterreise nach dem Osten kein anderes Thema anzuschlagen, als das der Be­drohung der Tschechen durch die Deutschen. Und da kommt nun dieTimes" mit einem sachlichen Be­richt, der in aller Ruhe, aber unter Benutzung eines gewichtigen Materials der Welt sagt, wie es die Tschechen mit den Sudetendeutschen treiben und warum in Mitteleuropa dauernd Unruhe herrscht. Wir wissen sehr wohl, daß dieTimes" nur eine Zeitung ist. Zu ihren Lesern gehören aber politische Persönlichkeiten, Die wohl nun endlich das glauben, was wir ihnen viele Male schon an Klagen und Beschwerden vorgetragen haben und hoffentlich er­kennen, wie wichtig es ist, wenn den Sudeten» deutschen das gegeben wird, worauf sie Anspruch erheben dürfen. D. S.

Der Neichssporiführer in Kopenhagen.

Der Appell des Sports ist ein Ruf an die Ritterlichkeit."

Kopenhagen, 10. Dez. (DNB. Funtsvruch.) Reichs-sportfuhrer v. Tschammer und Osten sprach vor der Deutsch-Dänischen Gesellschaft über Entwicklung und Hiele Der deutschen Leibeserziehung. Unter den zahlreichen Zuhörern befanden sich der deutsche Gesandte, der Lanbeskreisleiter und der Ortsgrupvenleiter der NSDAP., ferner Vertreter der dänischen Ministerien, die Mitglieder des däni- eben Olympischen Komitees, die Führer der däck- chen Sportverbände, Offiziere sowie die bekannte» len dänischen Sportler. Der Reichssportführer er­klärte: All das Hin und Her der raumpolitischen

Krankheit und Kurzwellen.

Don Professor Dr. Erwin Schliephate, Gießen.

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$u den jüngsten Behandlungsmethoden der Heilkunde gehört die Kurzwellen-The- r a p i e. Nach wenigen Jahren der Entwick­lung schon kann sie auf große und über­raschende Erfolge zurückblicken. Wie bei vielen neuen Arbeitsgebieten der Forschung sind auch über die Kurzwellen-Therapie mancherlei un­klare Vorstellungen verbreitet. Wir haben deshalb einen führenden Forscher, Professor Dr. Schliephake in Gießen, der zusam­men mit dem Jenaer Phnsiker Professor Esau bas Verfahren begründet hat, gebeten, sich einmal über bie wissenschaftlichen Vor­aussetzungen unb bie heutigen Leistungen ber Kurzwellen-Behanblung zu äußern.

Die Kurzwellen unb Ultra-Kurzwellen stellen ein bestimmtes Bereich ber elektrischen Wellen bar, bie wir zur drahtlosen Telegraphie unb zum Rabio verwenden. Sie bürfen nicht verwechselt wer­den mit den sogenannten kurzwelligen Strahlungen, zu denen u. a. bie ultravioletten Strahlen, bie Rönt­gen- unb Radiumstrahlen gehören. Diese sind kurz­wellig im Verhältnis zu dem langwelligeren Licht. Die Ultra-Kurzwellen sind im Verhältnis zu ihnen mil­lionenfach länger,kurz" sind sie nur gegenüber den im Rundfunk gewöhnlich benutzten Wellen: man kann ihre Länge, die einige Meter beträgt, leicht be­stimmen. Man braucht nämlich nur die Welle zwischen zwei parallel nebeneinander ausgespannten Drähten entlanglaufen zu lassen und kann sie da- durch gewissermaßen einfangen. Wenn man an einem solchenL e ch e r - S y st e rn" mit einer Glimmlampe entlangfährt, leuchtet diese Lampe in bestimmten Abständen auf und erlischt dazwischen. Die Leuchtstellen sind die Schwingungsbäuche, also Wellenberge, an den Tälern dagegen, den Schwin- gungstnoten, ist fein Strom vorhanden.

Selbstverständlich hat man schon bald nach der Entdeckung der elektrischen Wellen und Schwin- gungen auch an eine medizinische Verwer­tung gedacht. Die Möglichkeit, die Schwingungen auf Menschen-einwirken zu lassen, gab der nach fei­nem Erfinder genannteT esla-Transfor­mat o r", der Schwingungen von 1 Million Hertz (Schwingungen je Sekunde) unb mehr erzeugt. Man merkte nun sehr bald, baß diese elektrischen Schwingungen sich anders als bie in ber Technik bisher üblichen elektrischen Ströme verhalten. Hte

können nämlich den menschlichen Körper durchflie­ßen, ohne einen elektrischen Schlag hervorzurufen. 'Faßt ein Mensch mit der einen Hand den Tesla- Transformator an, so kann er eine in der anderen Hand gehaltene Glimmlampe oder Geißlersche Röhre zum Leuchten bringen, wenn er sie an die Wand ober einen anderen Menschen heranhält. Man kann so von einer Elektrode Funkenentlabungen von 20 big 30 Zentimeter Länge auf bie nackte Haut ober durch die Kleider hindurch übergehen lassen, ohne daß mehr entsteht als ein prickelndes Gefühl. Nach dem französischen Gelehrten, ber dies zuerst heraus« gefunden hat, nennt man dieses Verfahren d ' Ar - s o n d a l i \ a t i o n. Es hat bisher nicht zu wirklich greifbaren und verwertbaren Ergebnissen geführt.

Als ungleich wichtiger hat sich eine andere Form ber Hochfreguenzbehandlung, bie sog. Diather­mie, erwiesen. Ein Hochfrequenzstrom wirb hierbei dem Patienten durch zwei aufgelegte Metallvlatten zuaeleitet. Da keine Gefahr elektrischer Schläge be­steht, können unbedenklich starke Sttöme angewandt werben, die eine kräftige und durchdringende Er­wärmung Hervorrufen. Damit entsteht eine bessere Blutversorgung, die bei vielen Erkrankungen gün« ftia wirft.

Das Kurzwellenverfahren unterscheidet sich von den genannten Verfahren ber Hochfrequenz im Grunde genommen nur durch die viel höhere Schwingungszahl. Sie ist etwa lOOrnal höher als bei der Diathermie.

Also eigentlich gar nichts Neues könnte man sagen. Und doch hat es ein Menschenalter gebauert, bis man merkte, daß die Verhunbertfachung ber Schwingungszahl andere und neue Verhältnisse schafft. Das ist aber gar nicht so absonderlich, denn wir wissen, daß auch die verhältnismäßig geringen Frequenzunterschiede zwischen Licht unb Ultraviolett ober Röntgenstrahlen oft ganz verschiedenartige Wirkungen bedingen. Beim Vergleich der Ultra- Kurzwellen mit diesen Strahlungen gibt es noch einen weiteren grundlegenden Unterschied: Streng genommen bestrahlen wir nicht mit ber Kurz­welle, sondern wir erzeugen ein elektrisches Feld zwischen zwei Platten, die in einem gewissen Ab­stand vom Patienten angebracht werben.

Das eigentliche Neue bei ber Ultra-Kurz- wellen-Behanblung grünbet sich auf einige Beson- berheiten, bie hauptsächlich in Deutschland durch langwierige wissenschaftliche Untersuchungen ent­deckt worben sinb. Da ist vor allem die große Durchbringungsfähigkeit des Ultra- Kurzwellen-Feldes, die mit kürzer werdenden Wei- lenlängen wächst. Sie ist größer als die irgendeiner anderen elekttilchen Sttomart aber Strahlung,

gesehen von Röntgen- und Rabiumstrahlen. Auch isolierende Trennungsschichten werben übersprun­gen. So überbrückt die Feldwirkung beispielsweise bie Membranen ber Zellen und ber roten Blut­körperchen und wirkt so direkt aus bas Innere die­ser mikroskopischen Gebilde ein. Auch Glas und größere Lustzwischenräume bilden fein Hindernis für das eleftrische Feld; wir können deshalb unsere Elekttoden in einem bestimmten Abstand vom Körper des Kranken anbringen und sie mit Jsolier- material umgeben. Das Merkwürdigste ist mm da­bei, baß bie Durchbringungsfähigkeit oder, wie wir sie nennen, bie relative Tiefenwirkung um so besser ist, je weiter dieser Abstand ist. Man behandelt deshalb, wenn man Tiefenwirkungen er­zeugen will, mit Elektroden, die in 4 bis 5 Zenti­meter Abstand vom Körper angebracht sind. In Tierversuchen und Selbstverfuchen des Verfassers hat sich schließlich ergeben, daß' gewisse Erkran­kungen, besonders eitrige Infektionen, im Ultra-Kurzwellenfelb zur Abheilung gebracht werben können. Es gelang u. a., selbst langwierige Furunkulosen ohne operative Eingriffe zu heilen: auch große Eiterherde, wie die gefürchteten Lun­genabszesse unb Vereiterungen des Rippenfells, können geheilt werden, und es ist sehr eindrucksvoll, auf Röntgenbilbern das allmähliche Verschwinden großer Eitermassen zu beobachten. Die Anwendung des Verfahrens hat Feinheiten, bie nur derjenige kennt, der sich jahrelang damit befaßt hat. Man weiß beispielsweise, daß zu lange oder zu starke Behandlung gewisser Erkrankungen zu Verschlim­merungen führen kann. So entstehen Mißerfolge, deren Ursache natürlich ber Behanbler nie bei sich, sonbern bei bem Verfahren sucht; sie werben ver­allgemeinert und können ein wertvolles Heilverfah­ren in kurzer Zeit in Mißkredit bringen.

Noch mehr als für bie örtliche Behandlung gilt dies für bie AllgemeinbeHandlung, bie sogenannte künstliche Fiebererzeugung", über bie vielfach merkwürbige Anschauungen bestehen. Rich- -tig ist, daß wir in ben Ultra-Kurzwellen ein sehr bequemes Mittel in ber Hand haben, um eine Er­höhung ber Körpertemperatur zu erzeugen; man kommt ohne weiteres bis 40 Grad und darüber, wenn man es darauf anlegt. So hohe Tempera­turen find In besonderen Fällen notwendig. Es ist aber falsch, solche Temperaturerhöhungen als Fie­ber zu bezeichnen, da echtes Fieber auf gesteigerten Verbrennungen im Körper beruht. Man erzeugt Fieber bekanntlich zu Heilzwecken durch Einimpfung von Malariakeimen in bie Blutbahn.

Erfreulicherweife hat sich nun ergeben, daß bie

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peraturen hinter denjenigen ber Malaria kaum Zu­rückbleiben. Die elektrische Wärmeerzeugung hat aber den Vorteil, daß sie für bie Kranken ange­nehmer ist, und baß man ihre Regulierung genau in der Hand hat. Dadurch kann man sie sogar bei Pattenten mit Herz- und Kreislauferkrankungen anwenden. Auch kann man noch gleichzeitig andere Heilmittel, Einspritzungen usw. anwenben.

Als neueste amerikanische Errungenschaft tauchte nun kürzlich die Nachricht auf, daß diese Tempera­turerhöhungen auch ohne das Kurzwellenfeld er­zeugt werben können; hierzu werben in einer Klinik in Rochester gewaltige He i ß l u f t kästen angewandt, in denen die armen Pattenten stunden« lang hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Diese heroischen Kuren, bei denen von ben Kranken nur ber schwitzenbe Kopf aus einem riesigen Heizkasten herausragt, machen natürlich auf ben Beschauer einen großen Einbruck. Es ist aber durchaus nicyts Neues daran, und in Deutschland war durch die Forschungen von Walinski schon lange bekannt, baß man burch Bäder von bestimmter Art starke Erhöhungen der Körpertemperatur erzielen kann.

Die Behandlung mit künstlichen Temperatur« fteigerunaen kommt überall da in Frage, wo man bisher schon bie Wagener-Jauregaschs Malaria-Therapie angewandt hat, also bei progressiver Paralyse und Rückenmarksbarre. Mel größer und wichtiger ist aber das Anwendung' gebiet bei den rheumatischen Erkrankun» gen. Es gibt wohl keine Gruppe von Krankheiten, denen eine solche Bedeutung für bie Volksgemein« schäft zukommt, wie bie rheumatischen Krankheiten, zu benen beispielsweise auch Ischias, bie meisten Neuralgien und die meisten Gelenkent­zündungen gehören. Viele Menschen, die schon » in ihrer Jugend Opfer dieser Krankheiten geworden sind, füllen bie Krüppelheime und fallen ber All« gemeinheit zur Last. Hier ist aber burch die An« Wendung ber künstlichen Temperaturerhöhung oft noch eine Rettung möglich. Zweck hat allerdings eine solche Behandlung nur, wenn vorher du Krankheitsursachen richtig erkannt sind und mu« behandelt werden. Auch Darf man Erfolge nur da erhoffen, wo von wirklich kundiger Hand behandelt' Wird. Dazu gehört eine besondere Beherrschung gerade biefes Gebietes.

Man vergißt in unserem technischen Zeitalter viel zu leicht, daß es nicht auf bie Maschine an« kommt, sondern auf ben Menschen, der sie an­wendet. Das gilt aber auf bieJem ärztlichen Gebiet mehr als auf irgendeinem anderen GMriet Lebens