zu haben. Das Gericht fällte zehn Todesurteile. die bereits vollstreckt wurden. Der Bakuer Prozeß bestätigt die Nachrichten über eine starke antibolschewistische, panislamitische Bewegung in Aserbeidschan.
In Suchum fand ein Prozeß statt, wo bisherigen Funktionären der Republik Abchasien zur Last gelegt wurde, daß 1933 das Motorboot Stalins, der zur Erholung an der Schwarze-Meer- Küste weilte, von einer Küstenbatterie aus b e - schossen worden ist. Die Angeklagten sollen ihre terroristischen Akte auf Anstiften des früheren, erst kürzlich angeblich verstorbenen Präsidenten der Republik Aserbeidschan, Nestor L a k o b a , unternommen haben. Lakoba galt als einer der wenigen überlebenden kaukasischen Jugendfreunde Stalins. Nun erscheint das plötzliche Ableben Lakobas jedoch in neuem Licht, da einige Angeklagte erklärten, sie hätten ihre moskaufeindlichen Machenschaften begonnen, „um den Tod Nestor Lakobas zu rächen"(!). Zehn Angeklagte sind bereits h i n g e r i ch t e t worden.
Weitere Todesurteile meldet die Provinzpreste aus Leningrad, wo sechs Angehörige einer trotzkistischen Organisation erschossen wurden, aus Nischninowgorod, wo 3 angebliche Saboteure der Viehwirtschaft zum Tode verurteilt wurden, aus Taschkent, wo vier neue Erschießungen von Staatsfeinden zu verzeichnen sind, aus Ehabarowsk, wo zwei in einer politischen Mordaffäre Angeklagte zum Tode verurteilt wurden, und aus Swerdlowsk, wo im Rayon Newjansk fünf „staatsfeindliche Kolchosleiter und Tierärzte" erschossen worden sind.
Sorgen des Deutschtums in Estland.
Reval, 9. Nov. sDNB.) In Reval fand die Herbsttagung des Kulturrates der deutschen Kulturselb st Verwaltung in Estland statt. Nach Berichten des Vertreters der deutschen Kulturoerwaltung in der Nationalversammlung über die Arbeit an der neuen Verfassung des Freistaates Estland und des Präsidenten der Kulturverwaltung über die Tätigkeit während der letzten fünf Jahre nahm der Kulturrat eine Entschließung an, in der es heißt, daß die Ungeklärt- heit der Frage des muttersprachlichen Unterrichts und der Vertretung in den gesetzgebenden Körperschaften mit Sorge erfülle. Die Kulturverwaltung müsse bestrebt sein, die Führung aller aufbauwilligen Kräfte des Deutschtums zu gewinnen und die Heimatrechte der Volksgenossen zu wahren und zu schützen.
Neichsminister Seldie in Holland.
Den Haag, 9. Nov. (DNB.) Reichsminister S e l d t e besichtigte den fertiggestellten Bauabschnitt der Trockenlegungsarbeiten der Z u i d e r s e e , den Wieringermeer Polder. Nach »einer Rundfahrt durch den Polder und der Besichtigung eines Siedlungsgehöftes vermittelten die Leiter der Arbeiten den deutschen Gästen einen Ueberblick über die Arbeitsmethoden bei der Trockenlegung und Besiedlung von Neuland. Anschließend besichtigten die deutschen Gäste den Abschluß-Deich, der die Zuidersee von der Nordsee trennt. Am Nachmittag begab sich der Minister nach Den Haag, wo die niederländische Regierung ein Esten gab.
Witt Japan denNeunmächtepakikündigen?
Tokio, 10. Nov. (DNB. Funkspruch.) „Tokyo Nicht Nichi" wirst im Zusammenhang mit der bevorstehenden Antwort Japans an die Brüsseler Konferenz die Frage einer Kündigung des Neunmächtepa'ktes auf, die angesichts der heutigen Lage unvermeidlich zu sein scheine, um die „Fesseln der Vergangenheit" abzuwerfen. Das Blatt erinnert an den Austritt Japans aus dem Völkerbund und die Kündigung des Flottenabkommens, das dem damals schwachen Japan aufgezwungen worden sei. Eine Kündigung des Neunmächtepaktes käme in Frage, falls Japan in Brüssel a 15 „Angreifer" oder „Poktverletzer" verurteilt wird, falls die Brüsseler Konferenz ergebnislos verläuft, wodurch gleichzeitig die Unhaltbarkeit des Paktes bewiesen sei, oder falls die japanische Forderung auf Revision des Paktes in Brüssel abgelehnt werde.
3n Schanghai nach dem Abzug der Chinesen. Säuberungsaktion in Nantao.
Flucht in die Konzession.
Schanghai, 10. Nov. (DNB. Funkspruch.) Im Mittelpunkt der Kampfhandlungen am Mittwoch stand der Schanghaier Stadtteil Nantao, wo die japanischen Truppen eine durchgreifende Säuberungsaktion gegen die dort zurückgebliebenen kleineren Abteilungen verschiedener chinesischer Divisionen eingeleitet haben. Lebhafte Schiffsbe - wegunqen auf dem Wangpu-Fluß deuten auf Vorbereitungen zum Eingreifen der japanischen Flotte hin, womit vielleicht auch eine Verstärkung der Seesperre gegen chinesische Schiffe verbunden sein wird.
Das Abrücken der chinesischen Truppen hat eine panikartige Flucht der Bevölkerung in die französische Konzession zur Folge. Dabei spielten sich an den Toren der Konzession wilde Szenen ab, in deren Verlaus über 100 Personen verletzt wurden. Der Ansturm der Flüchtlinge auch aus Putung und den westlichen Gegenden Schanghais verstärkt das Flüchtlingsproblem in der Internationalen Niederlassung. Tausend versprengte chinesische Soldaten wurden bei Betreten der französischen Konzession entwaffnet.
Kleine politische Nachrichten.
In Schwerin sand die feierliche Beisetzung der 11 Toten des Gaues Mecklenb u r g im Ehrenhain der Bewegung an der Seite Wilhelm G u st l o f f s statt. Der Beisetzung ging eine Gedenkfeier in der Gauschule vor den aufgebahrten Särgen voraus, bei der Reichsstatthalter Gauleiter Hildebrandt vom Schicksal dieses Kampfes um die Seele des Volkes sprach.
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Präsident Roosevelt empfing im Weißen Haus den deutschen Botschafter Dr. Dieckhoff und den Vorsitzenden des Aufsichtsrates des Nord
deutschen Lloyd Staatsrat Lindemann, der zu einem kurzen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten weilt.
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Im Buckingham-Palast trafen sich König Georg von England, König Georg von Griechenland und König Boris von Bulgarien zusammen mit Königin Elisabeth von England, der Königinmutter Mary, der Königin von Bulgarien sowie zahlreichen weiteren Gästen bei einem Essen.
Der nationalpanische Heeresbericht vorn Dienstag lautet: Nichts Neues an allen Fronten.
Der neue türkische Ministerpräsident Djelal Bayar verkündete vor dem Parlament sein Regierungsprogramm. In der Außenpolitik werde sich die Türkei auch weiterhin um die Aufrechterhaltung des Friedens und seiner Freundschaften bemühen. In innerpolitischer Beziehung betont das Programm die unbedingte Aufrechterhaltung der türkischen Währung.
Oie Tagungen derReichskammer der bildenden Künste während der Gau-Kulturwoche.
NSG. Am Montag, 15. November, veranstaltet die Reichskammer der bildenden Künste, Landesleitung Hessen-Nassau, folgende Tagungen, zu deren recht zahlreichem Besuch sämtliche bildenden Künstler, sowie Freunde der bildenden Kunst herzlichst eingeladen sind. An diesem Tage findet statt: 14 Uhr: Arbeitstagung der Fachgruppe „Kunstoerleger und -Händler" im Saal der Kassenärztlichen Vereinigung, Frankfurt n. M., Moltke- allee 12/14. 15.30 Uhr: Arbeitstagung der Fachgruppe „Architekten" im Saal der Kassenärztlichen Vereinigung, Frankfurt a. M., Moltke- allee 12/14. Referat: Dr. ©aber (Berlin), stellvertretender Geschäftsführer des Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste sowie der Landesleiter. 18.15 Uhr: Festtagung der Reichskammer der bildenden Künste, Landesleitung Hessen-Nassau im Bürgersaal des Rathauses (Römer) zu Frankfurt, Eingang Römerberg und Paulsplatz. Es spricht Dr. ©aber (Berlin), stellvertretender Geschäftsführer des Präsidenten der RdbK. sowie der Landesleiter. Anschließend: Zwangloses Beisammensein im Ratskeller. Der Eintritt ist frei.
Außerdem vom 13. bis 21. November: Große Kunstausstellung in der Festhalle zu Frankfurt innerhalb der Gesamtausstellung der Reichskulturkammer, deren Besuch allen Künstlerin und Kunstfreunden empfohlen wird. Meldungen zur Teilnahme an obigen Tagungen bis spätestens 12. November 1937 erbeten an: Reichskammer der bildenden Künste, der Landesleiter Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., Junghofstraße 26 III. Telephon 238 93.
Hochsckulnacknchten.
Professor Dr. Herbert Meyer, Ordinarius für deutsche Rechtsgeschichte an der Universität Göttingen, wurde in gleicher Eigenschaft an die Universität Berlin berufen.
Aus aller Wett.
Bisher 600 Tote im syrischen ttnwetlergebiet.
Landon. 10. Nov. (DNB. Funkspruch.) Nach dem in den syrischen Unwetter, und Heber- schwemmungsgebieten das Hochwasser zurückgegangen ist, läßt sich erst der Umfang der Schäden und die höhe der Menschenopfer ermessen. Die Rettungsmannschaften haben bis jetzt 600 Tote geborgen. Mehrere hundert Eingeborene gelten jedoch als vermißt und müssen ebenfalls als tot aufgegeben werden. 10 000 Häuser wurden vollkommen zerstört, und den Sach, und Flurschaden schätzt man auf etwa 40 Millionen Franks. Der Sanitätsdienst ergreift zur Verhütung 1 von Epidemien strenge Maßnahmen. Die ganze Bevölkerung der von der Katastrophe betroffenen Gebiete wird gegen Typhus und Cholera geimpft.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Franksur'.
Begünstigt durch ein starkes Hochdruckgebiet über dem Ostseeraum und lebhafte Wirbeltätigkeit im Ostseeraum erfolgte ein Durchstoß arktischer Kaltluft auf das Festland. Sie brachte bei der Verdrängung der hohen vorgelagerten feuchtmilden Lust auch unserem Gebiet verbreitete Niederschläge, die mit fortschreitender Abkühlung im Gebirge vielfach in Schnee übergingen. Die weitere Zufuhr frischer Kaltluft ist bereits abgeschnitten, doch bleibt ziemlich kaltes und unbeständiges Wetter erhalten.
Aussichten für Donnerstag: Veränderliche Bewölkung mit wiederholten, meist schauerartigen Niederschlägen (im Gebirge teilweise Schnee), Tagestemperaturen in den Niederungen um etwa 5 Grad, nachts nur vereinzelte leichte Fröste, lebhafte Winde aus meist westlicher und nördlicher Richtung.
Aussichten für Freitag: Voraussichtlich naßkaltes Wetter mit Niederschlägen.
Lufttemperaturen am 9. November: mittags 7,8 Grad Celsius, abends 4,9 Grad: am 10. November: morgens 3,3 Grad. Maximum 7,9 Grad, Minimum heute nacht 2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. November: abends 6,9 Grad: am 10. November: morgens 4,5 Grad. — Niederschläge 2,3 mm.
Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr W. Lange; für Feuilleton: Dr.Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 37: 10 031. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.
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