Versuch, die nationalsozialistische Bewegung von ihrem ursprünglichen Weg abzudrängen, ihren Anspruch auf den ganzen Menschen zu unterteilen und ihn auf politisch-soziale Spezialprobleme au beschränken Die schulische Erziehung der Jugeno und der kommenden Generationen durch eine nationalsozialistische weltanschaulich nicht zu erschütternde Erzieherschaft sei eine Lebens- frage der Nation. Die Forderung nach sachlicher und fachlicher Leistung habe gemeinsam mit dem Charakterproblem im Zentrum der nationalsozialistischen Erziehung zu stehen.
Sei der 63.
im Zeltlager Langwasser.
Nürnberg, 9. Sept. (NSG.) Die Hessen- Nassauische HI. hat mit der Hälfte ihres Teilnehmerkontingents bereits ihre Zelte im Lager Langwasser bezogen. Der erste Sonderzug traf am Mittwochabend im Bahnhof Dutzendteich ein. In diesem Zug befanden sich die 900 Hitlerjungen, die bei der Stadionkundgebung feierlich in die Partei ausgenommen werden. In der Nacht traf auch der Führer des Gebietes, Gebietsführer Brandt, im Lager ein. Bevor er sein Strohlager aufsuchte, überzeugte er sich in jedem Zelt davon, ob seine HI. auch gut untergebracht war.
Die 900 Hitlerjungen waren aber nicht die ersten Vertreter des Gebietes Hessen-Nassau in Nürnberg. Die Marscheinheiten des Adolf-Hitler-Marsches wellen bereits mehrere Tage im Lager in einem besonderen Zeltblock. Begeistert erzählen sie von ihren Erlebnissen auf dem langen Marsch mit den Bannfahnen zum Reichsparteitag, besonders aber vom
Höhepunkt dieses Bekenntnisses, dem Vorbeimarsch am Führer. Am Sonntag setzen sie den Marsch fort zur Festungszelle des Führers in Landsberg. Und dann — so berichten sie abschließend voller Stolz — hat sie Adolf Hitler unter dem Eindruck ihrer Treueleistung und ihrer wunderbaren Haltung noch für eine besondere ehrenvolle Aufgabe für kommende Tage in München vorgesehen.
Weiter haben das Lager schon vor Tagen Teilnehmer an den NS.-Kampfspielen, die auf Grund ihrer Leistungen beim Gebietssportfest nach Nürnberg entsandt wurden, bezogen Sie haben auch schon für das Gebiet Hessen-Nassau viel Ehre einleget. Der 3. Sieg der HI. bei den Mannschaftskämpfen bedeutet eine wundervolle Leistung, und der 3. Platz im Reichs schieß- wettkampf mit 2033 Ringen ist für Hessen- Nassau ein schöner Erfolg, um so mehr als es in Heinz Richter (Worms) mit 226 Ringen den Reichsbesten stellen konnte. In mehreren Sportarten konnte das Gebiet 13 weitere Einzelsieger an erste Plätze stellen. Im Hochsprung liegt an 3. Stelle Schleenbecker, Bann 116 Gießen mit mit 1,70 Meter. Bestimmt werden den Hessen-Nassauer Wettkämpfern noch weitere Erfolge winken.
Die Herbert-Norkus-Fahne, das höchste Ehrenabzeichen der Hitler-Jugend, wurde von den Nürnberg-Fahrern der Berliner HI., die in der Nacht zum Freitag die Reichshauptstadt verließen, um Mitternacht feierlich eingeholt und zur Stadt der Reichsparte i t age mit- geführt. Dort wird das alte Ehrenzeichen den aus den HI.-Fahnen des ganzen Reiches gebildeten Fahnenhügel krönen.
Nürnberger Kaleidoskop.
Straßenbahnen retten den Verkehr. —Schwieriger Magenfahrplan.
Schottenröckchen zwischen Braunhemden.
Eigenbericht unteres W.E.-Sonderkorrespondenten.
Nürnberg, 9. September.
Ein Glück, daß die inneren Stadtteile Nürnbergs für jeglichen Wagenoerkehr gesperrt worden sind. Nur die Straßenbahnen dürfen ihres Weges ziehen, auch das aber nur soweit, wie es die An- und Abmärsche der Formationen und die verschiedensten Spalierbildungen zulassen. Leicht haben es die Fahrer und Schaffner unter diesen Umständen nicht. Schon an der nächsten Weiche werden meist die Fahrpläne über den Haufen geworfen. Da heißt es, eine andere Strecke wählen. Und doch klappt der Nürnberger Straßenverkehr ganz ausgezeichnet. Die vielen zehntausend Gäste, die zu den großen Veranstaltungen auf dem Parteitagsgelände erscheinen, sind im Handumdrehen in die Stadt zurückbeför- d e r t. Bahnen stehen m genügender Zahl zur Verfügung, so daß der Abtransport im wahrsten Sinne des Wortes wie an einem laufenden Band vor sich geht. Außerdem ist dafür gesorgt worden, daß man auf dem Parteitagsgelände eine Art B a h n st e i g vorfindet. SS.-Mannschaften stehen an den Eingängen des errichteten Gitters, sie lassen immer nur soviel Fahrgäste hindurch, wie der jeweils anrollende Straßenbahnzug fassen kann Aber alles bleibt dabei im Fluß, Stockungen gibt es kaum. Denn die Bahnen stehen so reichlich in Reserve, daß niemand Angst zu haben braucht, sein Mittagessen nicht rechtzeitig einnehmen zu können
Mittagessen? Für den vielgeplagten Berichterstatter gibt es so etwas nicht Selbst wenn er gerne möchte. Ihm steht nicht genügend Zeit zur Verfügung, wenn er alle Veranstaltungen wahrnehmen muß. Denn wenn er eine halbe Stunde
auf die Abfertigung warten soll, dann ist ihm aus Sorge, er könnte zur nächsten Kongreßsitzung nicht mehr zurecht kommen, bereits jeglicher Hunger vergangen. Hier sieht es eben mit der Abfertigung etwas anders aus als bei der Straßenbahn Essen Herrichten dauert bekanntlich länger als Fahrgeld vereinnahmen. Und bei der noch immer wachsenden Besucherzahl herrscht nun einmal in den Gaststätten ein derartiges Gedränge, daß man sich lieber in später Abendstunde irgendein weit draußen in den Vorstädten liegendes Speisehaus aussucht, wo man noch am ehesten einen leeren Platz zu finden vermag.
Aber jeder sucht in Nürnberg den Magen auf seine Weise zufriedenzustellen. Da gibt es die Fülle der fliegenden Händler, die bei dieser Bullenhitze ihre Feuchtigkeiten im Handumdrehen loswerden. Aber wer schon das Glück hat, in einem Gartenlokal sitzen zu können, der bleibt dort, als wäre er hinter seinem sich stets wieder füllenden Maßkrug wie festgemauert. Wofür man nur volles Verständnis haben kann. Es ist so ziemlich die einzige Möglichkeit, sich Kühlung zu verschaffen, womit nicht gesagt ist daß es keine Bäder in Nürnberg gibt, wo eben die andere Möglichkeit der Abkühlung zu finden ist Eis, Eisschokolade, eisgekühlte Milch, das alles kann gar nicht genug herangeschafft werden. Ueberhaupt die schöne, kalte Milch. Sie ist für ein paar Pfennige in jedem einschlägigen Geschäft zu haben, dazu 'meist noch ein gut belegtes Käsebrötchen, so daß die Klinken der Türen dieser Geschäfte überhaupt nicht losgelassen werden. Einer drückt sie dem andern in die Hand, um alsbald voller Behagen diesen kühlen Trunk in sich hineinrieseln zu lassen.
Doch dann gleich wieder hinaus in die Gassen und Gäßchen, deren Bürgersteige für die Parteitage verbreitert werden müßten. Sie können die Passanten einfach nicht mehr fassen. Der Menschenstrom quillt über, die Fahrwege sind Fußgängerwege geworden. Und darum ist es eben gut, daß nur noch die Wagen die Straßen benutzen dürfen, auf die man beim besten Willen nicht verzichten kann. Von Zeit zu Zeit bricht sich eines dieser Gefährte seine Bahn durch die Menschenmassen. Nicht immer sind es Polizeiautos oder Wagen, die mit Lebensmitteln heranrollen. Das Straßenbild hat sich in den letzten vierundzwanzig Stunden ganz grundlegend geändert. Einmal merkt man den Passanten, namentlich den
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Auf Einladung des Reichsarbeitsführers besuchten die in Nürnberg weilenden Staatsschauspieler Heinrich George und Matthias Wiemann (links) die Zeltlager des Arbeitsdienstes; der Besuch löste bei den Arbeitsmännern große Freude aus. — (Aufn.: Scherl-Bilderdienst-M.)
Frauen an, daß der Hauptstoß der Fremden eingetroffen ist. Viele Ausländer sind darunter, für die natürlich großes Interesse besteht, besonders wenn sie im kurzen Schottenröckchen oder mit der roten Baskenmütze eines nationalspanischen Kampfverbandes angetan durch die Straßen spazieren. Für die diplomatischen Gäste stehen große Wagen mit entsprechender Begleitung zur Verfügung. Sie werden in der Stadt herumgefahren, ihnen wird so manches anziehende Fleckchen dieser Stadt mit ihrer großen, unvergleichlichen Vergangenheit gezeigt. Doch wenn man Kirchen betritt oder die Museen, dann findet man diese Gäste, die eben noch mit einem SS.-Begleiter herumfuhren, vor einer Schöpfung eines Veit Stoß oder des Adam Krafft stehen. Groß sind darin die Engländer, deren Schwäche für alte Bauten und sonstige Zeugen vorübergerauschter Jahrhunderte bekannt ist. Zum andern sind die Arbeitsdienstmänner und die schmucken Maiden verschwunden. Für sie war der Mittwoch der große Abschied von der Stadt des Reichsparteitages. Dafür sind in ihre Quartiere die SA.-Männer eingezogen, während die Politischen Leiter zumeist in Massenquartieren in der Stadt selbst ihre Unterkunft gefunden haben. Das Braun der Bewegung gibt also jetzt dem Straßenbild sein Gepräge.
Oer dritte Tag des Parteikongreffes in Nürnberg.
Volksverbundene AechWflege.
Reichsleiter Dr. Frank über die Wandlungen in der deutschen Justiz.
Nürnberg, 9. Sept. (DNB.) Auf dem Parteikongreß sprach Reichsleiter Dr. Frank über „Rechtsleben und Justiz des nationalsozialistischen Reiches". Dr. Frank zeigte zunächst in einem ausführlichen Ueberblick, wie im abgelaufenen Jahr Durch eine Reihe von hochbedeutsamen Gesetzen die weitere Verwirklichung des Nationalsozialismus auf den verschiedensten Gebieten in rechtlicher Hinsicht erfolgreich wurde. Er erinnerte u. a. an das Gesetz über die Hitler-Jugend, an die Vereinheitlichung des Deutschen Beamtenrechtes, an das Groß-Ham- burg-Gesetz und an die Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplanes. Besonders eindrucksvoll war u. a. im zweiten Abschnitt seiner Rede hochinteressantes Zahlenmaterial, aus dem hervorgeht, in wie starkem Umfange sich der großartige Gesundungsprozeß des deutschen Volkes seit der Machtergreifung gerade auch auf dem Gebiete der Kriminalität ausgewirkt hat. Während im Jahre 1932 noch 566 042 rechtskräftig Verurteilte in Deutschland gezählt wurden, war diese Zahl im Jahre 1934 bereits au( 385 972 gefallen, und ist in den folgenden Jahren noch weiter abgesunken, und dies trotz der viel straffer organisierten Verbrechensverfolgung. Dr. Frank ging Dann u. a. Luf die von gewissen Kreisen des Auslandes gegen die nationalsozialistische Rechtsprechung vor- gebrachten Beschuldigungen ein und gab diesen ewigen Unruhestiftern den Rat, sich Doch lieber etwas mehr mit den Rechtszuständen in den demo- kratisch-liberalistisch-kapitalistischen Ländern und vor allem mit den ungeheuerlichen Rechtsverhältnissen der Sowjetunion zu beschäftigen.
Im Schlußteil seiner Rede beschäftigte sich Dr. Frank mit der Frage der Erziehung des nationalsozialistischen Rechtswahre r- nachwuchses. Er bezeichnete es als die gewaltige Aufgabe der NSDAP., die Aufrechterhal- hing der nationalsozialistischen Rechtsideen für alle Zeiten dadurch sicherzustellen, daß die Erziehung des Rechtswahrernachwuchses und die Heranbildung der nationalsozialistischen Rechtswahrer insgesamt sich immer mehr in engster Zusammenarbeit mit der Bewegung vollzieht. Der im Nationalsozialistischen Rechtswahrerbund zusammengeschlossene deutsche Rechtsstand ist die organisatorische Zusammenfassung aller Rechtswahrer unter einer einheitlichen Leitidee, während die Akademie für deutsches Recht für die Klärung und Ausgleichung der wissenschaftlichen Meinungen auf dem gesamten Gebiete des Rechts Sorge zu
tragen hat. Endlich wird das im Bau befindliche „Haus d e s D e u t s ch e n R e ch t s" m der Hauptstadt der Bewegung die große nationalsozialistische Rechtsschule sein, in der die Anwärter auf führendes Rechtswahrertum für alle Zeiten im Geiste der Opfer der Bewegung erzogen werden sollen. Im Sinne Theodor von der Pfordtens, der vor der Feldherrnhalle in den Reihen der ersten Vorkämpfer des Dritten Reiches fiel, ständen die deutschen Rechtswahrer in unverbrüchlicher Treue zum Führer und seiner Bewegung!
In der Dergeschäftlichung der Presse, die das Werk des Juden ist, in ihrer Doppelrolle als wirtschaftliche Ware und als geistig-politischer Faktor zugleich liegt der Schlüssel zur Erkenntnis der in ihr wirkenden destruktiven Kräfte, die die Presse aus einem segensreichen völkerverbindenden Element so oft zu einer Geißel der Menschheit haben werden lassen. Dr. Dietrich wies hin, daß alle großen Nachrichtenagenturen Europas in den letzten hundert Jahren von Juden gegründet wurden und zunächst fast ausschließlich m i t Börsennachrichten gehandelt haben. In den Händen dieser Nachrichtenbüros liege fast der gesamte Nachrichtenmarkt der Welt. „Die furchtbaren Folgen zeigten sich bei Kriegsausbruch 1914. Die ganze Welt wurde mit Greuelmeldungen der französischen und englischen Agenturen überschwemmt und Deutschland kam mit seinem hilflosen Ruf nach der Wahrheit nur in bescheidenem Maße in einigen neutralen Nachbarstaaten zu Wort. Ohne die von Haoas und Reuter beherrschte internationale Nachrichtenorganisation hätte die publizistische Wirkung der Greuelnachrichten niemals das ungeheure Ausmaß nehmen können, das Deutschland schließlich zu Boden gezwungen hat. Erst nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus hat das Deutsche Nachrichtenbüro, das aus der Verschmelzung des Wolffschen Telegraphenbüros und der Telegraphen-Union heroorginq, damit begonnen, sich einen eigenen Weltnachrichtendienst zu bauen. Seitdem die großen Weltnachrichtenbüros durch Anlehnung an die Regierungen ihrer Anonymität entkleidet wurden, sind die riesengroßen Gefahren, die der Mißbrauch des internationalen Nachrichtenwesens in sich birgt, keineswegs geringer geworden. Im Gegenteil: die Prefselüge weiß sich immer gefährlicher zu tarnen. Aus dem Scheinwerferlicht der großen offiziösen Agenturen hat sie sich in die kleinen Nachrichtendienste und Winkel-
Mit lebhaftem Beifall dankten die Zuhörer Minister Dr. Frank für seine Darlegungen. Brausende Zustimmungskundgebungen rief die Feststellung Dr. Franks hervor, daß ein ähnliches Bild in der Welt nur das große Gesetzeswerk des faschistischen Italiens Mussolinis biete. Besonders starken Beifall fanden die Feststellungen Dr. Franks, daß vor der sauberen Rechtsprechung des Dritten Reiches jedermann gleich sei. Don lebhaftem Beifall begrüßt, nahm dann Reichsleiter Dr. Dietrich das Wort.
düros zurückgezogen, die zumeist anonym und ohne Hervortreten der Verantwortlichen betrieben werden. Sie setzen Lügen in die Welt, die von anderen Büros und Agenturen oder Zeitungen aufgegriffen, einander zugespielt und unter wechselseitigem Zitieren solange weitergegeben werden, bis niemand mehr ihre Quelle zu erkennen vermag.
Vicht der Geist und die Wahrheit beherrschen im Zeichen der liberalen Pressefreiheit die Zeitung. sondern das Geld und die Interessen derer, die es bezahlen.
In keinem anderen Lande hat heute die Verquickung von Politik und Geschäft in der Presse solche Formen angenommen wie in Frankreich Die Agence Havas liefert den Zeitungen nicht nur die Nachrichten sondern beherrscht auch gleichzeitig ihre Anzeigen und ihren Vertrieb. An ihrer Spitze steht der Jude Läon Renier Er kontrolliert zugleich die Messagerie Hachette, die Vertriebsorganisation der gesamten französischen Presse. Daß der Finanzdirektor des Comite des Forges de France, der Jude Harare Finaly, als Aufsichtsratsvorstand in diesem alles beherrschenden Pressemonopol sitzt, vervollständigt das Bild. Welche Zeitung wollte es wagen, sich gegen diese allmächtige finanzielle und geistige Umklammerung aufzulehnen? Die Verquickung von Politik und Geschäft geht sogar so weit, daß Wirtschafts- und Finanzgruppen ganze Seiten des Textteiles einer Zeitung pachten können. Der sogenannte „publiciste", der durch Beeinflußung einzelner Redakteure die Artikel und Nachrichten seiner Auftraggeber in die Presse lanciert, ist eine nur allzu bekannte Erscheinung Die Zeitung allein als Mittel des Gelderwerbs betrachtet — das ist nach Dr Dietrichs weiteren Ausführungen das wesentliche Bild der englischen und amerikanischen Presse. Die Befreiung der Presse von dieser
Falsche „pressesreiheii" stört den Völkersrieden.
2Reid)6(eiter Dr. Dietrich über die Gefahr der internationalen preffehehe.
„Pressefreiheit" fei eine der größten geistesgeschichtlichen Taten, die der Nationalsozialismus und der Faschismus oollbrachi haben.
Dr. Dietrich wandte sich nun der Gegenwarts- gefahr zu. Dem ehemaligen französischen Ministerpräsidenten Caillaux schreibe man das offene Wort zu: „Die Gefahr für den Frieden liegt in der Presse — der nächste Krieg wird von ihr erklärt!" Mit erhobener Stimme erklärte Dr. Dietrich: „Wenn man sich das furchtbare Trommelfeuer und die bis zum äußersten gesteigerte internationale Pressehetze gegen das nationalsoaialistische Deutschland vergegenwärtigt, dann scheint es, als ob sich diese Presse wirklich bis zum äußersten bemühe, diese Prophezeihung zu erfüllen und den Frieden Europas zu zertrümmern." Er erinnert an die Presselügen, die allein in den letzten Monaten über das nationalsozialistische Deutschland m der ganzen Welt verbreitet wurden.
„hinter dieser Welle von haß. von Lüge und Verleumdung spüren wir die Hand des Juden, der seinen ganzen Einfluß in der Weltpresse aufbietet, um Deutschland, das das jüdische Gist im Inneren aus seinem Körper entfernte, von draußen her einzukreisen und zu vernichten. In den amtlichen oder getarnten Filialen in den großen Hauptstädten der Welt gehen die jüdischen Emigranten und ihre bestochenen Schreiberlinge ein und aus, um ihre Tagesbefehle für den Lügenfeldzug gegen den Nationalsozialismus und den Faschismus zn empfangen.
Dieser Einfluß der Juden in der gesamten Weltpresse ist gewaltig. In der Sowjetpresse toben sie sich hemmungslos aus. Was sie in der Presse der übrigen Länder bedeuten, dafür nur ein Beispiel von vielen: Nach dem soeben erschienenen ungarischen Presse-Jahrbuch für 1937 sind 5 6 v. H. sämtlicher ungarischer Redakteure Juden. Aehnlich liegen die Verhältnisse in fast allen Ländern, die die „Pressefreiheit" auf ihre Fahnen geschrieben haben.
Die öffentliche Meinung in der Welt entgleitet den Händen der verantwortlichen Staatsmänner und versucht die Völker, ohne daß diese sich dessen bewußt werden, einer Katastrophe entgegenzutreiben, aus der es ein furchtbares Erwachen geben könnte. Vielleicht sind Sie mir dankbar dafür, daß ich dieses Sie selbst so bedrückende Problem, das Ihnen Ihre eigene „Pressefreiheit" bei Lebensgefahr aufzurollen verbietet, hier in aller Lautstärke in das Licht der Qeffentlichkeit bringe. Wir Haden keine Angst, dieses Problem öffentlicht anzuschneiden. Wir können es uns leisten, auch auf diesem Gebiete offen zu reden und den Stier bei den Hörnern zu packen. Denn wir haben unsere Presse von den Elementen der Zersetzung, von der materiellen Knebelung des Geistes, von den Lügnern und Hetzern längst gesäubert.
Und wenn Sie uns fragen: „Wie haben Sie das nur fertiggebracht?" dann wollen wir Ihnen gern unser Rezept verraten: Werfen Sie die Juden und unsauberen Geschäftemacher aus der Presse heraus, und Sie werden ein Wunder erleben! Dann werden Sie Ruhe im Lande und Frieden mit Ihren Nachbarn haben! Entkleiden Sie die Presse, die eine der wichtigsten Funktionen des öffentlichen Ledens im Dienste der Gemeinschaft ist, ihres unwürdigen Charakters als Spielball wirtschaftlicher Mächte! Erkennen Sie, daß die wirtschaftliche Rentabilitätsfrage der Presse in keinem Lande ein Problem sein kann, das es rechtfertigt, die Presse den Kriegshetzern )u überlassen und die Völker dem Untergang zu überantworten! Befreien Sie — wie wir es taten — den Geist von den Fesseln des Geldes! Befreien Sie den Schriftleiter von der „Pressefreiheit", die keine ist! Geben Sie ihm dem Staate gegenüber die persönliche Verantwortung für das, was er schreibt! Denn die wahre Freiheit liegt nicht in der Zügellosigkeit, sondern nur in der Verantwortung. Wenn dieser Gedanke zum kategorischen Imperativ für die Presse aller Länder geworden ist, dann werden die Völker wie befreit von einer Last aufatmen! Dann wird es ein leichtes sein, durch internationale Presseabkommen und Nichtangriffspakte jeden Versuch durch Lüge, Schmähung und Verleumdung der Nationen, die Völker in den Krieg zu hetzen, schon im Keime zu ersticken. Dann wird die Zusammenarbeit der Völker auf allen lebenswichtigen Gebieten sich fruchtbar und segensreich gestalten. Dann werden sie mehr für den Frieden der Welt tun, als alle Nichteinmischungsausschüsse es jemals zu tun vermöchten! Und alle anständigen Männer der Presse, ob Journalisten ober Verleger, werden ihnen dankbar sein."
Langanhaltender Beifall, der den Darlegungen Dr. Dietrichs folgte, war ein Zeichen des starken Widerhalls, den seine Ausführungen bei den Zuhörern gefunden haben. Rudolf Heß vertagte dann den Parteikongreß auf Freitag vormittag.
Das „Deutsche Station" in Zahlen
Das „Deutsche Stadion" in Nürnberg, zu dem der Führer eben den Grundstein gelegt hat, und in dem künftig die Nationalsozialistischen Kampfspiele als Krönung des Wehrsports der SA. stattfinden werden, wird 405000 Plätze zählen. Zwei Zahlen zum Vergleich: Das Rei chs spart» feld bietet 115 000 Personen Platz; die alten Romer haben in dem Circus Maximus em Schaugebäude für gymnastische Hebungen errichtet, das 200 000 Personen Gelegenheit zur Beobachtung der damaligen Kampfspiele gegeben hat; das „Deutsche Stadion" in Nürnberg wird also fast viermal so viel Zuschauer beherbergen können als das Reichssportfeld und zweimal so viel Zuschauer als das größte Stadion der Antike. Demgemäß sind auch die Verhältnisse des ganzen Baues mächtig und breit. Seine Länge beträgt über einen halben Kilometer, genau 540 Meter gegenüber den 300 Meter des Reichssporl- leides; in der Breiten ausdehnung mißt es 445 Meter, während sich das Reichssportfeld in Berlin mit 225 Meter begnügt. In fünf Rängen steigt bas Nürnberger Stabion bis zu einer inneren Höhe von 82 Meter (innere Höhe bes Reichssport- felbes 29,22 Meter) an. Für ben Zu- und Abgang so gewaltiger Besuchermassen werden besondere D e r t e i l [ e r r ä u m e größten Ausmaßes errief)- tet, von denen aus die Zuschauer durch Auf- zuae nach den Umgängen der Tribünen befördert werden. Insgesamt sind nicht weniger als 21 Verteilerräume vorgesehen. In diese gewaltigen Räume ift Der V o r h o f noch nicht eingerechnet, der je drei Meter höher liegt als die Straße und das Spielfeld. Er umfaßt eine Fläche von 150 mal 380 Meter.


