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m.2H Erstes Blatt

187. Jahrgang

greitog, (0. September 1937

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Der Führer legi den Grundstein zum Deutschen Stadion

Eröffnung der ersten NG.-Kampfspiete in Nürnberg.

Nürnberg. 9 Sept. (DNB.» Am Donnerstag wurde durch den Führer die Grundsteinle­gung zum Stadion der 400000 vollzogen und zualeich die N a t i o n a l s o z l a l i st i s ch e n Kamplspiele, die zum ersten Male in diesem Jahre zum Austrag kommen, eröffnet. Das neue Stadion liegt etwa auf der Höhe des alten Stadions jenseits der großen Straße, die vom Marzreld in einer Länge von 1,75 Kilometer und einer Breite von 90 Meter quer über den Dutzend­teich m den Luitpoldhain führt Vom Märzfeld aus geseh.en, liegt im Blickfeld der Straße das gewal­tige Massiv der Burg. Am anderen Ende zeichnet sich bereits das Märzfeld, der zukünft'ge Aufmarsch­platz der Wehrmacht in seinen Umrissen ab Hier stehen zwei große Schaumodelle der 24 Turme, die das Märzfeld zu einer gewaltigen Riesenburg machen, die etwa fünf mal so groß wie das ge­waltige Zeppelinfeld ist, auf dem die Vorführungen der Wehrmacht jetzt' stattfinden

Auf dem Raine, wo das Stadion der 400 000 erstehen wird, ist eine provisorische Tribünenanlage errichtet worden. Auf der gegenüberliegenden Seite ragt ein mächtiger Turm empor der auf der Stirn­seite das SA.-Sportabzeichen trägt Von den Stu­fen dieses Turmes grüßen die Standarten herab, die auch den ganzen Mittelblock des Feldes füllen, auf hem die Formationen der Bewegung -aufmarschiert sind. Das ganze Feld ist von dem leuchtenden Bild der Sturmfahnen eingefaßt. 9n der Mitte der Tribüne ragt weit em Vorbau heraus, auf dem das Modell des Deutschen Stadions in der Größe 1:200 steht, das einen SBeqriff von der Großartigkeit der hier erstehenden Anlage gibt. Vor dem Modell erhebt sich auf silber- grauem Granit der Grundstein

Zur Rechten des Vorbaues sind Musik- und Spiel­mannszüge der drei Wehrmachtteile, auf der gegen­überliegenden Seite die der Kampfformationen der Bewegung aufmarschiert Den mächtigen Jnnen- raum aber füllen in dem Bunt ihrer Uniformen bi Ehrenabordnungen der Formationen, in der ersten Reihe das Jungvolk und die Hitlerjugend, bann die StandarteFeldherrnhalle" die Männer bes Arbeitsdienstes mit blinkendem Spaten, die Ehrenkompanien des Heeres, der Marine und der Luftwaffe, die Marschkolonnen der SA, des NSKK., bes NSFK und der Schutzstaffeln Einen neuen !Farbton bringen die Kolonnen der Polizei in das reizvolle Bild und den Schluß endlich machen die Politischen Leiter Das mächtige Viereck aber ist eingefaßt vom Grün des Lorenzer Waldes, der auch >as werdende Deutsche Stadion einbetten wird

Aus der Ferne klingt der Präsentiermarsch her- itber. Das Brausen der Heilrufe kündet die A n - lunft des Führers, der vom Stabschef ? u tz e und dem Vorsitzenden des Zweckverbandes ,Reichsparteitag", SA.-Obergruppenführer Kerrl, broie dem Schöpfer des Bauplanes Prof. Speer, begleitet, den Vorbau betritt Der Stabschef er­mattet Meldung an den Führer. Dann spielen die NusikzügeEin junges Volk steht auf" Run wen- öet sich der Stabschef zum Führer.

Mein Führer!

Vor noch nicht einem Jahre gaben Sie der SA. den Befehl, die Nationalsozialistischen kampfspiele vorzubereilen und alljährlich wäh­rend des Reichsparteitages durchzuführen. Heute flehen die Männer der Kampfformatio­nen bereit. Ihnen, mein Führer, den Dank für das In sie, in ihr Wollen und Können gesetzte Vertrauen durch die Tat abzustatten. Ein kur­zes Jahr hat genügt, um die große Arbeit nicht nur anzufangen, sondern um sie auch schon zu

einem erkennbaren Ergebnis zu führen. Denn Sie heute, mein Führer, den Grundstein legen Zu dem gewaltigen deutschen Stadion, dann darf ich Ihnen versichern, daß die Anerken­nung, die in dieser Ihrer Tat für uns liegt, uns wiederum erneut Ansporn fein wird, die ganze Kraft für das Ziel einsehen, das sie uns vor nunmehr fünfzehn Jahren schon wiesen. Auf dem Reichsparteitag der Ehre ha- ben Sie, mein Führer den kommenden Ent­wicklungsgang des Deutschen von seiner frühe­sten Jugend bis ins höchste Alter ausgezeigt.

heute sind sie hier nun vor Ihnen nach Ihrem Wunsche ausmarschiert, die Pimpfe, die HI., die SA., der Arbeitsdienst, die Kompanien des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe, die Einheiten des NSKK., das NSFK.. der Polizei und der SS., sowie die Abordnungen der politischen Leiter. Wein Führer, ich bitte Sie, nun die Grund st ein­leg ung z u m Deutschen Stadion zu vollziehen und die Nationalsozialistischen Kampfspiele zu eröffnen.

Die drei Hammerschläge des Führers.

Reichsminister Kerrl verliest dann die Ur­kunde, in der es heißt, daß der Führer in Verfolg feiner Proklamation auf demParteitag der Ehre" die Nationalsozialistischen Kampf- j p i e l e schuf, deren Träger die SA ist und die zukünftig im neuen Stadion auf den Reichspartei­tagen des deutschen Volkes durchgeführt werden. Dann wird die Urkunde m eine Kassette geschlossen und durch fünf Steinmetzen eingemauert während alle Musikzüge mit einer Paraphrase über das KampfliedVolk ans Gewehr" einjetzen. Jetzt tritt der Führer an den Grundstein und vollzieht die Grundsteinlegung durch drei Hammerschläge, bei denen er mit folgendem Ausspruch feinen Wün­schen Ausdruck gibt:

Deutsche!

In diesem geschichtlichen Augenblick, da ich nun den Grundstein zum Deutschen Stadion lege, erfüllen mich drei heiße Wünsche:

1. Wäge das gewaltige Bauwerk selbst zum Ruhm und Stolz des deutschen Volkes gelingen.

2. Woge es der ewige Zeuge sein einer im Nationalsozialismus ge­einten Nation und eines machtvollen Reiches.

3. Wöge es die deutschen Wanner und Frauen für alle Zeiten ermahnen und hinführen zu jener Kraft und Schönheit, die der höchste Ausdruck des Adels einer wirklichen Freiheit sind.

Ich erkläre damit im Jahre 1937 die Na­tionalsozialistischen Kampfspiele zu Nürnberg für eröffnet

Im gleichen Augenblick, da der Führer die Kampfspiele für eröffnet erklärt, donnern die Ge­schütze, und die Musikzüge fallen mit den Liedern der Nation ein, die von den Zeugen dieser ge­schichtlichen Stunde mitgesungen werden. Im glei­chen Augenblick beginnen im alten Stadion die Vorentscheidungen der Kampfspiele mit dem Wettbewerb des deutschen Wehrwettkampfes.

Die politischen Leiter huldigen dem Führer.

Kackelzug durch das illuminierte Nürnberg.

Nürnberg, 9. Sept. (DNB.) Arn Donnerstag­abend war die Stadt der Reichsparteitage e i n einziges riesiges Lichtermeer. Zahl­reiche Scheinwerfer strahlten die historischen Bau­lichkeiten an, und bei Einbruch der Dunkelheit flammten Überall in den Fenstern kleine rote Lämpchen auf. Es gab kein Haus, kein einziges Fenster, das nicht festlich illuminiert war. Es müssen rund 2 Millionen Lichter gewesen sein, die die Nürnberger Bevölkerung an diesem Abend entzündete.

Auf der Deutschherrenwiese traten um 20 Uhr 22000 Politische Leiter zum F a ck e l z u g und Vorbeimarsch vor dem Führer an. In Zwölfer­reihen marschierten sie, viele Tausend Fackeln mit sich führend, zum Hotel des Führers, zum Deut­schen Hof. In allen Straßen, die der kilometer- lange Zug nahm, stand außerdem ein ununter­brochenes Fackelspalier, und hinter ihm Hun­derttaufende von Menschen, die Zeugen dieses groß­artigen Schauspiels sein wollten. Fast 2000 Orts- qruppenfahnen und die Fahne der Ordensburg Vogelsang wurden im Zuge mitgetragen. An der

Spitze marschierten die Gaue Berlin und Kurmark, am Schluß die Männer von der Ordensburg Vo­gelsang Den großartigen Höhepunkt bildete der Vorbeimarsch vor dem Führer am Deut­schen Hof. Auch hier standen die Massen zu vielen Zehntausenden und grüßten mit jubelnder Begei­sterung den Führer, als er beim Herannahen des Fackelzuges auf den Balkon trat.

Reichsorganisationsleiter Dr. Ley erstattete dem Führer Meldung. Dann zogen die Politischen Lei­ter aller Gaue an ihrem Führer vorüber, der den ganzen langen Zug mit erhobener Rechten grüßte. Rot leuchtete das Tuch der Hakenkreuzfahnen im Schein der Fackeln. Das Germanische Mu­se u m im Lichte der Scheinwerfer und der unzäh­ligen roten Kerzen bildete eine wundervolle Kulisse bei diesem festlichen Ereignis. Am Adolf-Hitler-Platz löste sich der Fackelzug auf. Auch hier bot sich ein märchenhaft schönes Bild. Zehntausende von roten Flämmchen warfen ihr Licht auf den phantastisch schönen Schmuck der Häuserfronten und vereinte'' sich mit dem Licht der Scheinwerfer, die den schonen Brunnen des Portals der Frauenkirche anstrahlten.

Sondertaoungen des Reichsparteitages.

Nürnberg, 10. Sept. (DNB.) Im Rahmen der Sondertagungen sprach auf einer Kundge­bung des N S. - Studentenbundes Reichsftudentenführer Dr. Scheel vor 1800 Stu­denten und Studentinnen aus dem ganzen Reich, Vertretern der italienischen faschistischen Partei und des französischen Studentenbundes. Im Auftrage der Partei nehme der NS.-Studentenbund die jun­gen Studenten in eine harte Schule, in deren Mit­telpunkt der praktisch-politische Einsatz des Fabrik­dienstes, der Erntehilfe, des Autobahndienstes und des Landienstes stehe. So werden die Studenten zu den Lebensfragen unseres Volkes hingeführt und zu selbstlosem Dienst erzogen Gegenüber den Ein­wendungen, die gegen die neue Kameradschaftser­ziehung erhoben wurden, erklärte der Reichsftuden­tenführer, die studentische Geschichte offenbare schon seit Jahrhunderten den Willen der studentischen Ju­gend, sich in Erziehungs- und Lebensgemeinschaften zufammenzuschließen. Als Proklamation an die gesamte studentische Jugend verlas Dr. Scheel d i e Gesetze der studentischen Kamerad­schaften und erklärte unter starkem Beifall, es müsse einmal der Tag kommen, an dem nur noch der an den deutschen Hoch- und Fachschulen studiere, der den Willen und die Kraft besitze, in einer Gemeinschaft zu leben.

An die Altakademiker richtete er nochmals den Appell, in der NS. - Studenten­kampfhilfe am Aufbau des neuen Studenten- tums tatkräftig mitzuwirken. Es werde niemand künftig das Recht haben, über Hochschulfragen mit­zureden, der nicht gewillt fei. sich in diese Organi­sation einzuordnen.

Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, gab feiner Anerkennung für die Arbeit des Reichs- studentenführers und für die von ihm aufqeftellten Grundsätze der Kameradschastserziehung Ausdruck. Die Studenten verdankten dem Führer, daß ihre Arbeit heute nicht mehr zur Aussichtslofigkit ver­dammt ist. sondern daß vor ihnen die Gewißheit steht, am Aufbau des Reiches tätig werden zu kön­nen.Danken Sie dem Führer", so schloß er, durch unermüdliche Arbeit und danken Sie Ihm dadurch, daß Sie die kraftvollen Gesetze der Kame- radfchaftserziehung, die Ihnen heute gegeben wur­den, freudig erfüllen."

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Unter dem LeitwortGradlinigkeit der Idee" stand die gemeinsame Tagung des Hauptvrga- nifationsamtes, des Hauptschulungs­amtes und des Hauptperfonalamtesder NSDAP. Reichsleiter Alfred Rosenberg wies auf das Wesen der nationalsozialistischen Weltan­schauung und ihre Abgrenzung gegenüber dem We­sen von Religion und Konfession hin. Er bean­spruchte die Erziehung bes deutschen Volkes und der deutschen Jugend ausschließlich für die national­sozialistische Bewegung und kündigte für den Herbst eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Reichsorganisa­tionsleiter für die Schulung der gesamten Bewe­gung an. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley erör­terte die Maßnahmen, die die Partei vom organi­satorischen Standpunkt aus für die Garantierung der Gradlinigkeit der Idee getroffen hat. Nur wenn der Glaube sich in Gehorsam umsetze und sich mit dem Fanatismus verbinde, könne der Mann feine Aufgabe erfüllen.

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Auf einer Tagung des Hauptamtes für Erzieher sprach Reichserziehungsminister Dr. R u st. Nachdem dann der Reichswalter des NSLB., Gauleiter W ä ch t l e r , darauf hingewiefen hatte, daß die Schule im Dritten Reiche keine bloße Un­terrichtsanstalt, sondern eine nationalsozialistische Erziehungsanstalt und entsprechend der neue Erzieher nicht nur Unterrichter, sondern vor allen Dingen Nationalsozialist sein müsse, wandte sich Alfred Rosenberg scharf gegen den

Der Führer besichtigt nach seinem Eintreffen auf dem Bauplatz das nach einem Entwurf von Professor Speer gefertigte Modell des Stadion-Neubaues. Neben ihm Reichsmmister Kerrl, Stabschef Lutze und Professor Speer, (Aufn.: Scherl-Büderdtenst-M.)

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Uebersichtsbild von der Feier der Grundsteinlegung während der Rede des Stabschefs Lutze. Vor dem Rednerpodium das Modell des zukünftigenDeutschen Stadions", weiter dahinter der Grundstein. (Ausn.: Scherl-Bilderdienst-M.)

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