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Nr.158 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Samstag, IV.Zuli 1937

Oie Gießener Hitler-Jugend vor großer Fahrt

Am gestrigen Freitagvormittag sammelte sich die zeigen (links) das angetretene Jungvolk auf dem Beratung. Im Bilde rechts sieht man den Leiter

wegschnappt. Schwerfällig lassen sie sich

ins Wasser

rutschen. Erst hier wachen sie richtig auf. Aber nur einer der vier Schnäbel hat oas Glück, den

Am Samstag, 17. 7. 37, startet ein Omnibus nach

Düsseldorf zur großen ReichsausstellungSchaffen-

Trafo-Station Alter Medhos im Rohbau fertig

P.B.

Sommerfrische.

uralten, traumstil tzen drängen sich i»hnn mtf ht>r hii

Leben wirkt, wissen nichts von ihnen.

ewiges

öodjfcbulnacbncbten

die Billroth-Medaille verliehen worden.

bereitet hat.

vertreten.

Brocken zu schlucken. Schweigsam sind Fasanen, obschon sie links und rechts

auch zwei von einem

Dem an der

nen zu schlafen. Darum werfen die Kinder ihre Brosamen ins Wasser. Und da rappeln sich die Enten auf, weil doch gern jeder dem andern etwas

p; Vie deutlcke Arbeitsfront

K h.9.=ößmeinfdiaftfiraftöunh frciidc'

gen nimmt die Kreisdienststelle entgegen.

Omnibusfahrt zur Reichsausstellung Schaffendes Dolf in Düsseldorf.

Arn gestrigen Freitag im Laufe des Vormittags versammelten sich die Beamten und Angestellten des Landgerichts zu einer schlichten Ehrung ihres Berufskameraden, bei der Landgerichtspräsident T h ü r e dem Jubilar die besten Wünsche des Ober­landesgerichtspräsidenten und der Berufskameraden des Landgerichts darbrachte und ihm mit ehrenden Worten das Anerkennungsschreiben des Führers überreichte. In seiner Ansprache würdigte er die Verdienste und die Persönlichkeit des Jubilars als eines Mannes von ausgezeichneten juristischen

Omnibusfahrt zum Autorennen um denGroßen Preis von Deutschland am 25. Juli 1937 auf dem Nürburgring.

Arn Sonntag, 25. 7. 37, führen wir nebenstehende Tagesfahrt durch. Der Teilnehmerpreis einschließlich

trennenden Gitter nebeneinander hin- und her­laufen, als sei einer das Spiegelbild des andern. Ihre beharrliche Ausdauer, die komisch wirkt, wird von den Kleinen fröhlich belacht. Eine Frau dage­gen meint, das mache einen nervös und rauscht da­von. Aber da ist noch etwas Spaßiges: Ein Buch­fink hat eine lange Fasanenfeder am Boden aufge­lesen und jagt mit ihr im Schnabel wie mit einer riesigen Siegestrophäe um den Baum herum. An­dere seinesgleichen jagen pfeifend hinter ihm her. Es wirbelt wie ein Karussell, bis die Feder dem Schnabel entfällt.

Klein und Groß vergißt in dieser frohen länd­lichen Abgeschiedenheit, die für Leib und Seele Erquickung bietet, daß draußen die Sonne glüht, und lebt beglückt den Traum einer stundenkurzen

eingebaut. Ferner sind in dem Gebäude auch noch Bedürfnisanstalten untergebracht worden, die den Wellblechbau an der Ecke KaiseralleeLicher Straße ersetzen werden. Sobald der Neubau seiner Bestimmung übergeben werden kann, wird eine Bereinigung der Ecke KaiseralleeLicher Straße er­folgen, so daß auch dort eine Verschönerung des Gesamtstraßenbildes erreicht werden wird. Unser Bild zeigt die neue Transformatorenstation im Rohbau vollendet. (Aufnahme: Neuner, Gieße­ner Anzeiger.)

Frankreichs Suppentöpfe.

Die französische Küche ist weltberühmt, und wer in diesem Jahr die Weltausstellung in Paris be­sucht, wird ihre Kostbarkeiten nicht minder be­wundern als die Großtaten moderner Technik. Aber man würde sich irren, wollte man meinen, daß man am besten nur in Paris ißt. Die landschaftlichen Reize und Unterschiede, von denen der Fremde nur wenig merkt, spielen auch in Frankreich eine große Rolle, und wer sich das Vergnügen machen will, die französische Küche zu studieren, wird immer wie­der auf besondere Köstlichkeiten stoßen, die ihre Heimat nicht in Paris, sondern irgendwo draußen im Lande haben. Das trifft auch auf die Suppen zu, die in der französischen Küche weit wichtiger sind und weit höher geschätzt werden als in der deut­schen. Wir lesen darüber in einem Aufsatz, den Maria von Treskow im Juliheft von Bel­tz a g e n & Klasings Monatsheften ver­öffentlicht: Die Zwiebelsuppe, der Pot-au-Feu, die unvergleichliche Kartoffelsuppe mit dem Lauch und die Kohlsuppe, das sind die vier Großen der Pro­vinzküchen. Nur Bearn konnte dieGarbure" her­vorbringen. In dieser landesüblichen Brotsuppe mit dem kraftvollen Inhalt aus Kohl und Speck, in ihrer Abwandlung je nach der Jahreszeit, macht sich etwas von der unbedingten Freude, frei und stark zu sein, bemerkbar, die die Eigenart des Bearners ausmacht. Aber nicht nur in der Art ihrer Zubereitung, auch in der Art dieGarbure" zu genießen, findet dies Ausdruck. Hier ißt man sie, indem man die Brotstücke in die Terrine schneidet und die köstliche Suppe daraufgießt, dort gibt man die Brotstücke, die vorher in einer Kasserolle ein­geweicht und mit der Brühe langsam zu einer festen, aber nicht harten Masse verkocht wurden, als soupe bouille daneben. Auch die Normandie kennt so ein erdgebundenes Suppengericht, dieSoupe ä la graisse, eine Fettsuppe, deren Besonderheit nur aus der eigenartigen Zusammensetzung des Rin­der- und Schweinefettes, das ihren Hauptbestandteil ausmacht, zu erklären ist. So ein behäbiger blau- glasierter Fettopf, der selbstverständliche Besitz jeder normannischen Hausfrau, verrät mehr von dem Wesen dieser Menschen als manche Reisebeschrei­bung. Der Triumph von Marseille, die Bouilla­baisse, enthält Fische wie die Rascasse, Roucaou und St. Pierre, die ihr das Gesicht geben. Gerade durch ihre Zusammensetzung aus allem, was das Meer und der Boden nur hier zu bieten haben, ist diese berühmte Suppe nicht für Reiche bestimmt. Sie ist gleich schmackhaft, ob sie der Küchenchef im großen Hotel oder die Fischerfrau in ihrer einfachen Küche

Licht eine schmale, schlechtgepflasterte Straße empor, die über den Hügel führt, der ein einziger Friedhof ist. Von seiner Höhe aus genießt das Auge eines der reizvollsten Erdenbilder. Tief unten, wie ein blaues, langes Schild dasGoldene Horn", zur Rechten das riesige, hügelige Stambul, gegliedert durch viele große und berühmte Moscheen, zur Linken die braune Stadt der Zigeuner, die elenden griechischen Viertel mit ihren zahllosen Bewohnern, dann Galata mit der großen Brücke, eine der auf­regendsten und interessantesten Passagen der Welt, hinter ihr die blaue Straße des Bosporus, die sich mit demGoldenen Horn" vereinigt, jenseits die dunkle Küste Kleinasiens mit den fremden Meer­städten und der ferne Himmel Anatoliens.

Die Stille lodert auf den wahllos durcheinander- liegenden Gräbern und niedergewälzten keilförmi­gen Totensteinen, den Stelen. Goldbemalte fremde Schriftzüge nennen den Namen des Verstorbenen. Die weißen Steine bedecken den Hügelabhang wie eine riesige steinerne Herde, deren Hirte entwichen ist.

Ich setze mich auf einen der niedergestürzten, zer­schlagenen Steine, unter Zypressen und Lorbeer­büschen, trinke Sonne, atme meergewürzte Luft und sanfte landduftende Winde. Langsam und dunkel wie Schatten steigen mohammedanische Frauen die gepflasterte Straße empor. Eine levantinische Reite­rin reitet über den Hügelkamm. Aus der Tiefe blitzt das pfauenblaue Gewässer, tönt die Kantate des singenden Muezzins, der die kleine Steinkanzel des Turmes umwandelt. Seine Suren fallen ins Licht, in die Bläue, in die Blüten und in die Träume der jungen Witwen. Aber die melancholischen Toten, über die das Gras wächst und die Zypresse ihr

lotternden und zwitschernden Bewohner eines gro­ßen Vogelhauses im Gartenhintergrund. Auch sie üttern eifrig durch das engmaschige Drahtgitter hindurch. Es' sind vor allem Finken, Buch-, Berg­end Grünfinken, die sich um ein Baumgerippe und auf ihm herumtummeln. Wie träge sind dagegen ^wei Entenpärchen, die im Vordergründe neben inem kleinen Wasserbecken im Grünen ruhen. Sie haben die Schnäbel ins Gefieder gesteckt und schei-

Die im Zuge der Um­wandlungen im Strom­netz unserer Stadt not­wendige Erstellung einer Transformatorenstation, für den östlichen Teil un­serer Stadt, hat gute Fortschritte gemacht. Die Transformatorenstation, die an der Ecke Licher Straße und Nahrungs­berg, unmittelbar am Alten Friedhof erstellt wird, ist im Rohbau fer­tig. Der Bauzaun ist ge­fallen. Das neue Gebäude ist, wie es von vornher­ein beabsichtigt war, in die Friedhofsmauer ein­gefügt worden, wurde in den wesentlichen Teilen der Außenmauern aus dem Steinmaterial eines Stückes der Friedhofs­

mauer aufgerichtet und fügt sich dadurch glücklich in die unmittelbare Umgebung ein.

Für die Errichtung des Gebäudes war die Schaf­fung einer unbedingt notwendigen Transformato­renstation das Bestimmende. Das Städtische Hoch- und Tiefbauamt hat es sich aber in der Planung angelegen sein lassen, das Haus mannigfacheren Zwecken dienstbar zu machen. Für die Fahrgäste der Straßenbahn wurdtz für die Tage schlechten Wetters eine Unter ft ellhalle geschaffen, die sicherlich allgemein begrüßt werden wird. Gleich­zeitig wurde auch ein Derkaufshäuschen halbrund

Der Reichs- und Preußische Minister für Wissen­schaft, Erziehung und Volksbildung hat dem Dr. phil. nat. habil. Hermann Schäfer eine Dozen­tur für das Fach Physik und physikalische Grund­lagen der Medizin an der Universität Frank­furt verliehen.

Der Reichs- und Preußische Minister für Wissen­schaft, Erziehung und Volksbildung hat den Dozen­ten Dr. phil. nat. habil. Wilhelm Magnus be­auftragt, an der Universität Frankfurt die Höhere Algebra in Vorlesungen und Uebungen zu

Eintritt zum Rennen beträgt 8, R2N. Anmeldun- ... ~ ... ~ 4637D

SlilleSlunseamGoidenenHorn

Von Friedrich Schnack.

des Volk". Samstagabend und den ganzen Sonntag

haben die Teilnehmer Gelegenheit, die Ausstellung | Fähigkeiten, vorbildlicher Pflichttreue, lauterstem

ordentlichen Professor der inneren Medizin ... Universität Frankfurt, Dr. med. Franz Volhard ist von der Aerztegesellschast in Wien

Dornotizen.

Tageskalender für Samstag:

Gloria-Palast, Seltersweg:Meiseken". 1880/ 1930: 20 Uhr, Abmarsch Walltor nach der Wellers­burg. Reichsfachgruppe Imker, Ortsfachgruppe iGeßen: 19 bis 21 Uhr, Lehroersammlung, Hopfeld.

Tageskalender für Sonntag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Meiseken". Reichs­bahndirektion: Sonderzug nach Bad Ems. Ehe­malige 87er und Nebenformationen: 15 Uhr, Schipkapaß", kameradschaftliche Zusammenkunft.

steinerner Lilien spießen durch das volle Laub. In dem breit ausladenden Geäst der Platanen, die den Vorhof der Moschee überwölben und mit Schatten versorgen, lärmen die südlichen Vögel. Langgehalste griechische Kraniche mit scharfem Trompetenschrei, blaue Tauben, Möven vom nahen Meere. Hoch im Licht kreisen die unermüdlichen Falken. Inmitten des geplatteten Hofes plätschert ein Marmorbrun­nen, an dem sich die Gläubigen nach der Vorschrift des Gesetzes die Hände waschen, ehe sie unter die Kuppel der Moschee treten. Vor dem Eintritt ins Innere ziehen sie ihre Schuhe aus.

Den Hof erfüllt der leise Lärm des Volkes. Der Futteroerkäufer hält für die Tauben Körner feil. Beim Prasseln des Weizens aus dem Holznapf rau­schen sie aus den Bäumen, von den Steinzieraten und aus den Nischen der Moschee und werfen sich klatschend herab. Ihr Gewimmel stürmt um die Füße des melancholisch lächelnden Futterverkäufers.

Im Schatten der größten Platane hat ein Händ­ler seinen flachen Verkaufstisch aufgeschlossen, auf dem er nach asiatischer Sitte Platz genommen hat. Er verkauft Spezereien, scharf duftende Oele, die gut heilen sollen bei Schuß und Stich, in kleinen geschliffenen Fläschchen, Perlschnüre von farbigem Glas, aus Bernstein und Perlmutter, bunte Seiden- quaften für die Gebetsketten. Er schüttet aus einem Lederbeutel allerlei Schmucksteine auf das grüne, fleckige Tuch zwischen die Salbentöpfe, die den jun­gen Frauen zugedacht sind. Rauchgraue, gelbe, trau­benrote, malachitgrüne, rosenfarbene Mekkasteine blitzen auf, dazwischen kollern falsche Rubine, To­pase, Bernsteinstücke, Siegellack- und Hartgummi­brocken, Harztropfen und Münzen. Er waltet m einer Wolke merkwürdig balsamischer Gerüche und feilscht mit den Käufern, listig und lächelnd wie der Scheich in den Erzählungen der Scheherasade, die den Grausamen in ihre kunstvollen Netze verstrickte.

Ich trete durch ein Spitzbogentor in einen inne­ren Hof, in dem sich das Grab des Fahnenttägers befindet. Es ist ummauert, vergittert, von einer Platane durchwurzelt Blau schimmert zur Linken eine Fayence-Wand. Hinter ihr liegt die Türbe, das Ehrengrabmal. Durch ein Messinggitter, das nach arabischen Schriftzügen geschnitten ist, fallt der Blick in das phantastische Innere des Gewölbes. Ein Strudel von Tiefseeblau und Azurfarbe sprüht aus der Kuppel. Die inneren Wände sind mit prächtig schönen Fayencen bekleidet, in die stili­sierte Pflanzenmotive eingebrannt sind.

Die Kraniche durchschneiden in schlanken Flügen die zarten Lüfte. Die Vögel trompeten und werfen sich in den Nachmittag. Langsam verlasse ich den schattigen Hof der Moschee und wandere im grellen

zu besuchen. Der Teilnehmerpreis beträgt einschließ, lieh Fahrt, Uebernachtung mit Frühstück, Eintritts­karte zur Ausstellung für Samstagabend und Tages­karte zur Ausstellung für den ganzen Sonntag 13,50 RIN. Anmeldungen müssen umgehend auf der Kreisdienststelle erfolgen. Abfahrt: Samstaq, 17.7. 37, um 14 Uhr am Haus der Deutschen Arbeitsfront. Rückkunft: Sonntag, 18. 7. 37, gegen 24 Uhr.

Oienstjubiläum

in her Heichsjustizverwaltung.

Glückwunsch des Führers.

Der Pressedezernent beim Landgericht Gießen teilt uns folgendes mit:

Der Landgerichtsrat bei dem Landgericht in Gie­ßen Adolf irümpert blickte am 8 Juli 1937 auf eine vierzigjährige Dienstzeit zurück. Aus die­sem Anlaß hat ihm der Führer und Reichs­kanzler seine besten Wünsche ausgesprochen und damit seinen Dank und seine Anerkennung für die dem Reiche geleisteten treuen Dienste verbunden.

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Sdiönfieitsr^epf

Aus her Stadt Gießen.

Ländlicher Wirtsgarten.

Das Haus steht einsam in der Landschaft. Es wurzelt im Grün einer Wiese wie die Bäume, die ihm fast über das Dach gewachsen sind. Der Garten ist von einem alten, stellenweise windschie- sen Lattenzaun umgeben, den aber eine üppige Hecke hundertfach umschlingt und wie in starken Armen hält. Die breite Gartentür ist ausgehängt und nebenhin gestellt, denn ein Wirtshaus muß sich schon als solches zeigen und mit seinen Tischen und Stühlen zur Rast laden, wenn es Gäste haben will.

Nach kurzer Wanderung auf kaum beschattetem Weg zu ihm hin weht einem die Kühle des Gar­ten erquickend entgegen und überflutet wohltuend Den sonnenheißen Körper. Man atmet auf wie in einem dunklen Waldgrund, so dicht haben die Kro­nen der Bäume sich ineinander verästelt und wie mit einem einzigen Schirme den Garten überspannt. 3s riecht nach Erde, Laub und Gras. Auf bielem ruhen die Füße besser wie auf einem Teppich, denn man spürt seine Frische durch das Schuhwerk bis zu den Beinen herauf. Die Gläser auf den Tischen Ipnb beschlagen und verraten, daß die Getränke »isgekühlt wurden. Ein kleines Mädchen, das in eine längliche Schnitte dunklen Bauernbrotes beißt, vergißt nicht, ab und zu zu den Hühnern einen Brocken zuzuwerfen, die hinter ihm her sind. Es gibt jedesmal eine kleine Balgerei, bis sie die zcr- »röselnde Krume einander abgejagt haben. Da be= ' nimmt sich der Hahn, der bei seinen übrigen Frauen , wischen den Tischen herumstolziert, ritterlicher: er

les östlichen Himmels lodern.

Ejub ist die kleine Stadt der zahllosen Toten, die lier ihren letzten Schlummer tun. Ich schlendere urch die holprig gepflasterte, orientalisch schmale Ztraße der Grabmale, über deren Kuppeln das !aub glänzt. Ich lehne mich gegen die alten Eisen- itter der Grabstätten und blicke in die dämme­igen Gewölbe, in denen der steinerne Katafalk steht nit dem Turbanschmuck der Stelen, Überhängen von erschlissenen und ausgebleichten Seidentüchern, mit Ubernen und goldenen Fransen geziert und religiös» ymbolischen Schriftzeichen bestickt.

Große Stille glüht in den alten, abgeschiedenen Gräberftrafjen, die von den kleinen Mausoleen ein- egürtet und von Platanen, Kirschlorbeer- und Mi- lofenbäumen gesäumt werden. Die Sonne liegt vor len ausgetretenen Marmorstufen wie ein funkelnder Wächter. Ein aufgescheuchter Vogel flitzt durch das Gitterwerk. Niemand ist da; nur ich, der Vogel, die Sonne und der zarte Geist der Toten. Ich träume mich in die Jenseitswelt hinüber, und die Abgeschiedenen träumen sich in das seltsame, wun­derliche Leben herein. Hier, in Ejub, ist ihr son­derbares Traumreich, ihre verschollene und über­blühte Stadt, in der sie in unfaßbarer Hoheit und Lollendung herrschen. Ejub ist für den Bekenner des Islam ein hehrer, geheiligter Ort. Jeder mochte irn Tode unter den ewigen Platanen und Zypressen liegen. Heber seinen Rasen sprang heldisches Blut. Der sagenhafte Fahnenträger des Propheten, Ehub Cansara, sank hier bei der ersten Eroberung der wild umkämpften Byzanzstadt zu Boden. Sein Tod besiegelte den Sieg des Krummschwerts. An dieser Stelle wurde später eine kleine Moschee er­richtet, in der sich die einstigen Sultane zum Zeichen ihrer Thronbesteigung mit dem Schwert gürteten und, prächtig angetan, auf einem Zelter durch die Utenge galoppierten. Für den Fremden ist es ein Ort von unausdeutbarem Zauber.

Die große bläuliche Kuppel der Moschee schwimmt in Grün der riesigen, dichten Platanen. Ihre beiden Leihen Türme, schlank und dünn wie die Stengel

Ejub ist ein kleiner, schlafender Ort amGolde­nen -Horn", das mit feiner Gewässerzunge tn das anmutige grüne Tal von Kiathane hineinblaut, wo Sie türkischen Frauen an densüßen Wassern von Europa" ihre Frühlingsfeste feiern. Die braunen, uralten, traumftillen mohammedanischen Holzhäus- _z... stch gegen eine sanfte, liebliche Berg-

ehne, auf der die dunklen Zypressen in das Blau

Gießener Hitler-Jugend, um zu einer großen Wan- Kanzleiberg in der Erwartung des Abmarsches zum der Wanderfahrt Bannführer Rohrbach inmitten Herfahrt nach dem Spessart aufzubrechen. (Wir be- Bahnhof. Die einzelnen Fahrtenführer in der Mitte der Fahrlenführer der Hitler-Jugend. (Aufnahmen richteten gestern bereits darüber.) Unsere Bilder stecken noch einmal die Kopfe zusammen zu letzter [2]: Neuher, Gießener Anzeiger.)

Irfjnappt selten etwas fort, sondern überläßt es mit gurgelnden Lockrufen, Verbeugungen und Kratz- üßen den Herbeistürzenden.

Andere Kinder bewundern mit ihren Müttern die

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