lauer Rathaus, dadurch entweihen konnte, daß man die südliche -alle mit ihren herrlichen Bögen und Schlußsteinen durch Gipswände von den übrigen Hallen abtrennte und als Büroräume verwendete! Hier haben die neuen Männer ihre Achtung vor dem alten deutschen Kulturgut dadurch bewiesen, daß sie diese Halle wieder ihrer ursprünglichen Bedeutung zuführten und gleichzeitig den ganzen Bau liebevoll erneuerten. Nein, Breslau will die Zukunft meistern. Dafür ein anderes Symbol. Im Norden der Stadt wurde aus Anlaß der Jahrhundertfeier vor fast 25 Jahren die Jahrhunderthalle errichtet — aber nicht vollendet. Die Schöpfer dieses großen Monumentalbaues, nationales Denkmal für den Osten und Gedächtnis-
mal der Freiheitskriege, wurden in der kühnen Gestaltung von ihren Zeitgenossen nicht verstanden. Heute legt man letzte Hand an diese mächtige Halle mit der riesigen Kuppel.
Breslaus große Zeiten werden von den Bauten jeder Epoche der Nachwelt verkündet. Für das Dritte Reich sprechen die Monumentalbauten des Landesfinanzamtes, des Polizeipräsidiums und des Postscheckamtes, aber auch die Sanierung der Altstadt und die großzügigen Vorstadtsiedlungen, dazu das Stadion, das durch seinen jetzt erfolgten Ausbau zur größten und schönsten Sportanlage Ostdeutschlands geworden ist. Breslau hat seine Sendung als Eckpfeiler deutscher Kultur wieder übernommen.
Fleisch und Fett in -er Volkswirtschaft.
Die Bewegungen auf dem Fleisch - undFett- markt finden heute in hohem Maße das Interesse der Oeffentlichkeit, so daß Veranstaltungen wie die Reichsnährstandsschau in München oder der Verbandstag des Fleischergewerbes in Königsberg genug Anlaß bieten, um einen Ueberblick über diesen volkswirtschaftlichen Sektor zu geben. Die große Tierschau in München — es waren 2000 ausgewählte Exemplare in einer besonderen Lehrschau zusammengekommen — hat bei allen Besuchern den Eindruck hinterlassen, daß im letzten Jahr die Leistungsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft einen weiteren Schritt nach vorwärts getan hat. Auch auf dem Gebiete der Fleisch dauerwaren sind beachtliche Fortschritte erzielt worden. Man sah die Dauerwaren, die an der P rü f u n g sr e i se „Rund um Afrika" in den Monaten Januar bis April teilgenommen haben, in einem vorzüglichen Zustand. Hervorzuheben sind auch die Erzeugnisse der Reichsfachschule der Fleischer in Berlin. Daß auf dem Gebiete der Fleisch- und Fettwirtschaft immer noch Ersparnisse gemacht werden können, geht daraus hervor, daß heute immer noch in Deutschland jährlich für 110 Millionen Mark Fleisch und Fleischwaren verderben. Der Kampf geaen den Verderb muß also gerade auf dem Gebiete des Fleisches und der Fette von allen beteiligten Wirtschaftskreisen, nicht zuletzt von den Haushaltungen, unermüdlich weitergeführt werden.
Nicht oft genug kann darauf hingewiesen werden, daß die am 1. Januar 1937 eingeführte Kundenliste für Schmalz, Speck, Talg und Butter den Zweck hat, die gerechte Verteilung der vorhandenen Mengen zu gewährleisten, so daß jeder Volksgenosse zu seinem Anteil kommt. Die Kundenliste erfüllt also für die Fettversorgung denselben Zweck wie die Marktordnung in der Viehwirtschaft. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, daß die Gesamtmenge an Schlachttierfetten, die in Deutschland zur Verfügung steht.
heute keineswegs wesentlich geringer ist als im letzten Vorkriegsjahr 1913 oder 1927/28. Stark zurückgegangen ist lediglich der Einfuhrüberschuß: dagegen weisen die Inlands-Schlachtungen 1936 erheblich höhere Mengen aus als etwa 1913 oder 1929. Es wurden in Doppelzentnern an Schlachttierfetten gewonnen 1913 rund 6,8 Millionen, 1929 rund 5,7 Milionen, 1935 = 6,2 und 1936 = 6,6 Millionen. Aber 1913 hat der Einfuhrüberschuß 1,8 Millionen und 1929 mehr als 1,2 Millionen ausgemacht. Dagegen 1935 nur noch 450 000 und 1936 rund 516 000 Doppelzentner. Aus diesen Ziffern geht hervor, daß der Anfall an Schlachttierfetten aus Jnlandsfchlachtungen mit rund 6,1 Millionen Doppelzentner 1936 eine bemerkenswerte Höhe erreicht hat. Jedenfalls werden die Ergebnisse der Vor- und Nachkriegsjahre bei weitem übertroffen.
Das letzte Jahr hat auf dem Gebiete der Fleischwirtschaft durch die Errichtung des Forschung s- instituts für Fleischverarbeitung eine dringend notwendige Bereicherung erfahren. Beider hohen Bedeutung des Fleisches für die Volksernährung ist es notwendig, daß eine wissenschaftliche Bearbeitung aller derjenigen Fragen einsetzt, die mit der Versorgung Zusammenhängen. Deutschland hat es im Weltkriege schwer gebüßt, daß in früheren Jahrzehnten der Ernährungspolitik und insbesondere auch der Fleischversorgung nicht genügend Beachtung geschenkt worden ist. Heute hat sich mehr und mehr die Notwendigkeit herausgestellt, das Wirtschaftsprodukt „Fleisch" nach jeder möglichen Richtung hin ouszunutzen. Der jährliche Umsatz an Fleischwaren macht ungefähr 5 Milliarden Mark aus, dazu kommt noch die Verwertung des Blutes, der Knochen und der anderen Nebenprodukte. Die Forschung für Fleischoerwertung hat also in ständiger Fühlungnahme mit der Praxis eine vielseitige Arbeit zu leisten, insbesondere auch auf dem Gebiete „Kampf dem Verderb". Dazu kommt die wissenschaftliche Bearbeitung der A b- fälle und Nebenprodukte und die Unter-
3m Lumpenkeller.
Wir hatten Besuch bekommen — einen Besuch, auf den wir nicht gefaßt waren: einen reizenden blauen Wellensittich, der uns zugeflogen war. Aber selbst so ein kleiner Besuch erfordert Ausgaben; wir hatten kein Vogelbauer, und es war unangenehm nahe am Monatsende — die vier Mark für ein hübsches, neues Bauer waren einfach nicht übrig. „Geh doch mal in den Lumpenkeller!" riet mein Sohn; „da habe ich neulich ein Vogelbauer gesehen, das kriegst du sicher billig!" Der Rat war praktisch, aber es forderte doch einige Selbstüberwindung, die steile Treppe hinunterzuklettern. Ein Lumpenkeller ist kein Luxusgeschäft, nach Veilchen roch es unten bestimmt nicht; und was würde man da unten für Leute treffen?
Nun, es gab eine Ueberrafchung. Wie gesagt, es roch zwar nicht gut da unten — aber es herrschte Ordnung! Zwar waren die Nebenräume bis auf schmale Gänge mit Lumpen und Papier vollgestopft, aber sorgfältig war das glatte Papier gebündelt, und in der Lumpenabteilung stand ein Mann vor einem Sortiertisch. „Kommen Sie rein, junge Frau! Ja, da gucken Sie nun ... Sie haben wohl auch gedacht, Lumpen ist Lumpen? Noch lange nicht! Sehen Sie, hier wird jeder Lumpen noch mal in der Hand umgedreht ... was 'n Putzlappen werden
kann, kommt noch lange nicht in die Papiermühle, und die Wolle fassen wir sozusagen mit Hochachtung an, daraus kann noch mal neuer Kleiderstoff werden! Ihre kunstfeidenen Strümpfe haben hier auch vieleicht schon einmal Station gemacht, die „bunten Beene" werden alle noch mal geräufelt und versponnen!" Erstaunt steht man vor dem Sortiertisch und hört ein Kolleg darüber, daß jeder Flicken hier eine Ware für sich ist und jeder noch mal seine Verwendung findet. Der Mann am Sortiertisch ist ein Philosoph: „Wenn alle zweibeinigen Lumpen noch mal so gut zu brauchen wären, wie unsere Ware hier!" lächelt er verschmitzt.
Für fünfzig Pfennig handelt man dann das Vogelbauer ein; und während man die droschen auf das schmale Pult zählt, sieht man bewundernd den Hausspruch an der Wand:
„Zu Unrecht wird der Lumpenmann verachtet! Denn vom sozialen Standpunkt aus betrachtet Ist er ein Mensch genau wie du
Und führt der Wirtschaft Werte zu!"
Wahrhaftig, man schämt sich gehörig seines Vorurteils gegen die Lumpenhändler ... und man hat bei diesem kurzen Besuch mehr über Volkswirtschaft gelernt als in manchem schwierigen Vortrag!
suchung der Arbeitsmethoden und Arbeitsverfahren wie z. B. der Räucherung und Trocknung, der Pökelung und der Vervollkommnung der Kühltechnik. Schließlich wird eine Weiterbildung der Schüler der Reichsfachschule des Fleifcherhandwerks durchgeführt werden.
Durch das neue Fleischbeschaugesetz, das am 1. Oktober 1937 in Kraft tritt, werden auch die Hausschlachtungen der Schlachtvieh- und Fleischbeschau unterworfen. Der Trichinenschau sind auch Wildschweine, Füchse, Dachse und andere fleischfressende Tiere unterworfen. Durch diese Erweiterung des Fleischbeschaffungsgesetzes hat man eine Lücke geschlossen, was besonders vom Fleischerhandwerk begrüßt wird. In Königsberg ist mit Stolz darauf hingewiesen worden, daß das Fleischerhandwerk heute auf Qualitätsarbeit ausgerichtet ist und die meisterlichen Fertigkeiten gegenüber den Massenerzeugnissen im Vordergrund stehen. Besondere Sorgfalt wird in Zukunft auf die Ausbildung der Gewerbegehilfinnen gelegt, insbesondere auch der Meisterfrauen, die meistens die Kundenbedienung durchzuführen haben. H. D.
iRunOfunrprogramm.
Sonntag, 11. 3uli:
6 Uhr: Hafenkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Deutsche Scholle. 8.45: Orgelmusik. 9: Christliche
Morgenfeier. 9.45: Lob der kleinen deutschen Stadt. 10: Die Treue ist das Mark der Ehre. Oeffentliche Morgenfeier der Hitler-Jugend aus dem historischen Wartburgsaal in Saarbrücken. 10.30: Chorgesang. 11.15: „Die Lied der SA." Eine Funkfolge. Zusammengestellt von Dr. Heinz Wolfgang Müller. 12: Musik am Mittag. 14: Für unsere Kinder. „Kasperle schlägt sich durch". Ein lustiges Spiel für groß und klein, von Josef Stander. 14.30: „Ja, das sind Sächelchen!" 15.15: Deutsche Scholle. 16: Nachmittagskonzert. 18: Wasser, Wind und Liebe. Ein heiterer Melodienstrom umkreist das tändelnde Spiel. 19.45: Sportspiegel des Sonntags. 20: Romantische Opernmusik. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.15: Sportbericht. 22.20: Deutsche Staffelmeisterschaften in Frankfurt.
Montag, 12. 3uli:
6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 9.30: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Scholle. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15: Für unsere Kinder. 15.15: Volk und Wirtschaft. Nachrichten. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Stuttgart spielt auf. 21: Nachrichten. 21.15: „Menschen am Wasser". Eine erfrischende Funkfolge für die heißen Tage.
Ihre Verlobung geben bekannt
Gertrud Böhringer
Paul Langer, cand.theol.
Gießen, den 11. Juli 1937
Goethestraße 22 Ederstraße 21
03425
Bernhard Dahl Marie Dahl, geb. Heyne Vermählte
Hückeswagen (Rhld.) Gießen (Aquarium)
den 10. Fuli 1937
03429
Karl Ludwig Lindt Luise Decker Vermählte
Gießen, Bückingstraße 1 Bad-Nauheim, Eleonorenring 32 10. Iull 1937
______________________________________________________03383
Ihre Vermählung geben bekannt
Walter Fullmann und Frau Maria Fullmann, geb. Enders
Gießen, den io. Juli 1937
— ■ ______________03447
Ihre Vermählung geben bekannt
Dipl.-Fng. Otto Reif Margrit Reif, geb. Borst
Gießen (Iohannesstraße 11), den io. Juli 1937
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Sonntag, den 11., und Montag, den 12. Juli 1937
Kirmes auf der „Platte" in Annerod
Es ladet ein: 03400 Oer Wirt Ludwig Schäfer (Anneröder Mühlchen)
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Und zum Einmadien...
auch in diesem Jahr wieder den guten
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Preis des Werkes in Ganzleinenband 4,80 Reichsmark. Nicht eines der vielen allzuvielen, willkürlich zusammengestellten Dildbücher, sondern ein gründliches Werk langer, liebevoller Forscherarbeit Ein Buch, das uns die tiefsten Blicke in die Natur tun läßt. Ein Buch, das zur Ehrfurcht erzieht.*
Will Vesper.
Waldweben
Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern von fi. Gerhard und G. Wolff. 32 Seiten Text und 150 Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln.
Preis des Werkes in Ganzleinenband 4,80 Reichsmark. .Es lebt und webt in diesem Buch, und wer es versteht, mit empfänglichen Sinnen die bildgewordenen Naturschönheiten in sich aufzunehmen, dem singen und klingen die Tafeln tau- send (Erinnerungen wach an einstmals leibhaft Erschautes.
Reclams Universum.
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Ruhl & Fetzer, Giefeen
Schanzenstrahe 3 / Telephon 2534
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Zur KIRMES
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am 11. und 12. Juli 1937 bei 4632d
Gastwirt Schaum
Musik: Infanterie-Regiment 116


