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Der chinesische Finanzminifler Dr. Kung in Veritn.

Ehrendoktor der Technischen Hochschule.

Berlin, 9. Juni. (DNB.) Der chinesische Fi­nanzminister Exz. Dr. K u n g machte mit dem Ma­rineminister Exz. Chen dem Reichswirtschafts­minister und Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht in der Reichsbank seinen Besuch. Der Reichswirt­schaftsminister Dr. Schacht hat den Besuch im Hotel Bristol erwidert. Vorher war Dr. Kung in der Technischen Hochschule in Charlottenburg emp­fangen worden, wo ihm in feierlicher Sitzung der Dr.-Jn g. h. c. verliehen wurde. Dieser Ehrung wohnte der gesamte Senat, der chinesische Botschafter sowie viele Vertreter der Reichsregie­rung, Wehrmacht und Partei bei. Der Rektor der Technischen Hochschule, Brigadeführer Professor von Arnim überreichte Minister Kung das Ehren­doktordiplom.

Dr. H. H. Kung, der gleichzeitig die Stellung eines Vizepräsidenten des Reichsamtes der Exekutive (stellvertretender Ministerpräsident) inne hat, ist eine der führenden Persönlichkeiten des modernen Chi­nas. Er hat die chinesische Währung stabilisiert und den Anleihedienst saniert. Er ist ein direkter Ab­komme von Konfuzius in der 75. Generation und ein Schwager des chinesischen Nationalheros Sun- Yat-sen und des Marschalls Tfchiangkai- s ch e k. Er hat bereits an der Revolution 1911 in führender Stellung teilgenommen, mehrere hohe Reichsämter bekleidet, ftf' von 1928 bis 1931 das Amt des Jndustrieministers, und war Präsident der Zentralbank und der chinesischen Staatsbank. Der Gast aus China hat Deutschland stets großes Inter­esse und Verständnis entgegengebracht.

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Schanghai, 10. Juni. (DNB. Funtfpruch. Ost- asiendienst des DNB.) Die Meldungen von dem festlichen Empfang und der Ehrung der zur Zeit in Berlin weilenden chinesischen Abordnung mit dem Finanzminister Dr. Kung an der Spitze werden zusammen mit den deutschen Pressestimmen in der chinesischen und ausländischen Presse Schanghais an hervorragender Stelle gebracht. Die führende chinesische ZeitungTakungpao" schreibt, die herz­liche Begrüßung und die Gastfreundschaft durch die amtlichen und privaten Stellen Berlins besage deut­lich die traditionellen sehr freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und China. Die Zeitung betont, daß die Möglichkeiten enger wirtschaftlicher und kultureller Zusammenarbeit zwi­schen beiden Ländern unbegrenzt seien.

Französischer Schulkreuzer zu Besuch im Kieler Hafen.

Kiel, 9. Juni. (DNB.) Der französische SchulkreuzerJeanne dArc" lief heute vor­mittag bei schönstem Wetter, von Oslo kommend, in den Reichskriegshafen Kiel zu einem achttägigen Besuch ein. Der 1931 erbaute, 9000 Tonnen große Kreuzer, steht unter dem Kommando von Kapi­tän z. S. Lathan und hat eine Besatzung von 600 Mann. Als das Schiff in die Kieler Förde einlief, feuerte es in Höhe der Batterien von Fried- richsort 21 Schuß Landessalut. Gleichzeitig stiegen dis deutschen Farben am Vormast des Kreuzers empor. Dieser Salut sowie später 19 Schuß Salut

für den Kommandierenden Admiral der Marine­station der Ostsee, Admiral Albrecht, wurden von der Salutbatterie Friedrichsort erwidert. Der französische Kreuzer machte in Höhe des Kommando­gebäudes der Marinestation der Ostsee mitten im Hafen fest. Fregattenkapitän T r a c o u, der fran­zösische Marineattache in Berlin, begab sich an Bord. Das Schiff befindet sich bereits seit Oktober vorigen Jahres auf einer Weltreise. Als nächste Ziele sind Kopenhagen und Amsterdam vorgesehen.

In der Weihehalle des Marine-Ehrenmals in Laboe fand am Mittwochnachmittag eine stille G e - d e n k f e i e r statt, bei der der Kommandant des französischen Schulkreuzers, Kapitän z. S. Lathan, einen Kranz ni^ierlegte. Zu diesem feierlichen Akt hatte sich der Festungskommandant von Kiel, Kon­teradmiral M e w i s, eingefunden; die deutsche Kriegsmarine und der französische Kreuzer stellte je eine Ehrenkompanie.

Verstaatlichung der Rüstungsindustrie in USA. gefordert.

Washington, 9. Juni. (DNB.) Fünf Sena­toren, darunter der republikanische Senator Nye, der Vorsitzende des Rüstungsuntersuchungsausschus- es, brachten im Senat eine Entschließung ein, in der die Verstaatlichung der amerikani- chen Rüstungsindustrie gefordert wird. Der demokratische Senator B o n e erklärte, daß ein solches Gesetz der Regierung ein Monopol in der Herstellung des Kriegsmaterials geben würde. Gleichzeitig würde damit ein großer Teil der Ver­teidigungskosten, die jetzt privaten Kreisen zuflössen, ausgemerzt und die Verteidigung selbst gestärkt werden. Das Gesetz sehe jedoch keine Verstaat­lichung der zur Herstellung des Kriegsmaterials benötigten Rohstoffe vor.

Aus aller Welt.

Die längste Sonnenfinsternis feit 1200 Zähren.

Die amerikanische Presse berichtet von äußerst erfolgreichen Beobachtungen der vollständi­gen Sonnenfinsternis vom Dienstag. Die Beobachtungen wurden von Expeditionen aus den Vereinigten Staten, Japan und Peru durchgeführt. Sie erfolgten im südlichen Teil des Stillen Ozeans, hauptsächlich von dem Gipfel der westlichen Anden aus. Es handelte sich um die seit 1 200 Jah­ren längste Sonnenfinsternis, die sie­ben Minuten und zwei Sekunden dauerte. Astronomen an Bord eines Frachters im südlichen Pazifik funkten begeistert von dem Ge­lingen ihrer photographischen Aufnahmen.

Ebenso viel Glück hatte der bekannte amerika­nische Armeeflieger Major Stevens, der von seinem Flugzeug aus in einer Höhe von rund 8000 Meter über den Anden Aufnahmen machte. Er flog und photographierte im Auftrage des ame­rikanischen naturgeschichtlichen Museums. Aus Peru wird berichtet, daß dort die Indianer wegen der Sonnenfinsternis große Angst ausstanden. Sie liefen in die Kirchen oder beteten im Freien.

Ehrung der Gefallenen des PanzerkreuzersBlücher".

Im Auftrage des Oberbefehlshabers der Kriegs­marine Generaladmiral Dr. h. c. Raeder legte der Festungskommandant von Kiel, Konteradmiral

Mewis, am Blücher-Ehrenmal auf dem Kieler Garnisonfriedhof einen Kranz nieder. Bei der Kranzniederlegung waren Ueberlebende und Hinterbliebene der Besatzung des in der Schlacht bei der Doggerbank 1915 gesunkenen Panzerkreu­zers anwesend.

Zwei neue englische Zerstörer vom Stapel gelaufen.

Die zwei neuen englischen Zerstörer Afridi" undCossack" liefen auf der Werft von Jarrow vom Stapel. Beide Zerstörer, die mit Mo­toren von je 44 000 PS augestattet sind, sollen eine Geschwindigkeit von 36 Knoten erreichen. Sie werden mit acht 4,7-Zoll(4 cm)-Geschütze und zahlreiche Flaks ausgerüstet werden.

Grohfeuer auf dem Gülerbahnhof in Halle.

In einem Lagergebäude des Güterbahnhofes auf dem Hauptbahnhof Halle entstand ein Feuer, das rasch den ganzen massiven Schuppen in Flammen setzte und auch auf die benachbarten Lagerräume Übergriff. Sämtliche Löschzüge der Halleschen Weh­ren griffen den riesigen Brandherd an, der den ganzen Güterbahnhof taghell erleuchtete. Wie die Pressestelle der Reichsbahndirektion Halle mitteilt, vernichtete das Feuer die gesamte Umladehalle. Die Entstehungsursache des Brandes steht noch nicht fest. Von den in der Nachtschicht Arbeitenden werden vier als getötet und eine Anzahl als verletzt gemeldet. Der Sachschaden ist erheblich.

Bier Personen in der reißenden Etsch ertrunken.

In Verona kamen im Hochwasser der Etsch vier Personen ums Leben. Ein Mann hatte sich mit einem zweijährigen Kinde an einer sonst ganz ungefährlichen Stelle in das Wasser be­geben. Plötzlich verlor er den Boden unter den Füßen und wurde mit dem Kinde von den reißen­den Fluten fortgerissenr Die Mutter, die bisher am User gestanden hatte, wollte ihrem Kinde nachstür­zen, um es zu retten. Zwei Mädchen versuchten, sie von ihrem Vorhaben zurückzuhalten. Dabei wur­den aber alle drei ebenfalls von den Wellen er­faßt. Nur dem einen der Mädchen gelang es, sich an einen Baum zu klammern. Von den übrigen konnte bisher noch keine Spur gefunden werden.

Schweres Aukobusunglück in Frankreich.

Auf der Landstraße von Nantes nach Rennes stießen zwei Kraftomnibusse zusammen. Sie wur­den völlig zertrümmert. Drei Personen wur­den getötet und 15 verletzt. Die Insassen des einen Omnibusses waren Klosterangehörige aus Nantes, die einen Ausflug nach St. Michel mach­ten.

Das Internationale Olympische Komitee tagt in Warschau.

Nach der feierlichen Eröffnung der 34. Tagung des Internationalen Olympischen Ko­mitees sind seine Mitglieder zur ersten Sitzung zusammengetreten. Zu Beginn der Sitzung wies Graf Baillet-Latour in einem Rückblick auf die mustergültige Organisation der Olympischen Spiele 1936 in Garmisch-Par­tenkirchen und Berlin hin. Er sprach Staatssekretär L e w a l d für die Organisation der Olympischen Spiele in Berlin und Dr. Ritter von Halt für die der Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen seinen Dank aus und über­reichte beiden Herren Erinnerungsgeschenke. Weiter gab Graf Baillet-Latour bekannt, daß Exzellenz L e w a l d , dem er für seine wertvolle Mitarbeit dankte, infolge seines hohen Alters aus

dem Exekuttvkomitee ausgetreten sei. An seiner Stelle ist Dr. Ritter von Halt als Vertreter Deutschlands in das Exekutivkomitee, das die Auf­gaben eines Vorstandes des IOK. hat, gewählt worden.

Bekannte Gäste bei der Wormser Nibelungen-Aufführung.

Das Hessische Landestheater Darmstadt bringt zum Abschluß der diesjährigen Reichstheater­festwoche in Worms dieN i b e l u n g e n" - Trilogie von Friedrich Hebbel, und zwar das ganze dreiteilige Werk an einem Tag, zur Auf­führung. Generalintendant Franz E v e r t h hat da­für als Spielleiter Richard Weichert, den be­kannten Berliner Regisseur, verpflichtet, der das Werk mit Max Fritzsche, Darmstadt, in Szene setzt. Zur Ergänzung des Darmstädter Ensembles wurden außerdem von Generalintendant Eoerth als Darsteller u.a. Agnes Straub (für die Rolle der Kriemhilde) und Maria Koppenhöfer vom Berliner Staatstheater (Brunhilde) verpflichtet. Die bevorstehende Inszenierung wird auch dadurch theatergeschichtlich bedeutsam, daß sie alle drei Teile zum ersten Mal ohne entstellende Kürzungen und trotzdem an einem Tage auf die Bühne bringt.

Wetterbericht

des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Abgesehen von Nordwesten, wo es bei starker Be­wölkung zu vereinzelten Gewittern kam, herrschte am Mittwoch in ganz Deutschland störungsfreies Schönwetter. Die Temperaturen überstiegen vieler­orts wieder 30 Grad im Schatten. Diese starke Er­hitzung, die heute noch weitere Fortschritte machen wird, begünstigt durch den damit verbundenen Druckfall von Südwesten her die Entwicklung fla­cher Störungen und damit das Auftreten örtlicher Gewitter. Eine durchgreifende Umgestaltung ist vor­erst noch nicht zu erwarten.

Aussichten für Freitag: Heiter bis wolkig, Auftreten örtlicher gewittriger Störungen, warm und schwül, veränderliche Winde.

Aussichten für Samstag: Vielfach heiter, warm und Neigung zu gewittrigen Störungen.

Lufttemperaturen am 9. Juni: mittags 30,2 Grad Celsius, abends 20 Grad; am 10. Juni: morgens 21,6 Grad. Maximum 30,8 Grad, Minimum heute nacht 15,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Juni: abends 26,6 Grad; am 10. Juni: morgens 22 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 12,3 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange (erkrankt);

i. V.: Dr. Hans Thyriot; für Feuilleton: Dr. Hans

Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein

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Die trauernden Hinterbliebenen.

Gießen (Lieber Straße 74), den 9. Juni 1937.

Die Trauerfeier findet am Freitag, dem 11. Juni, nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.

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Mein lieber Mann, unser guter Vater

Otto Baumgarten

ist an den Folgen eines Unfalles heute unerwartet verschieden.

Im Namen aller Hinterbliebenen:

Julie Baumgarten Auguste Baumgarten Fritz Baumgarten und Familie.

Bad Salzhausen, den 8 Juni 1937.

Die Einäscherung findet am Freitag, dem 11. Juni, um 15.30 Uhr, in Gießen, Neuer Friedhof, statt.

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Krofdorf, den 10. Juni 1937.

Die Beerdigung findet Freitag, den 11. Juni, nachmittags 4 Uhr statt.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Wilhelm Hofmann und Familie.

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