haben.
Ist dieses
starre Festhalten an altväterlichen Ge-
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3283 D
Herr Hans Rincker
im fast vollendeten 39. Lebensjahr durch den Tod entrissen#
Sinn, den 10. Mai 1937.
G. m. b. H.
bei wiederholten Auf. Zwesten (bei nahmen einer Ameig- Borken). [3232D
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Stadttheater
Darmstadt, Groß Bieberau, Bad-Nauheim, den 8. Mai 1937.
Die Engländer lassen sich in der Heilighaltung alter Gebräuche von keinem Volk übertreffen. Nicht einmal von den Perücken können sie sich vor Gericht trennen, auch im Hochsommer nicht, an den Häusern der City von London sind die Türklofffer noch im Gebrauch und im Lesesaal des Britischen Museums liegen neben den Stahlfedern Gänsekiele wie
Prinz von Wales hatte sich Georg äußerst unbeliebt gemacht durch seinen Scheidungsprozeß gegen seine Gemahlin, Karoline von Braunschweig. Er hatte
Forstbetriebsstock für die Waldungen der Stadt Gießen.
Erlaß eines Nachtrags zur Polizeiverordnung über die Abhaltung des Frühjahrs- und Herbstmarktes in Gießen (Messe-Ordnung) vom 12. Januar 1927; hier: Verbot des Verkaufs von Arzneimitteln auf Märkten.
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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer unvergeßlichen Mutter sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank
Wilhelm Lipp und Kinder
Gießen, den 10. Mai 1937
In tiefer Trauer:
Erna Rincker, geb. Appel Fritz, Claus und Christel
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Die Trauerfeier findet am 13. Mai, um 3 Uhr, in der Friedhofskapelle in Gießen statt. — Beileidsbesuche dankend verbeten.
In tiefer Trauer:
Jörg Schlotterer, Forstmeister Ilse Vogt, geb. Schlotterer Emil Vogt, Forstmeister Hansjörg Schlotterer.
Statt jeder besonderen Anzeige.
Heute Samstag vormittag entschlief nach schwerem, mit außergewöhnlicher Willenskraft ertragenem Kranksein unser lieber, guter Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel
*
Ueberhaupt klappte es im 17. Jahrhundert schlecht mit den Krönungen: Wilhelm III. mußte es sich gefallen lassen, daß die Zeremonie verdoppelt wurde, weil seine Gattin Mary, eine Stuart, gemeinsam mit ihm gekrönt wurde. Es wurde deshalb neben den Thron Eduards des Bekenners ein zweiter Thron aufgestellt für die Königin, die sich wie ihr Gemahl salben und mit dem Schwert umgürten ließ. Der Erzbischof von Canterbury, für diese heilige Handlung eigentlich allein zuständig, war am Erscheinen verhindert: er saß als Staatsgefangener wegen seiner Parteinahme für den entflohenen Jakob II. mit vielen hervorragenden Geistlichen der Hochkirche im Tower. Zum ersten und bisher letzten Male sprang der Bischof von London für ihn ein, assistiert vom Erzbischof von Port. Die Nachfolgerin des Paares, Königin Anna, war an ihrem großen Tag so von der Gicht geplagt, daß sie sich in einem Sessel von St. James Palace nach Westminster tragen lassen mußte. Den ersten Glückwunsch empfing sie, die sich weibliche Bedienung ausbedungen hatte — die Gattin des Herzogs von Marlborough amtierte als Lord-Kämmerer — von ihrem Gatten, dem einzigen Prinzgemahl, der je einer englischen Krönung beigewohnt hat.
*
Bei den ersten Hannoveranern, Georg I. und seinem Sohn, lief alles glatt ab, nicht so bei Georg III. Der Zeremonienmeister war nicht auf der Höhe der Situation: er hatte die Sessel für das Königspaar und — noch schlimmer — das Staatsschwert vergessen, als der Zug in Westminster erschien. Es blieb nichts anderes übrig, als das Schwert des Lord Mayor für die Zeremonie zu entleihen. Auf die erzürnten Vorstellungen des Königs wußte der Lord nichts gescheiteres zu erwidern als: „Majestät, bei der nächsten Krönung wird alles klappen!" Ein Unglück kommt nie allein: der gut gemeinte Befehl, den Bankettsaal in Westminster Hall erst im Augenblick zu erleuchten, in dem der Krönungszug eintreffen würde, führte dazu, daß die Majestäten in einen dunklen Saal eintraten, in dem die Federbüsche der Ritter des Bath-Ordens wie die Federbüsche an einem Leichenwagen wirkten. Lord Talbot, der zu Pferde den Ritter begleiten mußte, der jeden Gegner des neuen Königs zum Kampf herausforderte (ebenfalls eine mittelalterliche Zeremonie), hatte sein Pferd darauf dressiert, rückwärts zu gehen, um zu vermeiden, daß es der Ehrentafel die Hinterseite präsentierte. Das arme Tier hatte sich das so genau gemerkt, daß es zu jedermanns Entsetzen den Bankettsaal gleich von hinten betrat. Damit nicht genug: die Ritter vom Bath-Orden waren unzufrieden mit ihren Plätzen, die ihnen Lord Talbot zu weit von der Ehrentafel entfernt angewiesen hatte, und für die Vertreter der Londoner Bürgerschaft war überhaupt kein Tisch vorhanden.
Statt besonderer Anzeige.
Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß wurde mir nach kurzem, schwerem Leiden mein geliebter Mann, unser treusorgender Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel
Die Einäscherungsfeier findet statt am Dienstag, dem 11. Mai, um 15 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs zu Gießen.
Waren diese Zwischenfälle komischer Natur, so hatte die Krönung Georgs IV., des „ersten Gentle-
WFRRF DRUCKSACHEN ww UIVO1- Brühl. Gießen
diesen Prozeß verloren, in dem jeder anständig Gesinnte die Partei der deutschen Prinzessin nahm. Der Forderung ihres Gemahls, daß sie von der Krönung fernbleiben sollte, zum Trotz, fuhr Karoline als rechtmäßige Königin vor der Krönungskirche vor. Ihr Begleiter und treuer Sachwalter, Lord Hood, wies seine Eintrittskarte vor, aber der Türhüter weigerte sich, die Dame einzulasfen mit der Berufung auf seine Vorschrift. Niemand stand ihr sonst bei, und so mußte die Königin von England ihren Wagen wieder besteigen und nach Hause fahren. Sie nahm sich diese Schmach so zu Herzen, daß sie sich ein paar Tage später krank zu Bett legte und nach einem Monat Jtarb. Ihr Begräbnis war der Anlaß zu einer blutigen Revolte.
Hatte Georg IV., um sich beliebt zu machen, seine Krönung mit besonderer Pracht gefeiert, so beschränkte sein Nachfolger, Wilhelm IV., schon um die schwer zerrütteten Staatsfinanzen zu schonen, die Festlichkeiten auf ein Mindestmaß. Die religiöse Zeremonie wurde abgekürzt, und das seit je übliche Bankett in Westminster Hall fand überhaupt nicht statt. Seine Nichte, Viktoria, hat umgekehrt mit der größten Gewissenhaftigkeit, durchdrungen von der religiösen Pflicht des Monarchen, alle alten Bräuche befolgt. Aber sie war damals 1838, noch so jung, daß ihr auch das Belustigende nicht entging, das sie in ihrem Tagebuch festgehalten hat. Diesmal versagen die Geistlichen: der Bischof von Durham, der das zwanzigjährige Mädchen beraten soll< ist ganz kopflos und weiß keine Antwort zu geben, und selbst der Erzbischof von Canterbury steckt ihr den Ring an den falschen Finger und vergißt, ihr den Reichsapfel zu reichen. Man zieht sich nach Empfang der Glückwünsche einen Augenblick in eine dunkle Kapelle zurück; aber diese heilige Stätte mutet sehr unfeierlich an, denn auf dem Altar stehen Weinflaschen neben Butterbroten, und die höchsten Herrn des Vereinigten Königreichs stärken sich in aller Hast für die Fortsetzung der Feier. „Hier sieht's gar nicht aus wie in einem Gotteshaus", hört sie den Premierminister flüstern.
„neumodischen" Stahlfeder gewöhnt
1. Haushaltsplan und Haushaltssatzung 1937.
2. Haushaltsplan der Plockfchen Stiftung 1937.
3. Abänderung der Steuerordnung über die Erhebung der allgemeinen Wertzuwachssteuer in der Stadt Gießen.
Vielleicht wird es auch am 12. Mai nicht ganz ohne Zwischenfälle abgehen. Aber hoffentlich sind sie nicht tragischer, sondern heiterer Natur.
Nundfunkprogramm
Dienstag, 11. Mai.
6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 9.30: Elsässische Komponisten. 10: Schulfunk. Helden der Arbeit. 11.30: Sportfunk für die Jugend. Die Weltrekordflieger Knies und Beck erzählen.^ 11.45: Landfunk: Für unsere Winzer! 12: Mittagskonzert. 13: Nach- richten (auch aus dem Sendebezirk), offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das Stündchen nach Tisch... 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Für die Frau: Den Müttern von 1914. Walter Flex schreibt an seine Mutter. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Sozialdienst. 18: Konzert. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Unterhaltungskonzert.
Bekanntmachung.
Am Dienstag, dem 11. 7Nai 1937, 16 Uhr, findet im Stadthaus, Bergstraße 20, Sitzungssaal, eine öffentliche Sitzung der Ratsherren mit folgender Tagesordnung statt:
zur Zeit unserer Urgroßväter; demnach muß es wohl jenseits des Kanals heutigen Tages noch Menschen geben, die sich noch immer nicht an den Gebrauch der
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Mittwoch, 12. Mai, 20.15 Uhr, im
Kameradschafts - heim,,Znm Auerhahn“, Sonnenstraße. Hierzu werd, alle 116er Kameraden,auch Nichtmitglieder, eingeladen. Besprechung: 116er Treffen. 3276d
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[ sein Haupt darauf gelegt haben, als er auf dem : Berg Horeb entschlummerte; dessen Nachkommen : führten ihn mit sich nach Aegypten, der Grieche Gathedus, Gemahl einer Aegypterin, brachte ihn ' nach Spanien. Nach diesem Abstecher landete der merkwürdige Stein 700 Jahre vor Christus in Irland, bis Fergus, der sagenhafte Begründer des schottischen Königshauses, ihn in Scone in Schottland niederlegte. Endlich nahm ihn Eduard I., der „Bekenner", in seine Obhut und brachte ihn in die Westminsterabtei, wo dieses ägyptische, griechische, spanische, irische und schottische Heiligtum das englische Bürgerrecht erwarb. Eine alte Prophezeiung knüpfte die schottische Herrschaft an den Stein von Scone; aber nachdem mit Jakob I. die schottischen Könige den englischen Thron bestiegen hatten, war alles in schönster Ordnung. Wenigstens ist nicht bekannt, daß der Stein unter dem Thron des heiligen Eduard sich, solange er in London liegt, je bewegt hätte — was er immer dann tun soll, wenn ein unechter König diesen Thron besteigt.
*
Man sieht, mit welch ehrfürchtigen Schauern der Brite seine Königskrönung umgibt. Es gehöre schon eine unglaubliche Ruchlosigkeit dazu, auf diesen Stein unter dem „Coronation Chair" ein Attentat zu verüben, wie es unmittelbar vor dem Weltkrieg fanatische „Suffragettes", Kämpferinnen für das' Frauenwahlrecht, mit Sprengstoffen versucht haben. Aber da wir nun einmal schwache Menschen sind, so liegt das Menschlich-Unvollkommene hart neben dem Göttlichen, und selbst in England hat man für dieses „Allzumenschliche" Verständnis, wie ein Buch beweist, das soeben in London erschienen ist, „Crowning the King" von Lewis B r 0 a d. Darin werden allerhand Anekdoten aufgefrischt, die sich an die Königskrönung in vergangenen Zeiten knüpfen. Wir brauchen 'also nicht zu befürchten, englische Gefühle zu verletzen, wenn wir mit dem englischen Berichterstatter diesen „Krönungsgeschichten" ein wenig nachgehen.
*
Bei der Krönung Karls I., des unglücklichen Stuart, dessen Haupt 1649 unter dem Henkersbeil fallen sollte, will man allerhand unheimliche Vorboten wahrgenommen haben. Schon die weißseidenen Gewänder, in denen statt dem üblichen Purpur der König in der Kirche erschien, deutete man als Farbe des unschuldigen Opfers. Die Taube auf der Spitze des einen Szepters fiel herab, und die Anwesenden wollen deutlich ein unterirdisches Grollen vernommen haben, als man die Kröne auf sein Haupt setzte. Ueberdies verzichtete er auf den feierlichen Krönungszug, indem er sich mit der Pest entschuldigte, die damals in London wütete. Das Volk schüttelte die Köpfe: das konnte nicht gut aus- : gehen. Sein Sohn, Karl II., der erste Monarch nach dem zwölfjährigen republikanischen Zwischen- : spiel, das Oliver Cromwell inszeniert hatte, ließ sich vorsichtshalber zweimal krönen: in Scone als : König von Schottland und zehn Jahre später in : Westminster als rechtmäßiger Herrscher von Großbritannien und Irland. Auch bei der Krönung Jakobs II., des letzten Stuart auf dem englischen 1
Karl Friedrich Schlotterer
Forstrat i. R.
im 78. Lebensjahre zu Lieb, Oberhessen
näumAnn
von;
Ernst Aßmann
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Daran hat sich bis heute nichts gändert: am 12. Mai wird sich die Krönung des englischen Königs kaum anders vollziehen. Die Zeremonien werden schon deswegen so gewissenhaft beibehalten, weil es sich um eine religiöse Feier handelt, und in religiösen Dingen lasten bekanntlich die Briten nicht mit sich spaßen, wenigstens :m äußerlichen Zeremoniell nicht. Eine besondere Rolle spielt dabei in der Westminsterabtei der Krönungsstuhl, den eine mystische Weihe umgibt. Dieser „Coronation Chair", der Thron des heiligen Eduard, der so unscheinbar dasteht, daß man ihn leicht übersieht in dem mächtigen gotischen Gotteshaus, ruht auf einem ungeschliffenen Findling, dem „Stein von Scone". Und dieser Stein, das Allerheiligste sozusagen, hat eine abenteuerliche Geschichte. Der Erzvater Jakob soll
Englische Krönungsgeschichten
Don Dr. Hermann Hieber.
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wohnheiten schon im Alltag zu bemerken, um wieviel mehr bei „Haupt- und Staatsaktionen"! Der „Lord Mayors Day", die Einführung des neuen Oberbürgermeisters von London, ist ein Krönungsfest im Kleinen von der vergoldeten Staatskarosse und dem vorangetragenen Schwert und Szepter bis zu dem Herold, der auf altfranzösisch, in der Sprache der normannischen Eroberer, seine Verkündigung beginnt mit „Oyez, Oyez" („Hört, Hört") — es wird aber englisch ausgesprochen und klingt dan wie „O Yes" („O Ja"). Aber mit dem „Coronation Day" verglichen ist der „Lord Mayors Day" eine bescheidene Veranstaltung, ein besseres Schützenfest. Der ganze Prunk des hohen Mittelalters wird da entfaltet — so etwa, wie es bei jenem berühmten Kaisertag zu Mainz herging unter Barbarossa. Wir besitzen die Schilderung eines französischen Chronisten, Froissart, von den Feierlichkeiten bei der Krönung Heinrichs IV. vom Hause Lancaster, des Nachfolgers Richards II., im Jahre 1399. Auf dem Zuge von seinem Palast zur Kathedrale trägt ihm der Prinz von Wales das „Schwert der Kirche" voran, der Graf von Northumberland das „Schwert der Gerechtigkeit" und der Graf von Westmoreland das Szepter. Der Erzbischof von Canterbury stellt den neuen König dem Volke vor, das ihm Gehorsam schwört, und salbt ihn „an sechs Stellen": auf dem Haupte, der Brust, auf beiden Schultern und in beiden Handflächen, bekleidet ihn mit kirchlichen Gewändern als Diakon, darauf setzt er ihm die Königskrone auf. Nach dem Gottesdienst wird er in feierlichem Zuge in seinen Palast zurück- geleitet.
Erlaß eines Nachtrags zur Polizeiverordnung, betr. die Einrichtung und den Betrieb eines Nutzviehmarktes in Gießen; hier: Aufhebung des §2 des Nachtraas vom 6. Februar 1936 (Schluß- schein- und Kennzeichenzwang).
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