Oie Katastrophe von Lakehurst.
Die Toten vom Luftschiff „Hindenburg". Berlin, 8. Mai. (DNB.) Nach den der Deut- schen Zeppelin-Reederei vorliegenden Meldungen hat die Katastrophe des Luftschiffes „Hindenburg", folgende Menschenleben gefordert:
Von den Fahrgästen: Rudolf Anders, Birger B r i n ck, Hermann D o e h n e r, Irene D o e h n e r, Burtis Dolan, Edward Douglas, Fritz Erdmann, Moritz Fei dusch, Jones Pannes, Emma Pannes, Otto R e i ch o l d.
Von der Besatzung: Wilhelm B a h n h o l - z e r, Alfred Bernhard, Rudi B i a l l a s, Wilhelm Di ml er, Franz Eichel mann, Fritz Flachus, Albert holderried, Ernst Hüchel, Emilie Imhoff, Ludwig Knorr, Ernst A. Lehmann, Robert M o o f e r, Richard Müller, Alois Rei facher, Willy Scheef, Ernst Schlapp, Josef Schreilmüller, Max Schultze, Willy Speck, Erich Spehl, Alfred Slöckle, Ludwig Felber. — Ferner fand ein Angehöriger der amerikanischen hallemannfchaft in treuer Pflichterfüllung den Tod.
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Don der Besatzung sind Kapitän P r u ß und der Erste Offizier Sammt soweit außer Gefahr, daß ihre Ueberführung von Lakehurst nach Neuyork in das Medical Center Hospital stattfinden konnte.
Dem seinen Verletzungen erlegenen Kapitän L e h- m a n n widmen die Neuyorker Blätter wärmste Nachrufe, wobei sie besonders rühmend sein gewinnendes Wesen, seine langjährigen Erfahrungen im Luftschiffbau und seine Navigationskenntnisse hervorheben.
Treuebekenntnis der Arbeiter der Zeppelin-Reederei an den Führer.
Berlin, 8. Mat. (DNB.) Die Arbeiter der Zeppelin-Reederei haben an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet:
„Unsere Herzen gehören dem Führer. Seine Anteilnahme und sein Gedenken in Wort und Tat ver- pflichten uns aufs neue, ihm und dem nationalsozialistischen Deutschland unter Einsatz aller unserer Kräfte zu dienen.
heil unserem Führer!
Die Arbeitskameraden der Deutschen Zeppelin-Reederei."
Oie Untersuchung des Absturzes durch Amerika.
Neuyork, 8. Mai. (DNB.) Unabhängig von der amtlichen Untersuchung des Handelsministeriums, die am Montag beginnt, fand auf Anordnung des Marineministeriums in Lakehurst unter Ausschluß der Oeffentlichkeit eine Sitzung des Untersuchungsgerichtes statt, das aus vier Marineoffizieren besteht. Das Unglücksgelande ist seit Freitag für alle Unbefugten gesperrt. Das -Wrack des Luftschiffes steht unter der Obhut der amerikanischen Amtsstellen. Der Kommandant des Flughafens Lakehurst, Rosendahl, gab bekannt, daß die Bordbücher des „Hindenburg" in Gewahrsam von Beamten des Handelsministeriums sind. Kapitänleutnant Rosendahl hat angeordnet, daß ihm die Kopien aller von der „Hindenburg"-Kata- strophe angefertigten Photos und Film st rei- f e n -zur Verfügung gestellt werden, damit sie der Untersuchungskommission vorgelegt werden können. Fünf Filmgesellschaften hatten, wie bei jedem „Hindenburg"-Flug, ihre Filmoperateure nach Lakehurst entsandt. Die Apparate arbeiteten bereits, als das Luftschiff noch wohlbehalten auf den Landungsmast zuflog. Auf diese Weise ist der Hergang der furchtbaren Katastrophe von Anfang bis zu Ende im Filmband festgehalten worden, und es ist dadurch ein Dokument entstanden, das für die Aufklärung der Ursache des Unglücks von entscheidender Bedeutung sein kann.
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Der deutsche Militär- und Luftattache General von Bötticher ist von der amerikanischen Regierung gebeten worden, als deutscher Beobachter an der von amerikanischer Seite eingeleiteten Untersuchung der Katastrophe teilzunehmen.
Oie Versicherung des Lustschiffes.
B e r l i n, 8. Mai. (DNB.) Der Leiter der Reichsgruppe Versicherungen, h i l g a r d , gibt folgendes bekannt: Das Luftschiff „Hindenburg ist bei einer | alle namhaften deutschen Versicherungsunternehmungen umfassenden Gemeinschaft voll versichert. Der Versicherungswert des Luftschiffes selbst beträgt sechs Millionen Reichsmark. Für die Passagiere besteht eine Unfallversicherung im Gesamtbeträge von 2,4 Millionen Reichsmark für den Todesfall und dem gleichen Betrage für Den Jnvaliditätsfall, für die Besatzung eine Unfallversicherung im Betrage von 1,06 Millionen Reichsmark für den Todesfall und 2,12 Millionen Reichsmark für den Jnvaliditätsfall
Weitere Beileidskundgebungen aus dem Auslande.
Berlin, 8. Mai. (DNB.) König Viktor Emanuel von Italien, Kaiser von Aethio- pien, sandte an den Führ-er und Reichskanzler folgendes Telegramm:
„Bei Erhalt der schmerzlichen Nachricht vom Verlust des Lenkluftschiffes .Hindenburg' möchte ich Eurer Exzellenz meine wie der italienischen Nation tiefe Erschütterung über den schweren Schlag, der die machtvolle deutsche Zivilluftfahrt betroffen hat, ebenso die Gefühle unseres tiefsten Beileids für die Familien der Opfer zum Ausdruck bringen.
Viktor Emanuel."
König Georg VI. von England telegraphierte dem Führer und Reichskanzler wie folgt:
„Ich bin tief erschüttert von der Nachricht über das Unglück, das dem Luftschiff ,Hindenburg' zu- aestoßeü ist, und beeile mich, Ihnen, Herr Reichskanzler, mein aufrichtiges Beileid zu dem tragischen Ereignis zum Ausdruck zu bringen, zugleich auch zu dem Verlust so vieler Menschenleben.
George R. I."
Der Präsident der französischen Republik sandte an den F ü h r e r und Reichskanzler das nachstehende Beileidstelegramm:
„Mit Bewegung vernehme ich die Katastrophe des Lenkluftschiffes .Hindenburg' und bitte Ihre Exzellenz, aus diesem schmerzlichen Anlaß den
Ausdruck meines aufrichtigen Beileids zu genehmigen. Albert L e b r u n."
Ferner sprach im Auftrage Seiner Heiligkeit des P a p st e s Kardinal P a c e l l i in einem Telegramm dem Führer und Reichskanzler tiefe Anteilnahme an dem Schmerz des deutschen Volkes und der Trauer der Hinterbliebenen aus.
Der König der Belgier hat die belgische Gesandtschaft in Berlin beauftragt, dem Führer und Reichskanzler sein Beileid zu der Katastrophe in Lakehurst auszusprechen. In Wien sprach Bundespräsident M i k l a s dem Botschafter v. P a p e n persönlich seine Anteilnahme aus. Außerdem hat der Führer und Reichskanzler weitere Beileidstelegramme erhalten von Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzregenten Paul von Jugoslawien,
dem Präsidenten der polnischen Republik, dem ägyptischen Regentschastsrat sowie König Ferdinand von Bulgarien.
Lustschiffdienst „Graf Zeppelin" eingestellt.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Samstagnachmittag von seiner ersten diesjährigen Südamerikafahrt nach Friedrichshafen zurückgekehrt.
Der Luftschiffdienst mit LZ „Graf Zeppelin" wird zunächst eingestellt bis der Herr Reichsminister der Luftfahrt nach Vorliegen des genauen Untersuchungsbefundes der Katastrophe von Lakehurst die weitere Entscheidung getroffen hat.
wurde. Mussolini erklärte: Das neue römische Imperium steht unter dem dreifach günstigen Zeichen des Ruhmes, der Macht und des Friedens. Des Friedens für uns und für alle! F ur alle, wenn sie wollen und wenn sie die mahnende Stimme verstehen, die aus der Tiefe der Volksseele und ihres Gewissens kommt. Für uns, die wir auf dem Boden Afrikas die tausendjährige Mission Italiens, seine Kultur und seine Arbeit zu Ende bringen wollen.
Oer naiionaifpanische Heeresbericht.
Salamanca, 10. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht meldet: Front von Vizcaya: In der Nacht zum Sonntag griff der Gegner am Frontabschnitt des S o l l u b e (im nördlichen Teil des Festungsgürtels von Bilbao) nach intensiver Artillerie-Vorbereitung heftig an, wurde jedoch zurückgeschlagen und verlor viele Tote. Schlechtes Wetter schränkte die militärischen Operationen ein; trotzdem konnten die nationalen Truppen Mugica und Besangul einnehmen und darüber hinaus vorgehen. Im Abschnitt von Amorebiata wurden die höhen 329 und 333 besetzt. Der Gegner wurde bei einem Versuch, seine Stellungen in diesem Abschnitt wieder zu gewinnen, abgewiesen. Im Abschnitt von Ma- chichaco wurde dem Gegner durch die Legion „Schwarze Pfeile" eine ganze Küstenbat- terie abgenommen. Südlich von Toledo versuchte der Gegner, seine verlorenen Stellungen durch einen von 12 Tanks unterstützten Angriff, zu- rückzuerobern, er wurde zurückgeschlagen und erlitt große Verluste.
Zlugzeuggeskbwader der spanischen Bolschewisten in Toulouse.
Paris, 8. Mai. (DNB.) Nach einer Havas. Meldung aus Toulouse sind 16 Flugzeuge der B o l s ch e w i st e n, und zwar ein Verkehrsflugzeug und 15 Jagdflugzeuge, am Samstagvormittag um 11 Uhr auf dem Flugplatz von Toulouse gelartdet. Sie sollen sich aus Spanien infolge schlechter Witterungsumstände verflogen haben. Die Polizei hat den Platz, auf dem sich die Flugzeuge befinden, abgesperrt. Die französische Regie- rung hat Anweisung gegeben, daß die Flugzeuge binnen 24 Stunden unter Bedeckung bis zu dem Punkt abgeschoben werden, wo sie die französische.Grenze überflogen haben. Das „Journal" berichtet, man hätte wohl nach der Landung die Waffen abmontieren lassen, aber beim Start zum Rückflug nach Spanien hätten die Flugzeuge wieder ihre gesamte kriegsmäßige Ausrüstung an Bord gehabt. „Echo de Paris" sagt, die Jagdflugzeuge seien sowietrussi- scher Herkunft gewesen und von Fliegern gesteuert worden, die nicht Spanier waren. Sie hätten ihren Stützpunkt verlassen, um einem Angriff der Anarchisten zu entgehen.
Aus aller Wett.
Das Voolsunglück im Greifswalder Bodden.
Zu dem Bootsunglück im Greifswalder Bodden teilt die Pressestelle der Universität Greifswald mit, daß im ganzen zehn Studenten ertrunken sind. Die Namen lauten: Gerd Borg- wald, Hermann Lotz, Student der Medizin aus Aßlar (Kreis Wetzlar); Reinhold Müller- Meernach, Hans'Georg Nehring, Werner R ü h r m u n d , Karl So er, Johann Teifke, Karl Wiese, Hermann Wiegand.
Zwei Kinder ertrunken.
Bei Westerham (Oberbayern) ereignete sich ein Unglück. Die fünf und zehn Jahre alten Kinder des Fabrikarbeiters König überschritten auf einem Notsteg die Mangfall. Vernmtlich infolge eines plötzlichen Schwindelanfalles Mrzte das jüngere der Kinder in die Mangfall und riß seine Schwester mit in die Tiefe. Ehe Hilfe gebracht werden konnte, waren die Kinder bereits ertrunken.
Autobus mit Schulkindern in Florida verunglückt.
In Chattahooche, einem kleinen Ort in Florida, ereignete sich ein folgenschwerer Zusammen- st o ß. Ein mit Schulkindern besetzter Omnibus stieß dort mit einem Lastkraftwagen zusammen, wobei sechs Schulkinder getötet und zwei schwer verletzt wurden. 28 Kinder erlitten leichtere Verletzungen.
Weiterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Bei westlicher bis südwestlicher Luftzufuhr wird milde und feuchte Meeresluft vom Meer zugeführt, die in ganz Westdeutschland langsame, Erwärmung verursacht. Da in der höhe noch absinkende Luftbewegung vorherrscht, kommt es im Laufe des Montag zu häufiger Aufheiterung. Bei zunehmender Tageserwärmung find lokale gewittrige Schauer zu erwarten. Don Südwest heranziehende neue Störungen bringen uns zeitweise wieder Trübung und Regenfälle.
Aussichten für Dienstag: Meist stärker bewölkt, strichweise Regenfälle, zunehmende Erwärmung, zeitweise Gewitterbildung, schwache westliche Winde.
Lufttemperaturen am 9. Mai: mittags 16,3 Grad Celsius, abends 12,4 Grad; am 10. Mai: morgens 12,1 Grad. Maximum 17,8 Grad, Minimum heute nacht 10 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Mai: abends 16,5 Grad; am 10. Mai: morgens 13,5 Grad. — Sonnenscheindauer 6,6 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Xiange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt'der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 37: 9657. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
Bin ich verschwenderisch?
Frage: „Ich bin gewohnt, beim Einkauf meiner Toiletteartikel nicht allzu übertrieben aus den Pfennig zu achten, well hier alles von der Qualität abhängt. Mein Manu macht mir deshalb Vorwürfe. Sind sie berechtigt?" Antwort: „Sie handeln richtig, wenn Sie einem Qualitäts-Erzeugnis wie Ehlorodont den Vorzug geben, weil Sie wissen, daß zur Pflege Ihrer Zähne nur das Beste gut genug ist. Bei Ehlorodont ist eben jeder Pfennig gut angelegt,
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Der Flughafen Lakehurst ist von den amerikanischen Marinebehörden von der Außenwelt abgeschlossen worden. Um die Untersuchung gründlich durchführen zu können, wurden die Reste des Luftschiffes so liegen gelassen, wie sie nach den Rettungsarbetten ubngblieben. Dieses neue Funkbild aus Neuyork gibt einen Ueberblick über die Unglucksstatte, tm Hintergrund der Ankermast. — (Associated-Preß-M.)
London im Krönungsschmuck.
London, 10. Mai. (DNB. Funkspruch.) Auch wer zum erstenmal die Hauptstadt des Britischen Reiches betritt und verwirrt von der Farbenorgie der Acht-Millionen-Stadt der City näherkommt, findet sofort den Weg heraus, den der feierliche Krönungszug nehmen wird, denn diese ganze 10,5 Kilometer lange Strecke ist zu beiden Seiten von mächtigen Tribünenbauten umsäumt, deren Farben mit denen der Straßenzüge abgestimmt sind. Die ganze breite Mall herunter wehen von hohen weißen Masten die Fahnen in den Farben des Königshauses. Ueber die hohen- Tribünen hinweg fällt der Blick auf die drei Türme des Parlaments. Auf der gegenüberliegenden Seite wehen lange Fahnen von dem dunklen Backsteinbau des St.-James-Palaftes. Die deutsche Botschaft auf der gleichen Straßenseite hat ebenfalls Festschmuck angelegt. Von wem- roten Tüchern, die sich an den ganzen Fronten entlangziehen, heben sich Girlanden aus frischem Grün wirkungsvoll ab, die zusammen mit dem Hellen Ton des Steins eine fein abgestimmte Farbenharmonie ergeben.
Durch den Admiralitätsbogen biegt der Zug dann in die White hall, die „Wilhelmstraße" Londons ein, an der der höchste Sitz der Militärbehörden, das englische Auswärtige Amt, der neue Monumentalbau des Kriegsministeriums und andere Verwaltungsgebäude liegen. Die Westminster Abtei, das Pantheon des britischen Reiches, in dem die Größten Englands aus der Geschichte, den Wissenschaften und Künsten beigesetzt oder durch ein Denkmal geehrt sind, in dem auch das Grab des Unbekannten Soldaten liegt, hat durch den Einbau gewaltiger Tribünen grundlegende Umgestaltung erfahren. .
Nach den Würdenträgern, der Geistlichkeit und dem hohen Adel wird dem Königspaar nach der Krönung von der englischen Jugend gehuldigt, denn auf der Rückfahrt fahrt der Krönungszug am Themseufer, dem „Victoria- Embankment" entlang, dessen Tribünen d e n K i n - dern Vorbehalten find. Auf der Themse liegen die ganze Uferstraße entlang große Dampfer, auf deren Oberdecks ebenfalls viele Range hoch Tribünen aufgebaut wurden. Jeder der anschließenden Straßenzüge ist in anderen Farben, rot-weiß- blau, blau-gelb, rot-gold oder weiß-gold, gehalten. Ueberall tragen die kronengeschmuckten Masten andere Farben, andere Fahnen und Embleme. Einheitlich sind nur die immer wiederkehrenden Initialen des Königs und der Königin. In den großen Geschäftsstraßen, der Regent- und der Oxford-Straße, find alle Schaufenster aus geräumt und zu verdeckten Tribunen um- qebaut _ s.
Seit Wochen fährt jeden Sonntag morgen b r e Staatskutsche, bespannt mit den acht Wind- sor-Grauschimmeln, deren Namen i-d-m guten Son; boner geläufig sind, durch die Feststrotz-, Viermol hat der König die K r ö n u n g s z e r e m o n r e in der Abtei mit dem Erzbischof oon Eanterburi) geprobt, feit Wochen üben die 35 ooo Soldaten des fieeres und der Marine, der Luftwaffe und der Kolonialarmee, die zur Spalierbildung kommandiert find, den Aus- und Abmarsch und nicht weniger lange wird durch dl-e Hüter der DrDnung, Die Männer des Sanitätswesens und alle anderen Mitmirkenden geübt und geprobt. Am Sonntag aber erlebte London das großartige Schauspiel der Kro- nungsfeierlichkeiten bei der G e n e r a l p r o b e an der'mit Ausnahme des Kömgspaares alle Beteiligten inihren prunkvollen Kostu- m e n, in Uniformen, zum mindestens aber in Festkleidung vertreten waren.
Anläßlich der Krönungsfeier haben am Sonntag zum erstenmal Truppen aus den englischen Dominien die Wachen an den königlichen Palästen in London übernommen. Am ersten Tage wurde die Wache von kanadischer Infanterie gestellt, die von einer australischen Abteilung abgelöst wird. Auch die übrigen Truppenkontingente aus den Dominien und aus Indien werden besonders ehrenvolle Aufgaben auszuführen haben.
Oer Reichskriegsminister in London.
London, 9. Mai. (DNB.) Der Vertreter des Führers und Reichskanzlers bei den englischen Krönungsfeierlichkeiten, Reichskriegsminister Generalfeldmarschall v. Blomberg, traf am Sonntagnachmittag auf dem Viktoriabahnhof in London ein. In seiner Begleitung befinden sich der Kommandierende General der Marinestation der Nordsee, Admiral Otto Schulze und Generalmajor der Luftwaffe Stumpff. Zum Empfang des Generalfeldmarschalls hatte sich auf dem Bahnhof als Vertreter des englischen Königshauses Prinz Arthur von Connaught eingefunden sowie der dem Generalfeldmarschall zugeteilte militärische und zivile Ehrendienst unter der Führung des Earl o f Dunmore. Deutscherseits waren zur Begrüßung des Generalfeldmarschalls Botschafter v. Ribbentrop, Gesandter W o ermann, Landesgruppenleiter Karlowa, die deutschen Militärattaches in London sowie die übrigen Botschaftmitglieder erschienen. Vor dem Hause der Botschaft wurde der Generalfeldmarschall van einer Gruppe deutscher Mädel begrüßt, die ihm einen Blumenstrauß überreichte.
Erste Mresfeier des llaljemschen Imperiums.
Rom, 9. Mai. (DNB.) Nachdem in Der Nacht zum Sonntag bereits die wichtigste Trophäe aus dem abessinischen Krieg, das aus Addis Abeba nach Rom gebrachte Standbild des Löwen von Juda' am Denkmal der vor 51 Jahren bei Adua und Dogali gefallenen 500 Italiener enthüllt worden ist, hat die Hauptstadt am Sonntagvormittag mit allem militärischem Pomp die erste Wiederkehr des Jahrestages der Gründung des Imperiums gefeiert.
Im Glanze eines bereits sommerlichen Maientages wurde die vor bald vier Jahren von Mussolini eröffnete Via dell' Impero zu der großen Prunk-Straße des in Afrika verankerten faschistischen Imperiums. Der Vorbeimarsch der annähernd 50 000 Offiziere und Mannschaften sämtlicher Waffen der italienischen Wehrmacht bot ein wunderbares Bild, in dem die 10 000 Mann eingeborenen Truppen mit ihren farbenfrohen Uniformen zum ersten Male in großen Verbänden das faschistisch^ Kolonialreich in seiner Hauptstadt verkörpert haben. Von Fanfaren angekündigt und mit großer Begeisterung empfangen betrat der König und Kaiser zusammen mit dem Duce die Königslogen. Dann eröffneten Die Marschälle Del Bono und Badoglio die Parade.
Nach der Parade kam es auf der Piazza Venezia zu einer gewaltigen Kundgebung für Mussolini, der bei seinem Erscheinen auf dem Balkon des Palazzo Venezia von tosendem Beifall begrüßt


