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besser als das Gesindel, das aus dem spanischen Brandherd eine europäische Gefahr machen will.

Es sei nur daran erinnert, daß auch der englische ZerstörerHunte r" zunächst von einem national- spanischen U-Boot torpediert worden sein sollte, bis dann die Untersuchung ergab, daß er auf eine Mine gelaufen war. Rotspanische Flieger haben in den Gewässern an der rotspanischen Küste doch schon mehr als einmal heimtückische und niederträchtige Angriffe ausaeführt, so auf das PanzerschiffDeutsch­land", so auf einen italienischen Kreuzer, was alles zeigt, daß es sich um ein planmäßiges Vor­gehen handelt. Planmäßig sind auch die Bomben­abwürfe auf die drei Dampfer vorbereitet und durchgeführt worden, wobei es auffallen muß, daß unmittelbar nach den Angriffen gewisse Zeitungs­reptile in London schon in der Lage waren, natio­nalspanische Flieger zu verdächtigen. Sollte hier

Valencia verkündet,

plumpes Täuschungmanöver

Paris, 8. Aug. (DRB.) Der sogenannteJu- stizmintster" der rotenRegierung" in Valencia veröffentlicht eine Verlautbarung, die in ihrem Zy­nismus kaum überboten werden kann. Die Regie­rung habe es für angebracht erachtet, so heißt es in der Verlautbarung, die Ausübung der Re­ligion wieder zu erlauben, aber vor­läufig nur privat. Die Wiedereröffnung der Kirchen sei auf später verschoben worden. Zu Beginn des Militäraufstandes habe man nicht ver­hindern können, daß das Volk, das gewisse Geist- licke mit den Militärs gemeinsame Sache machen say, dem Abscheu gegenüber den Geistlichen Aus­druck gab. Jetzt habe die Regierung aber Ordnung geschaffen. Deshalb bebsichtige sie zur Gewis­sens- und Religionsfreiheit zurückzu­kehren. DerMinister" hoffe, daß die Wiedereröff­nung der Kirchen in kürzester Frist stattfinden könne. Es sei nur eine gewisse Zeitspanne notwen­dig, um die Lage der Geistlichen und die der Kirch­gänger normal zu gestalten.

Zu der Verlautbarung schreibt derVölkische Beobachter":Religionsfreiheit in Sowjetspa-

nicht ein Zusammenhang bestehen, etwa in der Art, daß das rotspanische Gesindel in und um Valencia Beziehungen zu gewissen Londoner Zeitungshäusern unterhält, um von Zeit zu Zeit vorbereitete rot­spanische Fliegerangriffe zu Zwischenfällen zu gestalten, die dann den nationalspanischen Fliegern aufgehängt werden? Der Zweck der Hebung ist klar: Es soll mit Hilfe dieser Zwischen- fälle, sowie mit der sich daran anknüpfenden plan­mäßigen Brunnenvergiftung, die sich immer gegen das nationale Spanien richtet, erreicht werden, daß die Großmächte die Einheitsfront gegenüber dem Bürgerkrieg in Spanien nicht zustande bringen. Stattdessen soll Verwirrung und Unruhe, soll Miß­trauen erzeugt werden, um im Sinne Moskaus und der Komintern einen neuen europäischen Krieg zu entfesseln.

/Relig'onssrecheit".

der spanischen Bolschewisten.

nien". Solange überhaupt Politik getrieben wird, solange gibt es auch schon das politische Täuschungsmanöver. Genau so alt aber ist die Erfahrung, daß ein politischer Bluff nur dann einigermaßen Aussicht auf Erfolg hat, wenn er nicht allzu plump angelegt ist und wenn er vor allem nicht zu einem Zeitpunkt gestartet wird, der auch dem Einfältigsten klarmacht, warum gerade in diesem Augenblick ein derar­tiges Manöver veranstaltet werden mußte. Die sowjetische Haltung im Londoner Spanienausschuß hat die Gefahr des völligen Zusammen, bruches der Nichteinmischung und damit die Möglichkeit einer Neuorientierung der Spanienpolitik in greifbare Nähe gerückt. In diesem Augenblick muß es den spanischen Bolsche- wisten selbstverständlich darauf ankommen, sich in Paris und London in entsprechendedemokra­tische" Erinnerung zu bringen, um vielleicht auf diese Weise noch im letzten Augenblick uner­wartete Hilfe zu bekommen. Da erst vor einigen Tagen die gesamte hohe katholische Gei st- lichkeit Spaniens in einem erschütternden Dokument dargelegt hat, in welcher Weise der Bol­

schewismus das Gebäude der Katholischen Kirche in Spanien eingerissen hat, und dieser Bericht nicht ohne Beachtung in weitesten Kreisen geblieben ist, entspricht es durchaus der ,Logik" Valencias, daß man nun rasch auf diesem Gebiete, für das beson­ders in London Interesse besteht, Besserung verspricht. Aber der Satz, daß die Religions­ausübung vorläufig nur in privaten Kreisen vor- genommen werden dürfe und die Wiedereröffnung der Kirchen auf später verschoben worden ist, ist ge­nug Beweis dafür, daß man zwar gern mit einer sogenannten Liberalität ein Geschäft machen möchte, aber nicht einmal aüch nur das Geringste dafür be­fahlen will. Außerdem hat aber noch Valencia in­sofern Pech, als gerade in diesen Tagen in der für die Spanienbolschewisten vorbildlichen und bei­spielgebenden Sowjetunion der Kongreß des Gottlosenverbandes stattfindet, auf dem so­eben 1000 staatlich bestellte Agitatoren eine ver­st ä r k t e Gottlosenagitation beschlossen haben. Man hatte sich also doch von den Ehren­gottlosen Stalin und Litwinow-Finkelstein über den Zeitpunkt dieses politischen Schwindelmanövers bes­ser beraten lassen sollen. Der marxistischen Propa­ganda zufolge istReligion Opium fürs Volk". Das bedeutet aber augenscheinlich ikicht, daß darum ein religionsloser Bolschewist von vornherein eine Stei­gerung in seinem Denkvermögen erfahren hätte.

GPU verhaftet einen Bischof mit Priestern und (Släubigen.

Moskau, 7. Aug. (DNB.) Nach Mitteilung des Organs des GottlosenverbandesBesboshnik" wurde im Mai dieses Jahres in Drei eine große Anzahl Priester und Gläubige von der GPU. verhaftet. Darunter befinden sich der Bischof Jnnozentt Nikiforow, zwei Oberprister, zwölf Geistliche, drei Diakon« und zwei frühere Nonnen, insgesamt 30 Personen. Die Verhafteten werden gegenrevoluttonärer Umtriebe, Schädlingsarbeit, aktiver religiöser Propaganda usw. bezichtigt. In den Kirchen Dreis, so teilt das Atheistenblatt mit, seien anttbolschewistische Gebete und Predigten ge­halten worden.

OieIubiläumsseier der Opel-Werke.

Rüsselsheim, 7. Aug. (DNB.) In feier­lichem Rahmen fand in Rüsselsheim, an der Stätte, wo vor 75 Jahren der Begründer der Dpelwerke, Adam Dpel, seine Tätigkeit mit dem Bau von Nähmaschinen begann, die 75 Jahrfeier der Adam Dpel - AG. statt.

©er Betriebsführer

her Adam Opel AG., ©r. Fleischer

hob die wirtschaftliche Bedeutung der Dpelwerke und die Schicksalsgemeinschast hervor, in der nicht nur die 22 000 Werksangehörigen, sondern auch die der Vorindustrien und vor allem der Dpel-Händler ver­bunden sind. Die Ausfuhrorganisation habe es er­möglicht, daß in diesem Jahre bereits 22 000 Wa­gen nach dem Auslande geliefert worden seien und daß bis Jahresschluß wohl 85 000 Wagen verkauft sein würden. Es sei das Schicksal Deutschlands, in fleißiger Arbeit Werte zu schaffen und, neben der Versorgung des heimischen Bedarfes, sie im Ver­kehr mit anderen Ländern einzusetzen. In diesem Zusammenhang erinnerte er an die Worte Dr. Leys, daß Deutschland ein Kapital habe, das ihm keine Macht der Welt rauben könne: die Fähigkeit und die Tüchtigkeit seiner schaffenden Menschen. Dr. Fleischer ehrte sodann 20 Gefolgschaftsmitglieder durch Verleihung der diamantenen Ehrennadel des Werkes für mehr als 50jährige Dienstzeit, nachdem im vergangenen Jahre bereits erstmals Geheimrat von Dpel diese Nadel erhalten hatte, und teilte mit, daß der vor einigen Jahren errichteten Adam- Dpel-Gedächtnisst^ftung eine weitere Mil­lion Reichsmark zugewiesen worden sei.

Ministerialdirektor im Reichsverkehrs- ministerium Or. e. h. Brandenburg

sprach namens des Führers und Reichskanzlers und der Reichsregierung der Führung und Gefolgschaft herzliche Glückwünsche zum Jubiläum aus und über- mittelte gleichzeitig die Grüße des Reichswirtschafts­ministers Dr. Schacht und des Reichsverkehrsmini­sters Dr. Dorpmüller.

Das deutsche Empfinden liebt es. am Anfang eines großen Industrieunternehmens einen Handwerksmeister zu sehen. Es sieht in der Werkstatt und in der Familie einer kraft­vollen Einzelperfönlichkeit eine bessere, gesun­dere und wirtschaftlichere Grundlage als in der Sitzung eines Gründungskomitees von Finanz- männern, und ich glaube, daß dieses Empfinden des Volkes nicht trügt, mögen die Formen und Umstände, innerhalb derer sich die Einzelpersön­lichkeit auswirkt, auch wechseln: Aus die E i n z e l p e r s ö n l i ch k e i t, auf den einzel­nen wirtschaftenden und planenden Menschen kommt es immer an. früher, heute und in aller Zukunft, hier in Rüfsetsheim hat ein schöpferischer Mensch zu wirken begonnen in­mitten einer Bevölkerung, die sich wie von selbst um sein Werk sammelte. Eine boden­ständige Arbeiterschaft lebt heute in weitem Um­kreise um dieses Merk. Diese treue, bodenständige Gefolgschaft des Merkes zu grüßen ist mir als Beamten des Reiches eine Ehre und als deut­schem Menschen ein Herzensbedürfnis. Molle Gott, daß es hier immer so bleibe: Schöpfe­rische Einzelpersönlichkeiten und bodenständige, treue Gefolgschaft!

Daß billige Massenproduktion vorzügliche, schnelle und dauerhafte Wagen heroorbringt, die sich sogar auf schwierigen Geländefahrten bewährt haben, das dankt die deutsche Motorisierung den Opelwerken' Die Dpelwerke haben sich in der Wirtschaftskrise mit dem amerikanischen Riesenunternehmen General Motors zusammengetan. Der Charakter des Wer­kes als deutsches Werk hat sich dadurch jedoch nicht geändert. Diele Erfahrungen, die auf der Basis einer sehr großen Produktion drüben erworben wor­den sind, sind in dieses Werk gewandert. Sie wa­ren sicherlich zum guten Teil die Ursache dafür, daß heute von drei deutschen Dpelwagen immer einer ins Ausland verkauft wird.

, In dem Jubiläumsbuche befindet sich eine hübsche Stelle:Adam Dpel studiert in dem Bestellbuch fei­nes Hamburger Fahrradoertreters die Aufzeichnun­

gen, weil er es liebt, sich ein Bild von seinem Äun* denkreis zu machen. Er findet eine Notiz:Zwei Fahrräder für die Enkel des FürstenBis- m a r ck in Friedrichsruh." Der Vertreter berichtet, der alte Fürst habe die Räder selbst abgenommen, sie gelobt und dabei gesagt:Es tut mir wirklich leid, schon so nahe an die 80 zu sein. Sonst würde ich diesen schönen und gesunden Sport noch selbst ausüben. Zeit habe ich jetzt dazu." Es war nach seiner Entlassung. Und eine andere Note fesselt seine Aufmerksamkeit. Ein Studiosus mit Namen Hjal­mar Schacht hat sich ein Herrenrad für 200 Mk gekauft. Am Rande hatte der Vertreter vermerkt: $at sich das Geld durch Stundengeben erspart." Es ist schade, daß heute hier nicht der damalige Studiosus, der inzwischen Reichsbankpräsident und Führer der deutschen Wirtschaft geworden ist, hat sprechen können. Ich will aber wünschen, daß sich unter den heutigen jungen Fahrern von Dpelkraft- magen recht viele befinden, die einmal zu ähnlichen Stellungen im Staate aufsteigen möchten.

Weitere Glückwünsche

sprach sodann ein Vertreter der deutschen Dpel- Händler aus. Die Glückwünsche der Aus­landsunternehmungen überbrachte der Vizepräsident der General Motors Corporation, Grant, der auf die 75jährige Dpelfabrikation deutscher Wertarbeit, die überragenden Fähigkeiten deutscher Konstrukteure und die Qualitätsleistungen deutscher Arbeiter sowie die Motorisierungserfolge der letzten vier Jahre in Deutschland hinwies. Im Auftrage des verhinderten Reichsorganifationslei- ters Dr. Ley überbrachte dann Hauptamtsleiter Claus Selzner Grüße und Wünsche für die Dpelwerke. Die Deutsche Arbeitsfront Jet glücklich, dem Betrieb das Leistungsabzeichen für vorbildliche Lehrlingsausbildung überreichen zu können. Der Festakt wurde mit einem Sieg-Heil auf den Führer und den Nationalhymnen beendet. Im Anschluß daran wurde für den Be­

gründer des Werkes, Adam Dpel, auf der Der- kehrsstraße Frankfurt a. M.Mainz, die mitten durch das Werk führt, ein Denkmal feierlich ent» hüllt. Nach der Denkmalsweihe wurde ein Korso der 21 historischen Dpelwagen abgehalten, die in den Betriebsjahren 1897 und 1934 fertiggestellt worden sind. Aus Anlaß des Jubiläums traf eine Reihe von Glückwunschtelegrammen ein, so u. a. vom Füh­rer und Reichskanzler, der auf das Hul­digungstelegramm der Werkleitung mit feinen besten Wünschen für Leitung und Gefolgschaft und weitere erfolgreiche Arbeit erwiderte, ferner vom Stellver­treter des Führers Rudolf Heß, vom Reicks­kriegsminister von Blomoerg, vom Reichs­wirtschaftsminister Dr. S ch a ch t, vom Reichsar­beitsminister Seldte, vom Reichsorganifatlons- leiter Dr. L e y, von Gauleiter Sprenger, vom Reichssportführer von Tschammer und Dften und vom Staatssekretär Dr. Lammers.

Das Volksfest.

Auf den Mainwiesen war ein Riesenzelt aufge­schlagen worden, das an 2000 Tischen rund 20 000 Menschen Sitzgelegenheit bot. Der Hilfszug Bayern war aufgefahren, um die Verpflegung zu überneh­men. 40 000 Portionen Kaffee und Kuchen und 20 000 Abendessen sind in wenigen Stunden aus- gegeben worden. Mehrere Musikkapellen spielten zum Tanz. Ein unterhaltsames Programm rollte ab. Als der Abend hereinbrach, wurde auf dem gegen­überliegenden Mainufer, auf der Flörsheimer Seite das Riesenfeuerwerk abgebrannt. Wo vor 75 Jahren erregte Schneidergesellen, die fein Verständ­nis für die Fortschritte unserer Arbeitsweise hat­ten, den Schlosser Adam Dpel mit Steinen bewar­fen, weil er die erste Nähmaschine in ihr Dorf bringen wollte, beschloß das Feuerwerk das Fest. Das Dpelwerk aber geht jetzt in Ferien. Für zehn Tage wird Stille in den Hallen des Werkes herr­schen, denn die ganze Gefolgschaft hat jetzt ihre Ferien.

500 Jahre SIM und Festung Rüffelsheim.

Neuverleihung her Siahtrechte./Gauleiter Sprenger zum Ehrenbürger ernannt.

LPD. Rüsselsheim, 8. Aug. Noch ist die Festesstimmung vom Jubiläum der Dpelwerke mcht verklungen, da macht man sich in Rüsselsheim schon daran, ein neues Fest zu feiern, das Fest der 500- Jahrfeier der Verleihung der Stadtrechte an die Ge- meinbe Rüsselsheim durch Kaiser Sigismund im Jahre 1437 auf Betreiben der Grafen von Katzen- eUenbogen, die an einem befestigten Platz am Marn großes Interesse hatten. Bürgermeister Mull e r schilderte namentlich die Entwicklung, die Rüssels­heim seit der Machtübernahme durch die N-sDAP. durchgemacht habe. Innerhalb dieser weniaen Jahre ist die Bevölkerung von 10 000 auf 14 000 Seelen angewachsen, neue Siedlungen sind erstanden, Gas- und Wasserleitung funftionieren, und die Kanal,- sation ist durchgefuhrt. Auf kulturellem Gebiet wurde eine Realschule errichtet, und jetzt wurde auch der Grundstein zu einem HJ.-Heim gelegt. Sem beson­derer Dank galt Dr. Fritz Opel, der einen Be­trag von 50 000 Mark für die Fertigstellung des Parteihauses zur Verfügung gestellt hat.

Staatsrat Rainer überbrachte eine Urkunde, wonach Gauleiter S p r e n g e r der Gemeinde Rüs­selsheim die Stadtrechte, bie im Lause der Jab'-hunderte wieder oerlorgenaegangen waren, erneut verleiht. In her Urkunde heißt es bafe he Gemeinde Rüsselsheim nach ihrer ganzen Struktur Siedlung, Gebietsumfang, sozialen und kulturellen Einrichtungen als S t a dt angesehen werden könne. verleihe daher", heißt es zum Schluß, auf Grund des § 9 Absatz 2 der Deutschen Ge­meindeordnung oom 30.1.1935 der Gemeinde Rüs­selsheim bas Stabtrecht." Der Stellvertretende Gau­leiterL i n b e r überbrachte bie herzlichsten Glück­wünsche der Partei und überreichte im Auftrage des Deutschen Gemeindetages dem Bürgermeister eine Ehrenplakette mit dem Bildnis des Freiherrn vom Stein. Bürgermeister Müller dankte für die Ver­leihung der Stadtrechte und machte bekannt, daß die Stadt in Würdigung der Verdienste des Gau- leiters und Reichsstatthalters um Rüsselsheim be-

schlossen habe, dem Gauleiter das Ehren­bürgerrecht der Stadt Rüsselsheim zu verleihen. Ein farbenprächtiges Bild bot der histo­rische Festzug. Das Trompeterkorps des Artil­lerie-Regiments 36 und Fahnenschwenker eröff­neten ihn. Diel Beifall sand der Wagen der Ru- zilia, der eine allegorische Darstellung der Stadt Rüsselsheim und der Mainspitze brachte. Dann kam bas Altertum. Kaiser Trajan auf einem Kriegs­wagen, Wagen mit einem römischen Wachturm, Alemannen und Franken, Ruzilo auf dem Pferd, ein Festwagen mit einer fränkischen Siedlung. Dann das Mittelalter: die Grafen Johann um) Philipp von Katzenellenbogen hoch zu Roß und der Festwagen mit dem Kaiser Sigismund, der der Stadt die Stadtrechte vor 500 Jahren verliehen hatte. Es folgten die hessischen Fürsten, die Zeit des 30jährigen Krieges und dann die neue Zeit mit Handwerkszünften und Handwerksgruppen, die Zeit der Befreiungskriege und schließlich das neue Reich: ein Festwaben, darstellend einen Monumen­talbau, auf mächtigem Fundament mit Reliefdar- ftellungen der arbeitenden Stände (Bauer, Arbei­ter, Kaufmann, Lehrstand), den Trägern des Staa­tes, davor als Schützer die Wehrmacht in Kolossal­figur. Als Abschluß der Festlichkeit fand mit An­bruch der Dunkelheit eine Freilichtaufführung Hauptmann Scheuermann" statt, eine Geschichte aus dem 30jährigen Kriege, die im Zusammen­hang steht mit derguten alten Festung Rüssels- heim".

Das Gieblunasproyramm.

V. A. Die neuesten Erklärungen des Reichsar­beitsministers weifen mit Nachdruck auf die Not­wendigkeit hin, den Bau von Wohnstätten in den untersten Mietlagen vordringlich zu behandeln. In erster Linie kommen dabei die Arbeiterwohnstätten in Frage. Unter ihnen wirb bie Kleinst eblung eine große Rolle spie­

len, da hie Landzula»,e.« ihm ermöglicht, zur Er- gänzuns seines sonstigen Einkor..mens einen wesent­lichen Teil seines ßebensbebarfs aus der Stelle zu erarbeiten. Die Kleinsiedlung ist deshalb besonders geeignet, den deutschen Arbeiter wieder mit dem Heimatboden zu verbinden. Db Kleinsiedlungen, Ge- schoßwohnungen ober Volkswohnungen, sie alle sol­len vom Reich aus gefördert werben, unb zwar auch durch öffentliche Mittel, soweit der Kapital­markt und die Sparkraft der Bauherrn nicht aus­reicht. Der Finanzierung von Landarbeiter­wohnungen wird besondere Aufmerksamkeit ent­gegengebracht. Die Lasten und Mieten sollen auch vom einfachen Arbeiter getragen werden können. Dabei sollen auf der andern Seite doch die berech­tigten Ansprüche an Größe, Raumzahl und Aus­stattung erfüllt werden. Neben einer angemessenen Erhöhung der Reichsdarlehen wird auch eine wei­tere Zinsermäßigung in Aussicht genommen. Nach den Ausführungen des Reichsarbeitsministers hat er bie Absicht, Die Verzinsung her Reichsbar- lehen allgemein auf 3 v. H. herabzusetzen. Sein Ziel ist, jährlich mindestens 300 000 solcher Wohnstätten au errichten. Für bas laufenbe Jahr besteht schon begründete Hoffnung, daß dieses Ziel erreicht wirb.

Tokio beurteilt bie Lage ernst.

Das Aangtse-Gebiet von japanischen Zivilisten völlig geräumt.

Tokio, 9. Aug. (DNB. Funtspruch.) Der Spre­cher bes japanischen Auswärtigen Amtes teilte mit, baß alle japanische Zioilisten außer bem Konsulatspersonal bas gesamte Bangtse» gebiet einschließlich Nanking verlassen hätten. Zwei in H a n k a u ftationierte Kanonenboote und ein Zerstörer seien ebenfalls zurückge­zogen worden. Aus Südchina seien vorläuftg nur die japanischen Frauen und Kinder abgezogen. Die Lage sei noch kritischer geworden, da der Marsch sechs chinesischer Divisionen nach Norden an der Pukau-Tientsin-Bahn fortgesetzt werde und die Spitze ungefähr 70 Kilometer südlich von Tientsin oorgebrungen sei. Bot­schafter Kawagoe beabsichtige Verhanblungen mit Nanking aufzunehmen. Die Ausführung dieser Absicht hänge jedoch von der Haltung des Marschalls Tschiangkaischek ab.

Das japanische Hauptquartier teilte mit, daß der Raum zwischen Tschanghaiwang, la tu, Tientsin, Peiping und der großen Mauer rei vom Geg­ner sei. Zwei chinesische Divisionen mit 25 000 Mann stehen längs der Bahnlinie Tientsin Fukau mit der vordersten Front in Machang, 5 Divisionen und eine Kavallerie-Division mit 55 000 Mann an der Bahnlinie Peiping Hankau, vorderste Stellung bei Chodiou. Südlich davon in der Gegend von Shunteh 3 Divisionen der chine­sischen Zentralarmee mit 27 000 Mann.

Auf der unter Führung von Marschall Tschiang­kaischek abgehaltenen Konferenz der Mili­tär f ü h r e r aus allen Teilen des Landes wurde die Einigkeit Chinas in der Unterstüt­zung der Zentralregierung zur Durch­führung der zur Beilegung des Nordchina-Konflik­tes zu treffenden Maßnahmen zum Ausdruck ge­bracht. Marschall Tschiangkaischek ordnete Luft­abwehrmaßnahmen zum Schutze der Lan­deshauptstadt Nanking bis zum 10. August an. Dreitägige Luftabwehrmanöver, an denen 6000 Soldaten und Zivilisten teilnahmen, wurden bereits in Taiyuan durchgeführt. Die Furcht vor japani­schen Luftangriffen hat auch mehrere andere Städte Mittelchinas Aur Abhaltung von Luftabwehrmanö- oern veranlaßt.

Aus aller Welt.

ZmAlkoholrausch durchMainz qefabren.

Polizei verfolgt betrunkenen Autofahrer.

Mainz, 7. Aug. (Lpd.) In der Nacht zum Frei­tag unternahm der hier Kurfürstenstrahe 9 wohn­hafte Heinrich Avemaria, nachdem er mehrere Wirtschaften besucht und reichlich dem Alkohol zu- gesprochen hatte, mit einem Personenkraftwagen eine Spazierfahrt. Dhne Beleuchtung des Fahr­zeuges raste er im Zick-Zack durch die Rheinstrahe. Das Haltezeichen eines Polizeibeamten ließ er un­beachtet und versuchte mit übermäßiger Geschwindig­keit zu entkommen. Dies sollte ihm jedoch nicht ge­lingen. Mit einem zufällig in gleicher Richtung fah­renden Kraftfahrzeug nahm der Polizeibeamte die Verfolgung auf. Unter schwierigen Umständen ge­lang es schließlich, den durch fein Zick-Zack-Fahren die ganze Fahrbahn einnehmenden Verkehrssünder zu überholen und in Mainz-Weisenau zu stellen. Es stellte sich heraus, daß der Fahrer total b e trunken war. Nur einem Zufall ist es zu ver­danken, daß kein größeres Unglück erfolgte. Der Verkehrssünder wurde m Polizeigewahrsam genommen. Nachdem er seinen Rausch ausgeschla- fen hatte, wurde er dem Richter zu geführt und im Schnellverfahren zu drei Wochen Haft ver­urteilt. Außerdem ist Antrag auf Entziehung des Führerscheines gestellt.

Bestrafter Miichpantscher.

Lpd. D a r m st a d t, 8. Aug. Vor dem Strafrich­ter hatte sich der 35jährige Heinrich Peter Roth, vorbestraft wegen Milchfälichung, erneut gegen die Anklage zu verantworten, wahrend des Winters die auf den Namen feiner Frau bezogene Vollmilch mit der doppelten Menge Magermilch zusammengeschüttet und als Vollmich verkauft zu haben, während er die gleicheVollmilch" mit wei­teren 35 v.H. Wasser alsMagermilch" absetzte. Für seine gemeine Handlungsweise wurde der An­geklagte zu 2V- Jahren Gefängnis und fünf Jahr Ehrverlust, feine Frau wegen Mittäterschaft zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

Kameradschaftstreffen der Panzerlruppe.

In der Soldatenstadt Wünsdorf im Süden Berlins haben sich zum ersten Male die ehemaligen Angehörigen der Panzertruppen des Weltkrieges aus allen deutschen Gauen zu einem großen Tref­fen eingefunden und sich unter Führung bes letz­ten Kriegskommandeurs Major (E) Bornschle - g e l in einer Kameradschaft zusammengeschlossen. Dem Wünsdorfer Panzerregiment ist vor etwa Jahresfrist die Tradition der Kampfwagentruppe des Feldheeres verliehen worden. Bei dem jetzigen Treffen wird diese Traditton an die Kraftfahr- Kampftruppenschule verliehen. Auf dem Kameradschaftsabend konnte der Regimentskom­mandeur Oberst Zuckertort außer vielen alten Kriegskameraden zahlreiche Gäste begrüßen, so als Vertreter des Oberbefehlshabers des Heeres Gene­ral der Panzertruppen Lutz, den Inspekteur der Kraftfahrkampftruppen sowie zahlreiche Abordnun­gen der Frontkämpferverbände. Der Sonntag be­gann mit dem großen Wecken. Nach dem Feld- gottesbienst formierten sich die Kameraden zu-